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 Homo Maximus html  449.34KB  Emanuel Swedenborg a.D. *1688 - 1772     

Hommo maximus



Emanuel Swedenborg

Homo Maximus



Der himmlische und der leibliche Mensch

Auszüge aus

»Himmlische Geheimnisse im Worte Gottes«

*

Einführung von Ernst Benz

Emanuel Swedenborg (1688-1772), bekannt durch seine eingetroffenen Prophezeiungen und großartigen Visionen, schildert in diesem Buch die Entsprechungen zwischen den geistigen Welten und dem natürlichen Menschen.

Wie ein erregendes Drama spielen sich vor unseren Augen die Vorgänge in den himmlischen Bereichen ab, die in Entsprechung zum irdischen Verhalten des Menschen stehen. Swedenborg »spricht« mit den Abgeschiedenen, die als Geister oder Engel die andere Welt bewohnen und gewährt uns einen Einblick in das jenseitige Leben, das keine abseitige Idee oder Phantasie ist, sondern eine Wirklichkeit in leuchtenden Farben.

In dieser Schau liegt das einzige christliche Gegenstück zur Reinkarnationslehre. So braucht der meist nach dem Osten ausgerichtete Kreis der Esoteriker oder jeder, der sich mit den Fragen jenseits dieser Welt beschäftigt, nicht nach fremden Überlieferungen zu greifen, sondern es wird ihm das Geheimnis des Lebens nach dem Tode und der Einblick in die Vielzahl der Himmel in den Bildern seiner eigenen Vorstellungswelt offenbart.

Wen möchte diese großartige Schau in den Makrokosmos nicht fesseln, nachdem das Verlangen des Menschen, den Kosmos kennen zu lernen, sich immer mehr steigert?

Biographisches

Emanuel Swedenborg wurde am 29. Januar 1688 als zweiter Sohn des Bischofs von Skara, Jesper Swedberg, in Stockholm geboren; er starb in London 1772. Nach Jahren des Studiums und naturwissenschaftlicher Tätigkeit wurde er 1716 Mitglied des Bergwerks Kollegiums in Stockholm, der höchsten industriellen Behörde des Landes. Ostern 1745 bereitete eine eigentliche Berufungs-Vision, der 1744 eine Christus-Vision vorangegangen war, seiner wissenschaftlichen Tätigkeit ein unerwartetes Ende und stellte sein Leben auf eine völlig neue Grundlage. Dieses Berufungserlebnis hatte zur Folge, daß ihm die Augen des Geistes aufgetan wurden, so daß er bis zum Ende seines langen Lebens, also während 28 Jahren, bei vollem Bewußtsein mit den Bewohnern der anderen Welt verkehren und Himmel, Hölle und Geisterwelt „aufgrund von Gehörtem und Gesehenem“ beschreiben konnte. Darüber hinaus erhielt er den Auftrag, den inneren Sinn der Heiligen Schrift, wie er ihm während eines gründlichen Studiums des hebräischen und griechischen Urtexts vom Herrn erschlossen wurde, zu beschreiben und die Lehre des Herrn für die Neue Kirche, das neue christliche Zeitalter, darzulegen. Um sich ungeteilt diesen anspruchsvollen Aufgaben als „ein Diener des Herrn Jesus Christus“ widmen zu können, zog er sich zwei Jahre später auch aus dem Bergwerke-Kollegium zurück — gerade in dem Augenblick übrigens, als seine Kollegen ihn zu ihrem Vorsitzenden hatten wählen wollen.

Über diese Berufungs-Vision ist leider viel Falsches, Swedenborg in ein schiefes Licht Setzendes, geschrieben worden, weil man den diesbezüglichen Bericht seines Freundes Carl Robsahm — zehn Jahre nach Swedenborgs Tod aus dem Gedächtnis und in der Ich-Form wiedergegeben — (nur zu gern) für authentisch hielt. Danach wäre ihm beim Mittagessen im Separatzimmer eines Londoner Restaurants etwas höchst Merkwürdiges zugestoßen:

Gegen Ende der Mahlzeit habe er einen Nebel wahrgenommen, der sich alsbald auf dem Boden zu scheußlichem Gewürm zusammen ballte. Nach dieser unappetitlichen Erscheinung sei ihm in der Zimmerecke „ein Mann“ erschienen und mit den Worten „Iß nicht so viel!“ alsbald wieder verschwunden. „Derselbe Mann“ habe sich ihm dann in der darauffolgenden Nacht noch einmal vorgestellt. „Der Mann sagte, er sei Gott der Herr, der Weltschöpfer und Erlöser; er habe mich erwählt, den Menschen den geistigen Sinn der Heiligen Schrift auszulegen“ usw. Dieser gewiß in der besten Absicht gegebene Bericht Robsahms wurde leider auch in der ersten Ausgabe des vorliegenden Buches wiederholt. Er birgt in sich die Gefahr, Swedenborgs Berufung ins Triviale zu ziehen, und das ist denn auch in zahlreichen Fällen geschehen. In Wirklichkeit sind aber die beiden Ereignisse nicht derart eng miteinander verflochten. Swedenborg beschreibt nämlich die Erscheinung im Londoner Gasthaus sowohl in seinem Tagebuch als auch in den „Adversaria“. Danach ist ihm nicht „ein Mann“, sondern „ein Engel“ erschienen, und davon, daß sich ihm dieser in der darauffolgenden Nacht nochmals, diesmal als „Gott der Herr“, vorgestellt habe, um ihn zu seinem hohen Amt zu erwählen, findet sich kein Wort, obwohl dies doch das bei weitem Wichtigere an dem Vorgefallenen gewesen wäre.

Man darf daraus den Schluß ziehen, daß Robsahm, ohne zu ahnen, welchen Schaden er damit anrichtete, zwei Ereignisse miteinander verknüpft hat, die höchstens in der Weise zusammenhingen, daß der Vorfall im Speiselokal als ein unzweifelhaft echtes Reinigungserlebnis die lange Reihe vorbereitender psychischer und parapsychischer Erfahrungen Swedenborgs abschloß und ihn reif machte für die göttliche Berufung. Über den Hergang dieser Berufung gibt es nun aber bezeichnenderweise keine schriftliche Äußerung Swedenborgs. Er, der sonst alles aufzeichnete, was für ihn wichtig war, hat über dieses erschütternde, bis zu seinem Tode in ihm nachzitternde Erlebnis geschwiegen. Freilich hat er sich mehrmals auf seinen Inhalt berufen und gegen Ende seines Lebens den engsten Freunden Andeutungen über den Hergang gemacht, wie wir nicht nur von Robsahm, sondern auch von anderen wissen.

Dieses prophetische Berufungserlebnis bestimmte sein weiteres Leben, das nun erfüllt war von Visionen und Erleuchtungen, in denen er Umgang mit Engeln und Geistern hielt, Erkenntnisse und Offenbarungen der höheren Welten empfing und vom Naturforscher zum Seher wurde. Viele seiner Visionen beschrieb er in seinen zahlreichen religiösen Werken, die zusammen mit seinen früheren wissenschaftlichen Schriften seinen weltweiten Ruhm begründeten.

In jüngster Zeit ist von zwei ganz verschiedenen Seiten her das Verdienst Swedenborgs gewürdigt wurden.

Den Naturwissenschaftler erwähnt der Gießener Gehirnphysiologe Prof. Hugo Spatz in einem Beitrag zu Ernst Benz »Der Übermensch« (Rhein-Verlag, Zürich 1961). Dort schreibt er: »Gall hatte einen Vorläufer, dessen Verdienste um die Hirnlehre wenig bekannt sind. Es ist Emanuel Swedenborg, kein anderer als der geniale Erfinder, Mathematiker, Naturforscher, Philosoph und Seher. Er hat sich außerordentlich eingehend mit dem anatomischen und physiologischen Schrifttum über das Gehirn, wie es zu seiner Zeit vorlag, beschäftigt. Mit einem erstaunlichen Blick für das Richtige kam er auf Grund des Studiums der widerspruchsvollen Meinungen zu einigen Schlüssen, die unleugbar den modernen, mit Hilfe vervollkommneter Technik gewonnenen Erkenntnissen in mancher Hinsicht nahe kommen. Die Synthese von klinischen Beobachtungen, Sektionsbefunden, Ergebnissen des Tierexperimentes und der vergleichenden Anatomie und Physiologie führte ihn zu der in allen seinen neurologischen Schriften wiederkehrenden Überzeugung, daß der Grauen Substanz der Großhirnrinde die größte Bedeutung für die höhere psychische Tätigkeit des Menschen zukommt.

In der Grauen Substanz supponiert er als Cerebellula bezeichnete, mikroskopische Einheiten — der Begriff der ‘Zelle‘ war noch nicht bekannt — die zu verschiedenen Gruppen zusammengefaßt seien und von denen markhaltig werdende Fasern in das Hemisphärenmark und schließlich bis ins Rückenmark ziehen. Dies klingt fast wie eine Vorwegnahme des Gedankens der Neuronenlehre. Die Bedeutung Swedenborgs als Hirnforscher ist in späterer Zeit durch einen Gehirnanatomen vom Range eines Gustav Retzius und durch den bedeutenden Medizinhistoriker Max Neuburger gewürdigt worden.«

Der Indologe Prof. Heinrich Zimmer zitiert den Philosophen Swedenborg in seinem Buch ‘Philosophie und Religion Indiens‘ (Rhein-Verlag, Zürich 1961), in einem Kapitel über den kosmischen Menschen weist er nach, daß die jainitische Lehre vom Großmenschen, dem kosmischen Menschen, der ‘geistiger Stoff‘ oder ‘verstofflichter Geist’ ist, ihre einzige Entsprechung im abendländischen Raum in Swedenborgs Lehre vom ‘Homo maximus‘ hat.

So schreibt er: »Die christliche Vorstellung von Gott als einer Riesengestalt erscheint bei den Swedenborgianern als eine Figur, die einigermaßen dem kosmischen Menschen der Jainas ähnelt. Emanuel Swedenborg erlebte in seinen Visionen den ganzen Himmel auf diese anthropomorphe Art. In seinem Werk ‘De coelo et ejus mirabilibus et de inferno, ex auditis et visis‘ heißt es: ‚Daß der Himmel in seinem Gesamtumfang einen Menschen darstellt, ist ein in der Welt noch nicht bekanntes Geheimnis; in den Himmeln aber ist es sehr wohl bekannt. ‚Die Engel‘, fährt Swedenborg fort, ‚sehen zwar den Himmel nicht seinem ganzen Umfang nach in solcher Gestalt; denn der ganze Himmel fällt nicht ins Gesicht irgend eines Engels, wohl aber sehen sie zuweilen entlegene Gesellschaften, die aus vielen Tausenden von Engeln bestehen, als eines in solcher Gestalt; und aus der Gesellschaft als dem Teile schließen sie auf das Ganze, welches der Himmel ist.’

‚Weil der Himmel so beschaffen ist, so wird er auch vom Herrn regiert wie ein Mensch und somit wie eines.’

In einem andern Werk desselben großen Visionärs mit dem Titel ‘Sapientia angelica de divino amore et de divina sapientia‘, wo die Himmel nochmals beschrieben werden, lesen wir: ‚Die Himmel sind in zwei Reiche abgeteilt, deren eines das himmlische, das andere das geistige heißt. In dem himmlischen Reiche herrscht die Liebe zum Herrn und in dem geistigen Reiche herrscht die Weisheit aus dieser Liebe. Jenes Reich, in dem die Liebe herrscht, heißt die Herzensregion des Himmels, und dies Reich, in dem die Weisheit herrscht, heißt die Lungenregion des Himmels. Man muß wissen, daß der ganze Engelshimmel in seinem Inbegriff einen Menschen vorstellt und vor dem Herrn wie ein Mensch erscheint, weshalb sein Herz das eine Reich bildet und seine Lunge das andere. Denn es besteht eine Herz- und eine Lungenbewegung im Gemeinsamen des ganzen Himmels und daher im besonderen in jedem Engel, und zwar kommt die gemeinsame Herz- und Lungenbewegung allein vom Herrn, weil aus Ihm alle Liebe und Weisheit kommt. ‘Das heißt, der Himmel hat die Gestalt eines Riesenmenschen, und diese Gestalt wird belebt durch die Herzbewegung, welche göttliche Liebe ist und unaufhörlich aus Gott ausströmt, wie auch durch die Lungenbewegung oder Atmung, welche göttliche Weisheit ist. Gott ist nicht mit dem anthropomorphen Riesenorganismus identisch, der sich aus allen Himmelsschichten zusammensetzt. Aber er durchdringt ihn mit seiner Liebe und Weisheit, und diese durchdringen wiederum den Organismus, wie das Blut aus dem Herzen und die Luft aus den Lungen den menschlichen Leib durchdringen.‘«

Eine der wichtigsten neuzeitlichen Biographien Swedenborgs stammt von Ernst Benz, dem 1979 verstorbenen Marburger Professor für Kirchengeschichte. Die nachfolgenden Auszüge sind der längst vergriffenen ersten, 1948 erschienenen Auflage seiner umfangreichen Monographie “Emanuel Swedenborg, Naturforscher und Seher“ entnommen. Inzwischen ist im Zürcher Swedenborg Verlag eine wesentlich verbesserte, zweite Auflage herausgekommen, auf die der interessierte Leser verwiesen sei.

*



Auszüge aus ernst Benz »Swedenborg«



Die Lehre von den Entsprechungen

Sowohl die Visionen Swedenborgs wie auch seine Schriftauslegung sind von einem bestimmten Denkschema beherrscht, das in seiner Lehre von den »Entsprechungen« zum Ausdruck kommt. Es handelt sich dabei um die Grundform seiner Anschauung von der Wirklichkeit überhaupt, die sich bei ihm bereits vor Beginn seiner religiösen Krise ausgebildet hat.

Die Lehre von den Entsprechungen ist in ihrer allgemeinsten Form schon an einigen Stellen des 1740 erschienenen dritten Teils seines »Aufbaus der animalischen Welt« ausgesprochen. Ein Jahr später hat sie eine eigene zusammenfassende Behandlung in einem Manuskript erfahren, das den Titel trägt: »Hieroglyphischer Schlüssel zu den natürlichen und geistigen Geheimnissen auf dem Weg der Repräsentationen und Entsprechungen«. In dieser Schrift, die erst 1784 in London gedruckt wurde, lehrt Swedenborg schon vier Jahre vor seiner Berufungsvision ein Grundgesetz aller Verwirklichung des göttlichen Lebens in den verschiedenen Bereichen: es besteht eine Übereinstimmung ihrer Beziehungen. Das Verhältnis zwischen dem Reich des Göttlichen, des Geistigen und des Natürlichen ist das Verhältnis von Urbild, Abbild und Schattenbild. Jedes natürliche Ding ist also Repräsentation, Entsprechung eines geistigen und eines göttlichen Dinges; es stellt nicht nur sich selber dar, sondern weist auf sein geistiges Bild hin, dessen Schattenbild es ist; das geistige Bild ist seinerseits wiederum Repräsentation eines göttlichen Urbildes. Alle Dinge der niederen Welt künden von der höheren Welt, denn sie enthalten in sich die Entsprechung einer höheren und höchsten Form und spiegeln in einer schattenhaften Weise das göttliche Urbild wieder. Göttliches Urbild — geistiges Abbild — irdisches Abbild verhalten sich wie lebendiges Angesicht — Spiegelbild — Schatten riß, der nach diesem Spiegelbild hergestellt wird.

Daß Swedenborg den Brand von Stockholm 1759 voraussagte, daß er häufige Beweise seiner hellseherischen Fähigkeiten lieferte, Aufträge von Gestorbenen an die noch Lebenden oder von diesen an die Verstorbenen übermittelte, von denen u.a. Kant und Jung-Stilling berichteten, sind bekannte Tatsachen, mögen aber weniger bedeutungsvoll sein als die Visionen, in denen er über die letzten Dinge spricht und über den Aufenthalt der Verstorbenen in der langen Zwischenzeit zwischen Tod und Auferstehung, oder über das Universum, in dem sich die Verwandlung des Niederen zum Höheren abspielt.



Die Metaphysik des Lebens

Swedenborg wagt es, im völligen Gegensatz zu den Anschauungen der Aufklärung, auch das Leibliche als Ausdruck der Vollkommenheit zu sehen.

Die Geistnatur Gottes ist keine abstrakte, sondern eine leibhafte. Es gibt kein abstraktes Wesen des Geistes, denn alles Geistige ist persönliches, personhaftes Sein ohne Leiblichkeit. So gehört auch zum Wesen und zur Vollkommenheit Gottes beides, das Menschliche und die Leiblichkeit.

Der Mensch ist Mensch, weil Gott Mensch ist, und weil Gott den Menschen nach dem Bild seiner Menschheit geschaffen hat, und die Gottesebenbildlichkeit reicht bis in die letzten und anscheinend geringsten Gestaltungen und leibhaften Formen seiner Menschlichkeit hinein. Alles am Menschen, das Höchste und das Niederste, das Geistigste und das Leiblichste, ist ein Spiegel des Menschen in Gott. In dem endlichen Menschlichen kann man sehen, wie das unendliche Menschliche in Gott ist. Gott ist kein abstrakter Begriff, keine Idee, keine Zahl, kein Gesetz, sondern eine lebendige, leibhafte Geistpersönlichkeit. Sein Persönliches ist sein Menschliches, und dieses Menschliche in Gott ist die höchste Form der Organisation und Verwirklichung geistigen und persönlichen Lebens überhaupt. Der Mensch ist Person, weil Gott Person ist. Das Personsein Gottes erfüllt sich in seinem Menschlichen und ist darin begründet, daß er — soweit er überhaupt in einer Gestalt faßbar wird — Mensch ist.

Die Idee von der urbildlichen Bedeutung des Menschlichen für alles geistige Sein führt Swedenborg zu einer Vorstellung, die auf den ersten Blick ebenso merkwürdig scheint wie seine Lehre von der Leiblichkeit Gottes. Nicht nur jedes einzelne unter den Geistwesen trägt als Person Menschenzüge und Menschen gestalt, sondern die Geistwesen gruppieren und organisieren sich untereinander zu Gemeinschaften, die ihrer Form nach Menschengestalt tragen. Ja die einzelnen Engelgemeinschaften in Menschengestalt schließen sich weiterhin zusammen zu dem einen »Großen Menschen« — homo maximus —‚ der den gesamten Himmel ausmacht. Das Menschliche in Gott ist also nicht nur Urbild der einzelnen Geistpersönlichkeit, sondern zugleich die Urform der Gemeinschaft aller einzelnen Geistpersönlichkeiten. »Der Himmel in seinem Ganzen und in seinen Teilen ist wie ein Mensch gestaltet«, und dieser Himmel »bleibt sich im Größten wie im Kleinsten immer gleich«.

Dieses Aeonenwesen, der »Große Mensch«, ist nicht identisch mit Gott selbst, sondern ist der Leib Gottes, die Gestalt, in der sich die erlösten Geistwesen zusammenfügen, und zugleich das Organ, durch das sich die Ausstrahlung des göttlichen Lebens in die unteren Bereiche des Lebens hinab vollzieht. Er ist Werkzeug, Organ und Gefäß des Lebens des Herrn.

In der Lehre vom »Großen Menschen« findet bei Swedenborg die wichtigste Erkenntnis seiner Metaphysik des Lebens ihren Ausdruck: am Anfang und in seinem Ursprung offenbart sich das göttliche Leben nicht in seiner niedersten, sondern in seiner höchsten Form, die alle niederen Formen bereits in sich befaßt, als personenhaftes, und das heißt zugleich menschliches und leibhaftes Leben. In dieser Zusammenfassung des Lebens des Universums im Großen Menschen ist zugleich auch der Rang der einzelnen Seinsstufen und Entsprechungen festgelegt, ebenso auch die Form der zukünftigen Gemeinschaft der erlösten Geister.

Es ist also nicht so, als würde mit dem »Größten Menschen« ein zweites Gottwesen neben Gott eingeführt, sondern der »Große Mensch« ist die erste Verleiblichung und Selbstabbildung des göttlichen Lebens in einer personenhaften Gestalt, von der aus und durch die sich die weitere Differenzierung vollzieht. Dies hat Swedenborg in einer Notiz vom 1. Oktober 1748 ausgesprochen, in der Zeit, als ihm die Idee und Gestalt des »Großen Menschen« in einer Reihe von Intuitionen und »lebendigen Erfahrungen« aufging. Es zeigt sich, daß der Große Mensch zu verstehen ist als etwas, dem das Organische — Werkzeughafte — des menschlichen Leibes entspricht, das durch das Leben Gottes bewegt wird. Der Herr allein ist es, der es belebt und aktiviert, weil er das Leben ist, denn sein Leben ist ebenso im Letzten wie im Ersten. Wer immer daher sein Leben als sein Eigenes leben und wirken will, der kann nicht im Großen Menschen sein, sondern soweit er selbst zu sein begehrt, soweit stößt er sich von ihm zurück und wird von ihm ausgeschieden und abgestoßen. Daher ist der ganze Große Mensch eine leidende und passive Kraft, die an sich selber tot heißt, der Herr allein aber ist eine aktive, wirkende oder lebendige Kraft. Daher ist ihr Zusammenwirken eine Ehe, und der Himmel ist dabei der Braut oder dem Eheweib zu vergleichen, der Herr aber allein ist der Bräutigam. Der Große Mensch hat also bei Swedenborg dieselbe metaphysische Bedeutung wie die himmlische Sophia bei Jakob Boehme. Gott allein ist die schaffende Lebenskraft des Universums; der Große Mensch aber ist der Leib, der »Behälter«, in dem das Universum die wirkende Kraft Gottes empfängt. Wie bei Jakob Boehme die Gestalt der himmlischen Sophia als die Offenbarerin, als der Leib, Kasten, Behälter, Spiegel und das Bildnis der Gottheit und als seine himmlische Braut bezeichnet wird, so erscheint bei Swedenborg der Große Mensch als der Offenbarer und Leib des Herrn, als die Gestalt, durch die hindurch sich das Eins des göttlichen Lebens in das Universum vollzieht.

Das Menschliche ist nicht ein Ausschnitt aus den mannigfaltigen Gestalten des Universums, nicht eine Form des Lebens unter zahllosen anderen, sondern die Urform des Lebens schlecht hin und trägt in sich selber göttliche Züge, das Bild der personhaften Geistnatur Gottes; es ist die Seite des göttlichen Wesens, in der sich das Unbekannte, Überwältigende, Schreckliche und Numinose der göttlichen Natur in eine konkrete Gestalt einkleidet, in der sich Gott überhaupt erst nach außen hin erschließt.

Diese Auffassung bedeutet eine außerordentliche Vertiefung des Menschen-bildes und schließt von vornherein all die Irrwege aus, auf die sich die moderne materialistische und biologische Lebensphilosophie und Deszendenztheorie begeben hat. Das höchste Leben ist nicht ein Produkt des Niederen, ist nicht das Letzte in der Kette der Entwicklungsformen, sondern das Erste und der Ursprung und wirkt als Urform, als Urmodell und Entelechie von Anfang an in allen Formen des Lebens. Dieses repräsentiert sich zuhöchst im Großen Menschen, von dem alle Verwirklichung des Lebens seinen Ausgang nimmt und in dem sich alles in seiner erhöhten und erlösten Form am Ende wieder zusammen findet. »Der Mensch ist nur ein Teilchen — particula — im Großen Menschen, und niemals gibt es etwas im Menschen, das nicht seine Entsprechung im Großen Menschen hätte.« »Der Mensch kann in keiner Weise bestehen, es sei denn, daß er als Teil dem Großen Menschen in ähnlicher Weise in allen seinen Lebensäußerungen entspricht. Wenn dieser Universal-Mensch nicht existierte, oder der Universalleib mit seinen Organen, dann würden auch nicht die einzelnen Partikeln vorhanden sein oder Bestand haben.« Aber auch im Einzelnen bleibt das Ganze als Urbild und himmlisches Modell gegenwärtig. »Dieser Leib bzw. dieser Mensch ist, obwohl universal, in sich lediglich organhaft und hat sein Leben von Gott, und auf diese Weise wird der Mensch von Gott geleitet. Anders ist ein Leben beim Menschen undenkbar. Alles Teilhafte lebt aus seinem Gemeinsamen, weil es ein Teil des Gemeinsamen ist, und alles Einzelne lebt aus seinem Universalen, denn es ist ein Teil des Universalen.«

Dies gilt nicht nur für die Menschen auf dieser Erde, sondern für das gesamte Universum. Das Menschliche dieser Erde ist nur eine besondere Form der Darstellung des Menschen. Auch die Geister, auch die Engel sind Menschen und tragen Menschenantlitz; in ihrem Bereich repräsentiert sich aber das Menschliche in einer höheren Form der Leiblichkeit, die dem geistigen Wesen des Persönlichen angemessener ist und eine plastischere Darstellung des Menschlichen ermöglicht, als dies in dem groben Stoff der irdischen Leiblichkeit der Fall ist.

Der Himmel oder der Große Mensch ist der Leib Gottes, und in ihm prägt sich das ihn erfüllende Leben auf allen Stufen in menschlicher Gestalt aus. »Gott erfüllt als Mensch das Universum, und so entsprechen Ihm alle Dinge, die im Universum sind, denn der Himmel ist Gott selbst, weil alles in allem ist, und so entsprechen die Pole und Behausungen des Himmels Ihm und Seinen Gliedern.« Diese Anschauung beherrscht sämtliche Visionen Swedenborgs und liegt seiner gesamten Einteilung des Geister- und Engelreiches zugrunde. Der Himmel ist das corpus maximum der »Große Leib«, und stellt die Analogie des menschlichen Leibes so genau dar, daß seine einzelnen Teile, die Gesellschaften der Geister und Engel, in entsprechender Weise wie die Glieder im menschlichen Leibe untereinander zusammenhängen.

Allerdings ist das irdische Auge des Menschen blind für die Erkenntnis dieser unermeßlichen Gestalt: nur Gott schaut sie in ihrer Einheit und Ganzheit und erkennt die Harmonie in dem unfaßlichen Zusammenwirken des Verschieden-artigen innerhalb des universalen Leibes. »Im Blick Gottes bildet der gesamte Himmel einen Menschen und auch die Engel sind daher Menschen, und dies geschieht infolge des Einströmens des Göttlichen in den Himmel. Das Göttlich-Menschliche ist es, das in den Himmel einströmt und ihn macht. Der innerste Himmel bildet daselbst das Haupt, der zweite die Brust, der erste die Knie und Füße. Daß auf diese Weise eine Entsprechung des Himmels mit allem und jedem einzelnen am Menschen besteht, liegt auf der Hand.«

Damit ist auch ein bestimmtes Gemeinschaftsprinzip festgelegt. Alles ist auf Gemeinschaft angelegt. Diese entsteht nicht durch einen Zusammenschluß einzelner Individuen, sondern das Gemeinsame ist vor und über dem Einzelnen. Wie im menschlichen Leib die einzelnen Zellen zu Geweben höherer Art, diese wiederum zu höheren Organen verbunden sind, so schließen sich die Geistwesen zu gliedhaften Gemeinschaften zusammen, die mit einander den Großen Menschen bilden, nicht als ihre Summe, sondern als ihre ursprüngliche Einheit, als die zentrale Gestalt und das Urbild ihres Lebens.

Der absolute Vorrang des Menschen im Universum kommt in diesen Gedanken Swedenborgs zum Ausdruck. Das Weltall ist ein Bild Gottes und ist daher »voll Gott aus Gott« und in Gott selbst erschaffen, »denn Gott ist das Sein selbst und aus dem Sein muß das sein, was ist«. Da aber Gott in seinem innersten Wesen Mensch ist und seine geistige Gestalt sich in der Form des Universalmenschen darstellt, so bildet das Universum als Bild Gottes ebenfalls den Gottmenschen ab. »Das erschaffene Weltall ist ein Abbild des Gottmenschen.«

Da der Mensch und das Universum Bild Gottes ist, so muß eine Entsprechung zwischen allen Teilen des Menschen und allen Teilen des Universums bestehen. »Alles und jedes, das in dem geschaffenen Weltall Dasein hat, steht in einem solchen Entsprechungsverhältnis mit allem und jedem im Menschen, daß man sagen kann, auch der Mensch sei eine Welt. Es besteht ein Entsprechungs-verhältnis seiner Triebe und Gedanken, die ihnen entspringen, mit allem im Tierreiche, eine Entsprechung seines Willens und von dorther eine Entsprechung seines Verstandes mit allem im Pflanzenreich, und eine Entsprechung seines untersten Lebens mit allem im Mineralreich.« Der Mensch faßt alle Reiche des Universums im Organismus seiner geist-leiblichen Persönlichkeit zusammen.

Diese alte mystische Lehre vom Menschen als Mikrokosmos liegt der ganzen Entwicklung der modernen Naturwissenschaft von Nicolaus Cusanus bis Paracelsus, Boehme, Helmont, Kepler und Newton zugrunde, aber sie erfährt bei Swedenborg eine Weiterbildung, die seiner neuen Auffassung vom Wesen des Menschen entspringt und die bei ihm durch eine Fülle naturwissenschaftlicher Beobachtungen gestützt wird. Alles, was erschaffen ist, stellt in einer gewissen Weise den Menschen dar. Das Leben in seiner höchsten geistigen Form ist menschliches Leben. Das niedere Leben aber bildet das höhere Leben ab, und zwar so, daß durchweg in allen niederen Formen noch der bildhafte Hinweis auf die höheren enthalten ist. Das Menschliche spiegelt sich bis in die entferntesten und niedersten Gestalten und Regungen des Tier-, Pflanzen- und Mineralreiches hinein. Alle lebendigen Formen weisen auf den Menschen hin, zielen auf seine Gestalt und sind Entwürfe, die ihn im Auge haben. Dank seiner naturwissenschaftlichen Kenntnisse hat Swedenborg auch in seinen visionären Schriften eine Menge solcher Beziehungen der niederen Kreatur auf den Menschen hin aufgezählt, um nachzuweisen, daß bei der Ausbildung der Mannigfaltigkeit der Organe und Glieder der Pflanzen- und Tierwelt überall das geistige Modell des Menschen und seiner Organe leitend ist.

Der Urbild-Charakter des Menschlichen ist dabei so zu verstehen, daß das Urbild selbst die Kraft besitzt, auf die niederen Formen des Lebens gestaltend einzuwirken. Den unteren Schichten des Lebens wohnt der Trieb ein, in das Höhere überzugehen und sich zu verwandeln. Die Mineralien haben das Bestreben, in Vegetation überzugehen, die Vegetabilien, zum Tier zu werden, und dieser Drang geht durch alle Stufen der Kreatur hindurch bis zum Menschen. Das ist die mystische Kette des Aufstieges alles Lebens zum Menschen und vom Menschen zu Gott, die gewaltige Gegenbewegung zum Abstieg des Lebens von Gott über den Menschen bis ins Mineralreich hinein.

Der Mensch ist der Mittelpunkt der Entfaltung von oben nach unten und von unten nach oben »Der universelle Endzweck aller Teile der Schöpfung ist, daß eine ewige Verbindung des Schöpfers mit dem erschaffenden Weltall bestehe.«

Das Universum ist die Schaubühne einer ungeheuren Verwandlung des niederen Seins in das höhere Sein als die Divina Commedia einer allumfassenden Wiedergeburt, in der das Geschaffene durch die verschiedenen Stufen der Schöpfung aufsteigend sich vermenschlicht und durch den Menschen zu seinem Ursprung, zu Gott, zurückkehrt. Das Geheimnis des Abstiegs des Lebens heißt Menschwerdung.

Diese Gedanken stellen die höchste Verherrlichung des Menschen in der europäischen Geistesgeschichte dar. Von seinem Christus-Erlebnis her ist für Swedenborg das Menschliche als die personhafte Geistgestalt, die zum Wesen Gottes selbst gehört, zur Urform und zum höchsten Gestaltungsprinzip alles Lebendigen und aller Entwicklung geworden. Es gibt nichts Abstrakt-Geistiges. Geist ist kein formales Prinzip, sondern seinem Wesen nach Leben, das nach Verleiblichung und Verpersönlichung drängt und nur im Leiblichen und Persönlichen lebt. Das göttliche Leben will Mensch werden, will Person schaffen, im Persönlichen sich entfalten und das göttliche Urbild auf eine individuelle Weise leibhaft ausbilden. Alles Geistige drängt dazu, Geschichte und Gemeinschaft zu werden, die nicht auf den Schauplatz dieser Welt beschränkt ist, sondern sich fortsetzt und vollendet in einem Reich der Geister, und die ihren Abschluß findet im Gottesreich; in ihm geben die vollkommenen Geister, in denen das Gottesbild sich am reinsten ausgeformt hat, in einer ewigen Anbetung und Anschauung Gott ihre Liebe zurück.



Die Lehre von der geistigen Welt

Swedenborgs Lehre von der geistigen Welt ist ein genialer Versuch, die zu seiner Zeit innerhalb der kirchlichen Dogmatik verblaßte Anschauung vom Jenseits und von den letzten Dingen als reale Vorgänge in der geistigen Entwicklung des Menschen zu erfassen und sie mit einer neuen, lebendigen Anschauung zu erfüllen.

Swedenborg hat die traditionellen Jenseitsvorstellungen mit neuem religiösen Gehalt erfüllt und ihnen ihr ursprüngliches Anliegen für den frommen Menschen wiedergegeben, indem er sie nicht als geschichtliche Ereignisse, sondern Geschehnisse und Vorgänge in der geistigen Entwicklung des Menschen, als metaphysische Lebensvorgänge allgemein menschlicher Art verstand. Der Ausgangspunkt für diese Umdeutung ist sein Menschenbild.

Himmel, Geisterreich und Erde sind Stätten der Verwirklichung, Erhöhung oder Verwerfung des Menschen; sie dienen der Ausbildung, Individuation und Darstellung des Menschen in allen seinen Höhen und Tiefen, seinen Möglichkeiten und Besonderheiten, in der Vereinzelung und in der Gemeinschaft. Engel und Mensch unterscheiden sich also nicht wie zwei verschiedene Gattungen der Schöpfung, wie Adler und Maus, sondern wie zwei verschiedene Entwicklungsstufen derselben Gattung, wie Schmetterling und Raupe.

Unzählige Hinweise dieser Art finden sich in Swedenborgs visionären Schriften. In seinem Werk über den Himmel und die Hölle heißt es zusammenfassend: »In der Christenheit ist es völlig unbekannt, daß Himmel und Hölle aus dem menschlichen Geschlechte sind, denn man glaubt dort, die Engel seien von Anbeginn erschaffen, und daher stamme der Himmel, und der Teufel oder Satan sei ein Engel des Lichts gewesen. Darüber wundern sich die Engel gar sehr. Sie wollen deshalb, daß ich aus ihrem Munde versichere, daß im ganzen Himmel nicht ein Engel sei, der von Anbeginn erschaffen und hinabgestoßen sei, sondern alle sowohl im Himmel als in der Hölle seien aus dem menschlichen Geschlechte.«

Mit diesem Gedanken verknüpft sich eine zweite Erkenntnis Swedenborgs: die Entwicklung des Menschen ist mit diesem irdischen Leben nicht abgeschlossen, sondern geht im Jenseits weiter, und zwar unmittelbar nach seinem leiblichen Tode. Das Leben hier und dort bildet eine einzige zusammenhängende, zeitlich ununterbrochene Kontinuität des persönlichen Seins. Keine Nacht des Todes von unbegrenzter Zeitdauer schiebt sich dazwischen. Der Mensch wechselt aus dem physischen Sein mit der Ganzheit seines persönlichen Lebens hinüber in den Zustand einer anderen, geistigeren Form der Leiblichkeit.

Hier beginnen sich die Ideen Swedenborgs über das Verhältnis von Geist und Leiblichkeit in ihrer ganzen Bedeutung auszuwirken. Das personhafte geistige Leben ist nicht auf eine Verwirklichung im Organismus eines physischen, fleischlichen Leibes angewiesen. Jede Person hat ihre spezifische geistleibliche Seinsweise, in der sich ihr »innerer Mensch« darstellt. Dieser innere Mensch ist während des physischen Lebens im äußeren Menschen als dessen inneres Modell verborgen. Der leibliche Tod tangiert den inneren Menschen überhaupt nicht, er ist nur eine Versetzung des Menschen aus der irdischen in eine andere, geistigere Seinsweise in eine andere Art der Leiblichkeit, die andere Dimensionen, andere Lebensfunktionen, andere Verständigungsarten, andere Möglichkeiten der Erkenntnis und Mitteilung aufweist.

Die Beschreibung der Veränderung, die der Mensch mit dem Tode erfährt, setzt bei Swedenborg mit einem kühnen und verblüffenden Gedanken ein, der die neue Seinsweise der geistigen Welt sehr anschaulich erklärt: die Menschen wissen zunächst gar nicht, daß sie gestorben sind. Die Kontinuität ihres Bewußtseins erfährt keine Unterbrechung, so daß sie sich der eingetretenen Zustandsveränderung zunächst gar nicht bewußt werden. Da sie in der Ganzheit ihrer Persönlichkeit in das geistige Leben eintreten, merken sie gar nicht, daß sie in der Geisterwelt sind. Erst allmählich fällt ihnen die Änderung ihres Zustandes auf.

Der Mensch behält nach seiner Versetzung ins Geisterreich seine geschichtlich geprägte Form bei, weshalb die Verstorbenen zunächst auch physiognomisch genau so aussehen, wie sie bei ihrem Tod aussahen, und auch noch ihren Bekannten im Jenseits erkennbar sind. Aber ihre Maske hat jetzt keine stoffliche Grundlage mehr; die Verkrustung des inneren Gesichtes kann im neuen Zustand nicht andauern. Das Gesicht wird wieder plastisch und lebendig; die verlorene Übereinstimmung zwischen dem wahren Inneren und dem Äußeren stellt sich wieder her, der Mensch wird auch äußerlich wieder zu dem, was er innerlich ist; er wird »in den Zustand seines inwendigen Menschen versetzt«, wie das Swedenborg an sich selber erlebt hatte, d.h. sein inwendiger Mensch bestimmt jetzt wieder voll und ganz das äußere Gepräge; das innere Modell seiner Persönlichkeit bildet sich wieder rein und unverfälscht in seinem Angesicht ab; die Maske fällt. »Dann liegt offen zutage, wie der Mensch in sich in der Welt beschaffen war.« In diesem Zustand »erscheinen die Geister ganz so, wie sie in der Welt in sich waren, und es kommt auch an den Tag, was sie im Verborgenen getan und geredet hatten, denn weil das Äußere nicht mehr zurückhält, so reden sie alsdann Gleiches und versuchen auch Gleiches zu tun und fürchten nicht, wie in der Welt, die üble Nachrede. Sie werden auch in mehrere Zustände ihres Bösen versetzt, damit sie den Engeln und guten Geistern so erscheinen möchten, wie sie wirklich sind. So wird das Verborgene geöffnet und das Heimliche aufgedeckt nach den Worten des Herrn: „Nichts ist zugedeckt, das nicht enthüllt, und nichts verborgen, das nicht erkannt werden wird. Was ihr im Finstern gesagt habt, wird man im Lichte hören, und was ihr ins Ohr geredet in den Gemächern, das wird man auf den Dächern verkündigen“ (Luc. 12,2.3).«

Gleichzeitig erfolgt auch eine weitere entscheidende Wendung in der Persönlichkeitsentwicklung: nachdem das innerste Wesen des Menschen frei geworden ist und sich rein entfalten kann, wendet sich jeder der Gesellschaft von seinesgleichen zu. Jeder wird von der besonderen Liebe, die den Grundtrieb seines Wesens bildet, zu denen hingezogen, die er mit sich durch gleiche Liebe verbunden sieht. Die Zuteilung des Menschen zu den Gesellschaften des Geister- und Engelreiches ist keine künstliche und willkürliche, vielmehr wird ein jeder durch den Grundtrieb seines inneren Menschen notwendigerweise zu seinesgleichen hingeführt. In dieser Zuordnung zu einer bestimmten Gesellschaft des Geisterreiches, die mit dem Fortschritt der inneren Entwicklung immer wieder wechselt, erfüllt sich die höhere Bestimmung seines irdischen Lebens. Dem Grundtrieb seines Inneren nach hatte er dieser höheren Gemeinde schon während seines irdischen Lebens angehört. Jetzt tritt er ganz und gar in diese Gemeinschaft ein. »Jeder kommt zu der Gesellschaft, in der sein Geist in der Welt schon gewesen war, denn jeder Mensch ist seinem Geiste nach mit irgendeiner Gesellschaft, entweder einer höllischen oder einer himmlischen, verbunden, der Böse mit einer höllischen, der Gute mit einer himmlischen. Zu dieser wird der Geist allmählich hingeführt und tritt zuletzt in sie ein. Der böse Geist kehrt sich, wenn er im Zustand seines Inwendigen ist, stufenweise seiner Gesellschaft zu und stellt sich zuletzt gerade vor sie hin, noch ehe dieser Zustand zu seinem Ende gelangt ist; ist aber dieser Zustand ganz erreicht, so stürzt der böse Geist sich selbst in die Hölle, wo seinesgleichen sind.«

Auf der zweiten Stufe geschieht die große Scheidung der Geister. Solange sie noch in ihrem Auswendigen sind, sind die Bösen und die Guten auf dieser Welt beieinander. Werden sie aber in ihr Inwendiges versetzt und tritt die beherrschende Grundliebe ihres Wesens auch als äußerlicher Zug unverfälscht hervor, so trennen sich die Guten von den Bösen und ein jeder eilt zu der Gesellschaft, zu der er sich durch die Verwandtschaft seiner Liebe hingezogen fühlt. Nicht nur die einzelne Geistperson stellt sich im Lichte des Himmels ohne Heuchelei dar und wirft ihre Maske ab, sondern auch die Gemeinschaft der Geister ist eine reine und umfaßt nur solche Glieder, die gleichen Wesens und gleicher Liebe sind.

Was also in der orthodoxen Lehre von den letzten Dingen als Folge des Jüngsten Gerichtes verstanden wird, die Scheidung der Schafe von den Böcken, die Zuweisung zur Rechten oder zur Linken, das ist hier wieder als ein Vorgang in der metaphysischen Entfaltung der menschlichen Geistpersönlichkeit selbst aufgefaßt. Der Mensch bestimmt sich selbst in diesem irdischen Leben sein höheres Schicksal durch seine Liebe. Entscheidend ist die Grundrichtung seines Wesens, ob sich seine Liebe auf Gott oder auf sein eigenes Ich richtet, ob er sich vom Guten oder vom Bösen ergreifen laßt. Im jenseitigen Leben muß er so sein, wie der Grundtrieb seines irdischen Lebens war; dort verwirklicht sich sein Wesen und seine Liebe ohne Heuchelei, Verfälschung und Behinderung, wird zum reinen Gestaltungsprinzip seiner Persönlichkeit und bestimmt auch seine Zuordnung zu einer Gesellschaft von seinesgleichen. Dort wird der Mensch in einer unverhüllten Form zu dem, was er in seinem Innersten ist, was hier auf Erden verdeckt, verfälscht, entstellt und ihm selber unbewußt in ihm schlummerte; dort reift die Frucht der menschlichen Persönlichkeit aus; dort vollendet sich der Zug des Herzens, der ihn auf Erden leitete.

Himmel und Hölle sind also nicht Bereiche, die vor dem Menschen da sind und in die er erst durch einen göttlichen Urteilsspruch nach dem Jüngsten Gericht versetzt wird. Es gibt keine Engel und es gibt keine Teufel außer dem Menschen. Die Hölle besteht aus Gesellschaften von Menschen, deren Grundtrieb die Selbstliebe ist, die sich hier auf Erden gegen Gott und sein Wort empörten, die hier, auf Erden den Nächsten zur Erhöhung ihrer eigenen Macht und Lust mißbraucht haben und die in der jenseitigen Welt ihren verkehrten Grundtrieb weiter verwirklichen und betätigen müssen. Durch die Gleichheit ihres verderbten Wesens und ihrer verkehrten Liebe aneinandergefesselt, fügen sie sich gegenseitig das Böse zu, auf das ihr Innerstes gerichtet ist, und machen sich so untereinander das Leben zur Hölle, indem sie sich gleichzeitig für das Böse, das sie einander antun, gegenseitig bestrafen. Der böse Mensch ist der Teufel des anderen bösen Menschen, und daß sich solche gegenseitig Böses antun müssen, darin besteht ihre Hölle. Indem sie ihr Wesen rein aktivieren, quälen sie sich gegenseitig und ein jeder straft das Laster des anderen am wirkungsvollsten, indem er es an ihm selbst verübt.

Ebenso gibt es auch keinen Engel und keinen Himmel außer den Menschen. Der Himmel besteht aus den Gesellschaften der Menschen, die die gleiche Liebe zu Gott und zum Nächsten zusammen geführt hat, die sich gegenseitig in gleichgerichteter Liebe zum Guten und Wahren Gutes antun, die sich in der Erkenntnis der Wahrheit vervollkommnen und sich immer höher zum Herrn, ihrem Urbild, emporbilden. Der Mensch ist des Menschen Engel, und die Verwirklichung der Liebe zu Gott in der Liebe zum Nächsten macht ihm und dem Nächsten das Leben zum Himmel, in dem die liebende Tat, die er am Nächsten vollbringt, ihm vom Nächsten wieder entgegengebracht wird und jedes Wirken in der Gemeinschaft sich selbst zum Lohne wird, wie es in der Hölle sich selbst zur Strafe wird.

Der dritte Zustand nach dem Tode, der Zustand der Weiterbildung, ist daher allein denen vorbehalten, deren Liebe auf Gott gerichtet ist. Die werden »durch Unterweisungen zum Himmel vorbereitet und auf den Weg gebracht, der aufwärts zum Himmel führt, und dort Hüter-Engeln übergeben, und hernach von anderen Engeln aufgenommen und in Gesellschaften hingeführt und in diesen in viele Seligkeiten. Hierauf wird jeder vom Herrn in seine eigene Gesellschaft gebracht«. Auf diesem Wege wird das Böse und Falsche, das auch den Besten dieser Erde als Rest des irdischen Menschen anhaftet, immer mehr »abgeödet« und »ausgerodet«, bis ihre Liebe ihr ganzes Wesen durchdringt und sie zu einem vollkommenen Glied ihrer himmlischen Gemeinschaft werden.

Ein durchgehender innerer Lebenszusammenhang ist es also, der die verschiedenen Reiche miteinander verbindet. In der irdischen Welt bildet sich das persönliche Wesen, der Geistmensch, der nach dem Bild Gottes geformt ist, zu einer individuellen Gestalt aus, und zwar je nach der Grundrichtung seiner Liebe. In der geistigen Welt tritt dieser Grundzug seines Wesens klar hervor und drängt ihn zu seinesgleichen. Aus dem Geisterreiche ergänzen sich Himmel und Hölle. In der Hölle entfaltet sich das wider Gott gerichtete menschliche Leben in einer ewigen Selbstbestrafung. Im Himmel ordnen sich die erlösten und geläuterten Geister als lebendige tätige Persönlichkeiten in immer höheren Gemeinschaften in den Leib des Großen Menschen ein.

Diese Lehre vom Himmel und von der Hölle ist ohne Zweifel außerordentlich tiefsinnig und bringt eine konkrete Anschauung in die unklaren und bewußt verdrängten dogmatischen Lehren von den letzten Dingen. Sie begreift den Himmel und die Hölle als letzte Möglichkeiten und Steigerungen des Menschlichen. Sie sieht den Ablauf der Persönlichkeitsentwicklung auf Erden und im Jenseits in einem kontinuierlichen Zusammenhang. Sie zerreißt nicht das Hier und das Dort In eine irdisch-leibhafte und eine geistig-leiblose Welt, sondern wahrt durch ihre Anschauung von der Geistleiblichkeit des inneren Menschen die Einheit der Persönlichkeitsentwicklung im irdischen und jenseitigen Leben. Sie vermeidet alle unlogischen Vorstellungen der orthodoxen Jenseitslehren. Sie versteht die Auferstehung, das Jüngste Gericht, die Zuweisung zum Himmel und zur Hölle als Vorgänge, die im Wesen der Persönlichkeitsentwicklung selbst angelegt sind. Sie benötigt für ihre Hölle keinen Satan und keinen Teufel, sie beansprucht für ihren Himmel keine präexistenten Engel, sondern bezieht Himmel und Hölle in den Bereich des Menschlichen ein. Menschen sind es, die sich durch ihr Böses das Leben zur Hölle, durch ihre Liebe zum Himmel machen und die selber in der Verführung zum Bösen und in der Bestrafung des Bösen Teufel, in der Vervollkommnung im Guten und Wahren und in der erhebenden Kraft der Liebe Engel sind. Die Erde ist der Schauplatz, auf dem sich die Scheidung der Menschen nach der Grundrichtung ihres Wesens anbahnt: die einen verhärten sich in ihrer Selbstsucht wider Gott, die anderen erfahren die Wiedergeburt und geben sich dem Herrn in freier Liebe hin. Die Geisterwelt gehört zum Bereich des menschlichen Lebens, in ihr geschieht die Scheidung der Herzen und Gemüter und vollzieht sich in deutlicher Zuordnung der Geistwesen zu Gesellschaften gleicher Liebe. Der Himmel ist der Schauplatz der erhöhten, die Hölle der Schauplatz der sich selbst zerstörenden Menschheit.

Darüber hinaus klären sich eine Reihe von Vorstellungen, die im orthodoxen Jenseitsbilde der religiösen Anschauung anstößig oder unverständlich waren. Nicht Gott ist es, der verdammt, sondern der Mensch ist es, der sich im Mißbrauch seiner Freiheit gegen Gott wendet und sich dadurch vom Leben Gottes ausschließt, d.h. sich verdammt. Nicht Gott ist es, der den Menschen richtet, sondern der Mensch ist es, der sich selber richtet, indem er sich seiner Selbstliebe hingibt und die göttliche Gnade von sich stößt. Nicht Gott ist es, der den Menschen in die Hölle wirft, sondern der Mensch selbst eilt dorthin, vom bösen Grundtrieb seines selbstsüchtigen Wesens zu seinesgleichen hingerissen. Nicht darin besteht die Ewigkeit der Höllenstrafen, daß die Menschen von einem zornigen Gott für die einzelnen bösen Taten, die sie auf Erden verübten, ewig gestraft werden, sondern darin, daß sie in der Hölle ihre Grundneigung zum Bösen ständig neu aneinander betätigen und ein jeder den anderen Bösen seiner Gesellschaft für das Böse, das dieser ihm antut, durch ein gleiches Böses bestraft. Nicht darin besteht die Seligkeit des Himmels, daß die erhöhten Menschen dort als ewige Belohnung für zeitliche Wohltaten ewige Freuden genießen, sondern daß sie dort ihre Liebe zum Guten und Wahren in einem tätigen Leben untereinander ständig aufs neue verwirklichen und daß ihnen die ewig neue Betätigung ihrer Liebe untereinander zugleich zum gegenseitigen Lohn ihrer liebe wird.

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Die Entsprechung des himmlischen mit dem natürlichen Menschen

Wunderbares darf ich jetzt berichten und beschreiben, was, soviel ich weiß, noch niemand bekannt und nicht einmal jemand in den Sinn gekommen ist, daß nämlich der ganze Himmel so gebildet ist, daß er entspricht dem Herrn, nämlich Seinem Göttlich Menschlichen und daß der Mensch so gebildet ist, daß er, mit allem und jedem bei ihm, entspricht: dem Himmel, und durch den Himmel, dem Herrn. Dies ist das große Mysterium, das nun enthüllt werden soll.

Daß eine solche Entsprechung stattfindet, ist gar wohl bekannt im andern Leben, nicht allein den Engeln, sondern auch den Geistern, und selbst den Bösen. Die Engel wissen daraus die größten Geheimnisse, die im Menschen, und die größten Geheimnisse, die in der Welt und ihrer ganzen Natur sind. Davon habe ich mich öfters überzeugen können, auch dadurch, daß, wenn ich von einem Teile des Menschen redete, sie nicht allein wußten den ganzen Bau, die Tätigkeit und den Nutzzweck des selben Teils, sondern auch unzählig mehreres, als ein Mensch überhaupt fähig ist, zu erforschen, ja zu verstehen, und zwar in seiner Ordnung und in seiner Reihenfolge, und zwar durch den Einblick in die himmlische Ordnung, welcher sie folgten, und welcher die Ordnung jenes Teils entsprach. Weil sie also in den Urgründen sind, so wissen sie eben daher das, was aus ihnen sich ergibt.

Es ist eine allgemeine Regel, daß nichts entstehen und bestehen kann aus sich, sondern aus einem andern, das heißt durch ein anderes, und daß nichts erhalten werden kann in seiner Form, wenn nicht aus einem andern, das heißt durch ein anderes, wie aus allem und jedem in der Natur erhellt. Daß der menschliche Leib auswendig in der Form erhalten wird von den Atmosphären, ist bekannt; wenn er nicht auch inwendig von einer wirkenden oder lebendigen Kraft erhalten würde, so würde er im Augenblick zusammenfallen. Alles, was nicht zusammenhängt mit einem Früheren als es ist, und durch das Frühere mit dem Ersten, geht auf der Stelle zu Grunde. Daß der Größte Mensch oder der Einfluß aus ihm jenes Frühere ist, wodurch der Mensch in seinem Ganzen und Einzelnen im Verband erhalten wird mit dem Ersten, das heißt mit dem Herrn, wird aus dem Folgenden klar werden.

Hierüber bin ich durch viele Erfahrung belehrt worden und zwar, daß nicht allein das, was dem menschlichen Gemüt, nämlich was seinem Denken und seiner Neigung angehört, den geistigen und himmlischen Dingen, welche des Himmels vom Herrn sind, entsprechen, sondern auch, daß im allgemeinen der ganze Mensch und im besonderen alles, was im Menschen ist, sogar, daß es nicht den kleinsten Teil, nicht einmal das Kleinste eines Teiles gibt, das nicht entspricht. Ferner, daß der Mensch von daher entsteht und fortwährend besteht; wie auch, daß wenn nicht eine solche Entsprechung des Menschen mit dem Himmel und durch den Himmel mit dem Herrn, also mit einem Früheren als er ist, und durch Früheres mit dem Ersten wäre, er nicht einen Augenblick bestehen, sondern in Nichts zerfließen würde. Es sind immer zwei Kräfte, welche ein jedes Ding in seinem Zusammenhang und in seiner Form, wie oben gesagt, erhalten, nämlich eine Kraft, die auswendig wirkt, und eine Kraft, die inwendig wirkt, in deren Mitte dasjenige sein muß, was erhellen wird, also auch der Mensch in seinen einzelnen, auch den allerkleinsten Teilen.

Daß es die Atmosphären sind, welche von außen durch fort währendes Drücken oder Anfliegen und die dadurch wirkende Kraft, den ganzen Leib im Zusammenhang erhalten, ist bekannt, wie auch, daß die Atmosphäre der Luft durch den Einfluß die Lungen erhält; und eben dieselbe ihr Organ, welches das Ohr ist, mit seinen Formen, die gemäß der Modifikation derselben eingerichtet sind. Und ebenso erhält die ätherische Atmosphäre die inwendigeren zusammengehörigen Teile, denn sie fließt ungehindert durch alle Poren ein und hält die inwendigeren Eingeweide des ganzen Leibes, beinahe durch ein gleiches Drücken und Aufliegen, und die dadurch wirkende Kraft, in ihren Formen unzertrennt; wie auch eben dieselbe Atmosphäre ihr Organ erhält, welches das Auge ist, mit seinen Formen, die darin gemäß der Modifikation derselben eingerichtet sind. Wenn diesen nicht entsprechen würden innere Kräfte, welche gegen jene äußern Kräfte eine Gegenwirkung ausüben und so die inmitten befindlichen Formen zusammen und im Gleichgewicht erhalten, so würden sie keinen Augenblick bestehen. Hieraus wird klar, daß durchaus zweierlei Kräfte sein müssen, wenn etwas entstehen und bestehen soll. Die Kräfte, welche von innen einfließen und wirken, sind aus dem Himmel, und durch den Himmel vom Herrn, und haben in sich Leben. Dies zeigt sich besonders klar am Organ des Gehörs. Wenn nicht inwendigere Modifikationen wären, welche dem Leben angehören, und denen die auswendigeren Modifikationen, die der Lust angehören, entsprächen, so würde kein Gehör existieren. Und auch am Organ des Gesichtes zeigt es sich. Wenn kein inwendigeres Licht wäre, das dem Leben angehört und welchem das auswendigere Licht, das der Sonne angehört, entspräche, würde gar kein Gesicht existieren. So verhält es sich mit allen übrigen Organen und Gliedern im menschlichen Leibe. Es sind die auswendig wirkenden Kräfte, welche natürlich sind und an sich nicht lebendig, und es sind die inwendig wirkenden und an sich lebendigen Kräfte, welche ein jedes Ding erhellen und machen, daß es lebt und zwar gemäß der Form, wie sie ihm zum Nutzzweck gegeben ist.

Daß es sich so verhält, können nur wenige glauben, aus dem Grund, weil man nicht weiß, was das Geistige und was das Natürliche ist und noch weniger, wie sie voneinander unterschieden sind; sodann was Entsprechung und was Einfluß ist, und daß das Geistige, wenn es in die organischen Formen des Leibes einfließt, solche lebendige Formen darstellt, wie sie erscheinen; und daß ohne solchen Einfluß und Entsprechung auch nicht das kleinste Teilchen des Leibes Leben haben und sich bewegen kann. Wie sich dieses verhält, darüber bin ich durch lebendige Erfahrung belehrt worden. Nicht nur, daß der Himmel im allgemeinen einfließt, sondern auch die Gesellschaften insbesondere. Sodann welche Gesellschaften, und wie beschaffen diejenigen sind, welche in dieses und jenes Organ des Leibes und in dieses und jenes Glied desselben einfließen. Sodann, daß es nicht eine einzige Gesellschaft ist, sondern daß es sehr viele sind, welche auf ein jedes Organ oder Glied einwirken; und daß in jeder Gesellschaft sehr viele sind. Denn je mehrere es sind, desto besser und stärker ist die Entsprechung, weil die Vollkommenheit und Stärke von der einmütigen Menge mehrerer kommt, welche Zusammenwirken in himmlischer Form. Daraus ergibt sich nach Verhältnis der Mehrheit eine um so vollkommenere und stärkere Einwirkung auf das Einzelne.

Hieraus konnte erhellen, daß die einzelnen Eingeweide und Glieder oder Bewegungs- und Empfindungs-Organe den Gesellschaften im Himmel, gleichsam ebenso vielen unterschiedenen Himmeln, entsprechen und daß aus jenen Gesellschaften, das heißt durch diese Himmel, Himmlisches und Geistiges beim Menschen einfließt und zwar in angemessene und geeignete Formen und so die Wirkungen hervorbringen, welche dem Menschen erscheinen. Aber diese Wirkungen erscheinen dem Menschen nicht anders als wie natürliche, somit unter einer ganz anderen Form und unter einer ganz anderen Gestalt, so daß man gar nicht erkennen kann, daß sie von dort herkommen.

Einmal wurde mir auch ganz lebhaft gezeigt, welche und was für Gesellschaften das sind und wie diejenigen einfließen und wirken, welche das Gebiet des Angesichtes zusammenbilden und in die Muskeln der Stirne, der Wangen, des Kinns und Nackens einfließen und wie sie miteinander verkehren. Und um dieses lebhaft darzustellen, durften sie das Angesicht auf verschiedene Arten durch den Einfluß ausgestalten, ebenso wurde gezeigt, welche und was für Gesellschaften in die Lippen, in die Zunge, in die Augen, in die Ohren einfließen. Und ich durfte auch mit ihnen reden und so vollständig belehrt werden. Hieraus konnte auch erhellen, daß alle, welche in den Himmel kommen, Organe oder Glieder des Größten Menschen sind; wie auch, daß der Himmel nie geschlossen wird, sondern je mehrere hineinkommen, desto stärker der Trieb, desto stärker die Kraft und desto stärker das Wirken ist. Ferner, daß der Himmel des Herrn unermeßlich, daß es allen Glauben übersteigt. Die Einwohner unseres Erdballs sind verhältnismäßig sehr wenige und beinahe wie ein kleiner See im Verhältnis zum Weltmeer.

Die göttliche und daher himmlische Ordnung kommt erst bei dem Menschen in seinem Leiblichen zum Abschluß, nämlich in seinen Gebärden, Handlungen, Gesichtsmienen, in seiner Rede, seinen äußern Sinnenempfindungen und deren Lustreizen. Dieses ist das Äußerste der Ordnung und das Äußerste des Einflusses, welches alsdann sich endigt. Aber das Inwendigere, welches ein fließt, ist nicht so beschaffen wie es im äußeren erscheint, sondern hat ein ganz anderes Angesicht, eine andere Miene, eine andere Sinnenempfindung, ein anderes Vergnügen. Die Entsprechungen lehren, wie beschaffen es ist, dann auch die Vorbildungen, von welchen gehandelt wurde. Daß es anders ist, kann aus den Handlungen erhellen, welche vom Willen ausgehen, und aus den Reden, welche vom Denken ausgehen, die Handlungen des Leibes sind nicht so beschaffen im Willen, und der Ausdruck der Worte ist auch nicht so beschaffen im Denken. Hieraus wird auch klar; daß die natürlichen Handlungen von Geistigem ausgehen, denn was dem Wollen und was dem Denken angehört, ist geistig, und auch, daß sich dieses in jenen entsprechend, aber dennoch anders, ausprägt.

Alle Geister und Engel erscheinen als Menschen, mit einem solchen Antlitz und mit einem solchen Leib, mit Organen und Gliedern, und das aus dem Grund, weil ihr Innerstes zu einer solchen Gestalt hinstrebt. Wie der erste Keim des Menschen, der aus der Seele des Vaters ist, zur Bildung des ganzen Menschen im Ei und Gebärleib hintreibt, obwohl dieser erste Keim nicht in der Gestalt des Leibes ist, sondern in einer anderen höchst vollkommenen, die dem Herrn allein bekannt, und weil das Innerste ebenso bei einem jeden zu einer solchen Form hinstrebt und hintreibt, darum erscheinen dort alle als Menschen. Und außerdem ist der ganze Himmel von der Art, daß ein jeder gleichsam der Mittelpunkt aller ist, denn er ist der Mittelpunkt der Einflüsse durch die himmlische Form von allem aus, daher geht das Bild des Himmels in einen jeden über und macht ihn sich gleich, also zu einem Menschen. Denn wie beschaffen das Allgemeine ist, so beschaffen ist der Teil des Allgemeinen, denn die Teile müssen ihrem Allgemeinen ähnlich sein, damit sie demselben angehören.

Der Mensch, welcher in der Entsprechung ist, nämlich welcher in der Liebe zum Herrn und in der Liebe gegen den Nächsten und daher im Glauben, ist seinem Geiste nach im Himmel und mit dem Leib in der Welt, und weil er so mit den Engeln zusammenwirkt, so ist er auch ein Bild des Himmels, und weil, wie gesagt, der Einfluß aller oder des Allgemeinen in die Einzelnen oder die Teile geht, so ist er auch ein kleiner Himmel unter menschlicher Gestalt. Denn der Mensch ist vermöge des Guten und Wahren Mensch und unterschieden von unvernünftigen Tieren.

Es sind im menschlichen Leibe zwei Organe, welche die Quellen all seiner Bewegung, auch aller Handlung und äußeren, bloß körperlichen Empfindung sind, nämlich das Herz und die Lungen. Diese zwei entsprechen solchermaßen dem Größten Menschen oder dem Himmel des Herrn, daß die himmlischen Engel dort das eine Reich, und die geistigen das andere Reich bilden. Denn das Reich des Herrn ist ein himmlisches oder ein geistiges, das himmlische Reich besteht aus denjenigen, welche in der Liebe zum Herrn sind, das geistige Reich aus denjenigen, welche in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten. Das Herz und sein Reich im Menschen entspricht den Himmlischen, die Lunge und ihr Reich entspricht den Geistigen. Auch fließen dieselben ein in dasjenige, was dem Herz und den Lungen angehört und zwar so, daß sie auch entstehen und bestehen durch den Einfluß von dort her. Aber von der Entsprechung des Herzens und der Lungen mit dem Größten Menschen soll, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, insonderheit gehandelt werden.

Allgemeinste Wahrheit ist, daß der Herr die Himmelssonne ist, und daß von daher alles Licht im andern Leben kommt und daß den Engeln und Geistern oder denjenigen, welche im andern Leben sind, gar nichts vom Weltlicht erscheint, und auch, daß das Weltlicht, welches von der Sonne kommt, für die Engel nichts anderes als Finsternis ist. Von der Himmelssonne oder vom Herrn kommt nicht nur das Licht, sondern auch die Wärme; aber es ist ein geistiges Licht und eine geistige Wärme. Das Licht erscheint vor ihren Augen als Licht, aber es hat in sich Einsicht und Weisheit, weil es von daher ist. Und die Wärme wird von ihren Sinnen empfunden als Wärme, aber es ist Liebe in ihr, weil sie von daher ist. Deshalb wird auch die Liebe genannt geistige Wärme und bildet auch die Lebenswärme des Menschen; und die Einsicht wird genannt geistiges Licht und bildet auch das Lebenslicht des Menschen. Aus dieser allgemeinen Entsprechung stammen die übrigen ab. Denn alles und jedes bezieht sich auf das Gute, welches Sache der Liebe ist, und auf das Wahre, welches Sache der Einsicht ist.

Der Größte Mensch ist der ganze Himmel des Herrn in Beziehung auf den Menschen, aber der Größte Mensch im höchsten Sinn ist allein der Herr; denn aus Ihm ist der Himmel und Ihm entspricht alles daselbst. Weil das Menschen-geschlecht durch das Leben des Bösen und die daraus hervorgehenden Beredungen des Falschen ganz verderbt worden war, und weil dann beim Menschen das Untere zu herrschen anfing über sein Oberes, oder das Natürliche über sein Geistiges, so daß Jehovah oder der Herr durch den Größten Menschen, das heißt den Himmel, nicht mehr einfließen und dasselbe in Ordnung bringen konnte, deshalb ward das Kommen des Herrn in die Welt notwendig, damit er so das Menschliche annahm und dasselbe göttlich machte, und durch dasselbe die Ordnung wieder herstellte, so daß auf Ihn als den Einzigen Menschen der ganze Himmel sich beziehen und Ihm allein entsprechen konnte, nachdem diejenigen, welche im Bösen und daher im Falschen waren, unter die Füße, somit aus dem Größten Menschen hinausgeworfen worden waren. Daher wird gesagt, daß diejenigen, welche im Himmel sind, im Herrn seien, ja in Seinem Leibe; denn der Herr ist das Ganze des Himmels, und in Ihm bekommen alle und jede dort ihre Wohnstätten und Geschäfte.

Daher kommt es, daß im andern Leben alle Gesellschaften, so viel deren immer sind, ihre beständige Lage behalten in Beziehung auf den Herrn, welcher als die Sonne dem ganzen Himmel erscheint. Und was wunderbar und kaum von jemand geglaubt, weil nicht begriffen werden kann, ist, daß die Gesellschaften dort immer die gleiche Lage behalten in Beziehung auf jeden daselbst, mag er sein und sich wenden und drehen, wo und wie er immer will so daß die Gesellschaften, die rechts erscheinen, immer zu seiner Rechten, die links, immer zur Linken sind, obwohl er mit seinem Angesicht und Leib die Richtungen wechselt. Dies durfte ich auch vermöge der Wendung meines Körpers sehr oft beobachten. Hieraus wird klar, daß die Form des Himmels so beschaffen ist, daß er beständig den Größten Menschen in Beziehung auf den Herrn darstellt; und daß alle Engel nicht allein beim Herrn, sondern im Herrn sind; oder was gleich, daß der Herr bei ihnen und in ihnen ist, sonst würde dieses Verhältnis nicht bestehen. Alle Lagen dort verhalten sich daher in Beziehung auf den menschlichen Leib nach den Richtungen von ihm aus, das heißt rechts, links, vorne, hinten, in jeglicher Stellung, wie auch nach den Flächen, wie zur Fläche des Haupts, seiner Teile, als: der Stirne, der Schläfen, der Augen, der Ohren; zur Fläche des Leibes, z.B. zur Fläche der Achseln, der Brust, des Bauchs, der Lenden, Knie, Füße, Fußsohlen; dann auch über dem Haupt und unter den Fußsohlen, in jeder Richtung; auch auf dem Rücken, vom Hinterhaupt abwärts. Aus der Lage selbst wird erkannt, welche Gesellschaften es sind und zu welchen Gegenden der Organe und Glieder des Menschen sie gehören, was niemals trügt, aber mehr noch von ihrer Sinnesart und ihrem Charakter in Ansehung der Neigungen.

Auch die Höllen, deren es sehr viele sind, haben eine sich gleichbleibende Lage, so daß man schon aus der Lage wissen kann, welche und welcherlei es sind; mit ihrer Lage verhält es sich ebenso. Alle sind unter dem Menschen in Flächen, die sich in jeder Richtung unter den Fußsohlen erstrecken. Einige Geister von dort erscheinen auch über dem Haupt und hin und wieder anderwärts, aber nicht, weil sie dort ihre Lage haben; denn es ist nur die beredende Phantasie, welche über die Lage eine täuschende und falsche Meinung beibringt.

Alle, sowohl die im Himmel als in der Hölle sind, erscheinen aufrecht, mit dem Haupt oben und mit den Füßen unten, aber dennoch sind sie an sich und nach der Anschauung der Engel in einer andern Stellung, nämlich die im Himmel mit dem Haupt zum Herrn gerichtet, welcher dort ist die Sonne und der allgemeine Mittelpunkt, von welchem jede Stellung und Lage bestimmt wird. Hingegen die Höllischen sind vor dem Blick der Engel mit dem Haupt unten und mit den Füßen oben, somit in entgegengesetzter und auch in schiefer Stellung. Denn für die Höllengeister ist das unten, was für die Himmelsgeister oben, und für die Höllengeister das oben, was für die Himmelsgeister unten ist. Hieraus wird einigermaßen klar, wie der Himmel mit der Hölle gleichsam eines machen, oder zugleich in Lage und Stellung gleichsam ein Ganzes darstellen kann.

An einem Morgen war ich im Umgang mit Engelsgeistern, welche nach Gewohnheit im Denken und Reden zusammenwirkten; dieses drang auch bis zur Hölle, in welche es sich fortsetzte, so daß es schien, als ob sie mit ihnen zusammenwirkten. Aber die Sache war die, daß das Gute und Wahre, das bei den Engeln war, durch einen wunderbaren Wechsel sich ins Böse und Falsche bei den Höllischen verwandelte, und zwar stufenweise, wie es hinabfloß, wo die Hölle zusammenwirkte durch Beredungen des Falschen und Begierden des Bösen. Die Höllen, obwohl sie außerhalb des Größten Menschen sind, werden dennoch auf solche Art gleichsam zu einem Ganzen gemacht und dadurch in der Ordnung erhalten, gemäß welcher sie Genossenschaften bilden. So regiert der Herr aus dem Göttlichen auch die Höllen.

Es wurde wahrgenommen, daß die in den Himmeln in einer heiteren Lichtsphäre sind, gleich dem Morgen- und Mittagslicht und auch dem zum Abend sich neigenden, ebenso daß sie in der Wärme sind, wie im Frühling, Sommer und Herbst; daß hingegen die in der Hölle in einer dicken, nebelichten und finsteren Atmosphäre sich befinden, wie auch in der Kälte. So wurde wahrgenommen, daß dazwischen im allgemeinen ein Gleichgewicht stattfindet, ferner, daß die Engel, soweit sie in der Liebe, Liebtätigkeit und daher in Glauben sind, ebensoweit in Lichtschein und Frühlingswärme sich befinden. Und die Höllischen, so viel sie in Haß und daher im Falschen sind, ebensoweit in der Finsternis und in der Kälte sind. Das Licht im andern Leben hat, wie oben gesagt, in sich Einsicht, die Wärme Liebe, die Finsternis Unsinnigkeit, und die Kälte Haß.

Alle Menschen im ganzen Weltkreis haben ihre Lage entweder im Größten Menschen, das heißt im Himmel oder außer halb desselben in der Hölle, in betreff ihrer Seele oder, was gleich ist, in betreff ihres Geistes, welcher nach dem Hingang des Leibes leben wird. Dies weiß der Mensch nicht, solange er in der Welt lebt, aber dennoch ist er dort und wird von dort aus regiert. Im Himmel sind sie gemäß dem Guten der Liebe und daher dem Wahren des Glaubens, in der Hölle gemäß dem Bösen des Hasses und daher dem Falschen.

Das ganze Reich des Herrn ist ein Reich von Zwecken und Nutzleistungen. Es wurde mir verliehen, jene göttliche Sphäre, nämlich von Zwecken und Nutzleistungen, recht klar innezuwerden, und dabei solches, was man nicht kundgeben kann. Aus jener Sphäre fließt hervor und durch dieselbe wird regiert alles und jedes. In dem Maße, als die Triebe, Gedanken und Handlungen den Zweck, wohlzutun von Herzen, in sich haben, ist der Mensch Geist und Engel im Größten Menschen, das heißt im Himmel. In dem Maß aber, als der Mensch den Zweck übelzutun von Herzen hat, ist er außerhalb des Größten Menschen, das heißt in der Hölle.

Mit den unvernünftigen Tieren verhält es sich in Ansehung der Einflüsse und Entsprechungen ebenso wie mit den Menschen, daß nämlich bei ihnen ein Einfluß aus der geistigen Welt stattfindet und ein Zufluß aus der natürlichen Welt, wodurch sie erhalten werden und leben. Aber die Wirkung selbst stellt sich verschiedenartig dar gemäß den Formen ihrer Seelen, und daher auch ihrer Leiber. Es verhält sich dies wie Weltlicht, welches in die verschiedenen Gegenstände des Erdreichs in gleichem Grad und in gleicher Art einfließt, dennoch aber verschiedenartig wirkt in verschiedenen Formen, in einigen schöne Farben, in anderen unschöne erzeugt. So wenn das geistige Licht in die Seelen der Tiere einfließt, wird es ganz ungleich aufgenommen und betätigt sie daher ganz anders, als wenn es in die Seelen der Menschen einfließt, denn diese sind auf einer höheren Stufe und in einem vollkommeneren Zustande und sind so geartet, daß sie aufwärts, also zum Himmel und zum Herrn blicken können. Daher kann sie der Herr mit sich verbinden und ihnen ewiges Leben geben. Dagegen die Seelen der Tiere sind so geartet, daß sie nicht anders können als niederwärts blicken, somit allein auf Irdisches, und so nur an dieses sich anschließen. Deswegen gehen sie auch zugleich mit dem Leibe zugrunde.

Die Zwecke sind es, welche zeigen, was für ein Leben der Mensch hat und was für eines das Tier, der Mensch kann geistige und himmlische Zwecke haben und sie sehen, anerkennen, glauben und von ihnen erregt werden, dagegen die Tiere können keine anderen Zwecke haben als natürliche. Also kann der Mensch in der göttlichen Sphäre von Zwecken und Nutzleistungen sein, welche im Himmel waltet und welche den Himmel bildet, die Tiere aber können in keiner anderen Sphäre sein als in einer von Zwecken und Nutzleistungen, die auf der Erde waltet. Zwecke sind nichts anderes als Liebestriebe, denn was man liebt, das hat man zum Zweck. Daß die meisten Menschen zwischen ihrem Leben und dem Leben der Tiere nicht zu unterscheiden wissen, kommt daher, weil sie im äußeren gleich sind und ihnen bloß irdische, leibliche und weltliche Dinge am Herzen liegen, und die, welche so geartet sind, glauben auch, sie seien in Ansehung des Lebens den Tieren gleich und würden wie jene nach dem Tod zerstäubt werden. Denn was himmlische und geistige Dinge sind, wissen sie nicht, weil sie sich nicht darum bekümmern. Daher kommt der Wahnsinn unseres Zeitalters, daß man sich den Tieren gleichstellt und keinen inneren Unterschied sieht, hingegen wer himmlische und geistige Dinge glaubt oder leidet, daß das geistige Licht einfließt und wirkt, der sieht ganz das Gegenteil, nämlich daß er und wie hoch er über den unvernünftigen Tieren steht. Aber über das Leben der unvernünftigen Tiere soll, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, besonders gehandelt werden.

Wie dieses sich verhält, ist auch gezeigt worden. Ich durfte einige sehen und wahrnehmen, die soeben ins andere Leben kamen, die im Leben ihres Leibes bloß auf irdische Dinge geblickt und nichts anderes zum Zwecke gehabt hatten, auch durch keine Kenntnisse ins Gute und Wahre eingeweiht worden waren. Sie gehörten dem Schiffer- und Landvolk an. Sie schienen, wie auch wahrgenommen wurde, so wenig Leben zu haben, daß ich meinte, sie kannten nicht wie andere Geister ewiges Leben erlangen, sie waren wie wenig beseelte Maschinen; aber die Engel waren angelegentlich für sie besorgt, und durch die Fähigkeit, welche sie als Menschen hatten, flößten sie ihnen das Leben des Guten und Wahren ein; daher wurden sie mehr und mehr vom tierischen Leben ins menschliche Leben eingeführt.

Es findet auch ein Einfluß vom Herrn durch den Himmel in die Subjekte des Pflanzenreichs statt, z.B. in die Bäume jeder Gattung und in deren Fruchtentwicklungen, und in Pflanzen verschiedener Gattung und deren Vermehrungen. Wenn nicht das Geistige vom Herrn inwendig fortwährend auf deren Grundformen, welche in den Samen sind, einwirken würde, so würden sie gar nicht aufkeimen und wachsen in einer so wunderbaren Weise und Entwicklung. Aber die Formen darin sind so beschaffen, daß sie kein Leben aufnehmen; von jenem Einflusse kommt es her, daß sie das Bild des Ewigen und Unendlichen in sich tragen, wie daraus erhellt, daß sie immerfort den Trieb haben, ihre Gattung und ihre Art fortzupflanzen und so gleichsam ewig zu leben und sogar das Weltall zu füllen. Dies liegt in jedem Samen. Aber der Mensch schreibt alles dieses, was so wundervoll ist, der Natur selbst zu und glaubt an keinen Einfluß aus der geistigen Welt, weil er ihn im Herzen leugnet, obwohl er wissen könnte, daß nichts bestehen könnte als durch das, wodurch es entsteht, das heißt, daß das Bestehen ein fortwährendes Entstehen, oder was gleich ist, daß die Erzeugung eine fortwährende Schöpfung ist, daß daher die ganze Natur eine das Reich des Herrn vorbildlich darstellende Schaubühne ist. Aber auch von diesen Dingen und von deren Entsprechung mit dem Größten Menschen soll, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, anderswo die Rede sein.

Das Himmelreich ist gleich einem Menschen, weil das einzelne dort dem Herrn allein, nämlich Seinem Göttlichen Menschlichen entspricht, welcher allein Mensch ist; vermöge der Entsprechung, der Ebenbildlichkeit und Ähnlichkeit mit Ihm heißt der Himmel der Größte Mensch; aus dem Göttlichen des Herrn ist alles Himmlische, welches dem Guten angehört, und alles Geistige, welches dem Wahren angehört, im Himmel; alle Engel daselbst sind Formen oder Substanzen, die gebildet sind gemäß der Aufnahme der göttlichen Dinge, welche vom Herrn ausgehen; Göttliches des Herrn, das bei ihnen aufgenommen wird, ist es, was genannt wird Himmlisches und Geistiges, wenn nämlich göttliches Leben und göttliches Licht in ihnen als den Aufnehmenden vorhanden ist und modifiziert wird. Daher kommt es, daß auch die materiellen Formen und Substanzen beim Menschen ebenfalls so geartet sind, aber in einem niedrigeren Grad, weil sie gröber und mehr zusammengesetzt sind; auch diese sind Formen, welche geistige und himmlische Dinge aufnehmen, wie augenscheinlich erhellt aus ganz sichtbaren Zeichen; z.B. das Denken fließt ein in die organischen Formen der Zunge, und erzeugt die Rede; die Regungen der Seele stellen sich sichtbar dar im Angesicht; der Wille geht durch die Muskelformen in Handlungen über und so fort; das Denken und Wollen, welche dies erzeugen, sind geistige und himmlische Kräfte. Die Formen aber und die Substanzen, welche jene aufnehmen und zum Tun bringen (mittunt in actum), sind materiell; daß diese ganz zur Aufnahme von jenen gebildet sind, ist offenbar; hieraus erhellt, daß sie von jenen stammen und daß, wenn sie nicht von jenen abstammten, sie nicht als solche existieren könnten.

Daß ein einziges Leben ist, und zwar vom Herrn allein, und daß die Engel, Geister und Menschen nur Empfänger (recipientes) des Lebens sind, ist mir durch eine vielfältige Erfahrung kund geworden, daß nicht einmal der kleinste Zweifel übrig blieb. Der Himmel selbst ist in dem Innewerden, daß es so ist, und zwar so sehr, daß die Engel den Einfluß deutlich inne werden, sodann auch, wie es einfließt, wie auch in welchem Maße und auf welche Art sie es aufnehmen; wenn sie in einem völligeren Stand der Aufnahme sind, dann sind sie in ihrem Frieden und ihrer Seligkeit, wo nicht, im Stand der Unruhe und einer gewissen Bangigkeit; aber gleichwohl wird ihnen das Leben des Herrn zugeeignet, so daß sie innewerden, als ob sie aus sich leben; dennoch aber wissen sie, daß sie nicht aus sich leben; die Zuneigung des Lebens des Herrn kommt aus Seiner Liebe und Barmherzigkeit gegen das ganze Menschengeschlecht, sofern Er nämlich Sich und das Seine geben will, und sofern Er wirklich gibt, so viel sie aufnehmen, das heißt: insoweit sie als Seine Ähnlichkeiten und Bilder im Leben des Guten und Wahren sind, und weil ein solcher göttlicher Trieb fortwährend aus dem Herrn ist, wird Sein Leben, wie gesagt, zugeeignet.

Die aber, welche nicht in der Liebe zum Herrn und in der Liebe gegen den Nächsten sind, folglich nicht im Leben des Guten und Wahren, können nicht anerkennen, daß ein einziges Leben ist, welches einfließt, noch weniger, daß dieses Leben vom Herrn ist, sondern sie alle werden unwillig, ja weisen es schnöde ab, wenn gesagt wird, daß sie nicht von sich leben. Die Selbstliebe ist es, welche das tut, und was auffallend ist, obwohl ihnen durch lebhafte Erfahrungen im anderen Leben gezeigt wird, daß sie nicht von sich leben, und sie dann überzeugt sagen, daß es so sei, beharren sie gleichwohl nachher in der gleichen Meinung und wähnen, daß, wenn sie von einem anderen leben würden und nicht von sich, all’ ihre Lebenslust verloren ginge, ohne zu wissen, daß es ganz das Gegenteil ist. Daher kommt es, daß die Bösen sich das Böse aneignen, weil sie nicht glauben, daß das Böse von der Hölle ist, und daß das Gute ihnen nicht zugeeignet werden kann, weil sie glauben, das Gute sei von ihnen, und nicht vom Herrn. Aber dennoch sind die Bösen, und auch die Höllischen, Leben vom Herrn aufnehmende Formen, aber solche Formen, daß sie das Gute und Wahre entweder verwerfen oder ersticken oder verkehren, und so wird bei ihnen Gutes und Wahres, welches aus dem Leben des Herrn ist, zu Bösem und Falschem; es verhält sich damit wie mit dem Sonnenlichte, welches, obwohl einzigartig und weißglänzend, sowie es durch die Formen hindurchgeht oder in sie einfließt, gleichwohl sich verschieden gestaltet, daher entstehen schöne und angenehme Farben, und auch unschöne und auch unangenehme.

Hieraus nun kann erhellen, wie der Himmel beschaffen ist, und woher es kommt, daß er der Größte Mensch genannt wird, wie dort die Verschiedenheiten in Beziehung auf das Leben des Guten und Wahren unzählige sind, so verhalten sie sich gemäß der Aufnahme des Lebens vom Herrn, sie stehen ganz in dem Verhältnis, in welchem die Organe, Glieder und Eingeweide im Menschen stehen, welche alle Formen sind, die in fortdauernd verschiedener Weise Leben aufnehmen von ihrer Seele oder viel mehr durch die Seele vom Herrn, und doch, obwohl eine solche Verschiedenheit bei ihnen stattfindet, gleichwohl zusammen einen Menschen bilden.

Wie groß und von welcher Art die Verschiedenheit ist, kann erhellen aus der Verschiedenheit im menschlichen Leib; es ist bekannt, daß kein Organ und Glied dem anderen gleich ist, z.B. das Organ des Gesichts ist nicht gleich dem Organ des Gehörs, ebenso das Organ des Geruchs, und das Organ des Geschmacks, und auch das Organ des Tastsinns, das sich durch den ganzen Leib verbreitet, so auch die Glieder wie die Arme, Hände, Lenden, Füße, Fußsohlen und auch die Eingeweide, welche inwendig verborgen sind, als diejenigen, welche dem Haupt angehören, nämlich das große und kleine Gehirn, das verlängerte Mark und das Rückenmark, mit allen kleinen Organen, Eingeweiden, Gefäßen und Fibern, aus welchen sie bestehen, sodann diejenigen, welche zum Leib unterhalb des Hauptes gehören, z.B. das Herz, die Lungen, der Magen, die Leber, die Bauchspeicheldrüse, die Milz, die Gedärme, das Gekröse, die Nieren, und auch diejenigen, welche der Zeugung gewidmet sind, in beiderlei Geschlecht. Daß diese samt und sonders einander ungleich sind in Ansehung ihrer Formen und in Ansehung ihrer Verrichtungen, und zwar so ungleich, daß sie ganz verschieden sind, ist bekannt; ebenso die Formen innerhalb der Formen, welche auch von solcher Verschiedenheit sind, daß nicht eine Form, nicht einmal ein Teilchen dem anderen, ganz gleich ist, nämlich so gleich, daß es an die Stelle des anderen gesetzt werden könnte, ohne daß es eine, wenn auch noch so kleine Störung gäbe. Diese Leibesteile entsprechen samt und sonders den Himmeln, aber so, daß das, was körperlich und materiell ist, beim Menschen dort himmlisch und geistig ist, und sie entsprechen so, daß sie von daher entstehen und bestehen.

Im allgemeinen beziehen sich alle Verschiedenheiten auf das Gebiet des Hauptes, auf das Gebiet der Brust, auf das Gebiet des Unterleibes und auf das Gebiet der Zeugungsglieder, ebenso überall auf das, was das inwendigere und was das auswendigere ist.

Ich redete einigemale mit den Geistern über die Gebildeten unseres Zeitalters, daß sie nichts wissen, als den Menschen in einen inwendigen und einen auswendigen zu scheiden, und zwar nicht, weil sie sich auf das Inwendigere der Gedanken und Neigungen bei sich besinnen, sondern weil sie es aus dem Wort des Herrn wissen; und daß sie gleichwohl nicht wissen, was der inwendige Mensch ist, und sogar, daß mehrere zweifeln, ob einer sei, und es auch leugnen, aus dem Grund, weil sie nicht ein Leben des inwendigen, sondern des auswendigen Menschen leben, und daß sie hauptsächlich irregeführt werden dadurch, daß die unvernünftigen Tiere ihnen gleich erscheinen in betreff der Organe, Eingeweide, Sinne, Begierden und Affekte; und es wurde gesagt, daß die Gebildeten von solchen Dingen weniger wissen als die Einfältigen, und daß sie gleichwohl sich dünken, viel mehr zu wissen; denn sie streiten über den Verkehr zwischen Seele und Leib, sogar über die Seele selbst, was sie sei, da doch die Einfältigen wissen, daß die Seele der inwendige Mensch ist, und daß ihr Geist es ist, der nach dem Tode des Leibes leben wird, sodann, daß er der eigentliche Mensch ist, der im Leib wohnt; außerdem, daß die Gebildeten mehr als die Einfältigen sich den unvernünftigen Tieren gleichstellen und alles der Natur zuschreiben, doch kaum etwas dem Göttlichen, sodann, daß sie nicht bedenken, der Mensch könne, was den unvernünftigen Tieren nicht möglich ist, an den Himmel und an Gott denken, und so über sich selbst erhoben, folglich durch Liebe mit dem Herrn verbunden werden, und es so nicht anders sein könne, als daß er nach dem Tode ewig lebe; und daß sie hauptsächlich nicht wissen, daß alles und jegliches beim Menschen abhängt durch den Himmel vom Herrn, und daß der Himmel der Größte Mensch ist, welchem alles und jedes, was im Menschen ist, entspricht, und auch jegliches in der Natur; ferner, daß wenn sie dieses hören und lesen werden, solches ihnen wohl unbegreiflich sein wird, so daß sie, sofern es nicht die Erfahrung bestätigen sollte, es als ein Hirngespinst verwerfen würden; ebenso wenn sie hören werden, daß drei Lebensgrade im Menschen sind, wie drei Lebensgrade in den Himmeln sind, d.h. drei Himmel, und daß der Mensch den drei Himmeln so entspricht, da er selbst im Abbild ein ganz kleiner Himmel ist, wenn er im Leben des Guten und Wahren ist und durch dieses Leben ein Bild des Herrn. Ich wurde über jene Lebensgrade belehrt, daß der letzte Lebensgrad es ist, welcher der äußere oder der natürliche Mensch genannt wird, durch welchen der Mensch den Tieren in Ansehung der Begierden und Phantasien gleich ist; und daß der andere Grad es ist, welcher der inwendigere oder vernünftige Mensch heißt, durch welchen der Mensch über den Tieren steht, denn durch denselben kann er das Gute und Wahre denken und wollen, und dem natürlichen Menschen gebieten, indem er dessen Begierden und den daher kommenden Phantasien Einhalt tut, und sie auch verwirft. Über dies kann er bei sich über den Himmel, ja über das Göttliche nachdenken, was die unvernünftigen Tiere gar nicht können; und daß der dritte Lebensgrad es ist, der dem Menschen ganz unbekannt, und daß gleichwohl dieser es ist, durch welchen der Herr in das vernünftige Gemüt einfließt, woher ihm die Fähigkeit kommt zu denken als ein Mensch, woher er das Gewissen und das Innewerden des Guten und Wahren hat, und auch vom Herrn die Erhebung zu Ihm hin, aber diese Dinge liegen den Vorstellungen der Gebildeten dieses Zeitalters ferne, welche nur disputieren, ob etwas sei, und so lange nicht wissen können, daß es sei, und weniger noch, was es sei.

Ein gewisser Geist, welcher, während er in der Welt lebte, unter den Gelehrten hochberühmt war, gar geschickt zur Begründung des Falschen, aber sehr unwissend in Beziehung auf Gutes und Wahres, meinte, wie früher in der Welt, er wisse alles; denn solche glauben, sie seien die Weisesten, und es sei ihnen nichts verborgen; und wie sie im Leibesleben waren, so geartet sind sie auch im anderen Leben; denn alles, was einem Lebenssache ist, das heißt, seiner Liebe und Neigungen angehört, folgt ihm, und wohnt ihm inne, wie die Seele ihren Leib, weil er seine Seele in betreff ihrer Beschaffenheit darnach gebildet hat. Dieser, der jetzt ein Geist war, kam zu mir und redete mit mir, und weil er so beschaffen war, fragte ich ihn: Wer versteht mehr? Der viel Falsches weiß, oder der wenig Wahres? Er antwortete: Der wenig Wahres weiß, weil er meinte, das Falsche, das er wußte, sei wahr gewesen, und er somit weise. Dann wollte er vernünfteln über den Größten Menschen und über den Einfluß in das einzelne des Menschen von daher; weil er aber nichts davon verstand, sagt ich ihm, wie er es verstehe, daß das Denken, welches geistig ist, das ganze Angesicht bewege und sich in demselben auspräge und auch alle Sprachorgane bewege, und zwar genau dem geistigen Innewerden dieses Denkens gemäß; und daß der Wille die Muskeln des ganzen Leibes und tausend Fibern, welche zerstreut sind, zu einer Handlung bewege, da jenes, was bewegt, geistig ist, und dieses, was bewegt wird, leiblich; aber er wußte nicht, was er antworten sollte. Ich redete ferner vom Trieb (conatu), ob er wisse, daß der Trieb die Handlungen und Bewegungen erzeuge, und daß in der Handlung und Bewegung ein Trieb sein müsse, daß sie entstehe und bestehe. Er sagte, das wisse er nicht; daher wurde ihm gesagt, wie er dann vernünfteln wolle, da er nicht einmal die ersten Grundbegriffe wisse, und daß dann die Vernünftelei sich verhalte wie ein zerstreuter, zusammenhangloser Staub, welchen das Falsche so zerstiebt, daß man am Ende nichts weiß, und somit nichts glaubt.

Ein gewisser Geist kam unvermutet zu mir, und wirkte auf das Haupt ein; aus den Einwirkungen in die Körperteile lernt man auch die Geister kennen, ich war begierig zu erfahren, wer und woher er wäre; aber nachdem er eine zeitlang geschwiegen hatte, sagten die Engel, die bei mir waren, daß er von den Geistern bei einem heute noch in der Welt lebenden Gelehrten her gekommen sei, welcher, nämlich der Gelehrte, den Ruf der Gelehrsamkeit vor anderen erlangt hatte; durch jenen vermittelnden Geist konnte man dann sich auch mit dem Denken jenes Menschen ins Vernehmen setzen. Ich fragte den Geist, welche Vorstellung sich jener Gelehrte von dem Größten Menschen und dessen Einfluß und der Entsprechung daher machen könne? Er sagte, er könne sich keine machen; hierauf fragte ich, welche Vorstellung er vom Himmel habe; er sagte: keine, bloß Lästerungen, z.B. daß man dort mit musikalischen Instrumenten spiele, und zwar mit solchen, womit das Landvolk eine Art von Musik hervorzubringen pflege. Und doch ist er von anderen geachtet, und man glaubt, daß er wisse, was der Einfluß, und was die Seele, und was ihr Verkehr mit dem Leibe sei; vielleicht glaubt man auch, daß er vor anderen wisse, was der Himmel sei. Hieraus kann erhellen, von welcher Art diejenigen heutzutage sind, welche andere lehren, daß sie nämlich voller Ärgernisse sind gegen das Gute und Wahre des Glaubens, obwohl sie etwas anderes öffentlich kund geben.

Was für eine Vorstellung vom Himmel auch diejenigen haben, von welchen man glaubt, daß sie vor anderen Gemeinschaft mit dem Himmel und Einfluß von daher haben, ist mir auch lebhaft gezeigt worden; die, welche über dem Haupte erscheinen, sind solche, welche in der Welt als Götter verehrt werden wollten, und bei welchen die Selbstliebe durch die Stufen der Gewalt und durch die hieraus entspringende eingebildete Freiheit den höchsten Grad erreicht haben; sie sind zugleich trügerisch unter dem Schein der Unschuld und Liebe zum Herrn. Solche erscheinen hoch über dem Haupte aus der Einbildung ihrer Erhabenheit, aber gleichwohl sind sie unter den Füßen in der Hölle. Einer von ihnen ließ sich zu mir herab; und es wurde von anderen gesagt, er sei in der Welt Papst gewesen, er redete mit mir gar freundlich, und zuerst von Petrus und seinen Schlüsseln, welche er gehabt zu haben meinte; aber als er gefragt wurde über die Gewalt, in den Himmel einzulassen alle, welche ihm beliebten, hatte er eine so grobe Vorstellung vom Himmel, daß er etwas wie eine Türe darstellte, durch welche man eingehe; er sagte, er habe sie den Armen unentgeltlich aufgetan, aber die Reichen seien geschätzt worden, und das, was sie gegeben hätten, sei heilig gewesen; auf die Frage, ob er glaube, daß diejenigen, welche er hineingelassen hatte, dort geblieben seien, sagte er, das wisse er nicht; wenn sie nicht wollten, so sollten sie hinaus gehen; ferner wurde gesagt, ihr Inwendigeres könnte er nicht wissen, und ob sie würdig seien, oder vielleicht Räuber, welche in die Hölle kommen müßten; er sagte, darum habe er sich nicht bekümmert; wenn sie nicht würdig seien, so könne man sie ja fortschicken. Er wurde aber belehrt, was unter den Schlüsseln Petri verstanden werde, nämlich der Glaube der Liebe und Liebtätigkeit, und weil der Herr allein einen solchen Glauben gebe, so sei es der Herr allein, der in den Himmel einlasse, und daß Petrus niemand erscheine, und daß er einfacher Geist sei, der nicht mehr Gewalt habe als ein anderer. Vom Herrn hatte er keine andere Meinung, als daß Er zu verehren sei, sofern Er eine solche Gewalt gebe; hingegen wenn Er sie nicht gäbe (dachte er, wie man inne wurde), sei Er nicht mehr zu verehren. Ferner, als ich mit ihm vom inwendigen Menschen redete, hatte er von ihm eine unsaubere Vorstellung. Was für ein Gefühl von Freiheit, Vollgenügsamkeit, Behaglichkeit er atmete, als er auf seinem Throne im Consistorium saß und aus dem Heiligen Geist zu reden glaubte, wurde mir lebhaft gezeigt; er wurde in den gleichen Zustand versetzt, in welchem er sich befand, als er dort gewesen war; denn im anderen Leben kann ein jeder leicht in den Lebenszustand, den er in der Welt hatte, versetzt werden, weil der Zustand seines Lebens einen jeden nach dem Tod erwartet, und es wurde mir ein solches Atmen, das er damals gehabt hatte, mitgeteilt, es war frei mit angenehmem Behagen, langsam, regelmäßig, tief, die Brust füllend, aber wenn man ihm widersprach, dann war in seinem Unterleib, infolge des Anhaltens des Atems (ex respirationis continuo), etwas gleichsam sich Wälzendes und Schleichendes; und da er meinte, das sei göttlich, was er aus sprach, warf er dies inne aus einem mehr stillem und gleichsam zustimmendem Atmen. Es wurde mir nachher gezeigt, von welchen Geistern solche Päpste dann regiert werden, nämlich von der Sirenen-Rotte, welche über dem Haupt sind, und welche eine solche Natur und Lebensweise sich zu eigen gemacht haben, daß sie sich in alle möglichen Neigungen einschmeicheln, in der Absicht zu herrschen und sich anderen zu unterwerfen, aber auch jedweden um ihrer selbst willen zu verderben, welche die Heiligkeit und Unschuld nur als Mittel brauchen, sie fürchten für sich und handeln vorsichtig, stürzen aber, wenn sich die Gelegenheit gibt, um ihrer selbst willen in Grausamkeiten hinein ohne alle Barmherzigkeit.



Die Entsprechung des Herzens und der Lunge

Weil in der Welt ganz unbekannt ist, daß eine Entsprechung des Himmels oder Größten Menschen mit dem einzelnen beim Menschen stattfindet, und daß der Mensch von daher sein Dasein und Bestehen hat, und daher als widersinnig und unglaublich erscheinen muß, was darüber gesagt werden wird, so soll dasjenige, was ich davon wirklich erfahren habe und daher mir zur völligen Gewißheit geworden ist, weiter berichtet werden.

Als mir der inwendigere Himmel aufgetan wurde und ich dort mit den Engeln redete, durfte ich das Folgende beobachten — man muß aber wissen, daß, obwohl ich dort war, ich dennoch nicht außer mir war, sondern im Leibe. Denn der Himmel ist im Menschen, an was für einem Ort er auch immer sein möge. So kann, wenn es dem Herrn wohlgefällt, der Mensch im Himmel sein und dennoch nicht vom Leibe weggeführt werden. Daher war mir vergönnt, die allgemeinen Wirkungen des Himmels so deutlich wahrzunehmen, wie das, was mit einem Sinn des Leibes wahrgenommen wird. Vier Wirkungen waren es, welche ich damals wahrnahm, die erste auf das Gehirn an der linken Schläfe, diese Wirkung war eine allgemeine, betreffend die Organe der Vernunft, denn die linke Seite des Gehirns entspricht den vernünftigen oder verständigen Dingen, die rechte aber den Neigungen oder den Willensdingen. Die zweite allgemeine Wirkung nahm ich wahr auf das Atmen der Lunge; dieselbe leitete sonst mein Atmen, aber vom Inwendigeren aus, so daß ich nicht nötig hatte, mit einer Kraft meines Willens den Odem zu holen oder zu atmen. Das eigentliche Atmen des Himmels ist von mir damals deutlich wahrgenommen worden. Dasselbe ist ein inwendiges und darum für den Menschen nicht wahrnehmbares, aber es fließt durch eine wunderbare Entsprechung in das Atmen des Menschen ein, welches ein äußeres ist oder dem Leib angehört. Wenn der Mensch dieses Einflusses beraubt würde, so würde er augenblicklich tot niederfallen. Die dritte Wirkung, welche ich wahrnahm, ging auf die zusammenziehende und ausdehnende Bewegung des Herzens, welche dann bei mir sanfter war als irgend sonst. Die Zeiten des Pulsschlags waren regelmäßig, innerhalb eines jeden Atemholens erfolgten ungefähr drei Pulsschläge, jedoch von solcher Art, daß sie in die Lungenbewegungen ausliefen und so die Lungenbewegungen regierten. Wie die Herzregungen sich in die Lungenregungen hineinschmiegten, durfte ich am Ende eines jeden Atemzugs einigermaßen beobachten. Die Pulsschläge waren so leicht zu beobachten, daß ich sie hätte zählen können, sie waren unterschieden und sanft. Die vierte allgemeine Wirkung war auf die Nieren, welche ich auch wahrnehmen durfte, aber nur dunkel. Aus diesem wurde klar, daß der Himmel oder der Größte Mensch Herzschläge und Atemzüge hat, und daß die Herzschläge des Himmels oder des Größten Menschen eine Entsprechung haben mit dem Herzen und mit seinen zusammenziehenden und ausdehnenden Bewegungen, und daß die Atemzüge des Himmels oder des Größten Menschen eine Entsprechung haben mit der Lunge und ihren Atemzügen; daß aber beides für den Menschen nicht beobachtbar ist, weil nicht wahrnehmbar, darum weil es inwendige Dinge sind.

Einst auch, als ich von den Vorstellungen, welche von der leiblichen Sinnlichkeit herkommen, weggeführt wurde, erschien mir ein himmlisches Licht. Jenes Licht selbst führte mich nämlich mehr und mehr davon weg; denn im Himmelslicht ist geistiges Leben. Als ich in diesem Licht war, erschienen mir die leiblichen und weltlichen Dinge wie unter mir, dennoch nahm ich sie wahr, aber als von mir entfernter und als mich nicht angehend. Es schien mir, als ob ich im Himmel wäre mit dem Haupt, nicht mit dem Leibe. In diesem Zustand durfte ich auch das allgemeine Atmen des Himmels beobachten, sodann wie beschaffen es war. Es war inwendiger, leicht, von selbst erfolgend und verhielt sich zu meinem Atmen wie drei zu eins. Ebenso durfte ich auch die Erwiderungen der Herzschläge beobachten. Ferner wurde ich von den Engeln belehrt, daß daher alle und jeder auf der Erde die Herzschläge und die Atemzüge haben. Daß sie in ungleichen Zeitteilen geschehen, davon sei Ursache, daß der Herzschlag und das Lungenatmen, welche in den Himmeln sind, in etwas Stetiges übergehen und so in ein Streben, welches von der Art ist, daß es jene Bewegungen verschieden hervorbringt, gemäß dem Zustand eines jeden.

Aber man muß wissen, daß es, was die Pulsschläge und Atemzüge in den Himmeln betrifft, vielerlei Unterschiede gibt und zwar so viele als es Gesellschaften gibt. Denn sie richten sich nach den Zuständen ihres Denkens und Strebens, und diese nach den Zuständen des Glaubens und der Liebe. Aber der allgemeine Pulsschlag und das allgemeine Atmen verhält sich so, wie oben gesagt wurde. Einst durfte ich die Herzschläge derjenigen beobachten, welche zur Gegend des Hinterhaupts gehörten, und zwar die Pulsschläge der Himmlischen daselbst besonders, und die Pulsschläge der Geistigen besonders. Die der Himmlischen waren still und sanft, die der Geistigen aber stark und schwingend. Die Momente des Pulsschlags der Himmlischen verhielten sich zu dem der Geistigen wie fünf zu zwei, denn der Pulsschlag der Himmlischen fließt in den Pulsschlag der Geistigen ein und geht so aus und über in die Natur. Und, was wunderbar ist, die Rede der himmlischen Engel wird nicht gehört von den geistigen Engeln, sondern wahrgenommen unter einer Art von Herzschlag, und zwar aus dem Grund, weil die Rede der himmlischen Engel den geistigen Engeln nicht verständlich ist; denn jene geschehen durch Neigungen, welche der Liebe angehören, hingegen die der geistigen durch verständige Vorstellungen.

Im Himmel oder im Größten Menschen sind zwei Reiche, das eine wird genannt das himmlische, das andere das geistige. Das himmlische Reich wird gebildet von den Engeln, welche himmlisch genannt werden, und das sind diejenigen, welche in der Liebe zum Herrn gewesen sind, und daher in aller Weisheit, denn sie sind vor andern im Herrn und daher vor andern im Stand des Friedens und der Unschuld, sie erscheinen andern als Kinder. Denn der Zustand des Friedens und der Unschuld stellt jene Erscheinung dar; vor ihnen lebt gleichsam alles, was dort ist. Denn was unmittelbar vom Herrn kommt, das lebt, dies ist das himmlische Reich. Das zweite Reich wird genannt das geistige. Dieses wird gebildet von den Engeln, welche geistige genannt werden, und daselbst sind diejenigen, welche in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten gewesen sind. Die Freude ihres Lebens setzen sie darein, daß sie andern wohltun können ohne Vergeltung. Das ist für sie Vergeltung, wenn sie anderen Gutes tun dürfen. Je mehr sie das wollen und verlangen, in desto größerer Einsicht und Seligkeit sind sie, denn jeder wird im andern Leben mit Einsicht und Seligkeit vom Herrn begabt, gemäß dem Nutzen, den er aus Willensneigung leistet. Dies ist das geistige Reich. Diejenigen, welche im himmlischen Reich des Herrn sind, gehören alle zum Gebiet des Herzens, und welche im geistigen Reich, gehören alle zum Gebiet der Lungen. Der Einfluß vom himmlischen ins geistige Reich verhält sich ebenso wie der Einfluß des Herzens in die Lungen; sodann wie der Einfluß alles dessen, was dem Herzen angehört, in das, was den Lungen angehört. Denn das Herz regiert im ganzen Leib und in seinen einzelnen Teilen durch die Blutgefäße, und auch die Lunge in seinen einzelnen Teilen durch das Atmen. Daher findet überall im Leib gewissermaßen ein Einfluß des Herzens in die Lungen statt, aber gemäß den Formen daselbst und gemäß den Zuständen. Daher entsteht alles Empfinden und alles Handeln, welches dem Leibe eigen ist. Dies kann man auch sehen an den im Mutterleibe befindlichen und kaum erst geborenen Kindern. Diese können keine leibliche Empfindung haben und keine willkürliche Handlung, ehe ihnen die Lungen geöffnet sind, und daher der Einfluß des einen in das andere möglich ist. In der geistigen Welt verhält es sich ebenso, aber mit dem Unterschied, daß dort nichts Leibliches und Natürliches ist, sondern Himmlisches und Geistiges, welches ist das Gute der Liebe und das Gute des Glaubens. Daher richten sich die Herzbewegungen bei ihnen nach den Zuständen der Liebe, und die Atmungsbewegungen nach den Zuständen des Glaubens. Der Einfluß des einen ins andere macht, daß sie geistig empfinden und geistig handeln. Dieses kann dem Menschen nur widersinnig erscheinen, weil er vom Guten der Liebe und vom Wahren des Glaubens keine andere Vorstellung hat, als daß es etwas Abgezogenes sei, ohne das Vermögen, etwas zu bewirken, während doch das Gegenteil stattfindet, nämlich daß daher alles Innewerden und Empfinden und alle Kraft und Tätigkeit kommt, auch im Menschen.

Jene zwei Reiche stellen sich im Menschen dar durch jene zwei Reiche, die bei ihm sich finden, nämlich durch das Willensreich und durch das Verstandesreich, welche zwei das menschliche Gemüt, ja den Menschen selbst bilden. Der Wille ist es, welchem der Herzschlag entspricht, und der Verstand ist es, welchem der Atmen der Lunge entspricht. Daher kommt es auch, daß im Leib des Menschen ebenfalls zwei Reiche sind, nämlich das des Herzens und das der Lungen. Wer dieses Geheimnis weiß, kann auch wissen, wie es sich verhält mit dem Einfluß des Willens in den Verstand, und des Verstandes in den Willen, folglich mit dem Einfluß des Guten der Liebe ins Wahre des Glaubens und umgekehrt, somit wie es sich verhält mit der Wiedergeburt des Menschen. Diejenigen aber, welche bloß in fleischlichen Vorstellungen sind, das heißt im Willen des Bösen und im Verstand des Falschen, können dies nicht begreifen. Denn solche können von geistigen und himmlischen Dingen nicht anders denken als sinnlich und fleischlich, mithin eben nur aus der Finsternis über das, was dem himmlischen Licht oder dem Glaubenswahren angehört, und aus der Kälte über das, was der himmlischen Flamme oder dem Liebeguten angehört, beides, nämlich jene Finsternis und jene Kälte, löscht das Himmlische und Geistige so sehr aus, daß es ihnen wie nichts erscheint.

Damit ich wissen möchte, nicht nur, daß eine Entsprechung sei des Himmlischen, das der Liebe angehört, mit den Bewegungen des Herzens, und des Geistigen, das dem Glauben aus der Liebe angehört, mit den Bewegungen der Lunge, sondern auch, wie es sich damit verhalte, durfte ich eine geraume Zeit unter den Engeln sein, welche mir dies in lebendiger Wirklichkeit zeigen sollten. Dieselben formierten durch eine wunderbare und mit keinen Worten beschreibliche fließende Bewegung in Windungen ein Abbild des Herzens und ein Abbild der Lungen mit allen inwendigeren und auswendigeren Verwebungen darinnen. Dann folgten sie der Strömung des Himmels in freiwilliger Weise, denn der Himmel strebt in eine solche Form infolge des Einflusses der Liebe vom Herrn. So stellten sie das Einzelne im Herzen dar und darnach die Vereinigung zwischen Herz und Lungen, welche sie auch vorbildeten durch die Ehe des Guten und Wahren. Daraus wurde auch klar, daß das Herz dem Himmlischen, welches Sache des Guten ist, entspricht, und die Lunge dem Geistigen, welches ist Sache des Wahren, und daß die Verbindung von beiden in materieller Form sich verhält wie die des Herzens und der Lungen. Und es wurde gesagt, daß es sich eben so verhält im ganzen Leibe, nämlich in seinen einzelnen Gliedern, Organen und Eingeweiden mit dem, was dort dem Herzen angehört, und was dort den Lungen angehört. Denn wo nicht beide und ein jedes für sich seine Geschäfte wirken, kann in dem selben keine Lebensbewegung aus einem wollenden Grundtrieb, noch eine Lebensempfindung aus einem verständigen Grundtrieb stattfinden.

Früher wurde einigemal gesagt, daß der Himmel oder der Größte Mensch in unzählige Gesellschaften unterschieden sei, und im allgemeinen in ebensoviele, als Organe und Eingeweide im Leibe sind, und daß die einzelnen Gesellschaften zu je einem derselben gehören; sodann, daß die Gesellschaften, obwohl sie unzählig und verschieden sind, dennoch als eines wirken, wie alles, was im Leibe, obwohl es verschieden ist, eines ist. Die Gesellschaften, welche dorten zum Gebiet des Herzens gehören, sind himmlische Gesellschaften und sind in der Mitte oder im Innersten. Welche aber zum Lungengebiet dorten gehören, sind geistige, und sind ringsherum und im Auswendigeren. Der Einfluß vom Herrn geht durch die himmlischen in die geistigen Gesellschaften, oder durch die Mitte in die Umgebungen, das heißt, durch das Innerste zum Auswendigeren. Dies kommt daher, weil der Herr durch die Liebe oder Barmherzigkeit einfließt. Daher kommt alles Himmlische, das in seinem Reiche ist, und durch die Liebe oder Barmherzigkeit in das Gute des Glaubens, daher kommt alles Geistige, das in Seinem Reiche ist, und zwar mit unsäglicher Verschiedenheit aber die Verschiedenheit kommt nicht vom Einfluß her, sondern von der Aufnahme.

Daß nicht nur der ganze Himmel wie ein Mensch atmet, sondern auch die einzelnen Gesellschaften im Verein, ja auch alle Engel und Geister, wurde mir bezeugt durch sehr viele lebendige Erfahrungen, so daß mir kein Zweifel übrig blieb. Ja, es wundern sich die Geister, wenn jemand daran zweifelte; aber weil wenige sind, welche von den Engeln und Geistern eine andere Vorstellung haben als wie von einem Unmateriellen, und daß sie daher nur Gedanken, somit wohl kaum Substanzen seien, weniger, daß sie wie die Menschen des Gesichtssinns, des Gehörsinns und des Tastsinns sich erfreuen, und noch weniger, daß sie ein Atmen haben und daher auch ein Leben wie ein Mensch, aber ein inwendigeres, wie das Leben eines Geistes im Verhältnis zu dem eines Menschen, darum dürfen weitere Erfahrungen angeführt werden.

Einst wurde mir vorhergesagt, ehe ich schlafen ging, es seien mehrere, die gegen mich konspirierten, mit der Absicht, mich durch Erstickung umzubringen; aber ich achtete nicht auf ihre Drohungen, weil ich beschirmt war vom Herrn, darum schlief ich sorglos ein. Aber da ich um Mitternacht erwachte, empfand ich deutlich, daß ich nicht von mir selbst atmete, sondern aus dem Himmel, denn der Atem war nicht mein, aber dennoch atmete ich. Auch sonst durfte ich unzähligemal die Beseelung oder das Atmen der Geister und auch der Engel empfinden dadurch, daß sie in mir atmeten und daß mein Atem dennoch zugleich da war, unterschieden von dem ihrigen. Aber dieses kann niemand fühlen, als wenn das Inwendigere geöffnet und dadurch Gemeinschaft mit dem Himmel gegeben ist.

Von den Uralten, welche himmlische Menschen waren und vor den übrigen in der Liebe zum Herrn, bin ich belehrt worden, daß sie kein äußeres Atmen, wie ihre Nachkommen, gehabt haben, sondern ein inwendiges, und daß sie geatmet haben mit den Engeln, mit welchen sie in Genossenschaft waren, aus dem Grund, weil sie in himmlischer Liebe waren. Ich wurde auch belehrt, daß die Zustände ihres Atmens sich ganz verhalten haben nach den Zuständen ihrer Liebe und ihres Glaubens.

Es waren Engelschöre, welche miteinander den Herrn priesen, und zwar aus Herzensfreudigkeit. Ihre Lobpreisung wurde zuweilen gehört wie aus einem süßen Gesang, denn die Geister und Engel haben unter sich eine laute Stimme und sie hören einander so gut wie ein Mensch den andern, aber der menschliche Gesang ist, was Lieblichkeit und Harmonie betrifft, welche dort himmlisch ist, mit jenem nicht zu vergleichen. Aus der Verschiedenheit des Tons nahm ich wahr, daß es mehrere Chöre waren. Von den Engeln, die bei mir waren, wurde ich unterrichtet, daß jene zum Gebiet der Lungen und ihrer Verrichtungen gehörten, denn ihnen kommt der Gesang zu, weil dieses das Geschäft der Lungen ist. Dieses wurde mir auch durch Erfahrung zu wissen gegeben. Sie durften nämlich mein Atmen regieren, was so sanft und süß und auch so innerlich geschah, daß ich kaum etwas von meinem Atmen empfand. Ich wurde auch unterrichtet, daß diejenigen, welche dem unfreiwilligen und dem freiwilligen Atmen gewidmet sind, sich voneinander unterscheiden. Es wurde gesagt, daß die, welche dem unfreiwilligen Atmen gewidmet sind, zugegen seien, wenn der Mensch schläft; denn sobald der Mensch schläft, hört das Freiwillige seines Atmens auf und es beginnt das Unfreiwillige des Atmens.

Weil das Atmen der Engel und Geister sich ganz den Zuständen ihrer Liebe und daher ihres Glaubens entsprechend verhält, so ergibt sich, daß nicht eine Gesellschaft atmet wie die andere. Ferner, daß die Bösen, welche in der Selbst- und Weltliebe und daher im Falschen sind, nicht in der Genossenschaft der Guten leben können, sondern daß, wenn sie ihnen nahe kommen, es ihnen scheint, als ob sie nicht atmen könnten, sondern gleichsam erstickt würden, und daß sie daher wie halbtot und wie Steine hinunterfallen bis in die Hölle, wo sie ihr Atmen wieder bekommen, das sie mit den dortigen gemein haben. Hieraus kann erhellen, daß diejenigen, welche im Bösen und Falschen sind, nicht im Größten Menschen oder im Himmel sein können. Denn wenn ihr Atmen bei der Annäherung dorten aufzuhören anfängt, dann verschwindet auch all ihr Wahrnehmen und Denken und auch all ihr Trieb, Böses zu tun und das Falsche einzureden, und mit dem Trieb all ihre Tätigkeit und Lebensbewegung; daher können sie nicht anders als sich jählings von da hinabzustürzen.

Weil es so ist, und die Gutartigen, wenn sie ins andere Leben kommen, zuerst in das Leben zurückversetzt werden, das sie in der Welt hatten, somit auch in die Lieblingsneigungen und Vergnügen jenes Lebens, darum können sie, ehe sie vorbereitet sind, noch nicht in der Genossenschaft der Engel sein, auch in betreff des Atmens. Deshalb werden sie, wenn sie vorbereitet werden, zuerst eingeweiht ins Engelsleben durch übereinstimmendes Atmen, und dann kommen sie zugleich in inwendigere Gefühle und in eine himmlische Freiheit. Dieses geschieht in der Gesellschaft von mehreren oder in Chören, in welchen der eine ebenso atmet wie der andere, ferner ebenso fühlt und ebenso aus Freiheit handelt. Wie dieses geschieht, ist mir ebenfalls in lebendiger Wirklichkeit gezeigt worden.

Die Beredung vom Bösen und Falschen, auch die Beredung vom Wahren, ist, wenn der Mensch im Leben des Bösen ist, so beschaffen im andern Leben, daß sie andere gleichsam erstickt, und auch gutartige Geister, ehe sie ins engelische Atmen eingeweiht sind. Deshalb werden diejenigen, welche im Streben der Beredung sind, vom Herrn entfernt und in der Hölle niedergehalten, wo einer dem anderen nicht schaden kann. Denn dort ist die Beredung des einen beinahe gleich der des andern, und daher stimmen die Atmungen überein. Einige, die in einer solchen Beredung waren, kamen zu mir in der Absicht, mich zu ersticken und führten auch etwas von Erstickung herbei, aber ich wurde vom Herrn befreit. Alsdann wurde ein Kind vom Herrn geschickt, von dessen Gegenwart sie so geängstet wurden, daß sie kaum atmen konnten. In diesem Zustand wurden sie gehalten bis zu flehentlichen Bitten, und so wurden sie in die Hölle hinuntergestoßen. Auch die Beredung des Wahren ist, wenn der Mensch im Leben des Bösen ist, so beschaffen, daß er sich einredet, das Wahre sei wahr, aber nicht um eines guten, sondern um eines bösen Zwecks willen, um nämlich dadurch Ehrenstellen, Ruhm und Vermögen zu gewinnen. Die Allerschlimmsten können in einer solchen Beredung sein, auch in einem scheinbaren Eifer, daß sie alle zur Hölle verdammen, welche nicht im Wahren sind, wenn auch immerhin im Guten. Wenn solche ins andere Leben kommen, glauben sie anfangs, sie seien Engel; aber einer Engelsgesellschaft können sie nicht nahen, infolge ihrer Selbstberedung werden sie dort gleichsam erstickt. Diese sind es, von welchen der Herr geredet hat bei Matthäus: »Viele werden sagen zu mir an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in Deinem Namen geweissagt und in Deinem Namen Dämonen ausgetrieben, und in Deinem Namen viele Taten getan? Aber dann werde Ich ihnen bekennen: Ich kenne euch nicht, weichet von Mir, ihr Übeltäter.«



Die Entsprechung des großen und kleinen Gehirns

Hier oll von der Entsprechung des großen und des Kleinen Gehirns gehandelt werden und von den Marksubstanzen, welche mit ihm verknüpft sind. Ehe aber von der Entsprechung die Rede ist, soll einiges vorausgeschickt werden über die Form des Gehirns im allgemeinen, woher sie kommt und was sie vorbildet. Im Gehirn, wenn es von der Hirnschale und von den Decken, die es einschließen, bloßgelegt wird, erscheinen wunderbare Windungen und kreisförmige Gänge, in welche die sogenannten Rindensubstanzen gelegt sind. Aus diesen laufen Fasern aus durch die Nerven in den Leib fort und tun daselbst ihre Geschäfte nach den Weisungen und Befehlen des Gehirns. Dieses allein ist ganz der himmlischen Form gemäß, denn eine solche Form ist den Himmeln eingeprägt vom Herrn, und eine solche daher demjenigen, was im Menschen ist und hauptsächlich in seinem großen und kleinen Gehirn.

Die himmlische Form ist erstaunenswert und geht ganz über die menschliche Einsicht hinaus, denn sie steht hoch über den Vorstellungen der Formen, welche der Mensch aus weltlichen Gegenständen, auch durch tiefes Nachdenken, je fassen kann. Nach jener Form sind alle himmlischen Gesellschaften geordnet, und was wunderbar ist, es findet eine Kreisbewegung gemäß den Formen statt, welche Kreisbewegung die Engel und Geister nicht fühlen. Es verhält sich damit wie mit dem täglichen Lauf der Erde um ihre Achse, und mit dem jährlichen um die Sonne, welche die Bewohner nicht wahrnehmen. Es wurde mir gezeigt, von welcher Art die himmlische Form in der untersten Sphäre ist; sie war gleich der Form der Windungen, welche in den menschlichen Gehirnen sich zeigen. Jenen Lauf oder jene kreisförmigen Bewegungen durfte ich deutlich sehen, das währte einige Tage lang. Hieraus konnte mir klar werden, daß das Gehirn nach der Form des Himmelslaufs gebildet ist, was aber inwendiger dort ist, und was vor dem Auge nicht erscheint, ist den inwendigeren Formen des Himmels gemäß, welche ganz unbegreiflich sind, und es wurde von den Engeln gesagt, daß man hieraus sehen könne, der Mensch sei nach den Formen der drei Himmel geschaffen und ihm so das Bild des Himmels aufgeprägt, so daß der Mensch in kleinster Gestalt ein ganz kleiner Himmel ist, und daher seine Entsprechung mit den Himmeln.

Daher nun kommt es, daß durch den Menschen allein möglich ist ein Absteigen aus den Himmeln in die Welt, und ein Aufsteigen aus der Welt in die Himmel. Das Gehirn ist es und dessen Inwendigeres, durch welches das Ab- und Aufsteigen geschieht, denn dort sind die eigentlichen Anfänge, oder die ersten und letzten Zwecke, von welchen alles, was sich samt und sonders im Leibe befindet, ausfließt und abgeleitet wird. Dort auch ist der Ausgangspunkt der Gedanken, welche dem Verstand angehören, und der Neigungen, welche dem Willen angehören.

Daß die noch inwendigeren Formen, welche auch weit umfassender sind, wie gesagt, nicht begriffen werden können, kommt daher, weil die Formen, wenn sie genannt werden, die Vorstellung des Raums und auch der Zeit mit sich führen, während doch im Inwendigeren, wo der Himmel ist, nichts durch Räume und durch Zeiten begriffen wird. Denn diese sind der Natur eigen durch Zustände und deren Wechsel und Veränderungen. Weil aber die Wechsel und Veränderungen vom Menschen, wie gesagt, gar nicht begriffen werden können ohne solches, was der Form angehört, d.h. ohne Räumliches und Zeitliches, während doch solches nicht in den Himmeln ist, so kann hieraus erhellen, wie unbegreiflich und auch wie unaussprechlich jene Dinge sind. Auch sind alle menschlichen Worte, womit ausgesprochen und begriffen werden soll, was sie Natürliches in sich schließen, nicht geeignet, jenes auszudrücken. In den Himmeln wird solches durch Wechsel des himmlischen Lichts und der himmlischen Flamme, welche vom Herrn ausgeht, und zwar in solcher und so großer Fülle dargestellt, daß tausend und aber tausend Wahrnehmungen kaum in etwas Wahrnehmbares beim Menschen fallen können. Aber dennoch wird das, was in den Himmeln geschieht, in der Geisterwelt durch Formen vorgebildet, welche der Ähnlichkeit der Formen nahe kommen, welche in der Welt erscheinen.

Vorbildungen sind nichts anderes als Bilder geistiger Dinge in natürlichen, und wenn jene in diesen richtig dargestellt werden, dann entsprechen sie. Wer aber nicht weiß, was das Geistige ist, sondern bloß was das Natürliche, der kann meinen, daß es keine solchen Vorbildungen und Entsprechungen daher geben könne; denn er möchte bei sich sagen: wie kann das Geistige wirken aufs Materielle? Wenn er aber sich besinnen wollte über dasjenige, was bei ihm in jedem Augenblick geschieht, so könnte er sich eine Vorstellung davon verschaffen, nämlich wie der Wille auf die Muskeln des Körpers wirkt und tatsächlich Handlungen hervorbringen kann, ferner wie das Denken auf die Sprachorgane einwirken kann, indem es die Lungen, Luftröhre, Kehle, Zunge, Lippen bewegt, und die Rede hervorbringt; dann wie die Neigungen aufs Angesicht wirken und dort Bilder von sich darstellen können, so daß der andere oft daraus merkt, was einer denkt und will. Dieses kann eine Vorstellung von Vorbildungen und Entsprechungen geben. Weil nun solches im Menschen sich darstellt und weil es nichts gibt, was bestehen kann von sich selber, sondern von einem andern und endlich vom ersten, und zwar durch einen Zusammenhang von Entsprechungen, daher können diejenigen, welche ein weitergehendes Urteilsvermögen besitzen, schließen, daß zwischen dem Menschen und dem Himmel eine Entsprechung ist, und ferner zwischen dem Himmel und dem Herrn, welcher der Erste.

Weil es eine solche Entsprechung gibt, und der Himmel unterschieden ist in mehrere kleinere Himmel, und diese in noch kleinere, und überall in Gesellschaften, so sind dort Himmel, welche das große und das kleine Gehirn im allgemeinen darstellen, und in diesen Himmeln solche, welche die in den Gehirnen befindlichen Teile und Glieder darstellen, z.B. welche die harte Mutter, welche die zarte oder fromme Mutter, welche die Einbiegungen, sodann solche, welche die Körper und die Höhlungen daselbst, wie auch solche, welche den dickhäutigen Körper, die gestreiften Körper, die kleineren Drüsen, die Ventrikel, den Trichter und so fort darstellen. Von welcher Art nun diejenigen sind, welche das eine oder andere darstellen, wurde mir entdeckt, wie aus folgendem erhellen kann.

Es erschienen mehrere Geister in mittlerer Entfernung über dem Haupt, welche im allgemeinen nach Art des Herzschlags wirkten, aber es war gleichsam ein Hin- und Herwogen, ab- und aufwärts mit einem kalten Anhauchen an meine Stirne. Hieraus konnte ich schließen, daß sie mittlerer Art waren, nämlich daß sie sowohl zum Gebiet des Herzens als der Lungen gehörten, wie auch, daß sie keine inwendigeren Geister waren. Nachher stellten eben dieselben ein flammiges Licht dar, grob, aber doch leuchtend. Dasselbe erschien zuerst unter dem linken Teil des Kinns, nachher unter dem linken Auge, darauf über dem Auge. Es war jedoch dunkel, aber dennoch flammig, nicht hell, woraus ich merken konnte, von welcher Art sie waren; denn die Lichter zeigen die Neigungen, dann auch die Grade der Einsicht an. Nachher, als ich die Hand an die linke Seite der Hirnschale oder des Hauptes hielt, spürte ich ein gleichfalls ab- und aufwogendes Klopfen, aus welchem Kennzeichen ich merkte, daß sie zum Gehirn gehörten. Als ich fragte, wer sie seien, wollten sie nicht reden. Es wurde von andern gesagt, daß sie nicht gerne reden; endlich wurden sie veranlaßt zum Reden. Sie sagten, daß sie so entdeckt würden, wie beschaffen sie seien. Ich ward inne, daß sie zu denjenigen gehörten, welche das Gebiet der harten Mutter bilden, welche die allgemeine Decke des großen oder kleinen Gehirns ist. Es wurde darauf entdeckt, wie beschaffen sie waren, denn aus der Rede mit ihnen durfte ich das merken. Sie waren so, wie sie als Menschen gelebt hatten, die nichts über geistige und himmlische Dinge dachten, auch nicht davon redeten, weil sie von der Art waren, daß sie glaubten, es gäbe nichts anderes als das Natürliche und zwar deshalb, weil sie nicht über dasselbe sich erheben konnten. Aber dennoch haben sie dieses nicht bekannt, gleichwohl haben sie wie andere das Göttliche verehrt, Gebete verrichtet und sind gute Bürger gewesen. Es waren nachher andere da, welche ebenfalls in den Puls einflossen, aber nicht durch ein Wogen ab- und aufwärts, sondern schief. Andere wieder, welche nicht hin und her, sondern mehr stetig sich bewegten. Und auch andere, von denen der Puls getrieben von einem Ort auf den andern übersprang. Sie sagten, daß sie das auswendigere Blättchen der harten Mutter darstellten, und daß sie zu solchen gehörten, die über geistige und himmlische Dinge nur aus solchem dachten, was Gegenstände der äußeren Sinne sind, indem sie das Inwendigere nicht anders begriffen. Von mir wurden sie gehört als wie aus dem weiblichen Geschlecht. Diese vernünfteln aus äußern sinnlichen, mithin aus weltlichen und irdischen Dingen über das, was dem Himmel angehört, oder über die geistigen Dinge des Glaubens und der Liebe, denn je mehr sie solches zu eins machen und vermengen, desto mehr gehen sie ins Äußerliche bis zur äußern Kopfhaut, welche sie vorbilden. Aber dennoch sind sie im Bereich des Größten Menschen, wiewohl in seinen äußersten Teilen, wenn sie ein Leben des Guten geführt haben. Denn ein jeder, der im Leben des Guten aus Neigung zur Liebtätigkeit ist, wird selig.

Es erschienen auch andere über dem Haupt, deren allgemein einfließende Tätigkeit über dem Haupt eine quer von vorn nach hinten wallende war und es erschienen wieder andere, deren einfließende Tätigkeit von beiden Schläfen der Mitte des Gehirns zuging. Ich ward inne, daß sie zum Gebiet der frommen Mutter gehörten, welche die andere Decke ist und das große und kleine Gehirn näher umkleidet und durch ausgesandte Fäden mit ihnen in Verbindung steht. Wie beschaffen sie waren, durfte ich aus ihrer Rede merken, denn sie haben mit mir geredet. Sie waren, wie in der Welt, von der Art, daß sie sich nicht viel auf ihr Denken verließen und so sich nicht bestimmten, etwas Gewisses über heilige Dinge zu denken, sondern daß sie von Glauben anderer abhingen, nicht erwägend, ob es wahr sei. Daß sie solcher Art waren, wurde mir auch gezeigt durch den Einfluß ihres Innewerdens ins Gebet des Herrn, als ich dasselbe las. Denn alle Geister und Engel, so viel ihrer sind, konnten aus dem Gebet des Herrn erkannt werden, von welcher Art sie waren, und zwar durch den Einfluß ihrer Denkvorstellungen und Neigungen in den Inhalt des Gebets. Daher wurde auch wahrgenommen, daß sie solcher Art waren; und überdies, daß sie den Engeln als Mittel dienen konnten. Denn es gibt Geister, welche zwischen den Himmeln vermitteln und durch welche Gemeinschaft besteht. Ihre Vorstellungen waren nämlich nicht verschlossen, sondern leicht zu öffnen, so daß sie sich gerne bewegen ließen und den Einfluß willig an- und aufnahmen, außerdem waren sie bescheiden und friedsam, und sie sagten auch, sie seien im Himmel.

Es war einer nahe an meinem Haupte, der mit mir redete. Aus dem Tone vernahm ich, daß er im Stande der Ruhe wie eines friedlichen Schlafes war. Er fragte dieses und jenes, aber mit einer solchen Klugheit, daß ein Wachender nicht klüger hätte fragen können. Ich ward inne, daß inwendigere Engel durch ihn redeten und er in einem Zustand war, daß er es vernahm und äußerte. Ich erkundigte mich über jenen Zustand und sagte ihm, daß er eben solchen Zustand habe. Er antwortete, daß er nichts anderes rede als das Gute und Wahre und daß er wahrnehme, ob es et was anderes sei, und daß er, wenn etwas anderes einfließen wollte, es nicht zulasse oder ausspreche. Von seinem Zustand sagte er, daß er ein friedsamer sei, und ich durfte ihn auch durch Gemeinschaft inne werden. Es wurde gesagt, daß solche es seien, welche die Einbiegungen oder größeren Blutgefäße im Gehirn und den — diesen ähnlichen — in die Länge sich erstreckenden Busen darstellen, welcher zwischen den zwei Halbkugeln des Gehirns ist und daselbst in einem ruhigen Zustande bleibt, mag immerhin das Gehirn auf beiden Seiten toben.

Es waren einige über dem Haupt ein wenig vorne, die mit mir redeten, sie sprachen lieblich und flossen ziemlich sanft ein. Sie unterschieden sich von anderen dadurch, daß sie immerfort eine Begierde und ein Verlangen hatten, in den Himmel zu kommen. Es wurde gesagt, daß solche es sind, welche die Mägen oder größeren Höhlen des Gehirns darstellen und zu jenem Gebiet gehören. Die Ursache wurde auch beigefügt, daß die bessere Art der darin befindlichen Lymphe so beschaffen ist, daß sie nämlich in das Gehirn zurückgeht, daher sie auch einen solchen Trieb hat. Das Gehirn ist der Himmel, und der Trieb ist Begierde und Verlangen — die Entsprechungen sind solche.

Ein Antlitz erschien mir zuerst über einem blauen Fenster, und dieses Antlitz zog sich bald nach einwärts, dann erschien mir ein Stern um die Gegend des linken Auges, hernach mehrere rötliche Sternchen, welche weiß schimmerten. Nachher wurden mir Wände sichtbar, aber kein Dach, die Wände nur auf der linken Seite, zuletzt wie ein gestirnter Himmel. Und weil dieses erschien an einem Ort, wo Böse waren, so meinte ich, es sei etwas Schauerliches, was mir zu sehen vorgehalten werde. Aber bald verschwand die Wand und der Himmel, und es erschien ein Brunnen, aus welchem es wie ein weißer Nebel oder Dunst hervorging, und es schien auch, als ob etwas aus dem Brunnen herausgeschöpft würde. Ich fragte, was dieses bedeute und vorbilde. Es wurde gesagt, es sei eine Vorbildung des Trichters im Gehirn, über demselben sei das Gehirn, welches durch den Himmel bezeichnet wird, und was nachher gesehen wurde, sei jenes Gefäß, welches durch den Brunnen bezeichnet und Trichter genannt wird, und daß der daraus hervorgehende Nebel oder Dunst die Lymphe sei, welche hindurchgeht und von da herausgeschafft wird; und daß jene Lymphe von zweierlei Art sei, nämlich eine, die mit Lebensgeistern vermischt ist und zu den nutzbaren Lymphen gehört, und eine, welche mit Flüssigkeiten vermischt ist und zu den auswurfartigen Lymphen gehört. Es wurde mir hernach gezeigt, von welcher Art die seien, welche zu diesem Gebiet gehören, aber nur die, welche von einer schlechteren Art waren; auch wurden sie gesehen. Sie laufen dahin und dorthin, sie machen sich an diejenigen heran, welche sie sehen, geben auf alles Achtung, und was sie hören, tragen sie andern zu, sie sind argwöhnisch, ungeduldig, unruhig, ähnlich jener Lymphe, welche dort innen auch hin- und herzieht. Ihre Vernunftschlüsse sind die dortigen Flüssigkeiten, die sie vorbilden. Aber diese Geister sind von mittlerer Art; diejenigen dagegen, welche die auswurfartigen Lymphen daselbst darstellen, sind die, welche geistige Wahrheiten herabziehen zu irdischen Dingen und sie dort besudeln, wie zum Beispiel, wenn sie etwas von der ehelichen Liebe hören, es auf Hurereien und Ehebrüche deuten, und so, was der ehelichen Liebe angehört, zu diesen herabziehen; so auch im übrigen. Diese erschienen vorne in obiger Entfernung zur Rechten.

Es gibt Gesellschaften, welche jene Gegend darstellen, welche im Gehirn der Isthmus heißt, und auch solche, welche die Knötchen der Fasern im Gehirn darstellen, welche wie drüsenartig erscheinen und aus welchen Fasern zu verschiedenen Verrichtungen hervorgehen, welche Fasern gleichmäßig wirken in jenen Anfängen oder Drüsen, aber verschiedenartig in den äußersten Teilen. Eine Gesellschaft von Geistern, denen solches entspricht, wurde mir vorgestellt, über welche ich folgendes sagen kann: es kamen Geister vorne, redeten mich an und sagten, daß sie Menschen seien; aber diesen durfte geantwortet werden, daß sie nicht Menschen seien mit einem Körper begabt, sondern Geister, aber insofern auch Menschen, weil das Ganze eines Geistes zu dem hinstrebt, was zu einem Menschen gehört, auch zu der Gestalt, die dem mit einem Körper ausgestatteten Menschen ähnlich ist, denn der Geist ist der inwendige Mensch. Sodann weil sie Menschen seien vermöge der Einsicht und Weisheit, nicht vermöge der Gestalt, deshalb seien die guten Geister und mehr die Engel Menschen vor denen, welche in einem Körper sind, weil sie mehr im Licht der Weisheit sind. Nach dieser Antwort sagten sie, es seien mehrere in einer Gesellschaft, wobei aber der eine dem andern nicht gleiche. Weil es mir aber unmöglich schien, daß es eine Gesellschaft von Ungleichen im andern Leben geben könne, redete ich mit ihnen über diesen Gegenstand und wurde endlich belehrt, daß sie, obwohl ungleich, dennoch sich zusammengesellen in Ansehung des Zwecks, der für alle nur einer sei. Weiter sagten sie, sie seien von der Art, daß ein jeder verschieden handle und auch verschieden rede von dem andern, und doch wollten und dächten sie das gleiche. Dieses beleuchteten sie auch mit einem Beispiel: wenn einer in der Gesellschaft sagt von einem Engel, er sei der kleinste im Himmel, sagt der andere, er sei der größte, und der dritte, er sei weder der kleinste noch der größte, und so mit mehrfacher Verschiedenheit. Die Gedanken jedoch gehen auf eines hinaus, daß nämlich, wer der Kleinste sein will, der Größte sei, und daß er daher beziehungsweise der Größte sei, und daß er weder der Kleinste noch der Größte, weil sie nicht an einen Vorrang denken; ebenso im übrigen. So gesellen sie sich zusammen in den Anfängen, aber wirken verschiedenartig im Äußersten. Sie machten sich an mein Ohr und sagten, sie seien gute Geister und ihre Redeweise sei so beschaffen. Es wurde in Beziehung auf sie gesagt, daß man nicht wisse, woher sie kommen, und daß sie zu den umherschweifenden Gesellschaften gehören.

Außerdem ist eine solche Entsprechung des Gehirns mit dem Größten Menschen, daß diejenigen, welche in den Prinzipien des Guten sind, diejenigen Teile im Gehirn darstellen, welche daselbst die Anfänge sind, und Drüsen oder Rindensubstanzen genannt werden. Hingegen die, welche in den Grundsätzen des Wahren sind, diejenigen Teile in den Gehirnen darstellen, welche von jenen Anfängen ausgehen und Fasern genannt werden, aber dennoch mit diesem Unterschied, daß die es sind, welche der rechten Seite des Gehirns entsprechen, die im Willen des Guten sind und von daher im Willen des Wahren, hingegen die, welche der linken Seite des Gehirns entsprechen, die im Verständnis des Guten und Wahren und von daher in der Neigung dazu. Dies kommt daher, weil diejenigen, welche im Himmel zur Rechten des Herrn sind, im Guten aus dem Willen, hingegen die, welche zur Linken des Herrn, im Guten aus dem Verstand sind. Jene sind es, welche himmlisch genannt werden, diese aber, welche geistig.

Daß solche Entsprechungen sind, hat bisher niemand gewußt, und ich weiß, daß man sich verwundern wird, wenn man es hört, und zwar aus dem Grund, weil man nicht weiß, was der inwendige Mensch und was der äußere ist, und daß der inwendige Mensch in der geistigen Welt ist und der äußere in der natürlichen, und daß der inwendige Mensch es ist, der im äußeren lebt und in diesen einfließt und diesen regiert. Hieraus kann man gleichwohl wissen, daß ein Einfluß stattfindet und eine Entsprechung. Daß es so ist, ist allbekannt im andern Leben; sodann, daß das Natürliche nichts anderes ist als eine Vorbildung der geistigen Dinge, von welchen es sein Dasein und Bestehen hat; und daß das Natürliche in solcher Art vorbildet, in welcher es entspricht.

Das Gehirn ist wie der Himmel in der Sphäre der Zwecke, welche sind Nutzleistungen. Denn alles, was einfließt vom Herrn, ist ein auf die Seligmachung des Menschengeschlechts abzielender Zweck. Dieser Zweck ist es, der im Himmel regiert und der daher auch im Gehirn regiert. Denn das Gehirn, in welchem das Gemüt des Menschen, bezielt die Zwecke im Leibe, daß nämlich der Leib diene der Seele, damit die Seele ewig selig sei. Es gibt aber Gesellschaften, welche keinen Zweck des Nutzwirkens haben, außer diesem, daß sie unter Freunden und Freundinnen seien und in Vergnügungen bei diesen, welche somit bloß ihrem Ich fröhnen und bloß für ihre Haut sorgen, und wenn sie etwa häusliche oder öffentliche Geschäfte besorgen, es nur für den gleichen Zweck tun. Solche Geister-Gesellschaften gibt es heutzutage mehr, als man je glauben kann. Sobald jene sich einstellen, wirkt ihre Sphäre und löscht bei andern die Neigungen zum Wahren und Guten aus, und wenn diese ausgelöscht sind, dann sind sie im Vergnügen ihrer Freundschaft. Sie bewirken Verstopfungen des Gehirns und verursachen Stumpfsinnigkeit. Mehrere aus solchen bestehende Gesellschaften waren bei mir, und ich merkte an der Blödigkeit, Trägheit und Beraubung der Neigung, daß sie da waren, und einigemal habe ich auch mit ihnen geredet. Sie sind eine Pest und ein Verderben, wiewohl sie im bürgerlichen Leben, während sie in der Welt waren, als gut, angenehm, artig und auch witzig erschienen sind. Denn sie wissen, was sich ziemt und wie man sich dadurch einschmeicheln kann, hauptsächlich in Freundschaften. Was Freund sein mit dem Guten oder die Freundschaft des Guten heißt, wissen sie nicht und wollen es nicht wissen. Es wartet auf sie ein trauriges Los, sie leben zuletzt im Schmutz und in einer solchen Stumpfheit, daß kaum etwas Menschliches in Beziehung auf die Fassungskraft ihnen übrig bleibt. Denn der Zweck macht den Menschen, und wie der Zweck so der Mensch, und ein solches Menschliches wird ihm deshalb nach dem Tode zuteil.



Die Entsprechung der Organe

Um im Allgemeinen zu erkennen, wie es sich mit dem Größten Menschen verhalte, muß man sich wohl merken, daß der gesamte Himmel den Größten Menschen bildet, und daß der Himmel der Größte Mensch genannt wird, weil er dem Göttlich-Menschlichen des Herrn entspricht. Denn der Herr allein ist der Mensch, und nur in dem Maße, als der Engel und der Geist, wie auch der Mensch auf Erden (das menschliche Wesen), von Ihm Selbst hat, sind sie wahre Menschen. Niemand möge glauben, daß ein Mensch aus sich Mensch sei, weil er ein menschliches Angesicht hat und einen menschlichen Körper, wie auch Hirn, Eingeweide und Glieder — dies alles hat er mit den unvernünftigen Tieren gemein, weshalb es auch dahinstirbt und zum Leichnam wird —‚ sondern der Mensch ist Mensch, weil er denken und wollen kann wie ein Mensch, und das Göttliche, d.h. das was dem Herrn angehört, aufzunehmen vermag: hierdurch nur unterscheidet sich der Mensch von dem Vieh und von den wilden Tieren; und der Mensch wird auch im andern Leben so beschaffen, wie ihm jenes Göttliche durch die Aufnahme angeeignet wurde.

Diejenigen, welche im irdischen Leben das Göttliche, was dem Herrn angehört, aufgenommen haben, nämlich Seine Liebe gegen das ganze Menschengeschlecht, die Liebtätigkeit gegen den Nächsten, und die Gegenliebe zum Herrn, diese werden im andern Leben mit Einsicht und Weisheit und mit unaussprechlicher Seligkeit begabt, denn sie werden Engel, d.h. wahre Menschen. Diejenigen dagegen, welche im Leben des Körpers das Göttliche, welches dem Herrn angehört, nicht angenommen haben, also keine Liebe zum menschlichen Geschlecht, noch weniger Liebe zum Herrn, sondern nur sich selbst geliebt, ja verehrt, und folglich zum alleinigen Zweck das gehabt haben, was ihnen selbst und der Welt gehört, diese werden im anderen Leben, nach vollbrachtem kurzen Lebenslauf hienieden, aller Einsicht beraubt. Sie werden ganz stumpfsinnig und befinden sich unter den Stumpfsinnigen in der Hölle.

Damit ich erkennen konnte, daß es sich so verhalte, wurde mir gestattet, mit solchen zu reden, welche so gelebt hatten, und auch mit einem, den ich während seines irdischen Lebens kannte, solange dieser lebte, tat er alles Gut; was er seinem Nächsten erwies, nur seinetwegen, nämlich seiner eigenen Ehre und seines Gewinnes wegen; die andern verachtete er und haßte sie auch; Gott bekannte er mit dem Munde, im Herzen jedoch erkannte er Ihn nicht an. Als mir mit ihm zu reden gestattet wurde, ging gleichsam ein körperlicher Dunstkreis (sphaera) aus ihm hervor, seine Rede war nicht wie die der Geister, sondern wie die eines noch lebenden Menschen. Die Rede der Geister unterscheidet sich nämlich von der menschlichen dadurch, daß sie reich ist an Vorstellungen, oder dadurch, daß sie etwas Geistiges und somit etwas Lebendiges in sich hat, was man nicht beschreiben kann. Eine solche Sphäre also ging von ihm aus und wurde in allem Einzelnen wahrgenommen, was er redete. Er erschien daselbst unter den Geringen, und es wurde gesagt, daß diejenigen, welche so beschaffen sind, allmählich in Ansehung ihrer Gedanken und Neigungen so plump und stumpfsinnig werden, daß niemand auf der Welt stumpfsinniger ist. Ihre Stelle ist unter den Hinterbacken, wo auch ihre Hölle ist; von daher erschien auch früher ein Gewisser, nicht wie ein Geist dem Ansehen nach, sondern wie ein grob körperlicher Mensch; dieser hatte aber so gar wenig von menschlicher Einsicht aus seinem Leben her, daß man ihn ein Bild des Stumpfsinns nennen konnte. Hieraus konnte ich deutlich erkennen, von welcher Art diejenigen werden, welche ohne Liebe zum Nächsten, zum Staate und zum Reiche Gottes sind, sondern nur für sich selbst Liebe haben, sich allein in allem im Auge haben, ja sich selbst anbeten wie Götter, und auch von andern so angebetet sein wollen, und bei allem, was sie tun, dies beabsichtigen.

Was die Entsprechung des Größten Menschen mit dem, was der Mensch hat, anbelangt, so besteht sie mit allem und jedem desselben, nämlich mit seinen Organen, Gliedern und Eingeweiden, und zwar in dem Grade, daß es kein Organ und kein Glied im Körper gibt, keinen Teil eines Organs und eines Gliedes, nicht einmal ein Teilchen von einem Teile, mit welchem nicht eine Entsprechung besteht. Bekanntlich besteht jedes Organ und jedes Glied des Körpers aus Teilen und aus Teilen von Teilen z.B. das Hirn besteht im allgemeinen aus dem eigentlich so genannten Hirn, aus dem kleinen Gehirn, aus dem verlängerten Mark (medulla oblongata), aus dem Mark des Rückgrats (medulla spinalis), denn dies ist die Fortsetzung und gleichsam der Anhang desselben; das eigentliche Hirn aber besteht wieder aus mehreren Gliedern, die seine Teile bilden, nämlich aus den Membranen, welche man die dicke und die dünne Hirnhaut nennt (dura mater et pia mater), aus dem schwieligen Körper, aus den gestreiften Körperchen, aus den Kammern (ventriculis) und Höhlungen, aus den kleinem Drüsen, aus den Zwischenwänden (septis), im allgemeinen aus der grauen und aus der markigen Substanz, und überdies aus den Einbiegungen, Blutgefäßen und Geweben; ebenso verhält es sich mit den Empfindungs- und Bewegungs-Organen des Körpers und mit den Eingeweiden, wie aus der Anatomie hinreichend bekannt ist. Alle diese Bestandteile entsprechen im allgemeinen und im besonderen auf das genaueste dem Größten Menschen, und hier wieder gleichsam ebenso vielen Himmeln; denn auch der Himmel des Herrn ist gleicherweise eingeteilt in kleine, und diese wieder in kleinere und kleinste Himmel und endlich in Engel, von welchen ein jeder ein kleiner Himmel ist, der dem Größten entspricht. Diese Himmel sind untereinander ganz unterschieden, indem sich jeder auf seinen gemeinsamen, und die gemeinsamen wieder auf den allgemeinen oder ganzen Himmel beziehen, welches der Größte Mensch ist. Mit der Entsprechung verhält es sich jedoch so, daß die oben erwähnten Himmel zwar den organischen Formen des menschlichen Körpers selbst entsprechen, weshalb man auch sagt, diese Gesellschaften oder diese Vereine gehören zum Gebiet (provincia) des Hirns, oder zum Gebiet des Herzens, oder zu dem der Lungen, oder zu dem des Auges usw., gleichwohl aber entsprechen sie hauptsächlich den Funktionen jener Eingeweide und Organe; es verhält sich dies wie die Organe und Eingeweide selbst, daß nämlich die Funktionen mit den organischen Formen eins ausmachen (einheitlich wirken), denn keine Funktion kann stattfinden, außer durch Formen, d.h. durch Substanzen, denn diese sind die Subjekte, von welchen die Tätigkeit ausgeht. So z.B. kann das Sehen nicht stattfinden ohne das Auge, das Atmen nicht ohne die Lunge; das Auge ist die organische Form, aus welcher und durch welche das Sehen kommt, und die Lunge ist die organische Form, aus welcher und durch welche das Atmen kommt, und so auch bei den übrigen. Es sind daher die Funktionen, denen die himmlischen Vereine hauptsächlich entsprechen, und weil die Funktionen, so sind es auch die organischen Formen, denen sie entsprechen; denn beide sind ungeteilt und untrennbar, und zwar so sehr, daß es einerlei ist, ob man sie Funktion oder die organische Form nennt, von welcher und durch welche die Funktion stattfindet. Daher kommt es, daß Entsprechung besteht mit den Organen, Gliedern und Eingeweiden, weil mit den Funktionen derselben; und deshalb wird, wenn die Funktion hervorgerufen wird, auch das Organ derselben erregt. So verhält es sich auch bei allem und jedem, was der Mensch tut; wenn er dies oder jenes anders tun will, so bewegen sich die Organe in entsprechender Weise, somit gemäß der Absicht der Funktion oder der Nutzwirkung (usus); die Nutzwirkung ist es nämlich, die den Formen gebietet. Hieraus erhellt auch, daß die Nutzwirkung vorhanden war, ehe noch die organischen Formen des Körpers existierten, und daß die Nutzwirkung letztere für sich hervorgebracht hat, oder die Organe passend eingerichtet sind. Dann geht die Nutzwirkung daraus hervor, und dann hat es den Anschein, als ob die Formen oder Organe früher vorhanden wären, als ihre Nutzwirkungen, während dies doch nicht der Fall ist; denn die Nutzwirkung fließt von dem Herrn ein, und zwar durch den Himmel, gemäß der Ordnung und der Form, nach welcher der Himmel vom Herrn geordnet ist, somit gemäß den Entsprechungen; in solcher Weise entsteht der Mensch und so besteht er auch; hieraus erhellt aber wiederum, woher es kommt, daß der Mensch im ganzen und im einzelnen den Himmeln entspricht.

Organische Formen sind nicht nur die, welche dem Auge sichtbar sind, oder durch Mikroskope entdeckt werden können, sondern es gibt auch noch reinere organische Gebilde, welche man weder mit bloßen, noch mit bewaffneten Augen entdecken kann, es sind dies die inwendigeren Formen; so z.B. gibt es Formen, welche den inneren Gesichtssinn angehören und zuletzt mit dem Verstande in Verbindung stehen; diese sind nicht aufspürbar, aber es sind doch Formen, d.h. Substanzen; denn keine Sehkraft, nicht einmal die des Verstandes, kann existieren, ohne durch etwas anderes gewirkt zu sein; es ist dies auch bekannt in der gelehrten Welt, daß nämlich ohne Substanz, als ihren Träger (subjectum), keine Existenzweise und keine Modifikation derselben, oder irgend eine Beschaffenheit, die sich tätig manifestiert, bestehen kann; diese reineren und unerforschbaren Formen sind es auch, welche die inneren Sinne bilden und auch die inneren Gefühle hervorbringen; mit diesen Formen, weil mit ihrem Sinn und mit den Empfindungen derselben, stehen die inneren Himmel in Entsprechung; weil mir aber von jenen Formen und ihrer Entsprechung vieles entdeckt wurde und dies nicht deutlich erörtert werden kann, ohne in das einzelne einzugehen, so darf ich im folgenden, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, das fortsetzen, was über die Entsprechung des Menschen mit dem Größten Menschen (d.h. dem Himmel) im vorigen Abschnitt zu sagen begonnen wurde, damit endlich der Mensch nicht aus irgend einer Spekulation der Vernunft oder aus einer Hypothese (Vermutung), sondern aus der Erfahrung selbst erkennen möge, wie es sich mit ihm verhalte und mit seinem innern Menschen, den man seine Seele nennt, und schließlich mit seiner Verbindung mit dem Himmel und durch den Himmel mit dem Herrn, folglich, wodurch der Mensch wahrhaft Mensch ist und wodurch er sich von den Tieren unterscheidet, dann aber auch, auf welche Weise der Mensch sich aus jener Verbindung losreißt und sich mit der Hölle verbindet.

Es muß im voraus gesagt werden, wer innerhalb des Größten Menschen und wer außerhalb desselben ist. Alle diejenigen, welche in der Liebe zum Herrn stehen und in der Liebtätigkeit (caritas) gegen den Nächsten, und ihn von Herzen gutes erzeigen gemäß des Guten in ihm, und die ein Gewissen für Recht und Billigkeit haben, befinden sich innerhalb des Größten Menschen; denn sie sind in dem Herrn und deshalb auch im Himmel. Alle dagegen, welche in der Selbstliebe und Weltliebe befangen sind und hierdurch in bösen Begierden, und das Gute nur tun wegen der Gesetze, wegen ihrer eigenen Ehre und wegen der Güter der Welt und des eigenen Ruhmes, welche somit in ihrem Innern unbarmherzig sind, Haß und Rachsucht hegen gegen ihren Nächsten um ihrer selbst und um der Welt willen, und sich über den Schaden ihres Nebenmenschen freuen, wenn er ihnen nicht günstig ist, diese sind außerhalb des Größten Menschen, denn sie sind in der Hölle. Sie stehen auch nicht in Entsprechung mit irgend welchen Organen und Gliedern des Körpers, sondern nur mit den verschiedenen Fehlern und Krankheiten, die er an sich hat, worüber auch, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im folgenden die Rede sein soll. Diejenigen, welche außerhalb des Größten Menschen, d.h. außerhalb des Himmels sich befinden, können nicht in diesen eingehen, denn ihr Leben ist von entgegengesetzter Art; vielmehr, wenn sie auf irgend eine Weise hineindringen, was bisweilen von solchen geschieht, die während ihres Lebens auf Erden gelernt haben, sich in Engel des Lichts zu verstellen — und wenn sie dorthin gelangen, was ihnen bisweilen erlaubt wird, damit sie erkennen, wie sie beschaffen sind (sie werden aber nur bis zu den Vorhallen zugelassen, d.h. bis zu denen, die noch einfältigen Sinnes und noch nicht vollständig unterrichtet sind) —‚ dann können diese, welche wie Engel des Lichtes hineingehen, kaum einige Augenblicke daselbst verweilen, weil hier das Leben der Liebe zu dem Herrn und der Liebe gegen den Nächsten waltet, und weil hier gar nichts mit ihrem Leben in Entsprechung steht, so können sie kaum atmen. Daher fangen sie an, beängstigt zu werden; denn das Atmen verhält sich gemäß der Freiheit des Lebens, und was wunderbar ist, zuletzt können sie sich kaum mehr bewegen, sondern sie werden wie diejenigen, welche von einer Betäubung des Kopfes befallen sind, während Angst und Qual ihr Inneres erfüllt. Deshalb eilen sie über Hals und Kopf hinweg, und zwar bis zur Hölle fort, wo sie wieder Atem und Beweglichkeit bekommen, daher wird auch im Wort das Leben durch Bewegung (Wandeln) vorgebildet. Diejenigen aber, welche sich im Größten Menschen befinden, stehen in voller Freiheit des Atmens, weil im Guten der Liebe, gleichwohl aber sind sie unterschieden nach der Qualität und Quantität ihres Guten (d.h. ihrer Kraft zum Guten); daher gibt es auch so viele Himmel, welche im Worte »Wohnungen« genannt werden (Joh.14,2); und in seinem Himmel befindet sich ein jeder in seinem Leben und empfängt das Einfließen vom gesamten Himmel; ein jeder ist daselbst ein Mittelpunkt (centrum) für alle Einflüsse und dadurch im vollkommensten Gleichgewicht, und zwar gemäß der staunenswerten Form des Himmels, welcher vom Herrn ist, und daher in aller Mannigfaltigkeit erscheint.

Neu angekommene Geister, welche, als sie in der Welt lebten, innerlich bös waren, aber äußerlich nach dem Schein des Guten strebten durch Werke, welche sie für andere taten um ihrer selbst und um der Welt willen, beklagten sich zuweilen, daß sie nicht in den Himmel eingelassen würden; sie hatten nämlich vom Himmel keine andere Meinung, als daß man aus Gnade eingelassen würde. Es wurde ihnen aber geantwortet, der Himmel werde keinem verweigert, und wenn sie es wünschen, so sollten sie eingelassen werden. Es wurden auch einige zugelassen zu den nächsten himmlischen Vereinen, welche in der Nähe des Eingangs sind; sobald sie aber dahin kamen, fühlten sie, vermöge der entgegengesetzten Beschaffenheit ihres Lebens, wie schon bemerkt wurde, ein Stocken des Atmens, Angst und gleichsam höllische Pein, und stürzten davon; dann sagten sie, der Himmel sei für sie eine Hölle, und sie hätten niemals geglaubt, daß der Himmel so beschaffen sei.

Es gibt viele von beiden Geschlechtern, welche bei Leibes Leben so beschaffen waren, daß sie, wo es nur möglich war, durch Kunstgriffe und Betrug über die Gemüter anderer zu herrschen suchten, namentlich bei Mächtigen und Reichen, damit sie in ihrem Namen allein regieren konnten; sie wirkten heimlich gegen andere und suchten sie zu entfernen, besonders die Redlichen, und zwar auf verschiedene Weise, nicht gerade durch offenen Tadel, denn die Redlichkeit verteidigt sich selbst, sondern indem sie auf mannigfache Weise ihre Absichten verdrehten, sie als einfältig und schlimm bezeichneten, ihnen die Unglücksfälle zuschrieben, welche etwa vorkamen, und dergleichen mehr. Diejenigen, welche während ihres Lebens so beschaffen waren, sind auch im andern Leben so geartet; denn einem jeden folgt sein Leben nach. Dies wurde mir durch lebendige Erfahrung kund durch solche Geister, während sie bei mir waren. Denn diese wirkten damals auf gleiche Weise ein, aber noch geschickter und schlauer; die Geister wirken nämlich auf feinere Weise als die Menschen, weil sie von den Banden und Fesseln des Körpers und von den Empfindungen grober Art frei sind. Jene nun wirkten auf so feine Weise ein, daß ich einige Male nicht bemerkte, wie sie die Absicht und den Zweck hatten, über mich zu herrschen; wenn sie sich aber miteinander besprachen, so sorgten sie dafür, daß ich es nicht hörte oder inne wurde. Von andern aber, welche es hörten, wurde mir gesagt, daß sie abscheuliche Pläne machten und durch magische Künste, somit durch Beihilfe der teuflischen Rotte, zu ihrem Zweck zu gelangen suchten. Die Ermordung der Redlichen achteten sie für nichts, den Herrn, unter dessen Namen sie, wie sie sagten, herrschen wollten, schätzten sie gering, indem sie Ihn als einen gewöhnlichen Menschen betrachteten, dem Verehrung zuteil geworden sei, wie bei anderen Völkern, welche Menschen zu Göttern machten und sie verehrten; dieser Kultus stamme von alten Zeiten her, und sie hätten es nicht gewagt, ihm zu widersprechen, weil sie in demselben geboren seien und sonst ihrem guten Ruf geschadet hätten. Von diesen kann ich sagen, daß sie die Gedanken und den Willen der Menschen, die ihnen ähnlich sind, in Besitz nehmen, und sich bei ihnen in ihre Neigungen und Absichten eindrängen, so daß jene ohne die Barmherzigkeit des Herrn es gar nicht zu erkennen vermögen, daß solche Geister gegenwärtig sind und sie selbst sich in ihrer Gesellschaft befinden.

Diese Geister entsprechen den Krankheitsstoffen in den feineren Teilen des Blutes, die man den Lebensgeist (spiritus animalis) nennt; in diese dringen die Krankheitsstoffe gegen die Ordnung ein, und verbreiten sich überall hin; sie sind wie ein Gift, welches Kälte und Erstarrung in den Nerven und Muskelfasern erwirkt, wodurch sehr schwere und tödliche Krankheiten ausbrechen. Wenn solche in Gemeinschaft wirken, werden sie daran erkannt, daß sie, sozusagen, in vierfachen Absätzen einwirken und sich am Hinterkopf links unter dem kleinen Gehirn festsetzen; diejenigen nämlich, welche unter dem Hinterhaupte wirken, gehen heimlicher zu Werk als andere, und die, welche an der Rückseite einwirken, begehren zu herrschen. Sie ließen sich mit mir in Erörterungen ein über den Herrn und sagten, es sei sonderbar, daß Er ihre Bitten nicht erhöre, wenn sie beteten, und daß Er also den Hilfesuchenden nicht beistehe. Ich durfte ihnen aber antworten, daß sie nicht erhört werden könnten, weil sie solche Dinge beabsichtigten, die dem Wohl des menschlichen Geschlechts entgegen ständen, und weil sie für sich gegen andere beteten; durch ein solches Gebet aber werde der Himmel verschlossen, denn die Bewohner des Himmels achten nur auf die Absichten der Betenden. Dies wollten sie zwar nicht anerkennen, gleich wohl aber konnten sie nichts dagegen antworten. Es waren Männer dieser Gattung zugegen und zwar in Gemeinschaft mit Frauen, sie erklärten, daß sie durch die Frauen viele Pläne machen könnten, denn diese seien schneller und geschickter, solche Dinge zu durchschauen. Besondere Freude haben sie am Umgang mit solchen, welche Buhldirnen gewesen waren. Diese widmen sich meistens im anderen Leben geheimen und magischen Künsten; denn im anderen Leben gibt es seht viele magische Künste, die in der Welt ganz unbekannt sind. Solchen Künsten wenden sie sich zu, sobald sie in das andere Leben kommen und lernen diejenigen bezaubern, bei denen sie sind, und besonders die, über welche sie zu herrschen wünschen, vor Freveltaten scheuen sie nicht zurück. Über ihre Hölle und wie sie beschaffen ist, ferner, wo sie sich befinden, wenn sie nicht in der Geisterwelt sind, davon wird an einer anderen Stelle gesprochen werden. Hieraus kann man nun deutlich erkennen, daß einen jeden nach dem Tode sein eigenes Leben erwartet.



Die Entsprechung der Sinne

Der Vorzug der Einsicht, welchen die Engel haben, besteht darin, daß sie wissen und inne werden, daß alles Leben vom Herrn ist, ferner, daß der ganze Himmel Seinem Göttlich-Menschlichen entspricht, und daß folglich alle Engel, Geister und Menschen dem Himmel entsprechen; dann auch, daß sie wissen und inne werden, auf welche Weise sie entsprechen. Dies sind die Grundbestimmungen (oder Prinzipien) der Einsicht, in denen die Engel vor den Menschen sind. Hierdurch wissen und vernehmen sie Unzähliges, was in den Himmeln ist, und daher auch die Dinge, welche in der Welt sind; denn was in der Welt und ihrer Natur besteht, hat seine Ursachen und Wirkungen von jenem, als von seinem Urgrund; denn die ganze Natur ist ein Schauplatz, welcher das Reich des Herrn vorbildet.

Durch vielfache Erfahrung wurde mir gezeigt, daß sowohl der Mensch als der Geist, wie auch der Engel, nichts aus sich denkt, redet und handelt, sondern von anderen, und auch diese nicht von sich, sondern wieder von anderen und so fort, und daß also alle und jeder einzelne es tut aus dem Ersten Urgrund des Lebens, d.h. aus dem Herrn, wie sehr es auch immer den Anschein hat, als ob sie es aus sich vermöchten. Dies wurde den Geistern oftmals gezeigt, welche im Leben des Körpers glaubten, und sich darin bestärkten, daß alles in ihnen liege, oder daß sie aus sich und ihrer Seele, welcher das Leben eingepflanzt scheint, denken, reden und handeln, es wurde auch durch lebendige Erfahrungen gezeigt (wie sie nur im anderen Leben, aber nicht in der Welt möglich sind), daß die Bösen aus der Hölle denken, wollen und handeln, und die Guten aus dem Himmel, d.h. durch den Himmel vom Herrn, und daß gleichwohl das Böse und auch das Gute wie von ihr selbst zu kommen scheint. Das wissen die Christen aus der Lehre, welche aus dem Worte stammt, aber wenige sind, die es glauben, und weil sie es nicht glauben, so eignen sie sich das Böse an, was sie denken, wollen und tun; das Gute aber wird ihnen nicht angeeignet; denn diejenigen, welche glauben, das Gute sei von ihnen, nehmen dasselbe für sich in Anspruch und schreiben es sich zu, und setzen somit ein Verdienst darein. Sie wissen auch aus der Kirchenlehre, daß niemand etwas Gutes aus sich tun könne, und zwar so, daß alles, was man aus sich und dem eigenen tut, böse ist, wie sehr es auch als das Gute erscheint, aber auch das glauben wenige, obwohl es wahr ist. Die Bösen, welche sich in der Meinung bestärken, daß sie aus sich leben, und daß somit alles, was sie denken, wollen und tun, aus ihnen sei, sagten, wenn ihnen gezeigt wurde, daß die Sache sich völlig gemäß der Lehre verhalte, sie glaubten es jetzt; aber es wurde ihnen gesagt, wissen sei nicht glauben, und glauben sei innerlich, und sei nur möglich bei der Neigung zum Guten und Wahren; daher nur bei denen, die im Guten der Liebtätigkeit gegen den Nächsten sind, dieselben Geister, weil sie böse waren, bestanden darauf, daß sie nun glaubten, weil sie es sähen, aber es wurde untersucht durch eine Erfahrung, welche im anderen Leben gewöhnlich ist, insofern man nämlich von den Engeln untersucht wird. Als sie nun untersucht wurden, da erschien der obere Teil ihres Hauptes wie weggenommen, und das Gehirn struppig, mit Haaren bewachsen und finster; hieraus erkannte man, wie beschaffen diejenigen inwendig sind, welche nur den wißtümlichen Glauben haben, nicht aber den wahren, und daß wissen nicht glauben ist; denn bei denen, welche wissen und glauben, erscheint das Haupt wie ein menschliches und das Gehirn ordentlich, schneeweiß und leuchtend; denn das himmlische Licht wird von ihnen aufgenommen, bei denjenigen aber, welche nur wissen, und meinen, daß sie dadurch glauben, aber doch nicht glauben, weil sie im Bösen leben, wird das himmlische Licht nicht aufgenommen, somit auch nicht die Einsicht und Weisheit, welche jenem Lichte innewohnt, deshalb verwandelt sich, wenn sie sich den Gesellschaften der Engel, d.h. dem himmlischen Lichte nähern, dieses bei ihnen in Finsternis) daher kommt es auch, daß ihr Gehirn ganz finster erscheint.

Daß das Leben, welches vom Herrn allein ausgeht, bei einem jeden so erscheint, als ob es in ihm selbst wäre, hat seinen Grund in der Liebe oder Barmherzigkeit des Herrn gegen das ganze menschliche Geschlecht, weil Er nämlich einem jeden das, was sein ist, aneignen und jedem die ewige Seligkeit geben möchte.

Daß die Liebe dem andern zu eigen gibt, was ihr angehört, ist bekannt; denn sie stellt sich in dem andern dar und macht sich ihm gegenwärtig, was wird nicht erst die göttliche Liebe tun? Daß auch die Bösen das Leben, das vom Herrn ist, aufnehmen, damit verhält es sich ebenso, wie mit den Gegenständen in der Welt, welche alle von der Sonne ihr Licht und daher ihre Farben erhalten, aber gemäß ihrer Formen, die Gegenstände, welche das Licht ersticken oder verkehren, erscheinen in schwarzer oder häßlicher Farbe, gleichwohl aber haben sie ihre Schwärze und Häßlichkeit vom Sonnenlicht; so auch ist das Licht oder das Leben vom Herrn bei den Bösen, aber dieses Leben ist kein Leben, sondern es ist, wie es auch genannt wird, der geistige Tod.

Obwohl dies dem Menschen wunderlich und unglaublich erscheint, so kann es doch nicht geleugnet werden, weil die Erfahrung selbst es lehrt. Wollte man alles leugnen, wovon man die Ursachen nicht weiß, so müßte man Unzähliges leugnen, was in der Natur besteht, und wovon man die Ursachen kaum bis zu einem Myriadenteile kennt, denn es walten so viele und so große Geheimnisse dabei ob, daß das, was der Mensch kennt, kaum etwas ist im Verhältnis zu dem, was er nicht kennt; welche Geheimnisse werden nicht erst in der Sphäre vorhanden sein, die über der Natur ist, d.h. in der geistigen Welt. So z.B. folgende Wahrheiten: daß ein einziges Leben ist, und aus diesem alle leben, und ein jeder auf andere Weise als der andere; daß auch die Bösen aus demselben Leben ihr Leben haben, und auch die Höllen, und daß das einfließende Leben gemäß der Aufnahme wird; daß der Himmel vom Herrn so geordnet ist, daß er einen Menschen darstellt, weshalb er der Größte Mensch genannt wird, und daß ihm daher das einzelne bei dem Menschen entspricht; daß der Mensch ohne das Einfließen von daher in das einzelne bei ihm nicht einmal einen Augenblick bestehen könnte; daß alle im Größten Menschen ihre beständige Lage haben gemäß der Beschaffenheit und dem Stand des Guten und Wahren, in dem sie sind, daß die Lage dort nicht eine Lage des Ortes, sondern ein Zustand ist, und daher beständig zur Linken erscheinen, die zur Linken sind, und zur Rechten, die zur Rechten, vorne, die vorne sind, im Rücken, die im Rücken sind, an der Fläche des Hauptes, des Rückens, der Lungen, der Füße, über dem Haupte und unter den Fußsohlen, gerade und schräg, in geringerer oder größerer Entfernung, die dort sind, wie auch immer und nach welcher Richtung auch immer der Geist sich wendet. Ferner, daß der Herr als Sonne beständig zur Rechten erscheint, in halber Höhe daselbst, ein wenig über der Fläche des rechten Auges, und daß sich dort alles auf den Herrn als Sonne und Mittelpunkt bezieht, somit auf das Eine, wodurch sie sind und bestehen; und weil alle beständig vor dem Herrn an ihrem Orte, gemäß ihrem Zustande des Guten und Wahren, erscheinen. Deshalb erscheinen sie auch den einzelnen auf gleiche Weise, aus dem Grunde, weil das Leben des Herrn, somit der Herr in allen ist, die im Himmel sind; und so noch unzähliges anderes.

Wer glaubt nicht heutzutage, daß der Mensch aus Samen und Ei auf natürliche Weise entstehe, und daß von der ersten Schöpfung her, dem Samen die Kraft innewohne, sich in solche Formen zu bringen, zuerst innerhalb des Eies, danach im Uterus, und nachher aus sich, und daß es nicht das Göttliche sei, welches weiter hervorbringe; die Ursache, warum so geglaubt wird ist, weil niemand weiß, daß irgend ein Einfließen stattfindet vom Himmel, d.h. durch den Himmel vom Herrn, und zwar, weil sie nicht wissen wollen, daß irgend ein Himmel ist; denn die Stubengelehrten werfen ganz offen unter sich die Frage auf, ob es eine Hölle, somit auch ob es einen Himmel gebe; und weil sie am Himmel zweifeln, können sie auch nicht als Grundprinzip annehmen, daß das Einfließen durch den Himmel vom Herrn stattfinde, während doch dieses Einfließen alles, was in den drei Naturreichen, vornehmlich im Tierreiche, und ganz besonders in dem Menschen besteht, hervorbringt, und in der dem Nutzzwecke entsprechenden Form erhält. Daher können sie auch nicht erkennen, daß eine Entsprechung besteht zwischen dem Himmel und dem Menschen, weniger noch, daß sie von der Art ist, daß die einzelnen Dinge, ja die allereinzelnsten, bei ihm dadurch entstehen und auch bestehen, denn das Bestehen ist ein fortwähren des Entstehen, und daher ist auch die Erhaltung in Verbindung und Form eine beständige Schöpfung.

Daß eine Entsprechung der einzelnen Dinge bei dem Menschen mit dem Himmel stattfindet, habe ich zu zeigen angefangen, und zwar durch lebendige Erfahrung aus der Geisterwelt und dem Himmel, zu dem Zwecke, damit der Mensch wisse, woher er sein Dasein und sein Bestehen habe, und daß deshalb ein beständiges Einfließen in ihn stattfinde; später soll gleichfalls aus Erfahrung gezeigt werden, daß der Mensch den Einfluß aus dem Himmel, d.h. durch den Himmel vom Herrn zurückweisen und den Einfluß von der Hölle aufnehmen kann; daß er aber dennoch fortwährend in Entsprechung mit dem Himmel vom Herrn gehalten werde, damit er, wenn er es will, von der Hölle zum Himmel, und durch den Himmel zum Herrn geführt werden kann.

Von der Entsprechung des Herzens und der Lungen, ferner des Gehirns mit dem Größten Menschen, ist früher gehandelt worden. Hier soll dem Plan gemäß von der Entsprechung mit den äußeren Sinnes-Organen desselben gesprochen werden, nämlich mit dem Organ des Gesichtes oder dem Auge, mit dem Organ des Gehörs oder dem Ohre, mit den Organen des Geruchs, des Geschmacks und des Gefühls, nun aber zuerst mit dem Sinne im allgemeinen.

Der Sinn im allgemeinen oder der Gemeinsinn wird unterschieden in den willkürlichen und den unwillkürlichen; der willkürliche Sinn steht dem großen Gehirn näher, der unwillkürliche dem kleinen Gehirn; diese beiden allgemeinen Sinne sind bei den Menschen verbunden, aber dennoch unterschieden; die Fasern, welche von dem großen Gehirn ausgehen, bilden im allgemeinen den willkürlichen Sinn, und die Fasern aus dem kleinen Gehirn bilden im allgemeinen den unwillkürlichen Sinn; die Fasern aus diesem doppelten Ursprung verbinden sich in zwei Fortsetzungen, welche das verlängerte Mark und das Rückenmark genannt werden, und durch diese gehen sie in den Körper über und bilden dessen Glieder, Eingeweide und Organe, die Teile, welche den Körper umgeben, wie die Muskeln und die Haut, dann auch die Sinnesorgane, nehmen größtenteils die Fasern vom großen Gehirn auf. Daher hat der Mensch die Sinne und daher auch die willkürlichen Bewegungen, die Teile dagegen, welche innerhalb jener Umgebung oder Umschließung sind und Eingeweide des Körpers genannt werden, nehmen ihre Fasern vom kleinen Gehirn auf; daher hat der Mensch von diesem keine Empfindung und stehen sie auch nicht unter der Herrschaft seines Willens; hieraus kann man einigermaßen erkennen, was die Sinne im allgemeinen oder der allgemeine willkürliche Sinn und der allgemeine unwillkürliche Sinn sei. Dabei muß man wissen, daß das Allgemeine sein muß, damit ein Besonderes entstehe, ohne das Allgemeine, und zwar, daß es im allgemeinen besteht; und daß das Besondere niemals entstehen oder bestehen kann, ferner, daß alles Besondere sich verhalte gemäß der Beschaffenheit und dem Zustande des Allgemeinen, somit auch die Sinne bei dem Menschen und die Bewegungen.

Es wurde einst ein helltönendes Säuseln von mir gehört, welches aus den höheren Teilen oberhalb des Hinterhauptes herabkam und um diese ganze Gegend herum fortdauerte; ich konnte mir nicht denken, wer diese sein sollten, es wurde mir gesagt, es seien diejenigen, welche den allgemeinen unwillkürlichen Sinn darstellten; ferner wurde mir gesagt, daß diese die Gedanken der Menschen wohl wahrnehmen könnten, aber sie nicht auseinandersetzen und kund tun wollen, wie auch das kleine Gehirn alles wahrnimmt wie das große, aber es nicht kund gibt. Als die deutliche Einwirkung derselben auf die ganze Gegend des Hinterhauptes aufhörte, wurde mir gezeigt, wie weit ihre Einwirkung sich erstrecke; sie richtete sich zuerst auf das ganze Angesicht, hierauf zog sie sich gegen die linke Seite des Gesichts, und zuletzt gegen das Ohr daselbst; hierdurch wurde bezeichnet, wie die Einwirkung des allgemeinen unwillkürlichen Sinnes von den ersten Zeiten an bei den Menschen dieser Erde gewesen sei, und welchen Fortschritt sie gemacht habe. Der Einfluß aus dem kleinen Gehirn erstreckt sich besonders in das Angesicht, was man daraus ersieht, daß auf dem Gesicht die Seele sich abzeichnet, und daß im Gesicht die Neigungen sichtbar werden, und zwar meistenteils ohne den Willen des Menschen, z.B. Furcht, Ehrfurcht, Scham, verschiedene Arten der Freude und der Traurigkeit, außer mehreren, was dem anderen dadurch kund wird, so daß er aus dem Gesicht erkennt, welche Neigungen und welche Veränderungen der Seele und des Gemütes vorhanden sind; dies geschieht vom kleinen Gehirn durch seine Fasern, sofern ihm keine Verstellung inne wohnt. Auf diese Weise wurde gezeigt, daß der allgemeine Sinn in den ersten Zeiten oder bei den Uralten das ganze Angesicht einnahm, aber allmählich nach dieser Zeit nur die linke Seite desselben und endlich in einer noch späteren Zeit sich außerhalb des Gesichtes verbreitete, und zwar so sehr, daß heutzutage kaum noch irgend ein allgemeiner unwillkürlicher Sinn im Gesicht übrig geblieben ist; die rechte Seite des Gesichtes mit dem rechten Auge entspricht der Neigung zum Guten; die linke aber der Neigung zum Wahren; die Gegend, wo das Ohr ist, dem bloßen Gehorsam ohne Neigung, denn bei den Uralten, deren Zeitalter das goldene genannt wurde, weil sie in einem gewissen Zustand der Vollkommenheit und in der Liebe zum Herrn, wie auch in gegenseitiger Liebe wie die Engel lebten, zeigte sich alles Unwillkürliche des kleinen Gehirns im Gesicht, und damals verstanden sie gar nicht, etwas anderes in der Miene darzustellen, als so, wie der Himmel einfloß in ihre unwillkürlichen Triebe und von da in den Willen; bei den Alten aber, deren Zeitalter das silberne genannt wurde, weil sie in dem Stand der Wahrheit und dadurch in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten waren, zeigte sich das Unwillkürliche, das vom kleinen Gehirn ausgeht, nicht auf der rechten Seite des Gesichtes, sondern nur in der linken; dagegen bei ihren Nachkommen, deren Zeit das eiserne Zeitalter genannt wurde, weil sie nicht in der Neigung des Wahren, sondern im Gehorsam des Wahren lebten, zeigte sich das Unwillkürliche nicht mehr im Gesicht, sondern zog sich in die Gegend des linken Ohres zurück. Ich wurde belehrt, daß die Fasern des kleinen Gehirns auf diese Weise ihren Ausfluß in das Gesicht verändert haben, und daß an ihrer Statt die Fasern aus dem großen Gehirn dahin versetzt sind, welche alsdann über diejenigen des kleinen Gehirns herrschen; und zwar geschah dies aus dem Bestreben, die Miene des Gesichts dem Winke des eigenen Willens gemäß zu gestalten, welcher aus dem großen Gehirn kommt; dies scheint zwar dem Menschen nicht so, ist aber den Engeln ganz klar, aus dem Einfließen des Himmels und aus der Entsprechung.

Der allgemeine unwillkürliche Sinn ist heutzutage so beschaffen bei denen, welche im Guten und Wahren sich befinden; aber bei denen, die im Bösen und daher im Falschen sind, ist kein allgemeiner unwillkürlicher Sinn mehr, der sich offenbart, weder im Gesicht noch in der Rede, noch in der Gebärde, sondern es ist das Willkürliche, welches das Unwillkürliche erheuchelt, oder das Natürliche, wie es genannt wird, welches sie durch häufige Übung oder Gewohnheit von früher Jugend an so gebildet haben. Wie bei ihnen dieser Sinn beschaffen sei, wurde mir durch das Einfließen desselben gezeigt, welches leise und kühl war, und sich über das ganze Angesicht, sowohl in die rechte, als in die linke Seite desselben, und von da gegen die Augen hinwendete, und vom linken Auge an sich über das Angesicht ausbreitete; hierdurch wurde bezeichnet, daß die Fasern des großen Gehirns sich hinein gezogen haben und die Fasern des kleinen Gehirns beherrschen, und daß hierdurch Erdichtung, Verstellung, Lüge und List inwendig herrschen, äußerlich aber das Aufrichtige und Gute erscheinen; daß das Einfließen sich gegen das linke Auge hinrichtete, und von da aus das Gesicht bezeichnete, daß sie das Böse zum Zweck haben, und das Verstandesvermögen dazu benutzen, um diesen Zweck zu erreichen; denn das linke Auge bedeutet das Verständige. Diese Geister sind es heutzutage, welche größtenteils den allgemeinen unwillkürlichen Sinn bilden, während es vor alter Zeit die allerhimmlischsten waren; in unserer Zeit sind es aber die ruchlosesten, und zwar besonders aus der christlichen Welt; sie sind sehr zahlreich und erscheinen unter dem Hinterhaupt und gegen den Rücken zu, wo sie oftmals von mir gesehen und wahrgenommen wurden. Denn diejenigen, welche gegenwärtig diesen Sinn darstellen, sind es, welche trugvoll denken und Böses gegen den Nächsten aussinnen, dabei aber ein freundliches, ja das allerfreundlichste Gesicht zeigen, wie auch gleiche Gebärden, und so lieblich reden, als wären sie mehr als andere von Liebtätigkeit erfüllt; und doch sind sie die ärgsten Feinde, nicht nur derjenigen, mit denen sie Umgang haben, sondern auch des menschlichen Geschlechtes. Ihre Gedanken wurden mir mitgeteilt und sie waren frevelhaft und verabscheuungswürdig, voller Grausamkeiten und Mordlust.

Es wurde mir auch gezeigt, wie es sich im allgemeinen mit dem Willen und mit dem Verstand verhält, die Uralten, welche die himmlische Kirche des Herrn bildeten, hatten einen Willen, in welchem das Gute, und einen Verstand, in dem das Wahre aus jenem war, und diese beide machten bei ihnen eins aus; aber die Alten, welche die geistige Kirche des Herrn bildeten, hatten einen völlig zu Grunde gerichteten Willen, aber einen unversehrten Verstand, in welchem der Herr durch die Wiedergeburt einen neuen Willen bildete, und durch diesen auch einen neuen Verstand. Wie das Gute der himmlischen Kirche gewesen war, wurde mir gezeigt durch eine aus dem Himmel herabsteigende Säule, welche von bläulicher Farbe war. An der linken Seite war sie hell-leuchtend, wie von einem flammigen Sonnenlicht; hierdurch wurde ihr erster Zustand dargestellt: durch die bläuliche Farbe das Gute ihres Willens, und durch das helleuchtende, flammige Licht ihr Verstand; und nachher ging die bläuliche Farbe der Säule über in einen dunkel flammigen Schimmer, wodurch ihr zweiter Zustand dargestellt wurde, und daß diese beiden Leben, nämlich das des Willens und das des Verstandes, dennoch nur eins bildeten, aber ziemlich dunkel in Ansehung des Guten aus dem Willen. Denn die bläuliche Farbe bedeutet das Gute, das helle Flammige das Wahre aus dem Guten; später wurde dann die Säule ganz schwarz, und rings um die Säule war etwas Helles, welches durch ein gewisses Glühen sich veränderte und Farben darstellte, durch welche der Zustand der geistigen Kirche bezeichnet wurde, die schwarze Säule bedeutete, daß der Wille völlig zu Grunde gerichtet und durchaus böse war; das Helle, welches durch ein gewisses Glühen sich veränderte, bedeutete den Verstand, in dem ein neuer Wille vom Herrn war; denn das Verständige wird im Himmel durch das Hell-leuchtende vorgebildet.

Es kamen Geister bis zu einiger Höhe heran; aus dem Getöne wurden sie als viele vernommen, und aus den Vorstellungen ihres Denkens und ihrer Rede, welche bis zu mir hingeleitet wurden, erkannte man, daß sie in keiner bestimmten Vorstellung waren, sondern wie in der allgemeinen von mehreren, deshalb meinte ich, daß man von ihnen nichts Bestimmtes vernehmen könne, sondern nur etwas allgemein Undeutliches, somit Dunkles, denn ich war der Meinung, daß das Allgemeine nichts anderes sei, daß ihr Denken ein allgemeines war, d.h. von mehreren.

Zugleich konnte ich deutlich wahrnehmen, was von ihnen in mein Denken einfloß; aber es wurde ihnen ein vermittelnder Geist beigegeben durch den sie mit mir redeten, denn ein solches Allgemeines kann nicht die Rede eingehen, außer durch andere. Und als ich mit ihnen redete durch Vermittlung, sagte ich, wie ich gemeint, daß das Allgemeine keine deutliche Vorstellung irgend einer Sache geben könne, sondern nur eine so dunkle, daß sie gleichsam verschwinde. Aber nach Verlauf einer Viertelstunde zeigten sie, daß sie eine bestimmte Vorstellung vom Allgemeinen hatten, und auch von mehreren im allgemeinen, besonders dadurch, daß sie alle Abwechslungen und Veränderungen meiner Gedanken und Neigungen genau und deutlich mit den Einzelheiten darin beobachteten, wie keine anderen Geister es besser vermochten; hieraus konnte ich schließen, daß etwas anderes eine dunkle Vorstellung sei, in welcher diejenigen sind, die zu wenig Kenntnisse haben, und daher über alles im Dunkeln sind; und wieder etwas anderes eine klare allgemeine Vorstellung, in welcher diejenigen sind, welche im Wahren und Guten unterrichtet sind, welche der Ordnung und dem Zusammenhang nach ins Allgemeine eingefügt und so geordnet sind, daß sie es aus dem Allgemeinen deutlich schauen können, diese sind es, welche im anderen Leben den willkürlichen allgemeinen Sinn bilden, und sie sind es auch, welche durch die Erkenntnisse des Guten und Wahren sich die Fähigkeit erworben haben, die Dinge aus dem Allgemeinen anzuschauen, und daher betrachten sie die Dinge zugleich umfassend und stellen sogleich Erörterungen an, ob sich etwas so verhalte; sie sehen zwar die Sache gleichsam im Dunkeln, weil sie im Allgemeinen das sehen, was darin enthalten ist; weil dies aber in dem Allgemeinen in bestimmter Weise geordnet ist, so erscheinen ihnen dennoch die Dinge in hellem Licht; dieser allgemeine willkürliche Sinn ist nur für die Weisen geeignet; daß sie solche waren, wurde auch zu erkennen gegeben, denn sie schauten in mir alles und jedes, was zu einem Vernunftschluß gehörte, und hieraus schlossen sie so geschickt auf das Innere meiner Gedanken und Neigungen, daß ich anfing, mich zu scheuen, noch weiteres zu denken; denn sie entdeckten Dinge, von welchen ich gar nichts wußte, daß sie in mir waren, und doch mußte ich es aus den von ihnen gezogenen Schlüssen anerkennen. Hierdurch empfand ich bei mir eine gewisse Scheu, mit ihnen zu reden; und als diese Scheu bemerkt wurde, erschien sie wie etwas Haariges und darin etwas leise Redendes; es wurde gesagt, daß hierdurch die allgemeine körperliche Sinneswahrnehmung bezeichnet werde, welche mit ihnen in Entsprechung stehe. Am folgenden Tage redete ich wieder mit ihnen und erfuhr, daß sie nicht eine dunkle, sondern eine klare, allgemeine Wahrnehmung hatten und daß, wie das Allgemeine und der Zustand desselben wechselte, so auch das Besondere und die Zustände desselben wechselten, weil dies sich in der Ordnung und im Zusammenhang nach jenem richtete. Es wurde gesagt, daß es noch vollkommenere, allgemeinere willkürliche Sinne in der inneren Sphäre des Himmels gebe, und daß die Engel, wenn sie in der allgemeinen und umfassenden Vorstellung sind, zugleich auch in den Einzelheiten sind, welche im allgemeinen auf bestimmte Weise vom Herrn geordnet werden; ferner, daß das Allgemeine und das Umfassende nichts wäre, wenn nicht Besonderes und Einzelnes darin enthalten wäre, aus welchen jenes ist, und wonach es genannt wird, und daß jenes nur in dem Maße wirklich ist, als dieses Einzelne darin enthalten ist. Hieraus gehe deutlich hervor, daß eine ganz allgemeine Vorsehung des Herrn ohne das Allereinzelnste, welches in jener ist, und wodurch jene besteht, ganz und gar nichts wäre, und daß es einfältig ist, zu glauben, es gäbe bei den Göttlichen ein Allgemeines, und doch das Einzelne davon wegzunehmen.

Weil die drei Himmel zusammen den Größten Menschen ausmachen und mit diesem alle Glieder, Eingeweide und Organe des Körpers gemäß ihren Verrichtungen und Nutzzwecken korrespondieren, wie oben gesagt wurde, entspricht ihm nicht nur das, was äußerlich und für das Auge sichtbar ist, sondern auch das Innere, was nicht sichtbar ist, somit das, was dem äußeren und das, was dem inneren Menschen angehört. Die Gesellschaften der Geister und Engel, denen die Dinge des äußeren Menschen entsprechen, sind zum großen Teil von dieser Erde; diejenigen aber, welchen die Dinge des inneren Menschen entsprechen, stammen größtenteils anderswo her; diese Gesellschaften wirken im Himmel einheitlich zusammen, wie bei dem wiedergeborenen Menschen der äußere und innere Mensch, gleichwohl aber kommen heutzutage wenige von dieser Erde in das andere Leben, bei denen der äußere Mensch mit dem inneren einheitlich zusammen wirkt, denn die meisten sind sinnenhaft, und zwar so sehr, daß es nur wenige gibt, die anders glauben, als daß der äußere Mensch den ganzen Menschen ausmache, und wenn dieser wegfällt, was geschieht, wenn der Mensch stirbt, bleibt kaum etwas Lebendes übrig. Weniger noch glauben sie, daß das Innere im Äußeren lebt, und daß, wenn dieses wegfällt, jenes vor allem fortlebt — es wurde mir durch lebendige Erfahrung gezeigt, wie dieselben gegen den inneren Menschen eingenommen sind. Es waren mehrere Geister aus dieser Erde anwesend, welche, während sie in der Welt lebten, so beschaffen waren. Vor ihren Augen erschienen dann Geister, welche den inneren sinnenhaften Menschen darstellten, und zugleich fingen jene an, diese anzufeinden, fast so wie Unvernünftige die Vernünftigen, indem sie fortwährend aus Sinnestäuschungen und daraus entstehenden Irrtümern und aus lauter Mutmaßungen redeten und vernünftelten: sie glauben nichts, als was man durch das äußere Sinnliche bestätigen kann, und dabei schimpften sie auch auf den inneren Menschen, aber diejenigen, die den inneren sinnhaften Menschen darstellten, bekümmerten sich nicht um solche Reden, indem sie sich nicht nur über ihren Unsinn sondern auch über ihre Dummheit wunderten, und — was wunderbar ist — wenn die äußerlich Sinnhaften sich den innerlich Sinnhaften näherten, und fast in die Sphäre ihrer Gedanken kamen, fingen die äußerlich Sinnhaften an, schwer zu atmen (denn die Geister und Engel atmen so gut wie die Menschen, sie haben jedoch ein verhältnismäßig innerliches Atmen) und somit beinahe zu ersticken, weshalb sie sich zurückzogen, und je weiter sie von den innerlich Sinnhaften entfernt waren, desto leichter atmeten sie und desto stiller und ruhiger wurde es unter ihnen; und wiederum: je näher sie hinzutraten, desto unruhiger und aufgeregter wurden sie. Die Ursache ist, weil die äußerlich Sinnhaften ruhig sind, wenn sie in ihren Sinnestäuschungen, Phantasien und Hypothesen sind, umgekehrt aber, wenn ihnen diese genommen werden, was geschieht, wenn der innere Mensch mit dem Licht des Wahren einfließt, dann kommen sie in Unruhe; denn im anderen Leben gibt es Sphären der Gedanken und Neigungen, und diese teilen sich wechselseitig mit, je nach der Gegenwart und Annäherung. Dieser Streit währte einige Stunden und es wurde auf diese Weise gezeigt, wie die Menschen unseres Weltkörpers heutzutage gegen den inneren Menschen eingenommen sind, und daß das äußere Sinnenhafte fast alles bei ihnen ausmacht.



Die Entsprechung des Auges und des Lichtes

Wie beschaffen die Geister waren, und zu welchem Gebiet des Körpers sie gehörten, wurde mir auch erlaubt, wahrzunehmen und zu erkennen aus ihrer Lage und Stellung bei mir, dann auch aus der Grundlage (plano), auf der sie sich befanden und aus der Entfernung in dieser. Diejenigen, welche nahe bei mir erschienen, waren zum größten Teil die Stellvertreter (subjecta) ganzer Gesellschaften; denn die Gesellschaften schicken von sich aus Geister zu anderen, und durch diese nehmen sie die Gedanken und Neigungen wahr, und so treten sie in die Verbindung. Von den sogenannten Stellvertretern (subjectis) oder den ausgesandten Geistern soll jedoch vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn noch besonders geredet werden; in Beziehung auf dieselben wurde folgendes beobachtet: diejenigen, welche über dem Haupte erscheinen und nahe an demselben, sind es, welche lehren, und auch leicht sich belehren lassen, die, welche unter dem Hinterhaupte sich befinden, sind es, welche stillschweigend und klug wirken; die, welche nahe an dem Rücken sind, ebenso, doch mit Unterschied, die in der Nähe des Thorax oder der Brust sind es, welche von Liebtätigkeit erfüllt sind, die bei den Lenden sind diejenigen, welche in der ehelichen Liebe sind; die bei den Füßen solche, welche natürlich sind, und die bei den Fußsohlen sind von derselben Art aber noch in höherem Grade, die aber zum Gesicht gehören, sind verschiedener Art, je nach der Entsprechung mit den Sinnen, welche daselbst sind, z.B. diejenigen, die in der Nähe sich befinden, sind solche, welche ein vorzügliches Innewerden haben, die, welche sich bei den Ohren befinden, solche die gerne gehorchen und die an den Augen solche, welche einsichtsvoll und weise sind usw.

Die äußeren Sinne, deren es fünf gibt, nämlich das Gefühl, der Geschmack, der Geruch, das Gehör und das Gesicht, stehen alle in Entsprechung mit den inneren Sinnen, aber die Entsprechungen sind heutigen Tages kaum irgend jemand bekannt, weil man nicht weiß, daß es Entsprechungen gibt, und noch weniger, daß es eine Entsprechung der geistigen Dinge mit den natürlichen gibt, oder was dasselbe ist, dessen, was dem inneren Menschen angehört mit dem, was dem äußeren angehört. Was die Entsprechung der Sinne anbelangt, so entspricht der Tastsinn im allgemeinen der Neigung zum Guten, der Geschmackssinn der Neigung zum Wissen) der Geruchssinn der Neigung zum Innewerden, der Gehörsinn der Neigung zum Lernen, dann auch zum Gehorchen, der Gesichtssinn aber der Neigung zur Einsicht und Weisheit.

Daß der Gesichtssinn der Neigung zu verstehen und weise zu sein entspricht, kommt daher, weil das Sehen des Körpers völlig dem Sehen des Geistes entspricht, somit der Einsicht; es gabt nämlich zwei Arten von Licht, das eine ist das Licht der Welt von der Sonne, das andere ist das Licht des Himmels vom Herrn. Im Lichte der Welt ist nichts von Einsicht, aber im Licht des Himmels ist Einsicht, so weit daher das, was dem Weltlicht bei dem Menschen angehört, erläutert wird von dem, was dem Himmelslicht angehört, insoweit versteht der Mensch und ist weise, also insoweit, als sie entsprechen.

Weil das Sehen des Auges dem Verstande entspricht, deshalb wird auch dem Verstand ein Schauen zugeschrieben; und dies wird das geistige Sehen genannt; auch werden die Dinge, welche der Mensch wahrnimmt, Gegenstände dieses Schauens genannt; und auch in gewöhnlicher Rede wird gesagt, man sehe das, was man versteht, von dem Verstand wird auch Licht und Erleuchtung ausgesagt und daher Klarheit und umgekehrt Schatten und Verfinsterung, und daher Dunkelheit. Dieses und ähnliches ging bei den Menschen in den Sprachgebrauch über, weil es entspricht; denn sein Geist ist im Himmelslicht und sein Körper im Weltlicht, und der Geist ist es, welcher im Körper lebt und auch denkt; daher gingen viele Dinge, welche inwendigerer Art sind, in die Sprache über.

Das Auge ist das edelste Organ des Angesichts und verkehrt unmittelbarer mit dem Verstand, als die anderen Sinnesorgane des Menschen; auch wird es von einer feineren Atmosphäre beeinflußt als das Ohr, deshalb dringt auch das Gesicht auf einem kürzeren und inwendigeren Wege, als die von dem Ohr vernommene Rede, in das innere Sinnesorgan ein, welches im großen Gehirn ist. Daher kommt es, daß gewisse Tiere, welche des Verstandes entbehren, zwei, gleichsam stellvertretende, Gehirne innerhalb ihrer Augenkreise haben; denn ihr Verstand hängt von ihrem Gesicht ab. Bei dem Menschen ist es aber nicht so, sondern er besitzt ein sehr großes Gehirn, so daß nicht sein Verstand vom Sehen abhängt, sondern das Sehen vom Verstand. Daß das Sehen vom Verstand abhängt, erhellt offenbar daraus, daß die natürlichen Neigungen des Menschen sich vorbildlich im Gesicht darstellen, aber die inwendigeren Neigungen, welche dem Denken angehören, erscheinen in den Augen durch eine gewisse Flamme des Lebens, und daher durch die Schwingung des Lichts, welches hervorstrahlt gemäß der Neigung, in welcher das Denken ist. Dies weiß und beobachtet auch der Mensch, obgleich er durch keine Wissenschaft darüber belehrt ist; der Grund ist, weil sein Geist in Gesellschaft mit den Geistern und Engeln im anderen Leben ist, welche es aus deutlichem Innewerden wissen, daß ein jeder Mensch hinsichtlich seines Geistes in Gesellschaft mit Geistern und Engeln ist.

Daß es eine Entsprechung des Sehens der Augen mit dem Sehen des Verstandes gibt, erscheint deutlich denen, welche nachdenken; denn die Gegenstände der Welt, welche alle etwas aus dem Sonnenlicht an sich ziehen, dringen durch das Auge ein und lassen sich im Gedächtnis nieder, und zwar offenbar vermöge einer gleichen Art des Sehens; denn was daraus wieder hervorgeführt wird, sieht man innerlich, daher die Einbildungskraft des Menschen, deren Vorstellungen von den Philosophen materielle Vorstellungen genannt werden. Wenn jene Gegenstände noch inwendiger erscheinen, so bewirken sie das Denken, und zwar auch unter einer gewissen Form des Schauens, aber eines reineren, und die Vorstellungen dieses Schauens nennt man nicht-materielle oder auch geistige. Daß es ein inwendigeres Licht gibt, in dem das Leben ist, somit die Einsicht und Weisheit, und welches das inwendigere Sehen erleuchtet und dem entgegen kommt, was durch das äußere Sehen eingedrungen ist, erhellt ganz deutlich, wie auch, daß das inwendigere Licht wirkt, gemäß der Anordnung der Dinge, welche sich daselbst aus dem Weltlicht befinden. Was durch das Gehör eindringt, wird auch innerlich in ähnliche Arten des Schauens verwandelt, wie die sind, welche aus dem Licht der Welt stammen.

Weil das Sehen der Augen dem Sehen des Verstandes entspricht, so entspricht es auch den Wahrheiten; denn auf das Wahre bezieht sich alles, was dem Verstand angehört, und auch auf das Gute, nämlich, damit man das Gute nicht nur wisse, sondern auch von demselben angeregt werde; auch beziehen sich alle Dinge des äußeren Sehens auf das Wahre und das Gute, weil es die Symmetrie der Gegenstände, somit auch die Schönheiten derselben und die Annehmlichkeiten daher auffaßt; wer geübte Sinne hat, kann sehen, daß alles und jedes in der Natur sich auf das Wahre und Gute bezieht, und dadurch auch erkennen, daß die gesamte Natur ein Schauplatz ist, der das Reich des Herrn vorbildet.

Durch vielfache Erfahrungen wurde mir deutlich gezeigt, daß das Sehen des linken Auges den Wahrheiten entspricht, welche Sache des Verstandes sind und das rechte Auge den Neigungen zu dem Wahren, welche sich auch auf den Verstand beziehen; daß somit das linke Auge den Wahrheiten des Glaubens entspricht, und das rechte Auge dem Guten des Glaubens. Daß eine solche Entsprechung stattfindet, kommt daher, weil im Licht, welches vom Herrn ausgeht, nicht nur Licht, sondern auch Wärme ist; das Licht selbst ist das Wahre, welches vom Herrn ausgeht, und die Wärme ist das Gute; dadurch und auch durch das Einfließen in die beiden Halbkugeln des Gehirns besteht eine solche Entsprechung; denn die im Guten sind, befinden sich zur Rechten des Herrn, und die im Wahren zur Linken; alles und jedes, was im Auge ist, hat seine Entsprechungen in den Himmeln, z.B. die drei Feuchtigkeiten, die wäßrige, die gläserne, die kristallinische; und nicht nur die Feuchtigkeiten, sondern auch die Häute, ja ein jeder Teil; die inwendigeren Dinge des Auges haben schönere und anmutigere Entsprechungen, aber auf verschiedene Weise in einem jeden Himmel. Wenn das Licht, welches vom Herrn ausgeht, in den mittleren oder zweiten Himmel einfließt, mittelbar und unmittelbar, wird es als das Wahre aufgenommen, welches aus der Liebtätigkeit stammt. Wenn aber das Wahre in den äußersten oder ersten Himmel einfließt, mittelbar oder unmittelbar, wird es substantiell aufgenommen und erscheint daselbst wie ein Paradies, und anderswo wie eine Stadt, in welcher Paläste sind; so folgen die Entsprechungen aufeinander bis zu dem äußeren Schauen der Engel; in dem Menschen ebenso; in seinem Äußersten, welches das Auge ist, stellt es sich materiell dar vermöge des Sehens, dessen Gegenstände das bildet, was der schaubaren Welt angehört. Der Mensch, welcher in Liebe und Liebtätigkeit, und von da aus im Glauben ist, hat sein Inwendigeres in solcher Beschaffenheit, denn er entspricht den drei Himmeln, und ist ein kleiner Himmel im Abbilde.

Ein gewisser Geist war mir im Leben des Körpers bekannt, aber nicht in Ansehung seiner Seele und seiner inneren Neigungen; dieser redete im anderen Leben einige Male mit mir, aber nur kurze Zeit aus der Ferne; derselbe gab sich im allgemeinen kund durch anmutige Vorbildungen, denn er konnte ergötzliche Dinge darstellen, z.B. Farben jeder Art und farbige, schöne Formen, schön geschmückte Kinder wie Engel vorführen, und mehreres der Art, was angenehm und lieblich war; er wirkte durch ein gelindes und sanftes Einfließen, und zwar in die Haut des linken Auges. Durch solche Dinge schmeichelte er sich in die Neigung anderer ein, in der Absicht, wohl zu gefallen und das Leben derselben angenehm zu machen; es wurde mir von den Engeln gesagt, daß solche es sind, die sich auf die Häute des Auges beziehen, und daß sie in Verbindung stehen mit den paradiesischen Himmeln, wo in substantieller Form das Wahre und Gute vorgebildet wird:

Daß das Licht des Himmels Einsicht und Weisheit in sich schließt, und daß es die Einsicht des Wahren und die Weisheit des Guten ist vom Herrn, welche vor den Augen der Engel als Licht erscheint, wurde mir durch lebendige Erfahrung zu erkennen gegeben; ich wurde in ein Licht erhoben, welches funkelte, wie ein aus Diamanten strahlendes Licht. Wenn ich in demselben gehalten wurde, kam es mir vor, als würde ich von den körperlichen Vorstellungen weggeführt, und in geistige Vorstellungen eingeführt, und somit in diejenigen, welche der Einsicht des Wahren und Guten angehören; die Denkbilder, welche vom Weltlicht ihren Ursprung herleiten, erschienen dann von mir entfernt und gleichsam mich nichts angehend, obgleich sie in dunkler Weise vorhanden waren. Dadurch wurde mir zu erkennen gegeben, daß der Mensch soweit in Einsicht kommt, als er in dieses Licht kommt daher kommt es auch, daß die Engel, je einsichtsvoller sie sind, in desto größerem und hellerem Licht sich befinden.

Der Unterschiede des Lichts im Himmel gibt es ebenso viele, als es Engelsgesellschaften gibt, welche den Himmel bilden, ja so viele, als es Engel in einer jeden Gesellschaft gibt; die Ursache ist, weil der Himmel geordnet ist nach allen Unterschieden des Guten und Wahren, somit nach allen Zuständen der Einsicht und Weisheit, folglich gemäß der verschiedenen Aufnahmen des Lichts, welches vom Herrn; daher kommt es, daß nirgends im ganzen Himmel ein völlig gleiches Licht ist, sondern verschieden nach seiner Mischung mit flammigem und hellem und gemäß den Graden seiner Stärke; denn Einsicht und Weisheit ist nichts anderes, als eine vorzügliche Modifikation des himmlischen Lichts, welches vom Herrn.

Die neuangekommenen Seelen, oder die Geister-Neulinge, welche nämlich erst einige Tage nach dem Tode des Körpers ins andere Leben kommen, wundern sich aufs höchste, daß es im anderen Leben ein Licht gibt. Denn sie bringen den Irrtum mit sich, daß nicht anderswoher Licht entstehe als von der Sonne oder einer materiellen Flamme, und noch weniger wissen sie, daß es ein Licht gibt, welches den Verstand erleuchtet, denn dieses haben sie im Leben des Körpers nicht wahrgenommen; noch weniger, als dieses Licht die Fähigkeit zu denken gibt, und durch sein Einfließen in Formen, welche aus dem Weltlicht stammen, alles darstellt, was Sache des Verstandes ist. Wenn solche gut gewesen sind, so werden sie, um belehrt zu werden, zu himmlischen Gesellschaften erhoben und von einer Gesellschaft zur anderen, damit sie durch lebendige Erfahrungen wahrnehmen, daß es im anderen Leben ein Licht gibt, und zwar ein stärkeres als irgendwo in der Welt, und damit sie zugleich inne werden, daß sie sich insoweit in Einsicht befinden, als sie hier im Licht sind. Einige, welche in die Sphären des himmlischen Lichts erhoben waren, redeten von da aus mit mir und bekannten, daß sie niemals so etwas geglaubt hätten, und daß das Licht der Welt verhältnismäßig Finsternis sei. Von da aus blickten sie auch durch meine Augen in das Licht der Welt, und nahmen dasselbe nicht anders wahr, als wie einen finsteren Dunstnebel; und von Mitleid ergriffen sagten sie, in solchem befinde sich der Mensch. Aus dem, was gesagt wurde, kann man auch erkennen, warum die himmlischen Engel im Wort «Engel des Lichtes» heißen; und daß der Herr das Licht ist, und daher das Leben der Menschen.

Die Geister im anderen Leben erscheinen aus dem Licht, indem sie sind, wie sie beschaffen sind. Denn das Licht, in welchem sie sehen, entspricht dem Licht, aus dem sie wahrnehmen, wie schon gesagt wurde. Diejenigen, welche das Wahre erkannt und auch bei sich begründet haben, dennoch aber ein schlechtes Leben führten, erscheinen in einem schneeweißen, aber kalten Licht, wie das Licht im Winter ist; aber wenn sie zu denen kommen, die im Himmelslicht sind, dann verdunkelt sich das Licht völlig bei ihnen und wird finster; und wenn sie sich vom Licht des Himmels entfernen, folgt ihnen ein gelbliches Licht, wie von Schwefel, in dem sie wie Gespenster erscheinen, und ihre Wahrheiten als Phantasiegebilde. Denn ihre Wahrheiten stammen aus einem Überredungs-glauben, welcher so beschaffen ist, daß sie nur glaubten, weil ihnen dadurch Ehre, Gewinn und Ruhm zuteil wurde, und dabei war es ihnen gleichgültig, was man auch immer als Wahres aufnahm. Die aber im Bösen sind, und daraus im Falschen, erscheinen in einem Licht wie von einem Kohlenfeuer; dieses Licht wird völlig dunkelbraun bei dem Licht des Himmels; das Licht selbst aber, aus dem sie sehen, wechselt gemäß dem Falschen und Bösen, in dem sie sind. Hieraus wurde mir auch klar, warum diejenigen, welche ein böses Leben führen, niemals den göttlichen Wahrheiten mit aufrichtigem Herzen Glauben schenken können. Sie sind nämlich in einem rauchartigen Licht, welches, wenn das Licht des Himmels einfällt, bei ihnen voller Finsternis wird, so daß sie weder mit den Augen, noch mit dem Gemüt sehen, und außerdem fallen sie alsdann in Beängstigungen und einige gleichsam in Ohnmacht; daher kommt es, daß die Bösen niemals das Wahre aufnehmen können, sondern einzig die Guten. Der Mensch, welcher ein böses Leben führt, kann nicht glauben, daß er in einem solchen Licht ist, weil er das Licht, in dem sein Geist ist, nicht sehen kann, sondern nur das Licht, in welchem das Gesicht seines Auges und somit das seines natürlichen Gemütes ist. Wenn er aber das Licht seines Geistes sehen und erfahren würde, wie es wird, wenn das Licht des Wahren und Guten vom Himmel in dasselbe einfließt, dann würde er deutlich erkennen, wie weit entfernt er ist von der Aufnahme dessen, was dem Licht, d.h. was dem Glauben angehört und mehr noch von dem Ergreifen dessen, was der Liebtätigkeit angehört, somit, wie weit er vom Himmel entfernt ist.

Es entstand einst mit den Geistern eine Unterredung über das Leben, daß nämlich niemand irgend etwas vom Leben aus sich habe, sondern vom Herrn, obgleich er aus sich zu leben scheine; und dann kam zuerst die Rede darauf, was das Leben sei, daß es nämlich darin bestehe, zu verstehen und zu wollen, und weil alles Verstehen sich auf das Wahre bezieht, und alles Wollen auf das Gute, so sei das Leben das Verstehen des Wahren und das Wollen des Guten. Aber die vernünftelnden Geister (es gibt nämlich Geister, welche man Vernünftler nennen muß, weil sie über alles vernünfteln, ob es so sei; diese sind meistens im Dunkeln über jede Wahrheit), diese also sagten, daß die, welche kein Verständnis des Wahren und kein Wollen des Guten hätten, dennoch lebten, ja noch mehr als andere zu leben glaubten. Aber ich durfte ihnen antworten, daß das Leben der Bösen diesen zwar als Leben erscheine, dennoch aber dieses sogenannte Leben ein geistiger Tod sei, und dies könnten sie daraus erkennen, daß, wenn das Wahre einsehen und das Gute wollen Leben aus dem Göttlichen sei, dann das Wissen des Falschen und das Wollen des Bösen unmöglich Leben sein könne, weil das Böse und Falsche dem Leben selbst entgegengesetzt sei. Um sie zu überzeugen, wurde ihnen gezeigt, wie beschaffen ihr Leben sei; und als dieses gesehen wurde, erschien es gleich dem Licht aus einem Kohlenfeuer, welchem Rauch beigemischt ist; wenn sie in diesem Licht sind, können sie nicht anders glauben, als daß das Leben ihres Denkens und ihres Willens das einzige Leben sei und mehr noch deshalb, weil das Licht der Einsicht des Wahren, welches das eigene Licht des Lebens ist, ihnen ganz und gar nicht erscheinen kann; denn sobald sie in dieses Licht kommen, wird ihr Licht ganz verfinstert, so daß sie gar nichts sehen, somit auch nichts wahrnehmen können. Es wurde auch gezeigt, wie damals der Zustand ihres Lebens beschaffen war, und zwar durch das Wegnehmen ihres angenehmen Gefühls aus dem Falschen, welches im anderen Leben durch die Trennung der Geister geschieht, in deren Gesellschaft sie sind. Als dies geschehen war, erschienen sie mit einem fahlen Angesicht, wie Leichname, so daß man sie Bilder des Todes hätte nennen können. Von dem Leben der Tiere aber soll vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn noch besonders gehandelt werden.

Von denen, die in der Hölle sind, sagt man, sie seien in Finsternis, aber daß sie sich in Finsternis befinden, sagt man, weil sie im Falschen sind; denn sowie das Licht dem Wahren, so entspricht die Finsternis dem Falschen; denn jene befinden sich in einem gelblichen Licht, wie von einem Feuer von Kohlen und Schwefel, wie oben bemerkt wurde; dieses Licht ist es, was unter der Finsternis verstanden wird, denn gemäß dem Licht, und somit auch gemäß dem Sehen daraus ist ihr Verstand, weil beides sich entspricht: Finsternis wird es auch genannt, weil diese Arten des Lichts in der Nähe des himmlischen Lichts Finsternis werden.

Es war ein Geist bei mir, welcher, als er in der Welt lebte, viele Kenntnisse hatte und daher glaubte, er sei vor anderen weise; hierdurch hatte er sich das Schlimme angewöhnt, daß er, wo er auch war, alles beherrschen wollte; er wurde zu mir von einer gewissen Gesellschaft geschickt, um ihnen als Vermittler (subjecto) oder zur Mitteilung zu dienen, zugleich auch damit sie ihn von sich entfernten; denn er war ihnen dadurch lästig, daß er sie durch seine Einsicht beherrschen wollte. Als er bei mir war, wurde mir’s gegeben, mit ihm von der Einsicht aus dem Eigenen zu reden, daß diese nämlich in der christlichen Welt so viel gelte, daß man glaube, alle Einsicht stamme aus jenem Eigenen und somit keine aus Gott, obwohl die Leute, wenn sie aus ihren Glaubenslehren reden, sagen, daß alles Wahre und Gute aus dem Himmel, somit aus dem Göttlichen sei, und somit auch alle Einsicht, denn sie ist Sache des Wahren und Guten. Da jedoch dieser Geist nicht darauf achten wollte, so sagte ich, er werde wohl tun, wenn er sich zurückziehe, weil die Sphäre seine Einsicht belästige; aber weil er in der Selbstberedung war, daß er mehr als andere einsichtsvoll sei, wollte er nicht, alsdann wurde ihm von den Engeln gezeigt, wie beschaffen die Einsicht aus dem Eigenen ist und wie beschaffen die Einsicht vom Göttlichen und zwar durch verschiedene Arten von Licht; denn solche Dinge werden im anderen Leben durch Wechsel des Lichtes auf wunderbare Weise anschaulich gemacht; die Einsicht aus dem Eigenen wurde durch ein Licht gezeigt, das wie ein Irrlicht erschien, um welches ein finsterer Saum war, und übrigens sich nur in geringer Entfernung von seinem Mittelpunkt an ausdehnte; es wurde ferner gezeigt, daß es sogleich erlischt, wenn es von Engeln aus einer gewissen Gesellschaft besichtigt wird, ganz wie ein Irrlicht beim Licht des Tages oder der Sonne, ferner wurde gezeigt, wie beschaffen die Einsicht aus dem Göttlichen sei, und zwar auch durch das Licht; dasselbe war heller und leuchtender als das Mittagslicht der Sonne, es breitete sich nach jeder Entfernung hin aus, und begrenzte sich so wie das Sonnenlicht im Universum; und es wurde gesagt, daß die Einsicht und Weisheit von allen Seiten her in die Sphäre dieses Lichts eintrete und bewirke, daß man das Wahre und Gute in einer fast unbegrenzten Anschauung wahrnehme; dies jedoch gemäß der Beschaffenheit des Wahren aus dem Guten.

Hieraus kann man ersehen, daß Dinge des Weltlichts bei dem Menschen den Dingen des Himmelslichts entsprechen, folglich, daß das Sehen des äußeren Menschen, welches vom Auge ausgeht, dem Sehen des inneren Menschen entspricht, welches Sache des Verstandes ist; ferner, daß durch Lichter im anderen Leben deutlich erscheint, wie die Einsicht beschaffen sei.

Ein jeder, der von der Luft und dem Schall etwas versteht, kann wissen, daß das Ohr ganz und gar nach der Beschaffenheit ihrer Modifikation gebildet ist, also daß das Ohr in betreff seines Körperlichen und Materiellen denselben entspreche, und wer vom Äther und dem Licht einige Kenntnisse besitzt, der weiß, daß das Auge in betreff seines Körperlichen und Materiellen ihren Modifikationen entsprechend gebildet ist; und zwar so sehr, daß alles Geheimnisvolle, was in der Natur der Luft und des Schalles verborgen liegt, auch dem Organe des Ohres gleichsam eingeschrieben ist, und daß alles Geheimnisvolle in der Natur des Äthers und des Lichts auch im Organismus des Auges vorhanden ist; folglich kann der, welcher in der Anatomie und zugleich in der Physik erfahren ist, durch Nachforschung erkennen, daß nicht nur die Sinnesorgane, sondern auch die Werkzeuge der Bewegung, wie auch alle Eingeweide in betreff ihrer körperlichen Beschaffenheit und ihres Stoffes dem entsprechen, was in der Natur der Welt ist, und daß somit der ganze Körper ein Organ ist, zusammengesetzt aus allem Geheimnisvollen, was in der irdischen Natur vorhanden ist, und zwar gemäß den geheimen Kräften ihres Wirkens und ihren bewunderungswürdigen Arten des Einfließens. Daher kommt es, daß der Mensch von den Alten die kleine Welt oder Mikrokosmos genannt wurde. Wer dieses weiß, der kann auch erkennen, daß alles, was in der Welt und in ihrer Natur ist, nicht aus sich entsteht, sondern aus einem Früheren, und daß auch dieses Frühere nicht aus sich entstehen konnte, sondern aus einem noch Früheren usw. bis zum Ersten, aus dem der Ordnung gemäß das Nachfolgende entstehen muß; und weil es von diesem entsteht, so besteht es auch aus dem selben, denn das Bestehen ist ein fortwährendes Entstehen; daraus folgt, daß alles und jedes bis zum Letzten der Natur von dem Ersten nicht nur sein Entstehen, sondern auch sein Bestehen hat, denn wenn nicht alles fortwährend entstünde, und wenn nicht eine fortwährende Verbindung vom Ersten aus wäre, und so auch mit dem Ersten, so würde es augenblicklich zerfallen und zugrunde gehen.

Weil nun alles und jedes, was in der Welt und deren Natur ist, fortwährend entsteht und besteht, aus einem Früheren, als es selbst ist, so folgt, daß es entsteht und besteht aus einer Welt, welche über der Natur ist, und welche die geistige Welt heißt, und weil mit dieser eine ununterbrochene Verbindung sein muß, damit alles bestehen oder fortwährend entstehen kann, so folgt, daß die reineren oder inneren Dinge, welche in der Natur, und folglich im Menschen sind, von dorther stammen; weil ferner die reineren und inneren Dinge solche Formen sind, welche den Einfluß aus der geistigen Welt aufnehmen können, und weil es nur eine einzige Lebensquelle geben kann, so wie in der Natur auch nur eine Quelle des Lichtes und der Wärme ist, so ist offenbar, daß alles Leben vom Herrn stammt, welcher der Erste des Lebens ist, und daß somit alles und jedes, was in der geistigen Welt ist, Ihm Selbst entspricht, somit auch alles und jedes, was im Menschen ist; denn dieser ist im kleinsten Bilde eine kleine geistige Welt, deshalb ist auch der geistige Mensch ein Bild des Herrn.

Hieraus geht hervor, daß vorzüglich bei dem Menschen eine vollständige Entsprechung mit der geistigen Welt besteht, und daß er ohne diese Entsprechung nicht einen Augenblick bestehen könnte, denn ohne Entsprechung würde nichts im Zusammenhang sein mit der Quelle des Lebens selbst, d.h. mit dem Herrn, somit wäre es ohne Zusammenhang, und das nicht mit Ihm zusammenhängende wird als nichtig zerstreut. Daß die Entsprechung bei dem Menschen unmittelbarer und dadurch auch enger ist, kommt daher, weil er geschaffen ist, um sich Leben von Gott anzueignen, und dadurch zur Möglichkeit, daß er in Ansehung seiner Gedanken und Neigungen von dem Herrn über die natürliche Welt erhoben werde, und hierdurch an Gott denke, von dem Göttlichen angeregt und somit Ihm selbst verbunden werden kann, ganz anders als die übrigen Geschöpfe der Erde; und weil die Menschen auf solche Weise mit dem Göttlichen verbunden sind, so sterben sie nicht, wenn das Körperliche, das der Welt gehört, getrennt wird, denn das Innere bleibt mit Gott verbunden.

Was die Entsprechung der Sehkraft, welche Sache des Auges ist und von welcher schon zu reden begonnen wurde, weiter anbelangt, so muß man wissen, daß eine Entsprechung desselben mit den Dingen statt hat, welche sich auf den Verstand beziehen, denn der Verstand ist die innere Sehkraft, und dieses innere Sehen ist in einem Lichte, welches über dem Weltlichte erhoben ist. Daß der Mensch durch die Dinge, welche ihm im Licht der Welt erscheinen, sich Einsicht erwerben kann, kommt daher, weil das höhere Licht oder das Licht des Himmels in die Gegenstände, welche aus dem Licht der Welt sind, einfließt, und macht, daß sie in vorbildlicher und entsprechender Weise erscheinen. Denn das Licht, welches über dem Weltlicht ist, geht vom Herrn aus, welcher den ganzen Himmel erleuchtet, die Einsicht und Weisheit selbst, welche vom Herrn ausgeht, erscheint dort als Licht. Dieses Licht ist es, welches den Verstand oder das innere Sehen des Menschen bewirkt, wenn dasselbe durch den Verstand in die Gegenstände einfließt, welche aus dem Weltlicht sind, dann macht es, daß sie vorbildlich und entsprechend, und somit der Einsicht angemessen, d.h. erkennbar, erscheinen. Und weil das Sehen des Auges, welches in der natürlichen Welt stattfindet, dem Sehen des Verstandes entspricht, welches in der geistigen Welt ist, so entspricht es auch den Glaubenswahrheiten; denn diese sind ein Gegenstand des echten Verstandes, weil die Wahrheiten den ganzen Verstand des Menschen bilden, denn darin bewegt sich alles Denken, ob etwas so sei oder nicht, d.h. ob es wahr oder nicht wahr sei; daß das Gesicht des Auges den Wahrheiten und dem Guten des Glaubens entspricht, wird oben ausgeführt.

Ich redete mit einigen wenige Tage, nachdem sie gestorben waren. Weil sie erst vor kürzen angekommen, daselbst sich in einem Lichte befanden, welches ihnen wenig von dem Weltlicht unterschieden zu sein schien, und weil ihnen das Licht so er schien, zweifelten sie, ob ihnen das Licht anderswoher scheine. Deshalb wurden sie in den ersten Grad des Himmels erhoben, wo das Licht noch glänzender war, und als sie von hier aus mit mir redeten, sagten sie, daß sie niemals ein solches Licht gesehen hätten; und dies geschah, als die Sonne schon längst untergegangen war. Dann wunderten sie sich darüber, daß die Geister Augen hatten, durch welche sie sahen, da sie doch im Leben des Körpers geglaubt hatten, daß das Leben der Geister nur ein Denken sei, und zwar ein abstraktes, ohne ein bestimmtes Subjekt, aus der Ursache, weil sie keinen Gegenstand des Denkens sich vorstellen konnten, wenn sie ihn nicht sahen, und weil es so war, so hatten sie damals keinen andern Begriff, daß es ein bloßes Denken sei, und daß es mit dem Körper, in welchem es sei, verschwinde, wie irgend eine Luft oder irgend ein Feuer, wenn es nicht auf wunderbare Weise vom Herrn zusammengehalten und erhalten würde. Auch sahen sie dann ein, wie leicht die Gelehrten in Irrtum über das Leben nach dem Tode verfallen, und daß diese mehr als die andern nur das glauben, was sie sehen, dann wunderten sie sich auch, daß sie nicht nur ein Denkvermögen hatten, sondern auch eine Sehkraft, ja auch die übrigen Sinne, und mehr noch, daß sie sich ganz als Menschen erschienen, sich gegenseitig sahen, hörten, miteinander redeten, ihre Glieder beim Berühren fühlten, und zwar noch feiner als im Leben des Körpers. Daher erstaunten sie, daß der Mensch, während er in der Welt lebt, hierüber völlig unwissend ist; und sie bedauerten das menschliche Geschlecht, daß es nichts von solchen Dingen weiß, weil sie nichts glauben, und vor allem diejenigen, welche mehr als andere im Lichte sind, nämlich die, welche innerhalb der Kirche sind und das Wort haben. Einige unter ihnen hatten nichts anderes geglaubt, als daß die Menschen nach dem Tode wie Gespenster würden, und in dieser Meinung bestärkten sie sich durch die Geistererscheinungen, von denen sie gehört hatten. Daraus zogen sie aber nur den Schluß, daß es etwas grob Körperliches sei, das zuerst vom Leben des Körpers ausgehaucht werde, dann aber wiederum zum Leichname zurückkehre und so erlösche. Einige aber glaubten, daß sie erst zur Zeit des Jüngsten Gerichts auferstehen, und weil sie dieses letzte Gericht oder den Untergang der Welt seit mehreren Jahrhunderten vergeblich erwarteten, verfielen sie in den Irrtum, daß sie niemals auferstehen würden. Dann dachten sie nicht an das, was sie aus dem Worte gelernt und demgemäß zuweilen gesagt hatten, daß nämlich die Seele des Menschen, wenn er sterbe, in der Hand Gottes sei, unter den Seligen oder Unseligen, gemäß dem Leben, welches sie angenommen hatte, auch nicht daran, was der Herr von dem Reichen und dem Lazarus gesagt hat. Aber sie wurden belehrt, daß für einen jeden das Jüngste Gericht sei, wenn er sterbe, und daß er dann in einem Körper zu sein glaube, wie früher in der Welt und im Besitz aller Sinne wie früher, aber reiner und feiner, weil das Körperliche nicht mehr behindert, und das, was dem Weltlicht angehört, nicht das verdunkelt, was im Licht des Himmels ist, daß sie also in einem gleichsam gereinigten Körper sind, und daß man dort keineswegs einen Leib von Fleisch und Bein an sich tragen kann, wie in der Welt, weil man sonst wieder mit irdischem Staube umgeben wäre. Hierüber redete ich mit einigen an dem Tage, wo ihr Körper begraben wurde, und welche durch meine Augen ihren Leichnam sahen, die Totenbahre und daß sie beerdigt wurden, und sie sagten, daß sie diesen Körper nun abwürfen, und daß er ihnen in der Welt, in welcher sie waren, zu ihren Nutzleistungen gedient habe, jetzt aber lebten sie in einem Leibe, welcher ihnen zu Nutzzwecken diene in der Welt, in welcher sie nun lebten. Sie wollten auch, daß ich dieses ihren Verwandten sagte, welche in Trauer waren; aber es wurde mir gestattet, ihnen zu antworten, daß diese, wenn ich es ihnen sagte, darüber spotten würden, weil sie glaubten, daß nichts existiere, was sie nicht mit eigenen Augen sehen könnten, und so würden sie es als Visionen und Täuschungen betrachten. Denn sie können nicht dahin gebracht werden, zu glauben, daß, wenn die Menschen sich gegenseitig mit ihren Augen sehen, so auch die Geister sich gegenseitig mit den ihrigen sehen; und daß der Mensch keine Geister sehen könne, außer mit den Augen seines Geistes, und daß er sie dann sieht, wenn der Herr sein inneres Gesicht öffnet, wie es bei den Propheten geschah, welche Geister und Engel und auch mehrere Dinge des Himmels sahen. Ob diejenigen, welche heutzutage leben, solche Dinge geglaubt hätten, wenn sie zu jener Zeit gelebt hätten, ist wohl zu bezweifeln.

Das Auge oder vielmehr das Sehvermögen desselben entspricht vorzüglich denjenigen Gesellschaften im anderen Leben, welche im paradiesischen Zustand sind, und welche oben nach vorne ein wenig zur Rechten erscheinen, wo sie ganz nach dem Leben Gärten darstellen mit Bäumen und Blumen von so vielen Gattungen und Arten, daß die, welche auf der ganzen Erde sich finden, verhältnismäßig nur wenige sind. In jedem einzelnen Gegenstand daselbst ist etwas von Einsicht und Weisheit, was hervorleuchtet, so daß man sagen kann, sie befinden sich zugleich in Paradiesen der Einsicht und Weisheit; solche Dinge sind es, welche diejenigen, die sich dort befinden, vom Innern her anregen, und nicht nur den Gesichtssinn erfreuen, sondern auch den Verstand. Diese paradiesischen Dinge sind in dem ersten Himmel und schon an dem Eingang zu dem Innern dieses Himmels, und sie sind Vorbildungen, welche von dem oberen Himmel herabsteigen, wenn die Engel des oberen Himmels nach ihrer Einsicht untereinander über die Glaubenswahrheiten reden. Die Rede der Engel geschieht dort durch geistige und himmlische Vorstellungen, welche bei ihnen als Formen der Worte gelten, und fortwährend durch ein Aneinanderreihen von Vorbildungen von solcher Schönheit und Annehmlichkeit, daß es gar nicht beschrieben werden kann; diese Schönheiten und Annehmlichkeiten ihrer Reden sind es, welche wie paradiesische Dinge im unteren Himmel vorgebildet werden. Dieser Himmel ist in mehrere Himmel unterschieden, denen die einzelnen Dinge entsprechen, welche in den Kammern des Auges sind. Es gibt hier einen Himmel, wo die paradiesischen Gärten sind, von denen gesprochen wurde, ferner einen Himmel, wo verschiedenfarbige Atmosphären sind, wo die ganze Luft funkelt wie von Gold, Silber, Perlen, kostbaren Steinen, von Blumen in den kleinsten Gestalten, und unzähligen anderen Dingen; hier ist auch der Regenbogenhimmel, wo die schönsten Regenbogen, große und kleine, mannigfaltig in den prächtigsten Farben erscheinen. Diese Dinge entstehen alle durch das Licht, welches vom Herrn stammt, und in welchem Einsicht und Weisheit ist. Dadurch ist in den einzelnen Gegenständen daselbst etwas von Einsicht des Wahren und von Weisheit des Guten, welches sich so in vorbildlicher Weise darstellt. Diejenigen, welche keinen Begriff vom Himmel hatten, noch vom Licht daselbst, können schwer dahingebracht werden zu glauben, daß dort sich solche Dinge befinden. Deshalb werden diejenigen, welche mit solchem Unglauben ins andere Leben eingehen, wenn sie im Wahren und Guten des Glaubens waren, von den Engeln in jene Dinge erhoben und wenn sie dieselben sehen, erstaunen sie. Über die paradiesischen Dinge, die Atmosphären und Regenbögen, sehe man, was bereits aus Erfahrung gesagt wurde; und daß im Himmel fortwährende Vorbildungen stattfinden.

Ein Gewisser, welcher in der gelehrten Welt bekannt und berühmt war wegen seiner Kenntnisse der Botanik, hörte, nachdem er gestorben war, im anderen Leben, daß auch hier Blumen und Bäume zu sehen seien, worüber er erstaunte; und weil dies die Freude seines Lebens gewesen war, wurde er von dem Verlangen durchdrungen, zu sehen, ob dies wirklich der Fall sei. Deswegen wurde er in paradiesische Gegenden erhoben, und sah nun die schönsten Baumgruppen und die lieblichsten Blumenbeete in außerordentlicher Ausdehnung. Weil er jetzt in die Wärme seines Lustreizes aus seiner Neigung kam, so wurde ihm erlaubt, die Ebene zu durchwandern, und nicht nur die einzelnen Blumen zu sehen, sondern auch sie zu pflücken und vor das Auge zu halten und zu erforschen, ob die Sache sich wirklich so verhalte. Er redete auch mit mir darüber und sagte, daß er dies niemals geglaubt hätte, und wenn man solches in der Welt gehört hätte, so würde man es für etwas Paradoxes (Unmögliches) gehalten haben. Ferner berichtete er, daß er dort Pflanzen und Blumen in außerordentlicher Menge gesehen habe, die man niemals in der Welt gesehen, und die man dort kaum erkennen würde; und daß sie alle in einem unbegreiflichen Glanze schimmerten, weil sie aus dem Himmelslicht stammen. Daß dieser Glanz einen geistigen Ursprung habe, konnte er noch nicht erkennen, nämlich, daß in allen etwas von Einsicht und Weisheit liege, welche Sache des Wahren und Guten sind, und aus welchen sie jenen Schimmer haben. Weiter sagte er, die Menschen auf Erden würden dies durchaus nicht glauben, weil es nur wenige gebe, welche glaubten, daß irgend ein Himmel und eine Hölle sei, und diejenigen, welche dies glaubten, wüßten nur, daß im Himmel Freude herrsche, aber nur wenige unter ihnen, daß es dort solche Dinge gebe, welche kein Auge jemals gesehen, kein Ohr jemals gehört und kein Verstand jemals denken konnte. Und doch wissen sie aus dem Wort, daß die Propheten außerordentliche Gesichte hatten, wie auch Johannes mehrere hatte, einige in der Offenbarung. Diese Erscheinungen waren jedoch nur vorbildlich für jene, die beständig im Himmel stattfinden, und welche sich ihnen zeigten, sobald ihr inneres Gesicht geöffnet wurde und sind auch verhältnismäßig weniger bedeutend. Die, welche in der Einsicht und Weisheit selbst sind, aus denen jene entspringen, befinden sich in einem solchen Zustand der Glückseligkeit, daß die erwähnten Dinge für sie von geringerer Bedeutung sind. Einige sagten, als sie in dem paradiesischen Zustande waren, daß dieses über alle Stufen der Glückseligkeit hinausgehe. Sie wurden deshalb mehr gegen rechts in den Himmel erhoben, welcher noch prächtiger glänzte, und endlich noch bis zu dem, in welchem auch das Selige der Einsicht und der Weisheit, die in solchen Dingen liegt, empfunden wurde. Als sie nun daselbst waren, sprachen sie auch mit mir und sagten, das, was sie vorher gesehen hätten, sei verhältnismäßig unbedeutend. Und endlich wurden sie bis zu dem Himmel erhoben, wo sie vor der Seligkeit des inneren Gefühls kaum bestehen konnten. Denn die Seligkeit drang durch bis ins Mark, und da dieses durch das Wonnegefühl fast aufgelöst wurde, fingen sie an, in ein heiliges Selbstvergessen zu sinken.

Auch Farben erscheinen im anderen Leben, welche an Glanz und Pracht die Schönheit der Farben in der Welt so sehr übertreffen, daß kaum ein Vergleich stattfindet. Sie entstehen aus der Vermischung des Lichts und des Schattens daselbst. Und weil es hier die Einsicht und die Weisheit vom Herrn ist, welche als Licht vor den Augen der Engel und Geister erscheint und zugleich innerlich ihren Verstand erleuchtet, so sind die Farben daselbst ihrem Wesen nach Mischungen, oder sozusagen Modifikationen der Einsicht und Weisheit. Diese Farben, nicht nur die, mit denen die Blumen geschmückt, die Atmosphären erleuchtet und die Regenbogen gebildet werden, sondern auch die, welche in anderen Gebilden deutlich erschienen, wurden so oft von mir gesehen, daß es kaum zu zählen ist. Ihren Glanz haben sie aus dem Wahren, welches Sache der Einsicht ist, und ihr Leuchten aus dem Guten, welches Sache der Weisheit ist, und die Farben selbst kommen aus dem Hellen und Dunkeln beider, somit aus Licht und Schatten, wie die Färbungen in der Welt. Daher kommt es, daß die Farben, welche im Worte erwähnt werden, z.B. die der kostbaren Steine im Brustschild Aarons und auf seinen heiligen Gewändern, auch die an den Vorhängen der Stiftshütte, wo die Bundeslade war, ferner die der Grundsteine des Neuen Jerusalem, von denen bei Johannes in der Offenbarung und anderswo gesprochen wird, solche Dinge vorbildeten, welche der Einsicht und Weisheit angehören. Was aber die einzelnen Farben vorbilden, soll, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, in den Erklärungen gesagt werden; im allgemeinen stammen die Farben dort in dem Maße, als sie Glanz besitzen und ins Helle übergehen, aus dem Wahren, welche Sache der Einsicht ist, und in dem Maße, als sie etwas Leuchtendes haben und ins Purpurfarbige übergehen, aus den Guten, welches Sache der Weisheit ist. Diejenigen, welche hier ihren Ursprung haben, gehören auch zu dem Gebiete der Augen.

Weil die Einsicht und Weisheit vom Herrn stammt und wie Licht im Himmel erscheint, deshalb heißen die Engel »Engel des Lichtes«. Somit ist es der Unverstand und der aus dem Eigenen stammende Wahnwitz, der in der Hölle herrscht; und daher werden die, welche dort sind, nach der Finsternis benannt. In der Hölle ist zwar keine Finsternis, aber es herrscht daselbst ein dunkles Licht, so wie das von einem Kohlenfeuer, in dem sie sich gegenseitig sehen. Denn sonst könnten sie nicht leben. Dieses Licht entsteht für sie aus dem Licht des Himmels, welches, wenn es in ihr Unsinniges, d.h. in ihre Falschheiten und Begierden einfällt, in solches verkehrt wird. Der Herr ist mit dem Licht allenthalben gegenwärtig, auch in den Höllen, sonst hätten sie keine Fähigkeit, zu denken und daher zu reden, aber das Licht gestaltet sich gemäß der Aufnahme. Dieses Licht ist es, welches im Wort Todesschatten genannt und mit der Finsternis verglichen wird. Denn es wird bei ihnen in Finsternis verkehrt, wenn sie sich dem Himmelslicht nähern, und wenn sie in ihrer Finsternis sind, so sind sie in Albernheit und Stumpfsinn. Hieraus kann man erkennen, daß wie das Licht dem Wahren, so die Finsternis dem Falschen entspricht; und daß es mit Recht von denen, die im Falschen sind, heißt, sie seien in Blindheit.

Diejenigen, welche glauben, das Gute und Wahre aus sich zu verstehen, und daher auf sich allein vertrauen und sich weiser dünken als alle, während sie doch in Unkenntnis des Guten und Wahren sind, besonders die, welche das Gute und Wahre nicht einsehen wollen, und deshalb im Falschen sind, diese werden im andern Leben bisweilen in den Zustand der Finsternis versetzt, und wenn sie in demselben sich befinden, dann reden sie albern. Denn sie sind im Stumpfsinn. Es wurde mir gesagt, daß es mehrere von solcher Art gebe, und unter ihnen diejenigen, welche im größten Licht zu stehen glaubten, und auch anderen so erschienen waren.

Unter den wunderbaren Dingen, die im anderen Leben stattfinden, ist auch dies, daß, wenn die Engel böse Geister erforschen, diese ganz anders erscheinen, als unter sich. Wenn die bösen Geister und Dämonen (genii) unter sich sind und in ihrem Irrlicht, welches, wie gesagt, ähnlich, wie von einem Kohlenfeuer ist, dann erscheinen sie sich in menschlicher Gestalt, welche auch ihren Phantasien gemäß nicht unschön ist. Aber wenn dieselben von den Engeln des Himmels untersucht werden, dann verschwindet sogleich jenes Licht, und sie erscheinen in ganz anderer Gestalt, jeder seinem Genius gemäß, einige dunkel und schwarz wie Teufel, einige fahl wie Leichname, einige beinahe ohne Gesicht, und statt dessen haben sie etwas Haariges; einige haben gleichsam eine Doppelreihe von Zähnen; einige erscheinen wie Skelette; und was noch wunderbarer ist, einige wie Ungeheuer, die Arglistigen wie Schlangen, und die Arglistigsten wie giftige Vipern, und andere anders. Sobald aber die Engel das Gesicht von ihnen abwenden, erscheinen sie wieder in der früheren Gestalt, welche sie in ihrem Licht haben. Die Engel untersuchen die Bösen so oft, als sie wahrnehmen, daß dieselben aus ihren Höllen in die geistige Welt einzudringen streben, und gegen andere Böses beabsichtigen; dadurch werden sie entdeckt und zurückgetrieben.

Der Grund, weshalb in dem Anschauen der Engel eine so große Kraft liegt, ist der, daß eine Entsprechung stattfindet zwischen dem Sehen des Verstandes und dem Sehen des Auges. Daher hat ihr Sehen eine durchdringende Kraft, durch welche das höllische Licht zerstreut wird, und jene (die Höllischen) in der Gestalt und Art erscheinen, wie sie wirklich sind.





Die Entsprechung des Geruches und der Nase

Im anderen Leben gibt es mannigfaltige Wohnungen der Seligen, die mit solcher Kunst erbaut sind, daß sie gleichsam im Wesen der architektonischen Kunst wurzeln, oder unmittelbar aus dieser Kunst hervorgehen. Über die Wohnungen der Seligen sehe man, was früher aus Erfahrung darüber gesagt worden ist; dieselben erscheinen nicht nur ihrem Blicke, sondern auch ihrem Gefühle. Denn alles, was sich dort befindet, ist für die Sinne der Geister und Engel passend eingerichtet; die Gegenstände daselbst sind daher so beschaffen, daß sie nicht in die körperliche Sinneswahrnehmung des Menschen fallen, sondern in die Sinne derer, die sich dort befinden. Ich weiß wohl, daß dies vielen unglaublich dünkt, aber nur deshalb, weil man nichts glaubt, was man nicht mit den Augen des Körpers sehen und mit den leiblichen Händen betasten kann. Daher kommt es, daß heutzutage der Mensch, dem das Innere verschlossen ist, nichts von dem weiß, was in der geistigen Welt oder im Himmel existiert. Er bekennt zwar, aus dem Wort und aus der Lehre, daß es einen Himmel gibt, und daß die Engel, welche dannen sind, in Freude und Herrlichkeit leben, aber weiter weiß er nichts. Er wünscht zwar zu wissen, wie es dort zugeht; aber wenn es ihm gesagt wird, glaubt er es dennoch nicht, weil er im Herzen leugnet, daß es einen Himmel gibt. Wenn er es zu wissen wünscht, ist es nur, weil eben gerade seine Neugierde durch die Lehre angeregt ist, keineswegs aber die Lust am Glauben. Diejenigen, welche keinen Glauben haben, leugnen es auch im Herzen; diejenigen dagegen, welche glauben, erwerben sich Vorstellungen vom Himmel, von seiner Freude und Herrlichkeit aus verschiedenem; ein jeder aus solchem, was Eigentum seines Wissens und seiner Einsicht ist; die Einfältigen dagegen aus den Sinneswahrnehmungen, welche Sache des Körpers sind. Gleichwohl begreifen aber die meisten nicht, daß die Geister und Engel mit Sinnesorganen ausgerüstet sind und zwar mit weit vorzüglicheren, als die Menschen in der Welt, nämlich mit Gesicht, Gehör, Geruch, mit einem dem Geschmackähnlichen Sinn, und mit dem Gefühl, besonders aber mit Wonnegefühlen der Neigungen. Wenn sie nur glauben würden, daß ihr inneres Wesen der Geist ist, und daß der Körper und die leiblichen Sinnesorgane und Glieder nur für die Nutzzwecke in der Welt passend eingerichtet sind, der Geist aber und die geistigen Sinne und Organe für die Nutzzwecke im anderen Leben, dann würden sie aus sich und fast von selbst Vorstellungen über den Zustand ihres Geistes nach dem Tode erlangen. Sie würden nämlich dann bei sich denken, daß eben der Geist der eigentliche Mensch ist, welcher denkt und begehrt, wünscht und angeregt wird, und dann auch, daß die ganze Sinnestätigkeit, welche im Körper erscheint, von ihrem Geiste ausgeht und dem Körper nur durch den Einfluß desselben mitgeteilt wird. Dies würden sie dann auch bei sich durch vieles bestätigen können und sich zuletzt mehr über das freuen, was ihrem Geist, als über das, was ihrem Körper angehört. In der Tat verhält es sich auch so, daß es nicht der Körper ist, welcher sieht, hört, riecht, fühlt, sondern der Geist. Deshalb befindet sich der Geist, wenn er vom Körper befreit ist, in seiner vollen Sinnestätigkeit wie er sie im Körper hatte, und zwar in einer viel vorzüglicheren; denn die leiblichen Sinne bewirkten, weil sie verhältnismäßig grob sind, nur abgeschwächte Empfindungen, und dies um so mehr, weil er sie mit Irdischem und Weltlichem vermengte. So viel kann ich behaupten, daß der Geist ein bei weitem vorzüglicheres Gesicht hat, als der Mensch mit seinem Körper, ferner auch ein Gehör, und worüber man sich wundern wird, einen Geruchssinn, und besonders einen Gefühlssinn, denn sie sehen sich gegenseitig, hören sich und fühlen sich gegenseitig. Wer an ein Leben nach dem Tode glaubt, würde dies auch daraus schließen, weil ein Leben ohne Sinneswahrnehmung gar nicht möglich ist, und weil die Beschaffenheit des Lebens sich nach der Beschaffenheit des Sinnes richtet, ja sogar das Verstandesvermögen nichts ist als ein feiner Sinn für innere Dinge und das höhere Verstandesvermögen ein solcher Sinn für geistige Dinge. Daher werden auch die Organe, welche dem Verstande und seiner Wahrnehmung angehören, die inneren Sinne genannt. Mit dem Sinnesvermögen des Menschen gleich nach dem Tode verhält es sich auf folgende Weise: Sobald der Mensch stirbt und das Körperliche bei ihm erkaltet, wird er zum Leben auferweckt und dann auch zu dem Zustand seiner ganzen Sinnestätigkeit, und zwar so sehr, daß er zuerst kaum anders weiß, als daß er noch in seinem Körper sei. Denn die Sinneswahrnehmungen, in denen er sich befindet, veranlassen ihn, so zu glauben. Wenn er aber dann wahrnimmt, daß er feinere Sinneswahrnehmungen hat und besonders, wenn er mit anderen Geistern zu reden beginnt, dann bemerkt er, daß er im anderen Leben ist, und daß der Tod seines Körpers nur die Fortsetzung des Lebens seines Geistes war.

Mit zweien, die ich gekannt habe, redete ich an demselben Tage, an dem sie beerdigt wurden, und auch mit einem, der vermittelst meiner Augen seinen Sarg und seine Totenbahre sah. Weil dieser in vollen Besitze seiner Sinne war, wie in der Welt, sprach er mit mir über das Leichenbegängnis, während ich seinen Leichenzug begleitete, und auch über seinen Körper, indem er sagte, man solle ihn beiseite legen, weil er selbst lebe. Man muß aber wissen, daß diejenigen, welche im andern Leben sind, nichts von dem, was in der Welt ist, durch die Augen eines Menschen sehen können, daß es ihnen aber vermittels meiner Augen möglich war, weil ich meinem Geist nach bei ihnen bin und zugleich dem Leben nach bei denen, die in der Welt sind; und außerdem merke man, daß ich diejenigen, mit denen ich im anderen Leben sprach, nicht mit meinen leiblichen Augen sah, sondern mit den Augen meines Geistes, gleichwohl aber ebenso deutlich, und bisweilen noch deutlicher, als mit den Augen des Leibes. Denn, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn wurden bei mir die Organe eröffnet, welche meinem Geiste angehören.

Ich weiß jedoch, daß das, was ich bisher sagte, keinen Glauben finden wird bei denen, die im Körperlichen, Irdischen und Weltlichen versunken sind, d.h. bei denen unter ihnen, die dieses zu ihrem Zwecke gemacht haben, denn diese begreifen nichts anderes, als das, was durch den Tod verschwindet. Ebenso weiß ich, daß euch diejenigen nicht glauben werden, welche viel über die Seele nachdachten und forschten, aber dabei nicht begriffen, daß die Seele ihr Geist ist, und daß ihr Geist der Mensch selbst ist, der in dem Körper lebt. Denn solche können sich keinen anderen Begriff von der Seele machen, als daß sie etwas Gedachtes, oder Flammenähnliches, oder Ätherisches sei, das nur auf die organischen Gebilde des Körpers einwirkt, aber nicht auf die feineren Gebilde, welche dem Geiste im Körper angehören. So halten sie dieselbe für etwas, das mit dem Körper zugrunde gehen müsse so besonders diejenigen, die sich in solchen Ansichten durch Anschauungen bestärkt haben, welche ihnen durch die Überzeugung von ihrer alle andere überragenden Weisheit eingeflößt wurden.

Man muß aber wissen, daß das Empfindungsleben der Geister ein doppeltes ist, nämlich ein reales und ein nicht reales. Das eine ist vom anderen darin unterschieden, daß alles das real ist, was denen erscheint, die im Himmel sind, aber alles nicht real, was denen erscheint, die in der Hölle sind. Denn alles, was aus dem Göttlichen, d.h. vom Herrn kommt, ist real, denn es kommt aus dem Sein (oder Wesen) der Dinge selbst und aus dem Leben in sich. Aber alles, was aus dem eigenen des Geistes kommt, das ist nicht real, weil es nicht aus dem Sein der Dinge und nicht aus dem Leben in sich kommt. Diejenigen, welche in der Neigung des Guten und Wahren leben, sind im Leben des Herrn, somit im realen Leben. Denn im Guten und Wahren ist der Herr durch die Neigung gegenwärtig. Diejenigen aber, welche sich im Bösen und Falschen aus Neigung befinden, sind im Leben ihres eigenen, somit im nicht realen Leben. Denn im Bösen und Falschen ist der Herr nicht gegenwärtig. Das Reale (Wirkliche) unterscheidet sich vom nicht Realen (nicht Wirklichen) dadurch, daß das Reale in Wirklichkeit so ist, wie es erscheint. Die in der Hölle sind, haben auf gleiche Weise Empfindungen, und wissen nicht anders, als daß es wirklich oder tatsächlich so sei, wie sie fühlen; gleich wohl erscheinen aber, wenn sie von den Engeln erforscht werden, eben dieselben Dinge wie Phantasmen und verschwinden, und sie selbst erscheinen nicht wie Menschen, sondern wie Ungeheuer.

Es wurde mir auch gegeben, mit ihnen hierüber zu reden, und einige unter ihnen sagten, sie glaubten, daß diese Dinge wirklich seien, weil sie dieselben sähen und berührten, und fügten hinzu, daß ihr Sinn sie nicht täuschen könne. Aber es wurde mir gestattet ihnen zu antworten, daß sie dennoch nicht wirklich seien, und zwar deshalb, weil sie sich im Widerspruch oder im Gegensatz mit dem Göttlichen befänden, nämlich im Bösen und Falschen, wie sehr es ihnen auch als Reales erscheine, und außerdem seien sie selbst, insofern sie in Begierden des Bösen und in den Beredungen des Falschen lebten, nichts als Phantasien in Ansehung ihres Denkens, und aus Phantasien etwas sehen, heißt, das Wirkliche so sehen, als ob es nicht wirklich, und das nicht Wirkliche so, als ob es wirklich wäre. Wenn es ihnen nicht, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn gestattet wäre, so zu empfinden, so wurden sie kein Empfindungsleben haben, daher auch kein Leben; denn die Empfindung macht das Ganze des Lebens aus. Alle Erfahrungen hierüber anzuführen, würde viele Seiten anfüllen. Es mögen sich daher alle, wenn sie in das andere Leben kommen, wohl hüten, daß sie nicht getäuscht werden. Denn die bösen Geister wissen denen, welche eben erst aus der Welt kommen, verschiedene Trugbilder vorzuführen, und wenn sie nicht täuschen können, so versuchen sie doch zu überreden, daß es nichts Reales gäbe, sondern daß alles nur auf Vorstellungen beruhe, auch das, was im Himmel ist.

Was aber die Entsprechung des Geruchsinnes und daher auch der Nase mit dem Größten Menschen anbelangt, so gehören zu diesem Gebiete (provincia) diejenigen, welche in einen allgemeinen Innewerden sich befinden, so daß man sie Vernehmungen (perceptiones) nennen kann. Diesen entspricht der Geruchssinn, und daher auch dessen Organ. Daher kommt es auch, daß riechen und wittern bedeutet, scharfsinnig zu sein, und daß man auch in der gewöhnlichen Rede von denen, welche eine Sache gut erraten oder innewerden können, sagt, daß sie eine gute Nase haben; denn das Innere der Worte in der menschlichen Rede entlehnt vieles aus der Entsprechung mit dem Größten Menschen, aus dem Grunde, weil der Mensch in Ansehung seines Geistes in Gesellschaft mit Geistern sich befindet, in betreff seines Körpers aber mit Menschen.

Der Gesellschaften aber, aus denen der ganze Himmel, d.h. der Größte Mensch besteht, gibt es mehrere, und sie sind mehr oder weniger allgemein. Die allgemeineren sind diejenigen, denen ein ganzes Glied oder Organ oder Eingeweide entspricht, die weniger allgemeinen diejenigen, denen nur Teile und Teile von Teilen entsprechen. Eine jede Gesellschaft ist ein Bild des Ganzen, denn was übereinstimmend (harmonisch) ist, wird aus vielen Bilden seiner selbst zusammengesetzt. Jene allgemeineren Gesellschaften enthalten, weil sie Bilder des Größten Menschen sind, in sich besondere Gesellschaften, welche in gleicher Weise entsprechen. Ich habe einigemale mit solchen geredet, die in der Gesellschaft, zu der ich geschickt wurde, zu Gegenden der Lunge, des Herzens, des Angesichts, der Zunge, des Ohres, des Auges gehörten, wie auch mit solchen, welche zur Gegend der Nase gehörten. Von diesen wurde mir auch zu wissen gegeben, wie sie beschaffen sind, nämlich, daß sie wesentlich Vernehmende (perceptiones) sind. Denn sie vernahmen alles, was in ihrer Gesellschaft vorging, im allgemeinen, nicht aber so im einzelnen, wie diejenigen, welche in dem Gebiet des Auges sind. Denn diese unterscheiden und vernehmen das, was in der Wahrnehmung enthalten ist. Auch durfte ich beobachten, daß ihr Vernehmungsvermögen sich änderte, gemäß dem allgemeinen Zustandswechsel der Gesellschaft, in der sie sich befinden.

Wenn irgend ein Geist ankommt, wird, wenn er auch noch ferne und im Verborgenen ist, dennoch seine Gegenwart empfunden, so oft der Herr es gestattet, und zwar vermöge einer gewissen geistigen Sphäre, aus welcher man erkennt, wie sein Leben, seine Neigung und sein Glauben beschaffen ist. Die Engel-Geister, welche in einem vorzüglicheren Innewerden sind, erkennen daraus unzähliges über den Zustand seines Lebens und Glaubens; das ist mir oftmals gezeigt worden. Diese Sphären werden, wenn es dem Herrn gefällt, auch in Gerüche verwandelt; der Geruch selbst wird deutlich empfunden. Daß diese Sphären in Gerüche verwandelt werden, kommt daher, weil der Geruch dem Innewerden (oder Vernehmen) entspricht, und weil das Innewerden gleichsam wie ein geistiger Geruch ist. Von daher stammt auch der Geruch, aber man sehe, was hierüber schon früher aus Erfahrung berichtet worden ist.

Die aber, welche dem Inneren der Nase entsprechen, sind im betreff des Innewerdens in einem vollkommeneren Zustand als diejenigen, die dem Äußern derselben entsprechen, von welchen oben gehandelt wurde. Von diesen darf ich folgendes berichten:

Es erschien mir wie ein Bad mit langen Sitzen und Bänken, und daraus strömte Wärme. Mir erschien ein Weib, welches bald in einer schwärzlichen Wolke verschwand; auch wurden Kinder gehört, welche sagten, daß sie hier nicht sein wollten. Späterhin bemerkte man einige Engel-Chöre, die zu mir geschickt wurden, um das Streben einiger bösen Geister abzuwenden. Dann erschienen plötzlich oberhalb der Stirn größere und kleinere Öffnungen, durch welche ein schönes gelbliches Licht hindurch schimmerte, und in diesem Licht innerhalb der Öffnungen erschien etwas in schneeweißem Glanz, und dann erschienen wiederum kleine Öffnungen in anderer Anordnung, durch welche da, was sich innerhalb befand, durchblickte, und wiederum andere Öffnungen, durch welche das Leuchtende nicht so durchdringen konnte. Endlich aber wurde ein hell schimmerndes Licht wahrgenommen, es wurde mir gesagt, daß hier die Wohnungen derjenigen seien, welche die innere Gegend der Nase bilden. Sie waren nämlich aus dem weiblichen Geschlecht, und die Schärfe und Feinheit ihres Innewerdens wird in der geistigen Welt durch solche Öffnungen vorgebildet. Denn das Geistige im Himmel wird durch Natürliches vorgebildet oder vielmehr durch solches, was in der geistigen Welt der natürlichen ähnlich ist. Späterhin wurde mir gestattet, mit ihnen zu reden, und sie sagten, daß sie durch diese vorbildlichen Öffnungen genau sehen könnten, was unterhalb geschehe, und daß diese Öffnungen zu den Gesellschaften hingewendet erschienen, welche sie scharf zu beobachten suchten, und weil sie dann zu mir hingewendet waren, sagten sie, daß sie alle Vorstellungen meines Denkens wahrnehmen könnten, und auch diese, welche um mich waren. Dabei behaupteten sie noch, daß sie nicht nur die Vorstellungen wahrnehmen, sondern auch sehen, wie sie sich ihnen in verschiedener Weise vorbildeten, z.B. was der Neigung zum Guten angehöre, durch zusammenschlagende Flämmchen, und was der Neigung des Wahren angehöre, durch Veränderungen des Lichtes. Sie fügten hinzu, daß sie gewisse Engel-Gesellschaften bei mir sehen und die Gedanken derselben, vermittels verschiedener Färbungen, durch purpurfarbiges, wie in gestickten Vorhängen, und auch durch regenbogenfarbiges auf dunklerem Grund, und daß sie daraus inne würden, daß diese Engel-Gesellschaften aus der Gegend des Auges wären. Hierauf wurden andere Geister gesehen, welche von da aus herabgestürzt und nach verschiedenen Seiten hin zerstreut wurden, und von diesen sagten sie, daß es solche wären, welche sich bei anderen einschmeichelten, um etwas wahrzunehmen und zu sehen, was unterhalb ihrer vorgehe, aber nur mit der Absicht, Nachstellungen zu bereiten. Dieses Herabstürzen wurde beobachtet, so oft Engelchöre ankamen, mit welchen ich auch geredet habe. Von denen, die herabgestürzt wurden, sagten sie, daß sie dem Drüsenschleim der Nase entsprächen, ferner daß sie stumpfsinnig und dumm, und auch ohne Gewissen seien, somit völlig ohne inneres Innewerden. Das Weib, welches erschien, und von welchem oben die Rede war, bezeichnete solche lauernde Nachstellerinnen. Auch mit diesen durfte ich reden, und sie wunderten sich, daß jemand ein Gewissen habe, und wußten gar nicht, was ein Gewissen sei, und als ich ihnen sagte, es sei ein inneres Vernehmen des Guten und Wahren, und daß, wenn man gegen das innere Vernehmen handele, Beängstigung entstehe, verstanden sie es nicht. Solcher Art sind die, welche dem Schleim entsprechen, welcher der Nase lästig ist und daher ausgeworfen wird.

Es wurde mir darauf ein helles Licht gezeigt, in dem diejenigen leben, welche dem Inneren der Nase entsprechen. Es ist ein helles Licht (lucidum), schön durchzogen mit Streifen goldener Flammen und silberhellen Lichtes. Die Neigungen des Guten werden hier durch eine Ader (oder Streifen) von goldenen Flammen, und die Neigungen des Wahren durch Adern eines silberhellen Lichtes vorgebildet. Auch wurde mir gezeigt, daß sie Öffnungen haben an der Seite, durch welche sie gleichsam einen Himmel mit Sternen in blauem Grund sehen; und es wurde gesagt, daß in ihren Kammern ein so starkes Licht sei, daß das Mittagslicht der Welt ihm nicht gleichkomme. Es wurde noch hinzugefügt, daß die Wärme bei ihnen wie die Frühlings- und Sommerwärme auf Erden sei; ferne, daß auch kleine Kinder bei ihnen seien, aber nur Kinder von einigen Jahren, und daß diese nicht da bleiben wollen, wenn jene Nachstellenden, welche dem Nasenschleim entsprechen, herbeikommen. Unzählige solcher vorbildlicher Erscheinungen zeigen sich in der geistigen Welt; diese aber haben Vorbildungen des Innewerdens, in welchem diejenigen sind, welche dem Geruchssinn der inneren Nasenteile entsprechen.

Was ferner die Gerüche betrifft, in welche die Sphären des Innewerdens verwandelt werden, so werden sie ebenso deutlich empfunden wie die Gerüche auf Erden, dringen aber nicht in die Empfindung eines Menschen, bei dem das Innere verschlossen ist, denn sie fließen durch den inneren Weg ein, nicht aber durch den äußeren. Diese Gerüche haben einen zweifachen Ursprung: sie entstehen nämlich aus dem Innewerden des Guten und aus dem Innewerden des Bösen. Die, welche aus dem Innewerden des Guten entspringen, sind außerordentlich angenehm und hauchen einen Duft aus, wie aus wohlriechenden Blumen eines Gartens, und auch aus anderen Düften mit so großer Lieblichkeit und Abwechslung, daß es unaussprechlich ist. In den Sphären solcher Gerüche befinden sich diejenigen, welche im Himmel sind. Die Gerüche hingegen, welche aus dem Innewerden des Bösen stammen, sind höchst unangenehm, stinkend und übelriechend wie aus faulendem Gewässer, aus Exkrementen, aus Aas und mit üblem Geruch wie von Mäusen und Ungeziefer des Hauses. In den Sphären solcher üblen Dünste befinden sich diejenigen, welche in der Hölle sind, und was wunderbar ist, diejenigen, welche sich darin befinden, fühlen den Gestank nicht, diese üblen Gerüche sind ihnen vielmehr ergötzlich; und wenn sie darinnen sind, befinden sie sich in der Sphäre ihrer Lustreize und ihres Vergnügens. Wenn aber die Hölle geöffnet wird und der Dunst von daher zu den guten Geistern dringt, dann werden diese von Abscheu und auch von Angst ergriffen, wie die in der Welt, welche in die Sphäre eines solchen Gestankes geraten.

Um alle die Erfahrungen, welche ich von der Umwandlung der Sphären in Gerüche gemacht habe, zu berichten, müßte ich ein ganzes Heft voll schreiben. Diesem will ich nur noch folgendes beifügen: ich vernahm einst bei mehreren Geistern das allgemeine ihres Denkens über den Herrn, daß Er als Mensch geboren worden sei, und bemerkte, daß es aus lauter anstößigen Vorstellungen bestand. Denn was die Geister im allgemeinen und besonderen Denken, das wird deutlich von anderen wahrgenommen; der Geruch dieser Sphäre wurde ähnlich empfunden, wie der von faulem Wasser, und von solchem, das mit stinkendem Unrat verunreinigt ist.

Ein gewisser Geist war unsichtbar oberhalb meines Kopfes zugegen. Daß er anwesend war, bemerkte ich aus dem üblen Geruch, welcher wie aus faulen Stoffen in den Zähnen war; und nachher bemerkte man einen Dunst, wie von verbranntem Horn oder Knochen. Darauf kam ein großer Haufen von solchen, von unten her, nicht weit vom Rücken aufsteigend, wie eine Wolke, und weil sie auch unsichtbar waren, vermeinte ich, sie seien sehr fein und doch bös. Aber es wurde gesagt, daß solche überall, wo eine geistige Sphäre ist, unsichtbar sind, wo aber eine natürliche Sphäre ist, da sind sie sichtbar. Denn weil sie so naturgemäß sind, daß sie nichts über das Geistige denken und nicht glauben, daß es eine Hölle und einen Himmel gäbe, gleichwohl aber in ihrem Treiben sehr schlau sind, haben sie eine solche Beschaffenheit, und werden natürlich Unsichtbare genannt und andern bisweilen durch ihren Gestank offenbar.

Zwei- oder dreimal wehte mich auch ein aasartiger Geruch an, und als ich forschte, von wem er herkomme, wurde mir angezeigt, daß er aus der Hölle komme, wo abscheuliche Räuber und Meuchelmörder sich befinden, und solche, welche Schandtaten mit großer List vollbrachten. Bisweilen kam auch ein Geruch wie von Exkrementen, und wenn ich forschte, von woher, wurde gesagt, von der Hölle, wo die Ehebrecher sind. Und wenn dieser Geruch von Exkrementen noch vermischt war mit dem aasartigen, so wurde gesagt, daß er von der Hölle komme, wo die Ehebrecher sind, die zugleich grausam waren usw.

Als ich einst über die Herrschaft der Seele im Körper nachdachte und über den Einfluß des Willens auf die Handlungen, bemerkte ich, daß diejenigen, welche in der wie Exkremente riechenden Hölle waren, welche damals ein wenig geöffnet war, nicht anders darüber dachten, als über den Drang der Seele auf den After und über den Einfluß des Willens auf das Ausstoßen der Exkremente. Hieraus erhellt, in welcher Sphäre des Innewerdens und dadurch des Gestankes sie sich befanden. Ebenso geschah es, als ich über die eheliche Liebe nachdachte, daß nämlich die in der Hölle der Ehebrecher nichts als Schändliches und Schmutziges, wie es bei den Ehebrüchen vorkommt, in ihrem Sinne bewegten. Und als ich über die Aufrichtigkeit nachdachte, hatten die, welche im Betrug lebten, nichts als betrügerische Schandtaten im Sinn.

Aus diesem, was von dem Innewerden und auch von den Gerüchen gesagt wurde, erhellt, daß das Leben eines jeden, sowie auch die Neigung eines jeden im anderen Leben deutlich hervortritt. Wer daher glaubt, daß man dort nicht wisse, wie er beschaffen gewesen, und wie beschaffen daher sein Leben sei, und daß er dort seine Gesinnung wie in der Welt verheimlichen könne, der irrt sich sehr. Dort wird nicht nur das offenbar, was der Mensch von sich weiß, sondern auch das, was er nicht von sich weiß, nämlich was er durch häufige Übung zuletzt zum Lustreiz seines Lebens machte. Denn dieses entzieht sich dann seinem Blick und seiner Reflexion. Auch die Zwecke seines Denkens und seiner Rede und seiner Handlungen, die aus gleichem Grund ihm selbst verborgen wurden, werden im Himmel auf das deutlichste wahrgenommen; denn der Himmel ist in der Sphäre und in dem Innewerden der Zwecke.



Die Entsprechung des Gehörs und der Ohren

Die Entsprechung zwischen der Seele und dem Leibe oder zwischen den Dingen, welche dem innerhalb des Menschen befindlichen Geiste angehören, und den Dingen, die dem außerhalb desselben befindlichen Leibe angehören, ergibt sich offensichtlich aus der Entsprechung, dem Einfluß und der Gemeinschaft des Denkens und Wahrnehmens, das dem Geiste angehört und mit der Rede und dem Gehör, welche dem Leibe angehören. Das Denken des redenden Menschen ist nichts anderes als die Rede seines Geistes, und die Wahrnehmung der Rede ist nichts anderes als das Gehör seines Geistes. Wenn der Mensch redet, erscheint ihm zwar das Denken nicht als eine Rede, weil es sich mit der Rede des Leibes verbindet und in derselben ist. Und wenn der Mensch hört, erscheint die Wahrnehmung ihm nicht anders denn als ein Hören im Ohre. Daher kommt es, daß die meisten, welche nicht darüber nachgedacht haben, nicht anders wissen, als daß ein jeder Sinn in den Organen sei, welche dem Leibe angehören, und daher, wenn jene Organe durch den Tod zerfallen, kein Sinnvermögen übrig bleibe, da doch alsdann der Mensch, das heißt sein Geist in sein eigenstes Sinnenleben kommt. Daß der Geist es ist, welcher redet und welcher hört, konnte mir ganz klar werden aus den Unterredungen mit den Geistern. Ihre Rede, die meinem Geist mitgeteilt wurde, fiel in meine inwendigere Rede, und von da in die entsprechenden Organe ein, und dort endigte sie in einen Trieb, welchen ich einige Male deutlich wahrnahm. Daher wurde ihre Rede von mir so laut gehört wie die Rede eines Menschen.

Zuweilen haben Geister mit mir geredet, da ich mitten unter Menschen war, und da meinten einige von ihnen, daß sie auch von den daselbst Anwesenden gehört würden, weil ihre Rede so laut von mir gehört wurde. Aber es wurde geantwortet, es sei nicht so, weil ihre Rede auf dem inwendigen Weg in mein Ohr eingehe und die menschliche Rede auf dem äußeren Wege. Hieraus wird klar, wie der Geist mit den Propheten geredet hat, nicht wie ein Mensch mit einem anderen, sondern wie ein Geist mit dem Menschen, nämlich in ihm. Aber ich weiß, daß das diejenigen nicht begreifen können, welche nicht glauben, daß der Mensch ein Geist ist und der Leib ihm bloß zu den Nutzleistungen in der Welt diene. Diejenigen, welche sich darin begründet haben, wollen nicht einmal von einer Entsprechung hören, so verwerfen sie es, weil sie in der Verneinung sind; ja sie werden sogar traurig, daß dem Leib etwas genommen werden soll.

Die Geister, welche dem Gehör entsprechen oder welche das Gebiet des Ohres bilden, sind es, die im einfältigen Gehorsam stehen. Sie vernünfteln nicht, ob es so sei, sondern weil von anderen gesagt wird, es sei so, glauben sie es. Daher können sie Gehorsamkeiten genannt werden. Daß diese von solcher Art sind, kommt daher, weil das Gehör sich zur Rede verhält wie das Leidende zu seinem Tätigen, somit wie der, welcher einen reden hört und sich dabei beruhigt. Daher auch in der gemeinen Rede: auf einen hören, heißt gehorsam sein, und auf die Stimme jemandes horchen, heißt gehorchen. Denn das Inwendigere der Menschensprache rührt größtenteils von der Entsprechung her, aus dem Grund, weil der Geist des Menschen unter den im andern Leben befindlichen Geistern ist und dort denkt, was der Mensch gar nicht weiß, und der leibliche Mensch auch nicht wissen will.

Es gibt mehrere Unterschiede von Geistern, welche dem Ohr, das heißt seinen Verrichtungen und Geschäften, entsprechen: es gibt solche, welche zu den einzelnen kleinen Organen daselbst in Beziehung stehen, solche nämlich, welche zum äußeren Ohr, welche zu der Membrane selbst, die das Trommelfell genannt wird, zu den inwendigeren Membranen, welche die Fenster heißen, zum Hammer, Steigbügel, Ambos, den Zylindern, der Schnecke in Beziehung stehen, und es gibt solche, welche zu den noch inwendigeren Teilen gehören, bis zu jenen substanziierten, die dem Geiste näher sind und die endlich im Geiste sind und zuletzt in inniger Verbindung mit denjenigen stehen, die zum inwendigen Gesicht gehören, von welchen sie sich dadurch unterscheiden, daß sie nicht so genau prüfen, sondern gleichsam geduldig dem, was gesagt wird, beipflichten.

Es waren Geister bei mir, welche sehr stark ins Denken einwirkten, wenn es sich um solches handelte, was Sache der Vorsehung ist, hauptsächlich wenn ich dachte, daß nicht geschehen sei, was ich hoffte und wünschte. Es wurde von den Engeln gesagt, daß es Geister wären, welche in der Welt, wenn sie um etwas gebeten und es nicht erlangt hatten, alsdann unwillig wurden und deshalb in Zweifel an die Vorsehung gerieten, aber dennoch, wenn sie außerhalb jenes Zustandes waren, Frömmigkeit übten gemäß dem, was andere sagten; daß sie somit in einfältigem Gehorsam waren. Es wurde gesagt, daß solche zum Gebiet des äußeren Ohrs oder Ohrknorpels gehören. Wirklich erschienen sie dort, als sie mit mir redeten.

Außerdem wurden öfters Geister nahe um das Ohr her, wie auch gleichsam innerhalb desselben bemerkt. Innerhalb desselben, weil es so den Anschein hat. Es ist der Zustand im anderen Leben, welcher den Schein bewirkt. Sie alle waren einfältig und gehorsam.

Es war ein Geist, der mit mir redete am linken Ohrknorpel, auf seiner hinteren Seite, wo die den Knorpel hebenden Muskeln sich befinden. Derselbe sagte zu mir, er sei zu mir geschickt worden, um zu sagen, daß er sich nicht über das besinne, was andere reden, er fasse es nur mit den Ohren auf. Als er redete, stieß er gleichsam mit Gewalt die Worte heraus. Er sagte auch, daß er so rede. Hieraus konnte man merken, daß nichts Inwendigeres in seiner Rede sei, somit wenig Leben, und daß daher ein solches Herausstoßen komme. Es wurde gesagt, es seien dies solche, welche wenig auf den Sinn der Sache achten. Es sind diejenigen, welche zum knorpeligen und knöchernen Teil des äußeren Ohrs gehören.

Es gibt Geister, die einige Male mit mir redeten, aber murmelnd und zwar ziemlich nahe am linken Ohr, als ob sie ins Ohr reden wollten, damit es niemand hören möchte. Aber ich durfte ihnen sagen, daß dieses im anderen Leben nicht angehe, weil es deutlich zeige, daß sie Ohrenbläser gewesen seien und daher auch jetzt mit der Gewohnheit in die Ohren zu Lüstern behaftet seien, und daß mehrere von ihnen sich darauf legen, die Fehler und Gebrechen anderer zu beobachten und sie ihren Genossen, wenn es niemand hört, mitzuteilen oder ihnen in Gegenwart jener ins Ohr zu sagen, und daß sie alles unrichtig sehen und mißdeuten und sich anderen vorziehen, und daß sie deswegen durchaus nicht in die Gemeinschaft guter Geister zugelassen werden können, deren Art es ist, ihre Gedanken nicht zu verbergen. Es wurde gesagt, daß gleichwohl eine solche Rede im anderen Leben deutlicher gehört würde als eine offene Rede.

Zu den inwendigeren Teilen des Ohrs gehören diejenigen, welche das den inwendigeren Gehör eigene Gesicht haben und befolgen, was ihr Geist ihnen dort einsagt und seine Eingebungen richtig vortragen. Von welcher Art sie sind, wurde auch gesagt: Es wurde ein heller Ton vernommen, der von unten her auf der linken Seite bis zum linken Ohr drang. Ich beobachtete, daß es Geister waren, welche so sich emporarbeiten wollten; von welcher Art sie waren, konnte ich nicht erkennen. Als sie aber emporgekommen waren, redeten sie mit mir und sagten, daß sie Logiker und Metaphysiker gewesen seien und daß sie sich mit ihren Gedanken in solche Dinge vertieft hätten in keiner anderen Absicht, als den Ruf der Gelehrsamkeit zu erlangen und so zu Würden und Vermögen zu kommen, wobei sie jammerten, daß sie jetzt ein elendes Leben führen, aus dem Grund, weil sie ohne einen anderen Nutzzweck sich damit befaßt und daher ihre Vernunft nicht vervollkommnet haben. Ihre Rede war langsam und dumpf tönend.

Unterdessen redeten zwei miteinander über meinem Haupte, und als gefragt wurde, wer sie seien, wurde gesagt, einer davon sei in der Gelehrsamkeit höchst berühmt, und ich durfte glauben, daß es Aristoteles sei. Wer der andere sei, wurde nicht gesagt. Jener wurde dann in den Zustand versetzt, worin er war, da er in der Welt lebte. Denn ein jeder kann in den Zustand seines Lebens, den er in der Welt hatte, leicht versetzt werden, weil er seinen ganzen Lebenszustand bei sich hat. Aber zu meiner Verwunderung machte er sich an das rechte Ohr und redete dort heiser, aber doch vernünftig. Aus dem Sinn seiner Rede konnte ich merken, daß er ganz anders gesinnt sei als jene Scholastiker, welche zuerst sich emporgemacht hatten, daß er nämlich aus seinem Denken dasjenige zu Tage brachte, was er schrieb, und daß er aus demselben seine philosophischen Begriffe erzeugte, so daß die Ausdrücke, welche er erfand und welche er den Gegenständen des Denkens beilegte, Benennungen waren, womit er das Inwendigere beschrieb. Ferner, daß er durch den Lustreiz der Neigung und durch den Trieb, dasjenige zu wissen, was zum Denken gehört, zu solchem angeregt wurde und gehorsamst dem folgte, was sein Geist ihm eingegeben hatte. Deshalb befand er sich am rechten Ohre, anders als seine Anhänger, welche Scholastiker genannt werden, die nicht aus dem Denken auf die Ausdrücke, sondern von den Ausdrücken aufs Denken kommen, somit den entgegengesetzten Weg einschlagen. Und mehrere von ihnen kommen nicht einmal zu Gedanken, sondern bleiben bei den Ausdrücken stehen, welche sie nur anwenden, um alles zu beweisen, was sie wollen und um dem Falschen den Schein des Wahren beizubringen, ja nach der Begierde zu überreden. Daher werden für sie die philosophischen Studien mehr Mittel zum Närrischwerden als zum Weisesein und daher kommen sie in Finsternis anstatt zum Lichte.

Hierauf redete ich mit jenem über die Wissenschaft der Analytik, und ich durfte sagen, ein kleiner Knabe könne in einer halben Stunde mehr philosophisch, analytisch und logisch reden als er in ganzen Büchern hätte beschreiben können, aus dem Grund, weil alle Begriffe des menschlichen Denkens und somit des Redens analytisch entwickelte seien, deren Gesetze aus der geistigen Welt stammen und wer kunstmäßig von wissenschaftlichen Formeln aus denken wolle, sei nicht unähnlich einem Tänzer, der nach der Wissenschaft von den Bewegungsfasern und Muskeln das Tanzen lernen wollte. Wenn dieser beim Tanzen immer nur seine Gedanken bei jener Wissenschaft hätte, so kannte er kaum einen Fuß bewegen, und doch bewegt derselbe ohne jene Wissenschaft alle in seinem ganzen Leib herum zerstreuten Bewegungsfasern, und in Übereinstimmung damit die Lunge, das Zwerchfell, die Seiten, die Arme, den Hals usw., zu deren Beschreibung ganze Bände nicht hinreichen würden. Gerade so verhalte es sich mit denjenigen, welche aus wissenschaftlichen Formeln heraus denken wollen. Diesem stimmte er bei, indem er sagte, wenn man auf diesem Weg lerne, so gehe es in verkehrter Ordnung, und fügte hinzu, wer kein Dummkopf sein wolle, solle es nicht so machen, sondern immer an den Nutzzweck und vom Inwendigeren aus denken.

Darauf zeigte er mir, was für eine Vorstellung vom Höchsten Wesen er gehabt hatte, daß er nämlich Ihn sich vorstellte mit einem menschlichen Angesicht, umgeben mit einem Strahlenkranz. Und daß er jetzt wisse, der Herr sei eben jener Mensch, und der Strahlenkranz sei das göttliche von Ihm, das nicht nur in den Himmel, sondern auch in das Weltall einfließt und beide ordnet und regiert. Weiter setzte er hinzu: wer den Himmel ordnet und regiert, der ordnet und regiert auch das Weltall, weil das eine vom anderen nicht getrennt werden kann; und sagte auch, er habe nur an Einen Gott geglaubt, dessen Attribute und Eigenschaften man mit ebensoviel Namen bezeichnet habe, als von den anderen Gottheiten verehrt wurden.

Es erschien dann ein Weib, welches seine Hand ausstreckte, um seine Wange zu streicheln. Als ich mich hierüber verwunderte, sagte er, als er in der Welt gewesen, sei ihm ein solches Weib oft erschienen, welches ihm gleichsam die Wange gestreichelt habe, und die Hand desselben sei schön gewesen. Engelsgeister sagten, solche seien den Alten zuweilen erschienen, und von ihnen Pallas genannt worden, und sie sei ihm aus solchen Geistern erschienen, welche, während sie als Menschen in den alten Zeiten lebten, eine Freude an Ideen hatten und sich mit Nachdenken beschäftigten, aber ohne Philosophie. Und weil solche bei ihm waren und ein Wohlgefallen an ihm fanden, weil er vom Inwendigeren aus dachte, stellten sie vorbildlich ein solches Weib dar.

Zuletzt zeigte er an, was für eine Vorstellung er von der Seele oder dem Menschengeist, den er Pneuma nannte, gehabt hatte, daß dieser nämlich ein unsichtbares, lebendiges Wesen, gleichsam etwas Ätherisches sei, und sagte, er habe wohl gewußt, daß sein Geist nach dem Tod fortleben werde, weil er sein inwendigeres Wesen sei, das nicht sterben könne, weil es denken kann. Doch habe er davon keine klare, sondern nur dunkle Gedanken haben können, weil er darüber keine Erkenntnis anderswo gehabt habe als aus ihm selber, und auch ein klein wenig von den Alten. Übrigens ist Aristoteles unter den verständigen Geistern im anderen Leben, aber mehrere seiner Anhänger unter den unsinnigen.

Es wurde bemerkt, der Mensch sei ein Geist, und der Leib diene ihm zu Nutzleistungen in der Welt, anderwärts, der Geist sei das Inwendige des Menschen, und der Leib sein Äußeres. Diejenigen, welche nicht begreifen, wie es sich mit dem Geist des Menschen und mit seinem Leib verhält, können hieraus den Schluß ziehen, daß auf diese Weise der Geist inwendig im Leibe wohne, und der Leib ihn gleichsam umgebe und bekleide. Aber man möge wissen, daß der Geist des Menschen im Leibe im Ganzen und in jedem Teil desselben ist, und daß er die reinere Substanz desselben ist, sowohl in seinen Bewegungs- als in seinen Sinnes-Organen und sonst überall, und daß der Leib das ihm angefügte Materielle ist, angemessen der Welt, worin er sich eben befindet.

Dies wird verstanden, wenn es heißt: der Mensch sei ein Geist, und der Leib diene ihm zu Nutzzwecken in der Welt, und der Geist sei das Inwendige des Menschen, und der Leib sein Äußeres. Hieraus wird auch klar, daß der Mensch nach dem Tod ebenso in einem tätigen und empfindenden Leben ist, und auch in einer menschlichen Gestalt, wie in der Welt, nur in einer vollkommeneren.



Die Entsprechung des Geschmacks der Zunge und des Angesichtes

Die Zunge gewährt den Eingang zu den Lungen und auch zum Magen. Somit bildet sie gleichsam den Vorhof zu Geistigem und zu Himmlischem: zu Geistigem, weil sie der Lunge und daher der Rede dient, zu Himmlischem, weil sie dem Magen dient, welcher dem Blut und dem Herzen Nahrung verschafft. Die Zunge entspricht im allgemeinen der Neigung zum Wahren oder denjenigen im Größten Menschen, welche in der Neigung zum Wahren sind und hernach in der Neigung zum Guten aus dem Wahren. Welche nun das Wort des Herrn lieben und daher nach den Erkenntnissen des Wahren und Guten ein Verlangen haben, die gehören zu diesem Gebiet, aber mit dem Unterschied, daß es Geister gibt, die zur eigentlichen Zunge, die zum Kehlkopf und zur Luftröhre, die zur Kehle, auch die zum Zahnfleisch und die zu den Lippen gehören. Denn auch nicht das Geringste findet sich beim Menschen, mit welchem es nicht eine Entsprechung gäbe. Daß diejenigen, welche in der Neigung zum Wahren stehen, zu diesem im weiteren Sinn verstandenen Gebiete gehören, durfte ich mehrmals erfahren, und zwar durch einen deutlichen Einfluß bald in die Zunge, bald in die Lippen, und ich durfte auch mit ihnen reden. Hierbei wurde beobachtet, daß auch einige den inwendigeren Teilen der Zunge und der Lippen, und einige den auswendigeren entsprechen. Die Einwirkung derer, welche bloß auswendigere Wahrheiten mit Neigung aufnehmen, nicht aber inwendigere, aber doch dies nicht verwerfen, habe ich nicht auf die inwendigeren Teile der Zunge, sondern auf die auswendigeren empfunden.

Weil die Speise und Ernährung der geistigen Speise und Ernährung entspricht, deshalb entspricht der Geschmack dem Innewerden und der Neigung dazu. Geistige Speise ist Wissen, Einsicht und Weisheit, denn davon leben und damit nähren sich auch die Geister und Engel und verlangen und begehren danach wie die Menschen nach Speise, wenn sie hungrig sind. Daher entspricht die Eßlust jenem Verlangen. Und merkwürdigerweise wachsen sie auch durch jene Speise heran. Denn die kleinen Kinder, welche sterben, erscheinen im anderen Leben nicht anders als wie Kinder und sind auch Kinder dem Verstand nach. Aber wie sie an Einsicht und Weisheit zunehmen, so erscheinen sie nicht mehr als Kinder, sondern als fortschreitend im Alter, und zuletzt wie Erwachsene. Ich habe mit einigen geredet, die als Kinder gestorben sind, dieselben erschienen mir als junge Leute, weil sie jetzt verständig waren. Hieraus wird klar, was geistige Speise und Ernährung sei.

Weil der Geschmack dem Innewerden und der Neigung zu wissen, zu verstehen und weise zu sein entspricht, und in dieser Neigung das Leben des Menschen ist, deswegen wird keinem Geist und Engel gestattet, in den Geschmack des Menschen einzufließen, denn dieses wäre ein Eindringen ins Leben, das ihm eigen ist.

Dennoch gibt es umherschweifende Geister von der höllischen Rotte, welche gefährlicher sind als andere. Weil diese im Leibesleben gewöhnt waren, in die Neigungen des Menschen einzugehen, um ihm zu schaden, behalten sie auch im andern Leben diese Begierde bei und suchen auf alle Weise in den Geschmack beim Menschen einzugehen, und wenn sie in denselben eingegangen sind, besitzen sie sein Inwendiges, nämlich das Leben seiner Gedanken und Neigungen, denn wie gesagt, solches entspricht, und was entspricht, das wirkt zusammen (unum agunt). Von solchen werden sehr viele heutzutage besessen, denn es gibt heutzutage inwendigere Besessenheiten, nicht aber wie ehemals auswendigere. Die inwendigeren Besessenheiten kommen von solchen her; von welcher Art sie sind, kann man sehen, wenn man auf die Gedanken und Neigungen merkt, hauptsächlich auf die inwendigeren Absichten, welche die Menschen zu offenbaren sich scheuen. Denn diese sind bei einigen so unsinnig, daß, wenn sie nicht durch äußere Bande, welche sind Ehre, Gewinn, guter Name, Furcht vor dem Tod und vor dem Gesetz im Zaum gehalten würden, dieselben sich noch mehr als Besessene in Mord und Raub stürzen würden.

Welches und von welcher Art jene Geister sind, die das Inwendigere solcher Menschen einnehmen, wurde offenbar. Damit ich wüßte, wie es sich hiermit verhalte, wurde ihnen zugelassen, daß sie in den Geschmack bei mir einzugehen suchten, wonach sie auch angelegentlichst strebten. Und dann wurde mir gesagt, wenn sie in den Geschmack eindringen würden, so würden sie auch das Inwendigere besitzen, aus dem Grund, weil der Geschmack von jenem Inwendigeren durch Entsprechung abhänge. Dieses wurde aber bloß zu dem Zweck zugelassen, damit ich wissen möchte, wie es sich mit der Entsprechung des Geschmacks verhält, denn alsbald wurden sie hinweggetrieben.

Jene gefährlichen Geister gehen hauptsächlich darauf aus, daß sie alle inneren Bande lösen, welche sind die Neigungen zum Guten und Wahren, Gerechten und Ewigen, die Furcht vor dem göttlichen Gesetz, die Scheu, der Gesellschaft und dem Vaterland zu schaden. Sind diese inwendigen Bande gelöst, dann wird der Mensch von solchen besessen. Wenn sie sich aber auf solche Weise durch große Anstrengungen nicht ins Inwendigere eindrängen können, so versuchen sie es durch magische Künste, deren es mehrere im andern Leben gibt, die in der Welt ganz unbekannt sind. Durch diese verkehren sie das Wißtümliche beim Menschen und wenden nur das an, was schnöden Begierden günstig ist. Solches in Besitz nehmen kann nicht vermieden werden, wenn der Mensch nicht in der Neigung zum Guten ist und dadurch im Glauben an den Herrn.

Es wurde mir auch gezeigt, wie sie weggetrieben wurden. Als sie nämlich in die inwendigeren Teile des Haupts und Gehirns einzudringen meinten, wurden sie durch die Absonderungswege daselbst abgeführt und zuletzt gegen die äußeren Teile der Haut getrieben. Und hernach sah man, wie sie in eine Grube, die voll von ausgelöstem Schmutz war, geworfen wurden. Ich wurde belehrt, daß solche Geister den schmutzigen Grübchen auf der äußersten Haut, wo die Krätze ist, somit der Krätze selbst entsprechen.

Der Geist oder der Mensch nach dem Tode hat alle Sinnesempfindungen, wie während er in der Welt lebte, nämlich Gesicht, Gehör, Geruch und Tastsinn, aber keinen Geschmack, sondern an dessen statt etwas ähnliches, das dem Geruch beigesellt ist. Daß er keinen Geschmack hat, ist deshalb, damit er nicht in den Geschmack des Menschen eingehen und so sein Inwendigeres in Besitz nehmen kann. Sodann auch, damit dieser Sinn ihn nicht von dem Verlangen zu wissen und weise zu sein, somit von dem Verlangen nach geistiger Nahrung abbringen möchte.

Hieraus kann man auch erkennen, warum die Zunge einer zweifachen Verrichtung gewidmet ist, nämlich als Organ der Rede und als Organ der Ernährung. Sofern sie der Ernährung dient, entspricht sie der Neigung, Wahres zu wissen, zu verstehen und weise zu sein, deshalb auch Weisheit oder weise sein vom Geschmack so benannt ist. Sofern sie der Rede dient, entspricht sie der Neigung, jenes zu denken und hervorzubringen.

Wenn die Engel sich sichtbar darstellen, erscheinen alle ihre inwendigeren Neigungen klar auf ihrem Angesicht und leuchten daraus hervor, so daß ihr Angesicht die äußere Form und vorbildliche Darstellung derselben ist. Ein anderes Angesicht als das den Neigungen entsprechende, darf man nicht haben im Himmel. Die, welche ein anderes Angesicht heucheln, werden aus der Gesellschaft hinausgeworfen. Hieraus wird klar, daß das Angesicht im allgemeinen allem Inwendigeren beim Menschen entspricht, sowohl seinen Neigungen als seinen Gedanken, oder dem was seinem Willen und was seinem Verstand angehört. Daher werden auch im Wort, durch das Angesicht und die Angesichte, Neigungen bezeichnet, und dadurch, daß der Herr Sein Angesicht über jemand erheben möge, wird bezeichnet, daß Er sich aus der göttlichen Neigung, welche der Liebe angehört, seiner erbarmen möge.

Die Veränderungen des Zustands der Neigungen im Angesicht der Engel erscheinen auch ganz genau. Wenn sie in ihrer Gesellschaft sind, dann sind sie in ihrem eigenen Angesicht. Wenn sie aber in eine andere Gesellschaft kommen, dann verändern sie, den Neigungen des Guten und Wahren jener Gesellschaft gemäß, ihre Angesichte; aber doch ist das echte Angesicht gleichsam die Grundform, welche in allen jenen Veränderungen erkannt wird.

Ich habe gesehen, wie die Wechsel allmählich erfolgten, gemäß den Neigungen der Gesellschaften, mit denen sie Gemeinschaft hatten. Denn ein jeder Engel ist in einem Gebiet des Größten Menschen und hat dadurch in allgemeiner und weiter Beziehung Gemeinschaft mit allen, welche in dem gleichen Gebiete sich befinden, obwohl er in demjenigen Teil dieses Gebiets ist, welchem er vollständig entspricht. Ich habe gesehen, daß sie Ihre Angesichte wechselten durch Veränderungen von einer Grenze der Neigung bis zur anderen, aber beobachtet, daß dennoch das gleiche Angesicht im allgemeinen beibehalten wurde, so daß immer die herrschende Neigung zugleich mit ihren Veränderungen herausleuchtete. So wurden die Angesichter einer Neigung in ihrer ganzen Ausdehnung gezeigt. Und was noch wunderbarer ist, es wurden auch die Veränderungen der Neigungen von der Kindheit an bis zum erwachsenen Alter durch die Veränderungen des Angesichts gezeigt; und es wurde mir bei diesem Alter zu erkennen gegeben, wieviel Kindliches es beibehalten hatte und daß dieses das eigentlich Menschliche desselben war. Denn beim Kinde ist die Unschuld in äußerer Gestalt, und die Unschuld ist das eigentlich Menschliche; denn in sie fließt, wie in ihre Grundlage, Liebe und Liebtätigkeit vom Herrn ein. Wenn der Mensch wiedergeboren und weise wird, dann wird die Unschuld der Kindheit, welche eine äußere war, eine inwendige. Daher kommt es, daß die echte Weisheit in keinem anderen Tempel wohnt als in der Unschuld, ferner, daß niemand, als wer etwas Unschuld hat, in den Himmel eingehen kann, nach des Herrn Worten:

»Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, werdet ihr nicht hinein kommen in das Reich der Himmel.«

Aus ihren Angesichtern kann man auch die bösen Geister erkennen, denn alle ihre Begierden oder böse Neigungen sind ihren Angesichtern aufgeprägt. Und man kann aus ihren Angesichtern auch erkennen, mit welchen Höllen sie Gemeinschaft haben. Denn es gibt sehr viele Höllen, alle unterschieden nach den Gattungen und Arten der Begierden des Bösen. Im allgemeinen sind ihre Angesichter, wenn sie beim Licht des Himmels erscheinen, beinahe leblos, fahl wie die der Leichname, bei einigen schwarz und bei einigen ganz unförmlich, denn sie sind Gestalten des Hasses, der Grausamkeit, der List, der Heuchelei. Aber in ihrem eigenen Lichtsein unter sich erscheinen sie vermöge der Phantasie anders.

Es waren Geister bei mir von einem anderen Weltkörper; ihr Angesicht war verschieden von den Angesichtern der Menschen unserer Erde. Es war hervorstehend, hauptsächlich um die Lippen herum, und außerdem von edlem Gepräge. Ich redete mit ihnen über ihre Lebensweise und die Art des Umgangs miteinander. Sie sagten, daß sie miteinander vorzüglich durch Veränderungen des Angesichts, hauptsächlich durch Veränderungen um die Lippen herum gesprochen, und daß sie die Neigungen durch Teile des Angesichts, welche die Augen umgeben, ausgedrückt hätten, so daß ihre Genossen ganz wohl begreifen konnten, sowohl was sie dachten als was sie wollten. Das suchten sie mir auch durch den Einfluß in meine Lippen zu zeigen, durch verschiedene Faltungen und Biegungen um sie herum. Aber die Veränderungen konnte ich nicht aufnehmen, weil meine Lippen von Kindheit an nicht an solches gewöhnt worden waren, aber dennoch konnte ich, was sie redeten, vernehmen durch die Mitteilung ihres Denkens. Daß aber die Rede im allgemeinen durch die Lippen ausgedrückt werden kann, konnte ich an den vielfachen miteinander verflochtenen Reihen von Muskelfasern ersehen, welche in den Lippen sich befinden, und wenn diese auseinandergelöst wurden und sich in freier Entfaltung äußerten, so könnten hier mehrere Veränderungen dargestellt werden, welche denjenigen unbekannt sind, bei denen jene Muskelfasern zusammengepreßt liegen.

Daß ihre Rede eine solche war, kommt daher, daß sie sich nicht verstellen können, das heißt etwas anderes denken und etwas anderes mit dem Angesicht zeigen. Denn sie leben so aufrichtig mit einander, daß sie gar nichts vor ihren Genossen verbergen, sondern diese wissen sogleich, was sie denken, was sie wollen, dann auch wie sie gesinnt sind, und auch was sie getan haben, denn die vollbrachten Handlungen sind bei denen, die aufrichtig sind, im Gewissen. Daher können sie von anderen auf den ersten Blick in betreff der inwendigeren Mienen oder Gesinnungen genau erkannt werden.

Sie zeigten mir, daß sie dem Angesicht keine Gewalt antun, sondern es frei gewähren lassen; anders als es bei denjenigen geschieht, die von Jugend auf gewöhnt wurden, sich zu verstellen, nämlich etwas anderes zu reden und zu tun als zu denken und zu wollen. Das Angesicht solcher wird zusammengezogen, so daß es bereit ist, sich zu verändern, je wie die List es verlangt. Alles, was der Mensch verbergen will, zieht sein Angesicht zusammen, aber die Zusammenziehung hört wieder auf, wenn etwas aus der Lüge hervortritt, was als redlich erscheint.

Als ich im Wort des Neuen Testaments vom Herrn las, waren jene Geister und auch einige Christen gegenwärtig, und ich merkte, daß diese Ärgernisse gegen den Herrn in ihrem Innern hegten, wie auch daß sie dieselben heimlich mitteilen wollten. Jene, welche einem anderen Weltkörper angehörten, wunderten sich darüber, daß sie von solcher Art waren, aber ich durfte ihnen sagen, daß sie in der Welt nicht solcher Art gewesen seien mit dem Munde, sondern mit dem Herzen, und daß es auch solche gibt, welche den Herrn predigen, obgleich sie von dieser Art sind, und dann das Volk zu Seufzern und bisweilen zu Tränen bewegen durch den Eifer erheuchelter Frömmigkeit, indem sie das, was sie in ihrem Herzen denken, durchaus nicht merken lassen. Darob staunten jene, daß es einen solchen Zwiespalt des Inwendigeren und Auswendigeren geben könne, wobei sie sagten, daß sie von einem solchen Zwiespalt gar nichts wüßten und daß es ihnen unmöglich sei, etwas anderes mit dem Munde zu reden und mit dem Angesicht zu zeigen, als was den Herzensneigungen gemäß ist, andernfalls würden sie in sich zerreißen und zugrunde gehen.

Sehr wenige können glauben, daß es Gesellschaften von Geistern und Engeln gibt, denen das einzelne bei dem Menschen entspricht, ferner, daß je mehrere Gesellschaften es sind, und je mehrere in einer Gesellschaft sich befinden, um so besser und stärker die Entsprechung ist. Denn in einer einmütigen Menge liegt Stärke. Damit ich erkennen möchte, daß es so sei, wurde mir gezeigt, wie sie in das Angesicht, in die Muskeln der Stirne und in die der Wangen, sodann des Kinns und der Kehle einwirken und einfließen. Denen, welche zu jenem Gebiet gehörten, wurde einzufließen gestattet, und dann veränderte sich ihrem Einfluß gemäß das Einzelne. Einige von ihnen redeten auch mit mir, aber sie wußten nicht, daß sie dem Gebiet des Angesichts zugeteilt seien. Denn für welches Gebiet sie bestimmt sind, ist den Geistern verborgen, nicht aber den Engeln.

Es redete einer mit mir, der in der Zeit, da er in der Welt lebte, die mehr äußerlichen Wahrheiten des Glaubens vor andern gewußt, aber dennoch kein den Glaubensgeboten gleichförmiges Leben geführt hatte. Denn er hatte nur sich geliebt und die anderen im Vergleich mit sich verachtet und geglaubt, er werde unter den Ersten im Himmel sein. Aber weil er ein solcher war, konnte er keine andere Meinung vom Himmel haben, als wie von einem weltlichen Reich. Als derselbe im anderen Leben erfuhr, daß der Himmel etwas ganz anderes sei, und daß diejenigen die Ersten seien, welche sich anderen nicht vorgezogen, und hauptsächlich, welche geglaubt hatten, sie seien der Barmherzigkeit nicht würdig, sondern verdienten die Letzten zu sein, wurde er sehr unwillig und verwarf das, was zu seinen Glauben im Leibesleben gehört hatte. Derselbe suchte fortwährend denen, welche vom Gebiet der Zunge waren, Gewalt anzutun. Sein Bemühen durfte ich auch mehrere Wochen lang deutlich spüren und dadurch auch erkennen, welche und wie beschaffen die sind, die der Zunge entsprechen, und diejenigen, die Ihnen entgegengesetzt sind.

Es gibt auch solche Geister, welche gewissermaßen das Licht des Himmels zulassen und die Wahrheiten des Glaubens aufnehmen, und dennoch böse sind, aber so, daß sie einiges Innewerden des Wahren haben. Sie nehmen auch die Wahrheiten begierig auf, aber nicht in der Absicht, danach zu leben, sondern um sich dessen zu rühmen, daß sie vor anderen verständig und scharfsinnig erscheinen. Denn der Verstand des Menschen ist so beschaffen, daß er die Wahrheiten aufnehmen kann; aber gleichwohl werden die Wahrheiten ihnen nicht angeeignet, wenn sie nicht danach leben. Wenn das Verständige des Menschen nicht so beschaffen wäre, so könnte der Mensch nicht gebessert werden. Die von solcher Art in der Welt gewesen sind, daß sie nämlich die Wahrheiten verstanden und dennoch ein böses Leben führten, sind auch so geartet im anderen Leben, aber ihre Fähigkeit, Wahres zu verstehen, mißbrauchen sie dort zum Herrschen. Denn sie wissen dort, daß sie durch die Wahrheiten Gemeinschaft haben mit einigen Gesellschaften des Himmels, folglich, daß sie bei den Bösen sein und etwas gelten können, denn die Wahrheiten führen im andern Leben eine Macht mit sich; weil sie aber ein Leben des Bösen haben, sind sie in der Hölle.

Ich habe mit zweien, die bei Leibesleben so geartet waren, geredet. Sie wunderten sich, daß sie in der Hölle seien, da sie doch die Wahrheiten des Glaubens mit Überzeugung geglaubt hätten. Aber es wurde ihnen gesagt, das bei ihnen befindliche Licht, durch welches sie die Wahrheiten verstehen, sei wie das Winterlicht in der Welt, in welchem die Gegenstände mit ihrer Schönheit und mit ihren Farben ebenso erscheinen wie im Sommerlicht, aber doch erstarrt alles in jenem Lichte und stellt sich nichts Liebliches und Erfreuliches dar. Und weil ihr Zweck, die Wahrheiten zu verstehen, nur der Ruhm und somit ein selbstsüchtiger war, so könne die Sphäre jener Zwecke, wenn sie sich gegen die inwendigeren Himmel zu den Engeln dort erhebt, welche einzig und allein die Zwecke wahrnehmen, nicht ertragen werden, sondern werde zurückgestoßen. Dies sei der Grund, warum sie in der Hölle seien.

Es wurde hinzugefügt, daß man solche ehemals vor allen übrigen die Schlangen vom Baum der Erkenntnis genannt habe, weil sie, sobald sie aus ihrem Leben vernünfteln, alsdann gegen die Wahrheiten sprechen. Und außerdem seien sie einem Weibe gleich, das ein hübsches Angesicht und doch einen abscheulichen Geruch hat und deswegen überall, wohin sie kommt, aus den Gesellschaften hinausgeworfen wird. Im andern Leben geben auch solche, wenn sie zu den Gesellschaften der Engel kommen, wirklich einen Gestank von sich, welchen sie auch selber empfinden, wenn sie jenen sich nähern. Hieraus kann auch erhellen, was der Glaube ist ohne das Leben des Glaubens.

Bemerkenswert ist auch, was in der Welt ganz unbekannt, daß die Zustände der guten Geister und der Engel fortwährend sich verändern und vervollkommnen, und daß sie so in das Inwendigere des Gebiets, worin sie sich befinden, somit zu edleren Geschäften erhoben werden. Denn im Himmel findet eine fortwährende Reinigung und sozusagen Neuschöpfung statt. Aber dennoch verhält sich die Sache so, daß niemals ein Engel in Ewigkeit zu einer absoluten Vollkommenheit gelangen kann. Der Herr allein ist vollkommen, in Ihm und aus Ihm ist alle Vollkommenheit. Die dem Mund entsprechen, wollen immerfort reden, denn im Reden suchen sie das höchste Vergnügen. Wenn sie vervollkommnet werden, werden sie dahin gebracht, daß sie nichts anderes reden, als was den Genossen, dem gemeinen Wesen, dem Himmel, dem Herrn frommt. Die Lust so zu reden, wird bei ihnen um so größer, je mehr die Begierde, sich selbst bei der Rede im Auge zu haben und nach der Weisheit aus selbstsüchtigem Beweggrund zu trachten, sich verliert.

Es gibt sehr viele Gesellschaften im andern Leben, welche Freundschafts-Gesellschaften genannt werden. Sie werden aus denjenigen gebildet, welche im Leben des Leibes die Lust der Unterhaltung jeder anderen Lust vorgezogen haben, und diejenigen, mit welchen sie sich unterhielten, geliebt haben, ohne sich darum zu bekümmern, ob sie gut oder böse waren, wenn sie sich nur angenehm unterhielten, welche also nicht Freunde des Guten oder Wahren gewesen sind. Welche solcher Art waren im Leben des Leibes, sind auch so f andern Leben. Sie schließen sich an, bloß um des Vergnügens an der Unterhaltung wifien.

Mehrere solche Gesellschaften waren bei mir, aber etwas fern. Sie erschienen hauptsächlich ein wenig zur Rechten über dem Haupte. Ihre Anwesenheit durfte ich merken an der Erschlaffung und Abstumpfung und an der Beraubung des Lustreizes, worin ich mich befand; denn die Gegenwart solcher Gesellschaften bringt dies mit sich. Wo sie hinkommen, nehmen sie anderen den Lustreiz weg, und, was wunderbar ist, sie eignen sich denselben an. Sie machen die bei anderen befindlichen Geister abwendig und wenden dieselben sich selber zu. Daher tragen sie den Lust- reiz des andern auf sich über. Weil sie dadurch denen, die im Guten sind, lästig und schädlich sind, darum werden sie vom Herrn abgehalten, daß sie den himmlischen Gesellschaften nicht nahe kommen. Hieraus durfte ich mich überzeugen, welchen Schaden fürs geistige Leben einem Menschen die Freundschaft bringt, wenn man die Person berücksichtigt und nicht das Gute. Es kann zwar jeder Freund sein dem andern, aber dennoch soll er am meisten den Guten befreundet sein.

Es gibt auch Gesellschaften von innigerer Freundschaft, welche die äußere Lust des andern nicht vorwegnehmen und auf sich überleiten, sondern seine inwendigere Lust oder Wonne aus der Neigung zu geistigen Dingen. Diese sind vorne zur Rechten nahe über der unteren Erde, und einige von ihnen etwas weiter oben. Mit denjenigen, welche unten waren, habe ich einigemal geredet und dann flossen die oben befindlichen gemeinsam ein. Diese waren im Leben des Leibes so geartet, daß sie diejenigen, welche innerhalb ihrer Gemeinschaft waren, von Herzen geliebt, wie auch mit brüderlicher Gesinnung einander umfaßt hatten. Sie hatten geglaubt, sie allein seien lebendig und im Licht, und die außer ihrer Gesellschaft befindlichen beziehungsweise gleichsam nicht lebendig und nicht im Licht. Und weil so geartet, meinten sie auch, der Himmel des Herrn bestehe bloß aus den wenigen, die sie seien. Aber ich durfte ihnen sagen, daß der Himmel unermeßlich groß sei und aus allerlei Volk und Zunge bestehe, und daß darin alle seien, welche im Guten der Liebe und des Glaubens gewesen sind. Und es wurde gezeigt, daß im Himmel viele Engel sind, die alle Gebiete des Leibes in Ansehung seiner auswendigeren und inwendigeren Teile darstellen. Wenn sie aber nach höheren Dingen trachten würden, als was ihrem Leben entspricht, so könnten sie den Himmel nicht nahen. Hauptsächlich, wenn sie andere, die außerhalb ihrer Gesellschaft sind, verdammen würden. Und daß dann ihre Gesellschaft eben bloß eine Gesellschaft vertrauterer Freundschaft sei, von solcher Art, wie gesagt, daß sie andere der Wonne geistiger Neigung berauben, sobald sie zu ihnen nahen. Denn sie betrachten sie als Nichtauserwählte und als Nichtlebendige, und dieser Gedanke, wenn er sich mitteilt, verursacht ein trauriges Gefühl, welches jedoch nach den Gesetzen der Ordnung im anderen Leben zu ihnen zurückkehrt.



Die Entsprechung der Hände, Arme und Füße

Früher wurde gezeigt, daß der ganze Himmel einen Menschen mit seinen einzelnen Organen, Gliedern und Eingeweiden darstellt, und zwar deshalb, weil der Himmel den Herrn darstellt Denn der Herr ist alles in allem des Himmels, in der Weise, daß der Himmel im eigentlichen Sinn das Göttlich-Gute und das Göttlich-Wahre ist, welches von Herrn ausgeht. Daher kommt es, daß der Himmel gleichsam in ebenso viele Gebiete abgeteilt ist als es Eingeweide, Organe und Glieder im Menschen gibt, mit welchen auch eine Entsprechung stattfindet. Wenn keine solche Entsprechung des Menschen mit dem Himmel und durch den Himmel mit dem Herrn stattfände, so wurde der Mensch auch nicht einen Augenblick bestehen. Jene alle werden im Verband erhalten durch den Einfluß. Aber alle jene Gebiete beziehen sich auf zwei Reiche, n auf das himmlische Reich und auf das geistige Reich. Jenes Reich, nämlich das himmlische Reich, ist das Reich des Herzens im Größten Menschen, und dieses, nämlich das geistige Reich, ist das Reich der Lunge daselbst, ebenso wie im Menschen. Im Ganzen und in den einzelnen Teilen desselben regiert das Herz und die Lunge.

Jene zwei Reiche sind auf wundersame Weise verbunden. Diese Verbindung wird auch in der Verbindung des Herzens und der Lunge beim Menschen und in der Verbindung der Wirkungen beider in den einzelnen Gliedern und Eingeweiden vorgebildet. Wenn der Mensch ein Embryo ist, oder wenn er noch im Mutterleib ist, dann ist er im Reich des Herzens. Wenn er aber aus dem Mutterleib herausgekommen ist, dann kommt er zugleich in das Reich der Lunge. Und wenn er durch die Wahrheiten des Glaubens sich in das Gute der Liebe führen läßt, dann kommt er vom Reich der Lunge wieder in das Reich des Herzens im Größten Menschen. Denn auf diese Weise kommt er wieder in den Mutterleib und wird wiedergeboren. Und dann werden auch bei ihm jene zwei Reiche verbunden, aber in umgekehrter Ordnung. Denn zuerst war das Reich des Herzens bei ihm unter der Herrschaft der Lungen, das heißt, früher herrschte bei ihm das Glaubens-Wahre, aber nachher herrscht das Liebtätigkeits-Gute.

Im Größten Menschen entsprechen den Händen und Armen und auch den Schultern diejenigen, welche in der Macht sind durch das Glaubens-Wahre aus dem Guten. Denn diejenigen, welche im Glaubens-Wahren aus dem Guten stehen, sind in der Macht des Herrn. Denn sie schreiben Ihm alle Macht zu und keine sich selber, und je mehr sie sich keine zuschreiben, nicht mit dem Munde, sondern mit dem Herzen, desto größere Macht haben sie. Die Engel werden daher Mächte und Gewalten genannt.

Daß die Hände, Arme, Schultern der Macht im Größten Menschen entsprechen, hat den Grund, weil die Kräfte und Mächte des ganzen Leibes und aller seiner Eingeweide sich auf jene beziehen. Denn der Leib übt seine Kräfte und Mächte aus durch Arme und Hände. Daher kommt es auch, daß im Wort durch Hände, Arme und Schultern Mächte bezeichnet werden.

Es erschien mir ein nackter Arm, nach vorne einwärts gebogen, der eine so große Kraft bei sich hatte und zugleich eine so große Furcht einflößte, daß ich nicht bloß schaudert, sondern daß es auch schien, als könnte ich gleichsam in den allerkleinsten Staub und im Innersten zerstoßen werden. Er war unwiderstehlich. Dieser Arm erschien mir zweimal; und ich wurde dadurch vergewissert, daß die Arme Stärke und die Hände Macht bedeuten. Man spürte auch eine von jenem Arm ausströmende Wärme.

Jener nackte Arm stellt sich in verschiedener Stellung sichtbar dar und flößt derselben gemäß Furcht ein, und in einer solchen Stellung, wie gleich oben gezeigt wurde, eine unglaubliche. Er scheint augenblicklich Mark und Bein zerbrechen zu können. Diejenigen, welche im Leibesleben furchtlos waren, werden doch im andern Leben von jenem Arm in den größten Schrecken versetzt.

Einigemale erschienen solche, welche Stäbe hatten, und es wurde gesagt, daß es Zauberer seien, die vorne zur Rechten weit weg und tief unten in Höhlen sind. Diejenigen, welche gefährliche Zauberer waren, werden dort noch tiefer unten geborgen. Diese erscheinen sich selbst als mit Stäben versehen. Auch bilden sie durch Phantasien mehrere Arten von Stäben und glauben, daß sie durch dieselben Wunder tun können. Sie meinen nämlich, in den Stäben sei eine Kraft und zwar auch darum, weil die Stäbe es sind, auf welche sich die Rechte oder der Arm stützt, welche vermöge der Entsprechung Kraft und Macht bedeuten. Hieraus wurde mir klar, warum die Alten den Zauberern Stäbe beigelegt haben; denn die alten Heiden wußten das aus der alten vorbildlichen Kirche, in welcher die Stäbe wie die Hände Macht bedeuteten; und weil sie Macht bedeuteten, wurde dem Mose befohlen, er solle, wenn Wunder geschehen sollten, den Stab oder die Hand ausstrecken.

Die höllischen Geister stellen auch bisweilen vermöge ihrer Phantasie eine Schulter dar, durch welche sie bewirken, daß die Kräfte zurückprallen; sie können auch wirklich nicht durchdringen, aber bloß für diejenigen, welche in dieser Phantasie sind, denn sie wissen, daß die Schulter jeder Macht in der geistigen Welt entspricht. Durch die Schulter wird auch im Wort alle Macht bezeichnet.

Im Größten Menschen entsprechen den Füßen, Fußsohlen und Fersen solche, welche Natürliche sind. Deshalb wird durch Füße im Wort das Natürliche bezeichnet, durch die Fußsohlen das untere Natürliche, und durch die Fersen das unterste Natürliche. Denn die himmlischen Dinge bilden im Größten Menschen das Haupt, die geistigen Dinge den Leib, und die natürlichen Dinge die Füße. In dieser Ordnung folgen sie auch aufeinander, die himmlischen Dinge, welche die höchsten sind, endigen in den geistigen, welche die mittleren, und die geistigen in den natürlichen, welche die letzten sind.

Einmal, als ich in den Himmel erhoben worden war, schien es mir, als ob ich mit dem Haupt dort wäre und mit dem Leib unten und mit den Füßen noch weiter unten. Und hieraus ward ich inne, wie das Obere und Untere beim Menschen demjenigen entspricht, was im Größten Menschen ist, und wie das eine ins andere einfließt. Daß nämlich das Himmlische, welches das Gute der Liebe und das erste der Ordnung ist, einfließt ins Geistige, welches das Wahre daher und das zweite der Ordnung ist, und endlich ins Natürliche, welches das dritte der Ordnung ist. Hieraus wird klar, daß das Natürliche gleich ist den Füßen, auf welche das Obere sich stützt. Die Natur ist es auch, in welcher dasjenige ausläuft, was der geistigen Welt und was dem Himmel angehört. Daher kommt es, daß die ganze Natur eine das Reich des Herrn darstellende Schaubühne ist, und daß das Einzelne in ihr vorbildet; daß ferner die Natur durch den Einfluß jener Ordnung gemäß besteht, und daß sie ohne Einfluß nicht einmal einen Augenblick bestehen könnte.

Als ich zum zweitenmal mit einer Säule von Engeln umgeben in die Orte der Unteren hinabgelassen wurde, durfte ich ganz fühlbar inne werden, daß diejenigen, welche in dem Land der Unteren waren, den Füßen und Fußsohlen entsprechen. Auch sind jene Orte unter den Füßen und Fußsohlen. Daselbst habe ich auch mit ihnen geredet. Es sind solche, welche in der natürlichen Lust waren und nicht in der geistigen.

In jenen Orten befinden sich auch diejenigen, welche der Natur alles, dem göttlichen Wesen aber nur wenig zugeschrieben haben. Mit ihnen habe ich dort geredet. Und als von der göttlichen Vorsehung die Rede war, da schrieben dieselben alles der Natur zu. Wenn aber hier diejenigen, die ein sittlich gutes Leben geführt haben, eine Zeitlang dort behalten worden sind, legen sie dann doch nach und nach diese Grundsätze ab und nehmen die Grundsätze des Wahren an.

Als ich daselbst war, hörte ich auch in einer Kammer, wie wenn auf der anderen Seite der Wand einige wären, welche einbrechen wollten. Dadurch wurden die dort befindlichen erschreckt, in der Meinung, es seien Räuber. Und es wurde gesagt, daß die dort befindlichen in einer solchen Furcht erhalten werden in der Absicht, sie vom Bösen abzuschrecken, weil die Furcht für einige ein Mittel der Besserung ist.

Auf der unteren Erde unter den Füßen und Fußsohlen sind auch solche, die in gute Taten und Werke ein Verdienst gesetzt haben. Mehrere von ihnen glauben Holz zu spalten; der Ort, wo sie sind, ist ziemlich kalt, und sie meinen, sich durch ihre Arbeit warm zu machen. Ich habe auch mit ihnen geredet, und ich durfte ihnen sagen, ob sie nicht von jenem Orte weggehen wollten. Sie sagten, sie hätten mit ihrer Arbeit noch nichts verdient. Wenn aber jener Zustand durchgemacht ist, dann werden sie von da weggenommen. Auch sie sind Natürliche, weil jene, die Seligkeit verdienen wollen, nicht geistig sind, und außerdem ziehen sie sich anderen vor. Einige verachten auch andere. Wenn sie keine größere Freude als die übrigen im anderen Leben bekommen, werden sie unwillig gegen den Herrn. Deshalb erscheint zuweilen, wenn sie Holz spalten, gleichsam etwas vom Herrn unter dem Holz, und zwar infolge ihres Unwillens. Weil sie aber ein frommes Leben geführt und jenes aus Unwissenheit getan haben, in welcher etwas von Unschuld war, darum werden von Zeit zu Zeit Engel zu ihnen gesendet, welche sie trösten. Und außerdem erscheint ihnen von oben her zur Linken zuweilen etwas wie ein Schaf, von dessen Anblick sie auch Trost empfangen.

Die aus der Welt von der Christenheit herkommen und ein sittlich gutes Leben geführt und etwas Liebtätigkeit gegen den Nächsten gehabt, aber sich um geistige Dinge wenig bekümmert haben, werden größtenteils an Orte unter den Füßen und Fußsohlen versetzt und dort behalten, bis sie die natürlichen Dinge, worin sie waren, abgelegt und geistige und himmlische Dinge, soweit es nach ihrem Leben möglich ist, angenommen haben. Wenn sie diese angenommen haben, dann werden sie von da zu himmlischen Gesellschaften erhoben. Ich sah einige Mal solche heraufkommen, und auch ihre Freude, daß sie ins himmlische Licht kamen.

In welcher Lage die Orte unter den Füßen sind, wurde mir noch nicht zu wissen gegeben, es sind sehr viele und dieselben von einander sehr verschieden. Im allgemeinen werden sie genannt: Land oder Erde der Unteren.

Es gibt einige, welche im Leben des Leibes den Grundsatz angenommen haben, daß der Mensch sich nicht kümmern soll um das, was dem inwendigen Menschen angehört, mithin um geistige Dinge, sondern bloß um das, was den äußeren Menschen angeht oder natürlich ist, aus dem Grund, weil die inwendigeren Dinge ihre Lebenslust stören und Unlust verursachen. Diese wirkten auf das linke Knie ein, und ein wenig oberhalb des Knies von vorne her, und auch auf die Sohle des rechten Fußes. Ich redete mit ihnen in ihrem Aufenthaltsort. Sie sagten, sie hätten im Leben des Leibes gemeint, daß bloß das Äußere lebe, und sie hätten nicht verstanden, was das Inwendige sei; mithin hätten sie das Natürliche erkannt, nicht aber, was geistig sei. Aber es durfte ihnen gesagt werden, dadurch hätten sie sich unzählig vieles verschlossen, was aus der geistigen Welt hätte einfließen können, wenn sie die inwendigeren Dinge anerkannt und so in ihre Denkvorstellungen zugelassen hätten.

Ferner durfte ich ihnen sagen, daß in einer jeden Denkvorstellung unzählig vieles sei, was dem Menschen, hauptsächlich dem natürlichen, nur als etwas Einfaches vorkommt, während doch vieles sei, was aus der geistigen Welt einfließt und beim geistigen Menschen eine höhere Anschauung bewirkt, vermöge welcher er sehen und auch innewerden kann, ob etwas wahr oder nicht wahr sei. Und weil sie daran zweifelten, wurde dies durch eine lebendige Erfahrung gezeigt: es wurde ihnen eine einzige Vorstellung dargelegt, die sie als eine einfache, mithin als einen dunklen Punkt sahen; so etwas läßt sich im Himmelslicht leicht vorbilden. Als jene Vorstellung aufgeschlossen und ihnen zugleich das inwendigere Gesicht geöffnet wurde, da lag es vor Augen wie eine ganze zum Herrn führende Welt, und es wurde gesagt, daß das bei einer jeden Vorstellung des Guten und Wahren der Fall sei, daß sie nämlich ein Bild des ganzen Himmels sei, weil sie vom Herrn kommt, welcher das Ganze des Himmels ist, d.h. eben das, was Himmel genannt wird.

Unter den Fußsohlen sind auch solche, welche im Leibesleben der Welt und dem Wohlleben gefrönt haben, in dem sie sich an weltlichen Dingen ergötzten und gerne herrlich und in Freuden lebten, aber nur aus äußerer oder leiblicher Begierde, nicht aber aus inwendiger oder gemütlicher Neigung; denn sie übten keinen Hochmut, so daß sie sich andern vorgezogen hätten, obwohl sie in hoher Würde standen. Daß sie so lebten, taten sie nur in Rücksicht auf ihren Körper; daher haben solche die Lehren der Kirche nicht verworfen, weniger noch haben sie sich dagegen begründet; im Herzen haben sie denselben beigepflichtet, weil diejenigen, welche das Wort studieren, es verstehen müssen. Bei einigen, die so beschaffen, ist das Inwendigere bis zum Himmel geöffnet, und es wird in dasselbe nach und nach Himmlisches eingepflanzt, nämlich Gerechtigkeit, Redlichkeit, Frömmigkeit, Liebtätigkeit, Barmherzigkeit, und alsdann werden sie in den Himmel erhoben.

Diejenigen aber, welche im Leibesleben von Ihrem Inwendigeren aus nichts anderes dachten und anstrebten, als was ihnen selbst und der Welt angehört, solche haben sich jeden Weg oder allen Einfluß aus dem Himmel verschlossen; denn die Selbst- und Weltliebe ist entgegengesetzt der himmlischen Liebe. Diejenigen von ihnen, welche zugleich in Vergnügungen oder in einem üppigen Leben, verbunden mit innerlicher Schlauheit, gelebt haben, sind unter der Sohle des rechten Fußes, hier aber tief unten, somit unter dem Land der Unteren, wo ihre Hölle ist. In ihren Wohnungen ist lauter Schmutz, sie glauben auch solche Dinge an sich zu tragen, denn sie entsprechen einem solchen Leben. Man empfindet dort einen Gestank von allerlei verschiedenen Schmutz nach den Gattungen und Arten ihres Lebens. Hier leben viele, die in der Welt zu den Angesehenen gehörten.

Es gibt mehrere, welche ihre Wohnungen unter den Fußsohlen haben, mit welchen ich zuweilen redete. Ich sah, wie einige derselben sich bemühten, heraufzukommen, und ich durfte auch ihre Bemühung heraufzukommen, spüren, und zwar bis zu den Knien, aber sie fielen zurück. So wird es sinnlich wahrnehmbar vorgebildet, wenn etliche aus ihren Wohnungen zu Höheren hinaufverlangen, wie diese zu den Wohnungen derjenigen, welche im Gebiet der Kniee und Schenkel sind. Es wurde mir gesagt, es seien solche, welche andere neben sich verachtet haben, weshalb sie auch emporkommen wollen und nicht bloß durch den Fuß in den Schenkel, sondern auch, wenn sie könnten, über das Haupt hinauf. Dennoch aber fallen sie zurück. Sie sind auch in einer Art von Dummheit, denn eine solche Anmaßung verlöscht und erstickt das Himmelslicht, mithin die Einsicht. Deshalb erscheint die Sphäre, welche jene umgibt, wie ein dichter Nebel.

Unter dem linken Fuß ein wenig links sind solche, welche der Natur alles zugeschrieben, aber dennoch das Dasein eines Wesens in der Welt bekannten, von welchem alles in der Natur her komme. Aber es wurde erforscht, ob sie ein Weltwesen oder ein Höchstes Wesen geglaubt haben, das alles geschaffen. Aber aus ihrem nur mitgeteilten Denken ward ich inne, daß es gleichsam etwas Unbeseeltes war, das sie glaubten, worin kein Leben, hieraus konnte erhellen, daß sie keinen Weltschöpfer, sondern die Natur anerkannten. Sie sagten auch, daß sie keine Vorstellung von einer lebendigen Gottheit haben könnten.

Unter der Ferse ein wenig mehr rückwärts ist tief unten eine Hölle. Der Zwischenraum erscheint wie leer. Hier sind die Boshaftesten. Heimlich erforschen sie die Gesinnungen, um zu schaden und machen heimliche Nachstellungen, um ins Verderben zu bringen. Darin bestand ihre Lebenslust. Ich habe sie öfters beobachtet, sie ergießen das Gift ihrer Bosheit gegen die, welche in der Geisterwelt sind, und die dort befindlichen regen sie durch verschiedene Trugkünste auf. Sie sind innerlich Boshafte. Sie erscheinen dort gleichsam in Mänteln und zuweilen auch anders. Sie werden oft gestraft und dann werden sie tiefer hinunterversetzt und gleichsam mit einer Wolke verhüllt, welche die von ihnen ausdünstende Sphäre der Bosheit ist. Aus jener Tiefe wird zuweilen wie ein mörderisches Getümmel gehört, sie können andere zu Tränen bewegen und können auch Furcht einjagen. Dieses haben sie im Leibesleben dadurch angenommen, daß sie bei Kranken und Einfältigen waren, um Vermögen zu erlangen. Dieselben haben sie zum Weinen gebracht und so zum Mitleiden angeregt und wenn sie so nicht zu ihrem Zwecke kamen, flößten sie Furcht ein. Solcher Art sind die meisten, welche für die Klöster in solcher Weise mehrere Häuser beraubt haben. Es wurden auch einige in mittlerer Entfernung beobachtet, aber sie glauben, wie in einer Kammer zu sitzen und sich zu beraten. Sie sind auch boshaft, aber nicht in so hohem Grade.

Einige von denen, welche Natürliche sind, sagten, sie wüßten nicht, was sie glauben sollten, weil ja einem jeden dem Leben gemäß und auch den Gedanken, aus begründeten Meinungen gemäß, sein Los zugeteilt werde. Aber es wurde ihnen geantwortet, daß es für sie genügt hätte, wenn sie geglaubt hätten, daß ein Gott sei, der alles regiere, und daß es ein Leben nach dem Tode gebe, und hauptsächlich, wenn sie nicht gelebt hätten wie ein wildes Tier, sondern wie ein Mensch, nämlich in der Liebe zu Gott und in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten, somit im Wahren und Guten, nicht aber diesen entgegengesetzt. Sie behaupteten aber, daß sie so gelebt hätten. Allein es wurde wieder geantwortet, daß sie im äußern als solche erschienen seien wenn aber die Gesetze es nicht gehindert hätten, so würden sie sich auf das Leben und die Güter eines jeden wütender gestürzt haben als wilde Tiere. Abermals sagten sie, sie hätten nicht gewußt, was Liebtätigkeit gegen den Nächsten und was das Inwendige sei. Aber es wurde ihnen geantwortet, sie hätten nichts davon wissen können, weil die Selbst- und Weltliebe und äußere Dinge ihr Denken und Wollen ganz eingenommen habe.



Die Entsprechungen der Lenden und der Geschlechtsteile

Hier soll nun gesagt werden, was für Gesellschaften im Himmel oder im Größten Menschen es sind, denen die Lenden wie auch die mit den Lenden zusammenhängenden Glieder, welche die Geschlechtsteile genannt werden, entsprechen. Im allgemeinen merke man, daß die Lenden und die mit ihnen zusammenhängenden Glieder der echten ehelichen Liebe, folglich denjenigen Gesellschaften entsprechen, in denen sich Geister von solcher Art befinden. Die daselbst sich befinden, sind mehr als die übrigen himmlisch und leben mehr als die übrigen in der Wonne des Friedens.

In einem ruhigen Traum sah ich einige in einem hölzernen Behälter gepflanzte Bäume, von welchen einer hochgewachsen, der andere niedriger und zwei klein waren. Es erfreute mich hauptsächlich der niedrigere Baum; unterdessen regte eine ungemein liebliche Ruhe, die ich nicht aussprechen kann, mein Gemüt an. Aufgewacht vom Schlaf, redete ich mit denjenigen, welche den Traum herbeiführten. Es waren Engelsgeister, welche sagten, was durch jenes Gesicht bezeichnet wurde, nämlich die eheliche Liebe — durch den hochgewachsenen Baum der Gatte, durch den niedrigeren die Gattin, durch die zwei kleinen die Kinder. Sie sagten ferner, daß die ungemein liebliche Ruhe, welche das Gemüt anregte, anzeige, welch lieblichen Frieden diejenigen im anderen Leben genießen, welche in echter ehelicher Liebe gelebt haben. Sie setzten hinzu, daß solche es seien, die zum Gebiet der Schenkel zunächst über den Knien gehören, und daß die, welche in einem noch lieblicheren Zustande sind, zum Gebiet der Lenden gehören. Es wurde auch gezeigt, daß eine Gemeinschaft durch die Füße mit den Fußsohlen und Fersen bestehe. Daß eine solche Gemeinschaft stattfindet, erhellt auch aus dem großen Nerv im Schenkel, welcher seine Ausläufer nicht nur durch die Lenden zu den für die Zeugung bestimmten Gliedern, den Organen der ehelichen Liebe, aussendet, sondern auch durch die Füße zu den Fußsohlen und zu den Fersen. Es wurde dann auch enthüllt, was im Wort durch die Hüftpfanne und den Hüftmuskel, der bei Jakob verrenkt wurde, als er mit dem Engel rang, verstanden wurde. Es erschien mir hierauf ein großer Hund, ähnlich wie der, welcher bei den ältesten Schriftstellern Cerberus genannt wird. Er hatte einen schauerlichen Rachen. Es wurde mir gesagt, daß ein solcher Hund die Wache bedeute, damit nicht der Mensch von der himmlischen ehelichen Liebe zur Liebe des Ehebruchs, welche höllisch ist, übertrete; denn himmlische eheliche Liebe ist es, wenn ein Mensch mit seiner Gattin, welche er zärtlich liebt und mit seinen Kindern im Herrn zufrieden lebt, wodurch er in der Welt innerliches Wohlsein und im anderen Leben himmlische Freude hat. Wenn man aber von jener Liebe zum Gegenteil übergeht und dabei eine gleichsam himmlische Lust zu haben meint, während es doch eine höllische ist, dann stellt sich ein solcher Hund dar, der gleichsam darüber wachen soll, daß nicht die entgegengesetzten Vergnügungen in Gemeinschaft kommen.

Der innerste Himmel ist es, durch welchen der Herr eheliche Liebe einflößt. Die in demselben leben, sind mehr als die übrigen im Frieden. Der Friede in den Himmeln ist vergleichbar dem Frühling in der Welt, welcher alles mit Wonne erfüllt. Er ist das eigentlich Himmlische in seinem Ursprung. Die Engel daselbst sind die allerweisesten, und vermöge ihrer Unschuld erscheinen sie andern wie Kinder. Sie lieben auch die Kinder viel mehr als deren Väter und Mütter, dieselben sind bei den Kindern im Mutterleib, und durch sie sorgt der Herr, daß die Kinder daselbst ernährt und vollkommen ausgebildet werden. Somit stehen auch die Schwangeren unter ihrer Obhut.

Es gibt himmlische Gesellschaften, denen alle und jede Glieder und Organe, welche der Zeugung gewidmet sind, in beiderlei Geschlecht entsprechen. Jene Gesellschaften sind von anderen unterschieden, wie auch jenes Gebiet im Menschen von den übrigen wohl unterschieden und getrennt ist. Daß jene Gesellschaften himmlische sind, hat den Grund, weil die eheliche Liebe allen Liebestrieben zugrunde liegt. Sie zeichnet sich auch vor den übrigen durch ihren Nutzzweck und die damit verbundene Lebensfreude aus; denn die Ehen sind die Pflanzschulen des Menschengeschlechts, und auch die Pflanzschulen des himmlischen Reichs des Herrn, denn aus dem Menschengeschlecht bildet sich der Himmel.

Diejenigen, welche kleine Kinder aufs zärtlichste geliebt haben, wie auch solche Mütter, sind im Gebiete des Uterus und der Organe, nämlich im Gebiet des Mutterhalses und der Eierstöcke, und die, welche dort sich befinden, sind in einem überaus angenehmen und wonnigen Leben und sind in himmlischer Freude vor anderen.

Aber welche und was für Gesellschaften es sind, die zu den einzelnen Zeugungsorganen gehören, wurde nicht zu wissen gegeben. Denn sie sind zu innerlich, als daß sie von einem, der in einer niedrigeren Sphäre sich befindet, begriffen werden könnten. Sie stellen auch die Nutzwecke jener Organe dar, welche verborgen sind und zugleich dem Wissen entzogen aus einer Ursache, welche von der Vorsehung angeordnet ist, damit nicht solches, was an sich überaus himmlisch ist, durch unsaubere Gedanken verletzt werde, welche der Unzucht, Hurerei und dem Ehebruch angehören. Denn solche Gedanken werden bei sehr vielen erweckt, wenn jene Organe nur genannt werden. Deshalb darf nur einiges ferner liegende berichtet werden was gesehen wurde.

Ein gewisser Geist von einer anderen Erde war bei mir. Derselbe bat angelegentlich, ich möchte mich für ihn verwenden, daß er in den Himmel kommen könnte. Er sagte, er wisse nicht, daß er Böses getan habe, nur daß er die Einwohner jenes Erdkörpers gescholten. Denn es gibt bei ihnen Schelter und Züchtiger derjenigen, welche nicht recht leben, von welchen ich auch sprechen werde, wenn von den Bewohnern anderer Erdkörper die Rede sein wird. Er setzte hinzu, nachdem er sie gescholten, habe er sie belehrt. Er redete alsdann gleichsam zweizüngig. Derselbe konnte wirklich Mitleiden erregen, aber ich konnte ihm nichts anderes antworten, als daß ich ihm nicht helfen könne, und daß dies einzig bei dem Herrn stehe, und daß er, wenn er würdig sei, Hoffnung haben könne. Aber alsdann wurde er unter die gutartigen Geister von seinem Erdkörper zurückgeschickt. Doch diese sagten, er könne nicht in ihrer Genossenschaft sein, weil er nicht so beschaffen sei wie sie. Weil er aber aus sehnlichem Verlangen flehte, daß er doch in den Himmel eingelassen werden möchte, wurde er in einen Verein gutartiger Geister dieses Erdkörpers versetzt. Allein auch diese sagten, er könne nicht bei ihnen sein. Er erschien auch von schwarzer Farbe im Licht des Himmels, aber er sagte selbst, er sei nicht von schwarzer, sondern von bräunlicher Farbe.

Es wurde mir gesagt, solcher Art seien im Anfang die, welche nachher unter diejenigen aufgenommen werden, welche das Gebiet der Samenbläschen bilden. Denn in jenen Bläschen sammelt sich der Samen mit einer passenden Flüssigkeit, mit welcher er verbunden und durch die Verbindung fähig gemacht wird, daß er, nachdem er ausgelassen worden, im Gebärmutterhalse sich löst und so zur Empfängnis dient; und es liegt in einer solchen Substanz ein Trieb und gleichsam eine Sehnsucht, Nutzen zu leisten, somit der Flüssigkeit sich zu entledigen, womit er bekleidet ist. Etwas ähnliches zeigte sich auch bei jenem Geist. Er kam abermals zu mir, aber in einer geringen Kleidung und sagte, er brenne vor Verlangen, in den Himmel zu kommen, und er merke jetzt, daß er dazu geeignet sei. Ich durfte ihm sagen, das sei vielleicht ein Anzeichen, daß er bald aufgenommen werde. Es wurde ihm dann von den Engeln gesagt, er solle das Kleid abwerfen. Jetzt warf er es aus Verlangen so schnell vor sich, daß es kaum etwas Schnelleres geben kann. Dadurch wurde vorgebildet, von welcher Art die Wünsche derjenigen sind, welche in dem Gebiet sich befinden, welchem die Samenbläschen entsprechen.

Es erschien mir ein Mörser, bei welchem ein Mann mit einem eisernen Instrument stand, der in seiner Phantasie in jenem Gefäß Menschen zu zerstampfen wähnte, indem er sie auf schreckliche Art marterte. Dies tat jener Mann mit großer Lust. Die Lust selbst wurde mitgeteilt, auf daß ich wüßte, was für eine große Lust diejenigen haben, die solcher Art sind. Es war eine höllische Lust. Von den Engeln wurde mir gesagt, daß eine solche Lust bei Jakobs Nachkommen geherrscht habe und daß sie in nichts eine größere Lust empfunden hätten, als die Heiden grausam zu mißhandeln und wenn sie getötet waren, sie den wilden Tieren und Vögeln zum Fraß auszusetzen, sie lebendig zu zersägen und mit Beilen zu zerhauen, in einen Ziegelofen zu werfen, Kinder zu zerschmettern und hinzuwerfen. Dieses wurde gar nie befohlen und gar nie zugelassen als denen, bei welchen der Hüftmuskel verrenkt ist. Solche wohnen unter der rechten Ferse, wo sich Ehebrecher befinden, die auch grausam sind.

Es ist daher zu verwundern, daß irgend jemand glauben mag, jene Völkerschaft sei eine vor andern auserwählte gewesen. Daher kommt es auch, daß mehrere sich in der Meinung bestärken, das Leben mache es nicht aus, sondern es käme auf die Auserwählung an, und dadurch geschehe die Aufnahme in den Himmel aus bloßer Barmherzigkeit; möge das Leben gewesen sein wie es wolle. Während doch jeder aus gesunder Vernunft sehen kann, daß so zu denken gegen das Göttliche ist. Denn das Göttliche ist die Barmherzigkeit selbst; deshalb würden alle aufgenommen, wie auch immer das Leben sein mochte und so viel ihrer wären, wenn der Himmel aus bloßer Barmherzigkeit zu Teil wurde. Jemand in die Hölle verstoßen, um daselbst gepeinigt zu werden, während er doch in den Himmel aufgenommen werden könnte, wäre eine Unbarmherzigkeit und nicht Barmherzigkeit, und den einen vor dem andern auserwählen, wäre auch eine Ungerechtigkeit und nicht Gerechtigkeit. Denjenigen, welche geglaubt und sich darin begründet haben, daß einige auserwählt seien und die übrigen nicht, und zu den Himmeln sei bloß eine Zulassung aus Barmherzigkeit, wie man auch gelebt haben möge, wird deshalb gesagt, was ich auch einige Male gehört und gesehen habe, daß der Himmel niemandem vom Herrn verweigert werde, und wenn sie es wünschen, so können sie es selber erfahren. Deshalb werden sie in irgend eine Gesellschaft des Himmels aufgenommen, wo diejenigen sind, welche in der Neigung zum Guten oder in der Liebtätigkeit das Leben führten. Aber wenn sie dahin kommen, dann fangen sie an, weil sie böse sind, Angst und inwendige Pein zu fühlen, indem sie ein entgegengesetztes Leben haben, und wenn das himmlische Licht erscheint, dann erscheinen sie in jenem Licht als Teufel, beinahe ohne menschliche Gestalt, einige mit zurückgezogenem Angesicht, einige wie mit einem Rachen voll Zähne, einige auf andere Weise als Ungeheuer. Hierdurch haben sie ein Grauen vor sich selbst und stürzen sich jählings in die Hölle, und je tiefer, desto besser.

Es war auch ein Gewisser, der in der Welt zu den Angeseheneren gehört und mir damals bekannt war, jedoch nicht, wie er inwendig beschaffen war; aber im andern Leben stellte es sich nach einigen Umwandlungen seines Zustandes heraus, daß er arglistig war. Als derselbe eine Zeitlang unter den Trügerischen im andern Leben gewesen war und dort Härte erduldet hatte, wollte er von ihnen getrennt werden. Ich hörte ihn alsdann sagen, er wolle in den Himmel kommen. Auch er hatte geglaubt, daß die Aufnahme bloß aus Barmherzigkeit stattfinde; aber es wurde ihm gesagt, wenn er dorthin komme, so könne er nicht daselbst verweilen, sondern würde dort Pein leiden wie diejenigen, welche in der Welt im Todeskampf sind. Aber gleichwohl bestand er darauf. Er wurde sofort in eine Gesellschaft zugelassen, wo einfältig Gute sind, die vorne über den Haupt sich befanden. Als er aber dahin kam, fing er seinem Leben gemäß an, listig und trügerisch zu handeln. Hierauf, nach einer kleinen Stunde, begannen die Guten dort, welche einfältig waren, zu klagen, daß er ihnen das Innewerden des Guten und Wahren und daher ihren Lustreiz, d.h. ihre innere Freudigkeit, benehme und so ihren Zustand zerstöre. Alsdann wurde etwas Licht vom inwendigeren Himmel zugelassen, in welchem er als ein Teufel erschien und der obere Teil seiner Nase häßlich durchfurcht von einer häßlichen Wunde. Und sofort fing er an, inwendig gepeinigt zu werden, und als er das fühlte, stürzte er sich von da aus in die Hölle.

Hieraus wird klar, daß keine Erwählung und Aufnahme aus Barmherzigkeit stattfindet, sondern daß das Leben es ist, das den Himmel macht. Aber alles zum Leben des Guten und zum Glauben des Wahren Gehörige wird aus Barmherzigkeit denjenigen in der Welt zuteil, welche Barmherzigkeit aufnehmen, und denen wird Aufnahme aus Barmherzigkeit, denn sie sind es, welche die Auserwählten genannt werden.

Die, welche im Gegensatz zur ehelichen Liebe gelebt haben, nämlich in Ehebrüchen, brachten, als sie mir nahten, Schmerz in die Lenden und zwar einen heftigen, je nach dem ehebrecherischen Leben, das sie führten. Aus diesem Einflusse wurde auch offenbar, daß die Lenden der ehelichen Liebe entsprechen. Auch ist ihre Hölle unter dem hinteren Teil der Lenden, unter den Hinterbacken, wo sie in allerlei Schmutz und Kot leben; und sie haben auch ein Ergötzen daran, denn solches entspricht jenen Wollüsten in der geistigen Welt.

Wer diejenigen sind, welche den Hoden entsprechen, konnte mir ebenfalls an denjenigen klar werden, welche in dem Gegensatze der ehelichen Liebe sind und den Hoden Schmerzen verursachen. Denn wenn die Gesellschaften sich betätigen, dann wirken sie auf diejenigen Teile und auf diejenigen Glieder des Leibes ein, welchen sie entsprechen, die himmlischen Gesellschaften durch einen sanften, wohltuenden, angenehmen Einfluß, die höllischen, welche in dem Gegensatze sind, durch einen unsanften und schmerzhaften Einfluß. Aber der Einfluß derselben wird nur von denjenigen empfunden, welchen das Inwendigere aufgeschlossen und daher eine fühlbare Gemeinschaft oft mit der geistigen Welt gegeben ist. Diejenigen, welche in dem Gegensatze der ehelichen Liebe sind und den Hoden Schmerzen verursachen, sind die, welche durch Liebe, Freundschaft und Gefälligkeiten Nachstellungen bereiten. Als solche zu mir kamen, wollten sie heimlich mit mir reden und fürchteten sehr, es möchte jemand gegenwärtig sein. Denn so geartet waren sie im Leben ihres Leibes, und deshalb sind sie auch so geartet im andern Leben, weil einem jeden sein Leben nachfolgt.

Aus der Gegend um die Gehenna her stieg etwas gleichsam unsichtbares Luftiges hervor. Es war eine Rotte solcher Geister. Aber nachher erschienen sie mir bloß als einer, obwohl es mehrere waren. Diesem wurden Binden entgegengeworfen, welche er jedoch zu beseitigen meinte, wodurch bezeichnet wurde, daß sie die Hindernisse beseitigen wollten; denn in solcher Art erscheinen die Gedanken und Bestrebungen des Gemüts vorbildlich in der Geisterwelt, und wenn sie erscheinen, merkt man sogleich, was sie bedeuten. Nachher schien es, als ob aus seinem Leibe ein schneeweißer kleiner Knabe hervorginge, der zu mir trat, wodurch ihre Gedanken und ihre Absicht vorgebildet wurde, daß sie sich in den Stand der Unschuld kleiden wollten, damit niemand etwas der Art von ihnen argwöhnen möchte.

Als derselbe zu mir kam, ließ er sich zu den Lenden herab und schien sich um beide gleichsam herumzuschlingen, wodurch vorgebildet wurde, daß sie sich in keuscher ehelicher Liebe darstellen wollten. Hernach um die Füße in spiralförmigen Windungen, wodurch vorgebildet wurde, daß sie sich durch solches, was in der Natur angenehm ist, einschmeicheln wollten. Zuletzt wurde jener beinah unsichtbar klein, wodurch vorgebildet wurde, daß sie ganz verborgen sein wollten. Es wurde mir von den Engeln gesagt, daß sich diejenigen so einschmeicheln, welche in der ehelichen Liebe nachstellen, solche nämlich, welche in der Welt sich einschmeichelten, in der Absicht, mit Frauen ehebrecherischen Umgang zu pflegen, indem sie keusch und vernünftig von der ehelichen Liebe redeten, den Kindern freundlich taten, den Ehegatten auf alle Weise lobten, so daß man einen solchen für einen guten Freund, für keusch und arglos hält, während er doch ein verschmitzter Ehebrecher ist. Welcher Art sie sind, wurde mir daher ebenfalls gezeigt. Nachdem jenes geschehen war, wurde jener schneeweiße Kleine sichtbar und erschien dunkelbraun und kohlschwarz und außerdem höchst häßlich. Darauf wurde er in seine Hölle geworfen, welche auch tief unter dem mittleren Teil der Lenden war; dort leben sie im abscheulichen Kot. Sie befinden sich dort auch unter Räubern, welche den allgemeinen unfreiwilligen Sinn darstellen. Ich habe nachher auch mit solchen geredet, und sie äußerten sich verwundert, daß jemand eine Gewissensscheu vor Ehebrüchen habe, so daß er nämlich aus Gewissen nicht mit der Frau eines andern verbotenen Umgang pflege, wenn sich’s tun läßt. Und als ich mit ihnen vom Gewissen redete, leugneten sie, daß jemand ein Gewissen habe. Es wurde mir gesagt, daß solche meistens aus der Christenwelt stammen und selten einige aus anderen Gegenden.

Als Anhang darf ich noch folgendes Merkwürdige beifügen: Es waren einige Geister, welche lange in einer besonderen Hölle ein geschlossen und verborgen waren, von welcher sie nicht ausbrechen konnten. Einige Male wollte ich gern wissen, wer sie wären. Eines Abends wurden sie herausgelassen und dann hörte man von ihnen ein ziemlich lärmendes Gemurmel, welches lange währte. Und als es gestattet war, hörte ich von ihnen Schimpfreden wider mich und merkte, daß sie damit umgingen, heraufzukommen und mich zu verderben. Ich erkundigte mich bei den Engeln nach der Ursache, und diese sagten, daß sie mich gehaßt hätten bei ihren Lebzeiten, obwohl ich ihnen gar nichts zu Leide getan hatte. Und ich wurde belehrt, daß solche, sobald sie nur die Sphäre desjenigen, den sie haßten, inne werden, auf sein Verderben sinnen. Aber sie wurden in ihre Hölle zurückgeschickt.

Hieraus konnte erhellen, daß diejenigen, welche in der Welt einander haßten, im andern Leben zusammenkommen und einander viel Böses antun wollen, was auch aus anderen Beispielen öfters vernommen werden konnte. Denn der Haß ist entgegengesetzt der Liebe und Liebtätigkeit und ist ein Widerwille und gleichsam eine geistige Antipathie, sobald sie daher im andern Leben die Sphäre desjenigen, gegen welchen sie einen Haß hatten, inne werden, kommen sie gleichsam in Wut.



Von der Entsprechung der Eingeweide

Zu welchen Gebieten die Engelsgesellschaften gehören, kann man im anderen Leben aus ihrer Lage im Verhältnis zum menschlichen Leib erkennen, sodann auch aus ihrer Wirkung und ihrem Einfließen; denn sie fließen und wirken auf dasjenige Organ und auf dasjenige Glied ein, in welchem sie sind. Aber ihr Einfließen und Wirken kann nur von denen empfunden werden, welche im anderen Leben sind, und nur von dem Menschen, welchem das Inwendigere so weit geöffnet worden ist, und nicht einmal von einem solchen, wenn ihm nicht vom Herrn eine bewußte Reflexion gegeben wird und mit dieser ein Innewerden verknüpft ist.

Es gibt gewisse gutartige Geister, welche denken, ohne sich zu besinnen und daher schnell und gleichsam unvorbedacht aussprechen, was in ihre Gedanken kommt. Diese haben ein inwendigeres Innewerden, welches sich nicht so sichtbar gestaltet hat durch Überlegungen und Gedanken, wie bei andern. Denn im Fortgang des Lebens sind sie wie von selbst über die Güte der Dinge, aber nicht so über deren Wahrheit belehrt worden. Es wurde mir angezeigt, daß solche zu dem Gebiet der Thymusdrüse gehören, denn der Thymus (Brustdrüse) ist eine Drüse, welche hauptsächlich den kleinen Kindern dient und in diesem Alter weich ist. Solchen Geistern ist auch noch ein weiches, kindliches Wesen geblieben, in welches das Innewerden des Guten einfließt, aus welchem in allgemeiner Weise das Wahre hervorleuchtet. Diese können in großem Getümmel sein und doch nicht gestört werden, wie auch jene Drüse.

Es gibt im andern Leben sehr viele Arten von Beunruhigungen (vexationum) und auch sehr viele Arten von Einführungen in Kreisläufe (inaugurationum in gyros). Jene Beunruhigungen werden vorgebildet durch die Reinigungsprozesse, welche das Blut, sodann das Serum oder die Lymphe, wie auch der Speisebrei (chylus) im Leibe durchmachen muß, und welche ebenfalls durch verschiedene Züchtigungen oder Läuterungen (castigationes) vor sich gehen. Jene Einweihungen in Kreisläufe aber werden vorgebildet durch die nachher stattfindende Einführung jener Flüssigkeiten zu Nutzzwecken. Es ist eine sehr gewöhnliche Erscheinung im anderen Leben, daß die Geister, nachdem sie beunruhigt worden sind, hernach in einen ruhigen und angenehmen Zustand versetzt werden, mithin in Gesellschaften, für die sie eingeweiht und denen sie beigesellt werden sollen. Daß die Läuterungen und Reinigungen des Blutes, des Serums und des Speisebreis, wie auch der Nahrungsstoffe im Magen, solchen Prüfungen in der geistigen Welt entsprechen, muß allerdings fremdartig erscheinen denjenigen, welche in der Natur nichts anderes als das Natürliche beachten und mehr noch denen, welche nur an dieses glauben, indem sie so leugnen, daß etwas Geistiges innewohne oder innewohnen könne, welches treibt und lenkt; während doch die Sache sich so verhält, daß in allem und jedem, was somit in der Natur und ihren drei Reichen sich befindet, inwendig eine Triebkraft aus der geistigen Welt wohnt. Wenn nicht eine solche von daher in ihnen wäre, so würde gar nichts in der natürlichen Welt sich als Ursache und Wirkung betätigen, mithin auch nichts hervorbringen.

Das, was aus der geistigen Welt in den natürlichen Dingen ist, wird als eine von der ersten Schöpfung her in sie hineingelegte Kraft bezeichnet; aber es ist vielmehr ein Trieb, und wenn dieser aufhört, so hört auch Tätigkeit und Bewegung auf. Daher kommt es, daß die ganze sichtbare Welt ein vorbildlicher Schauplatz der geistigen Welt ist. Es verhält sich damit ebenso wie mit der Bewegung der Muskeln, durch welche eine Tätigkeit entsteht. Wenn jener nicht ein Trieb aus dem Denken und Wollen des Menschen innewohnte, so würde sie augenblicklich aufhören. Denn nach den in der gelehrten Welt bekannten Regeln ist es notwendig, daß mit dem Aufhören des Triebes auch die Bewegung aufhört, wie auch, daß im Trieb das Ganze der Bestimmung (determinationis) liegt, und ferner, daß in der Bewegung nichts Reales existiert als der Trieb. Daß diese Kraft oder dieser Trieb in der Tätigkeit das Geistige im Natürlichen ist, liegt am Tage, denn denken und wollen ist geistig, aber handeln und sich bewegen ist natürlich. Diejenigen, welche nicht über die Natur hinausdenken, begreifen auch dieses nicht, gleichwohl aber können sie es nicht leugnen. Jedoch ist das, was im Willen und daher im Denken ist, oder das Hervorbringende in der Form nicht gleich der Handlung, oder dem, was bewirkt wird. Denn die Handlung bildet nur dasjenige vor, was das Gemüt will und denkt.

Daß die Nahrungsstoffe oder Speisen im Magen auf vielerlei Arten bearbeitet (vexentur) werden, damit ihr Inneres herausgelockt werde, welches dann nutzbar, nämlich in Speisebrei und hernach in Blut verwandelt werden soll, ist bekannt, ebenso nach her auch in den Gedärmen. Solche Bearbeitungen (vexationes) werden vorgebildet durch die ersten Beunruhigungen oder Prüfungen der Geister, welche alle ihrem Leben in der Welt gemäß stattfinden, damit ihr Böses losgetrennt, und ihr Gutes, welches nutzbar werden soll, gesammelt werde. Deshalb kann man von den Seelen oder Geistern kurz nach dem Hingang oder Abscheiden aus dem Leibe sagen, daß sie gleichsam zuerst in die Gegend des Magens kommen und dort bearbeitet und gereinigt werden. Diejenigen, bei denen das Böse die Oberherrschaft behauptet hatte, werden, nachdem sie vergeblich bearbeitet worden sind, durch den Magen in die Gedärme und bis zu den letzten, nämlich zum Grimmdarm und Mastdarm geführt, und von da in die Kloake, das heißt in die Hölle fortgeschafft. Dagegen die, bei welchen das Gute die Oberhand hatte, werden nach einigen Bearbeitungen und Reinigungen Milchsaft und gehen ins Blut über, einige auf einem längeren Wege, andere auf kürzerem, und einige werden streng bearbeitet, andere gelind, und andere kaum ein wenig. Die, welche kaum ein wenig sind, werden vorgebildet in den Nahrungssäften, welche sogleich von den Venen eingesogen und in Umlauf gebracht werden bis in das Gehirn.

Denn wenn der Mensch stirbt und ins andere Leben eingeht, so geht es mit seinem Leben wie mit der Speise, welche von den Lippen sanft aufgenommen und nachher durch den Mund, Rachen, Speiseröhre in den Magen fortgeleitet wird, und zwar gemäß der im Leibesleben durch ihre Handlungsweise angenommenen Gemütsart. Die meisten werden anfangs milde behandelt, denn sie werden in der Genossenschaft von Engeln und guten Geistern gehalten, was bei den Speisen damit vorgebildet wird, daß sie von den Lippen zuerst sanft berührt und hernach gekostet werden von der Zunge, wie beschaffen sie sind. Die Speisen, welche weich sind und Süßes, Öliges und Geistiges enthalten, werden sogleich von den Venen aufgenommen und in Umlauf gebracht. Aber die Speisen, welche hart sind und Bitteres, Herbes, wenig Nahrhaftes enthalten, werden härter mitgenommen, sie werden durch die Speiseröhre in den Magen hinabgeführt, wo sie auf allerlei Art und allerlei Bearbeitung in Zucht genommen, geläutert werden. Die noch härter, herber, unergiebiger sind, werden in die Gedärme und zuletzt in den Mastdarm, wo gleichsam ihre erste Hölle ist, hinuntergetrieben und zuletzt ausgeworfen und werden zu Kot, gerade so geht es mit dem Leben des Menschen nach dem Tod. Zuerst wird der Mensch im Äußeren gehalten, und weil er nach außen ein bürgerlich geordnetes und gesittetes Leben geführt hatte, befindet er sich bei Engeln und gutartigen Geistern, aber nachher wird ihm das Äußere benommen, und alsdann wird offenbar, wie beschaffen er inwendig in Ansehung der Gedanken und in Ansehung der Neigungen und endlich in Ansehung der Zwecke gewesen war; wie diese waren, so bleibt sein Leben.

Solange sie in dem Zustande sind, in welchem sie den Nahrungsstoffen oder Speisen im Magen gleichen, solange sind sie nicht im Größten Menschen, sondern werden erst eingeführt. Wenn sie aber auf vorbildliche Weise im Blute sind, alsdann sind sie im Größten Menschen.

Diejenigen, welche sehr besorgt waren wegen der Zukunft und noch mehr die, welche dadurch habsüchtig und geizig geworden sind, erscheinen in der Gegend, wo der Magen ist. Mehrere sind mir dort erschienen. Ihre Lebenssphäre kann einem ekelerregenden Geruch, der vom Magen ausdünstet, verglichen werden und auch dem Übelsein infolge von Unverdaulichkeit. Die, welche solcher Art waren, verweilen lange in dieser Gegend. Denn die Sorge wegen der Zukunft, wenn sie durchs Leben bekräftigt wird, schwächt und hemmt den Einfluß des geistigen Lebens sehr; denn solche maßen sich an, was der göttlichen Vorsehung angehört, und die, welche dieses tun, hindern den Einfluß und entfernen von sich das Leben des Guten und Wahren.

Weil die Sorge um die Zukunft ängstliche Gefühle beim Menschen verursacht, und weil solche Geister in der Gegend des Magens erscheinen, deshalb wirken auch die Bangigkeiten mehr auf den Magen ein als auf die übrigen Eingeweide. Und ich durfte auch wahrnehmen, wie diese Bangigkeiten vermehrt und vermindert wurden, je nach der Gegenwart und Entfernung jener Geister. Einige Bangigkeiten wurden mehr inwendig empfunden, einige mehr äußerlich, einige mehr oben und einige mehr unten, je nach dem Unterschied solcher Sorgen, in Beziehung auf ihre Quellen, Abstammungen und Richtungen. Daher kommt es auch, daß, wenn solche ängstliche Stimmungen die Seele einnehmen, die Gegend um den Magen her zusammengezogen und zuweilen ein Schmerz daselbst verspürt wird, ferner daß die Bangigkeiten von da aufzusteigen scheinen; und daher kommt es auch, daß wenn der Mensch nicht mehr wegen der Zukunft besorgt ist oder wenn ihm alles wohl vonstatten geht, so daß er kein Unglück mehr fürchtet, die Gegend um den Magen frei und unbeengt ist und er selbst das Gefühl des Wohlbehagens hat.

Einst spürte ich eine Bangigkeit im unteren Teil des Magens, woraus ich ersah, daß solche Geister zugegen waren. Ich redete mit ihnen und sagte, es sei besser, wenn sie sich entfernten, weil ihre Sphäre, welche Bangigkeit verursacht, nicht zu den Sphären derjenigen Geister passe, welche bei mir seien. Dann kam ich mit ihnen auf die Sphären zu sprechen, daß es nämlich sehr viele geistige Sphären um den Menschen her gebe, und daß die Menschen nicht wissen, daß es solche gibt und es auch nicht wissen wollen, aus dem Grunde, weil sie alles das, was geistig genannt wird, leugnen, und einige alles, was man nicht sehen und berühren kann. Somit seien einige Sphären aus der geistigen Welt um den Menschen her, die mit seinem Leben übereinstimmen, und der Mensch sei durch diese Sphären in Gesellschaft mit Geistern von gleicher Gesinnung, und von daher komme sehr vieles, was der Mensch, welcher der Natur alles zuschreibt, entweder leugnet oder einer mehr verborgenen Natur zuschreibt, wie zum Beispiel das, was man dem Glücke zuschreibt. Denn einige sind durch die Erfahrung ganz überzeugt worden, daß es etwas verborgen Wirkendes gibt, was Glück genannt wird, aber sie wissen nicht woher. Daß solches aus der geistigen Sphäre kommt und daß es das Letzte der Vorsehung ist, wird, aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn, anderwärts, als durch die Erfahrungen bezeugt, gesagt werden.

Es gibt Genien und Geister, welche dem Kopf eine Art von Aufsaugung oder Anziehung (speciem suctionis seu attractionis) beibringen, in der Art, daß die Stelle, wo eine solche Anziehung oder Aufsaugung stattfindet, wehe tut. Es wurde ein deutliches Gefühl von Aufsaugung von mir empfunden, wie wenn die Haut förmlich angesaugt würde. Ob es andere vor Schmerzen hätten aushalten können, zweifle ich. Weil ich aber daran gewöhnt war, so hielt ich es zuletzt öfters ohne Schmerz aus. Die Hauptstelle des Saugens war auf dem Scheitel des Kopfes, und es pflanzte sich von da fort bis zur Gegend des linken Ohrs, sodann bis zur Gegend des linken Auges. Was gegen das Auge hin verspürt wurde, kam von den Geistern, was gegen das Ohr hin, kam von Genien her. Diese und jene sind es, welche zum Gebiet der Zisterne und der Chylusgänge gehören, wohin auch der Chylus von überall her angezogen wird, obwohl er auch zugleich dahin getrieben wird. Außerdem gab es auch andere, welche inwendig im Kopfe wirkten, beinahe ebenso, aber nicht mit einer solchen Saugungskraft. Es wurde gesagt, daß sie es seien, denen der feine Chylus entspricht, welcher dem Gehirn zugeführt und dort mit einem neuen Lebensgeist vermengt wird, um sofort dem Herzen zugeführt zu werden. Diejenigen, welche von außen einwirkten, erschienen mir zuerst auf der vorderen Seite, ein wenig links, nachher eben daselbst weiter oben, so daß ihre Gegend beobachtet wurde von der Fläche des Nasenbeins bis zur Fläche des linken Ohrs aufsteigend.

Diejenigen, welche jenes Gebiet bilden, sind von zweierlei Art: die einen sind ziemlich bescheiden, die anderen frech. Die Bescheidenen sind es, welche die Gedanken der Menschen zu wissen wünschten, in der Absicht, sie an sich zu locken und zu fesseln. Denn wer die Gedanken eines anderen weiß, der kennt auch seine Geheimnisse und sein Inneres, welches bewirkt, daß sie verbunden werden. Der Zweck dabei ist Unterhaltung und Freundschaft. Diese verlangen bloß Gutes zu wissen und erforschen es, und das übrige legen sie gut aus; hingegen die Frechen begehren und suchen auf mancherlei Weise die Gedanken anderer auszukundschaften, entweder in gewinnsüchtiger Absicht, oder um zu schaden, und weil sie ein solches Begehren und Bestreben haben, halten sie das Gemüt des anderen bei der Sache fest, welche sie wissen wollen, indem sie nicht weichen, auch ihre Zustimmung durch das Gefühl hinzufügen, und so ziehen sie auch die geheimen Gedanken hervor. Ebenso machen sie es im andern Leben in den Gesellschaften daselbst und mit noch mehr Geschick. Hier lassen sie den andern nicht von seiner Vorstellung abschweifen, welche sie auch anfeuern und so herauslocken. Dadurch halten sie solche, die sie ausgeforscht haben, gleichsam in Banden und unter ihrer Willkür, weil sie Mitwisser ihres Bösen sind. Aber diese Geister gehören zu den herumschweifenden und werden oft gezüchtigt.

Aus den Kreisläufen (ex gyris) kann man auch einigermaßen erkennen, zu welchem Gebiet im Größten Menschen, und entsprechenderweise im Leibe, die Geister und Engel gehören. Die Kreisläufe derer, welche zum Gebiet der lymphatischen Gefäße gehören, sind fein und schnell wie ein sanft fließendes Wasser, so daß kaum eine Kreisbewegung wahrgenommen werden kann. Die, welche zu den lymphatischen Flüssigkeiten gehören, kommen hernach an Orte, welche wie man sagte, das Gekröse darstellen. Es wurde mir gesagt, daß dort gleichsam Labyrinthe seien und daß sie von da aus hernach zu verschiedenen Orten im Größten Menschen fortgeführt werden, um dort nutzdienstlich zu sein, wie der Chylus im Körper.

Es gibt Kreisläufe, in welche die neuangekommenen Geister eingeführt werden müssen, aus dem Grund, damit sie mit andern verkehren und mit ihnen zusammen sowohl reden als denken können. Im andern Leben muß Eintracht und Einmütigkeit zwischen allen bestehen, damit sie eins seien, wie alles und jedes im Körper. Obwohl diese Bestandteile des Körpers überall verschieden sind, machen sie dennoch durch Einmütigkeit eins aus. Eben so im Größten Menschen. Um dieses Zweckes willen muß das Denken und Reden des einen mit dem der andern harmonieren. Es ist ein Grundgesetz, daß denken und reden an sich bei einem jeden in der Gesellschaft harmoniere, sonst wird ein mißtönendes und gleichsam lästiges Getöse wahrgenommen, das auf die Gemüter anderer einen widrigen Eindruck macht. Denn alles Nichtübereinstimmende stört die Einigkeit und ist etwas Unreines, das entfernt werden muß. Dieses aus der Nichtübereinstimmung herkommende Unreine wird vorgebildet durch das Unreine beim Blut und im Blut, wovon es gereinigt werden muß. Diese Läuterung geschieht durch Beunruhigungen, welche nichts anderes sind als Versuchungen verschiedener Art, und nachher durch Einführungen in Kreisläufe. Die erste Einführung in Kreisläufe ist, daß sie sich ineinander fügen können. Die andere ist, daß das Denken und Reden harmoniert. Die dritte ist, daß sie miteinander unter sich übereinstimmen in Ansehung der Gedanken und in Ansehung der Neigungen. Die vierte ist, daß sie überein stimmen im Wahren und Guten.

Ich durfte die Kreisläufe derjenigen wahrnehmen, welche zum Gebiet der Leber gehören und zwar eine Stunde lang. Die Kreisläufe waren sanft, und das Herumfließen verschieden je nach der Tätigkeit jenes Organs. Sie machten auf mich einen sehr erfreulichen Eindruck. Ihre Tätigkeit ist verschieden, aber im allgemeinen kreisförmig sich bewegend. Daß ihre Tätigkeit verschieden ist, wird auch in den Verrichtungen der Leber vorgebildet, sofern sie verschieden sind. Denn die Leber führt das Blut herbei und scheidet es; das bessere ergießt sie in die Venen, das mittelmäßige schafft sie in den Lebergang, und das schlechte überläßt sie der Gallenblase, so geschieht es bei den Erwachsenen. Aber bei den Embryonen nimmt die Leber das Blut von dem Gebärleib der Mutter und reinigt es; das reinere flößt sie in die Venen ein, damit es auf kürzerem Weg ins Herz einfließe. Sie hält alsdann gleichsam Wache vor dem Herzen.

Die, welche zur Bauchdrüse gehören, sind in schärferer Weise tätig und gleichsam mit einer Art des Sägens und auch mit einem solchen Geräusch. Das Geräusch selbst dringt deutlich zu den Ohren der Geister, nicht aber des Menschen, wofern er nicht im Geist ist und zugleich im Leibe. Ihre Gegend ist zwischen der Gegend der Milz und der Leber, mehr nach links. Die sich im Gebiet der Milz befinden, sind beinahe gerade über dem Haupt, aber ihre Tätigkeit ist dahin gerichtet.

Es gibt Geister, welche den Ausführungsgang der Bauchspeicheldrüse, der Leber und der Galle (ductus pancreaticus, hepaticus und cysticus) darstellen, folglich die galligen Stoffe darinnen, welche die Gedärme auswerfen; diese Geister sind voneinander unterschieden, aber sie wirken in Genossenschaft, gemäß dem Zustand derjenigen, auf welche ihre Tätigkeit sich richtet. Dieselben beteiligen sich hauptsächlich an den Züchtigungen und Bestrafungen, welche sie ausführen wollen. Die schlimmsten von ihnen sind so hartnäckig, daß sie gar nicht ablassen wollen, wenn sie nicht durch Furcht und Drohungen abgeschreckt werden. Denn sie fürchten die Strafen und alsdann versprechen sie alles. Es sind diejenigen, welche im Leben des Leibes auf ihren Meinungen hartnäckig bestanden, nicht sowohl aus dem Bösen des Lebens als aus einer schlimmen Naturbeschaffenheit. Wenn sie in ihrem natürlichen Zustand sind, alsdann denken sie nichts, nichts denken heißt dunkel über das meiste und gar nicht klar über etwas denken. Freude macht es ihnen zu züchtigen und so etwas Gutes zu tun; auch scheuen sie den Schmutz nicht.

Die, welche das Gebiet der Gallenblase bilden, sind im Rücken. Es sind die, welche im Leben des Leibes die Rechtschaffenheit und gewissermaßen auch die Frömmigkeit verachteten; und auch die, welche dieselben verhöhnten.

Ein gewisser Geist kam zu mir und fragte, ob ich nicht wisse, wo er sich aufhalten könnte. Ich war der Meinung, er sei gutartig, und als ich ihm sagte, es könnte vielleicht hier sein, da kamen die Plagegeister (spiritus vexatores) dieses Gebietes und plagten ihn jämmerlich. Das tat mir leid, und vergeblich wünschte ich es zu hindern. Ich merkte alsdann, daß ich im Gebiet der Gallenblase war. Die Plagegeister waren von denjenigen, welche die Rechtschaffenheit und die Frömmigkeit verachtet hatten. Eine Art von Plagen durfte ich hier beobachten; sie bestand darin, daß man genötigt wurde, schneller zu reden als zu denken. Dies bewirkten sie durch das Abziehen der Rede vom Denken und dann durch die Nötigung, ihnen nachzusprechen, was mit Schmerzen geschieht. Durch eine solche Plage werden die Langsamen angeleitet, schneller zu denken und zu reden.

Es gibt gewisse Leute in der Welt, welche mit allerlei List und Lügen umgehen, woraus Böses entsteht. Es wurde mir gezeigt, von welcher Art sie sind und wie sie es machen, daß sie nämlich Unschuldige dazu brachten, andere zu bereden; sodann daß sie sich auf Personen beriefen, die so gesagt haben sollen, während sie doch nichts davon gesagt hatten. Kurz, sie bedienen sich böser Mittel, um einen beliebigen Zweck zu erreichen. Ihre Mittel sind trügerisch und boshaft. Solche stellen die Krankheit dar, die man unechte Tuberkeln nennt und die am Rippenfell und an andern Membranen zu entstehen pflegen. Wo diese Geschwüre einwurzeln, verbreiten sie die Krankheitsstoffe weit umher, so daß sie zuletzt die ganze innere Haut anstecken.

Solche Geister werden streng gestraft, ihre Strafe ist verschieden von der Strafe anderer; sie geschieht durch Umdrehungen. Sie werden umgedreht von der Linken zur Rechten, wie ein zuerst flacher Kreisel, welcher während des Umdrehens aufschwillt. Hernach erscheint die Anschwellung sich zu setzen und hohl zu werden, alsdann vermehrt sich die Geschwindigkeit. Merkwürdigerweise geschieht dies nach der Form und mit Nachahmung solcher Anschwellungen und Geschwüre. Es wurde beobachtet, daß sie während der Umdrehung sich bemühten, andere, hauptsächlich Unschuldige, in ihren Wirbel, somit ins Verderben, hineinzuziehen, daß sie sich also keine Sorge darüber machten, wenn sie jemand ins Unglück brachten, indem sie selber unterzugehen glaubten. Auch wurde beobachtet, daß sie einen äußerst durchdringenden Blick haben, indem sie augenblicklich gleichsam durchschauen und so als Mittel ergreifen, was ihnen günstig ist, daß sie also scharfsinniger sind als andere. Man kann sie auch tödliche Geschwüre nennen, wo sie auch sein mögen, in der Brustkammer, entweder im Rippenfell, oder im Herzbeutel, oder im Zwerchfell, oder in der Lunge. Es wurde mir gezeigt, daß solche nach der Strafe rückwärts in die Tiefe geworfen werden und daß sie dort mit dem Angesicht und mit dem Bauch unterwärts liegen, mit nur wenig menschlichem Leben, indem sie auf diese Weise ihrer Scharfsichtigkeit, welche der wilden Tiernatur angehörte, beraubt sind. Ihre Hölle ist an einem tiefen Ort unter dem rechten Fuß ein wenig nach vorne.

Es kamen Geister nach vorne, und schon vor ihrer Ankunft wurde eine Sphäre aus Bösem verspürt. Ich meinte daher, es würden böse Geister kommen, aber es waren ihre Feinde. Daß es ihre Feinde waren, merkte ich an dem Widerwillen und der Feindseligkeit, welche sie gegen jene einflößten. Als sie kamen, setzten sie sich auf das Haupt und redeten mich an, indem sie sagten, sie seien Menschen. Ich erwiderte, sie seien keine Menschen, die mit einem Körper versehen seien wie die Menschen in der Welt, die sich wegen ihrer Leibesgestalt Menschen zu nennen pflegen. Gleichwohl aber seien die Menschen, weil der Geist des Menschen der wahre Mensch ist. Auf dieses merkte ich keinen Widerspruch, weil sie es bestätigten. Weiter sagten sie, sie seien ungleiche Menschen. Weil mir das unmöglich schien, daß es nämlich eine Gesellschaft von Ungleichen im andern Leben gebe, deshalb redete ich mit ihnen darüber und sagte, wenn eine gemeinschaftliche Sache sie zu einem Ziel hintreibe, so könnten sie allerdings zusammengesellt werden, weil auf diese Weise alle einen Zweck hätten. Sie erklärten, sie seien so beschaffen, daß jeder anders rede und doch alle das gleiche denken, was sie auch durch Beispiele erläuterten, durch welche offenbar wurde, daß alle ein Innewerden haben, aber sich verschieden aussprechen. Sie machten sich hernach an mein linkes Ohr und sagten, sie seien gute Geister, und daß es ihre Art sei, so zu reden. Man sagte von ihnen, daß sie scharenweise kommen und man nicht wisse, woher sie sind. Ich wurde inne, daß die Sphäre der bösen Geister ihnen äußerst feindlich war, denn die Bösen sind Subjekte, welche von ihnen streng behandelt werden. Ihre Gesellschaft, welche eine herumschweifende ist, wurde durch einen Mann und eine Frau in einem Kleid vorgebildet, das sich in eine Toga von blauer Farbe verwandelte. Ich erfuhr, daß sie den Isthmus im Gehirn darstellen, welcher zwischen dem großen und kleinen Gehirn ist, durch welchen die Fibern hindurchgehen und von da in verschiedene Richtungen auseinandergehen, und überall wohin sie gehen, im äußeren auf andere Weise wirken. Sodann, daß sie die Ganglien im Leibe darstellen, in welche der Nerv einfließt und von da aus in mehrere Fibern sich zerteilt, von denen die einen dahin, die anderen dorthin laufen, und welche in ihren Ausläufen ungleich einwirken, aber doch von einem Ausgangspunkt aus, somit in den letzten Teilen nur dem Anschein nach ungleich, obwohl dem Zweck nach gleich. Es ist auch bekannt, daß eine wirkende Kraft im äußersten mannigfach verschieden sich gestalten kann, und zwar gemäß der Form daselbst. Die Zwecke werden auch vorgebildet durch die Uranfänge, von welchen die Fibern ausgehen, und wie sie im Gehirn vorhanden sind. Die Gedanken, welche von da ausgehen, werden durch die Fibern aus jenen Uranfängen vorgebildet. Und die von daher ausgehenden Handlungen durch die Nerven, welche von den Fibern ausgehen.

Alles, was sowohl im äußern als was im inwendigen Menschen ist, steht in Entsprechung mit dem Größten Menschen; ohne Entsprechung mit ihm, d.h. mit dem Himmel, oder was dasselbe, mit der geistigen Welt, entsteht und besteht gar nichts, aus dem Grund, weil es keinen Zusammenhang hat mit einem früheren, folglich auch nicht mit dem Ersten, d.h. mit dem Herrn. Was zusammenhanglos ist und so unabhängig, kann nicht einmal einen Augenblick bestehen. Denn daß es besteht, hat es zu verdanken dem Zusammenhang und der Abhängigkeit von dem, von welchem alles sein Entstehen hat Denn das Bestehen ist ein fortwährendes Entstehen. Daher kommt es, daß nicht nur alles und jedes beim Menschen entspricht, sondern auch alles und jedes im Weltall; selbst die Sonne entspricht und auch der Mond. Denn im Himmel ist der Herr Sonne und auch Mond; die Flamme und die Wärme, wie auch das Licht der Sonne entsprechen. Denn die Liebe des Herrn gegen das ganze Menschengeschlecht ist es, welchem die Flamme und die Wärme gleicht, und das Göttlich-Wahre ist es, welchem das Licht entspricht. Selbst die Gestirne entsprechen. Es sind die Gesellschaften des Himmels und ihre Wohnungen, mit welchen eine Entsprechung der Gestirne statt findet, nicht als ob jene sich dort befänden, sondern weil sie in einer solchen Ordnung sind.

Alles, was unter der Sonne erscheint, entspricht, wie auch alle und jede Subjekte im Tierreich, und auch alle und jede Subjekte im Pflanzenreich. Wenn auf sie im ganzen und einzelnen kein Einfluß aus der geistigen Welt stattfände, so würden sie augenblicklich hinsinken und zusammenfallen. Dieses wurde mir auch durch viele Erfahrung zu erkennen gegeben. Denn es wurde gezeigt, mit welchen Dingen in der geistigen Welt viele Gegenstände des Tierreichs und noch mehrere des Pflanzenreichs in Entsprechung stehen, wie auch, daß sie ohne den Einfluß keineswegs bestehen können; denn wenn das Frühere weggenommen wird, muß notwendig auch das Spätere fallen; ebenso wenn das Frühere vom Späteren getrennt wird. Weil eine Entsprechung hauptsächlich des Menschen mit dem Himmel und durch den Himmel mit dem Herrn stattfindet, so ist die Folge, daß je wie der Mensch entspricht, er gerade so im andern Leben im Licht des Himmels erscheint. Daher erscheinen die Engel in unaussprechlicher Helle und Schönheit, die Höllischen aber in unbeschreiblicher Schwärze und Häßlichkeit.

Einige Geister kamen zu mir, waren aber still. Nachher jedoch redeten sie, aber nicht wie mehrere, sondern alle wie einer. Aus ihrer Rede merkte ich, daß es solche waren, die alles wissen wollten und alles zu erklären begehrten, um so sich zu überzeugen, daß es so sei. Sie waren bescheiden und sagten, daß sie nichts aus sich tun konnten, sondern von andern, obwohl es scheine, daß es aus ihnen sei. Dann wurden sie von anderen angefochten; es wurde gesagt, von denen, welche das Gebiet der Nieren, Harngänge und der Harnblase bilden. Aber sie antworteten diesen bescheiden; dennoch aber wurden sie von diesen angefochten und gereizt; denn das ist so die Art der Nierengeister. Weil sie nun mit Bescheidenheit nichts gegen sie ausrichten konnten, griffen sie zu einem solchen Mittel, das ihrer Sinnesart entsprechend war, nämlich daß sie sich vergrößerten und so fürchterlich machten. Daher schienen sie groß zu werden, aber nur wie einer, der dem Körper nach so anschwoll, daß er wie ein Riese bis an den Himmel zu reichen schien. Ein Speer erschien in seiner Hand, er wollte jedoch, außer daß er Schrecken erregte, keinen Schaden zufügen. Hierauf entflohen die Nierengeister. Dann erschien einer, welcher die Fliehenden verfolgte, und ein anderer, welcher zwischen den Füßen jenes Großen von vornher durchflog. Und es schien, als ob jener Große Holzschuhe hätte, die er gegen die Nierengeister schleuderte.

Es wurde mir von den Engeln gesagt, daß jene bescheidenen Geister, die sich groß machten, solche seien, welche das Bauchfell (peritonäum) darstellen. Das Bauchfell ist eine allgemeine Haut, welche alle Eingeweide des Unterleibs umgibt und einschließt, wie das Rippenfell (pleura) alle Organe der Brust. Und weil sie so ausgedehnt und groß sind und auch leicht aufschwellen, darum dürfen sie, wenn sie von anderen angefochten werden, sich zum Schein so groß darstellen, und zugleich dann einen Schrecken einjagen, hauptsächlich gegen die, welche die Gegend der Nieren, der Harngänge und der Harnblase bilden. Denn diese Eingeweide oder Gefäße liegen in einer Verdopplung des Bauchfells und werden von ihm zusammengehalten. Durch die Holzschuhe wurden die untersten natürlichen Dinge vorgebildet, dergleichen von den Nieren, Harngängen und von der Harnblase aufgesogen und abgeführt werden. Daß die Schuhe das unterste Natürliche bezeichnen, sehe man auch darin, daß sie sagten, sie tun nichts aus sich, sondern vor anderen stellten sie das Bauchfell dar, welches ebenfalls von solcher Art ist.

Vorbildlich wurde auch gezeigt, wie es sich verhält, wenn diejenigen, welche den Grimmdarm bilden, die im Gebiet des Bauchfells befindlichen anfechten, die, welche den Grimmdarm bilden, sind aufgeblasen, wie der Grimmdarm von seinem Wind, wenn diese jene anfallen wollten, schien es, als ob eine Wand sich entgegenstellte und wenn sie die Wand umzustürzen suchten, erhob sich immer wieder eine neue Wand. So wurden sie von jenen abgehalten.

Bekannt ist, daß Absonderungen und Ausscheidungen (secretiones et excretiones) stattfinden und ein System bilden von den Nieren bis zur Harnblase; in der ersten Abteilung dieses Systems sind die Nieren, in der mittleren die Harngänge und in der letzten die Harnblase. Diejenigen, aus welchen im Größten Menschen jene Gebiete bestehen, bilden ebenfalls ein System, und obwohl sie zu einer Gattung gehören, sind sie doch als Unterarten jener Gattung verschieden. Sie reden mit einer rauhen, gleichsam doppelten Stimme und begehren in den Leib einzudringen, aber es ist nur ein Versuch. Ihre Lage im Verhältnis zum menschlichen Leibe ist folgende:

Die, welche die Nieren darstellen, sind auf der linken Seite ganz nahe am Leib unter den Ellenbogen die, welche die Harngänge darstellen, sind links von da weiter weg vom Leibe; die, welche die Blase, noch weiter. Sie bilden zusammen von der linken Seite gegen vorne zu beinahe eine Parabel. Denn in einer solchen Linie werfen sie sich nach vorne hin von der linken Seite aus und zwar in einer ziemlich weiten Strecke. Dies ist der eine allgemeine Weg zu den Höllen, der andere geht durch die Gedärme, denn beiderseits läuft er in den Höllen aus. Diejenigen nämlich, welche in den Höllen sind, entsprechen solchen Dingen, die durch die Gedärme und durch die Harnblase abgeführt werden, denn das Falsche und Böse, worin sie sind, ist nichts anderes als Urin und Exkremente im geistigen Sinn.

Die, welche das Gebiet der Nieren, Harngänge und Harnblase im Größten Menschen bilden, haben eine solche Art, daß ihnen nichts lieber ist als forschen und untersuchen, wie andere beschaffen sind, und sie sind es auch, welche zu züchtigen und zu strafen begehren, wenn nur einigermaßen ein gerechter Grund dazu vorhanden ist. Die Verrichtungen der Niere, Harngänge und Harnblase sind auch wirklich so beschaffen; denn das in sie geführte Blut prüfen sie, ob nicht etwas Unnützes und Schädliches darin sei und scheiden es auch aus vom Nützlichen, und hernach weisen sie es zurecht. Denn sie treiben es nach unten und auf dem Weg und nachher bedrängen sie es auf verschiedene Weise. Dies sind die Verrichtungen derjenigen, welche das Gebiet jener Teile bilden. Dagegen die Geister und Gesellschaften von Geistern, welchen der Urin selbst, hauptsächlich der übelriechende, entspricht, sind höllisch. Denn sobald der Urin vom Blut geschieden ist, wenn er auch noch in den Röhrchen der Nieren oder drinnen in der Harnblase sich befindet, so ist er doch außerhalb des Leibes; denn was abgetrennt ist, macht keinen Kreislauf mehr im Leib, mithin trägt es zur Existenz und Subsistenz seiner Teile nichts bei.

Daß diejenigen, welche das Gebiet der Nieren und Harngänge bilden, bereitwillig sind, zu erforschen oder zu untersuchen, wie beschaffen andere sind, was sie denken und was sie wollen, und daß sie begierig sind, Ursachen zu finden und andere wegen eines Vergehens anzuschuldigen in der Absicht hauptsächlich, um sie züchtigen zu können, habe ich oftmals erfahren, und von jener Begierde und jener Absicht mit ihnen geredet. Mehrere von dieser Gattung waren in der Welt, als sie dort lebten, Richter, und dann freuten sie sich von Herzen, wenn sie eine vermeintlich gerechte Sache fanden, zu rügen, zu züchtigen und zu strafen. Die Tätigkeit solcher Geister wird in der Gegend auf dem Rücken, wo die Nieren, Harngänge und die Harnblase sind, wahrgenommen. Die, welche zur Harnblase gehören, dehnen sich gegen die zur Gehenna (d.i. Hölle) hin aus, wo auch einige von ihnen gleichsam zu Gericht sitzen.

Es gibt sehr viele Arten, auf welche sie die Gesinnungen anderer erforschen oder untersuchen. Ich darf jedoch nur folgende anführen; sie veranlassen andere Geister zum Reden, was im andern Leben durch ein Einfließen geschieht, welches nicht wohl faßlich beschrieben werden kann. Wenn dann die eingeleitete Rede leicht erfolgt, so urteilen sie aus derselben, daß sie solcher Art sind. Sie führen auch den Zustand der Neigung herbei. Welche aber so forschen, gehören zu den Gröberen. Andere wieder anders. Es gibt solche, welche, sobald sie herankommen, die Gedanken, Wünsche und Handlungen des andern inne werden; ferner, was ihm leid tut, daß er es getan hat. Dies ergreifen sie, und wenn sie meinen, sie haben gerechte Ursache, so verdammen sie auch. Es ist dies eine wunderbare Erscheinung im anderen Leben, welche kaum jemand in der Welt glauben kann. Sobald ein Geist zu einem andern kommt und mehr noch, wenn zu einem Menschen, so weiß er sogleich seine Gedanken und seine Neigungen und was er damals getan hatte, somit seinen ganzen gegenwärtigen Zustand ganz so, wie wenn er lange bei ihm gewesen wäre; von solcher Art ist die Mitteilung. Aber jene Wahrnehmungen sind unterschiedlich. Es gibt solche, die Inwendigeres innewerden und solche, welche nur Auswendigeres; diese, wenn sie wißbegierig sind, erforschen das Inwendigere anderer auf verschiedene Weisen.

Die Art und Weise, wie diejenigen, die das Gebiet der Nieren, Harngänge und Harnblase bilden, ihre Zucht ausüben, ist eben falls verschieden; meistens entfernen sie angenehme und fröhliche Gefühle und führen unangenehme und traurige Gefühle herbei. Durch diese Begierde haben jene Geister Gemeinschaft mit den Hallen, hingegen durch die Gerechtigkeit der Sache, welche sie vorher untersuchen, ehe sie züchtigen, haben sie Gemeinschaft mit dem Himmel; deswegen werden sie in jenem Gebiet erhalten.

Es gibt auch an anderen Stellen des Körpers Ausscheidungs- und Abführungsorgane. Im Hirn sind es die Höhlen (ventriculi) und warzenförmige Gänge (prozessesus mamillures), welche den Schleim daselbst ableiten; und außerdem die Drüsen überall, die Schleim- und Speicheldrüsen im Kopf und sehr viele sonst im Leib, und viele tausende an den Häuten, durch welche der Schweiß und der feinere Unrat ausgeschieden werden. Diesen Dingen entsprechen in der geistigen Welt im allgemeinen das zähe Festhalten an Meinungen, dann auch Gewissensängstlichkeiten in unwichtigen Dingen. Einige derselben erscheinen über dem Haupt in mittlerer Entfernung, die so geartet sind, daß sie Bedenklich erregen in Sachen, bei welchen es keine Bedenklichkeit braucht. Weil sie daher die Gewissen der Einfältigen beschweren, werden sie Gewissensängstliche genannt. Was wahres Gewissen ist, wissen sie nicht, denn in allem, was vorkommt, machen sie sich ein Gewissen; denn wenn einmal eine Bedenklichkeit oder ein Zweifel sich eingestellt hat und das Gemüt ängstlich ist und dabei stehen bleibt, so fehlt es nicht an bestärkenden und somit beschwerenden Gründen. Wenn solche zugegen sind, so verursachen sie auch eine fühlbare Beklommenheit in dem unmittelbar unter dem Zwerchfell befindlichen Teil des Unterleibs. Sie sind auch in den Versuchungen beim Menschen gegenwärtig. Ich redete mit ihnen und nahm wahr, daß ihre Gedanken nicht so weit gehen, daß sie bei nützlicheren und notwendigen Dingen verweilten; denn sie konnten nicht auf Vernunftgründe achten, weil sie hartnäckig auf ihrer Meinung beharrten.

Die aber dem Urin selbst entsprechen, sind höllisch. Denn der Urin gehört, wie oben gesagt worden, nicht mehr zum Leib, weil er bereits vom Blut geschieden und an sich eben nur eine unreine und unbrauchbare Flüssigkeit ist, die abgestoßen wurde. Von ihnen darf ich folgendes berichten: Ein gewisser Geist wurde zuerst wie inwendig im Leib vermerkt, aber bald nachher unten zur Rechten. Als er hier sich einstellte, war er unsichtbar. Er konnte sich künstlich unsichtbar machen. Als er befragt wurde, gab er dann gar keine Antwort. Von anderen wurde gesagt, er habe bei Leibesleben Seeräuberei getrieben; denn im anderen Leben nimmt man aus der Lebenssphäre der Neigungen und Gedanken deutlich wahr, wer und welcher Art einer gewesen, weil das Leben eines jeden bleibt. Er wechselte den Ort, indem er bald zur Rechten, bald zur Linken erschien. Ich merkte, daß er solches tat aus Furcht, er möchte entdeckt und gezwungen werden, etwas zu gestehen. Von anderen Geistern wurde gesagt, daß solche bei der geringsten Gefahr außerordentlich furchtsam und, wenn keine Gefahr, außerordentlich beherzt seien, und daß solche den Gegensatz gegen diejenigen bilden, welchen das Urin lassen entspricht. Diesen suchen sie auf allerlei Weise Schaden zuzufügen; und damit ich nicht zweifelte, wurde es mir durch Erfahrung gezeigt.

Als diejenigen, welche dem Urinlassen entsprachen, sich ein wenig zurückzogen und jener Seeräuber zugegen war, wurde das Entleeren des Harngangs gehemmt und derselbe drängte sich sogar zurück, so daß der Zustand bedenklich wurde. Aber als sie zurückgerufen wurden, ging das Urinlassen, sowie sie sich gegenwärtig zeigten, wieder vor sich. Daß er ein Seeräuber gewesen sei, gestand er nachher, indem er sagte, er habe sich geschickt verborgen und auf gewandte und verschmitzte Art die Verfolger täuschen können, und jetzt sei ihm schmutzige Urinjauche viel lieber als klares Wasser, und stinkender Urindunst sei es, woran er sich am meisten ergötze, so daß er in Sümpfen, ja in Behältern von stinkendem Urin seinen Aufenthalt haben möchte.

Es wurde auch gezeigt, was für ein Angesicht er hatte. Er hatte eigentlich kein Angesicht, sondern einen schwarzen Bartwuchs anstatt des Angesichts. Nachher wurden auch andere Seeräuber, jedoch keine so verschmitzten, herbeigeholt. Auch sie redeten wenig, und was zu verwundern, sie knirschten mit den Zähnen. Auch sie sagten, daß sie den Urin vor allen Flüssigkeiten lieben, und den schmutzigtrüben vor anderen. Diese aber hatten anstatt des Angesichts keinen Bartwuchs wie der vorige, sondern ein gräßliches Gebiß, denn Bart und Zähne bedeuten das unterste Natürliche. Ohne Angesicht bedeutet, es sei kein vernünftiges Leben da, denn wenn kein Angesicht erscheint, so ist es ein Zeichen, daß keine Entsprechung des Inwendigeren mit dem Größten Menschen vorhanden; denn ein jeder erscheint im Himmelslicht im andern Leben der Entsprechung gemäß, daher die höllischen in einer schauerlichen Häßlichkeit.

Ein gewisser Geist war bei mir und redete mit mir. Derselbe hatte bei Leibesleben keinen Glauben gehabt. Er hatte auch an kein Leben nach dem Tode geglaubt, er war auch einer von den Verschmitzten. Er hatte die Herzen für sich einnehmen können dadurch, daß er zu Gunsten redete und beistimmte. Deswegen war anfangs aus seiner Rede nicht klar, daß er ein solcher gewesen. Er konnte auch geläufig, gleichsam fließend reden wie ein guter Geist. Aber er wurde zuerst daran erkannt, daß er nicht gern von Sachen des Glaubens und der Liebtätigkeit redete, denn alsdann konnte er mit seinem Denken nicht folgen, sondern er zog sich zurück, und hernach wurde man aus Einzelheiten inne, daß er ein Schmeichler war, um zu betrügen. Denn die Schmeicheleien sind verschieden nach den Absichten; wenn nämlich die

Absicht dabei ist, die Freundschaft oder das Vergnügen der Unterhaltung oder ein anderes dergleichen und auch ein erlaubter Gewinn, so ist‘s nicht so bös, hingegen wenn aber die Absicht ist, Geheimnisse zu entlocken und so einen anderen zu bösen Diensten zu verpflichten, im allgemeinen, wenn die Absicht ist zu schaden, dann ist es bös. Eine solche Absicht hatte dieser. Dieser Geist bildete auch einen Gegensatz gegen diejenigen, welche im Gebiet der Nieren und Harngänge sich befinden. Auch er sagte, er liebe den Urindunst mehr als alle Gerüche. Er verursachte auch eine schmerzhafte Zusammenziehung und Beengung in der untern Bauchgegend.

Es gibt Horden von Geistern, welche herumschweifen und abwechselnd an dieselben Orte zurückkommen. Vor solchen haben die bösen Geister eine große Furcht, denn jene peinigen sie mit einer gewissen Art von Folter. Es wurde auch gesagt, daß sie dem Grund oder dem oberen Teil der Harnblase im allgemeinen, und den Muskelbändern entsprechen, welche sich von da aus gegen die Schließmuskel hin konzentrieren, wodurch eine Art von Zusammenbiegung der Urin ausgestoßen wird. Jene Geister machen sich an die Rückenseite, wo das Steißbein (cauda equina) ist. Die Art ihres Wirkens geschieht durch schnelles hin- und wider-drücken (per reciprocationes citus), welches niemand hemmen kann. Es ist eine Art von zusammen- und zurückziehen, das sich nach oben hin richtet und in eine Kegelform zuspitzt. Die bösen Geister, welche in diese Kegel hinein versetzt werden, hauptsächlich von oben her, werden durch Hin- und Herrenkungen jämmerlich gepeinigt.

Den unreinen Auswürfen entsprechen auch andere Geister, nämlich solche, welche in der Welt hartnäckig rachgierig waren. Diese erschienen mir vorne zur Linken. Jenen unreinen Auswürfen entsprechen auch solche, welche geistige Dinge zu unreinen irdischen herabziehen. Es kamen auch solche herbei und brachten ihre unflätigen Gedanken mit, aus welchen sie auch unflätige Reden führten, dann auch, was rein war, auf Unreines deuteten und in solches verwandelten. Von solcher Gattung waren mehrere aus dem untersten Pöbel, aber auch aus anderen, die in der Welt zu den Vornehmeren gehörten. Diese hatten zwar bei Leibesleben in geselligen Zusammenkünften nicht so gesprochen, aber dennoch so gedacht; denn sie hüteten sich so zu reden wie sie dachten, damit sie in kein böses Geschrei kamen und die Freundschaften, Einkünfte und Ehren nicht verloren; gleichwohl aber unter ihresgleichen, wenn sie in der Freiheit waren, war ihre Redeweise wie die des untersten Pöbels, und noch unflätiger, weil sie einigen Witz besaßen, den sie zur Besudlung auch der heiligen Gegenstände des Worts und der Lehre mißbrauchten.

Es gibt auch Nieren, welche Hilfsnieren (nenes suocenturiati) und auch Nierenkapseln genannt werden. Deren Geschäft ist nicht sowohl die Blutflüssigkeit (serum), sondern das Blut selbst auszusondern und das reinere in einem kürzeren Kreislauf dem Herzen zuzuführen, wie auch zu verhüten, daß nicht die in der Nähe befindlichen Samengefäße alles reinere Blut fortführen. Hauptsächlich aber leisten sie Hilfe bei den Embryonen und auch bei den neugeborenen Kindern. Es sind keusche Jungfrauen, welche jenes Gebiet im Größten Menschen bilden. Ängstlich und besorgt, sie möchten gestört werden, liegen sie ruhig auf dem linken Teil der Seite unten. Wenn an den Himmel gedacht wird und an die Veränderung ihres Zustands, wird ihnen bange und dann seufzen sie, was ich einigemal deutlich fühlen durfte. Wenn meine Gedanken auf Kinder geleitet wurden, dann fühlten sie einen ungemeinen Trost und inwendige Freude, was sie auch offen gestanden. Auch wenn etwas gedacht wurde, worin nichts Himmlisches war, kamen sie in Angst. Ihre Angst kam hauptsächlich von ihrer Sinnesart her, die es mit sich bringt, daß sie ihre Gedanken unverwandt auf einen Gegenstand haften lassen und durch keine Abwechslung die Ängstlichkeiten verscheuchen. Daß sie zu jenem Gebiet gehören, hat den Grund, weil sie so auch die Seele des andern beständig bei gewissen Gedanken fest halten.

Hieraus entsteht und offenbart sich solches, was in einer Reihenfolge zusammenhängt, was aber entfernt oder von welchem der Mensch gereinigt werden muß. So wird auch das Inwendigere den Engeln besser offenbar, denn wenn solches, was dunkel macht und ablenkt, beseitigt ist, wird die Anschauung klarer und auch der Einfluß.

Welches diejenigen sind, die das Gebiet der Gedärme im Größten Menschen bilden, kann einigermaßen an denen erkannt werden, welche den Magen darstellen denn die Gedärme sind eine Fortsetzung des Magens, und die Verrichtungen des Magens nehmen dort zu und werden heftiger, bis zu den letzten Därmen, nämlich dem Grimmdarm und Mastdarm. Deswegen sind die, welche sich darin befinden, nahe bei den Höllen, welche die kotigen genannt werden. In der Gegend des Magens und der Gedärme sind diejenigen, welche sich im Land der Unteren (d.h. in den unteren Räumen der Erde) befinden, weil diese aus der Welt Unreiner mitbrachten, was in ihren Gedanken und Neigungen haftet, deswegen werden sie dort einige Zeit behalten, bis solches abgestreift, d.h. auf die Seite geworfen ist. Wenn nun dieses auf die Seite geworfen ist, können sie zum Himmel erhoben werden. Die dort sich befinden, sind noch nicht im Größten Menschen, denn sie gleichen den Nahrungsmitteln, welche in den Magen hinunterkommen und welche nur dann, wenn sie gereinigt (defcecata) sind, ins Blut, somit in den Leib eingelassen werden. Diejenigen, welche noch mit allzu irdischen Unreinigkeiten behaftet sind, befinden sich unterhalb jener in der Gegend der Gedärme. Hingegen die eigentlichen Exkremente, welche hinausgeschafft werden, entsprechen den Hallen, welche kotige Höllen genannt werden.

Es ist bekannt, daß der Grimmdarm sich weit ausdehnt, so auch die in jenem Gebiet Befindlichen. Sie dehnen sich aus vorne gegen die Linke, in einer Bogenlinie, zur Hölle fortgehend. In dieser Hölle sind die, welche keine Barmherzigkeit hatten und ohne Gewissen das Menschengeschlecht verderben wollten, nämlich morden und rauben ohne Rücksicht und Unterschied, ob sie sich wehren oder nicht sich wehren, ob es Männer sind oder Frauen. Eine solche rohe Gesinnung hat ein großer Teil der Soldaten und ihrer Offiziere, welche nicht in den Schlachten, sondern nach den Schlachten mit Rohheit gegen Besiegte und Wehrlose wüten und mit rasender Gier töten und plündern.

Mit den Engeln redete ich davon, wie die Menschen beschaffen sind, wenn sie sich selbst überlassen und ohne Gesetz sind, und ihnen zugelassen wird, zu tun wie es ihnen beliebt; daß sie dann viel roher als die ärgsten wilden Bestien sind, welche nicht so auf Vernichtung ihrer eigenen Gattung losgehen, sondern nur sich verteidigen und mit demjenigen sich sättigen, was zu ihrer Nahrung bestimmt ist, wenn sie aber gesättigt sind, solches nicht tun. Anders der Mensch, der aus Grausamkeit und Wildheit handelt. Die Engel schauderten, daß das Menschengeschlecht so geartet ist; denn jene freuen sich erst dann von Herzen und sind stolzen Muts, wenn sie ganze Reihen zu Boden gestreckt und Ströme von Blut auf dem Schlachtfeld sehen, ohne sich zu freuen, daß das Vaterland befreit ist, wenn man nur von ihnen als von Großen und von Helden spricht. Und doch nennen sie sich Christen und glauben gleichwohl, sie werden in den Himmel kommen, wo doch nichts als lauter Friede, Barmherzigkeit, Liebtätigkeit herrscht. Solche gehören in der Hölle dem Grimmdarm und Mastdarm an. Dagegen aber diejenigen, welche einige Menschlichkeit in sich hatten, erscheinen zur Linken vorne in einer Bogenlinie, wie hinter einer Wand dennoch aber wohnt ihnen viel Eigenliebe inne. Bei denen, welche eine Achtung vor dem Guten haben, wird dies zuweilen durch beinahe feurige, nicht helle Sternchen vorgebildet. Es erschien mir eine Wand wie von Gips mit Skulpturen nahe beim linken Ellenbogen. Diese Wand wurde ausgedehnter und zugleich höher, und oben spielte die Farbe ins Blaue hinüber. Es wurde gesagt, daß dies eine Vorbildung von einigen aus jener Gattung sei, welche besser waren.

Diejenigen, welche grausam und Ehebrecher waren, haben im andern Leben nichts lieber als Schmutz und Exkremente. Die stinkenden Dünste aus solchen sind für sie die lieblichsten und angenehmsten und diese ziehen sie allen anderen Annehmlichkeiten vor. Der Grund ist, weil sie entsprechen. Diese Höllen sind teils unter den Hinterbacken, teils unter dem rechten Fuß und teils vorne tief unten. Sie sind es, in welche der Weg durch den Mastdarm führt. Einer, der dorthin versetzt wurde und von da aus mit mir redete, sagte, es erschienen dort bloß Kloaken, deren es dort sehr viele gibt. Nachher wurde er an einen anderen Ort, ein wenig links, geführt. Er sagte, daß ein ganz abscheulicher Gestank aus den Gruben dort ausdünste und daß er keinen Fuß bewegen könne, ohne Gefahr in eine Grube hinunterzufallen. Aus den Gruben dünstete auch ein Leichengeruch aus und zwar deshalb, weil Grausame und Arglistige sich dort befanden, welchen der Leichengeruch der angenehmste ist. Aber von diesen soll im folgenden die Rede sein, von den Hallen und insbesondere von den kotigen und aashaften Höllen.

Es gibt solche, welche leben, nicht um dem Vaterland oder den Gesellschaften Nutzen zu bringen, sondern nur für ihr Ich zu leben, so daß sie keine Lust haben zu Dienstleistungen, sondern es ist ihnen nur darum zu tun, daß sie geehrt und hochgeachtet werden. Und in dieser Absicht bewerben sie sich um Anstellungen, und außerdem haben sie ihre Lust im Essen, Trinken, Spielen und in der Unterhaltung, um keines andern Zwecks als um des Vergnügens willen. Solche können im anderen Leben keineswegs in der Genossenschaft guter Geister, noch weniger der Engel sein denn bei diesen macht die Nutzleistung die Lebenslust, und je wie ihre Nutzleistungen sind, so viel und solcherlei Lust wird ihnen auch zuteil; denn das Reich des Herrn ist nichts anderes als ein Reich der Nutzleistungen. Wenn schon in einem irdischen Reich jeder nur nach der Nutzleistung geschätzt und geehrt wird, wie vielmehr im himmlischen Reiche. Diejenigen, welche nur sich und den Vergnügungen gelebt haben, ohne einen anderen Nutzzweck, sind ebenfalls unter den Hinterbacken, und je nach den Arten und Zwecken ihrer Vergnügungen befinden sie sich im Schmutz.

Als Anhang mag noch folgendes angeführt werden: Um mich her war eine große Schar von Geistern, die als ein wirres Durcheinanderwogen gehört wurden. Sie klagten und sagten, jetzt gehe alles zugrunde; denn in dieser Schar erschien nichts gesellig Verbundenes, und eben das machte, daß sie den Untergang fürchteten. Sie glaubten nämlich, das Ganze zu sehen, wie dies bei solchen Vorfällen zu geschehen pflegt. Aber in ihrer Mitte vernahm ich einen sanften, engelartig lieblichen Ton, in welchem alles geordnet lag, die Chöre der Engel waren innen, und die Geisterschar, die in der Unordnung sich befand, außen. Diese engelische Strömung hielt lange an. Und es wurde gesagt, es werde dadurch vorgebildet, wie der Herr das Ungereimte und Ungeordnete, das außen ist, aus dem Friedsamen in der Mitte regiert, wodurch das Ungeordnete in den Umkreisen, ein jedes nach dem Irrtum seiner Natur, in die Ordnung zurückgebracht wird.



Die Entsprechung der Haut, Der Haare und der Knochen

Mit der Entsprechung verhält es sich auf folgende Weise: Was im Menschen am meisten Leben hat, das entspricht denjenigen Gesellschaften in den Himmeln, welche am meisten Leben und daher die größte Seligkeit daselbst haben, dergleichen diejenigen sind, welchen die äußeren und inwendigen Sinnesorgane und die Verstandes- und Willenskräfte entsprechen. Hingegen, was im Menschen weniger Leben hat, das entspricht solchen Gesellschaften, welche in einem minderen Leben dort sind, dergleichen die Häute sind, welche den ganzen Leib umgeben, sodann die Knorpel und Knochen, welche alles, was im Leibe ist, stützen und halten, und auch die Haare, welche aus den Häuten hervorbrechen.

Die Gesellschaften, welchen die Häute entsprechen, sind im Eingang zum Himmel. Und ihnen wird das Innewerden gegeben, wie geartet die Geister sind, welche bei der ersten Schwelle ankommen, und die sie entweder zurückweisen oder zulassen, so daß man sie die Eingänge oder Schwellen des Himmels nennen kann.

Es gibt sehr viele Gesellschaften, welche die äußeren Bedeckungen des Leibes darstellen, mit Unterschied vom Angesicht an bis zu den Fußsohlen, denn überall ist ein Unterschied. Mit diesen habe ich viel geredet. In Ansehung des geistigen Lebens waren sie von der Art, daß sie von anderen sich leicht bereden ließen, daß sich etwas so verhalte, und wenn sie den Beweis aus dem Buchstabensinn des Wortes gehört hatten, es fest glaubten und bei dieser Meinung blieben, und ihr Leben danach einrichteten, das nicht böse war. Aber mit diesen können andere, welche nicht gleichen Sinnes sind, nicht leicht verkehren, denn sie bleiben hartnäckig bei den vorgefaßten Meinungen stehen und lassen sich durch keine Vernunftgründe davon abbringen. Aus unserer Erde sind sehr viele solcher Art, weil unser Weltkörper im Äußerlichen ist und auch gegen Inwendiges reagiert, wie auch die Haut zu tun pflegt.

Die im Leibesleben nichts als die allgemeinen Glaubenssätze gewußt hatten, wie z.B., daß man den Nächsten lieben soll, und diesen allgemeinen Grundsatz gemäß den Bösen ebenso wie den Rechtschaffenen ohne Unterschied wohlgetan hatten — denn sie sagten, ein jeder sei der Nächste —‚ solche haben, während sie in der Welt lebten, sich von Betrügereien, Heuchlern und Gleisnern oft verführen lassen. Ebenso geschieht ihnen im andern Leben; und sie bekümmern sich nicht darum, was ihnen gesagt wird, denn sie sind im Sinnlichen befangen und gehen nicht auf Gründe ein. Auch diese bilden die Haut, aber die auswendigere, weniger empfindliche. Ich redete mit denjenigen, welche die Schädelhaut bilden, aber bei solchen findet ein großer Unterschied statt, wie auch bei dieser Haut an verschiedenen Stellen, z.B. an diesen und jenen Stellen des Schädels, am Hinterhaupt, Vorderhaupt, den Schläfen, im Angesicht, auf der Brust, am Unterleib, den Lenden, Füßen, Armen, Händen, Fingern.

Welche die schuppige Haut darstellen, wurde mir auch zu wissen gegeben. Diese Haut ist unter den übrigen Hüllen am wenigsten empfindlich, denn sie ist mit Schuppen besetzt, welche einer feinen Knorpelsubstanz nahe kommen. Die Gesellschaften, welche diese bilden, bestehen aus solchen, welche über alle Dinge vernünfteln, ob es so sei oder nicht so sei, und nichtweiter gehen. Wenn ich mit ihnen redete, durfte ich inne werden, daß sie gar nicht begriffen, was wahr und nicht wahr ist und je mehr sie vernünfteln, desto weniger begreifen sie. Dennoch dünken sie sich weiser als andere, denn sie setzen die Weisheit in die Fähigkeit zu Vernünfteln. Sie wissen gar nicht, daß es eine Hauptsache der Weisheit ist, ohne vernünfteln inne zu werden, daß etwas so sei oder nicht so. Mehrere derselben sind von denen, welche in der Welt infolge der Vermengung des Guten und Wahren durch philosophische Erörterungen solcher Art geworden sind, diese haben daher weniger gesunden Menschenverstand.

Es gibt auch Geister, durch welche andere reden, und solche verstehen kaum, was sie sagen. Das haben sie auch gestanden, aber doch reden sie viel. Von solcher Art werden diejenigen, welche im Leibesleben nur geplaudert und gar nicht bedacht haben, was sie sagten, und gerne über alles redeten. Es wurde gesagt, es gäbe Scharen von diesen, und daß einige von ihnen die Membranen darstellen, welche die Eingeweide des Leibes bedecken, einige die Häute, welche wenig Empfindung haben, denn es sind nur passive Kräfte und tun nichts aus sich, sondern aus andern.

Es gibt Geister, welche, wenn sie etwas wissen wollen, sagen, es verhalte sich so. Und dann, wenn sie es sagen, geben sie acht, ob es frei fließt, ohne ein geistiges Widerstreben. Denn wenn es nicht so ist, dann wird meistens ein Widerstreben vom Inwendigeren her empfunden; wenn kein Widerstreben von ihnen wahr genommen wird, meinen sie, daß es so sei, aber das wissen sie nicht von anderswoher. Solche sind es, welche die Hautdrüsen bilden. Aber es gibt deren zweierlei Gattungen, die eine bejaht, weil, wie gesagt, ein Fließen sich zeigt, aus welchem sie mutmaßen, es sei, weil kein Widerstreben vorhanden, mit der himmlischen Form, folglich mit dem Wahren übereinstimmend, und somit zu bejahen. Die andere Gattung aber bejaht kecklich, daß es so sei, wenn sie es auch nicht weiß.

Vorbildlich wurde mir die Bildung der Hautgewebe gezeigt. Die Bildung bei denen, bei welchen jenes Äußerste den Inwendigeren entsprach oder das Materielle dem Geistigen gehorchte, war ein schönes Gefüge, aus wunderbar verschlungenen Windungen, nach Art von Girlanden, welche gar nicht beschrieben werden können; sie waren von blauer Farbe. Nachher wurden noch inniger zusammenhängende, feinere und zierlichere Formen vorgebildet; in solcher Weise erscheinen die Häute des wiedergeborenen Menschen. Die aber Betrüger waren, bei denen erscheint jenes Äußerste wie Knäuel aus lauter Schlangen. Und welche Magier oder Zauberer waren, wie häßliche Gedärme.

Gesellschaften von Geistern, welchen die Knorpel und Knochen entsprechen, gibt es sehr viele; aber es sind solche, die sehr wenig geistiges Leben in sich haben, wie denn die Knochen im Vergleich mit den sie umgebenden Weichteilen sehr wenig Leben haben, wie z.B. der Schädel und die Kopfknochen im Vergleich mit beiden Gehirnen und dem Rückenmark und den empfindungsvollen Substanzen darinnen; und auch wie die Rückenwirbel und Rippen, im Vergleich mit dem Herzen und den Lungen, usw.

Es wurde mir auch gezeigt, wie wenig geistiges Leben diejenigen haben, welche die Knochen darstellen, andere Geister reden durch sie, und sie selbst wissen wenig, was sie sagen, aber doch reden sie, indem sie darin allein ihre Lust finden. In einen solchen Zustand werden diejenigen versetzt, welche ein böses Leben geführt haben und doch einige Überreste des Guten in sich verborgen trugen. Diese Überreste machen dieses geringe Maß des geistigen Lebens, nach Abödungen, die mehrere Jahrhunderte währen.

Es wurde gesagt, daß sie wenig geistiges Leben haben, durch das geistige Leben wird dasjenige Leben verstanden, welches die Engel im Himmel haben. In dieses Leben wird der Mensch in der Welt eingeführt durch das, was dem Glauben und der Liebtätigkeit angehört. Geistiges Leben ist eigentlich die Neigung zum Guten, welches Sache der Liebtätigkeit ist, und die Neigung zum Wahren, welches Sache des Glaubens ist. Das Leben des Menschen ohne diese Neigung ist ein natürliches, weltliches, leibliches, irdisches Leben und kein geistiges Leben, wenn dieses nicht in jenem ist, sondern es ist ein Leben, wie es die Tiere im allgemeinen haben.

Diejenigen, welche aus den Abödungen herauskommen und denselben Nutzzwecken wie die Knochen dienen, haben kein bestimmtes Denken, sondern ein allgemeines, fast unbestimmtes Denken. Sie sind wie diejenigen, welche man zerstreut nennt, gleichsam nicht im Leibe. Sie sind träg, matt, stumpfsinnig. Langsamkeit zeigen sie in allem; dennoch sind sie zuweilen ziemlich ruhig, weil die Sorgen sie nicht anfechten, sondern sich in ihrem dunkeln Allgemeinen verlieren.

Im Schädel spürt man zuweilen Schmerzen, bald auf der einen Seite, bald auf einer andern. Und man spürt gleichsam Knoten daselbst, die getrennt sind von den übrigen Knochen und daher wehe tun. Durch Erfahrung wurde mir zu wissen gegeben, daß solches von Falschem herkommt, das aus Begierden entspringt. Und, was wunderbar ist, die Gattungen und Arten des Falschen haben bestimmte Orte im Schädel, was mir auch durch mehrere Erfahrung kund worden ist. Solche Knoten, welche Verhärtungen sind, werden bei denjenigen, welche gebessert werden, gebrochen und erweicht und zwar auf verschiedene Weise; im allgemeinen durch Unterweisungen im Guten und Wahren, durch strenge Einwirkungen von Wahrheiten, was mit einem inwendigeren Schmerz geschieht, sodann durch wirkliche Zerreißungen, was mit einem mehr auswendigen Schmerz geschieht. Denn Falsches aus Begierden ist von solcher Natur, daß es verhärtet; denn es ist entgegengesetzt den Wahrheiten. Aber die Wahrheiten, weil sie sich nach der Form des Himmels richten, fließen wie von selbst, frei, sanft, weich. Hingegen das Falsche, weil es zum Gegenteil strebt, nimmt auch entgegengesetzte Richtungen. Daher wird das Fließende, das der Himmelsform eigen ist, gehemmt, infolgedessen entstehen die Verhärtungen. Daher kommt es, daß diejenigen, welche in tödlichem Haß und in den Rachegefühlen eines solchen Hasses und infolgedessen im Falschen sich befunden haben, ganz verhärtete Schädel haben, und einige wie von Ebenholz, in welche keine Lichtstrahlen, welche Wahrheiten sind, eindringen, sondern ganz abprallen.

Es gibt Geister von kleiner Natur, welche, wenn sie reden, gleichsam donnern, einer zuweilen wie eine Schar. So zu reden ist ihnen angeboren. Sie sind nicht von unserer Erde, sondern von einer anderen, Einwohner verschiedener Weltkörper. Es wurde gesagt, daß sie den schildförmigen Knorpel darstellen, welcher vor der Brustkammer ist, und den Rippen vorne und auch den verschiedenen Schallmuskeln zur Stütze dienen.

Es gibt auch solche, welche noch härtere Knochen darstellen, z.B. die Zähne, aber über diese wurde mir nicht viel zu wissen gegeben, bloß soviel, daß diejenigen, welche kaum einen Rest von geistigem Leben haben, wenn sie im Licht des Himmels sich darstellen, nicht mit einem Angesicht erscheinen, sondern bloß Zähne anstatt des Angesichtes zeigen. Denn das Angesicht bildet das Inwendigere des Menschen, somit sein Geistiges und Himmlisches vor, das heißt das, was dem Glauben und der Liebtätigkeit angehört. Welche also im Leibesleben nichts von einem solchen Leben sich verschafft hatten, die erscheinen in solcher Art.

Es kam einer zu mir, der erschien wie eine schwarze Wolke, umgeben von schwankenden Sternen. Wenn schwankende Sterne im anderen Leben erscheinen, so bedeuten sie Falsches, Fixsterne dagegen Wahres. Ich nahm wahr, daß es ein Geist war, der herzu nahen wollte. Als er herankam, jagte er Furcht ein. Das können einige Geister, hauptsächlich Räuber. Daraus konnte ich schließen, daß er ein Räuber gewesen sei. Als er nahe bei mir war, gab er sich alle Mühe, mich durch Zauberkünste anzufechten, aber vergebens. Er streckte die Hand aus, um seine eingebildete Macht auszuüben, aber das bewirkte gar nichts. Nachher wurde gezeigt, was er für ein Angesicht hatte. Es war kein Angesicht sondern stattdessen etwas sehr Schwarzes, und in demselben erschien ein gräßlich wild aufgesperrtes Maul, so daß es ein Schlund war, in welchem Zähne der Reihe nach hervorstanden; kurz er war wie ein wütender Hund mit aufgesperrtem Rachen, so daß es ein Rachen war und kein Angesicht.

Einer machte sich an meine linke Seite, und dann wußte ich nicht, woher und von welcher Art er war; er wirkte sich auch nur dunkel ein. Er wollte gleichfalls tiefer in mein Inneres eindringen, aber er wurde zurückgewiesen. Derselbe bewirkte eine allgemeine Sphäre von Denkvorstellungen von der Art, daß sie nicht beschrieben werden kann. Ich erinnere mich nicht, eine solche allgemeine Sphäre jemals wahrgenommen zu haben. Er hielt sich an keine Hauptgrundsätze, sondern er war im allgemeinen gegen alle, welche er geschickt und sinnreich widerlegen und tadeln konnte, obwohl er nicht wußte, was wahr ist. Ich wunderte mich, daß es einen solchen Witzkopf gab, welcher nämlich andere sinnreich widerlegen konnte und doch keine Erkenntnis des Wahren besaß. Nachher ging er fort, aber kam bald wieder mit einer irdenen Flasche in der Hand und wollte mir etwas daraus zu trinken geben. Es war etwas durch Phantasie Hervorgebrachtes darinnen, was denen, die es tranken, den Verstand benahm. Dieses wurde vorgebildet, weil er diejenigen, welche in der Welt seine Anhänger waren, des Verständnisses des Wahren und Guten beraubt hatte, gleichwohl aber hingen sie ihm an. Derselbe erschien auch im Licht des Himmels nicht mit einem Angesicht, sondern nur mit den Zähnen, aus dem Grund, weil er andere hatte verspotten können, und dennoch selbst nichts Wahres wußte. Wer er war, wurde mir gesagt als er lebte, gehörte er unter die Berühmten, und einige kannten ihn als einen solchen.

Einigemal waren solche bei mir gewesen, welche mit den Zähnen knirschten. Sie waren aus den Höllen, wo diejenigen sich befinden, die nicht bloß ein böses Leben geführt hatten, sondern auch sich gegen das Göttliche bestärkt und alles auf die Natur bezogen hatten. Diese knirschen mit den Zähnen, wenn sie reden, was abscheulich zu hören ist.

Wie eine Entsprechung der Knochen und Häute stattfindet, so auch eine Entsprechung der Haare, denn diese sprossen aus Wurzeln in den Häuten hervor. Alles, was der Entsprechung mit dem Größten Menschen angehört, das findet sich bei den Geistern und Engeln, denn ein jeder stellt den Größten Menschen als ein Bild dar. Deshalb haben die Engel Haare, die zierlich und schön geordnet sind. Die Haare bilden ihr natürliches Leben und dessen Entsprechung mit dem geistigen Leben vor.

Es gibt viele, hauptsächlich Frauenzimmer, welche alles auf Zierlichkeit und äußere Schönheit hielten und nicht höher dachten, und kaum irgend einmal ans ewige Leben. Dies wird den Frauenzimmern nachgesehen bis zu dem jugendlichen Alter, wenn die feurige Regung, welche dem Ehestand gewöhnlich vorausgeht, vorüber ist. Wenn sie aber in einem vorgerückten Alter in solchen Dingen beharren, da sie doch vernünftiger sein könnten, dann wird es ihnen zur andern Natur, welche nach dem Tode bleibt. Solche erscheinen im andern Leben mit langen, über das Angesicht ausgebreiteten Haaren, die sie auch kämmen, in dem sie Eleganz darin suchen, denn die Haare kämmen bedeutet das Natürliche so herrichten, daß es zierlich erscheint, daran können die andern erkennen, von welcher Art sie sind. Denn die Geister können am Haar dessen Farbe, Länge, Verwirrung merken, wie beschaffen sie in Ansehung des natürlichen Lebens in der Welt gewesen waren.

Diejenigen, welche geglaubt hatten, daß die Natur alles sei und darinnen sich bestärkten und daher auch ein sorgloses Leben führten, indem sie kein Leben nach dem Tod, somit keine Hölle und keinen Himmel anerkannten, bei solchen zeigt sich, wenn sie im Licht des Himmels erscheinen, kein Angesicht, sondern stattdessen eine bärtige, haarige, ungeschorene Masse, denn das Angesicht bildet, wie oben gesagt wurde, Geistiges und Himmlisches vor, das sich inwendig beim Menschen findet, der Haarwuchs aber Natürliches.

Es gibt heutzutage sehr viele in der Christenheit, welche alles der Natur zuschreiben und kaum etwas dem Göttlichen. Aber unter solchen sind mehrere in der einen Nation als in der andern. Ich darf nun ein Gespräch anführen, das ich mit einigen aus derjenigen Nation, in welcher sehr viele solcher Art sind, gehabt habe.

Es war einer über dem Haupt unsichtbar gegenwärtig. Sein Zugegensein konnte man an dem Qualm vom verbrannten Horn oder Knochen und an dem üblen Geruch der Zähne merken. Nachher kam ein großer Haufe, wie ein Nebeldunst, von unten nach oben im Rücken, ebenfalls Unsichtbare, die über dem Haupt stehen blieben. Ich meinte, es seien unsichtbare, weil feine Geister, aber es wurde gesagt, wo eine geistige Sphäre, da seien Unsichtbare, aber wo eine natürliche Sphäre, da seien Sichtbare, diese aber wurden unsichtbar Natürliche genannt. Das Erste, was an ihnen entdeckt wurde, war, daß sie sich angelegentlichst mit aller List und Kunst Mühe gaben, daß ja nichts von ihnen offenkundig würde. Zu diesem Zweck wußten sie auch andern ihre Vorstellungen heimlich zu entziehen und andere beizubringen, wodurch sie verhinderten, entdeckt zu werden. Dies währte ziemlich lange. Hieraus konnte man erkennen, sie seien im Leibesleben von der Art gewesen, daß sie von dem, was sie taten und dachten, nichts wollten offenbar werden lassen, indem sie ein anderes Angesicht und eine andere Rede äußerten. Aber doch brauchten sie keine andern Vorwände, so daß sie durch Lügen getäuscht hatten. Ich vernahm, daß die Anwesenden im Leibesleben Handelsleute waren, aber von solcher Art, daß sie die Lust ihres Lebens mehr im Handel selbst als im Reichtum hatten, und daß so der Handel gleichsam ihre Seele war. Deshalb habe ich davon mit ihnen geredet, und ich durfte sagen, daß der Handel sie gar nicht hindere, in den Himmel zu kommen, und daß im Himmel ebenso Reiche wie Arme seien. Aber sie hielten entgegen, ihre Meinung sei gewesen, wenn sie selig werden wollten, so mußten sie den Handel aufgeben, alle ihre Habe den Armen geben und sich ein elendes Dasein bereiten. Ich durfte ihnen aber erwidern, daß die Sache sich nicht so verhalte, und daß diejenigen bei ihnen anders gedacht haben, welche im Himmel sind, weil sie gute Christen waren und dennoch wohlhabend, und einige von ihnen unter den Wohlhabendsten. Diese haben das allgemeine Wohl und die Liebe gegen den Nächsten zum Zweck gehabt und Handelschaft getrieben nur um des Berufsgeschäftes in der Welt willen, und außerdem das Herz nicht daran gehängt.

Daß jene aber tief unten sind, kommt daher, weil sie ganz und gar natürlich gesinnt waren und deswegen kein Leben nach dem Tod, keine Hölle und keinen Himmel, ja auch keinen Geist geglaubt und sich kein Gewissen daraus gemacht hatten, mit allerlei Kunstgriffen andere ihrer Güter zu berauben, und weil sie unbarmherzig ganze Familien konnten zugrunde gehen sehen, wenn sie nur Gewinn dabei hatten, und deshalb alle verspotteten, welche mit ihnen vom geistigen Leben redeten. Was für einen Glauben sie vom Leben nach dem Tod, vom Himmel und von der Hölle hatten, wurde auch gezeigt. Es erschien ein Gewisser, welcher in den Himmel erhoben wurde, von der Linken zur Rechten, und es wurde gesagt, daß kürzlich einer gestorben und von den Engeln unmittelbar in den Himmel geführt worden sei. Es war von ihm die Rede, aber jene, obwohl sie es ebenfalls sahen, hatten doch eine überaus starke Sphäre des Unglaubens und verbreiteten sie um sich her, so daß sie das Gegenteil von dem, was sie sahen, sich und andern einreden wollten. Weil bei ihnen der Unglaube so groß war, durfte ich ihnen sagen, wenn sie etwa in der Welt gesehen hätten, daß ein im Sarg liegender Toter auferweckt worden wäre, so hätten sie gesagt, sie wollten es vorerst nicht glauben, wenn sie nicht mehrere Tote auferweckt sehen würden, und wenn sie auch dieses gesehen hätten, so hätten sie solches dennoch natürlichen Ursachen zugeschrieben. Nachher, als sie eine Zeitlang ihren eigenen Gedanken überlassen worden waren, sagten sie, sie hätten zuerst geglaubt, es sei ein Betrug, und als bewiesen wurde, es sei kein Betrug, hätten sie geglaubt, die Seele des Toten sei in einem geheimen Rapport gestanden mit dem, der ihn aufweckte, und zuletzt, es sei etwas Geheimnisvolles, was sie eben nicht begreifen könnten, weil es in der Natur sehr viel Unbegreifliches gebe, und daß sie daher durchaus nicht glauben könnten, so etwas habe durch eine übernatürliche Kraft geschehen können. Hierdurch wurde entdeckt, von welcher Art ihr Glaube gewesen war, daß sie nämlich gar nicht haben bewogen werden können, zu glauben, es gebe ein Leben nach dem Tod, und es gebe eine Hölle und einen Himmel, daß sie somit ganz natürlich waren. Wenn solche im Lichte des Himmels erscheinen, so erscheinen sie ebenfalls ohne Angesicht, statt dessen aber mit einem dicken Haargestrüpp.



Die Entsprechung der Krankheiten

Weil von der Entsprechung der Krankheiten gehandelt werden soll, so muß man wissen, daß auch alle Krankheiten im Menschen eine Entsprechung mit der geistigen Welt haben. Denn was in der ganzen Natur keine Entsprechung hat mit der geistigen Welt, das kann nicht existieren, denn es hat keine Ursache, aus welcher es entsteht, folglich auch keine, kraft welcher es besteht. Alle Dinge in der Natur sind eben nur Wirkungen, in der geistigen Welt sind die Ursachen derselben und im inwendigeren Himmel sind die Ursachen jener Ursachen, welche die Zwecke sind. Auch kann keine Wirkung bestehen, wenn nicht die Ursache fortwährend in ihr ist. Denn mit dem Aufhören der Ursache hört auch die Wirkung auf. Die Wirkung an sich betrachtet ist nichts weiter als die Ursache, die aber von außen so bekleidet ist, daß sie in der unteren Sphäre dienen kann, so daß die Ursache sich hier betätigen kann. Wie es sich mit der Wirkung in Bezug auf die Ursache verhält, ebenso verhält es sich auch mit der Ursache in Beziehung auf den Zweck. Wenn die Ursache nicht auch vermöge ihrer Ursache, welche der Zweck ist, existiert, so ist es keine Ursache, denn eine Ursache ohne Zweck ist eine Ursache außer der Ordnung, und wo keine Ordnung ist, da kommt nichts zustande.

Hieraus wird nun klar, daß die Wirkung an sich betrachtet, Ursache ist, und daß die Ursache an sich betrachtet, Zweck ist, und daß der Zweck des Guten im Himmel ist und vom Herrn ausgeht, folglich, daß die Wirkung keine Wirkung ist, wenn in ihr keine Ursache ist, und zwar fortwährend darinnen ist. Und daß der Zweck kein Zweck des Guten ist, wenn nicht das Göttliche, das vom Herrn ausgeht, darinnen ist. Hieraus erhellt auch, daß alles in der Welt samt und sonders wie es vom Göttlichen ins Dasein gekommen, so auch sein Bestehen vom Göttlichen hat.

Dies wurde gesagt, damit man wisse, daß auch die Krankheiten eine Entsprechung mit der geistigen Welt haben, nicht aber eine Entsprechung mit dem Himmel, welcher der Größte Mensch ist, sondern mit denen, welche den Gegensatz bilden, also mit denen, welche in den Höllen sind. Durch die geistige Welt sind im umfassenden Sinn sowohl der Himmel wie die Hölle verstanden. Denn wenn der Mensch stirbt, geht er aus der natürlichen Welt in die geistige Welt über. Daß die Krankheiten eine Entsprechung mit jenen haben, hat den Grund, weil die Krankheiten den Begierden und Leidenschaften der Seele entsprechen. Diese sind auch die Entstehungsgründe derselben. Denn die Entstehungsursachen der Krankheiten sind im allgemeinen Unmäßigkeit, allerlei Üppigkeit, rein sinnliche Vergnügungen, dann auch Neid, Haß, Rache, Unzucht und dergleichen, was das Inwendigere des Menschen zerstört, und wenn dieses zerstört ist, leidet das Auswendigere und zieht den Menschen Krankheit und dadurch den Tod zu. Daß der Tod des Menschen eine Folge des Bösen oder der Sünde sei, ist in der Kirche bekannt, ebenso auch die Krankheiten, denn diese gehören dem Tod an. Aus dem Gesagten kann erhellen, daß auch die Krankheiten eine Entsprechung haben mit der geistigen Welt, aber mit den unreinen Dingen daselbst. Die Krankheiten sind nämlich an sich unrein, weil sie, wie oben gesagt, aus unreinen Dingen entspringen.

Alle Höllengeister führen Krankheiten herbei, wiewohl mit Unterschied, aus dem Grund, weil alle Höllen in den Lüsten und Begierden des Bösen sind, mithin im Gegensatz gegen das, was dem Himmel angehört. Daher wirken sie aus dem Gegensatz auf den Menschen ein. Der Himmel, welcher der Größte Mensch ist, erhält alles im Zusammenhang und im unversehrten Stand. Die Hölle, weil sie den Gegensatz bildet, zerstört und zerreißt alles. Wenn daher höllische Geister nahe gebracht werden, führen sie Krankheiten und zuletzt den Tod herbei. Aber es wird ihnen nicht zugelassen, bis in die eigentlichen festen Teile des Leibes einzufließen, oder in die Teile, aus welchen die Eingeweide, Organe und Glieder des Menschen bestehen, sondern nur in die Lüste und Falschheiten. Nur wenn der Mensch in eine Krankheit fällt, dann fließen sie in solche Unreinigkeiten ein, welche der Krankheit angehören. Denn, wie gesagt, es existiert durchaus nichts beim Menschen, wenn nicht auch eine Ursache in der geistigen Welt vorhanden ist. Wäre das Natürliche beim Menschen vom Geistigen getrennt, so wäre es von aller Ursache der Existenz, somit auch von aller Lebenskraft getrennt. Dies hindert jedoch nicht, daß der Mensch auf natürliche Weise geheilt werden kann; denn mit solchen Mitteln wirkt die Vorsehung des Herrn zusammen. Daß es sich so verhält, wurde mir durch viele Erfahrungen zu wissen gegeben, und zwar so oft und so lange, daß gar kein Zweifel übrig blieb. Es wurden mir nämlich böse Geister aus solchen Orten oft und lange nahe gebracht, und je nach ihrer Gegenwart verursachten sie Schmerzen und auch Krankheiten. Es wurde mir gezeigt, wo sie waren und von welcher Art sie waren, und es wurde auch gesagt, woher sie waren.

Ein Gewisser, der bei Leibesleben ein sehr großer Ehebrecher gewesen war und seine größte Lust darin gesucht hatte, mit mehreren Frauen die Ehe zu brechen, welche er aber gleich nachher verstieß und verschmähte, derselbe setzte ein solches Leben bis in sein Greisenalter fort, überdies war er auch dem Wohlleben ergeben und wollte niemand Gutes tun und einen Dienst leisten, außer um seiner selbst willen und hauptsächlich seines ehebrecherischen Treibens wegen. Derselbe war einige Tage bei mir. Er erschien unter den Füßen, und als mir die Sphäre seines Lebens mitgeteilt wurde, erregte er, wohin er nur kam, in den Knochenhäuten und den Nerven daselbst einen Schmerz, so namentlich in den Zehen an der linken Fußsohle, und als ihm zugelassen wurde, weiter hinaufzudringen, auch in den Teilen, wo er war, hauptsächlich in den Knochenhäuten der Lenden, ferner in den Häuten der Brustbeine unter dem Zwerchfell, wie auch in den Zähnen von innen her. Während seine Sphäre wirkte, verursachte er auch dem Magen eine große Beschwerde.

Es erschien eine große viereckige Öffnung, die sich schief abwärts zog in eine große Tiefe. In der Tiefe erschien eine runde Öffnung, welche damals offen war, aber bald geschlossen wurde. Aus dieser dünstete eine widerwärtige Wärme aus, die aus verschiedenen Hallen zusammengezogen war und aus verschiedenartigen Begierden entsprang, wie aus Hochmut, Unzucht, Ehebruch, Haß, Rache, Zänkerei, Streit und Kampf. Aus dergleichen stammt in den Höllen jene Wärme, welche ausdünstet. Als dieselbe auf meinen Leib einwirkte, verursachte sie augenblicklich eine Krankheit, wie sie dem hitzigen Fieber eigen ist. Als sie aber aufhörte einzufließen, hörte augenblicklich jene Krankheitserscheinung auf. Wenn der Mensch in eine solche Krankheit fällt, welche er sich durch sein Leben zugezogen hatte, dann stellt sich sogleich die der Krankheit entsprechende unreine Sphäre ein und ist als erregende Ursache vorhanden. Um mich ganz zu überzeugen, daß die Sache sich so verhält, waren bei mir Geister aus mehreren Höllen, durch welche die Sphäre der Ausdünstungen von daher mitgeteilt wurde, und so wie deren Einwirkung auf die festen Teile des Leibes zugelassen wurde, wurde ich von Beschwerden, Schmerzen, ja von der entsprechenden Krankheit befallen, welche aber augenblicklich aufhörten, sobald jene Geister weggetrieben wurden. Und damit gar kein Raum für einen Zweifel übrigbleiben möchte, so geschah dies bei tausend Mal.

Nicht weit von dort gibt es auch Geister, welche eine unreine Kälte einflößen, wie sie dem kalten Fieber eigen ist, wovon ich mich ebenfalls durch Erfahrungen überzeugen durfte; eben dieselben führen auch Anfälle herbei, welche das Gemüt in Verwirrung bringen, auch verursachen sie Ohnmachten. Die, welche von daher kommen, sind sehr bösartig.

Es gibt auch solche, welche nicht nur die zähesten Flüssigkeiten des Gehirns, welche seine Auswurfstoffe sind, darstellen, sondern dieselben auch gleichsam zu vergiften wissen. Wenn solche herbeikommen, dringen sie in die Hirnschale hinein und von da immer weiter bis in das Rückenmark. Dies können diejenigen nicht empfinden, welchen das Inwendigere nicht geöffnet ist; ich aber durfte den Anfall und auch den Trieb, nämlich umzubringen, deutlich empfinden. Er war aber vergeblich, weil ich vom Herrn beschirmt wurde. Sie legten es darauf an, mir alles Verstandesvermögen zu benehmen. Ich empfand deutlich ihre Einwirkung und auch den daher kommenden Schmerz, der jedoch bald aufhörte.

Nachher redete ich mit ihnen, und sie wurden genötigt zu gestehen, woher sie waren. Sie erzählten, daß sie in dunkeln Wäldern leben, wo sie es nicht wagen, ihren Genossen ein Leid anzutun, weil alsdann die Genossen sie schrecklich mißhandeln dürfen. Daher werden sie in Banden gehalten. Sie sind mißgestaltet und haben ein wildes, struppiges Aussehen.

Es wurde mir gesagt, daß solche es gewesen sind, die ehedem ganze Heere niedermachten, wie man im Wort liest. Sie drangen nämlich in die Gehirnkammern eines jeden und jagten einen solchen Schrecken ein, verbunden mit einer solchen Unsinnigkeit, daß einer den andern niedermachte. Solche werden heutzutage in ihrer Hölle verschlossen gehalten und nicht herausgelassen. Sie stellen auch tödliche Kopfgeschwülste innerhalb der Hirnschale dar. Es wurde gesagt, daß sie in die Hirnschale eindringen und von da immer weiter bis ins Rückenmark. Aber man muß wissen, daß es nur den Anschein hat, als ob die Geister selbst hineindrängen. Sie bewegen sich außerhalb des Menschen auf einem Wege, welcher jenen Räumen im Leibe entspricht, und dies wird empfunden, als ob es ein Anfall von innen her wäre. Die Entsprechung macht dies. Daher wird ihre Einwirkung leicht auf den Menschen übergeleitet, auf welchen sie hingerichtet wird.

Es gibt eine gewisse Gattung von Geistern, welche, weil sie herrschen und allein alle andern regieren wollen, bei andern Feindschaften, Haß und Kämpfe erregen. Ich sah solche Händel und wunderte mich darüber, und als ich fragte, wer sie seien, wurde gesagt, es gebe eine Art von Geistern, die solches erregen, weil sie darauf ausgehen, allein zu gebieten, nach der Regel: teile und herrsche. Ich durfte auch mit ihnen reden, und sie sagten sogleich, sie führten das Regiment über alle. Ich durfte antworten, es sei lauter Unsinn, wenn sie ihr Herrschen durch solche Dinge suchen wollten. Sie redeten mit mir von oben herab in mittlerer Höhe über dem Horizont. Ihre Rede war fließend, weil sie im Leben des Leibes sich durch Beredsamkeit ausgezeichnet hatten. Ich wurde belehrt, daß solche es sind, welche den dicken Schleim des Gehirnes. darstellen, welchem sie durch ihre Gegen wart die Lebenskraft benehmen und eine Art von Erstarrung bei bringen, woher Stockungen entstehen, aus welchen mehrere Krankheiten und auch Stumpfsinn hervorgehen. Es wurde beachtet, daß sie ohne alles Gewissen waren, und daß sie die menschliche Klugheit und Weisheit darein gesetzt hatten, Feindschaften, Haß, innere Kämpfe zu erregen, um zu herrschen. Ich durfte sie fragen, ob sie denn wüßten, daß sie im andern Leben seien, wo sie in Ewigkeit leben würden, und daß hier geistige Gesetze herrschten, welche dergleichen ganz verbieten, auch durfte ich ihnen sagen, solange sie in der Welt gewesen seien, hätten sie geachtet und für die Weisen unter den Toren gehalten werden können; jetzt aber seien sie die Unsinnigen unter den Weisen. Das wollte ihnen nicht gefallen. Ich fuhr fort, sie sollten doch wissen, daß der Himmel in gegenseitiger Liebe oder des einen gegen den andern bestehe, daher herrsche Ordnung im Himmel, und daher würden so viele Myriaden wie einer regiert. Das Gegenteil aber finde bei ihnen statt, weil sie andern einflößten, sie sollen nichts als Haß, Rache und Grausamkeit gegen ihre Genossen schnauben. Sie antworteten, anders als sie seien, könnten sie nicht sein. Darauf aber durfte ich erwidern: hieraus könnten sie erkennen, daß einen jeden sein Leben erwarte.

Diejenigen, welche das Wort im Buchstaben verachten und verspotten und mehr noch, was sein tieferer Sinn enthält, folglich auch die Lehren, die aus dem Wort abgeleitet werden und dabei in keiner Liebe gegen den Nächsten sind, sondern in der Selbstliebe, diese stellen die krankhaften Bestandteile des Blutes dar, welche in alle Venen und Arterien eindringen und die ganze Masse verderben. Daß sie nicht etwas dieser Art durch ihre Gegenwart in den Menschen hineinbringen, werden sie von andern getrennt gehalten in ihrer Hölle und haben bloß Gemeinschaft mit denjenigen, welche so beschaffen sind; denn diese werfen sich begierig in den Dunst und die Sphäre dieser Hölle. Als Heuchler bei mir waren, nämlich solche, welche andächtig redeten über göttliche Dinge, mit einer Regung von Liebe über das öffentliche Wohl und den Nächsten, und für das Gerechte und Billige sich aussprachen und dennoch im Herzen solches mißachteten und verhöhnten, und als sie in die Teile des Leibes einfließen durften, denen sie aus dem Gegensatz entsprachen, brachten sie einen Schmerz in die Zähne, und bei ihrer nächsten Gegenwart einen so heftigen, daß ich es nicht aushalten konnte. In dem Maß aber, als sie entfernt wurden, ließ der Schmerz nach. Dies wurde zu wiederholten Malen gezeigt, damit kein Zweifel übrig bleiben möchte. Unter denselben war ein Gewisser, der im Leben seines Leibes mir bekannt war, weshalb ich mit ihm redete; und mit seiner Gegenwart stellte sich auch Schmerz in den Zähnen und in den Zahnfleische ein. Als derselbe aufwärts gehoben wurde zur Linken, drang der Schmerz in die linke Kinnlade und in die Knochen der linken Schläfe bis zu den Backenknochen.

Am allerhartnäckigsten sind die, welche während ihres Lebens in der Welt gerecht erschienen vor andern und zugleich in Würden standen, und daher aus beiden Gründen Ansehen und auch Geltung hatten, dabei aber nichts glaubten und bloß ein Leben der Selbstliebe lebten, von innerem Haß und Rache glühend wider alle, die ihnen nicht geneigt waren und sie nicht verehrten, und mehr noch gegen die, welche sich ihnen auf irgend eine Weise widersetzten. Wenn sie bei diesen einen Fehler entdeckten, machten sie ein ungeheures Verbrechen daraus und brachten ihn in üble Nachrede, auch wenn derselbe zu den besten Bürgern gehört hatte. Solche reden im andern Leben wie in der Welt, nämlich mit Ansehen und nachdrucksvoll und wie aus Gerechtigkeit, weshalb viele meinen, man müsse ihnen vor andern glauben, aber sie sind überaus bösartig. Wenn sie einem Menschen nahe gebracht werden, so verursachen sie ein großes Unwohlsein durch Ekel, den sie immerfort einflößen und steigern, bis zur höchsten Unerträglichkeit, was die Seele und daher den Leib so abschwächt, daß der Mensch sich kaum aus dem Bett erheben kann. Dies wurde mir dadurch gezeigt, daß mich, als sie gegenwärtig waren, eine solche Schwäche einnahm, die jedoch in dem Grad nachließ, als sie entfernt wurden. Sie brauchen mehrere Kunstgriffe, um Ekel und dadurch Schwäche einzuflößen; hauptsächlich durch Verunglimpfungen und Verleumdungen, welche sie unter sich und den ihrigen bewirken, und deren allgemeine Sphäre sie eindringen lassen.

Wenn sie in ihren Gemächern über den Gottesdienst, über den Glauben und das ewige Leben vernünfteln, so verwerfen sie diese Dinge ganz, und das tun sie, weil sie sich für weiser ansehen als andere. Im andern Leben wollen sie, daß man sie Teufel heiße, wenn sie nur über die Hölle gebieten und so durch ihre Herrschgewalt, wie sie glauben, dem Göttlichen entgegenwirken können. Inwendig sind sie unflätig oder schmutzig, weil sie mehr als andere in der Selbstliebe und daher in Haß und Rachgier sind und in Grausamkeit gegen alle, von denen sie nicht verehrt werden. Sie werden streng bestraft, was ich auch gehört habe, bis sie aufhören, andere durch den Schein des Gerechten zu verführen. Wenn jener Schein ihnen benommen wird, dann reden sie in einem andern Ton. Späterhin werden sie aus der Geisterwelt ausgestoßen, und dann nach der linken Seite hingebracht, wo sie in eine Hölle tief unten hinabgeworfen werden. Diese Hölle ist links in mittlerer Entfernung.

Es gibt andere, welche im Leben des Leibes äußerst unflätig waren; ihre Unfläterei ist von solcher Art, daß man davon schweigen muß. Dieselben verursachen durch ihre Gegenwart und Einfluß in die festen Teile des Leibes Lebensüberdruß und eine solche Erschlaffung der Glieder und Gelenke, daß der Mensch sich nicht vom Bette erheben kann. Sie sind äußerst hartnäckig, sie lassen sich nicht durch Strafen abtreiben wie andere Teufel. Sie erscheinen neben dem Haupt und daselbst in liegender Stellung. Wenn sie weggetrieben werden, geschieht es nicht plötzlich, sondern langsam, und dann werden sie nach und nach hinweggeschafft. Und wenn sie in die Tiefe kommen, werden sie daselbst so sehr gepeinigt, daß sie notwendig unterlassen müssen, andere anzufechten. Böses zu tun, das ist ihre Lust, so daß ihnen nichts lieber ist.

Es waren Geister bei mir, die eine solche Magenbeschwerde herbeiführten, daß ich kaum mehr leben zu können meinte. Es war eine heftige Beschwerde, daß sie bei andern eine Ohnmacht bewirkt hätte. Aber sie wurden entfernt, und dann hörte es sogleich auf. Es wurde gesagt, solche Geister seien diejenigen, welche sich im Leben des Leibes keinem Geschäft widmeten, nicht einmal einem häuslichen, sondern nur dem Vergnügen. Außer dem aber lebten sie in einem schmählichen Müßiggang und Untätigkeit und bekümmerten sich nicht um andere; auch verachteten sie den Glauben. Überhaupt waren sie Tiere und keine Menschen. Die Sphäre von solchen bewirkt bei Kranken Erschlaffung der Glieder und Gelenke.

Es gibt im Gehirn schleimige Stoffe, denen etwas Geistiges oder Lebenskräftiges beigemischt ist. Wenn diese schleimartigen Stoffe aus dem Blut daselbst ausgeschieden worden sind, fallen sie zuerst in die Hirnhäute, dann in die Nerven-Fasern, ein Teil davon in die großen Vertiefungen im Gehirn usw. Die Geister, welche zu jenen schleimigen Stoffen, in welchen etwas Geistiges oder etwas Leben ist, der Entsprechung gemäß gehören, erscheinen über der Mitte des Hauptes beinahe in gerader Richtung, in mittlerem Abstand und sind von solcher Art, daß sie, wie es im Leben des Leibes ihre Gewohnheit war, Gewissensskrupel erregen und Dinge einflößen, welche mit dem Gewissen nichts zu schaffen haben. Auf solche Weise beschweren sie das Gewissen der Einfältigen, auch wissen sie nicht, was das Gewissen beunruhigen soll, indem sie sich aus allem, was vorkommt, ein Gewissen machen. Solche bewirken auch eine fühlbare Bangigkeit in dem unter dem Zwerchfell liegenden Teil des Unterleibes. In den Versuchungen sind sie ebenfalls zugegen und verursachen Bangigkeiten, zuweilen unerträglich. Diejenigen von ihnen, welche der zähen Schleimmasse, die weniger Leben hat, entsprechen, halten das Denken unablässig in solchen Bangigkeiten. Ich war mit ihnen im Gespräch, damit ich wissen möchte, wie beschaffen sie sind. Sie versuchten auf allerlei Arten mein Gewissen zu beschweren; das war die Lust ihres Lebens. Und ich durfte wahrnehmen, daß sie auf keine Vernunftgründe achten konnten und daß sie keine nur etwas umfassende Anschauung der Dinge hatten, von welcher aus sie das Einzelne hatten erkennen können.

Aus Erfahrung durfte ich vernehmen, was eine Überschwemmung (inundatio) oder Sündflut im geistigen Sinne ist. Diese Überschwemmung ist von zweierlei Art: die eine kommt von Begierden, die andere von Falschheiten her. Die von Begierden herkommende gehört dem Gebiet des Willens an und ist der rechten Seite des Gehirns eigen, aber die von Falschheiten her kommende gehört dem Gebiete des Verstandes an, zu welchem die linke Seite des Gehirns gehört. Wenn der Mensch, der im Guten gelebt hatte, in sein Eigenes, somit in seine Lebenssphäre zurückversetzt wird, alsdann erscheint gleichsam eine Überschwemmung. Wenn er sich in dieser Überschwemmung befindet, dann ist er unwillig, zornig, denkt unruhig und begehrt heftig. Anders, wenn die linke Seite des Gehirns überschwemmt wird, wo das Falsche ist und anders wenn die rechte, wo das Böse. Wenn aber der Mensch in der Sphäre des Lebens, das er vom Herrn durch die Wiedergeburt bekommen hat, gehalten wird, dann ist er einer solchen Überschwemmung ganz enthoben und ist gleichsam in der Heiterkeit und im Sonnenschein und in Fröhlichkeit und Seligkeit, somit weit weg von Unwillen, Zorn, Unruhe, Begierden und dergleichen. Das ist der Morgen oder der Frühling der Geister, jenes ihr Abend oder Herbst. Ich durfte innewerden, daß ich außer der Überschwemmung war und zwar ziemlich lang, während ich sah, daß andere Geister darin waren. Nachher aber wurde ich selbst hineinversenkt, und alsdann nahm ich die Ähnlichkeit einer Überschwemmung wahr. In einer solchen sind auch, die in Versuchungen sich befinden. Hierdurch wurde ich auch belehrt, was die Sündflut im Wort bedeutet, daß nämlich die letzte Nachkommenschaft der Uralten, welche zur himmlischen Kirche des Herrn gehörten, ganz überschwemmt wurden von Bösem und Falschem, und so zu Grunde gingen.

Weil der Tod nicht anderswoher kommt als von der Sünde, und Sünde alles das ist, was gegen die göttliche Ordnung ist, deshalb verschließt das Böse die allerkleinsten und ganz unsichtbaren Gefäße, aus welchen die zunächst größeren, ebenfalls unsichtbaren, zusammengefügt sind. Denn die allerkleinsten und ganz unsichtbaren Gefäße sind eine Fortsetzung des Inwendigeren des Menschen. Daher kommt die erste und inwendigste Stockung, und daher die erste und inwendigste Verderbnis, die ins Blut kommt. Wenn diese Verderbnis zunimmt, verursacht sie Krankheit und zuletzt den Tod. Wenn aber der Mensch ein Leben des Guten gelebt hätte, dann wäre sein Inwendigeres gegen den Himmel hin, und durch den Himmel zum Herrn offen. So auch die allerkleinsten und unsichtbaren Gefäßchen (die Umrisse der ersten Grundfäden — delineamenta primorum staminum — darf man Gefäßchen nennen wegen der Entsprechung), dadurch wäre der Mensch ohne Krankheit und würde bloß abnehmen gegen das letzte Greisenalter hin, bis er wieder ein Kind wurde, aber ein weises Kind. Und wenn der Leib alsdann seinem inwendigen Menschen oder Geist nicht mehr dienen könnte, so würde er ohne Krankheit aus seinem irdischen Leibe in einen Leib, wie ihn die Engel haben, übergehen, somit aus der Welt unmittelbar in den Himmel.



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[VH-LIF / 2009]