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 Und es war Abend html  220.97KB  Emanuel Swedenborg a.D. *1688 - 1772     

Und es war Abend und es war Morgen



Emanuel Swedenborg

Und es war Abend und es war Morgen





Der innere Sinn der ersten zwei Kapitel des Buches Mose

aus

»Himmlische Geheimnisse«

*

Die Stufen der Menschwerdung





Einführung

Kein Sterblicher kann aus dem bloßen Wortlaut des Alten Testaments ersehen, daß dasselbe himmlische Geheimnisse birgt und alles und jedes in ihm einen Bezug hat auf den HERRN und seinen Himmel, auf die Kirche, den Glauben und alles was zu diesem gehört. Der Buchstabensinn nämlich läßt niemanden etwas anderes erkennen, als daß das Alte Testament sich im allgemeinen auf daß Äußere – das Historische – der jüdischen Kirche bezieht. Gleichwohl findet sich überall ein Inneres, welches jedoch im Äußeren nicht in Erscheinung tritt, abgesehen von sehr wenigen Ausnahmen, die der HERR geoffenbart und den Aposteln erklärt hat: So bedeuten beispielsweise die Opfer den HERRN, das Land Kanaan und Jerusalem den Himmel, der ja auch das himmlische Kanaan oder Jerusalem genannt wird; das gleiche gilt vom Paradies.

Die Christenheit lebt jedoch in tiefer Unkenntnis der Tatsache, daß alles und jedes, ja die kleinste Einzelheit bis zum geringsten Jota Geistiges und Himmlisches bezeichnet und in sich schließt. Aus diesem Grunde beachtet sie auch das Alte Testament zu wenig. Man könnte es aber schon allein deshalb wissen, weil das Wort von Gott und Gottes ist, und sich daher gar nicht ohne ein solches Inneres denken läßt, ein Inneres, das sich auf den Himmel, die innere Kirche und den Glauben bezieht. Anders könnte es nicht Wort Gottes genannt werden und ihm Leben innewohnen; denn woher sollte dieses Leben rühren, wenn nicht daher, daß sich alles auf den HERRN bezieht, der im höchsten Sinne das Leben selbst ist? Also ist nichts im Worte lebendig, was nicht innerlich auf Ihn abzielt, kein Ausdruck göttlich, der nicht Ihn in sich schließt oder sich in irgend einer Weise auf Ihn bezieht.1

1) Für seine Lehre vom geistigen und himmlischen Sinn beruft sich Swedenborg auf viele Bibelstellen. Wir zitieren hier nur einige wenige, die seine lehre belegen, daß die ganze Bibel von Christus handelt: „Jesus fing an mit Moses und allen Propheten und legte ihnen in allen Schriften aus, was über ihn geschrieben war“ (Luk. 24/27). „Das sind die Worte, die Ich zu euch redete, da Ich noch bei euch war, daß alles erfüllt werden müßte, was in Mose` Gesetz und in den Propheten von Mir geschrieben steht“ (Luk. 24/44). „Wenn ihr Moses glaubet, so glaubet ihr wohl auch Mir, denn von Mir hat derselbige geschrieben“ (Joh. 5/45 f). Man vgl. auch Matt. 5/17 f; 3/15.

Ohne ein solches Leben bliebe der Buchstabe der Bibel tot. Es verhält sich nämlich mit dem Worte Gottes wie mit dem Menschen, der aus einem Inneren und Äußeren besteht, wie auch in der Christenheit bekannt ist. Der äußere Mensch, getrennt vom inneren, ist nur Körper und an sich tot; es ist der innere Mensch, der lebt und dem äußeren Leben verleiht. Das Innere ist des Menschen Seele. In gleicher Weise ist auch das Wort Gottes, rein buchstäblich aufgefaßt, wie ein Leib ohne Seele.

Bleibt man bei dem bloßen Wortlaut stehen, so kann man aus den ersten Kapiteln der Genesis nur erkennen, daß da von der Weltschöpfung, vom Paradies und von Adam, dem ersten Menschen, die rede ist. Wer ahnte auch nur etwas anderes? Im folgenden wird jedoch hinlänglich klar werden, daß diese ersten Kapitel Geheimnisse in sich bergen, die noch nie enthüllt wurden. So handelt der innere Sinn des ersten Kapitels im allgemeinen von der neuen Schöpfung oder Wiedergeburt des Menschen, im besonderen aber von der Ältesten Kirche, wobei auch der kleinste Teil eines Wortes etwas vorbildet, bezeichnet und in sich schließt.

Diese Einsicht kann aber ein Sterblicher allein vom HERRN her erhalten. So sei mir vorläufig die Feststellung erlaubt, daß mir durch göttliche Barmherzigkeit verliehen wurde, seit einigen Jahren ständig und unterbrochen im Umgang mit Geistern und Engeln zu stehen, sie reden zu hören und mit ihnen zu sprechen und auf diese Weise staunenswerte Dinge aus dem anderen Leben zu erfahren, die noch keinem Menschen zur Kenntnis kamen, und von denen sich auch noch niemand eine Vorstellung machen könnte. Ich wurde dort belehrt über die verschiedenen Arten der Geister und der Zustand der Seelen nach dem Tode, über die Hölle, den beklagenswerten Zustand der Ungläubigen. In erster Linie aber empfing ich Belehrung über die im ganzen Himmel anerkannte Glaubenslehre. Über all dies, dank der göttlichen Barmherzigkeit des HERRN, im folgenden mehr.



Anmerkung: Die # Nummer der Anmerkungen beziehen sich auf die "Himm­lischen Geheimnisse".

*



Das erste Kapitel des Buches Genesis

Der Inhalt

Die sechs Tage oder Zeiten der Schöpfung bezeichnen ebenso viele aufeinanderfolgende Zustände der Wiedergeburt des Menschen, und zwar etwa folgendermaßen:

Der erste Zustand ist ein Vorstadium und umfaßt die Kindheit sowie den Zustand unmittelbar vor der Wiedergeburt. Er wird „Leere, Öde, und Finsternis“ genannt. Die erste Regung ist die Barmherzigkeit des HERRN, „der Geist Gottes, schwebend über den Angesichten der Wasser“.

Im zweiten Zustand wird unterschieden zwischen dem, was des HERRN und dem, was des Menschen Eigenes ist. Was des HERRN ist, nennt die Bibel „Überreste“, die vor allem aus den Kenntnissen des Glaubens bestehen, welche der Mensch von Kindheit an gelernt hat. Diese Überreste werden verborgen gehalten und liegen nicht offen zutage, ehe der Mensch in den zweiten Zustand kommt. Dieser tritt heutigen Tages selten ein, ohne daß Versuchungen, Unglück und Trübsal die leiblichen und weltlichen Regungen – des Menschen Eigenes – zum verstummen bringen und gleichsam abtöten. Auf diese Weise wird das Äußere des Menschen von dem getrennt, was dem Inneren angehört, und das Innere enthält die Überreste, die vom HERRN bis zu dieser Zeit und diesem Zweck verborgen gehalten werden.

Im dritten Zustand, dem der Buße, äußert sich der Mensch aus seinem Inneren fromm und demütig. Er übt gutes, Werke der Nächstenliebe, aber da er meint, er tue sie aus sich, bleiben sie noch unbeseelt. Als „zartes Kraut“, dann „Samenkraut“ und schließlich „Fruchtbaum“ werden sie bezeichnet.

Im vierten Zustand wird der Mensch von der Liebe ergriffen und vom Glauben erleuchtet. Wenn er auch vorher fromm redete und gutes tat, so geschah es doch aus dem Zustand der Versuchung und Beängstigung und nicht aus Glauben und Nächstenliebe. Diese werden nun im inneren Menschen entzündet und die „zwei Lichter“ genannt.

Der fünfte Zustand besteht darin, daß der Mensch aus dem Glauben und dann aus der Liebe Wahres spricht und sich im Wahren und Guten bestärkt. Was er nun hervorbringt, ist beseelt und wird “Fische des Wassers“ und Vögel der Himmel“ genannt.

Im sechsten Zustand befindet sich der Mensch, wenn er aus dem Glauben und dann aus der Liebe Wahres spricht und Gutes tut. Was er jetzt hervorbringt, heißt „lebende Seele“ und „Tier“, und da er nun beginnt, nicht nur aus Glauben, sondern zugleich aus Liebe zu handeln, wird er ein geistiger Mensch, der „Bild“ Gottes genannt wird. In den Erkenntnissen des Glaubens und allen Werken der Nächstenliebe findet sein geistiges Leben Freude und Nahrung; sie heißen seine „Speise“. Sein natürliches Leben aber findet Freude und Nahrung in allem, was Leib und Sinnen angehört. Daraus entwickelt sich ein Kampf, der so lange währt, bis die Liebe herrscht und er zum himmlischen Menschen wird.

Von allen, die wiedergeboren werden, erreichen nur wenige diesen Zustand. Die meisten gelangen heutzutage1 nur bis zum ersten, einige bis zum zweiten, noch weniger bis zum dritten, vierten oder fünften, einzelne bis zum sechsten, und kaum jemand erreicht den siebenten Zustand.

1 Es ist wichtig sich zu vergegenwärtigen, daß das „heutzutage“ bedeutet: Jahr 1747. Swedenborg war überzeugt in den letzten „Tagen“ zu leben, da „die Liebe in Vielen erkaltet“. In echte, das heißt geistige Versuchungen, deren Bestehen die Voraussetzung für das erklimmen höherer Stufen der Wiedergeburt ist, wird aber der Mensch nur eingelassen je nach der Entwicklung seiner Liebe. Erst im Jahre 1757 erlebt Swedenborg jene gewaltige Umwälzung in der geistigen Welt, die unter dem „Jüngsten Gericht“ im inneren Sinne verstanden wurde, und die auch auf Erden eine allmähliche Besserung des inneren Zustandes der Christenheit, damit aber auch das Erreichen höherer Wiedergeburtstufen ermöglichte.

Die Auslegung

1. Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde.

Unter „Anfang“ wird einerseits die älteste Zeit, bei den Propheten gelegentlich das Altertum oder die Ewigkeit, verstanden; andererseits bedeutet Anfang den Beginn, die erste Zeit der Wiedergeburt des Menschen, denn da entsteht er neu und empfängt (wahres) Leben. Die Wiedergeburt selbst heißt daher auch die neue Schöpfung des Menschen. „Schaffen, bilden und machen“ bedeuten beinahe überall in den prophetischen Schriften „wiedergebären“. Warum der Himmel den „inneren“ und die Erde den „äußeren“ Menschen vor dessen Wiedergeburt bezeichnet, wird im folgenden deutlich werden.

2. Und die Erde war eine Leere und Öde, und Finsternis auf den Angesichten des Abgrunds, und der Geist Gottes schwebte über den Angesichten der Wasser.

Der Mensch vor der Wiedergeburt wird leere und öde Erde oder auch ein „Erdboden“ genannt, in den nichts Gutes und Wahres gesät ist. Leer bedeutet: wo sich nichts Gutes, und öde, wo sich nichts Wahres findet. Daher bezeichnet die Finsternis Stumpfsinn und Unwissenheit in allen Dingen, die zum Glauben an den HERRN und folglich zum geistigen und himmlischen Leben gehören. So sagt der HERR durch den Propheten Jeremia: „Dumm ist mein Volk, sie kennen mich nicht; törichte Söhne sind sie und unverständig. Weise sind sie Böses zu tun, aber Gutes zu tun verstehen sie nicht. Ich schaute auf die Erde, und siehe, eine Leere und Öde! Schaute auf zu den Himmeln, dahin war deren Licht!“ (Jer. 4/22 f).

Die Angesichte des Abgrundes bedeuten die Begierden und die daraus entspringende Falschheiten des Menschen, aus und in denen er ganz und gar lebt. Weil er kein Licht hat, ist er wie ein Abgrund oder eine dunkle, verworrene Masse. Solche Menschen werden auch hin und wieder in der Bibel „Abgründe“ oder „Meerestiefen“ genannt, die gleichsam ausgetrocknet oder abgeödet werden müssen, ehe der Mensch wiedergeboren werden kann.

Derartige Menschen erscheinen vom Himmel her gesehen wie schwarze, leblose Massen. Die Bedeutung der zitierten Worte beziehen sich im allgemeinen auf den abödungsprozeß des Menschen, welcher der Wiedergeburt vorausgeht. Davon ist bei den Propheten des öfteren die Rede. Ehe nämlich der Mensch das Wahre wissen und vom Guten angeregt werden kann, muß alles Hinderliche und Widerstrebende in ihm entfernt werden. Also muß der alte Mensch sterben, ehe ein neuer empfangen werden kann.

Unter dem Geist Gottes ist die Barmherzigkeit des HERRN zu verstehen. Es wird gesagt, daß er schwebe, nämlich über dem, was der HERR beim Menschen verborgen hält, was auch hin und wieder im Worte Gottes als „Überreste“ bezeichnet wird, und sich auf Erkenntnisse des Wahren und Guten bezieht, die nicht eher ans Tageslicht kommen, als der äußere Mensch durch die Abödung gereinigt ist. Diese Erkenntnisse werden hier Angesichte der Wasser genannt.



3. Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht.

Der erste Schritt der Wiedergeburt besteht darin, daß der Mensch das Gute und Wahre als etwas Höheres zu erkennen beginnt. Ganz äußerliche Menschen wissen nämlich nicht einmal, was gut und wahr ist, denn sie empfinden alles, was zu ihrer Selbst- und Weltliebe gehört als gut und alles, was diese begünstigt, als wahr, das heißt sie sehen nicht, daß derartiges Gutes böse und solch Wahres falsch ist. In jenem Stadium der Neugeburt aber, das der natürlichen Empfängnis des Menschen entspricht, wird ihm zuerst klar, daß sein Gutes nicht Gut ist. Dringt er noch mehr zum Lichte hindurch, so erkennt er, daß Gott der HERR ist, und daß Er das Gute und Wahre selbst ist. „Wenn ihr nicht glaubet, daß ICH BIN, werdet ihr sterben in euren Sünden (Joh. 8/24). Ferner erkennt er dann, daß es kein Gutes und Wahres unabhängig vom HERRN gibt, der selbst das Gute und das Wahre, Leben und Licht, ist: „Im Anfang wahr das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Alles ist durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis... Das war das wahrhaftige Licht, das jeden Menschen erleuchtet, der in die Welt kommt (Joh. 1/1, 3, 4, 9).



4. - 5a. Und Gott sah das Licht, daß es gut war, und Gott schied zwischen dem Licht und der Finsternis. Und Gott nannte das Licht Tag, und die Finsternis nannte Er Nacht.

Das Licht wird „gut“ genannt, denn es kommt vom HERRN, der das Gute selbst ist. Als „Finsternis“ wird das bezeichnet, was dem Menschen, ehe er von neuem empfangen und geboren wird, wie Licht erscheint, weil ihm sein Böses wie Gutes und sein Falsches wie Wahres vorkommt. In Wirklichkeit aber ist es nichts als Finsternis und das beim Menschen verbleibende Eigene. Dem „Tage“ wird alles verglichen, was des HERRN ist, weil es dem Licht angehört, der „Nacht“ aber alles eigene des Menschen, weil es der Finsternis angehört. Dieser vergleich findet sich häufig in der Bibel.



5b. Und es war Abend und es war Morgen, der erste Tag.

Was Abend und Morgen bedeutet, läßt sich aus dem bisher Gesagten ersehen. Jeder (einer neuen Stufe der Wiedergeburt) vorhergehende Zustand ist „Abend“, weil er voller Schatten, Falschheit und Unglaube ist. Der „Morgen“ dagegen als Zustand des Lichtes, der Wahrheit und der Glaubenserkenntnisse bezeichnet das nachfolgende Stadium. Ganz allgemein bedeutet also „Abend“ alles Eigene des Menschen und „Morgen“ alles, was des HERRN ist.

Auch wird das Kommen des HERRN in die Welt der „Morgen“ genannt, während der Zustand der Welt zur Zeit des Kommens als „Abend“ bezeichnet wird, weil dann kein Glaube vorhanden ist.

Ebenso steht „Morgen“ in der Bibel für jedes Kommen des HERRN zur einzelnen Seele und ist somit ein Ausdruck für die Neuschöpfung oder Wiedergeburt.

Der Tag steht in der Bibel häufig für die Zeit selbst und darum auch für den Zustand einer bestimmten Zeit.



6. Und Gott sprach: Es sei eine Ausbreitung inmitten der Wasser, und sie scheide die Wasser voneinander.

Nachdem der Geist Gottes, die Barmherzigkeit des HERRN, auf die angedeutete Weise die Erkenntnisse des Wahren und Guten zutage gefördert und das erste Licht gegeben hat, scheidet Er zwischen dem inneren und dem äußeren Menschen, das heißt zwischen den Erkenntnissen des inneren und dem Wissen des äußeren Menschen. Der innere Mensch wird Ausbreitung genannt und seine Erkenntnis „Wasser über der Ausbreitung“, während das Wissen des äußeren Menschen als „Wasser unter der Ausbreitung“ bezeichnet wird. Ehe der Mensch wiedergeboren wird, weiß er nicht einmal, daß es einen inneren Menschen gibt, geschweige denn, wie dieser beschaffen ist. Er sieht keinen Unterschied, weil er derart ins Fleischliche und Weltliche versunken ist, daß er auch sein Inneres ganz darin verstrickt und so aus Unterschiedlichem eine dunkle Wirrnis gemacht hat. Darum heißt es zuerst, „es sei eine Ausbreitung inmitten der Wasser“ und danach „sie scheide die Wasser voneinander“. Gleich darauf aber heißt es:



7. - 8a. Und Gott machte die Ausbreitung und schied zwischen den Wassern, die unter der Ausbreitung, und zwischen den Wassern, die über der Ausbreitung waren, und es ward also. Und Gott nannte die Ausbreitung Himmel.

Im Laufe seiner Wiedergeburt lernt der Mensch als nächstes erkennen, daß es einen inneren Menschen gibt, und daß dessen Gutes und Wahres allein dem HERRN gehört. Weil aber der äußere Mensch, wenn er wiedergeboren wird, zunächst noch meint, er tue Gutes und rede Wahres aus sich selbst, und ihn so der HERR gleichsam durch sein Eigenes zum Guten und Wahren anleitet, darum wird zuerst von der Scheidung gesprochen dessen, was unter der Ausbreitung ist, danach folgt, was über der Ausbreitung ist. Es ist nämlich ein himmlisches Geheimnis, daß der Mensch durch sein Eigenes, seine Sinnestäuschungen wie durch seine Begierden, vom HERRN zum Wahren und Guten gelenkt und geführt wird; jedes einzelne Stadium der Wiedergeburt schreitet so gleichsam vom Abend zum Morgen fort, vom äußeren zum inneren Menschen, von der Erde zum Himmel. Aus diesem Grunde heißt nun auch die „Ausbreitung oder der innere Mensch der Himmel.

„Die Erde ausbreiten“ und “die Himmel ausdehnen“ ist eine häufige Redewendung bei den Propheten, wenn es sich um die Wiedergeburt des Menschen handelt, wie z.B. bei Jesaja: „So spricht Jehovah, dein Erlöser und Bildner von Mutterleib an: Ich, Jehovah, tue alles, spanne aus die Himmel, ich allein breite die Erde aus von mir selbst“ (44/24). Und dort wo Jesaja offen von der Ankunft des HERRN spricht: „Das zerstoßene Rohr zerbricht Er nicht, und den glimmenden Docht löscht Er nicht aus, zur Wahrheit bringt Er heraus das Gericht“ bedeutet es im inneren Sinn: Gott bricht die Täuschungen nicht und löscht auch die Begierden nicht einfach aus, sondern lenkt sie zum wahren und Guten. Darum folgen die Worte: „So spricht der Gott Jehovah, der die Himmel erschaffen und sie ausgespannt, die Erde ausgebreitet und ihre Sprößlinge, der Odem gibt dem Volk darauf und Geist denen, die darauf wandeln“ (42/3-5).



8b. Und es war Abend und es war Morgen, der zweite Tag.

Über die Bedeutung von „Abend“, „Morgen“ und „Tag“ siehe oben unter 5.



9. Und Gott sprach: Es sammeln sich die Wasser unter dem Himmel an einem Ort, und das Trockene erscheine! Und es ward also.

Wenn der Mensch um den Unterschied zwischen dem inneren und äußeren Menschen weiß, und wenn ihm klar ist, daß das Wahre und Gute vom inneren Menschen in den äußeren einfließt – obwohl es nicht den Anschein hat -, dann wird jene Erkenntnis in seinem Gedächtnis aufbewahrt und unter Wissen eingereiht. Alles nämlich, was dem Gedächtnis des äußeren Menschen eingepflanzt wird, sei es nun natürlich, geistig oder himmlisch, bleibt dort als Wissen aufbewahrt und wird von da aus (zu seiner Zeit) vom HERRN hervorgebracht. Jene Erkenntnisse sind die Wasser, gesammelt an Einem Ort, und werden „Meere“ genannt. Der äußere Mensch selbst aber heißt hier das Trockene und im folgenden Vers Erde.





10. Und Gott nannte das Trockene Erde, und die Sammlung der Wasser nannte Er Meer. Und Gott sah, daß es gut war.

Es ist sehr gebräuchlich in der Bibel, daß Erkenntnisse und Wissen als Wasser und deren Ansammlung als Meer bezeichnet werden, wie bei Jesaja: „Die Erde wird voll sein der Kenntnis Jehovahs, wie die Wasser das Meer bedecken“ (11/9). Und bei dem gleichen Propheten heißt es im Hinblick auf den Mangel an Erkenntnissen und Wissen: „Und versiegen sollen die Wasser aus dem Meer, und der Fluß soll austrocknen und dürr werden..“ (19/5, 6).

Aus der folgenden Stelle bei Sacharja erhellt, daß die Erde ein Aufnahmegefäß (receptaculum) darstellt: „Es spricht Jehovahs, der die Himmel ausgespannt und die Erde gründet, der den Geist des Menschen in seinem Inneren bildet“ (Sach. 12/1).



11. - 12. Und Gott sprach: Die Erde lasse hervorkommen junges Grün, Kraut, das Samen Trägt, den Fruchtbaum, der nach seiner Art Frucht bringt auf der Erde, in der sein Same ist. Und es ward also. Und die Erde brachte hervor junges Grün, Kraut, das Samen trägt nach seiner Art, und den Baum, der Frucht bringt, in welcher sein Same ist nach seiner Art. Und Gott sah, daß es gut war.

Wenn die Erde, d.h. der Mensch, genügend zubereitet ist, um vom HERRN himmlischen Samen aufzunehmen und etwas Gutes und Wahres hervorbringen zu können, dann läßt der HERR zuerst etwas Zartes Hervorkeimen, das junges Grün (lat.: „zartes Kraut“) genannt wird, darauf etwas Nützlicheres, das sich wiederum Samen schafft und Kraut, das Samen trägt heißt. Zuletzt läßt der HERR etwas Gutes hervorkeimen, das sich befruchtet, der Baum, der Frucht bringt, in welcher sein Same ist nach seiner Art. Wenn der Mensch wiedergeboren wird, meint er anfangs, alles Gute und Wahre, das er tut und spricht, sei aus ihm, während es doch vom HERRN stammt. Wer daher meint, es sei aus ihm, besitzt noch nicht das Leben des wahren Glaubens, kann es jedoch später empfangen. Noch vermag er nicht zu glauben, daß alles Gute und Wahre vom HERRN ist, weil er sich erst im Zustand der Vorbereitung auf das Glaubensleben befindet. Dieser Zustand wird hier durch Unbeseeltes (Pflanzenwelt) dargestellt, und der Zustand des wahren Glaubenslebens späterhin durch die beseelte Natur (Tierwelt). Der HERR bezeichnete sich selbst gern als Sämann, sein Wort als Samen und den Menschen als die Erde, oder beschreibt es auf ähnlicher Weise: „Mit dem Reich Gottes ists also, wie wenn der Mensch Samen aufs Land wirft und schlummert und steht auf Nacht und Tag; und der Same sproßt hervor und schießt auf, er selbst weiß nicht wie. Denn die Erde bringt von selbst die Frucht, zuerst das Gras, dann die Ähre, dann den vollen Weizen in der Ähre“ (Mark. 4/26-28). Unter dem Reich Gottes ist im allgemeinen Sinne der gesamte Himmel zu verstehen, weniger allgemein die wahre Kirche des HERRN und im besonderen jeder wahrhaft gläubige Mensch, der durch ein Leben des Glaubens wiedergeboren ist und daher auch ein „Himmel“ oder „Reich Gottes“ genannt wird, weil er den Himmel und das Reich Gottes in sich trägt. So lehrt der HERR selbst bei Lukas: „Das Reich Gottes kommt nicht augenfällig, man wird auch nicht sagen: Siehe Hier! Oder siehe dort! Denn siehe, das Reich Gottes ist inwendig in euch“ (Luk. 17/20 f).

Dies ist die dritte Stufe der Wiedergeburt des Menschen, der Zustand der Buße (Buße = Sinnesänderung), der wiederum vom Schatten zum Licht oder vom Abend zum Morgen voranschreitet. Daher heißt es:



13. Und es war Abend und es war Morgen, der dritte Tag.

14 bis 17. Und Gott sprach: Es seien Lichter1 an der Ausbreitung des Himmels, zu scheiden zwischen Tag und Nacht, und sollen sein zu Zeichen und zu bestimmten Zeiten, und zu Tagen und Jahren. Und sie seien Lichter an der Ausbreitung des Himmels, auf der Erde zu Leuchten. Und es ward also. Und Gott machte die zwei große Lichter, das große Licht am Tag zu herrschen, und das kleine Licht bei Nacht zu herrschen, und die Sterne. Und Gott setzte sie an die Ausbreitung des Himmels, auf der Erde zu leuchten.

1) Im Hebräischen wörtlich: „es sei Lichter“.

Man kann nicht recht verstehen, was die großen Lichter bedeuten, wenn man sich nicht zuerst über das Wesen des Glaubens klar ist und über seine Entwicklung bei denen, die neu geschaffen werden. Das eigentliche Wesen und Leben des Glaubens ist allein der HERR; denn wer nicht an ihn glaubt, kann kein Leben haben: „Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben; wer aber nicht an den Sohn glaubt, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm“ (Joh. 3/36).

Die Entwicklung des Glaubens bei denen, die neu geschaffen werden, vollzieht sich folgendermaßen: zuerst haben sie gar keinen Leben, denn im Bösen und Falschen ist kein Leben, sondern allein im Guten und Wahren. Darauf empfangen sie es vom HERRN, und zwar zunächst durch einen Glauben, der noch auf Gedächtnis und äußerliches Wissen gegründet ist, später durch einen Glauben auf Grund verstandesmäßiger Einsicht, und endlich durch einen Glauben des Herzens und der Liebe, den seligmachenden. Der bloß auf Wissen und Verstand gegründete Glaube wird Vers 3 bis 13 durch Unbeseeltes (Pflanzenwelt) vorgebildet, der durch die Liebe belebte Glaube in Vers 20 bis 25 durch Beseeltes (Tierwelt). Hier wird zuerst von der Liebe und vom Glauben aus der Liebe gehandelt, welche Lichter genannt werden. Die Liebe ist das große Licht, am Tag zu herrschen, und der Glaube aus ihr ist das kleine Licht, bei Nacht zu herrschen.1

1) Und weil sie Eines bilden sollen, heißt es in der Einzahl, „es sei“, nicht aber „es seien Lichter“.

Das Verhältnis von Liebe und Glaube im inneren Menschen ist das gleiche wie von Wärme und Licht im körperlichen Bereich, weshalb Wärme und Licht die Liebe und den Glauben gleichnishaft vorbilden. Darum wird von den Lichtern gesagt, „Gott setzte sie an die Ausbreitung des Himmels“, das heißt den inneren Menschen. Das große Licht ist für seinen Willen, das kleinere für seinen Verstand gesetzt; sie erscheinen jedoch im Willem und Verstand nur, wie das Sonnenlicht an den Gegenständen der Natur sichtbar wird. Allein des HERRN Barmherzigkeit regt durch Liebe den Willen an und durch Wahrheit und Glaube den Verstand.

Daß die großen Lichter Liebe und Glaube bedeuten und auch Sonne, Mond und Sterne genannt werden, zeigt sich bei den Propheten. Daher war auch in der Jüdischen Kirche geboten, daß vom Abend bis zum Morgen beständig ein Licht im Heiligtum zu brennen habe; denn alle Vorschriften jener Kirche waren Vorbildungen des HERRN. Aus göttlicher Barmherzigkeit wird zu gegebener Zeit dargelegt werden, daß dies die Liebe und den Glauben bezeichnet, die der HERR im inneren Menschen entzündet und leuchten läßt.

Liebe und Glaube werden zuerst große Lichter genannt, nachher aber die Liebe als das „große Licht“ und der Glaube als das kleine Licht bezeichnet. Die Liebe soll herrschen am Tage, der Glaube herrschen bei Nacht. Da diese Geheimnisse gegenwärtig besonders unbekannt sind, dürfen sie aus göttlicher Barmherzigkeit eröffnet werden: Der Grund ihrer Verborgenheit liegt darin, daß wir jetzt in der Vollendung des Zeitlaufes stehen und beinahe keine Liebe und folglich auch kein Glaube vorhanden sind, wie der HERR selbst in den Evangelien vorhergesagt hat: „Alsbald aber nach der Trübsal jener Tage wird die Sonne verfinstert werden und der Mond seinen Schein nicht Geben, und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden“ (Matth. 24/29). Unter der Sonne wird hier die verdunkelte Liebe verstanden, unter dem Mond der Glaube, der sein Licht nicht mehr gibt, und unter den Sternen die Glaubensbekenntnisse, die vom Himmel fallen und welche die „Kräfte und Mächte der Himmel“ sind.

Die älteste Kirche erkannte keinen anderen Glauben als die Liebe selbst an und auch die himmlischen Engel kennen keinen anderen Glauben, als den aus der Liebe. Ja, der gesamte Himmel ist ein Himmel der Liebe, aus dem alle Seligkeit fließt, eine Seligkeit so groß, daß sie nicht beschrieben noch mit irgendeiner menschlichen Vorstellung erfaßt werden kann. Wer in der Liebe ist, liebt den HERRN von Herzen, weiß aber, sagt und wird inne, daß alle Liebe – das heißt alles Leben, das ja allein der Liebe angehört – und eben damit alle Seligkeit einzig vom HERRN kommt, und daß er aus sich selbst nichts von Liebe, Leben und Seligkeit hat. Daß vom HERRN alle Liebe kommt, ist auch bei Seiner Verklärung auf dem Berge durch das Licht und die Sonne vorgebildet worden, als „Sein Angesicht leuchtete wie die Sonne und Seine Kleider weiß wurden wie das Licht“ (Matth. 17/2). Das Angesicht bezeichnet das Innerste und die Kleidung das davon Ausgehende, die Sonne oder die Liebe Sein Göttliches, und das Licht – die Weisheit aus der Liebe – Sein Menschliches.

Es könnte jedermann genau wissen, daß es ohne Liebe überhaupt kein Leben gibt, und daß jede Freude allein aus Liebe entsteht. Wie aber die Liebe, so ist das Leben und so die Freude. Entferntest du die Neigungen oder, was dasselbe ist, die Begierden – denn diese gehören ja der Liebe an – so würde das Denken sogleich aufhören und du wärest wie ein Toter. Mir wurde dies auf lebendige Weise gezeigt. Die Selbst- und Weltliebe sind etwas dem Leben und der Freude Ähnliches, weil sie aber der wahren Liebe völlig zuwiderlaufen, die ja darin besteht, den HERRN über alles und den Nächsten wie sich selbst zu lieben, so sind sie nicht Liebe sondern Haß. Je mehr einer nämlich sich selbst und die Welt liebt, desto mehr haßt er den Nächsten und den HERRN. Wahre Liebe ist daher Liebe zum HERRN, wahres Leben ein Leben der Liebe von Ihm und wahre Freude die Freude eines solchen Lebens. Es kann nur eine wahre Liebe geben und somit auch nur ein wahres Leben, aus dem wahre Freuden und Seligkeiten fließen, wie sie die Engel in den Himmeln genießen.

Liebe und Glaube können niemals getrennt werden, weil sie ein Ganzes bilden. Sobald daher die Rede von Lichtern ist, werden sie auch als eins behandelt und wird gesagt: „es sei Lichter an der Ausrichtung der Himmel“. Wunderbares kann hiervon werden. Da die himmlischen Engel vom HERRN her in dieser Liebe gehalten werden, empfangen sie aus ihr auch alle Glaubensbekenntnisse und sind daraus in einem Leben und Licht der Einsicht, so erhaben, daß es kaum beschrieben werden kann.

Dagegen befinden sich jener Geister, die ohne Liebe die Glaubenslehren bloß wissen, in einem so kalten Leben und dunklen Licht, daß sie sich nicht einmal der ersten Schwelle des Vorhofs der Himmel nahen können, sondern zurückfliehen. Zwar behaupten sie, an den HERRN geglaubt zu haben, doch führten sie kein Leben wie Er es gelehrt hat. Von ihnen spricht der HERR bei Matthäus: „Es wird nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! ins Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen tut meines Vaters in den Himmeln. Viele werden zu mir an jenem Tage sagen: Herr, Herr, haben wir nicht in Deinem Namen geweissagt und in Deinem Namen Dämonen ausgetrieben und haben wir nicht in Deinem Namen viele Wundertaten getan? Und dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch nie gekannt. Weichet von mir, die ihr Unrecht wirket“ (7/21 ff). Folglich ist im Glauben und so auch im himmlischen Leben nur, wer in der Liebe lebt, nicht aber, wer behauptet Glauben zu haben, doch kein Leben der Liebe führt. Ein Glaubensleben ohne Liebe läßt sich dem kalten Sonnenlicht des Winters vergleichen, unter dem nichts wächst, sondern alles erstarrt und erstirbt. Glaube aus Liebe hingegen ist wie das Sonnenlicht zur Frühlingszeit, wo alles wächst, blüht und sprießt unter der Wärme der Sonne. Analog verhält es sich im geistigen und himmlischen Bereich, der im Worte Gottes durch Weltliches und Irdisches dargestellt zu werden pflegt. Der HERR vergleicht, wo Er die Vollendung des Zeitlaufs prophezeit, Unglaube und Glaube ohne Liebe dem Winter: „Betet aber, daß eure Flucht nicht im Winter geschehe. Denn jene Tage werden eine Trübsal sein, wie nie eine solche gewesen ist seit dem Anfang der Schöpfung...“ (Mark.13/18 f). „Flucht“ bedeutet allgemein die letzte Zeit, aber auch die letzte Zeit jedes einzelnen Menschen, und „Winter“ das Leben ohne Liebe. Unter „Tag der Trübsal“ ist der klägliche Zustand eines solchen Menschen im anderen Leben zu verstehen.

Dem Menschen wohnen zwei Vermögen inne: Wille und Verstand. Regiert den Wille den Verstand, so bilden sie zusammen ein ungeteiltes Gemüt und Leben, denn was ein solcher Mensch will und tut, denkt und beabsichtigt er auch. Wenn aber der Verstand nicht mit dem Willen übereinstimmt, wird das Gemüt in zwei Teile gerissen. Das ist bei jenen der Fall, die Glauben vorgeben, aber anders leben: Ein Teil ihres Gemüts möchte sich in den Himmel erheben, der andere strebt zur Hölle. Und weil der Wille alles in Bewegung setzt, würde der ganze Mensch, wie er leibt und lebt, in die Hölle stürzen, wenn sich nicht der HERR seiner erbarme.

Wer Glaube und Liebe trennt, weiß nicht einmal, was Glaube ist. Manche stellen sich unter dem Glauben ein bloßes Denken vor, andere ein Denken an Gott, einige verstehen darunter die Glaubenslehre. Doch Glaube ist mehr als die Erkenntnis und Anerkennung all dessen, was die Lehre umfaßt, er ist vor allem Gehorsam gegenüber deren Geboten. Die erste Lehre, die man befolgen soll, ist die Liebe zum HERRN und zum Nächsten, und wer das nicht tut, ist nicht im Glauben. Der HERR lehrt es so deutlich, daß es nicht zu bezweifeln ist: „Das erste Gebot von allen ist: Höre Israel, der HERR unser Gott ist Ein HERR. Und du sollst lieben den HERRN deinen Gott von deinem ganzen Herzen und von deiner ganzen Seele und von deinem ganzen Gemüt und mit deiner ganzen Kraft. Dies ist das erste Gebot. Das zweite ist ihm ähnlich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Kein anderes Gebot ist größer denn dieses“ (Mark.12/29 ff). Bei Matthäus nennt Er es „das erste und große Gebot“ und sagt: „an diesen zwei Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten“ (22/34-39). „Unter Gesetz und Propheten“ ist das ganze Wort Gottes und die Glaubenslehre zu verstehen.

Es heißt, „die Lichter sollen sein zu Zeichen und zu bestimmten Zeiten, und zu Tagen und Jahren“. Obwohl der Buchstabensinn kein Geheimnis zu enthalten scheint, birgt er mehr als hier gesagt werden könnte. Es sei nur angedeutet, daß es im geistigen und himmlischen Bereich im ganzen wie im Einzelnen Veränderungen gibt, die dem regelmäßigen Wechsel der Tages- und Jahreszeiten zu vergleichen sind. Ein Leben ohne Wechsel und Mannigfaltigkeit wäre eintönig und kein Leben. Man würde Gutes und Wahres weder erkennen noch unterscheiden und noch weniger innewerden. Bei den Propheten werden diese notwendigen Wechsel „Ordnungen“ oder „Satzungen“ (statuta) genannt.



18. - 19. Und zu herrschen am Tage und bei Nacht und zu scheiden zwischen dem Licht und der Finsternis. Und Gott sah, daß es gut war. Und es war Abend, und es war Morgen, der vierte Tag.

Unter Tag ist das Gute, unter Nacht das Böse zu verstehen. Daher bezeichnen „Werke des Tages“ das Gute, „Werke der Nacht“ das Böse. Unter Licht versteht man das Wahre, unter Finsternis das Falsche nach dem Wort des HERRN: „Die Menschen liebten die Finsternis mehr denn das Licht. Wer die Wahrheit tut, kommt zum Licht“ (Joh. 3/19 ff).



20. Und Gott sprach: Es wimmle das Wasser von kriechendem Gewürm, von der lebendigen Seele, und der Vogel fliege über der Erde, über die Angesichte der Ausbreitung der Himmel.

Wenn die „großen Lichter“ im inneren Menschen angezündet sind und der äußere von daher Licht empfängt, dann erst beginnt er zu Leben. Vorher kann man kaum davon sprechen, denn er meinte ja, das Gute und Wahre aus sich getan und gesprochen zu haben. Und da der Mensch aus sich tot ist und nichts als Böses und Falsches in sich hat, so ist auch all das, was er aus sich vollbringt, so ohne Leben, daß er nicht einmal das geringste tun kann, das in sich gut wäre. Jeder weiß aus der Glaubenslehre, daß der Mensch Gutes weder denken noch wollen und folglich auch nicht vollbringen kann, außer aus dem HERRN, wie dieser bei Matthäus sagt: „Der, welcher guten Samen säet, ist der Sohn des Menschen“ (13/37). Auch kann das Gute nur seiner ursprünglichen Quelle entspringen, und diese ist eine, wie gleichfalls der HERR sagt: „Niemand ist gut denn der alleinige Gott“ (Luk.18/19). Wenn der HERR den Menschen zum wahren Leben erweckt oder wiedergebiert, läßt Er ihm immerhin zunächst die Meinung, daß er das Gute aus sich zu tun vermöge. Anders würde es der Mensch nicht fassen und auch nicht angeleitet werden können, zu glauben und späterhin innezuwerden, daß vom HERRN allein alles Gute und Wahre kommt. Solange er sich der Meinung hingab, er vermöge etwas aus sich, galt für sein Wahres und Gutes der Vergleich mit dem jungen Grün, dem Samen tragenden Kraut, dem Fruchtbaum, also der unbeseelten Natur. Jetzt aber, da er von Liebe und Glauben belebt ist, wird er verglichen mit dem kriechenden Gewürm des Wassers und den Vögeln, die über der Erde fliegen, späterhin den Tieren, die lebende Seelen genannt werden, also der beseelten Natur. Denn der Mensch glaubt nun, daß alles Gute und Wahre, das er tut und spricht, allein vom HERRN gewirkt wird.

Das kriechende Gewürm, das die Wasser hervorbringen, bezeichnet nun das Wissen des äußeren Menschen. Die Vögel stehen im allgemeinen für Vernünftiges, dann auch für Verständiges, das dem inneren Menschen angehört.

Alles Eigene des Menschen hat kein Leben in sich, und wird es sichtbar dargestellt (in der geistigen Welt), so erscheint es als etwas Hartes, Knöchernes und Schwarzes. Hingegen enthält alles, was vom HERRN belebt ist, Geistiges und Himmlisches, und wird es sichtbar gemacht, erscheint es menschlich-lebendig. Es klingt vielleicht unglaublich, ist aber absolut war, daß jedes Wort, jede Vorstellung und jedes kleinste Gedankenteilchen eines Engels lebt, denn selbst zum Allereinzelnsten geht die Anregung vom HERRN aus, der das Leben selbst ist. So hat also alles, was vom HERRN ausgeht, Leben in sich, weil Glauben an Ihn, und wird hier als „lebende Seele“ bezeichnet.

21. Und Gott schuf die großen See-Ungetüme und jede lebendige Seele, die da kriecht, wovon die Wasser wimmeln, nach ihrer Art, und alle Vögel, die Flügel haben, nach ihrer Art. Und Gott sah, daß es gut war.

Wie bereits erwähnt, bedeuten Fische Wissensdinge, die aber nun durch den Glauben vom HERRN beseelt und so lebendig geworden sind. Die großen See-Ungetüme stellen davon das Allgemeine dar, aus dem das Besondere hervorgeht, und unter dem es steht. Nichts im Weltall kann entstehen und bestehen, ohne daß es sich unter ein Gemeinsames ordne. Bei den Propheten werden einige Male die großen See-Ungetüme oder Walfische erwähnt und bedeuten auch dort das Allgemeine der Wissensdinge. So wird Pharao, der König Ägyptens, der die menschliche Weisheit oder Einsicht vorbildet – das heißt das Wissen im allgemeinen –, als ein solches Ungetüm bezeichnet: „Siehe Ich bin wider dich, Pharao, König von Ägypten, du großes Ungetüm, das da lagert inmitten seiner Ströme, das da spricht: Mein Strom ist es, und ich habe mich reich gemacht“ (Ez.29/3).



22. Und Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Wasser in den Meeren, und die Vögel sollen sich mehren auf Erden.

Alles was Leben vom HERRN in sich hat, befruchtet und vermehrt sich bis ins Unermeßliche. Während des leiblichen Lebens des Menschen geschieht dies nicht so offensichtlich, umso erstaunlicher tritt es im anderen Leben hervor. Das Wort befruchten bezieht sich in der Bibel auf alles, was zur Liebe, und das mehren auf alles, was zum Glauben gehört. Die Frucht der Liebe enthält Samen, durch den sie sich so stark vermehren kann; und so bedeutet auch der Segen des HERRN Befruchtung und Vermehrung, denn aus ihm entspringt sie.



23. Und es war Abend, und es war Morgen der fünfte Tag.

24. - 25. Und Gott sprach: Die Erde bringe hervor die lebendige Seele nach ihrer Art, Vieh und Kriechtier und das wilde Tier der Erde nach seiner Art. Und es ward also. Und Gott machte das wilde Tier der Erde nach seiner Art, und das Vieh nach seiner Art, und alles Kriechtier auf dem Erdboden nach seiner Art. Und Gott sah, daß es gut war.

Wie der Erde ohne Saat nichts entsprießen kann, so kann auch der Mensch nichts Gutes hervorbringen, ehe ihn die Glaubenserkenntnisse eingesät sind, die ihn wissen lassen, was er glauben und tun soll. Sache des Verstandes ist es, das Göttliche Wort zu hören, Sache des Willens, es zu tun. Hören und nicht tun, heißt Wille und Verstand trennen, und wer so das Gemüt zerreißt, wird vom HERRN ein Tor genannt: „Jeden nun, der diese meine Worte hört und tut, will ich einem klugen Manne vergleichen, der sein Haus auf den Felsen baute... und jeder, der diese Meine Worte hört und nicht tut, will Ich einem Klugen Manne vergleichen, der sein Haus auf den Sand baute“ (Matth.7.24.29). Es wurde bereits gezeigt, daß durch Wassertiere und Vögel die Dinge des Verstandes bezeichnet werden. Hier wird nun alles, was zum Bereich des Willens zählt, gekennzeichnet als lebendige Seele, welche „die Erde hervorbringen soll, und als Vieh und Kriechtier und das wilde Tier der Erde.

So bezeichneten die Menschen der ältesten Zeiten die Dinge des Verstandes und des Willens. Bei den Propheten und allenthalben im Alten Testament bilden deshalb die Tiergattungen ähnliches vor. Es gibt zweierlei Arten Tiere: Die Bösen, das heißt schädlichen, die guten, nämlich die nützlichen und zahmen. Das Böse im Menschen wird beispielsweise durch Bären, Wolfe und Hunde bezeichnet, das Gute und sanfte u.a. durch Stiere, Schafe und Lämmer. Die Tiere – da es sich um die Wiedergeburt handelt, sind es gute und sanfte – bedeuten die Neigungen; Begierde und Wollüste, die niedriger und körpergebundener sind, werden das wilde Tier der Erde genannt.

Auch aus folgendem kann man entnehmen, daß diese beiden Verse Geheimnisse der Wiedergeburt enthalten: Zuerst heißt es, „die Erde bringe die lebendige Seele... das Vieh..., und das wilde Tier der Erde“, während im folgenden Vers in anderer Ordnung gesagt wird, „Gott machte das wilde Tier der Erde... und das Vieh...“. Der Mensch tut nämlich solange das Gute wie aus sich selbst, bis er die himmlische Stufe erreicht hat; so beginnt die Wiedergeburt beim äußeren und schreitet und schreitet fort zum inneren Menschen. Darum ist im Unterschied zu Vers 24 in Vers 25 die Anordnung so, daß die Vorbildung des Äußeren, das wilde Tier der Erde, voran geht.

Hieraus ergibt sich nun der fünfte Zustand: der Mensch äußert sich aus einen dem Verstande zugeordneten Glauben, aus dem er sich im Wahren und Guten bestärkt. Was nun aus ihm hervorgeht, ist beseelt, und wird Fische des Meeres und Vögel des Himmels genannt. Die Äußerungen und Taten des Menschen auf der sechsten Stufe der Wiedergeburt gehen aus diesem Glauben hervor, dann aber auch aus der dem Willen zugeordneten Liebe, darum wird alles aus ihm Hervorgehende jetzt mit lebende Seele und Tier bezeichnet. Und weil er nun beginnt, wie aus dem Glauben so auch zugleich aus Liebe zu handeln, wird er zum geistigen Menschen, Bild genannt.



26. Und Gott sprach, lasset Uns Menschen machen in Unser Bild, nach Unserer Ähnlichkeit, und sie sollen herrschen über die Fische des Meeres, die Vögel des Himmels, über das Vieh und die ganze Erde, und über alles Kriechende, das auf der Erde sich regt.

Der Ältesten Kirche erschien der HERR wie ein Mensch und sprach mit ihr von Angesicht zu Angesicht,1 Darum nannte man nur Ihn und was Ihm angehörte Mensch, nicht sich selbst; und mit dem Begriff des Menschen, das heißt des HERRN, verbanden sie allein das, von dem sie innewurden, daß es vom HERRN stammt, wie alles Gute der Liebe und Wahre des Glaubens. Bei den Propheten wird aus diesem Grunde im höchsten Sinne unter Mensch und unter „Sohn des Menschen“ der HERR verstanden, im inneren Sinn aber die Weisheit und Einsicht, folglich Wiedergeborene. Daher erschien der HERR den Propheten als Mensch, wie dem Ezechiel: „Und oben über der Ausbreitung, welche war über ihrem Haupte, war es anzusehen wie Saphirstein, mit etwas wie einem Thron darauf; und auf dem, was wie ein Thron aussah, war eine Gestalt, wie ein Mensch anzusehen, oben darauf“ (Ez.1/26). Auch dem Propheten Daniel erschien einer, der „der Menschensohn“ oder – was dasselbe ist – „der Mensch“ genannt wird. Der HERR nennt sich auch selbst des öfteren den Menschensohn oder Menschen, und wie bei Daniel weissagt Er von seinem Kommen in Herrlichkeit: „Dann werden alle Stämme der Erde... des Menschen Sohn kommen sehen auf Wolken des Himmels mit Kraft und großer Herrlichkeit“ (Matth. 24/30) 

1) Gemeint ist zweifellos jener Zustand unmittelbarsten Innewerdens, von dem auf diesen Seiten im Zusammenhang mit der Ältesten Kirche des öfteren die Rede ist. Vor dem Fall lebten die Menschen noch in der ungebrochenen Schau des Göttlichen und der geistigen Welt – natürlich angepaßt an ihren immerhin irdischen Zustand. Später engte sich die Schau immer mehr ein, zuletzt beschränkte sie sich auf die Propheten, und auch sie sahen und hörten nur noch durch  den Schleier der sündhaften Natur hindurch.

Die Älteste Kirche verstand unter dem Bilde Gottes weit mehr, als sich sagen läßt. Der Mensch ist sich gar nicht bewußt, daß er vom HERRN durch Engel und Geister geleitet wird und bei jedem Menschen mindestens zwei Geister und zwei Engel zugegen sind. Die Geister verbinden den Menschen mit der Geisterwelt, die Engel mit dem Himmel. Allein durch diese Gemeinschaft mit Geisterwelt und Himmel – und letztlich durch den Himmel mit dem HERRN – kann der Mensch überhaupt leben. Sein Leben hängt völlig von dieser Verbindung ab, und er ginge in dem Augenblick zu Grunde, da jene Geister und Engel sich zurückzögen. Vor seiner Wiedergeburt wird jedoch der Mensch gänzlich anders regiert als danach. Böse Geister beherrschen ihn so sehr, daß die Engel – obwohl gegenwärtig – kaum mehr vermögen, als ihn vor dem Sturz ins äußerste Böse zu bewahren und ihn wenigstens zu einem gewissen Guten zu lenken – durch seine eigenen Begierden zum Guten und durch Sinnestäuschungen zum Wahren. In diesem Zustand ist also der Mensch durch Geister in Verbindung mit der Geisterwelt, jedoch nicht mit dem Himmel, weil ihn die Bösen Geister beherrschen, während ihn die Engel lediglich vom Bösen abzulenken suchen. Nach der Wiedergeburt aber herrschen die Engel und flößen ihm alles Gute und Wahre und zugleich einen Schauer vor dem Bösen und Falschen ein. So führen nun zwar die Engel den Menschen, erfüllen aber damit nur ihren Dienst, denn der HERR allein ist es, der durch Geister und Engel den Menschen leitet. Im Hinblick auf diesen Dienst der Engel heißt es hier, Vers 26 in der Mehrzahl: lasset Uns Menschen machen in unser Bild. Da es jedoch im strengsten Sinne der HERR allein ist, der den Menschen regiert und in Ordnung bringt (disponit), wird im folgenden Vers 27 die Einzahl gebraucht: „Gott schuf den Menschen in sein Bild“. Dies sagt der HERR auch bei Jesaja: „So sprach Jehovah, dein Erlöser und dein Bildner von Mutterleib an: Ich Jehovah mache Alles, spanne die Himmel aus, Ich allein breite die Erde aus von Mir selbst (Jes. 44/24). Die Engel bekennen auch, daß sie selbst keinerlei Macht haben, sondern allein vom HERRN her handeln können.

Was nun das Bild betrifft, so ist es nicht Ähnlichkeit, sondern nach der Ähnlichkeit geschaffen: lasset Uns Menschen Machen in unser Bild, nach Unserer Ähnlichkeit. Der geistige Mensch ist Bild, der himmlische Mensch aber Ähnlichkeit oder Ebenbild Gottes. Dieses Kapitel nun handelt vom geistigen, das nächste vom himmlischen Menschen. Der geistige Mensch – Bild Gottes – wird vom HERRN „Sohn des Lichtes“ und Freund genannt: „Wer in der Finsternis wandelt, weiß nicht, wohin er geht. Solange ihr das Licht habt, glaubet an das Licht, auf daß ihr Söhne des Lichtes werdet“ (Joh. 12/35 ff). „Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was Ich euch gebiete...“ (Joh. 15/14 ff). Der himmlische Mensch aber als “Ähnlichkeit” wird “Kind Gottes” genannt: „Wieviele Ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an Seinen Namen glauben, welche nicht aus dem Geblüt, noch aus dem Willen eines Mannes, sondern aus Gott geboren sind“ (Joh. 1/12 ff).

Bei geistigen Menschen geht der Impuls zu seiner Beherrschung von seinem Äußeren aus zum Inneren. Darum heißt es hier: Sie sollen herrschen über die Fische des Meeres, die Vögel des Himmels, über das Vieh und die ganze Erde, und über alles Kriechende, das auf der Erde sich regt. Wenn aber der Mensch himmlisch wird und das Gute aus Liebe tut, dann geht dieser Impuls zur Beherrschung von seinem Inneren aus bis zum Äußeren. So schreibt der HERR sich selbst und zugleich den himmlischen Menschen, Seine Ähnlichkeit, bei David: „Du machest ihn zum Herrscher über Deiner Hände Werk, alles hast du unter seine Füße gelegt: Kleinvieh und Rinder allzumal und auch das Vieh des Feldes, die Vögel des Himmels und des Meeres Fische, und was der Meere Pfade durchzieht“ (Ps. 8/7-9). – Hier werden zuerst die Tiere, dann die Vögel und schließlich die Fische des Meeres genannt, weil beim himmlischen Menschen die Liebe herrscht, die dem Willen verbunden ist, im Unterschied zum geistigen Menschen. Bei dessen Beschreibung gehen die Fische und Vögel, die dem Gebiet Verstand-Glaube entsprechen, den anderen Tieren voran.



27a. Und Gott schuf den Menschen in sein Bild, in das Bild Gottes schuf Er ihn.

Hier wird darum zweimal von Bild gesprochen, weil der dem Verstande angehörende Glaube Sein Bild genannt wird, die dem Willen zugehörende Liebe aber Bild Gottes heißt. Diese Liebe folgt im geistigen Menschen an zweiter Stelle, während sie im himmlischen Menschen die Führung hat.



27b. Als Mann und Weib schuf er sie.

In der Ältesten Kirche war noch sehr genau bekannt, was im inneren Sinne unter Mann und Weib zu verstehen ist, während bei ihren Nachkommen mit der Kenntnis des tieferen Sinnes des Wortes1 auch dieses Geheimnis verloren ging.

1) Nach Swedenborg wurde der Ältesten Kirche Gottes Wort durch unmittelbares Innewerden – ohne schriftliche Fixierung – zuteil. Erst nach dem Fall wurde im Zuge der Einengung des Innewerdens, der Inspiration, auf einzelne Menschen – Priester, Seher und Propheten – eine schriftliche Offenbarung des Göttlichen Wortes notwendig. Es entstand zunächst das „Alte Wort“, dem die Kapitel 1 bis 11 der Genesis entstammen.

Die Menschen der Ältesten Kirche fanden ihr höchstes Glück und ihre größten Freuden in der Ehe und bildeten alles nach, was sich nur irgend davon darstellen ließ, um dadurch das Glück der Ehe noch bewußter zu erfahren. Sie waren innerliche Menschen und freuten sich daher nur an inneren Dingen. Das Äußere bedeutete ihnen nichts, sie nahmen es nur mit den Augen auf, dachten aber dabei an das, was es an Innerem vorbildete, d.h. was sich davon auf Inneres beziehen ließ. Von diesem Inneren schlossen sie auf das Himmlische, und so letztlich auf den HERRN, der ihnen alles bedeutete, und ebenso auf die himmlische Ehe, die sie als Quelle ihres ehelichen Glückes inne wurden. Aus ihrer Kenntnis des inneren Sinnes bezeichneten sie den Verstand des geistigen Menschen als das männliche und seinen Willen als das weibliche Prinzip, das harmonische Zusammenwirken beider als Ehe. Von dieser Ältesten Kirche leitet sich die später übliche Ausdrucksform her, die Kirche wegen ihrer Neigung zum Guten „Tochter“ und „Jungfrau“ zu nennen: „Tochter Zion, Jungfrau Jerusalem“ oder auch „Weib“.1

1) Man vergleiche dazu das zweite Kapitel bei Vers 23 sowie Kapitel 3,15.



28. Und Gott Segnete sie, und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische des Meeres und die Vögel des Himmels und über alles Lebendige, das sich auf Erden regt.

In der Ältesten Kirche hieß man die Verbindung von Verstand und Willen – von Glaube und Liebe – eine Ehe und nannte daher alles Gute, was aus dieser Ehe hervorging, „Befruchtung“ und alles Wahre aus ihr „Vermehrung“. Wenn Verstand und Wille, Glaube und Liebe vermählt sind, nennt der HERR den Menschen ein „vermähltes Land“: „Man wird zu dir nicht mehr sagen: Verlassene, und von deinem Land: Wüste, sondern man wird dich nennen: mein Wohlgefallen, und dein Land : vermählt, denn Jehovah hat Sein Wohlgefallen an dir, und dein Land wird vermählt werden“ (Jes. 62/4). Die Früchte des Wahren aus dieser Verbindung heißen „Söhne“, die des Guten „Töchter“, und „erfüllet“ ist die Erde, wenn viel Wahres und Gutes vorhanden ist; denn das Gute und das Wahre wächst ins Unermeßliche, wenn der HERR „segnet und spricht“: „Das Reich der Himmel ist gleich einem Senfkorn, das ein Mensch nahm und auf sein Feld säte, das zwar kleiner ist als alle Samen, wenn es aber herangewachsen ist, so ist es größer als alle Kohlkräuter und wird ein Baum, so daß die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen nisten“ (Matth. 13/31 f). Das Senfkorn ist das Gute des natürlichen Menschen ehe er geistig wird, der kleinste von allen Samen, weil der natürliche Mensch Gutes aus sich selbst zu tun meint, von ihm selbst aber kommt nur Böses; weil er sich jedoch im Zustand der Wiedergeburt befindet, so hat er doch schon ein gewisses Gutes, wenn auch das kleinste von allem Guten. Später jedoch, sobald sich Glaube und Liebe zu verbinden beginnen, wächst es zur Größe eines „Kohles“, um schließlich nach geschehener Verbindung zu einem „Baum“ zu werden, in dessen Zweigen die Vögel des Himmels nisten. Die „Zweige“ bedeuten das Wissen, die „Vögel“ Wahres oder Dinge der Einsicht.

Weil der Mensch geistig ist oder wird, steht er im Kampf und darum heißt es: „Machet euch die Erde untertan und herrschet“.



29. Und Gott sprach: Siehe, Ich gebe euch alles Kraut, das Samen säet, auf den Angesichten der ganzen Erde, und jeglichen Baum, an dem Frucht ist, der Baum, der Samen hervorbringt, sei euch zur Speise.

Der himmlische Mensch findet seine Freude allein an himmlischen Dingen, die sich seinem Leben verbinden und darum himmlische Speise genannt werden. Der geistige Mensch erfreut sich an Geistigem, geistiger Speise, welche mit seinem Leben übereinstimmt, der natürliche aber an Natürlichem, und seine Speise besteht hauptsächlich aus Wissensdingen, denn diese sagen seinem Leben zu. Hier wird vom geistigen Menschen gesprochen, und seine geistige Nahrung durch entsprechende Bildungen der Natur beschrieben: Kraut, das Samen säet, jeglicher Baum, an dem Frucht ist, oder allgemein Baum, der Samen hervorbringt.

Alles auf einen Nutzen gerichtetes Wahre wird im Kraut, das Samen säet dargestellt, und im Fruchtbaum das Gute des Glaubens, dessen Frucht der HERR dem himmlischen Menschen schenkt. Dem geistigen Menschen aber soll der Samen tragende Baum zur Speise dienen, denn ihm gibt der HERR den Samen, aus dem neue Frucht hervorgehen kann. Das folgende Kapitel handelt vom himmlischen Menschen und wird deutlich machen, daß die himmlische Speise Frucht vom Baume genannt wird.



30: Und allem Wild der Erde und allen Vögeln des Himmels, und allem, was sich auf der Erde regt, in dem eine lebendige Seele ist, gebe Ich alles Gras und Kraut zur Speise. Und es ward also.

Hier wird die natürliche Speise des Menschen auf der sechsten, geistigen Stufe der Wiedergeburt beschrieben. Sein Natürliches, das Äußere seines Geistes, wird durch das Wild der Erde und alle Vögel des Himmels bezeichnet, denen alles Gras und Kraut als Nahrung dienen soll; in den Psalmen wird sowohl geistige als auch natürliche Nahrung erwähnt: „Jehovah läßt Gras sprossen für die Tiere und Kraut zum Dienste des Menschen, damit Speise aus der Erde hervorgehe“ (Ps. 104/14).

Es hat einen bestimmten Grund, daß dem natürlichen Menschen nur „Gräser“, „Kräuter“ und der gleichen zur Speise dienen soll. Während der Mensch wiedergeboren und geistig wird, liegt er in beständigem Kampf, daher der Ausdruck ´Kämpfende Kirche`. Vor der Wiedergeburt wird der Mensch völlig von seinen Begierden beherrscht, weil er ja aus lauter Begierden und den daraus resultierenden Falschheiten zusammengesetzt ist, die bei der Wiedergeburt nicht plötzlich ausgetilgt werden können. Das hieße nämlich, den ganzen Menschen vernichten, der sich außer seinen Begierden gar kein Leben aufgebaut hat. Lange dürfen daher böse Geister bei ihm bleiben, seine Begierden anfachen und sie auf der verschiedenste Weise deutlich und bewußt machen, damit der HERR sie dann zum Guten umbiegen und den Mensachen wiedergebären kann.

Die bösen Geister haben den größten Haß gegen alles Gute und Wahre, das zur Liebe und zum Glauben gegenüber dem HERRN gehört und allein gut und war ist, weil Ihm ewiges Leben innewohnt. Zur Zeit des Kampfes lassen sie dem Menschen keine andere Nahrung, als was den Gräsern, Kräutern und dergleichen verglichen werden kann. Der HERR aber gewährt ihm auch Speise, nämlich Ruhe und Frieden der Seele mit ihren Freuden und Seeligkeiten, eine Speise, die dem samentragenden Kraut und Fruchtbaum verglichen wird und dem Menschen von Zeit zu Zeit zuteil wird. Der Haß der Geisterwelt gegen alles, was beim Menschen zur Liebe und zum Glauben gegenüber dem HERRN gehört, ist derart mörderisch und unbeschreiblich, daß der Mensch auf der Stelle zu Grunde ginge, würde er nicht in jedem einzelnen Augenblick vom HERRN beschützt. Daß sich die Sache ganz gewiß so verhält, kann ich versichern, da ich nun schon eine Reihe von Jahren zugleich im Leibe und bei den Geistern im anderen Leben weilte und von bösen, ja den allerschlimmsten, zuweilen zu Tausenden, umringt war. Sie dürften ihre Gifte gegen mich ausschütten und mich auf alle mögliche Weise anfechten, konnten mir aber nicht ein Haar krümmen, so gut beschützte mich der HERR.

Die Erfahrung so vieler Jahre unterrichtete mich sehr genau über das Wesen der Geisterwelt und auch über den Kampf, den alle notwendigerweise bestehen müssen, die wiedergeboren werden und die Seligkeit des ewigen Lebens erlangen wollen. Niemand aber wird durch eine allgemeine Schilderung ausreichend belehrt, um einen über alle Zweifel erhabenen Glauben zu erlangen. Daher soll unter dem Walten der göttlichen Barmherzigkeit im folgenden von Einzelheiten die Rede sein.



31. Und Gott sah alles, was Er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. Und es war abend und es war Morgen, der sechste Tag.

Hier heißt es zum erstenmal sehr gut, weil jetzt Glaube und Liebe und alles, was ihnen angehört, eins geworden ist. So hat nun Geistiges und Himmlisches eine Ehe gebildet.

Alles, was den Glaubenserkenntnissen angehört, heißt geistig, und alles der Liebe zum HERRN und zum Nächsten angehörende heißt Himmlisch. Dieses bezieht sich auf den Willen, jenes auf den Verstand des Menschen.

Im allgemeinen und besonderen sind bei der Wiedergeburt des Menschen sechst Stufen zu unterscheiden, die sechs Schöpfungstage. Was zuerst nicht Mensch genannt zu werden verdient, wird aus kleinsten Anfängen stufenweise immer mehr, bis zum sechsten Tag, wo es zum Bilde Gottes wird.

Während der ganzen Wiedergeburt kämpft der HERR beständig für den Menschen gegen das Böse und falsche und bestärkt ihn durch diese Kämpfe im Wahren und Guten. Diese Zeitperiode ist die Zeit des Wirkens des HERRN. Deshalb heißt der Wiedergeborene bei den Propheten ein „Werk der Finger Gottes“. Ruhe tritt erst ein, wenn die Liebe die oberste Stelle eingenommen hat. Ist das Werk soweit gediehen und der Glaube mit der Liebe verbunden, so heißt es „sehr gut“, weil dann der Mensch als Ähnlichkeit Gottes allein vom HERRN bewegt wird. Gegen Ende des sechsten Tages weichen die bösen Geister von ihm, und gute treten an ihre Stelle, er wird in den Himmel oder ins himmlische Paradies eingeführt. Davon handelt das 2. Kapitel.

Schlußbemerkungen zum ersten Kapitel

Dies ist nun der innere Sinn des Göttlichen Wortes, sein eigenstes Leben, das freilich aus dem Wortlaut nirgends ersichtlich ist. Aber der Geheimnisse sind so viele, daß viele Bände zu ihrer Erklärung nicht ausreichen würden. Hier ist nur sehr wenig davon und zwar das ausgeführt worden, welches bestätigt, daß es sich um die Wiedergeburt handelt, und daß diese vom Äußeren zum inneren Menschen vor sich geht. So verstehen die Engel das Wort Gottes. Von der buchstäblichen Bedeutung der Bibel wissen sie gar nichts und verstehen nicht ein einziges Wort nach seiner nächst liegenden, irdischen Bedeutung, gar nicht zu reden von den Namen der Länder, Städte, Flüsse und Personen, die in den geschichtlichen und prophetischen Schriften so oft vorkommen. Sie haben bloß von dem eine Vorstellung, was durch diese Wörter und Namen bezeichnet wird. Unter Adam im Paradies beispielsweise verstehen sie die Älteste Kirche, und nicht einmal die Kirche selbst, sondern deren Glauben an den HERRN. Bei Noah denken sie an die Kirche, die bei den Nachkommen verblieb und bis Abrahams Zeit bestand, und Abraham selbst ist für sie keineswegs die geschichtliche Gestalt, sondern der seligmachende Glaube, den er darstellte. So ist für die Engel die Bibel voll geistiger und himmlischer Dinge, wobei sie von Wörtern und Namen ganz absehen.

Als ich einmal in der Bibel las, sprachen einige Engel aus dem ersten Vorhof des Himmels mit mir und sagten, sie verstünden kein Wort, ja keinen Buchstaben darin, sondern nur deren nächstliegenden inwendigeren Sinn. Diesen schilderten sie als so schön, von so harmonischer Ordnung und so anregend für sie, daß sie es als Herrlichkeit bezeichneten.

In der Bibel finden sich im allgemeinen vier verschiedene Stylarten: Erstens die Ausdrucksweise der Menschen der Ältesten Kirche, die an Geistiges und Himmlisches dachten, wenn sie das vorbildliche Irdische und weltliche nannten. Um dieses Geistige und Himmlische lebendiger zu machen, stellten sie es nicht nur durch entsprechende Bilder dar, sondern brachten es auch in die Form gleichsam fortlaufenden Geschichten, an denen sie die größte Freude hatten. Diese Art der Darstellung wird bei David „Rätsel aus der Vorzeit“ genannt (Ps. 78/2), und auf das gleiche beziehen sich die Worte der Weissagung Channas: „Redet hohes, ja Hohes, es gehe Altes aus eurem Munde“ (1. Sam. 2/3). Die Geschichten von der Schöpfung, vom Garten Eden bis zur Zeit Abrahams waren von den Nachfahren der Ältesten Kirche auf Moses gekommen.

Als zweites folgt der geschichtliche Stil, der die Bücher Mose von der zeit Abrahams an, die Bücher Josua, Richter, Samuel und Könige umfaßt. In ihnen verhält sich das Geschichtliche ganz so, wie es im Buchstaben erscheint, doch enthält jede Einzelheit im inneren Sinne etwas ganz anderes. Davon soll vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des HERRN im folgenden der Reihe nach die Rede sein.

Der dritte Stil ist als prophetische zu bezeichnen. Er leitet sich vom stil der Ältesten Kirche her, den man hoch schätzte, hat jedoch nicht die Form fortlaufender Geschichten wie jener, sondern ist abgerissen und kaum je verständlich. Nur im inneren Sinne enthält er die tiefsten Geheimnisse, die in schöner Ordnung verbunden aufeinander folgen und sich beziehen auf den Äußeren und den inneren Menschen, auf die verschiedene Zustände der Kirche, auf den Himmel und im innersten Sinne auf den HERRN.

Der vierte Stil der der Psalmen Davids, er hält die Mitte zwischen dem prophetischen Stil und der Alltagssprache. Unter dem Bilde des Königs David handeln die Psalmen im inneren Sinne vom HERRN.

*





Das zweite Kapitel des Buches Genesis

Der Einblick in die geistige Welt

„Die Göttliche Barmherzigkeit des HERRN hat mir die Gabe verliehen, den inneren Sinn der Heiligen Schrift zu verstehen, der die tiefsten Geheimnisse enthält, die zuvor von niemandem erkannt wurden, und die auch nicht erkannt werden können, solange man nicht um die Verhältnisse im anderen Lehen weiß. Auf diese bezieht sich nämlich der innere Sinn des Wortes größtenteils, auf sie zielt er ab und sie enthält er. Daher darf ich nun eröffnen, was ich während etlicher Jahre im Verkehr mit Geistern und Engeln hörte und sah.

Ich bin mir darüber klar, daß viele einwenden werden, niemand könne mit Geistern und Engeln reden, solange er in seinem Körper lebt, während andere es für Einbildung halten werden oder meinen, ich hätte diese Dinge berichtet, um Glauben zu erhaschen und anderes mehr. Aber dergleichen kümmert mich nicht, denn ich habe gesehen, gehört und gefühlt.“

Der HERR hat den Menschen so geschaffen, daß er schon während seines körperlichen Lebens mit Geistern und Engeln reden könnte, wie das auch in den ältesten Zeiten geschah. Denn der Mensch gehört zu ihnen, ist er doch nichts als ein mit einem stofflichen Körper umkleideter Geist. Im Laufe der Zeit wurde dieser Weg verschlossen, weil die Menschen sind so ins leibliche und Weltliche versenkten, daß sie sich beinahe um nichts anderes mehr kümmerten. Tritt aber das Leibliche, dem der Mensch verhaftet ist, in den Hintergrund, so wird der Weg geöffnet, und der Mensch befindet sich unter Geistern und lebt mit ihnen zusammen.

Der Inhalt des ersten Teiles

Nachdem aus dem toten, das heißt bloß natürlichen der geistige Mensch entstanden ist, wird nun in Vers 1 dargestellt, wie er aus einem geistigen zum himmlischen Menschen wird. In Vers 2 und 3 wird durch den siebenten Tag, an dem der HERR ruht, der himmlische Mensch dargestellt, und was bei diesem Wissen und Vernunft bildet, wird durch Gesträuch und Kraut beschrieben, das aus dem vom Dunst bewässerten Boden hervorsprießt, Vers 5 und 6. Sein Leben wird in Vers 7 bezeichnet durch das Einhauchen der Seele der Leben und seine Einsicht durch den Garten Eden gen Osten. Die Bäume des Gartens, lieblich an­zusehen, sind die Erkenntnisse des Wahren, und die Bäume, gut zur Speise, die Erkenntnisse des Guten, die er empfängt: Die Liebe wird durch den Baum des Lebens, der Glaube durch den Baum der Erkenntnis in Vers 8 und 9 dargestellt.

Der Strom im Garten, der sich in vier Hauptadern teilt, be­zeichnet die Weisheit. Der erste Flußlauf ist das Gute und Wahre, der zweite die Erkenntnis all dessen, was dem Guten und Wahren, der Liebe und dem Glauben des inneren Menschen angehört. Der dritte Strom bedeutet die Vernunft, der vierte das Wissen; Sie sind Teil des Äußeren, des himmlischen Menschen. Alle vier Ströme werden aus dem Hauptstrom, der Weisheit, gespeist, und diese aus der Liebe und dem Glauben an den HERRN, Vers 10-14.

Der himmlische Mensch ist in der Tat ein solcher Garten weil er nicht sich selbst, sondern dem HERRN gehört, darf er zwar die Früchte des Gartens genießen, sie aber nicht besitzen, Vers 15. Es ist ihm auch erlaubt, aufgrund dessen, was er vom HERRN an Erkenntnissen empfängt, innezuwerden was gut und wahr ist, nicht aber soll er aus sich und aus der Welt, das heißt durch Sinnliches und durch natürliches Wissen, in die Geheimnisse des Glaubens einzudringen suchen. Die Folge davon wäre, daß sein Himmlisches stürbe, Vers 16, 17.

Die Auslegung

Dieses Kapitel handelt vom himmlischen Menschen, nachdem das vorige geschildert hat, wie aus dem „toten“ der geistige Mensch gebildet wurde. Weil man aber heutzutage nicht weiß, was der himmlische Mensch ist, auch kaum ahnt, was der geistige und was der „tote“ Mensch ist, so darf ich hier kurz die Unter­schiede anführen.

Erstens: Der tote Mensch erkennt kein anderes Wahres und Gutes an als leibliches und Weltliches, und dieses betet er auch an. Der geistige Mensch erkennt das geistige und himmlische Wahre und Gute an, jedoch wesentlich nicht aus der Liehe sondern aus dem Glauben, der auch sein handeln bestimmt der himmlische Mensch dagegen nimmt das geistige und himmlische Wahre und Gute gläubig auf, er erkennt nur den Glauben an, der in der Liebe wurzelt, und auch handelt aus dieser.

Zweitens: Die Absichten des toten Menschen beziehen sich lediglich auf das körperliche und weltliche Leben. Er nimmt weder wahr, was das ewige Leben, noch was der HERR ist, und wenn er es weiß, so glaubt er es doch nicht. Der geistige Mensch blickt in seinen Zielen auf das ewige Leben und auf diese Weise auch auf den HERRN, der himmlische Mensch dagegen auf den HERRN und von daher auf Sein Reich und das ewige Leben.

Drittens: In inneren Kämpfen unterliegt der tote Mensch bei­nahe immer, und steht er nicht im Kampf, so ist er ein Sklave des Bösen und Falschen, das ihn beherrscht. Äußere Rücksichten halten ihn in Banden: Furcht vor dem Gesetz, vor Verlust des Lebens, des Vermögens, des Profits und des guten Rufes.

Auch der geistige Mensch macht innere Kämpfe durch, doch er bleibt stets siegreich. Innere Bindungen bestimmen sein Handeln: die Bande des Gewissens. Der himmlische Mensch jedoch steht nicht im Kampf, und wenn ihn Böses und Falsches anficht, so achtet er es nicht, darum wird er auch Überwinder genannt. Er ist frei und wird von keinen ersichtlichen Bindungen bestimmt. Die Erkenntnisse des Guten und Wahren, die er innewird, sind seine unsichtbaren Bande.

1. Und es wurden vollendet die Himmel und die Erde und all ihr Heer.

Hierunter ist zu verstehen, daß der Mensch nun geistig geworden ist, und zwar so weit, daß er den Zustand des sechsten Tages erreicht hat. Der Himmel ist sein innerer, die Erde sein äußerer Mensch, all ihr Heer sind Liebe, Glaube und deren Erkenntnisse, die früher durch die großen Lichter und die Sterne bezeichnet wurden. Im vorigen Kapitel wurden Stellen aus dem Wort angeführt, die deutlich machen, daß Himmel und Erde den inneren und den äußeren Menschen bezeichnen. Hier soll noch auf Jesaja 13/12 f und 51/13-16 verwiesen werden, wo es heißt „Du vergaßest Jehovah, der dich gemacht, der die Himmel ausgespannt und die Erde gegründet... und Ich lege Meine Worte in deinen Mund und berge dich im Satten meiner Hand, die Himmel auszuspannen und die Ede zu gründen“. Auf den Menschen sind also Himmel wie Erde be­zogen. Es ist hier zwar von der Ältesten Kirche die Rede, allein im inneren Sinne des Wortes gilt alles, was von der Kirche im allgemeinen gesagt wird auch für jeden einzelnen in der Kirche, denn er könnte kein Teil von ihr sein, bildete er nicht selbst eine Kirche, ebenso wie niemand, der nicht ein Tempel des HERRN ist, das vorstellen kann, was durch den Tempel des HERRN bezeichnet wird, nämlich Kirche und Himmel. Deswegen wird denn auch die Älteste Kirche Mensch in der Einzahl genannt.

Vollendet sind Himmel und Erde und all ihr Heer am sechsten Tage der Menschwerdung, weil dann Glaube und Liebe ver­bunden sind und eins ausmachen, und weil nun anstelle des Glaubens die Liebe die Hauptrolle zu spielen beginnt, das heißt anstelle des Geistigen das Himmlische, und eben dies ist das Kennzeichen des himmlischen Menschen.



2. 3. Und Gott vollendete am siebenten Tage Sein Werk, das Er gemacht, und ruhte am siebenten Tag von all seinem Werk, das Er gemacht. Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil Er an ihm ruhte von all Seinem Werk, das Gott geschaffen und gemacht.

Der siebente Tag nun ist der Himmlische Mensch, und weil der HERR sechs Tage am Menschen wirkte, heißt er Sein Werk. Gott ruhte am siebenten Tag von all seinem Werk, weil nun alle inneren Kämpfe aufgehört haben, und aus diesem Grunde wurde der siebente Tag geheiligt und Sabbat, das heißt Ruhetag, genannt. So ist nun der Mensch geschaffen, ge­bildet und gemacht, wie sich deutlich aus Vers 2 und 3 erkennen läßt.

Diese Geheimnisse waren bisher verhüllt, unter anderem aus dem Grund, weil niemand wußte, was der himmlische, wenige, was der geistige Mensch ist. Diesen setzte man aus Unkenntnis dem himmlischen gleich, während doch ein großer Unterschied besteht. Der siebente Tag oder Sabbat und seine Bedeutung als Gleichnis des himm­lischen Menschen wird auch deutlich in Markus 2/28 „Des Menschen Sohn ist Herr auch des Sabbats“. Dies schießt letztlich in sich, daß der HERR der Mensch und der Sabbat selbst ist. Sein Reich in den Himmeln wie auf den Erden (Swedenborg: „Von den Erdkörpern und ihren Bewohnern“), wird von Ihm Sabbat, ewiger Friede und Ruhe genannt. Die Älteste Kirche, von der hier die Rede ist, war mehr als die späteren Kirchen ein Sabbat des HERRN. Aber auch jede folgende, ganz innerliche Kirche des HERRN ist ein solcher Sabbat, also jeder Wiedergeborene, wenn er den himmlischen Zustand erreicht und so zur Ähnlichkeit des HERRN geworden ist. Sechs Tage des Kampfes oder der Arbeit gehen diesem Zustand voraus. In der Jüdischen Kirche wurde diese Wahrheit durch die Arbeitstage und den siebenten, den Sabbat-Tag, zum Ausdruck gebracht. Alle Einrichtungen jener Kirche waren nämlich Vorbildungen des HERRN und Seines Reiches. Etwas ähnliches bildete auch die Bundeslade vor, wenn sie aufbrach und wenn sie Halt machte. Ihre Züge durch die Wüste stellten Kämpfe und Versuchungen dar, ihr Ruhen am Ort den Stand des Friedens. Daher sprach Moses, wenn die Lade aufbrach „Mache Dich auf, Jehovah, daß Deine Feinde sich zerstreuen und Deine Hasser vor Dir fliehen“. Und wenn sie ruhte, sprach er: „Kehre zurück, Jehovah, zu den Zehntausenden der Tausende Israels!“ (4. Mose 10/35 f). Im gleichen Zusammenhang, Vers 33, heißt es von der Lade, sie sei vom Berge aufgebrochen, um ihnen eine Ruhe­stätte zu erkunden. Jesaja beschreibt die Ruhe des himmlischen Menschen unter dem Bilde des Sabbat Tages: „Wenn du am Sabbat deinen Fuß zurückhältst und nicht deinen Willen tust an Tage meiner Heiligkeit, und wenn du den Sabbat nennest eine Lust dem Heiligen Jehovahs zu Ehren; wenn du ihn ehrst, daß du nicht deine Wege tust und deinem Verlangen nachgehst noch redest eitle Worte: dann wirst du an Jehovah deine Lust haben, und Ich lasse dich einherfahren über die Höhen der Erde und will dich speisen mit dem Erbe Jakobs“ (Jes. 58/13 f). Der himmlische Mensch handelt nicht nach seinem eigenen Verlangen, sondern nach dem Wohlgefallen des HERRN, das zu seinem Verlangen geworden ist. Daher genießt er inneren Frieden und Seligkeit, die in der obigen Stelle zum Ausdruck gebracht werden und durch die Worte „Ich lasse dich einherfahren über die Höhen der Erde“. Zugleich werden ihm aber auch im Äußeren Ruhe und Annehmlichkeiten zuteil, wie bezeichnet wird durch die Worte „Ich will dich speisen mit dem Erbe Jakobs“.

Hier ist zuerst die Rede vom geistigen Menschen, der den Zu­stand des sechsten Tages vollendet hat und nun beginnt himmlisch zu werden: Er ist der Abend des Sabbats und wurde in der Jüdischen Kirche durch die Heiligung des Sabbats vom vorher­gehenden Abend an vorgebildet. Der eigentlich himmlische Mensch, von dem gleich nachher gehandelt wird, ist dagegen der Sabbatmorgen.

Weil die inneren Kämpfe des Menschen in dem Augenblick auf­hören, wo er himmlisch wird, heißt er Sabbat oder Friede. Auch treten nun die bösen Geister zurück, gute Geister und schließlich himmlische Engel kommen herbei; sind diese aber einmal zugegen, so können die bösen Geister niemals mehr er­scheinen, sondern müssen weit entfliehen. Da nicht der Mensch selbst, sondern allein der HERR für den Menschen gekämpft hat, heißt es Gott ruhte am siebenten Tag.

Wenn der geistige Mensch himmlisch wird, so heißt er ein Werk Gottes, weil der HERR allein für ihn gekämpft und ihn geschaffen, gebildet und gemacht hat. Darum heißt es hier, daß Gott am siebenten Tage Sein Werk vollendet, und zweimal, daß Er von all Seinem Werk geruht habe. Bei den Propheten wird der himmlisch gewordene geistige Mensch allenthalben „ein Werk der Hände und Finger Jehovahs“ genannt, beispielsweise bei Jesaja, Kap. 45/11 f, 18, 21, wo der innere Sinn von dem Wiedergeborenen handelt: „So spricht Jehovah, der Heilige Israels und sein Bildner: Zeichen erbittet ihr von Mir über meine Söhne und gebietet Mir über Meiner Hände Werk? Ich habe die Erde gemacht und den Menschen auf ihr geschaffen. Meine Hände haben ausgespannt die Himmel, und all ihrem Heer habe Ich geboten... Denn so spricht Jehovah, der die Himmel hat geschaffen, Er, der Gott, der die Engel gebildet und gemacht, Er, der sie befestigt hat, Er hat sie nicht zur Öde er­schaffen, sondern sie gebildet, daß man auf ihr wohnen sollte... Bin Ich es nicht, Jehovah, und sonst kein Gott außer Mir, ein gerechter Gott und Heiland, es ist keiner außer mir“.

Hieraus ergibt sich, daß die neue Schöpfung oder Wiedergeburt das Werk des HERRN allein ist. Die Worte schaffen, bilden und machen werden mit deutlichen Unterschieden gebraucht, wie an der zuletzt angeführten Jesaja Stelle: „der da schafft die Himmel, bildet die Erde und macht sie“, oder „Jesaja 43/7: „Jeden, der genannt ist nach Meinem Namen, den habe Ich zu Meiner Herrlichkeit geschaffen, ihn gebildet und ihn gemacht“. Im gleichen Sinne werden auch in Genesis 1, diese Worte ge­braucht, ebenso nun hier, Gen. 2/2 f, wenn es heißt, daß Gott von all Seinem Werk ruhte, „das Gott geschaffen und gemacht“. Im inneren Sinn beziehen sich diese Worte stets auf verschiedene Vorstellungen. Dasselbe gilt auch für die Stellen, wo der HERR „Schöpfer“, „Bildner“ oder Macher“ genannt wird.



4. Dies sind die Geburten der Himmel und der Erde, als Er sie schuf, an dem Tage, da Jehovah Gott Erde und Himmel machte.

Die Geburten der Himmel und der Erde sind die Gestalt­werdung des himmlischen Menschen, und es ergibt sich deutlich auch aus den folgenden Einzelheiten, daß nun von seiner Bildung die Rede ist. Es sproßt zum Beispiel noch kein Kraut, und kein Mensch ist da, den Boden zu Bebauen; dann bildet Jehovah Gott den Menschen, darauf alle Tiere und die Vögel des Himmels, von denen doch bereits im vorigen Kapitel die Rede war. Es handelt sich daher hier um einen anderen, den himmlischen Menschen, wie auch noch daraus erhellt, daß nun zum ersten Mal Jehovah Gott genannt wird, während vorher, als vom geistigen Menschen die Rede war, allein Gott in Erscheinung tritt. Ferner wird jetzt von Boden und Feld gesprochen, vorher nur von der Erde. Auch wird in diesem Vers anfangs der Himmel der Erde und danach die Erde dem Himmel vorange­stellt. Und zwar darum, weil die Erde das Äußere, der Himmel aber das Innere des geistigen Menschen bedeutet, in dem die Umbildung bei der Erde, d. h. beim äußeren Menschen, ihren Anfang nimmt. Hier aber handelt es sich um den himmlischen Menschen, und bei ihm liegen die Dinge umgekehrt.

5. 6. Und kein Gesträuch des Feldes war noch auf Erden, und kein Kraut des Feldes sproßte noch, denn Jehovah Gott hatte noch nicht auf Erden regnen lassen, und noch war kein Mensch da, den Boden zu bebauen. Und Er ließ einen Dunst aufsteigen von der Erde und bewässerte alle Angesichte des Bodens.

So lange der Mensch geistig war, bezeichnete die Erde sein Äußeres (gemeint ist die äußere oder untere Region seines Innern, nicht der Körper), nun er himmlisch wird, dient Boden oder auch Feld als Gleichnis dafür. Was dieses Äußere des himmlischen Menschen hervorbringt, wird unter Gesträuche und Kraut des Feldes im allgemeinen verstanden. Regen und Dunst sind die Ruhe des Friedens nach der Beendigung des Kampfes.

Diese tieferen Geheimnisse lassen sich in keiner Weise erfassen, solange man nicht den Zustand des Menschen versteht, der aus einem geistigen ein himmlischer wird. Im geistigen Menschen will das Äußere dem Inneren noch nicht folgen und dienen, darum herrscht noch Kampf, wird er hingegen himmlisch, so folgt und dient das Äußere dem Inneren, der Kampf hört auf und Ruhe tritt ein. Regen und Dunst bilden diese Ruhe vor, die gleich einer feuchten Aus­dünstung vom Inneren her das Äußere des himmlischen Menschen bewässert und durchströmt. Dieser ruhevolle Friede läßt Ge­sträuch und Kraut des Feldes hervorsprießen, wie insbe­sondere die Vernunft  und Wissensdinge himmlisch geistigen Ursprungs genannt werden.

Niemand, der den Zustand des Friedens nicht erfahren hat, kann diesen ruhevollen Frieden verstehen, welcher nach Beendigung des Kampfes, der Beunruhigung durch Begierden und Falsch­heiten, im Äußeren des himmlischen Menschen herrscht; denn dieser Zustand ist so wonnevoll, daß er alle Vorstellungen über­steigt. Nicht allein ist jetzt der Kampf beendet, sondern ein aus tief innerlichem Frieden strömendes Leben regt den äußeren Menschen so an, daß es unbeschreibbar ist. Wahres und Gutes aus Glaube und Liebe werden dann geboren und von der Wonne des Friedens belebt.



7. Und Jehovah Gott bildete den Menschen, Staub vom Boden, und hauchte ihm den Odem der Leben in seine Nase, und der Mensch ward zur lebendigen Seele.

Der Mensch, der jetzt gebildet wird - Staub vom Boden -, ist der äußere Mensch, der bisher noch nicht im eigentlichen Sinn Mensch war, denn in Vers 5 wurde festgestellt, daß „noch kein Mensch da war, den Boden zu bebauen“. Wenn es heißt, Jehovah Gott hauchte ihm den Odem der Leben in seine Nase so bedeutet es, daß ihm das Leben des Glaubens und das Leben der Liebe verliehen wird. Und der Mensch ward zur lebendigen Seele heißt eben, daß nun auch der äußere Mensch Leben hat.

Es handelt sich hier um das Leben des äußeren himmlischen Menschen, um das Leben seiner Liebe oder seines Willens, während in den beiden vorhergehenden Versen vom leben seines Glaubens oder Verstandes die Rede war. Der äußere Mensch war darum solange nicht Mensch, weil er dem inneren nicht folgen und dienen wollte, sondern beständig gegen ihn ankämpfte. Jetzt aber, himmlisch geworden, beginnt er, dem inneren zu folgen und zu dienen und wird so auch zum Men­schen, und zwar durch das Leben des Glaubens und der Liebe; das erstere bereitet ihn vor, das Leben der Liebe macht ihn zum Menschen.

Mit dem Einhauchen in die Nase hat es folgende Bewandtnis: In alten Zeiten und auch in der Bibel verstand man unter Nase alles, was angenehm von Geruch war, der Geruch aber bedeutet das Innewerden. So liest man des öfteren von Jehovah, daß Er den „Geruch der Ruhe gerochen habe von den Brandopfern“ und zwar in Verbindung mit dem, was Ihn und Sein Reich vor­bildet. Ihm ist alles, was Liebe und Glauben angehört, am wohlgefälligsten, darum heißt es, daß Er den Odem der Leben in seine Nase hauchte. Aus dem gleichen Grunde wird auch der Gesalbte Jehovahs, der HERR, ein „Hauch der Nase“ genannt (Klagel. Jer. 4/20). Und der HERR selbst bezeichnete dasselbe durch das Anhauchen der Jünger „Er hauchte sie an und sprach: Nehmet hin den Heiligen Geist!“ (Joh. 20/22).

Eine weitere Ursache dafür, daß das Leben durch das Einhauchen und den Odem beschrieben wird, besteht in folgendem. Von den Menschen der Ältesten Kirche wurden die verschiedenen Zustände der Liebe und des Glaubens wahrgenommen vermittelst der verschiedenen Arten der Atmung, die sich jedoch bei ihren Nachkommen im Laufe der Zeit veränderten. Über dieses Atmen kann noch nicht mehr gesagt werden, weil diese Dinge heut­zutage ganz verborgen sind und auf Erden noch keiner davon Kenntnis hat. Die Uralten wußten wohl darum, ebenfalls wissen es die Menschen im anderen Leben. Daher verglichen sie den Geist oder das Leben dem Winde, ebenso tut es der HERR, wenn Er von der Wiedergeburt des Menschen spricht „Der Wind weht wo er will, und du hörest seine Stimme, weißt aber nicht, woher er kommt oder wohin er geht. Also ist ein jeglicher, der aus dem Geist geboren ist“ (Joh. 3/8).



8. Und Jehovah Gott pflanzte in Eden gen Aufgang einen Garten und setzte darein den Menschen den Er gebildet hatte.

Der Garten bezeichnet die Einsicht, Eden die Liebe, der Aufgang den HERRN, somit der Garten in Eden gen Aufgangs die Einsicht des himmlischen Menschen, die durch die Liebe vom Herrn her in ihn einfließt.

Die Lebensordnung des geistigen Menschen läßt zwar den HERRN durch den Glauben in alles einfließen, was zu seinem Verstand, seiner Vernunft und seinem Wissen gehört, weil aber noch sein äußerer Mensch mit dem inneren kämpft, scheint die Einsicht nicht vom Herrn her einzuströmen, sondern aus seinem eigenen Wissen und seiner eigenen Vernunft zu stammen. Da­gegen ist das Leben oder die Lebensordnung des himmlischen Menschen so geartet, daß der HERR durch die Liebe und den Glauben der Liebe in alles einfließen kann, was mit seinem Verstande, seiner Vernunft und seinem Wissen zusammenhängt. Und weil nun kein Kampf mehr herrscht, so wird der Mensch auch inne, daß es so ist. Auf diese Weise ist die Ordnung wieder hergestellt, die beim geistigen Menschen noch umgekehrt war. Der himmlische Mensch oder seine Ordnung wird ein Garten in Eden gen Aufgang genannt; und dieser von Jehovah Gott gepflanzte Garten ist im höchsten Sinne der HERR selbst. Im innersten und zugleich umfassendsten Sinne ist er das Reich des HERRN und der Himmel, in den der himmlisch gewordene Mensch gesetzt wird, weil er sich nun in einem Zustand be­findet, daß er bei den Engeln im Himmel und gleichsam einer unter ihnen ist. Der Mensch ist nämlich so geschaffen, daß er schon bei Lebzeiten auf Erden zugleich im Himmel sein kann. Ist das der Fall, dann sind alle seine Gedanken und Denkvor­stellungen, ja seine Worte und Taten vom HERRN her offen und für Geistiges und Himmlisches aufgeschlossen, denn das Leben des HERRN ist in ihnen und bewirkt, daß der Mensch ein deutliches Innewerden hat.

Allenthalben erhellt aus dem Wort, daß der HERR selbst der Aufgang ist, so bei Ezechiel „Er führte mich zu dem Tor, einem Tore, das gen Aufgang gerichtet war, und siehe, da kam die Herrlichkeit des Gottes Israel des Wegs von Aufgang her, und Seine Stimme war wie die Stimme vieler Wasser, und die Erde leuchtete von Seiner Herrlichkeit“ (43/1 f). Weil der HERR der Aufgang ist, war es in der vorbildenden Jüdischen Kirche vor der Einrichtung des Tempels ein heiliger Brauch, beim Beten das Angesicht gen Aufgang zu wenden.



9. Und Jehovah Gott ließ aus dem Boden sprossen allerlei Bäume, lieblich anzusehen und gut zur Speise, und den Baum der Leben in der Mitte des Gartens, und den Baum der Er­kenntnis des Guten und Bösen.

Hier bedeuten die Bäume das Innewerden; daß sie Lieblich anzusehen sind, bezeichnet das Innewerden des Wahren, daß sie gut zur Speise sind, das Innewerden des Guten, während der Baum der Leben die Liebe und den daraus entspringenden Glauben darstellt. Der Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen zeigt jenen Glauben an, der aus den Wahrnehmungen der Sinne oder aus der Wissenschaft resultiert.

Da es sich hier um den himmlischen Menschen handelt, bedeuten die Bäume das Innewerden; anders wäre es, wenn vom geistigen Menschen die Rede wäre, denn die Aussage ist abhängig von ihrem Gegenstand.

Der Begriff des Innewerdens ist heutzutage unbekannt. Innewerden ist ein gewisses inneres Gefühl, eine innere Wahrnehmung des Wahren und Guten, ein Gefühl, das allein vom HERRN aus­geht und der Ältesten Kirche sehr wohl bekannt war. Die Engel empfinden es so deutlich, daß sie daraus wissen und erkennen, was wahr und gut ist, was vom HERRN, und was von ihnen selbst herrührt. Ja, sie erkennen daraus auch das Wesen eines jeden, der sich ihnen nähert, und zwar schon aus der Art seines Kommens und aus einer einzigen seiner Ideen. Der geistige Mensch besitzt kein Innewerden, sondern nur ein Gewissen, und der tote Mensch hat nicht einmal das. Die meisten wissen nicht einmal was das Gewissen, geschweige denn, was das Inne­werden ist.

Das Vorzüglichste, das der HERR bei Mensch und Engel besitzt, ist der Wille, in der Bibel „Herz“ genannt. Wenn der Baum der Leben – Liebe und aus ihr entspringender Glaube – in der Mitte des Gartens wächst, so heißt das, daß er im Willen des innern Menschen wurzelt. Niemand kann aber aus sich selbst Gutes tun, daher gehören dieser Wille oder das Herz nicht dem Menschen, auch wenn sie ihm zugeschrieben werden; nur die Begierde, die er – fälschlich – als Willen bezeichnet, ist sein eigen. Weil die Mitte des Gartens, wo der Baum der Leben wächst, diesen Willen darstellt, der Mensch aber nur Be­gierden hat, darum bezeichnet der Baum der Leben auch die Barmherzigkeit des HERRN, der alle Liebe, allen Glauben und damit alles Leben spendet.

Über die folgenden Begriffe wird unten mehr gesagt werden: Baum des Gartens (= Innewerden), Baum der Leben (= Liebe und aus ihr entspringender Glaube) und Baum der Erkenntnis (= Glaube aus Sinnlichem und aus der Wissenschaft).



10. Und ein Strom ging aus von Eden, den Garten zu bewässern, und von da teilte er sich in vier Hauptadern.

Der Strom aus Edens bedeutet die Weisheit aus der Liebe, die durch Eden dargestellt wird, und den Garten bewässern heißt Einsicht verleihen. Die Aufteilung des Stromes in vier Hauptadern ist, wie aus dem folgenden hervorgeht, die Be­schreibung der vier Ströme der Einsicht.

Verglichen die Angehörigen der Ältesten Kirche den Menschen einem Garten, so verglichen sie gleichzeitig auch die Weisheit und was zu ihr gehört den Strömen, ja, man verglich nicht nur, sondern benannte sie so; das entsprach der damaligen Ausdrucks­weise. Auch die Propheten drückten sich so aus, indem sie den Menschen und die Weisheit einmal diesen Dingen verglichen, ein anderes Mal danach benannten. So bei Jesaja „Reichst du dem Hungrigen deine Seele dar und sättigst die Seele des Elenden, so geht dein Licht auf in der Finsternis, und wie Mittagshelle wird deine Dunkelheit. Und führen wird Jehovah dich be­ständig ... und du wirst wie ein bewässerter Garten sein und wie ein Wasserquell, der nie versiegt“ (58/10 f).

Wenn also die Ältesten den Menschen oder – was dasselbe ist – sein Inneres einem Garten verglichen, nannten sie dabei auch die Gewässer und Flüsse, die ihn bewässern sollten, dem darunter verstanden sie alles, was Wachstum bewirkt.

Wie bereits bemerkt, gehören Weisheit und Einsicht allein dem HERRN, obwohl sie sich im Menschen zeigen; dies wird deutlich gesagt in ähnlichen Vorbildungen bei Ezechiel „Und siehe, Wasser kamen hervor unter der Schwelle des Hauses, nach Osten hin; denn des Hauses Vorderseite ist gen Osten... Und Er sprach zu mir: Diese Wasser fließen hinaus zum östlichen Umkreis und laufen hinab in die Steppe und kommen zum Meer; und werden sie ins Meer hinausgeführt, so werden die Wasser geheilt. Und geschehen wird, daß jede lebendige Seele, alles was dort wimmelt, wohin immer das Wasser der Ströme kommt leben wird... Und an dem Fluß steigen auf hüben und drüben an seinem Ufer jeglicher Baum zur Speise. Nicht welkt sein Blatt, und seine Frucht geht nicht zu Ende. Seinen Monaten gemäß treibt er Erstlinge, denn seine Wasser gehen aus vom Heiligtum. Und seine Frucht ist zum Essen und sein Blatt zur Arznei“ (Ez. 47/1, 8, 9, 12). Der HERR ist hier als der Osten (Aufgang) und als das Heiligtum bezeichnet, aus dem die Wasser und Ströme hervorgehen. Ganz ähnlich in der Offenbarung des Johannes „Er zeigte mir einen reinen Strom von Lebenswasser, glänzend wie Kristall, ausgehend vom Throne Gottes und des Lammes. Inmitten ihrer Straße und des Stromes hier und dort der Baum des Lebens, welcher zwölf Früchte trägt, jeden ein­zelnen Monat seine Frucht gebend, und die Blätter des Baumes sind zur Heilung der Völkerschaften (Offenb. 22/1 f).



11. 12. Der Name des ersten ist Pischon, der umfließt das ganze Land Chavillah, wo Gold ist. Und das Gold jenes Landes ist gut. Daselbst findet sich auch Bdellium und der Stein Schoham.

Der erste Strom, Pischon, bedeutet die Einsicht des Glaubens, der aus der Liebe entspringt, das Land Chavillah das Gemüt, während Gold das Gute, Bdellium und Schoham das Wahre bezeichnen. Gold wird zweimal erwähnt, weil es das Gute der Liebe und das Gute des aus der Liebe entspringenden Glaubens darstellt, Bdellium und Schoham – also zweierlei – werden darum genannt, weil das erste auf das Wahre der Liebe und zweite auf das Wahre des aus der Liebe hervor­gehenden Glaubens hinweist so geartet ist der himmlische Mensch.

Wie dies alles sich im inneren Sinn verhält, ist jedoch äußerst schwer darzulegen, weil es heutzutage unbekannt ist. So weiß man weder, was aus Liebe entspringender Glaube, noch was Weisheit und daher rührende Einsicht ist. Äußerliche Menschen kennen kaum etwas anders als den Glauben und die Wissen­schaft, die sie auch als Einsicht und Weisheit bezeichnen; daher wissen sie nicht einmal, was Liebe ist, und vielfach haben sie auch nicht die richtige Vorstellung von Wille und Verstand, und daß beide ein Gemüt bilden. Alles dies ist jedoch aufs genaueste von einander abgegrenzt, und der gesamte Himmel ist vom HERRN nach den unzähligen Unterschieden der Liebe und des Glaubens differenziert geordnet.

Man wisse aber, daß Weisheit allein aus Liebe hervorgehen kann – also aus dem HERRN –, Einsicht allein aus Glauben – also aus dem HERNN –, und dementsprechend auch Gutes nur aus der Liebe und somit aus dem HERRN; auch gibt es keinerlei Wahres, das nicht dem Glauben, also dem HERRN entspränge. Was nicht aus Liebe und Glaube, aus dem HERRN, hervorgeht, mag zwar Weisheit und Einsicht, gut und wahr genannt werden, ist aber unecht.

Es ist üblich im Worte Gottes, daß Gold das Gute der Weisheit heißt oder der Liebe bezeichnet und vorbildet, so alles Gold an der Bundeslade, am Tempel, am goldenen Tisch, an den Leuch­tern, Gefäßen und an den Kleidern Aarons; so heißt es auch bei den Propheten „Durch deine Weisheit und Einsicht hast du dir Reichtum erworben, hast Gold und Silber gesammelt in deine Schatzkammern“ (Ez. 28/4). Hier wird deutlich gesagt, daß aus Weisheit und Einsicht Gold und Silber oder entsprechend Gutes und Wahres entsteht, denn Silber bedeutet hier das Wahre, wie auch das Silber an Bundeslade und Tempel. Bei Jesaja liest man „Die Menge der Kamele wird dich bedecken, die Dromedare von Midian und Epha; sie alle werden aus Scheba kommen, Gold und Weihrauch bringen und das Lob Jehovahs verkünden“ (Jer. 60/6). Auch die Weisen aus dem Morgenlande, die zum Jesuskinde kamen, vor ihm niederfielen und es anbeteten, öffneten ihre Schätze und brachten ihm als Geschenke „Gold, Weihrauch und Myrrhen (Matth. 2/11). Gold bedeutet hier ebenfalls das Gute, während Weihrauch und Myrrhen das Wohlgefällige bezeichnen, das aus Liebe und Glauben entsteht und auch Lob Jehovahs genannt wird. Daher heißt es auch bei David: „Er wird leben, und man wird Ihm von Schebas Golde geben und beständig für Ihn beten, Ihn segnen jeden Tag!“ (Ps. 72/15).

Das Wahre des Glaubens wird im Worte Gottes auch durch kostbare Steine vorgebildet, wie sie zum Beispiel am Brustschild des Gerichts und auf den Schulterstücken von Aharons Ephod befestigt waren. Das Gold, die Hyazinthfarbe, der Purpur, der zweimal gefärbte Scharlach und die Baumwolle des Brustschildes bildeten vor, was der Liebe, die Edelsteine, was dem Glauben angehört, der aus der Liebe entspringt. Die gleiche Bedeutung kommt den beiden „Steinen der Erinnerung“ auf den Schulter­stücken des Ephods zu, die aus Schoham (Onyx) bestanden und in Gold gefaßt waren, 2. Mose 28/9 bis 22. Deutlich wird dies bei Ezechiel gesagt, wo von einem Menschen die Rede ist, der himmlischen Reichtum, Einsicht und Weisheit besitzt „Voller Weisheit warst du und vollkommen an Schönheit. In Eden, im Garten Gottes, warst du. Jeglicher kostbare Stein war deine Bedeckung, Rubin, Topas, Diamant, Tarschisch, Schoham und Jaspis, Saphir, Chrysopras und Smaragd und Gold, das Werk deiner Pauken und deiner Pfeifen war in dir, am Tage, da du geschaffen wardst, wurden sie bereitet. Untadelig warst du in deinen Wegen vom Tage an, da du geschaffen wardst“ (Ez. 28/12, 13, 15). Es könnte jedem klar sein, daß hier die Steine nicht Steine, sondern Himmlisches und Geistiges des Glaubens be­deuten; jeder bildete sogar etwas Wesentliches des Glaubens vor. Wenn die Menschen der Ältesten Kirche von Ländern sprachen, dachten sie dabei an deren geistige Bedeutung. So geht es auch heute noch denen, die sich unter dem Lande Kanaan und dem Berge Zion den Himmel vorstellen. Wenn diese genannt werden, denken sie gar nicht an das Land oder den Berg, sondern nur an deren geistige Bedeutung. Ebenso verhält es sich hier mit dem Lande Chavillah, das auch 1. Mose 25/18 erwähnt wird, wo es von den Söhnen Ismaels heißt, „sie wohnten von Chavillah bis Schur, östlich von Ägypten, wenn man nach Aschur kommt“. Wer in himmlischer Vorstellung lebt, faßt unter Chavillah nichts anderes auf als die Einsicht, und was aus dieser hervorströmt, auch stellt er sich deutlich das Einfließen des Guten der Liebe in das Wahre des Glaubens vor, wenn vom Strome Pischon gesagt wird, daß er das ganze Land Chavillah „umgebe“, oder daß die Steine Schoham auf den Schulterstücken von Aharons Ephod von Gold­fassungen „umgeben“ waren (2. Mose 28/11).



13. Und der Name des zweiten Stromes war Gichon, der umgibt das ganze Land Kusch.

Dieser Strom bedeutet die Erkenntnis all dessen, was Angehör des Guten und Wahren oder der Liebe und des Glaubens ist, das Land Kusch das Gemüt oder das Vermögen, ein Gemüt zu bilden, denn dieses besteht aus Wille und Verstand. Alles was in Zusammenhang mit dem ersten Fluß steht, bezieht sich auf den Willen, der zweite Fluß und sein Zugehöriges auf den Ver­stand, dem die Erkenntnisse des Guten und Wahren eignen.

Das Land Kusch oder Äthiopien hatte ebenfalls einen Überschuß an Gold, Edelsteinen, die wie gesagt das Gute und Wahre bedeuten und was daraus an Wohlgefälligem entsteht, wie Erkenntnisse der Liebe und des Glaubens. Aus den Propheten geht hervor, daß man unter Kusch oder Äthiopien, wie auch unter Scheba ähnliches verstand „Am Morgen wird Er Sein Gericht ans Licht bringen ... Denn dann will Ich den Völkern andere, reine Lippen geben, daß sie alle den Namen Jehovahs anriefen und Ihm dienen mit einer Schulter. Von jenseits der Flüsse Kuschs werden sie Mir Speisopfer dar­bringen“ (Zeph. 3/5, 9, 10).

Die Königin von Scheba, die zu Salomo kam, ihm Rätsel aufgab und Spezereien, Gold und Edelsteine brachte – 1 Kön. 10/1-3 – stellt ähnliches dar, denn jede Einzelheit im geschicht­lichen Teil der Bibel, wie auch in den Propheten, deutet auf Geheimnisse hin, bildet sie vor und enthält sie.



14. Und der Name des dritten Stromes ist Hiddekel der fließt östlich gen Aschzur. Der vierte Strom ist der Phrat.

Der Strom Hiddekel steht für die Vernunft oder den Scharfsinn der Vernunft, und Aschur für das Vernünftige des Gemüts, das zum äußeren Menschen gehört. Wenn es nun heißt, der Strom fließe östlich gen Aschur, so will das sagen, daß der Scharfsinn der Vernunft vom HERRN her durch den inneren Menschen in das Vernünftige des Gemüts im äußeren Menschen einfließe. Der Phrath oder Euphrat bezeichnet die Wissenschaft, die das Letzte oder die Grenze bildet.

Aus den Propheten geht deutlich hervor, daß Aschur das Vernünftige des Gemüts oder das Vernünftige des Menschen be­zeichnet, so aus Ezechiel: „Siehe, Aschur war eine Zeder auf dem Libanon, schön von Asten und schattigem Laubwerk und hoch von Wuchs, und zwischen dichten Zweigen war sein Wipfel. Wasser machten sie groß, die Fluten ließen sie hoch wachsen; sie ließen ihre Ströme fließen rings um ihren Standort“ (Ez. 31/3 f) Das Vernünftige wird hier „eine Zeder auf dem Libanon“ genannt, während die dichten Zweige auf das Gedächtnis Wissen deuten. Die Bedeutung Aschurs wird noch deutlicher bei Jesaja „An jenem Tage wird eine Straße von Ägypten nach Aschur führen, und Aschur nach Ägypten und Ägypten nach Aschur kommen, und die Ägypter werden Aschur dienen. An jenem Tage wird Israel der dritte sein für Ägypten und für Aschur, ein Segen inmitten des Landes, das segnen wird Jehovah Zebaoth, in dem er spricht „Gesegnet sei Mein Volk Ägypten und Aschur, Meiner Hände Werk, und Israel, Mein Erbe“ (Jes. 19/23 f). Ägypten bezeichnet an dieser und an anderen Stellen des öfteren die Wissenschaft, Aschur die Vernunft und Israel die Einsicht.

Aus folgenden Worten bei Micha und auch aus anderen Stellen in den Propheten ergibt sich, daß wie Ägypten so auch der Euphrat die Wissenschaften oder das Wissen aber auch die sinn­lichen Erfahrungen bezeichnet, aus denen das Wissen sich bildet „Es sprach die Feindin: Wo ist Jehovah, dein Gott? Der Tag ist da, deine Mauern zu bauen ... an jenem Tage kommt man bis zu dir von Aschur und Ägyptens Stätten, und von Ägypten bis zum Euphrath-Strom“ (Mi. 7/10 ff). So redete man von der Ankunft des HERRN, der den Menschen wiedergebären sollte, um ihn dem himmlischen Menschen ähnlich zu machen. Bei Jeremia heißt es „Und nun, was frommt dir der Weg nach Ägypten, um die Wasser Schichors zu trinken? Und was frommt dir der Weg nach Aschur, um die Wasser des Euphrat zu trinken?“ (Jer. 2/18). Hier stehen Ägypten und der Euphrat ebenfalls für das Wissen, Aschur für die Schlußfolgerungen, die sich daraus ergehen. Bei David „Einen Weinstock hast du aus Ägypten hervorgehen lassen, hast vertrieben die Völkerschaften und ihn gepflanzt ... Du hast seine Ranken bis ans Meer gehen lassen und seine Schößlinge bis an den Euphrath-Strom“ (Ps. 80/9, 12). Auch hier bezeichnet der Euphrat das Sinnliche und das Wissen, denn er bildete die Grenze gegen Aschur, an der die Herrschaft Israels endete, so wie das Gedächtniswissen die Grenz­linie um die Einsicht und Weisheit des geistigen und himmlischen Menschen zieht. Auch die beiden dem Abraham genannten Grenzen meinen dasselbe „Deinem Samen will ich dieses Land geben vom Strome Ägyptens bis zu dem großen Strome, dem Strome Euphrath“ (1. Mose 15/18).

Aus diesen Strömen wird die Art der himmlischen Ordnung ersichtlich, oder wie sich das Leben (im Menschen) ausbreitet, nämlich ausgehet vom HERRN – dem Aufgang – in die Weisheit, von da in die Einsicht, und von der Einsicht in die Vernunft, die schließlich das Wissen des Gedächtnisses lebendig werden läßt. Dies ist die Ordnung des Lebens, und in ihr be­finden sich die himmlischen Menschen. Und weil die Ältesten in Israel die himmlischen Menschen vorbildeten, werden sie weise, einsichtsvoll und wissend genannt: „Bringet weise, ver­ständige und einsichtige Männer her aus jedem eurer Stämme; die will ich an eure Spitze stellen“ (5. Mose 1/13 f). Ebenso wird von Bezaleel, der die Bundeslade anfertigte, gesagt: „Und Ich habe ihn erfüllt mit dem Geiste Gottes, mit Weisheit und mit Einsicht und mit Erkenntnis zu allerlei Werk“ (2. Mose 31/3 u. Parallelstellen).



15. Und Jehovah Gott nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, ihn zu bebauen und zu hüten.

Der Garten Eden bezeichnet, wie bereits ausgeführt, alles zum himmlischen Menschen gehörende, und ihn bebauen und hüten, daß der Mensch dies alles auch genießen dürfe, jedoch ohne es als das Seinige zu besitzen; denn es gehört dem HERRN.

Der himmlische Mensch erkennt an, daß alles und jedes dem HERRN gehört, weil er es inne wird, der geistige Mensch hin­gegen, weil er es aus der Bibel weiß, also auf eine äußerliche Weise. Der weltliche und fleischliche Mensch aber erkennt es nicht an und gibt es auch nicht zu, sondern hält alles bei sich für sein Eigentum und meint, mit dessen Verlust sei es ganz und gar um ihn geschehen.

Aus der Lehre des HERRN ergibt sich mit aller Klarheit, daß Weisheit, Einsicht, Vernunft und Wissenschaft nicht des Men­schen, sondern des HERRN sind. So vergleicht sich der HERR bei Matth. 21/33 einem Hausvater, der einen Weinberg pflanzte, einen Zaun um ihn zog und ihn an die Landleute verpachtete. Bei Johannes aber sagt der HERR „Der Geist der Wahrheit wird euch in alle Wahrheit leiten, denn er wird nicht von sich selber reden, sondern was er hören wird, wird er reden, und was da kommen wird, wird er euch ansagen. Derselbige wird Mich verherrlichen, denn von dem Meinigen wird er nehmen und es euch verkündigen“ (Joh.16/13 f). Ebenfalls bei Johannes: „Der Mensch kann nichts nehmen, es werde ihm denn aus dem Himmel gegeben“ (Joh. 3/72). Wem auch nur ein geringer Einblick in die himmlischen Geheimnisse gewährt wird, der weiß, daß es sich wirklich so verhält.



16. Und Jehovah Gott gebot dem Menschen und sprach: Von jeglichem Baume im Garten darfst du essen.

Wie schon gesagt, wird das Innewerden durch den Baum bezeichnet, daher bedeutet von jeglichem Baume essen, aus dem Innewerden erkennen und wissen, was gut und wahr ist. Die Menschen der Ältesten Kirche empfingen die Erkenntnisse des wahren Glaubens durch Offenbarungen, denn sie redeten mit dem HERRN und den Engeln und wurden auch durch Gesichte und Träume belehrt, die höchst wonnevoll und paradiesisch waren. Ein unausgesetztes Innewerden strömte vom HERRN her in sie ein und ließ sie sogleich erkennen, ob die Gedanken, die aus ihrem Gedächtnis aufstiegen, wahr oder gut seien. Dieses Innewerden war so stark, daß sie vor dem Falschen, das ihnen begegnete, nicht nur Widerwillen, sondern sogar Schauder empfanden. Dieser Art ist auch der Zustand der Engel. Später trat an Stelle dieses Innewerdens der Ältesten Kirche die Er­kenntnis des Wahren und Guten aus dem früher Geoffenbarten, und in noch späterer Zeit die Erkenntnis aus der geschriebenen Offenbarung der Bibel.



17. Aber vom Baume der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen, weil du an dem Tage, da du von ihm issest, des Todes sterben wirst.

Wie das Vorhergehende bedeuten auch diese Worte, daß der Mensch aus allem, was er vom HERRN her inne wird, wissen darf, was gut und wahr ist, nicht aber aus sich selbst und aus weltlichen Gesichtspunkten. Das heißt, er soll die Geheimnisse des Glaubens nicht mittels seiner Sinne und seines äußerlichen Wissens zu erforschen suchen; denn dadurch stirbt sein Himmlisches.

Die Ursache für den Fall der Ältesten Kirche, das heißt – wie sich im folgenden Kapitel zeigen wird – eigentlich ihrer Nach­kommenschaft, war eben dieses Eindringen der Menschen durch ihre Sinne und mit ihrem äußerlichen Wissen in die Geheimnisse des Glaubens. Und darin liegt die Ursache nicht nur für den Fall dieser, sondern für den Fall einer jeden Kirche; denn daraus entstehen nicht allein Falschheiten, sondern von daher rührt auch das Böse des Lebens.

Der weltliche und fleischliche Mensch spricht in seinem Herzen „Wenn mich nicht sinnliche Wahrnehmung und die Wissenschaft über den Glauben und was dazu gehört so belehren, daß ich es sehe und verstehe, so werde ich nicht glauben“. Diese Haltung begründet er damit, daß das Natürliche dem Geiste nicht ent­gegengesetzt sein könne, und deshalb will er aus sinnlich Wahr­nehmbarem über das Himmlische belehrt werden. Das ist aber ebenso unmöglich, wie es einem Kamel unmöglich ist, durch ein Nadelohr zu gehen. Je mehr der Mensch aus Sinnlichem weise sein will, desto mehr verblendet er sich. Zuletzt glaubt er gar nichts mehr, nicht einmal, daß es etwas Geistiges und ein ewiges Leben gibt, und das folgt aus diesem obersten Grundsatz, den er angenommen hat. Das heißt Essen vom Baume der Erkenntnis des Guten und Bösen. Je mehr er von diesem Baume ißt, desto lebloser wird er. Wer hingegen nicht aus Weltlichem, sondern aus dem HERRN weise sein will, sagt sich in seinem Herzen „Man muß dem HERRN, das heißt Seinem Wort in der Heiligen Schrift glauben, weil es wahr ist“. Solch ein Mensch sucht seinen Glauben durch Vernunft, Wissenschaft, sinnlich Wahrnehmbares und Natürliches zu begründen, und das nicht Bescheinigende scheidet er aus.

Wie jedem bekannt sein könnte, wird der Mensch von einmal angenommenen Grundsätzen geleitet, und seien diese noch so falsch. Aus all seinem Wissen und Folgern strömt Unzähliges zusammen, was seine Grundsätze begünstigt, und so begründet er sich im Falschen. Wer es sich zum Grundsatz gemacht hat, an gar nichts zu glauben, ehe er es sieht und versteht, kann daher überhaupt nicht glauben, denn das Geistige und Himm­lische sieht er nun einmal weder mit den Augen, noch erfaßt er es mit der Phantasie. Die wahre Ordnung aber besteht darin, daß man Weisheit aus dem HERRN, nämlich aus Seinem Worte schöpfe, dann gelingt alles, und man wird auch in Fragen der Vernunft und Wissenschaft erleuchtet. Es ist jedoch durchaus nicht untersagt, sich mit den Wissenschaften zu befassen, weil sie im Leben nützlich und angenehm sind. Und wer im Glauben steht, dem ist es nicht verwehrt, wie weltliche Gelehrte zu denken und zu reden, vorausgesetzt, daß ihn als oberster Grundsatz der Glaube an das Wort des HERRN leite. Dann wird er soweit als möglich die geistigen und himmlischen Wahrheiten durch die natürlichen Wahrheiten zu belegen trachten, mit Formulierungen, die der gebildeten Welt vertraut sind. Darum soll der oberste Grundsatz aus dem HERRN abgeleitet werden und nicht aus dem Eigenen. Das eine bedeutet Leben, das andere aber Tod.

Wer aus der Welt heraus Weisheit gewinnen will, dessen Garten besteht in Sinnlichem und in äußerem Wissen, sein Eden in Selbst- und Weltliebe, und sein Aufgang ist recht eigentlich ein Niedergang, sein Ich; sein Euphrathstrom ist all sein äußerliches Wissen, das verdammt ist. Der gen Aschur fließende Strom ist bei ihm unsinniges Vernünfteln mit samt den daraus hervorgehenden Falschheiten, und der Strom, der das ganze Land Kusch umgibt, bezeichnet die daraus ent­springenden Grundsätze des Bösen und Falschen, die seine Glaubenserkenntnisse sind; Pischon aber stellt seine daraus abgeleitete Weisheit dar, eine Weisheit, die im Worte Magie genannt wird. Daher bezeichnet Ägypten, welches das magisch gewordene Wissen bedeutet, eine solche (pervertierte) Weisheit, und zwar – wie die Bibel des öfteren sagt – darum, weil der Ägypter aus sich selbst weise sein will.

Der Inhalt des zweiten Teiles

Die Verse 18 bis 25 handeln von der Nachkommenschaft der Ältesten Kirche, welche danach trachtete, ein Eigenes (d.h. Eigen­ständigkeit) zu besitzen. Denn wie der Mensch ist, nicht zu­frieden damit vom HERRN geführt zu werden, begehrt er danach, sich von seinem Ich und der Welt, von seinem Eigenen leiten zu lassen; darum wird hier in Vers 18 von dem Eigenen gehandelt, das ihm zugelassen wurde.

Zuerst darf er all die Neigungen zum Guten und die Erkennt­nisse des Wahren deutlich erkennen, die ihm vom HERRN geschenkt worden waren; dennoch strebt er nach Eigenem Vers 19, 20.

So wird er in den Zustand des Eigenen versetzt und ihm ein Eigenes gegeben, das durch die zu einem Weibe gebaute Rippe beschrieben wird Vers 21 bis 23.

Himmlisches und geistiges Leben werden sodann seinem Eigenen beigefügt, daß sie gleichsam als Eins erscheinen Vers 24.

Vers 25 handelt davon, wie der HERR dem Eigenen Unschuld einpflanzt, damit es nicht durch und durch mißfällig sein möge.

Die Auslegung

Die drei ersten Kapitel der Genesis sprechen im allgemeinen von der Ältesten Kirche, die Mensch (hebr. Adam) genannt wird, und zwar von ihrer Frühzeit bis zu ihrem Ende, ihrem Unter­gang. In dem bereits behandelten Teil dieses Kapitels wird sie in ihrem blühendsten Zustande geschildert, als sie ein himm­lischer Mensch war, im folgenden nun ist von ihren Nachkommen die Rede, die nach Eigenem strebten.



18. Und Jehovah Gott sprach: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei, Ich will ihm eine Hilfe schaffen, gleichsam bei ihm.

Allein sein bezeichnet, daß er nicht zufrieden damit war, vom HERRN geführt zu werden, sondern danach begehrte, sich von seinem Selbst und der Welt leiten zu lassen. Die Hilfe, gleich­sam bei ihm bedeutet das Eigene, das im folgenden auch zu einem Weibe gebaute Rippe genannt wird. In alten Zeiten hieß man jene Menschen allein wohnend, die vom HERRN geleitet wurden, wie die himmlischen Menschen, weil das Böse und die bösen Geister sie nicht mehr anfochten. In der Jüdischen Kirche wurde dieser Zustand dadurch vorge­bildet, daß das Volk nach der Vertreibung der Heiden allein im Lande wohnte; so heißt es in der Bibel mehr als einmal von der Kirche des HERRN, sie sei allein „So wohnte Israel in Sicherheit, allein, an Jakobs Quell“ (5. Mose 33/28). Noch deutlicher wird es in der Weissagung Bileams „Siehe, ein Volk, das allein wohnt, und nicht unter die Völkerschaften gerechnet wird“ (4. Mose 23/9); die Völkerschaften stehen hier für das Böse. Die Nachkommenschaft der Ältesten Kirche aber wollte nicht allein wohnen, d. h. kein himmlischer Mensch sein oder wie ein himmlischer Mensch vom HERRN geleitet werden, sondern wollte unter die Völkerschaften gezählt werden wie die Jüdische Kirche.1 Weil sie dieses Begehren hegten, heißt es auch: es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei; denn wer begehrt, befindet sich bereits im Bösen, und es wird ihm zuge­lassen.

1) Swedenborg unterscheidet bis zur Fleischwerdung des Logos drei „Kirchen“ das heißt drei religionsgeschichtliche Zeitalter: die Älteste oder Adamitische Kirche, deren letzte Ausläufer in der Sintflut untergingen, die Alte oder Noachitische Kirche, die in allen Ländern rings ums Mittelmeer verbreitet schließlich von der Jüdischen Kirche abgelöst wurde. Näheres über Swedenborgs religionsgeschichtliche Thesen findet sich in dem Werk „Leben und Lehre Emanuel Swedenborgs“. - Die jüdischen Propheten hatten ständig mit der Neigung ihres Volkes zu kämpfen, „unter die anderen Völkerschaften gezählt zu werden“, ihre verführerischen Kulte mitzumachen und das gleiche politische Spiel zu spielen.

Die Hilfe, gleichsam bei ihm bezeichnet das Eigene, wie sich aus der Natur des Eigenen und auch aus dem folgenden ergibt. Weil aber der Mensch dieser Kirche, von der jetzt die Rede ist, von angeborener guter Anlage war, wurde ihm ein Eigenes zu­gelassen, jedoch eines, das ihm als das seinige erschien, daher der Ausdruck Hilfe gleichsam bei ihm.

Unzähliges könnte über das Eigene gesagt werden, wie es sich beim fleischlichen und weltlichen, wie beim geistigen und himm­lischen Menschen verhält. Dem fleischlichen und weltlichen Menschen bedeutet das Eigene sein Ein und Alles, er kennt nichts anderes, und ginge es ihm verloren, so würde er meinen, zu Grunde zu gehen. Ähnlich erscheint auch dem geistigen Menschen das Eigene, denn obwohl er weiß, daß der HERR das Leben Aller ist und ihnen Weisheit und Einsicht, folglich auch Denken und Handeln verleiht, und dies stets sagt, glaubt er es doch nicht wirklich.

Der himmlische Mensch hingegen erkennt aus dem Innewerden an, daß der HERR das Leben Aller ist und Denken und Handeln verleiht, und er begehrt niemals ein Eigenes. Dennoch wird ihm vom HERRN ein solches geschenkt, ein Eigenes, das mit jeglichem Innewerden des Guten und Wahren und mit aller Seligkeit verbunden ist. Die Engel befinden sich in diesem Zustand und sind eben dann im höchsten Maß von Ruhe und Frieden. Denn in ihrem Eigenen ist, was des HERRN ist, der darin herrscht oder sie durch dasselbe lenkt. Dieses Eigene ist recht eigentlich das Himmlische, hingegen ist das Eigene des fleischlichen Menschen höllisch; doch darüber mehr im folgenden.



19. 20. Und Jehovah Gott bildete aus dem Boden alle Tiere des Feldes und alle Vögel der Himmel und brachte sie zum Menschen, um zu sehen, wie er sie nennen würde, und so wie der Mensch sie nannte, die lebendige Seele, so war ihr Name. Und der Mensch nannte mit Namen alle Tiere und die Vögel der Himmel und alles Wild des Feldes, aber dem Menschen fand er keine Hilfe, gleichsam bei ihm.

Die Tiere bezeichnen die himmlischen Neigungen, die dem Willen angehören, und die Vögel der Himmel die geistigen Neigungen, die dem Verstand zugeordnet sind. Zum Menschen bringen, um zu sehen, wie er sie nennen würde bedeutet, daß ihm die Wahrnehmung ihrer Beschaffenheit verliehen wird. Und er nannte mit Namen heißt, daß er diese Beschaffenheit erkannte. Aber obwohl er nun die ihm vom HERRN geschenkten Neigungen zum Guten und die Erkenntnisse des Wahren in ihrem Wesen erfuhr, strebte er doch nach Eigenem. Was ebenso wie vorher dadurch ausgedrückt wird, daß es heißt dem Men­schen fand er keine Hilfe, gleichsam bei ihm.

Es mag heutzutage befremden, daß in alten Zeiten Tiere und lebendige Wesen die Triebe und dergleichen beim Menschen darstellten. Da aber die Menschen damals in himmlischen Vorstellungen lebten, und da auch in der Geisterwelt die Neigungen durch lebendige Wesen, die ihnen ähneln, vorgebildet werden, so dachten die damaligen Menschen an nichts anderes, wenn sie von Tieren sprachen. Auch die Bibel versteht nichts anderes darunter, wenn im allgemeinen oder im besonderen die Rede von Tieren ist; das ganze prophetische Wort ist voll davon. Wer also nicht die besondere Bedeutung eines jeden Tieres kennt, kann niemals verstehen, was das Wort Gottes im inneren Sinn enthält. Es gibt aber, wie schon oben bemerkt, zweierlei Arten von Tieren böse, weil schädliche, und gute, unschädliche. Die guten, wie Schafe, Lämmer und Tauben, bezeichnen die guten Neigungen, wie auch hier, weil vom himmlischen oder himmlisch geistigen Menschen die Rede ist.

Man muß wissen, daß die Alten unter dem Namen nichts anderes als das Wesen einer Sache verstanden und unter dem „Sehen und mit Namen nennen“ das Erkennen ihrer Beschaffenheit. Der Grund dafür liegt darin, daß sie ihre Söhne und Töchter nach dem benannten, was durch sie bezeichnet werden sollte; denn jedem Namen eignet etwas Besonderes, auf Grund dessen man ihren Ursprung und ihr Wesen ersah – (Man denke an die Namen der 12 Söhne Jakobs. Auch der Name Jesus, hebr. von Jehoschua = Jehova ist Retter, ist tief bedeutsam.). Da nun im Namen Ursprung und Beschaffenheit der Namensträger lagen, so ver­standen sie unter dem Benennen nichts anderes. Diese Aus­drucksweise war bei ihnen heimisch. Wer sie nicht versteht, wird sich über ihre Bedeutung wundern.

Auch im Worte Gottes wird durch die Namen das Wesen einer Sache dargestellt und durch sehen und mit Namen nennen das Wissen um deren Beschaffenheit, wie bei Jesaja „Ich will dir verborgene Schätze geben und versteckte Reichtümer, damit du erkennst, daß Ich es bin, Jehovah, der dich bei deinem Namen gerufen, der Gott Israels. Um Meines Knechtes Jakob, um Israels, Meines Erwählten willen, habe Ich dich bei deinem Namen gerufen, dir einen Ehrennamen gegeben, ohne daß du Mich kanntest“ (Jes. 45/3 f).

„Du hast wenige Namen in Sardes, die ihre Kleider nicht befleckten ... Wer überwindet, soll mit weißen Kleidern angetan werden, und Ich werde seinen Namen nicht auslöschen aus dem Buche des Lebens und werde seinen Namen bekennen vor Meinem Vater und Seinen Engeln“ (Offb. Joh. 3/4 f). „Deren Namen nicht geschrieben sind im Lebensbuche des Lammes“ (Offb. Joh. 13/8). An diesen Stellen werden unter Namen gar nicht Namen verstanden, sondern die Beschaffenheit ihrer Träger; auch kennt man im Himmel niemanden nach seinem Namen, sondern nur nach seinem Wesen.

Aus all dem kann man nun den Zusammenhang der angedeuteten Dinge ersehen. In Vers 18 wurde gesagt Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei, Ich will ihm eine Hilfe schaffen, gleichsam bei ihm. Gleich darauf aber wird von Tieren und Vögeln ge­handelt, von denen doch schon früher die Rede war, und un­mittelbar anschließend heißt es, daß Er dem Menschen keine Hilfe fand, gleichsam bei ihm. Offenbar strebte der Mensch, auch nachdem er erfahren durfte, wie er hinsichtlich seiner Neigungen zum Guten und seiner Erkenntnisse des Wahren beschaffen war, weiterhin nach Eigenem; denn jene, die einmal ein Eigenes begehren, beginnen alles, was des HERRN ist, zu verachten, wie es ihnen auch vorgestellt und gezeigt werden möge.



21. Und Jehovah Gott ließ einen tiefen Schlaf auf den Menschen fallen und er schlief ein. Und Er nahm eine von seinen Rippen und schloß Fleisch zu an ihrer Stelle.

Unter der Rippe, einem Knochen der Brust also, wird das Eigene des Menschen verstanden, das wenig Leben enthält, ihm aber lieb ist. Das Fleisch anstelle der Rippe bedeutet ein Eigenes, das Leben enthält, und der tiefe Schlaf jenen Zustand, in den Gott den Menschen versetzte, damit es ihm schiene, als ob er Eigenes besitze. Dieser Zustand ähnelt nämlich dem Zustand des Schlafes, weil der Mensch dann nichts anderes weiß, als daß er aus sich selbst lebe, denke, rede und handle. Beginnt er aber zu verstehen, wie falsch das ist, erwacht er gleichsam vom Schlaf und wird ein Wachender.

Der Grund, weshalb das Eigene des Menschen, das ihm lieb ist, Rippe genannt wird, liegt darin, daß bei den ältesten Menschen die Brust die tätige Liebe bezeichnete, weil sie das Herz und die Lungenflügel enthält. Die Knochen bedeuteten etwas Ge­ringeres, da sie am wenigsten Leben besitzen, Fleisch aber stellt dar, was etwas Leben hat. Die Ursache für diese Bezeichnungen ist sehr geheimnisvoll, war aber den ältesten Menschen bekannt. Aus göttlicher Barmherzigkeit davon mehr im folgenden.

Auch in der Bibel bezeichnen die Gebeine das Eigene, und zwar, wie sich häufig aus dem Zusammenhang ergibt, das vom HERRN belebte Eigene. Das Eigene des Menschen erscheint, wenn es vom Himmel aus betrachtet wird, geradezu als ein un­beseeltes und höchst mißgestaltetes Knochengerippe, das an sich tot ist. Wird es aber vom HERRN belebt, so erscheint dieses Gerippe wie mit Fleisch umgeben. Das Eigene des Menschen ist nämlich nichts als etwas Totes, obwohl es dem Menschen als etwas Bedeutendes, ja als alles erscheint. Was auch immer bei ihm lebt, hat seinen Ursprung im Leben des HERRN; zöge sich dieses zurück, so fiele der Mensch augenblicklich tot hin, nicht anders als ein Stein. Denn der Mensch ist ein bloßes Organ des Lebens, aber wie das Organ, so ist auch der damit aufge­nommene Lebenstrieb beschaffen. Der HERR allein hat wirklich ein Eigenes. Aus seinem Eigenen hat Er den Menschen erlöst, aus Seinem Eigenen macht Er ihn selig. Das Eigene des HERRN ist das Leben, aus Seinem Eigenen belebt Er das Eigene des Menschen, das an sich tot ist. Des HERRN Eigenes wird auch durch Seine Worte bei Lukas bezeichnet: „Ein Geist hat nicht Fleisch noch Bein, wie ihr sehet, daß ich habe“ (Luk. 24/39 f). Es wird auch dadurch angedeutet, daß die Gebeine des Passah­tieres nicht zerbrochen werden sollten, 2. Mose 12/46.

Der Zustand des Menschen, der sich in seinem Eigenen befindet oder aus sich zu leben vermeint, wurde mit dem tiefen Schlaf verglichen, ja von den Alten geradezu so genannt. Im Worte Gottes wird dieser Zustand gekennzeichnet durch Ausdrücke, wie „sie werden übergossen mit dem Geiste tiefen Schlafes“, „sie versinken in Schlaf“. Daß das Eigene des Menschen an sich tot ist und niemand Leben aus sich hat, wurde in der Geisterwelt sogar auf folgende Weise gezeigt: Böse Geister, die allein das Eigene liebten und hartnäckig darauf bestanden, aus sich zu leben, wurden durch lebendige Erfahrung überführt und ge­standen schließlich, daß sie nicht aus sich leben. Seit einigen Jahren schon wurde mir vor anderen die Erfahrung geschenkt, wie es sich mit dem Eigenen des Menschen verhält, nämlich daß ich gar nichts aus mir selber dachte, und ich durfte deutlich innewerden, daß jede Denkvorstellung in mich einfloß, ja zuweilen auch, wie und woher sie einfloß. Daher befindet sich der Mensch im Irrtum, wenn er meint, er lebe aus sich selbst. Und weil er aus sich zu leben glaubt, eignet er sich alles Böse und Falsche an, was er niemals tun würde, glaubte er der Wahrheit entsprechend.



22. Und Jehovah baute die Rippe die Er vom Menschen genommen hatte, zu einem Weibe, und brachte sie zu dem Menschen.

Bauen bezeichnet aufrichten, was gefallen ist, und die Rippe das unbelebte Eigene, dagegen das Weib das vom HERRN belebte Eigene, während zum Menschen bringen heißt, daß ihm ein Eigenes verliehen worden sei. Die Nachkommenschaft der Ältesten Kirche wollte nicht wie ihre Vorfahren ein himm­lischer Mensch sein, sondern sich selbst führen, strebte also nach Eigenem, daher es ihr auch zugelassen, jedoch vom HERRN belebt wurde und Weib und später Gattin heißt.

Wer nur ein wenig aufmerkt, kann sich denken, daß aus der Rippe eines Mannes kein Weib gebildet werden konnte, und daß hierin tiefere Geheimnisse verborgen sind, als bisher irgend einem Menschen bekannt waren. Weil es das Weib ist, welches verführt wurde, so könnte man wissen, daß es das Eigene dar­stellt, denn nichts verführt je den Menschen, als das Eigene oder seine Selbst  und Weltliebe.

Es heißt, die Rippe sei zu einem Weibe gebaut worden, nicht aber, daß das Weib geschaffen, gebildet oder gemacht worden sei, wie früher, als von der Wiedergeburt gesprochen wurde. Die Ursache liegt darin, daß bauen bedeutet, aufrichten, was gefallen ist. Die Bibel spricht vom „Bauen“ ebenso in bezug auf das Böse, vom Aufrichten des Falschen und vom Erneuern in bezug auf beides: „Sie werden bauen die Wüsten der Urzeit, aufrichten die alten Einöden und erneuern die öden Städte, die Verwüstungen von Geschlecht zu Geschlecht“ (Jes. 61/4). Hier und anderwärts stehen Wüsten für Böses, Einöden für Falsches, auf diese wird das Wort „aufrichten“ und auf jene das Wort „bauen“ angewandt, wie auch an anderen Stellen bei den Propheten; das wird genau eingehalten. „Ich will dich noch bauen, daß du gebaut seiest, Jungfrau Israel“ (Jer. 31/4).

Es gibt gar kein Böses und Falsches, das nicht Eigenes wäre oder von Eigenem stammte; denn das Eigene des Menschen ist das Böse selbst. Daher ist auch der Mensch an sich nichts als Böses und Falsches. Dies wurde mir zur Gewißheit, weil Eigenes, in der

Geisterwelt sichtbar dargestellt, derart häßlich erscheint, daß man sich überhaupt nichts Häßlicheres ausmalen könnte. Dabei wird es, je nach seiner Natur, verschieden dargestellt, so daß jeder, dem sein Eigenes gezeigt wird, vor sich selbst zurückschaudert und wie vor einem Teufel fliehen will. Dagegen er­scheint Eigenes, das vom HERRN belebt ist, schön und lieblich und in verschiedener Gestalt, je nach dem Leben, welchem das Himmlische des HERRN sich verbinden kann. Wie Knaben und Mädchen von lieblichstem Antlitz zeigen sich jene, die mit der Neigung zu tätiger Liebe begabt oder belebt wurden. Unschuld erscheint im Bilde nackter Kinder, die, Brust und Haupt auf ver­schiedene Weise mit Blumenkränzen und Diademen geschmückt, im Diamantenschimmer leben und spielen aus einem innersten Wonnegefühl heraus.

Die Worte „Jehovah Gott baute die Rippe ... zu einem Weibe“ enthalten im Innersten mehr Geheimnisse, als jemand aus dem Buchstaben je schließen könnte, denn Gottes Wort spricht in seinem Innersten vom HERRN selbst und von Seinem Reich – daher stammt alles Leben in ihm. So auch hier: Es ist die himmlische Ehe, auf die im Innersten abgezielt wird und deren Wesen darin besteht, sich im Eigenen zu verwirklichen; und das vom HERRN belebte Eigene heißt Seine „Braut“ oder auch „Gattin“. Es hat die Fähigkeit, alles Gute der Liebe und Wahre des Glaubens zu empfangen, besitzt also alle Weisheit und Ein­sicht, verbunden mit unaussprechlicher Seligkeit. Doch läßt sich das Wesen dieses vom HERRN belebten Eigenen – Seiner Braut und Gattin – nicht in wenigen Worten beschreiben, nur soviel kann gesagt werden, daß die Engel ein Innewerden davon haben, daß sie vom HERRN her leben. Aber wenn sie nicht darüber nachdenken, wissen auch sie nichts anderes, als daß sie aus sich selbst leben. Sie besitzen aber ein allgemeines Gefühl von der Art, daß sie eine Veränderung spüren, sobald sie sich auch nur im Geringsten vom Guten der Liebe und vom Wahren des Glaubens entfernen. Sie befinden sich daher in ihrem Frieden und ihrer Seligkeit — einer unaussprechlichen Seligkeit —, solange sie in dem allgemeinen Innewerden sind, daß sie vom HERRN her leben. Dieses Eigene ist auch unter der folgenden Stelle beim Propheten Jeremias zu verstehen: „Jehovah schafft Neues im Lande. Das Weib soll den Mann umgeben“ (Jer. 31/22). Auch hier wird im Inneren die himmlische Ehe bezeichnet, und zwar durch das Weib das vom HERRN belebte Eigene, das „den Mann umgeben“ soll. Das Eigene nämlich ist seinem Wesen nach das Umfangende, ähnlich wie die Fleisch gewordene Rippe das Herz umgibt.



23. Und der Mensch sprach: Diesmal ist es Gebein von meinen Gebeinen und Fleisch von meinem Fleisch. Sie soll Männin heißen, weil sie vom Manne genommen ist.

Gebein von Gebeinen und Fleisch von Fleisch bezeichnet das Eigene des äußeren Menschen, Gebein das unbelebte, Fleisch das belebte Eigene. Der Mann aber stellt den inneren Menschen dar, und weil dieser mit dem äußeren Menschen derart innig ver­bunden ist, wie es der folgende Vers zum Ausdruck bringt, so wird dieses Eigene, das vorher als Weib bezeichnet wurde, nun Männin genannt. Und „diesmal“ wird gesagt, weil es nach der Veränderung des Zustandes nun so geworden ist.

In den alten Zeiten nannte man jene „Gebein von meinem Gebein und Fleisch von meinem Fleisch“, die man zu den Eigenen rechnen konnte, weil sie zum gleichen Hause, zur gleichen Familie oder zur Verwandtschaft gehörten, denn dadurch wurde das Eigene des äußeren Menschen bezeichnet, das den inneren Menschen umgibt. So Laban zu Jakob: „Du bist ja mein Bein und mein Fleisch“ (1. Mose 29/14); und Abimelech spricht zu den Brüdern seiner Mutter und zu dem ganzen Geschlecht der Familie seiner Mutter: „Gedenket, daß ich euer Gebein und Fleisch bin“ (Richter 9/1-3). Auch reden die Stämme Israels von sich zu David: „Siehe, wir sind dein Gebein, und dein Fleisch sind wir“ (2. Sam. 5/1).

Der Mann bezeichnet den inneren Menschen oder – was auf dasselbe hinauskommt – den Verständigen und Weisen, so bei Jesaja „Ich sehe hin, und da ist kein Mann, unter ihnen ist kein Ratgeber“ (Jes. 41/28) – also kein Verständiger und Weiser. „Streifet umher in den Gassen Jerusalems und sehet, ob einen Mann ihr findet, ob einer da ist, der Recht tut, der Wahrheit sucht“ (Jer. 5/1), wobei „einer, der Recht tut“ für einen Weisen und „einer, der Wahrheit sucht“ für einen Verständigen steht. Dies ist nicht leicht zu verstehen, wenn man nichts vom Zustand des himmlischen Menschen weiß. In diesem sind innerer und äußerer Mensch gehörig von einander unterschieden, und zwar so, daß der Mensch selbst deutlich wahrnimmt, was zu seinem äußeren Menschen gehört, und wie der HERR diesen durch den inneren Menschen lenkt. Der Zustand der Nachkommenschaft der ältesten, himmlischen Kirche, von welcher hier die Rede ist, wurde – weil sie nach einem Eigenen trachtete, das dem äußeren Menschen angehört –, so verändert, daß sie den Unterschied zwischen dem inneren und äußeren Menschen nicht mehr deutlich einsah, sondern beide für eins hielt. So wird die geistige Wahr­nehmung, wenn ein Eigenes begehrt wird.



24. Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seinem Weibe anhangen, und sie werden Ein Fleisch sein.

Vater und Mutter verlassen heißt, den inneren Menschen verlassen, denn der innere Mensch empfängt und gebiert den äußeren. Seinem Weibe anhangen bedeutet, der innere Mensch werde im äußeren sein, sie werden Ein Fleisch sein, sie werden in diesem beisammen sein. Und weil zuvor der innere Mensch Geist war und der äußere Mensch durch den inneren ebenfalls, so sind sie nun beide Fleisch geworden. Auf diese Weise wurde das himmlische und geistige Leben dem Eigenen beigefügt, auf daß sie wie Eines wären.

Diese Nachkommenschaft der Ältesten Kirche war nicht böse, sondern immer noch gut. Weil sie im äußeren Menschen oder im Eigenen zu leben begehrte, so gewährte es ihr der HERR, pflanzte aber aus Barmherzigkeit Himmlisch Geistiges ein. Wie das Innere und das äußere zusammen ein Ganzes bilden oder als solches erscheinen, kann man nur wissen, wenn man den Einfluß des einen in das andere kennt. Um wenigstens eine Vorstellung davon zu vermitteln, diene menschliches Tun als Beispiel. Wohnt diesem Tun nicht tätige Liebe oder Liebe und Glaube inne und diesen wiederum der HERR, so kann dieses Tun nicht als Werk tätiger Liebe oder als Frucht des Glaubens bezeichnet werden.

Alle Gesetze des Wahren und sittlich Guten entstammen den himmlischen Grundsätzen oder der Lebensordnung des himm­lischen Menschen. Der ganze Himmel ist nämlich darum Ein himmlischer Mensch, weil der HERR allein der himmlische Mensch ist und weil alles im ganzen wie im einzelnen des Himmels und jedes himmlischen Menschen ist, und daher heißen sie auch himmlisch. Weil in diesen himmlischen Grundsätzen, der Lebensordnung des himmlischen Menschen, alle Gesetze des Wahren und sittlich Guten und vor allem die Gesetze der Ehe ihren Ursprung haben, so sollen alle irdischen Ehen aus der himmlischen Ehe entspringen und ihr gemäß geführt werden. Ihr Wesen besteht darin, daß Ein HERR und Ein Himmel, beziehungsweise Eine Kirche ist, deren Haupt der HERR dar­stellt; darum verlangt das Gesetz der Ehe, daß Ein Mann Eine Gattin haben soll, und ist dies der Fall, bilden sie himmlische Ehe vor und sind ein Abbild des himmlischen Menschen. Dies war den Männern der Ältesten Kirche nicht allein als Gesetz offenbart worden, sondern ihrem inneren Menschen einge­schrieben, daher nahm auch damals ein Mann nur eine Gattin und gründete ein einiges Haus. Ihre Nachkommen aber, als sie aufhörten, innerliche Menschen zu sein und äußerlich wurden, nahmen mehrere Weiber. Weil die Männer der Ältesten Kirche in ihrer Ehe die himmlische Ehe darstellten, war die eheliche Liebe für sie gleichsam der Himmel und die himmlische Seligkeit. Als aber die Kirche abzusinken begann, empfanden sie keine Seligkeit mehr in der ehelichen Liebe, sondern im Vergnügen mit mehreren Frauen, wie es dem äußeren Menschen entspricht. Dies nennt der HERR des Herzens Härtigkeit, deretwillen Moses ihnen erlaubte, mehrere Weiber zu nehmen, wie der HERR selbst lehrt „Um eures Herzens Härtigkeit willen hat euch Moses dieses Gebot geschrieben. Von Anfang der Schöpfung an aber hat Gott sie als Mann und Weib geschaffen. Darum soll der Mensch Vater und Mutter verlassen und seinem Weibe an­hangen; und die zwei sollen Ein Fleisch sein. So sind sie denn nicht mehr zwei, sondern Ein Fleisch. Was nun Gott zusammen­gefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden (Mark. 10/5-9).



25. Und sie waren beide nackt, der Mensch und sein Weib, und sie schämten sich nicht.

Dies bezeichnet die Unschuld der Menschen; freilich eine Unschuld, die der HERR ihrem Eigenen eingepflanzt hatte, damit es nicht mißfällig sein möge.

Das Eigene des Menschen ist, wie gesagt, nichts als Böses und erscheint, wenn es sichtbar dargestellt wird, äußerst häßlich. Wird ihm aber vom HERRN tätige Liebe und Unschuld einge­pflanzt, so erscheint es als gut und schön. Tätige Liebe und Unschuld entschuldigen nicht nur das Eigene, das Böse und Falsche des Menschen, sondern heben es gleichsam auf, wie jeder an den Kindern sehen kann. Wenn diese sich untereinander und ihre Eltern lieben und dabei die kindliche Unschuld hervorstrahlt, tritt Böses und Falsches nicht in Erscheinung, es gefällt sogar. Daraus läßt sich erkennen, daß niemand in den Himmel eingelassen werden kann, er habe denn einige Unschuld, wie der HERR sagt „Lasset die Kindlein zu mir kommen, wehret ihnen nicht, denn solcher ist das Reich Gottes. Wahrlich, Ich sage euch: wer nicht das Reich Gottes aufnimmt wie ein Kindlein, der wird nicht hineinkommen. Und Er schloß sie in Seine Arme, legte die Hände auf sie und segnete sie“. (Mark. 10/14-16).

Nacktheit, deren sie sich nicht schämten, bezeichnet, wie gesagt die Unschuld. Dies geht auch deutlich aus dem folgenden her­vor; denn nachdem sie ihre Reinheit und Unschuld verloren hatten, schämten sie sich der Nacktheit und empfanden sie diese als Schande, so daß sie sich versteckten. Auch aus den Vorbildungen der Geisterwelt ergibt sich, daß Nacktheit, deren man sich nicht schämt, Unschuld bedeutet; denn wenn sich Geister rechtfertigen und als schuldlos erweisen wollen, zeigen sie sich nackt, um ihre Unschuld zu bezeugen. Besonders erweist es sich an den Unschuldigen im Himmel, die wie nackte Kinder er­scheinen, je nach der Art ihrer Unschuld mit verschiedenen Kränzen umwunden. In geschmackvollen, glänzenden Kleidern stellen sich dagegen jene dar, die nicht so viel Unschuld besitzen. Ihre Kleider möchte man als Diamant Seidenzeug bezeichnen. Ähnlich erschienen die Engel zuweilen den Propheten.

Dies ist nun der Inhalt des zweiten Kapitels des Göttlichen Wortes. Nur weniges davon wurde deutlich dargestellt, und weil es sich dabei um den himmlischen Menschen handelt, um den heutzutage kaum einer weiß, so muß schon dies wenige manchem dunkel erscheinen.

Wüßte man aber, wieviele Geheimnisse ein jedes Verschen ent­hält, so würde man staunen; es sind derart viele, daß es unaus­sprechlich ist, obwohl dies aus dem Buchstaben am wenigsten hervorscheint. Um es kurz zu sagen: Die Worte der Bibel werden in ihrem Buchstabensinn, so wie sie sind, in der Geister­welt in schöner Ordnung lebendig dargestellt, denn die Welt der Geister ist eine vorbildende Welt; und alles, was in ihr lebendig dargestellt wird, nehmen die Engelgeister im zweiten Himmel mehr dem Inhalt nach wahr, der sich in dem Vorgebildeten findet. Dies wiederum werden die Engel im dritten Himmel inne nach seinem ganzen Reichtum und seiner ganzen Fülle in unaus­sprechlich engelhaften Vorstellungen und in grenzenloser Mannig­faltigkeit, nach des HERRN Wohlgefallen. So ist des HERRN Wort beschaffen.

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Zusätze

1. Im folgenden wird unter dem HERRN einzig der Heiland der Welt, Jesus Christus, verstanden. Er wird HERR ge­nannt ohne die übrigen Namen. Im ganzen Himmel wird er als HERR anerkannt und angebetet, weil Er alle Gewalt hat in den Himmeln und auf Erden. Er hat es auch selbst geboten, Ihn HERR zu nennen: „Ihr heißet mich HERR, und ihr sagt recht, denn Ich bin's“ (Joh. 13/13). Auch haben Ihn Seine Jünger nach der Auferstehung HERR genannt.

2. Im gesamten Himmel kennt man auch keinen anderen Vater als den HERRN; denn Er ist der Eine Gott, wie Er selbst sagt: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich... Spricht zu Ihm Philippus: HERR, zeige uns den Vater... Spricht zu ihm Jesus: So lange Zeit bin ich bei euch, und du erkennest mich nicht, Philippus? Wer mich gesehen hat, der hat den Vater gesehen. Und wie sagst du Zeige uns den Vater? Glaubst du nicht, daß ich im Vater bin und der Vater in mir ist?.. Glaubet mir, daß ich im Vater bin und der Vater in mir ist“ (Joh. 14/6 ff).

3. Dies ist der Fall an Stellen wie den folgenden: „Jeglichen, der genannt ist nach Meinem Namen, den hab Ich zu Meiner Herrlichkeit geschaffen, ihn gebildet und gemacht“ (Jes. 43/7). Darum heißt der HERR auch Erlöser, Bildner von Mutter­leib, Macher oder auch Schöpfer, wie bei demselben Pro­pheten „Ich, Jehovah, bin euer Heiliger, der Schöpfer Israels, euer König“ (Jes. 43/15). Ebenso in den Psalmen „Ein Volk, das erschaffen werden wird, soll loben den Jehovah“ (Ps. 102/19). „Sendest Du Deinen Odem aus, so werden sie geschaffen, und Du erneust das Antlitz der Erde“ (Jes. 104/30).

4. So bei Jesaja „Erwach`, erwach`, zieh Stärke an, Arm Jehovahs, erwach` wie in der Vorzeit Tagen, den Geschlech­tern der Ewigkeiten..., bist Du es nicht, der das Meer, die Wasser des großen Abgrundes austrocknete, der die Tiefen des Meeres zum Wege machte, auf dem die Erlösten hinüber­zogen? Und die Erlösten Jehovahs werden heimkehren“ (Jes. 51/9-11).

5. Es sprach der Gott Israels zu mir... von einem, der herrschen wird über die Menschen: „Er ist wie das Licht des Morgens, wenn die Sonne aufgeht, des Morgens ohne Wolken, die nach dem Regen Grün aus der Erde sprossen läßt“ (2. Sam. 23/3.

6. Vgl. Dan. 8/13, 14, 26.

7. „Heulet, denn nahe ist der Tag Jehovahs. Siehe, der Tag Jehovahs kommt. Ich will die Himmel erschüttern, und auf­schrecken wird die Erde von ihrem Ort am Tage der Glut Meines Zornes. Nahe gekommen ist ihre Zeit, und ihre Tage werden nicht verzögert werden“ (Jes. 13/6, 9, 13, 22). Eben­falls bei Jesaja heißt es „Es wird geschehen an jenem Tage, daß Zor (Tyrus) siebzig Jahre vergessen wird, gleich eines Königs Tagen“ (Jes. 23,15).

8. Bei Jeremias „Wehe uns, denn der Tag hat sich gewendet, und die Schatten des Abends strecken sich“ (Jer. 6,4) und: „So spricht Jehovah: Wenn ihr zunichte macht Meinen Bund des Tages und Meinen Bund der Nacht, daß Tag und Nacht nicht sei zu seiner Zeit“ (Jer. 33/20, ebenso 33/25). „Erneuere unsere Tage, wie vor Alters“ (Klagel. Jer. 5/2, 5).

9. Bei Haggai heißt es in bezug auf eine neue Kirche „Ich lasse die Himmel und die Erde erbeben und das Meer und das Trockene. Und Ich lasse alle Völkerschaften erbeben, und es wird kommen das Ersehnte aller Völkerschaften, und Ich erfülle dieses Haus mit Herrlichkeit“ (Hag. 2/6 f). Vom wiederzugebärenden Menschen heißt es bei Sacharja: „Und es wird ein Tag sein, – dem Jehovah ist er bekannt – nicht Tag und nicht Nacht, und zur Zeit des Abends wird Licht werden. Und es geschieht an jenem Tag, daß lebendige Wasser ausgehen von Jerusalem, zur Hälfte nach dem vorderen Meere und zur Hälfte nach dem hinteren Meere“ (Sach. 14/7, 8). Bei David, wo der abgeödete Mensch be­schrieben wird, der wiedergeboren werden soll, und der den HERRN anbeten wird „Jehovah verachtet nicht seine Ge­bundenen. Ihn loben Himmel und Erde, die Meere und alles, was sich darin regt“ (Ps. 69/34 f)

10. Matth. 13/19-24, 37, 39; Mark. 4/14, 21; Luk. 8/11-16.

11. „Und Ich bedecke, wenn Ich dich auslösche, die Himmel und verdunkle ihre Sterne; die Sonne bedecke Ich mit einer Wolke, und der Mond soll sein Licht nicht leuchten lassen. Alle Leuchten des Lichtes am Himmel will Ich verdunkeln über dir und Finsternis bringen über dein Land, spricht der HERR Jehovah“ (Ez. 32/7 f). An dieser Stelle wird von Pharao und den Ägyptern gehandelt, unter denen die Bibel im allgemeinen das Sinnliche und das bloße Wissen versteht, hier, daß sie durch Sinnliches und bloßes Wissen Liebe und Glaube ausgelöscht haben. Bei Jesaja liest man „Siehe, Jehovahs Tag kommt grausam und wütend und mit glühen­dem Zorn, die Erde zur Wüste zu machen und ihre Sünder von ihr zu vertilgen. Denn die Sterne der Himmel und ihre Orione (Sternbilder) lassen ihr Licht nicht leuchten; die Sonne ist finster bei ihrem Aufgang, und der Mond läßt sein Licht nicht scheinen“ (Jes. 13/9 f). Bei Joel „Es kommt der Tag Jehovahs, der Tag der Finsternis und des Dunkels; vor ihm erbebt die Erde, werden erschüttert die Himmel, Sonne und Mond werden verdunkelt, und die Sterne ver­lieren ihren Glanz“ (Joel 2/2, 10). Bei Jesaja, im Zusammen­hang mit der Ankunft des HERRN und der Erleuchtung der Heiden, d.h. der Gründung einer neuen Kirche, und im Zusammenhang mit jenen, die sich in der Finsternis befinden und Licht empfangen und wiedergeboren werden „Mach dich auf, werde Licht; denn dein Licht kommt... siehe, Finsternis bedeckt die Erde und Dunkel die Volksstamme; aber über dir geht auf Jehovah... Und Völkerschaften werden zu deinem Licht wandeln und Könige zum Glanze deines Aufgangs... Jehovah wird dir sein ein ewiges Licht... Nicht mehr wird deine Sonne untergehen und dein Mond sich nicht zurückziehen; denn Jehovah wird dir sein ein Licht der Ewigkeit“ (Jes. 60/1-3, 19 f). In den Psalmen „Bekennet den HERRN der HERREN, Ihn, der mit Einsicht die Himmel gemacht..., der auf den Wassern hat ausge­breitet die Erde..., der große Lichter gemacht die Sonne, um am Tag zu herrschen, den Mond und die Sterne zu herrschen des nachts“ (Ps. 136/5-9). „Lobet Ihn, Sonne und Mond, lobet Ihn, all ihr Sterne des Lichts, lobet Ihn, ihr Himmel der Himmel und ihr Wasser, die ihr über den Himmeln seid!“ (Ps. 148/3 f). In allen diesen Stellen be­deuten die „Lichter“ Liebe und Glaube.

12. Von diesem Licht heißt es „Gebiete den Söhnen Israels, daß sie dir reines Öl aus zerstoßenen Oliven für den Leuchter bringen, auf daß man die Lampe beständig leuchten lasse. Im Versammlungszelte außerhalb des Vorhangs, der vor dem Zeugnisse (= Bundeslade) ist, sollen es Aharon und seine Söhne zurichten vom Abend bis zum Morgen vor Jehovah“ (2. Mose 27/20 f).

13. „So spricht Jehovah, der die Sonne gibt zum Licht bei Tag die Ordnungen des Mondes und der Sterne zum Licht bei Nacht... Wenn diese Ordnungen vor mir weichen, spricht Jehovah, soll auch der Same Israels aufhören“ (Jer. 31/35 f). Bei demselben Propheten heißt es weiter „So spricht Jehovah: So gewiß Ich Meinen Bund des Tages und der Nacht, die Ordnungen der Himmel und der Erde gesetzt, so gewiß werde Ich auch den Samen Jakobs und Davids nicht ver­schmähen“ (Jer. 33/25 f).

14. Daß das „kriechende Gewürm des Wassers“ und die „Fische“ Wissensdinge bedeuten, wird deutlich bei Jesaja: „Warum kam Ich, und kein Mann war da? Siehe, Ich vertrockne das Meer mit meinem Dräuen, mache zur Wüste Flüsse. Es stinkt ihr Fisch, weil er kein Wasser hat, und stirbt vor Durst. In Düsterheit kleide Ich die Himmel, mache den Sack zu ihrer Decke“ (Jes. 50/2 f). Noch deutlicher wird es bei Ezechiel, wo der HERR einen neuen Tempel beschreibt, d.h. allgemein eine neue Kirche und den Menschen dieser Kirche, den Wiedergeborenen – denn jeder Wiedergeborene ist ein Tempel des HERRN: „Und Er sprach zu mir: Diese Wasser fließen hinaus zum östlichen Umkreis und kommen hinab aufs Flachfeld und kommen zum Meere; und werden sie ins Meer hinaus geführt, so werden die Wasser geheilt. Und geschehen wird, daß jegliche lebendige Seele, die da wimmelt, wohin die zwei Bäche kommen, lebt und der Fische sehr viel sein wird; weil diese Wasser dahin kommen, so werden sie geheilt, und alles lebt, wohin der Bach kommen wird. Und es wird geschehen, daß Fischer daran stehen werden; von Engedi bis Eneglajim werden sie Garne ausbreiten; und nach seiner Art wird ihr Fisch sein, wie der Fisch des großen Meeres, sehr viel“ (Ez. 47/8-10). „Die Fischer, die von Engedi bis Eneglajim ihre Garne ausspannen“ bilden jene vor, die den natürlichen Menschen über die Glaubenswahr­heiten belehren sollen.

Die Vögel meinen das Vernünftige und Verständige, wie aus den Propheten hervorgeht: „Von Aufgang rufe ich einen Stoßvogel, aus fernem Lande den Mann meines Rates“ (Jes. 46/11). „Ich sah, und siehe, da war kein Mensch, und alle Vögel der Himmel waren entflohen“ (Jer. 4/25). „Und Ich will ihnen an jenem Tage einen Bund schließen mit dem wilden Tier des Feldes, mit den Vögeln der Himmel und dem Kriechtier des Bodens“ (Hos. 2/18). Daß hier Wild und Vogel Tieferes bezeichnen, kann jeder erkennen, weil der HERR einen neuen Bund mit ihnen schießt.

14a. Swedenborg ergänzt noch: Es hat dann auch eine Leibes­gestalt (speciem corporis), die hier durch das sich Regende oder das Kriechende bezeichnet wird. Dies sind jedoch für den Menschen noch Geheimnisse, weil aber hier von der lebenden Seele und dem sich Regenden die Rede ist, so sei es wenigstens erwähnt.

15. „Menschensohn, erhebe ein Klagelied über Pharao, den König Ägyptens, und sprich zu ihm... du bist wie ein See­ungetüm in den Meeren und sprudeltest mit deinen Nüstern, machtest die Wasser trübe mit deinen Füßen und stampftest in ihren Fluten umher“ (Ez. 32/2). Hier werden jene ge­schildert, die mit Hilfe ihres bloßen Wissens, also aus eigener Machtvollkommenheit, in die Glaubensgeheimnisse eindringen wollen. Bei Jesaja: „An jenem Tage wird Jehovah mit Seinem harten und großen und starken Schwerte heimsuchen den Leviathan, die längliche Schlange, und Leviathan, die gewundene Schlange, und wird töten die See-Ungetüme im Meere“ (Jes. 27/1). Durch das Töten der Meer-Ungetüme wird angedeutet, daß man nicht einmal das Allgemeine wissen werde. Bei Jeremias „Gefressen hat mich, mich ver­wirrt Nebukadnezar, der König von Babel, er hat mich hin­gestellt als ein leeres Gefäß, mich verschlungen, wie ein See-Ungeheuer gefüllt seinen Wanst mit meinen Leckerbissen und mich verstoßen (Jer. 51/34). Das bedeutet, er habe die Glaubenserkenntnisse – die Leckerbissen – ver­schlungen, wie das See-Ungeheuer den Jonas verschlang. „See-Ungeheuer“ steht hier für diejenigen, die das Allge­meine der Glaubenserkenntnisse als Wissen besitzen und es in Wahrheit verschlingen.

16. Aus vielen Stellen des Göttlichen Wortes geht hervor, daß die Tiere Neigungen des Menschen bezeichnen, böse bei den Bösen, gute bei den Guten „Siehe, Ich bin bei euch und wende mich zu euch, und ihr werdet bebauet und besäet werden; und Ich will auf euch den Menschen mehren... und das Vieh, und sie sollen sich mehren und fruchtbar sein, und laß euch wohnen wie in euren Vorzeiten“ (Ez. 36/9). Hier handelt es sich um die Wiedergeburt. „Fürchtet euch nicht, ihr Tiere des Feldes; denn neu grünen die Auen der Wüste“ (Joel. 2/22). „Als es in meinem Herzen gor und es mich stach in meinen Nieren, da war ich dumm und ohne Einsicht, war wie das Vieh bei Dir“ (Ps. 73/21 f). „Siehe, Tage kommen, spricht Jehovah, da Ich besäen will das Haus Israels und das Haus Judas mit Menschen - und Tiersamen... und Ich will wachen über ihnen, sie zu bauen und zu pflanzen, spricht Jehovah“ (Jer. 31/27 f). Auch hier ist von der Wiedergeburt die Rede. Die wilden Tiere bedeuten Ähn­liches. „Und Ich schließe für sie an jenem Tage einen Bund mit dem wilden Tier des Feldes, mit den Vögeln des Himmels und dem Kriechtier des Bodens“ (Hos. 2/18). „Vor dem Wild der Erde wirst du dich nicht fürchten. Mit den Steinen des Ackers stehst du im Bunde, und die Tiere des Feldes sind dir befreundet“ (Hiob. 5/22 f). „Und Ich will mit ihnen einen Friedensbund schließen und wegschaffen aus dem Lande das böse, wilde Tier, daß in der Wüste sie in Sicherheit wohnen“ (Ez. 34/25). „Mich wird verherrlichen das Wild des Feldes, Drachen und Käuzlein, weil Ich in der Wüste Wasser gegeben“ (Jes. 43/20). „Auf ihrem Gezweige nisteten alle Vögel des Himmels, und unter ihren Zweigen gebar alles wilde Tier des Feldes, und in ihrem Schatten saßen all die vielen Völkerschaften“ (Ez. 31/6). Dies wird vom Assyrer gesagt, durch den der geistige Mensch be­zeichnet und dem Garten Eden verglichen wird. „Verherrlichet Jehovah, alle Seine Engel, verherrlichet von der Erde her, ihr See-Ungetüme, da Fruchtbaum, Wild und alles Vieh, Kriech­tiere und Gefiedertes“ (Ps. 148). Wenn hier nicht durch See-Ungetüm, Fruchtbaum, Wild, Vieh, Kriechtier und Ge­fiedertem Lebendiges im Menschen bezeichnet wurde, so könnte von ihnen keinesfalls ausgesagt werden, sie sollten Jehovah verherrlichen.

Bei den Propheten wird genau zwischen Tieren und wilden Tieren der Erde und Tieren und wilden Tieren des Feldes unterschieden. Das Gute wird sogar in der Weise den Tieren verglichen, daß jene, die dem HERRN im Himmel am nächsten stehen, „Tiere“ heißen, u.z. sowohl bei Ezechiel wie bei Johannes: „Und alle Engel standen rings um den Thron und die Ältesten und die vier Tiere und fielen vor dem Thron auf ihr Angesicht und beteten Gott an“ (Offenb.7/11, cf; 19/4).

17. So bei Jeremias: „Ich sah die Erde, und siehe! eine Leere und Öde - und auf zu den Himmeln, und ihr Licht war nicht da. Ich sah, und siehe! da war kein Mensch, und alle Vögel des Himmels waren entflohen“ (Jer. 4/23, 25). Bei Jesaja, wo ebenfalls im inneren Sinne unter dem Menschen der Wiedergeborene zu verstehen ist, im höchsten Sinne aber der HERR selbst als der Eine Mensch, heißt es: „So spricht Jehovah, der Heilige Israels und sein Bildner...: Ich habe die Erde gemacht und den Menschen auf ihr geschaffen. Ich, Meine Hände haben ausgespannt die Himmel, und all ihrem Heer habe Ich geboten“ (Jes. 45/11 f).

18. „Ich schaute in den Gesichten der Nacht, und siehe, mit den Wolken des Himmels kam einer, der einem Menschensohne glich, und gelangte bis zu dem Alten der Tage, und vor Ihm ließen sie ihn nahen. Ihm wurde gegeben Herrschaft und Herrlichkeit und Reich, und alle Völker, Volksstämme und Zungen sollen Ihm dienen. Seine Herrschaft ist eine ewige Herrschaft, die niemals vergeht, und Sein Königtum wird nimmer zerstört“ (Dan. 7/13 f).

19. Der buchstäbliche Sinn der Heiligen Schrift wird durch die „Wolken des Himmels“ bezeichnet, ihr innerer Sinn aber, der sich einzig auf den HERRN und Sein Reich im ganzen wie im einzelnen bezieht, durch die „Kraft und Herrlichkeit“.

20. So heißt es bei den Propheten: „Ich will auf euch den Men­schen und das Vieh mehren, und sie sollen sich mehren und befruchten, und Ich will euch wohnen lassen wie in euren Vorzeiten, und tue euch mehr Gutes, denn in euren An­fängen, und ihr sollt wissen, daß Ich Jehovah bin“ (Ez. 36/11). Unter „Mensch" wird hier der geistige Mensch oder auch „Israel“ verstanden, unter „Vorzeit“ die Älteste Kirche, während Anfängen die Alte Kirche nach der Sintflut be­zeichnet. Die Vermehrung, die sich auf das Wahre bezieht, geht hier der Befruchtung, der Sache des Guten, voran, weil es sich hier nicht um einen wiedergeborenen, sondern um einen wiederzugebärenden Menschen handelt.

21. Hier soll nur das angeführt werden, was der HERR bei Ezechiel sagt: „Und an diesem Fluß, auf seinen beiden Ufern, werden allerlei Bäume mit eßbaren Früchten wachsen; ihre Blätter werden nicht verwelken, und ihre Früchte nicht zu Ende gehen. Je in ihrem Monat werden sie frische Früchte bringen; denn ihr Wasser quillt aus dem Heiligtum hervor. Ihre Früchte werden als Speise dienen und ihre Blätter als Heilmittel“ (Ez. 47/12). Der HERR ist das Heiligtum, die Wasser aus dem Heiligtum bedeuten daher Sein Leben und Seine Barmherzigkeit. Die „Frucht“ ist Weisheit, die den himmlischen Menschen als Speise dient, das Blatt bezeichnet die Einsicht, die ihnen aus der Anwendung der Weisheit er­wächst und daher „Heilmittel“ genannt wird.

22. Zuerst wäre davon zu reden, wie es sich mit der Aufer­weckung des Menschen verhält, seinem Übergang vom körperlichen zum ewigen Leben. Um mich vom Fortleben der Menschen nach dem Tode zu Überzeugen, erhielt ich die Gabe, mit einer Reihe von Personen, die ich aus ihrem Erden­leben kannte, zu reden und mit ihnen zu verkehren, und zwar nicht nur während einiger Tage oder Wochen, sondern beinahe ein Jahr lang. Ich redete und unterhielt mich mit ihnen wie in dieser Welt. Sie wunderten sich sehr darüber, daß sie während ihres körperlichen Lebens so ungläubig ge­wesen waren, und daß andere, ja die meisten in ihrem Unglauben verharrten und noch immer meinten, daß sie nach dem Tode nicht leben würden, während doch in Wirklichkeit nur wenige Tage zwischen dem Tode ihres Körpers und dem Eintritt ins andere Leben vergehen, das eine Fortsetzung dieses Lebens ist.

Was ich über das Leben nach dem Tode eröffnen darf, will ich des Zusammenhanges wegen nicht zwischen die Text-­Auslegung streuen, sondern es am Anfang und Ende eines jeden Kapitels beifügen – von gelegentlichen Einflechtungen abgesehen.

Am Ende dieses Kapitels wird dargelegt werden, wie der Mensch von den Toten auferweckt wird und in das ewige Leben eingeht.

23. Der HERR beschreibt durch Ezechiel den Zustand des himmlischen Menschen, der mit dem ruhevollen Frieden beschenkt, durch „Regen“ erquickt und von der Knechtschaft des Bösen und Falschen befreit ist: "Und Ich will mit ihnen einen Friedensbund schließen und das böse wilde Tier aus dem Lande wegschaffen, daß sie in der Wüste in Sicherheit wohnen und in den Wäldern schlafen. Und Ich will sie selbst und die Umgebungen meines Hügels zum Segen machen und zur rechten Zeit den Platzregen herabgießen – Platzregen des Segens sollen's sein. Und der Baum des Feldes wird seine Frucht gehen, und die Erde wird geben ihr Gewächs, und sie sollen auf ihrem Boden in Sicherheit sein und wissen, daß Ich Jehovah bin, wenn Ich die Stäbe ihres Joches breche und sie aus der Hand derer errette, die sie sich dienstbar machten... Und ihr seid Meine Herde, die Herde Meiner Weide – ein Mensch seid ihr, Ich bin euer Gott, spricht der HERR Jehovah“ (Ez. 34/25-27, 31). Durch Hosea wird gesagt, daß dies am dritten Tage geschehen werde – der dritte Tag bedeutet im Worte Gottes dasselbe wie der siebente Tag: „Nach zwei Tagen wird Er uns neu beleben, am dritten Tage uns wieder aufrichten, auf daß wir leben vor Ihm. Und lasset uns streben, mit Eifer streben nach Erkenntnis Jehovahs. Wie die Morgenröte ist bereitet Sein Ausgang, und wie der Regen kommt Er zu uns, wie der Spätregen, der das Land befeuchtet“ (Hos. 6/2 f). Bei Ezechiel wird im Zusammenhang mit den Ausführungen über die Alte Kirche der himmlische Mensch einem „Sproß des Feldes“ verglichen. „Wie ein Sproß des Feldes habe Ich dich gemacht, und du wuchsest heran und wurdest groß und kamst in die Zierde der Zierden“ (Ez. 16/7). Bei Jesaja wird er ein „Zweig der Pflanzungen“ und „ein Werk der Hände Jehovah Gottes“ genannt (Jes. 60/21).

24. Ebenso in den Psalmen „Die Himmel sind gemacht durch Jehovahs Wort und vom Hauche seines Mundes all ihr Heer“ (Ps. 33/6). „Du raffst ihren Geist weg, sie ver­scheiden und kehren zu ihrem Staub zurück. Sendest Du Deinen Geist aus, so sind sie geschaffen, und Du erneuerst das Angesicht des Bodens“ (Ps. 104/29 f). Auch aus folgender Stelle bei Hiob wird deutlich, daß der Odem für das Leben des Glaubens und der Liebe steht „Aber der Geist erleuchtet die Menschen, und der Odem Schaddais macht sie verständig“, und „Der Geist Gottes hat mich geschaffen und der Odem Schaddais hat mich belebt“ (Hiob. 32/8; 33/4).

25. Auch aus folgender Stelle hei Jesaja wird offenbar, daß der Garten die Einsicht und Eden die Liebe darstellt „Denn trösten wird Jehovah Zion, wird trösten all seine Oeden und machten seine Wüste wie Eden und seine Einöde wie den Garten Jehovahs; Freude und Fröhlichkeit findet man darin, Bekenntnis und die Stimme des Gesangs“ (51/3). Die zu einem Eden gemachte „Wüste“, „Freude“ und „Bekenntnis“ sind Worte, die bei den Propheten das Himmlische des Glaubens und das sich auf die Liebe beziehende bezeichnen. „Einöde“, „Fröhlichkeit“ und „Stimme des Gesangs“ hin­gegen zeigen das Geistige des Glaubens an, das auch dem Verstand angehört. Die erste Reihe von Worten bezieht sich auf Eden, die zweite auf den Garten Jehovahs. Bei diesem Propheten nämlich begegnen ständig zweierlei Ausdrücke für ein und dieselbe Sache, der eine davon deutet auf Himm­lisches, der andere auf Geistiges hin. Über die weitere Be­deutung des Gartens in Eden sehe man unter Vers 10.

26. Diese Stelle handelt von denen, die Glaube und Liebe aufnehmen. Bei Jeremias heißt es „Gesegnet ist der Mann, der auf Jehovah vertraut, und dessen Vertrauen Jehovah ist! Er ist wie der Baum, gepflanzt am Wasser, der nach dem Bad seine Wurzeln ausstreckt“ (17/7 f) Ezechiel vergleicht den Menschen und die Weisheit nicht nur mit dem Garten und den Bäumen an den Flüssen, sondern nennt sie direkt so: „Die Wasser machten ihn groß, die Fluten ließen ihn hochwachsen; sie ließen ihre Ströme fließen rings um seinen Standort und sandten ihre Kanäle aus zu allen Bäumen des Feldes. Darum ragte er höher als alle Bäume des Feldes;... So ward er schön in seiner Größe, in der Länge seiner Äste, weil seine Wurzeln sich an viele Wasser erstreckten. Die Zedern im Garten Gottes verdunkelten ihn nicht, die Tannen waren nicht gleich seinen Ästen, und Platanen waren nicht wie seine Zweige. Kein Baum im Garten Gottes war ihm zu vergleichen in seiner Schönheit. Schön hatte ich ihn gemacht in der Fülle seiner Zweige, und alle Bäume Edens, im Garten Gottes, beneideten ihn“. (31/4, 7-9).

27. Wo Daniel vom König der Mitternacht und des Mittags spricht, heißt es: „Er wird herrschen über die Schätze des Goldes und Silbers und über alle Kleinodien Ägyptens, und Libyer und Äthiopien werden in seinem Gefolge sein“ (Dan. 11, 43). Hier steht Ägypten für das Wissensmäßige. Äthiopien für die Erkenntnisse. „Die Kaufleute von Scheba und Raamah trieben Handel mit dir, mit den Erstlingen alles Gewürzes und allen kostbaren Steinen und Gold“ (Ez. 27/22). Auch hier werden die Glaubenserkenntnisse bezeichnet, und wenn David vom HERRN und somit auch vom himmlischen Menschen spricht, heißt es „Aufblühen wird in seinen Tagen der Gerechte und viel Friede sein, bis daß kein Mond mehr ist... Die Könige von Tarschisch und den Inseln werden Geschenke bringen, Schebas und Sebas Könige sich mit Ehrengaben nahen“ (Ps. 72/7, 10). Aus dem Zu­sammenhang dieser Verse geht hervor, daß Himmlisches des Glaubens gemeint ist.

28. So heißt es bei Ezechiel: „So spricht der HERR Jehovah: Siehe, Ich bin wider dich, Pharao, König Ägyptens, du großes Ungetüm, das sich inmitten seiner Ströme lagert und spricht, mein ist der Strom, und ich habe ihn gemacht. Und das Land Ägypten wird zur Einöde und zur Wüste werden, auf daß sie wissen, daß Ich Jehovah bin, weil er sprach, mein ist der Strom und ich habe ihn gemacht“. (Ez. 29/39). Derartige Menschen werden bei Ezechiel auch „Bäume Edens in der Unterwelt“ genannt, und zwar an einer Stelle, die ebenfalls von Pharao oder dem Ägypter handelt, und wo die Bäume Edens für das äußere Wissen und die Erkenntnisse aus dem Worte stehen, die sie durch ihre Vernünfteleien entweihen: „Ob dem Getöse seines Falles ließ Ich erheben die Völkerschaften, da Ich ihn hinabstieß in die Unterwelt, zu denen, die zur Grube gefahren sind... Wem gleichest du also an Herrlichkeit und Größe unter den Bäumen Edens? Mit den Bäumen Edens wirst du hinabgestoßen in die Unter­welt, inmitten der Unbeschnittenen wirst du Liegen, bei den vom Schwerte Erschlagenen. Das ist der Pharao und seine ganze Schar, spricht der HERR Jehovah“ (Ez. 31/16-18).

29. Hier bedeutet das mit seinem Namen rufen und ihn be­nennen vorauswissen, wie er beschaffen ist. „Man wird dich mit einem neuen Namen nennen, den der Mund Jehovahs bestimmen wird“ (Jes. 62/2), das heißt soviel wie: er werde ein anderer werden, wie sich auch aus dem Zusammenhang ergibt. „Israel, fürchte dich nicht, denn Ich habe dich erlöst, dich bei deinem Namen gerufen, Mein bist du“ (Jes. 43/1), was besagt, Er kenne seine Beschaffenheit. „Hebet eure Augen in die Höhe und sehet: Wer schuf dies? Er, der ihr Heer herausbringt nach der Zahl, sie alle mit Namen nennt“ (Jes. 40/46), das heißt, Er kenne alle.

30. „Jehovah wird dich beständig führen und deine Seele in den dürren Steppen sättigen und rüstig machen dein Gebein, und wie ein bewässerter Garten wirst du sein“ (Jes. 58/11). „Und ihr werdet's sehen und euer Herz wird sich freuen, und sprossen werden eure Gebeine wie junges Kraut“ (Jes. 66/14). „Alle meine Gebeine werden sprechen, Jehovah, wer ist wie Du“ (Ps. 35/10). Noch deutlicher ist es bei Ezechiel, wo gesagt wird, daß die Gebeine Fleisch bekommen würden und Geist in sie gebracht werde „Die Hand Jehovahs... ließ mich nieder inmitten einer Talebene, die voll war von Gebeinen... Und Er sprach zu mir: Weissage über diese Gebeine und sprich zu ihnen Ihr dürren Gebeine, höret das Wort Jehovahs. So spricht der HERR Jehovah zu diesen Gebeinen: Siehe, Ich bringe Geist in euch, auf daß ihr lebet. Ich schaffe Sehnen an euch und lasse Fleisch an euch wachsen und überdecke euch mit Haut, und gebe Geist in euch, auf daß ihr lebet, und ihr sollt wissen, daß ich Jehovah bin“ (Ez. 37/1, 4-6).



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[VH-LIF / 2009]