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 Die Erdkoerper im Weltall html  300.45KB  Emanuel Swedenborg a.D. *1688 - 1772     

Die Erdkörper im Weltall



Emanuel Swedenborg

Die Erdkörper im Weltall und ihre Bewohner


Aus dem Englischen, übersetzt von Dr. F. Horn.

Revidierte Übersetzung nach Immanuel Tafel.

*


Vorwort

Keine der Offenbarungsschriften Swedenborgs provo­ziert dermaßen die Frage nach dem Verhältnis von Offenba­rung und naturwissenschaftlicher Erkenntnis, wie das hier vorliegende über die Planetenbewohner. In der Tat hat Swe­denborg hier gewissermaßen selbst die Grenze dessen über­schritten, was nach seinen ei­genen Aussagen allein Inhalt göttlicher Offenbarungen sein kann: nämlich religiös-geistige bzw. göttliche Wahrheiten. Natürliche Wahrheiten soll der Mensch, Swedenborg zufolge, selbst herausfinden. Nun kann aber niemand leugnen, daß Swedenborg im vorlie­genden Werk neben geistigen und göttlichen Wahrheiten auch zahlreiche natürliche Wahrheiten auf die ihm zuteil ge­wordene Offenbarung zurückführt. Bis vor wenigen Jahr­zehnten war es unmöglich, gegen die letzteren mehr als nur ihre Unwahrscheinlichkeit vorzubringen. Heute aber, im Zeitalter der Raumfahrt, sind die Gründe, die gegen mensch­liches Leben auf unserem Mond und unseren Geschwister­planeten sprechen, nur schwer zu widerlegen, ja fast zwin­gend. Ist damit auch der Inhalt des vorliegenden Werkes wi­derlegt oder doch in den Bereich des bloß Spekulativen gerückt? Sollte man es im Interesse der Sache, um die es Swe­denborg bei seinem göttlichen Auftrag ging, lieber aus dem Verkehr ziehen, wie gefordert worden ist?

Soviel scheint festzustehen: Hätte Swedenborg über alle die wissenschaftlichen Daten verfügen können, die wir heute hinsichtlich des 'bestirnten Himmels' haben, so würde er manches von dem, was er aufgrund seiner Offenbarungen im vorliegenden Buch über die Erdkörper im Weltall und ihre Bewohner geschrieben hat, anders ausgedrückt haben. Er hätte z.B. sicher nicht behauptet: "Wo immer ein Planet oder ein Satellit eines Planeten ist, da ist auch der Mensch" (vgl. # 3 und 112). Vertraut mit unserem räumlichen wie zeitlich unglaublich erweiterten Weltbild hätte er sicher nicht die Empfindung gehabt, daß selbst wenn alle Planeten und Monde seit dem Tag der Schöpfung bewohnt wären, dies ver­glichen mit der Unendlichkeit Gottes wie nichts wäre (vgl. # 126). Und er hätte nicht, wie wir aufgrund seiner spär­lichen diesbezüglichen Äußerungen vermuten müssen, zu­sammen mit den Gelehrten seiner Zeit vorausgesetzt, die Schöpfung sei gerade erst 6000 Jahre alt.

Im vorliegenden Buch, ebenso wie in seinem berühmte­sten Werk »Himmel und Hölle«, hat Swedenborg eine Be­rechnung der vermuteten Gesamtzahl der Menschen im Weltall und des von ihnen eingenommenen Raumes veröf­fentlicht. Dabei legte er die Zahl von einer Million Erdkör­pern und 200 Generationen seit der Schöpfung (200 x 30 = 6000 Jahre) mit je 300 Millionen Menschen zugrunde. Nach dieser Berechnung ergibt sich, daß alle diese Menschen zu­sammen, bei drei Kubikellen pro Person, "nicht einmal den tausendsten Teil des Raumes ausfüllen würden, den unsere Erde einnimmt. Was wäre das für den Schöpfer des Weltalls, dem es nicht genügen würde, wenn das ganze Weltall ange­füllt wäre, ist er doch unendlich!?" (# 126).

Die Einzelheiten sind hier nicht so wichtig, wohl aber die von Swedenborg zugrunde gelegten Annahmen, zeigen sie uns doch, daß er als Kind seiner Zeit in ganz anderen, wesentlich beschränkteren Größenordnungen dachte als wir. Wenn tatsächlich, wie wir heute sagen würden, 'nur' eine Million Erdkörper und 6000 Jahre für die Entfaltung des göttlichen Planes mit der Menschheit zur Verfügung gestanden hätten, dann freilich müßten sie schon allesamt und während der ganzen Zeit ihres Bestehens bewohnt sein, um Gottes un­endlicher Liebe und Weisheit wenigstens in bescheidenstem Umfang zu entsprechen!

Für uns hingegen, die wir im letzten Jahrfünft des 20. Jahrhunderts leben, sieht die Sache anders aus. Die Frage, ob es im Weltall außer uns noch andere Menschheiten bzw. in­telligente Lebewesen gibt, hat im Zeitalter der Radioastrono­mie dazu geführt, daß sich nicht wenige Forscher unter we­sentlich verbesserten wissenschaftlichen Voraussetzungen damit befassen. Mithilfe riesiger Antennen suchen sie Signale aus dem Weltall aufzufangen, die das Vorhandensein außer­irdischer Menschheiten beweisen würden. Sie gehen dabei von der kaum reflektierten Annahme aus, daß die technische Entwicklung auch bei anderen Menschheiten unseren Stand erreicht haben oder ihn sogar noch wesentlich übertreffen dürfte. Diese Annahme liegt auch der Hypothese von den UFO's, den Unbekannten Flug-Objekten, zugrunde. Ob­gleich niemand diese Möglichkeit bestreiten kann, ist sie doch bisher durch nichts bewiesen. Man fragt sich, ob dieser Annahme nicht ein Mangel an Einsicht in das Wesen des Menschen und den Sinn des Lebens zugrunde liegt. Es mag ja sein, daß die technische Entwicklung bis zu einem gewissen Grade unvermeidlich und lebensfördernd ist, aber schon bei unserem heutigen Entwicklungsstand werden die 'Grenzen des Wachstums' deutlich sichtbar, und die besten Geister be­ginnen sich zu fragen, ob wir nicht über unserem Streben nach immer mehr materiellem Wohlstand die ethischen Ge­setzmäßigkeiten sträflich vernachlässigt haben und auf einen kollektiven Selbstmord zusteuern. Man wird an Jesu Wort er­innert: "Was nützte es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne, und nähme doch Schaden an seiner Seele?" (Matt. 16, 26) Ist es sinnvoll, wenn wir uns auf Kosten der we­niger Begünstigten sozusagen jeden materiellen Luxus erlau­ben können, dabei aber seelisch veröden und unsere Umwelt zum Schaden kommender Generationen zerstören? Sweden­borg, fest überzeugt, daß das irdische Leben kein Zweck in sich selbst ist, sondern der Vorbereitung auf das ewige Leben dient, hat in seinen Visionen anderer Menschheiten keine hochentwickelte Technik beobachtet, sondern ländliche, aber sittlich und religiös hochstehende Kulturen, die ihm als 'Pflanzschulen des Himmels' bestens geeignet schienen.

Und bei alledem haben wir bisher nur an die räumliche Erweiterung unseres Weltbildes gedacht. Wenn wir die Di­mension der Zeit hinzunehmen — die Erweiterung von ca. 6000 auf 12 bis 14 Milliarden Jahre seit dem, was man heute den 'Urknall' nennt, also mehr als 2 Millionen mal 6000 — so würden, selbst wenn wir annähmen, die geeigneten Erdkör­per seien nur für einen winzigen Bruchteil dieser Zeit für Menschen bewohnbar, unsere Berechnungen noch atembe­raubender. Wir sind heute ziemlich sicher, daß es auf unserer etwa 4 Milliarden Jahre alten Erde 'erst' seit ca. 4 Millionen Jahren eigentliche Menschen gibt, d.h. seit fast 700 mal 6000 Jahren, aber doch erst, nachdem unser Planet während 999 Tausendstel seiner bisherigen Geschichte ohne Menschen ge­wesen war. (Schon aus diesem Grunde ist es unmöglich, Swe­denborgs Satz ,wo immer ein Planet oder ein Satellit eines Planeten ist, da ist auch der Mensch' festzuhalten.)

Swedenborg hatte ferner angenommen, ein Erdkörper sei gänzlich nutzlos, wenn er keine Menschen trüge (vgl. # 3). Wir wissen heute auch mehr über die Funktion der Him­melskörper im Rahmen der Systeme, zu denen sie gehören. Sie bilden untereinander ein Gleichgewicht, von dem die Le­bentragenden Planeten entscheidend abhängen: Ein wenig näher oder ein wenig weiter zur oder von der Sonne, und es würde auf ihnen zu warm oder zu kalt für das Entstehen und Bestehen höheren Lebens. Nimm einen der anderen Planeten aus unserem Sonnensystem hinweg, oder füge einen anderen hinzu — die Lebensbedingungen auf unserem Planeten wür­den sich grundlegend ändern. Mit anderen Worten: Erdkör­per müssen nicht unbedingt selber 'Pflanzschulen des Him­mels' sein, wie der unsrige, um eine sehr wichtige Funktion im Ganzen zu haben und Pflanzschulen zu ermöglichen!

Von seiten derer, die der Annahme zuneigen, das Leben auf unserem Planeten sei ein bloßes Zufallsprodukt und Gott könne man dabei aus dem Spiel lassen, wurde immer wieder der Einwand vorgebracht, auch die Erde und unser ganzes Sonnensystem seien rein zufällig entstanden und damit höchstwahrscheinlich einmalig im Weltall. Nun hat man aber inzwischen — gegen alle noch vor wenigen Jahren geltende Wahrscheinlichkeit — nachgewiesen, daß auch andere Sonnen Planeten bei sich haben. Erst unlängst wurde berichtet, daß der 50 Mio. Lichtjahre (also Aber-Billionen km) entfernte Stern Rho Coronae borealis im Sternbild der nördlichen Krone im Abstand von ca. 37 Mio. km von einem unserem Ju­piter ähnlichen Planeten umkreist wird. Der Entdecker, Robert Noyes, arbeitet am Harvard Smithsonian Observato­rium in den USA.

Insgesamt sind jetzt mit Sicherheit 9, wahrscheinlich 13 Planeten außerhalb unseres eigenen Sonnensystems nachge­wiesen worden. Damit erhält die 'Green Bank Gleichung' wonach es optimistischer Schätzung zufolge allein in unserer Galaxie 'Dutzende von Millionen Planeten', nach pessimisti­scher Schätzung immerhin 'noch eine Handvoll Planeten' mit ähnlichen Lebensbedingungen wie auf unserer Erde geben könnte, eine weitere Stütze. Ob man nun die eine oder die andere Schätzung für realistischer hält, ist nicht einmal so wichtig; denn so oder so läuft es darauf hinaus, daß man unter diesen Voraussetzungen bei schätzungsweise 100 Milli­arden Galaxien mit einer unvorstellbaren Zahl von erdähnli­chen Planeten rechnen kann — Millionen mal mehr als Swe­denborg schätzte.



Schlußfolgerungen

Heißt das nun, daß dieser Teil von Swedenborgs Offen­barungen, der einst einen Goethe oder Oettinger mächtig an­geregt hatte, 'widerlegt' ist, ja sogar ein ungünstiges Licht auf seine übrigen Offenbarungswerke wirft? Keineswegs! Ein­mal bleibt der Grundgedanke: Wir leben nicht auf dem ein­zigen bewohnten Erdkörper. Gottes Liebe gilt nicht nur uns, sondern ungezählten weiteren Menschheiten — und damit wird der biblische Grundgedanke, daß Gott die Welt um des Menschen willen geschaffen hat und der Mensch 'die Krone der Schöpfung' ist, überhaupt erst wieder plausibel. Und zum anderen berühren, wohlgemerkt, alle diese Überlegun­gen in keiner Weise Swedenborgs Beschreibung der Geister von anderen Erdkörpern, mit denen er in der Geisterwelt über das Leben auf ihrem Heimat-Planeten oder -Monden gesprochen hat. Sie berühren lediglich die Zuordnung jener Menschheiten zu unserem Mond und den Planeten unseres Sonnensystems. Die aber ist, soweit sich das heute schon sagen läßt, höchst wahrscheinlich falsch. Bedenkt man aber, daß Swedenborg von deren durchgängiger Bewohntheit schon als Naturforscher ebenso überzeugt gewesen war wie seine berühmten Zeitgenossen Fontenelle, Huygens, I. Kant u.v.a., so kann man leicht den Schluß ziehen, daß er das, was ihm von Gott in der Schau gezeigt wurde, "um dem wach­senden Unglauben der irdischen Menschen zu steuern" (vgl. «Himmel und Hölle» # 1), in den Formen dessen schilderte, was ihm vertraut war. Wie könnte auch das alle menschliche Erfahrung und alle Aussagemöglichkeit Übersteigende der Offenbarung anders als auf solche Weise, also in zeitgenössi­schem Gewand, dargestellt werden?

Bedeutsam ist in diesem Zusammenhang auch, daß Swedenborg sich für die Zuordnung der von ihm in der gei­stigen Welt geschauten Menschheiten nicht auf eine unmit­telbare göttliche Offenbarung beruft, sondern lediglich auf das, was ihm von Engeln gesagt wurde. Damit aber scheiden diese Behauptungen von vorneherein aus dem Bereich jener Wahrheiten aus, die zur eigentlichen Lehre der neuen Kirche des Herrn zählen. Für diese nämlich hatte sich Swedenborg mit großem Nachdruck allein auf den Herrn berufen: "Ebenso bezeuge ich, daß ich vom ersten Tage jener Berufung an gar nichts, was die Lehren jener (neuen) Kirche betrifft, von irgendeinem Engel empfangen habe, sondern vom Herrn allein, während ich das Wort las". (WCR 779)

Für die Lehre dieser neuen Kirche ist es sicher nicht ent­scheidend, ob unser Mond und unsere Schwesterplaneten samt und sonders von menschlichen Wesen bewohnt sind oder nicht, sondern ob wir im ganzen unermeßlichen Weltall mit seinen Trilliarden und Abertrilliarden Sonnen, Planeten und Monden allein sind, oder ob es außer uns noch unge­zählte andere Menschheiten gibt. Aufgrund des ihm in der Schau Gezeigten weiß Swedenborg, daß wir tatsächlich nicht allein sind. Dies ist der entscheidende Punkt, und darum ist die vorliegende Schrift so wichtig für unseren Glauben als Christen des Raumfahrzeitalters. Noch einmal sei betont: Von der Beantwortung der Frage, ob wir im Weltall allein sind oder nicht, hängt es ab, ob wir am Glauben an einen Gott festhalten können, der sich für den Menschen interessiert, ja der dieses ganze Universum um des Menschen willen ge­schaffen hat, weil es seine Liebe danach verlangte, "Wesen zu haben außer sich, die er aus sich beglücken kann in Ewig­keit", wie Swedenborg lehrte.

Man unterscheide also in der vorliegenden Schrift kri­tisch zwischen den darin enthaltenen ewigen Wahrheiten und ihren zeitbedingten Einkleidungen.



(Friedemann Horn)

*



Die Erdkörper im Weltall.



*1. Aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn ist mir das In­nere meines Geistes eröffnet worden. Mir ist dadurch verliehen worden, mit Geistern und Engeln zu reden, die sich nicht allein in der Nähe unserer Erde, sondern auch auf anderen Erdkör­pern aufhalten. Weil ich ein Verlangen trug zu wissen, ob es noch andere Erden gebe und wie diese und ihre Bewohner be­schaffen seien, wurde mir vom Herrn erlaubt, mit Geistern und Engeln aus anderen Erden zu sprechen. Und es wurde mir er­laubt, mit einigen einen Tag, mit anderen Wochen und Monate lang Unterhaltung zu pflegen. Außerdem durfte ich mich von ihnen über die Erdkörper, von denen und auf denen sie waren, unterrichten lassen. Weiter durfte ich mich über das Leben ihrer Bewohner, deren Sitten und Gottesdienst und über ver­schiedene der Erwähnung werte Gegenstände belehren lassen. Weil ich auf diese Weise zu den Informationen gelangt bin, darf ich das Erfahrene nach Gehörtem und Gesehenem beschreiben. Alle Geister und Engel stammen nämlich aus dem Menschen­geschlecht, halten sich in der Nähe ihres Erdkörpers auf und wissen, was dort vorgeht.

Ein Mensch, dessen Inneres so weit geöffnet ist, daß er mit ihnen in Umgang und Verkehr zu treten vermag, kann durch sie Belehrung empfangen. Denn der Mensch ist seinem Wesen nach ein Geist und ist, was sein Inneres betrifft, in Kontakt mit Geistern, so daß er mit ihnen wie mit seinesgleichen umgehen kann, falls sein Inneres vom Herrn erschlossen wird. Dies ist mir nun schon zwölf Jahre lang täglich vergönnt.

Es gibt keine Geister und Engel, die nicht aus dem Menschenge­schlecht wären. # 1'880.

Die Geister jeder Erde weilen in ihrer Nähe, weil sie von den Be­wohnern stammen und gleicher Sinnesart mit ihnen sind. Auch sol­len sie den Bewohnern dienen. # 9'968.

Die Seele, die nach dem Tod lebt, ist der Geist des Menschen und der ei­gentliche Mensch im Menschen. Auch erscheint er im anderen Leben in vollkommener Menschengestalt. # 322. 1'880. 1'881. 3'633. 4'622. 4'735. 6'054. 6'605. 6'626. 7'021. 10'594.

Der Mensch ist auch während seines Lebens in der Welt mit seinem Innern, also seinem Geist oder seiner Seele inmitten von Geistern und Engeln, die so geartet sind wie er. # 2'379. 3'645. 4'067. 4'073. 4'077.

Der Mensch kann mit Geistern und Engeln sprechen, und die alten Bewohner unserer Erde haben dies häufig getan. # 67. 68. 69. 784. 1'634. 1'636. 7'802. Heutzutage aber ist es gefährlich, mit ihnen zu reden, es sei denn, der Mensch stehe im wahren Glauben und werde vom Herrn geführt. # 784. 9'438.10'751.

*2. Es gibt eine große Zahl von Erdkörpern und darauf Menschen und infolgedessen auch Geister und Engel. Im Jen­seits ist dies eine sehr bekannte Tatsache, denn, wenn ihn Liebe zur Wahrheit und somit zur Nutzleistung treibt, darf dort jeder mit Geistern anderer Erdkörper reden und sich da­durch von der großen Menge der Welten überzeugen. Er kann in Erfahrung bringen, daß nicht bloß auf einer Erde, sondern auch auf zahllosen anderen Menschen leben, und ihre Sinnesart, Leben und Gottesdienst kennenlernen.

*3. Ich unterhielt mich über diesen Gegenstand etliche Male mit Geistern von unserer Erde. Sie sagten: "Der ein­sichtsvolle Mensch kann aus vielem, was er weiß, auf eine große Anzahl von Erden mit Menschen als Bewohnern schließen. Denn aus der Vernunft vermag er zu folgern, daß so große Massen wie die Planeten, deren einige unsere Erde an Umfang übertreffen, nicht unbewohnte Körper sind, nur dazu geschaffen, eine Sonne zu umkreisen und mit ihrem ge­ringen Licht zugunsten einer einzigen Erde zu leuchten." Vielmehr müsse ihr Nutzen viel erhabener sein. Wer glaubt (und dies soll jeder tun), die Gottheit habe das All zu keinem anderen Zweck geschaffen, als daß damit ein Menschenge­schlecht und aus diesem der Himmel entstehe — denn die Menschheit ist die Pflanzschule des Himmels —, der muß auch durchaus der Meinung sein, daß überall, wo es einen Erdkörper gibt, ebenfalls Menschen leben. Die Planeten, die deshalb vor unseren Augen sichtbar sind, weil sie zu unse­rem Sonnensystem gehören, sind Erden und Körper materi­eller Beschaffenheit. Das kann man zunächst daraus ersehen, daß sie das Sonnenlicht zurückwerfen und, durch Fernrohre betrachtet, nicht wie die Fixsterne von einem Flammenlicht rötlich erscheinen, sondern wie Erden gefleckt, mit dunklen Partien. Weiter folgt es daraus, daß sie gleich unserer Erde um die Sonne laufen, im Tierkreis vorrücken und infolgedes­sen Jahre und Jahreszeiten, nämlich Frühling, Sommer, Herbst und Winter, verursachen. Außerdem ergibt es sich daraus, daß sie sich wie unsere Erde um ihre Achse drehen und dadurch Tage und Tageszeiten, nämlich Morgen, Mittag, Abend und Nacht, erzeugen. Ein weiterer Hinweis darauf, daß diese Planeten Erden sind, kommt daher, daß einige unter ihnen Monde oder Trabanten haben, die in bestimmten Zeiträumen um ihre Planeten kreisen wie der Mond um un­sere Erde. Und dem Planeten Saturn, der sich in sehr großer Entfernung um die Sonne dreht, ist auch ein großer leuch­tender Ring beigegeben, der seiner Erde viel, wenn auch zurückgeworfenes Licht spendet. Wer möchte wohl, wenn er dies weiß und vernünftig erwägt, noch ferner die Planeten für unbewohnte Weltkörper halten?

*4. Außerdem sagte ich in meiner Unterhaltung mit Gei­stern, der Mensch könne den Glauben, im All befände sich mehr als eine Erde, aus dem Umstand herleiten, daß der Sternhimmel so unermeßlich ist und zahllose Sterne enthält, deren jeder an seinem Ort oder in seiner Welt eine Sonne ist wie die unsrige, nur von anderer Größe. Wer dies recht be­denkt, kommt zum Schluß, daß ein solch unermeßliches Ganzes nur ein Mittel zum Zweck, nämlich zum letzten Zweck der Schöpfung, also für das Himmelreich, sein kann, in dem die Gottheit mit Engeln und Menschen wohnen kann. Denn das sichtbare All, das mit zahllosen Sternen oder eben­so vielen Sonnen besäte und erleuchtete Himmelsgewölbe ist nur ein Mittel zur Existenz von Erden und zur Entstehung von Menschen, die das Himmelreich bilden sollen. Ein ver­nünftiger Mensch muß demnach annehmen, ein so uner­meßliches Mittel zu einem so weitreichenden Zweck sei nicht für ein auf einem einzigen Erdball wohnendes Menschengeschlecht und dessen Himmel aufgewandt worden. Was wäre dies auch für den unendlichen Gott, vor dem Tausend, ja My­riaden Erdkörper wenig mehr als nichts ausmachten, selbst wenn sie alle mit Bewohnern erfüllt wären?

*5. Außerdem ist der Engelhimmel so unendlich, damit er mit dem Menschen bis auf jede Einzelheit seines Körpers in Entsprechung steht, und zwar (durch) Myriaden von Engeln mit jedem Glied, Organ und Eingeweideteil und deren Tätig­keit. Ich durfte auch erfahren, daß der Himmel hinsichtlich all seiner Entsprechungen nur durch die Bewohner sehr vieler Erden bestehen könne6.

*6. Es gibt Geister, deren einziges Verlangen darin be­steht, sich Kenntnisse zu erwerben, weil sie durch diese al­lein erfreut werden. Diesen Geistern ist es daher erlaubt, um­herzuschweifen, auch aus unserem Sonnensystem in andere überzugehen, und Kenntnisse zu gewinnen. Geister dieser Art sagten, es gebe nicht allein Erden mit Menschen in unse­rem Sonnensystem, sondern auch außerhalb am Sternenhim­mel in unendlicher Menge. Diese Geister stammen aus dem Planeten Merkur.

*7. Was den Gottesdienst der Bewohner anderer Erdkörper im allgemeinen betrifft, so erkennen alle, mit Ausnahme der Göt­zendiener, den Herrn als alleinigen Gott an. Sie beten nämlich das Göttliche nicht als unschaubar, sondern als schaubar an, und zwar deshalb, weil es sich ihnen bei seinem Erscheinen unter Menschengestalt zeigt wie einst dem Abraham und anderen auf dieser Erde. Wer immer das Göttliche unter Menschengestalt an­betet, wird aber vom Herrn angenommen. Sie sagten auch, nie­mand könne Gott richtig anbeten und noch weniger mit ihm ver­bunden werden, ohne sich einen Begriff von ihm zu machen; und Gott könne nur unter der menschlichen Gestalt erfaßt werden. Geschehe dies nicht, werde das innere Sehen, das dem Denken angehört, aufgelöst wie das Sehen des Auges, wenn es in ein un­begrenztes All hinausschaut. Das Denken könne sich in diesem Fall nur in die Natur versenken und diese als Gott verehren.

*8. Als ihnen erzählt wurde, der Herr habe auf unserer Erde Menschengestalt angenommen, dachten sie ein wenig nach und sagten bald darauf: "Dies ist zur Errettung des Menschengeschlechts geschehen."

Der Himmel entspricht dem Herrn, und der Mensch in allem und jedem dem Himmel. Darum ist der Himmel vor dem Herrn ein gro­ßes Bild des Menschen und kann Größter Mensch genannt werden. # '996. 2'998. 3'624 bis 3'649. 3'636 bis 3'643. 3'741 bis 3'745. 4'625. Von der Entsprechung des Menschen und jeder seiner Einzelheiten mit dem Größten Menschen, der der Himmel ist. Im Ganzen und nach eigener Wahrnehmung berichtet. # 3'021. 3'624 bis 3'649. 3'741 bis 3'751. 3'883 bis 3'896. 4'039 bis 4'055. 4'218 bis 4'228. 4'318 bis 4'331. 4'403 bis 4'421. 4'523 bis 4'534. 4'622 bis 4'634. 4'652 bis 4'660. 4'791 bis 4'805. 4'931 bis 4'953. 5'050 bis 5'061. 5'171 bis 5'189. 5'377 bis 5'396. 5'552 bis 5'573. 5'711 bis 5'727. 10'030.

Die Bewohner aller Erden verehren das Göttliche unter Menschen gestalt, somit den Herrn. # 8'541 bis 8'547. 10'159. 10'736. 10'737. 10'738. Sie freuen sich, wenn sie hören, daß Gott wirklich Mensch ge­worden ist. # 9'361. Gott kann nicht anders als unter Menschenge­stalt gedacht werden. # 8'705. 9'359. 9'972. Der Mensch kann das ver­ehren und lieben, wovon er eine Vorstellung hat, nicht aber, was er sich nicht vorstellen kann. # 4'733. 5'110. 5'663. 7'211. 9'167. 10'067.

Der Herr nimmt alle an, die im Guten sind und das Göttliche unter Menschengestalt verehren. # 9'359. 7'173.



Der Planet Merkur. Vom Planeten Merkur und seinen Geistern und Be­wohnern.

*9. Es ist ein in der Welt noch nicht bekanntes Geheim­nis, daß der gesamte Himmel einen Menschen darstellt und daher der Großmensch genannt wird und daß alle Teile des Menschen, sowohl Äußeres als Inneres, jenem Menschen oder Engel entsprechen. An vielen Beispielen wurde dargelegt, daß dem so ist. Zur Bildung jenes Großmenschen genü­gen die Geister nicht, die von unserer Erde in den Himmel kommen, denn sie sind ja verhältnismäßig wenige, und es be­darf dazu der Geister von vielen anderen Erdkörpern. Sobald es irgendwo an Zahl oder Beschaffenheit in der Entspre­chung fehlt, trifft der Herr aber Vorsorge, daß sogleich von einer anderen Erde Geister zur Vervollständigung herbeige­rufen werden, damit das richtige Verhältnis eintritt und der Himmel besteht.

*10. Was im Größten Menschen die Geister aus dem Pla­neten Merkur darstellen, ist mir aus dem Himmel auch gezeigt worden: nämlich das Gedächtnis, aber das Gedächtnis von Dingen, die von allem Irdischen und rein Materiellen befreit sind. Mir war erlaubt, mit ihnen zu sprechen, und dies meh­rere Wochen lang. Ich durfte vernehmen, wie sie beschaffen sind, und erkunden, wie sich ihr Leben auf dem Planeten selbst abspielt. Deshalb will ich die Erfahrungen hier an­führen.

*11. Es kamen Geister zu mir, und es wurde mir aus dem Himmel gesagt, sie stammten aus dem der Sonne zunächst stehenden Planeten, der auf unserer Erde Merkur genannt wird. Bei ihrer Ankunft forschten sie sogleich in meinem Ge­dächtnis, was ich wisse. Dies tun die Geister auf sehr ge­schickte Weise, denn sie sehen, wenn sie zu einem Menschen kommen, die Einzelheiten in seinem Gedächtnis. Da sie Verschiedenes durchforschten, darunter Städte und Orte, an denen ich gewesen war, bemerkte ich, daß sie von Tempeln, Palästen, Häusern und Straßen nichts wissen wollten, son­dern nur, was ich an Tatsachen an jenen Orten kennengelernt hatte. Außerdem interessierte sie noch, welche Staatsverfas­sungen, welche Sinnesart und Sitten die Bewohner dort hat­ten und ähnliches. Solches nämlich hängt beim Menschen im Gedächtnis mit den Örtlichkeiten zusammen und wird des­halb, wenn die Örtlichkeiten hervorgerufen werden, auch wieder im Gedächtnis wahrnehmbar. Da ich mich über diese ihre Beschaffenheit wunderte und sie fragte, warum sie an der Pracht der Orte vorübergingen und nur die dortigen Be­gebenheiten hervorsuchten, gaben sie zur Antwort, es bereite ihnen kein Vergnügen, Materielles, Körperliches und Irdisches zu betrachten, sondern nur das Reale, Wirkliche. Hier­mit wurde bestätigt, daß die Geister jener Erde im Großmen­schen das Gedächtnis der vom Materiellen und Irdischen ge­trennten Dinge darstellen.

Die Geister treten in alle Gedächtnisinhalte des Menschen ein. Nichts aber legen sie aus dem ihrigen in des Menschen (Gedächtnis). # 2'488. 5'865. 6'192. 6'193. 6'198. 6'199. 6'214. Engel treten in die Neigungen und Absichten ein, aus denen der Mensch so und nicht anders denkt, will und handelt. # 1'317. 1'645. 5'846.

*12. Mir wurde auch gesagt, das Leben der Bewohner auf jener Erdkugel sei ebenso beschaffen: sie kümmerten sich nämlich gar nicht um das Irdische und Leibliche, sondern nur um die Einrichtungen, Gesetze und Regierungen der Völkerschaften dort und um himmlische Dinge, die zahllos sind. Auch wurde mir erzählt, eine große Zahl unter den Menschen jener Erde verkehre mit Geistern und erlange von ihnen Kenntnis geistiger Dinge und der Zustände des Lebens nach dem Tod. Dies ist auch die Ursache ihrer Geringschät­zung leiblicher und irdischer Dinge. Denn einem Menschen, der von einem wirklichen Wissen aus an ein Leben nach dem Tod glaubt, liegt nur an himmlischen Dingen, weil sie ewig und glückselig sind, nicht aber an weltlichen, ausgenommen wenn die Notwendigkeiten des Lebens es verlangen. Als Folge dieser Beschaffenheit der Bewohner sind ihre Geister ebenso geartet.

*13. Sie forschen im Gedächtnis begierig nach Kenntnis­sen, die über die Sinneserfahrungen hinausreichen, um sie sich anzueignen. Ich konnte die Erfahrung machen, daß sie beim Anblick dessen, was ich über himmlische Dinge wußte, alles durchmusterten und dabei beständig ausriefen: "Das ist so, das ist so." Denn wenn Geister zu einem Menschen kommen, dringen sie in sein ganzes Gedächtnis ein und bringen an die Oberfläche, was ihnen zusagt, ja lesen darin wie in einem Buch, was ich oft bemerkt habe. Diese Geister machten das um so geschickter und schneller, je weniger sie sich bei dem aufhielten, was schwer und unbeweglich ist und infolgedes­sen die innere Wahrnehmung bewegt und aufhält. Dazu gehört alles Irdische und Leibliche, wenn es nur Zweck ist, das heißt allein um seiner selbst willen geliebt wird. Sie ziehen vielmehr die Dinge selbst in Betracht. Denn Gegenstände, denen nichts Irdisches anhaftet, heben die Seele aufwärts und somit auf ein weiteres Feld. Rein Materielles dagegen zieht die Seele abwärts, beschränkt sie und schließt sie ein. Die Begierde dieser Geister, sich Kenntnisse zu erwerben und ihr Gedächt­nis zu bereichern, wird auch aus Folgendem klar:

Einst, da ich etwas über zukünftige Begebenheiten schrieb und sie in einiger Entfernung standen, so daß sie das Geschrie­bene aus meinem Gedächtnis nicht entnehmen konnten, weil ich es in ihrer Gegenwart nicht lesen wollte, wurden sie sehr unwillig und wollten gegen ihre Gewohnheit auf mich los­fahren, indem sie mich den schlechtesten Menschen und der­gleichen nannten. Sie verrieten ihren Zorn, indem sie mir auf der rechten Seite des Kopfes bis zum Ohr eine Art schmerz­volle Verkrampfung beibrachten, aber es schadete mir nicht. Weil sie aber Böses verübt hatten, entfernten sie sich noch mehr, hielten aber doch bald an und wollten wissen, was ich geschrieben hätte. So groß ist ihre Gier nach Kenntnissen.

Die Geister bei einem Menschen sind im Besitz aller Dinge in seinem Gedächtnis. # 5'853. 5'857. 5'859. 5'860.

*14. Die Geister des Merkur besitzen vorzugsweise Kennt­nisse, und zwar nicht nur von den Dingen in unserem Sonnen­system, sondern auch von denen außerhalb im Sternenhimmel. Und was sie sich einmal angeeignet haben, behalten sie auch und erinnern sich daran, sooft sie auf Ähnliches stoßen. Daher steht es auch unzweifelhaft fest, daß die Geister ein Gedächtnis haben, und zwar ein viel besseres als die Menschen, und daß die Geister das, was sie hören, sehen und überhaupt wahrneh­men, auch behalten, besonders das, woran sie Genuß finden. So verhielt es sich mit der Erinnerung dieser Geister an die Kennt­nisse von Dingen. Denn was ein angenehmes Gefühl erzeugt und mit der Liebe in Berührung steht, fließt gleichsam von selbst ein und haftet. Das übrige dringt nicht ein, sondern berührt nur die Oberfläche und verflüchtigt sich allmählich.

*15. Wenn Merkurgeister zu anderen Gesellschaften kom­men, erforschen sie deren Wissen und gehen nach erfolgter Untersuchung weiter. Es herrscht auch eine solche Mittei­lung unter den Geistern, besonders unter den Engeln, daß all ihr Wissen der Gesellschaft mitgeteilt wird, in der sie aufge­nommen und geliebt sind.

In den Himmeln herrscht Mitteilung alles Guten, weil die himmli­sche Liebe all das Ihre mit andern teilt; daher haben die Engel Weis­heit und Seligkeit. # 549. 550. 1'390. 1'391. 10'130. 10'723.

*16. Die Merkurgeister fühlen sich ihrer Kenntnis wegen allen anderen überlegen. Es wurde ihnen deshalb gesagt, wenn sie auch Zahlloses wüßten, so sei doch das, was sie nicht wüßten, unendlich. Und wenn sich auch ihr Wissen in Ewig­keit vermehre, so vermöchten sie doch nicht einmal eine (vollständige) Kenntnis der allgemeinen (Zusammenhänge) zu erlangen. Sie seien aufgeblasen und eingebildet, aber das gezieme sich nicht. Doch sie gaben zur Antwort, es sei keine Aufgeblasenheit, sondern nur ein Rühmen der Kraft ihres Gedächtnisses. So verstehen sie, ihre Fehler zu beschönigen.

*17. Sie sind der Wörtersprache abgeneigt, weil sie mate­riell ist. Wenn deshalb vermittelnde Geister fehlten, konnte ich mit ihnen nicht anders als durch eine Art tätigen Denkens sprechen. Weil ihr Gedächtnis aus Dingen und nicht aus rein materiellen Bildern besteht, bietet es dem Denken seine Ge­genstände in näherliegender Weise dar. Denn das Denken, das über der Einbildungskraft steht, erfordert als Gegenstand Dinge, die von Materiellem getrennt sind. Aber obwohl dies bei den Merkurgeistern der Fall ist, haben sie doch ein schwaches Urteilsvermögen. Sie haben kein Vergnügen an Dingen, die dem Urteil und dem Erschließen aus Kenntnis­sen angehören. Denn nur nackte Kenntnisse allein gewähren ihnen Freude.

*18. Sie wurden gefragt, ob sie nicht mit ihren Kenntnis­sen irgendeinen Nutzen erreichen wollten, indem die bloße Freude an Kenntnissen nicht genüge, weil diese auf einen Nutzen abzielen und der Nutzen ihr Zweck sein solle. Aus den Kenntnissen selbst erwüchse der Nutzen nicht ihnen, sondern anderen, denen sie ihr Wissen mitteilen sollen. Außerdem gezieme es niemals einem Menschen, der weise heißen wolle, bei den Kenntnissen allein zu verweilen, weil sie bei der Erforschung von Dingen, die dem Leben an­gehören sollten, nur zweckdienliche Mittel sind. Aber sie ant­worteten, sie hätten ihre Freude an Kenntnissen, und diese bildeten ihren Nutzzweck.

*19. Einige unter ihnen wollten nicht, wie die Geister an­derer Erdkörper, als Menschen erscheinen, sondern als Kri­stallkugeln. Daß sie sich so darzustellen begehrten, ohne es jedoch zu können, rührt daher, daß im anderen Leben die Kenntnisse immaterieller Dinge der Entsprechung gemäß als Kristalle vorgebildet werden.

*20. Die Merkurgeister unterscheiden sich ganz und gar von den Geistern unserer Erde. Die letzteren bekümmern sich nicht so wie die ersteren um Dinge, sondern um Weltli­ches, Leibliches und Irdisches, was materiell ist, so daß sie nicht beisammen sein können. Wenn sie sich begegnen, flie­hen sie einander. Denn die geistigen Sphären, die auf beiden Seiten ausströmen, sind beinahe entgegengesetzt. Die Mer­kurgeister führen die Redensart, sie wollten nicht die Schale sehen, sondern die von der Schale gelösten Dinge, also das Innere.

*21. Es zeigte sich etwa eine Stunde lang eine fahl weiße, lebhaft glänzende Flamme. Sie kündigte die Ankunft solcher Merkurgeister an, die im Durchschauen, Denken und Reden schneller waren als die früheren. Als sie erschienen, durch­liefen sie sogleich mein Gedächtnis, aber worauf sie ihre Auf­merksamkeit richteten, konnte ich wegen ihrer Geschwin­digkeit nicht feststellen. Ich hörte sie nur mitunter sagen: "Das ist so." Über das, was ich in den Himmeln und in der Geisterwelt gesehen hatte, äußerten sie, sie wüßten es schon längst. Ich nahm wahr, daß sich die große Zahl der mit ihnen vereinigten Geister im Rücken des Großmenschen befindet, etwas gegen links, auf der Ebene des Hinterhauptes.

*22. Zu einer anderen Zeit sah ich eine große Zahl eben­solcher Geister, aber in einiger Entfernung mir gegenüber etwas zur Rechten. Sie sprachen mit mir, aber mithilfe ver­mittelnder Geister. Denn ihre Rede ist so schnell wie ihr Den­ken und läßt sich mit der menschlichen Sprache nicht erfas­sen, ausgenommen sie wird durch andere, vermittelnde Gei­ster übertragen. Zu meiner Verwunderung sprachen sie im Chor und doch sicher und schnell. Weil ihre Rede von meh­reren kam, wurde sie wie eine Wellenbewegung wahrge­nommen und floß zu meinem Erstaunen gegen mein linkes Auge, während sie doch zur Rechten standen. Die Ursache davon war, daß das linke Auge den Kenntnissen von Dingen, die von Materiellem getrennt sind, entspricht, also solchen, die der Einsicht angehören, das rechte aber solchen, die der Weisheit angehören. In gleicher Schnelligkeit, wie sie spra­chen, faßten sie auch die gehörten Dinge auf und urteilten darüber, indem sie sagten: "Es ist so, es ist nicht so." Denn ihr Urteil ist gewissermaßen ein augenblickliches.

Das Auge entspricht dem Verstand, weil dieser das innere Gesicht, das Gesicht für immaterielle Dinge ist. # 2'701. 4'410. 4'526. 9'051. 10'569. Das Sehen des linken Auges entspricht den Wahrheiten, somit der Einsicht, das Sehen des rechten Auges dem Guten aus dem Wah­ren, somit der Wahrheit. # 4'410.

*23. Es war ein Geist von einer anderen Erde da, der mit ihnen geschickt sprechen konnte; denn er war schlagfertig und schnell, dabei aber geziert in seiner Rede. Augenblicklich war ihr Urteil über seine Auslassungen fertig, indem sie sag­ten: "Das ist zu zierlich, das ist zu gelehrt." Sie achteten fortan nur darauf, ob sie von dem Sprecher noch etwas ihnen Unbe­kanntes zu hören bekämen, ließen auch alles verdunkelnde Beiwerk der Rede außer acht, wozu besonders die Künste­leien des gesuchten Vortrages und der Gelehrsamkeit gehör­ten. Denn so etwas läßt die Dinge selbst im Dunkeln, indem an ihrer Stelle Worte stehen, die nur materielle Formen von Dingen sind. Der Redende hält in ihnen nämlich den Sinn fest und wünscht die Aufmerksamkeit mehr auf die Worte als auf deren Sinn zu lenken, so daß das Ohr mehr an­geregt wird als sein Gemüt.

*24. Die Geister aus dem Planeten Merkur verweilen nicht an einem Ort, bleiben auch nicht in Gesellschaft mit Geistern einer Erde, sondern durchschweifen das ganze Uni­versum. Weil sie nämlich das Gedächtnis der Dinge, das be­ständig bereichert wird, darstellen, ist ihnen erlaubt, umher­zustreifen und sich aller Orten Kenntnisse zu erwerben. Wenn sie auf ihrer Wanderung Geistern begegnen, die Mate­rielles, das heißt Leibliches und Irdisches lieben, so fliehen sie diese und ziehen sich an einen Ort zurück, wo sie davon nichts hören. Hieraus wird deutlich, daß ihr Geist über das Sinnliche erhoben ist und daß sie sich so in einem inneren Licht befinden. Dies habe ich auch in der Tat wahrgenom­men, als sie bei mir waren und mit mir sprachen, indem ich bemerkte, wie ich dem Sinnlichen bis zu einem Grad entrückt wurde, daß das Licht meiner Augen anfing, geschwächt und verdunkelt zu werden.

*25. Die Geister der genannten Erde reisen in Scharen und Haufen, die gleichsam eine Kugel bilden, nachdem sie sich zu­sammengesellt haben. So werden sie vom Herrn verbunden, damit sie einheitlich zusammenwirken und die Kenntnisse des einen sich allen und die Kenntnisse aller sich jedem ein­zelnen mitteilen, wie es im Himmel der Fall ist. Daß sie im Weltall zur Erwerbung der Kenntnisse von Dingen umher­schweifen, zeigte sich mir auch aus Folgendem: Einst, da sie in sehr großer Entfernung erschienen und sich mit mir unterhielten, sagten sie: "Wir sind nun vereinigt und gehen aus diesem Sonnensystem in den Sternenhimmel, wo wir gewiß sind, solche zu finden, die sich nicht um Irdisches und Leib­liches kümmern, sondern um Dinge, die davon getrennt sind. Mit solchen wünschen wir verbunden zu werden." Dabei erfuhr ich, daß sie selbst das Ziel der Reise nicht ken­nen, sondern durch die göttliche Vorsehung dahin geführt werden, wo sie über Dinge unterrichtet werden können, die ihnen noch unbekannt sind, die aber mit den Kenntnissen, die sie bereits besitzen, übereinstimmen. Außerdem erfuhr ich, daß sie auch nicht wissen, auf welche Weise sie die Ge­fährten finden, mit denen sie vereinigt werden sollen, und daß dies ebenfalls durch göttliche Fügung geschehe.

*26. Weil sie so durch das Weltall reisen und daher vor an­deren Kenntnis von den Welten und Erden außerhalb unse­res Sonnensystems haben, sprach ich auch mit ihnen über diese Sache. Sie sagten, im Weltall fände sich eine große Zahl von Erden und darauf Menschen. Sie müßten sich darüber wundern, daß einige, die sie Menschen von geringem Urteil nannten, der Meinung seien, der Himmel des allmächtigen Gottes bestehe nur aus Geistern und Engeln von einer Erde, da diese doch so wenig wären und es im Vergleich zur All­macht Gottes kaum etwas ausmache, wenn es selbst Myria­den von Welten und Erden gäbe. Weiter äußerten sie: "Wir wissen, daß sich im Weltall mehr als einige hunderttausend Erden finden. Doch wie kann dies im Vergleich zum Göttli­chen, das unendlich ist, ins Gewicht fallen?"

*27. Während ich an der Erklärung des Wortes nach sei­nem inneren Sinn schrieb, waren Merkurgeister bei mir und sprachen, da sie Einblick in das Geschriebene gewonnen hat­ten, folgendes Urteil darüber: Was ich geschrieben hatte, sei sehr grobsinnlich, und die Ausdrücke erschienen fast wie materiell. Es wurde ihnen aber geantwortet: Die Menschen unserer Erde schauen das Geschriebene als zu subtil und er­haben an und fassen manches davon nicht. Ich fügte noch hinzu: "Viele auf dieser Erde wissen nicht, daß der innere Mensch auf den äußeren wirkt und bewirkt, daß dieser lebt. Und aus den Täuschungen der Sinne behaupten sie, das Leben gehöre dem Körper an. Weil sie böse und ungläubig sind, bezweifeln sie deshalb ein Leben nach dem Tod. Am Menschen nennen sie das, was nach dem Tod des Körpers lebt, nicht Geist, sondern Seele, und streiten, was diese sei und wo sie sitze. Auch glauben sie, der Körper werde, ob­wohl in alle Winde zerstreut, sich wiederum mit ihr verbin­den, damit der Mensch als Mensch lebe." Da die Merkurgei­ster dies hörten, fragten sie, ob solche Menschen Engel wer­den könnten. Sie erhielten die Antwort, daß die unter ihnen Engel würden, die im Guten des Glaubens und der Liebe ge­lebt hätten, und daß sie nicht weiter im Äußeren und Sinnli­chen, sondern im Inneren und Geistigen wären, und daß sie in einem helleren Licht sind als die Merkurgeister, falls sie in solchen Zustand kommen. Damit sie sich von der Wahrheit dessen überzeugten, durfte ein Engel des Himmels, der aus unserer Erde stammte und derartig in der Welt gelebt hatte, mit ihnen sprechen. Doch davon im Folgenden.

*28. Danach wurde mir von Merkurgeistern ein langes, ungleiches, aus mehreren Blättern zusammengeleimtes Pa­pier zugeschickt, das mit Buchstaben bedruckt schien, wie man sie auf unserer Erde hat. Ich fragte, ob sie derartige Drucksachen besäßen. Sie verneinten es aber. Doch wußten sie, daß es solche Papiere auf unserer Erde gibt. Mehr wollten sie nicht äußern. Wie ich bemerkte, dachten sie aber bei sich, auf unserer Erde befänden sich die Kenntnisse in den Büchern und nicht im Menschen, und hegten den spöttischen Gedan­ken, das Papier wisse gleichsam, was die Menschen nicht wüßten. Doch sie wurden über den Sachverhalt unterrichtet. Nach einiger Zeit kehrten sie zurück und sandten mir aber­mals ein Stück Papier, ebenso wie das erste mit Schriftzügen versehen, aber nicht so zusammengeleimt und unschön, son­dern zierlich und glänzend. Sie teilten mir auch mit, sie wären weiterhin darüber belehrt worden, daß man auf unserer Erde solche Blätter habe und aus ihnen Bücher mache.

*29. Aus dem, was bisher berichtet wurde, ergibt sich als gewiß, daß die Geister alles, was sie im anderen Leben sehen und hören, im Gedächtnis behalten und daß sie, ebenso wie zu der Zeit, da sie noch in der Welt lebten, unterrichtet werden können, folglich auch in Glaubenssachen, und so zur Vollkom­menheit gelangen. Je tiefer die Geister und Engel verinnerlicht sind, desto schneller und umfassender nehmen sie alles auf und behalten es umso vollkommener. Da dies in Ewigkeit ge­schieht, leuchtet ein, wie sie beständig an Weisheit zunehmen. Bei den Merkurgeistern nimmt fortwährend das Wissen von Dingen zu, aber deshalb noch nicht die Weisheit, weil sie die Kenntnisse, die nur Mittel sind, lieben, nicht aber den Nutzen.

*30. Von welcher Sinnesart die Geister aus dem Planeten Merkur sind, kann noch weiter aus Folgendem ersehen wer­den. Man muß sich nur dabei vergegenwärtigen, daß alle, wie viele immer als Geister und Engel leben, Menschen ge­wesen sind; denn das Menschengeschlecht ist die Pflanz­schule des Himmels. Außerdem darf man nicht vergessen, daß die Geister hinsichtlich der Gesinnung und der Neigung gerade so beschaffen sind, wie sie als Menschen in der Welt waren, denn einem jeden folgt sein Leben in das Jenseitsl3. Weil dies so ist, kann die Sinnesart der Menschen jeder be­liebigen Erde an der Sinnesart der daher stammenden Gei­ster erkannt werden.

Einem jeden verbleibt und folgt nach dem Tod sein Leben. # 4'227. 7'440. Das Äußere des Lebens ist nach dem Tode verschlossen, sein Inneres aber geöffnet. # 4'314. 5'128. 6'495. Dann ist alles und jedes einzelne des Denkens offenbar. # 4'633. 5'128.

*31. Weil die Merkurgeister am Großmenschen das Ge­dächtnis der vom Materiellen getrennten Dinge darstellen, wollen sie durchaus nichts davon hören, wenn jemand mit ihnen über Irdisches, Leibliches und rein Weltliches zu spre­chen sucht. Können sie einem solchen Gespräch nicht entge­hen, so verdrehen sie, um auszuweichen, den Inhalt, und meist in das Gegenteil.

*32. Damit ich sicher wüßte, daß sie so gesinnt sind, durfte ich ihnen Wiesen, Äcker, Gärten, Wälder, Flüsse dar­stellen, daß heißt, sie ihnen in Bildern vor Augen führen, die im Jenseits ganz dem Leben und der Wirklichkeit gleichen. Aber alsbald verwandelten sie diese. Die Wiesen und Äcker verdunkelten sie und erfüllten sie durch Vorbildungen mit Schlangen. Die Flüsse aber schwärzten sie, so daß ihr Was­ser nicht klar erschien. Da ich nach der Ursache ihrer Hand­lungsweise fragte, gaben sie zur Antwort, sie wollten nicht über solches denken, sondern über Wirkliches, wozu sie der Kenntnisse von Dingen bedürften, die über das Irdische hinausweisen, besonders solcher, die sich auf den Himmel beziehen.

*33. Danach zeigte ich ihnen größere und kleinere Vögel, wie wir sie auf unserer Erde haben, denn im Jenseits können solche Dinge nach dem Leben vorgebildet werden. Da sie jene Vögel, also die Abbilder, sahen, wollten sie sie verunstalten, doch standen sie alsbald davon ab, weil sie anfingen, Freude an ihnen zu empfinden. Dies kam daher, daß die Vögel Kenntnisse von Dingen bedeuten, und sie dies eben in ihrem Inneren wahrnahmen. Deshalb gaben sie es auf, die Vögel zu verändern und sie von den Vorstel­lungen ihres Gedächtnisses abzuwenden. Nachher durfte ich ihnen einen sehr anmutigen Garten mit Lampen und Lichtern vorbilden, und weil diese Wahrheiten darstellen, die aus dem Guten leuchten, so zögerten sie auch jetzt wie­der mit ihren Veränderungen der Gegenstände und hielten an sich. Hieraus wird klar, daß sie im Anschauen materiel­ler Dinge erhalten werden können, wenn sich deren Bedeu­tung zugleich nach dem geistigen Sinn bemerkbar macht. Denn der geistige Sinn ist nicht so sehr von Materiellem ge­trennt, weil ihm dieses entspricht.

Vögel bedeuten Vernünftiges, Verständiges, Gedanken, Vorstellun­gen, Erkenntnisse. # 40. 745. 776. 778. 866. 988. 991. 5'149. 7'441. Dies alles in Verschiedenheit nach den Gattungen und Arten der Vögel. # 3'219.

Lampen mit Leuchten bedeuten Wahrheiten, die aus dem Guten her­aus leuchten. # 4'638. 9'548. 9'783.

*34. Außerdem sprach ich mit ihnen von Schafen und Lämmern, aber sie wollten nichts davon hören, weil sie es wie etwas Irdisches auffaßten. Grund dafür war, daß sie nicht verstanden, was die Unschuld ist, die durch Lämmer darge­stellt wird. Mir wurde der Grund dafür durch ihre Antwort auf meine Worte klargemacht, die im Himmel vorgebildeten Lämmer bezeichneten die Unschuld. Sie antworteten näm­lich, sie kennten die Unschuld nur dem Wort nach. Das kommt daher, daß sie nur durch Kenntnisse angeregt wer­den, nicht aber durch Nutzen, der deren Endzweck ist. Daher konnten sie nicht aus innerer Wahrnehmung wissen, was Un­schuld ist.

Lämmer im Himmel und im Wort bedeuten Unschuld. # 3'994. 7'840. 10'132.

*35. Es wurden einige Merkurgeister von ihresgleichen zu mir geschickt, damit sie erkundeten, was bei mir vorginge. Ihnen gab einer der Geister aus unserer Erde (von meiner Umgebung) den Auftrag: "Sage den Deinen, sie sollten nichts anderes als die Wahrheit sprechen und nicht, wie sie pflegen, den Fragestellern Gegenteiliges erwidern. Denn wenn ein Geist aus unserer Erde so handelt, wird er bestraft." Da ant­wortete die Schar, die sich zurückgezogen hatte und aus der jene abgesandten Geister waren, wenn sie deshalb bestraft würden, verdienten sie alle Strafe, weil sie nicht anders handeln könnten als Folge fortwährender Gewohnheit. Wenn sie mit Menschen ihrer Erde sprächen, so machten sie es auch so, aber dies nicht in der Absicht zu täuschen, sondern um Verlangen nach Wissen einzuflößen. Denn wenn sie Entge­gengesetztes erwiderten und auf gewisse Weise eine Sache vorenthielten, dann würde die Wißbegierde erregt und aus dem Bestreben, jenes zu erforschen, das Gedächtnis berei­chert. Da ich mich über diese Sache auch ein anderes Mal mit ihnen unterhielt, fragte ich, wie sie die Bewohner ihrer Erde unterrichten, da mir bekannt war, daß sie mit denen verkeh­ren. Sie sagten, sie unterwiesen diese nicht, wie sich eine Sache verhält, sondern vermittelten ihnen nur eine Wahrnehmung der Sache, wodurch die Begierde zu forschen und zu wissen entflammt würde und wachse. Denn wenn sie auf alles erschöpfend antworteten, würde die Begierde abster­ben. Sie fügten noch hinzu, daß sie auch Widersprechendes einmischten, damit die Wahrheit um so heller hervortrete. Denn alle Wahrheit erscheint im Verhältnis zum Entgegen­gesetzten.

*36. Sie mögen zwar nicht jedem mitteilen, was sie wissen, wohl aber sind sie stets bemüht, von allen anderen deren Kenntnisse zu erfahren. Das ist so ihre Sitte. Ihrer Gesellschaft dagegen teilen sie alles so vollständig mit, damit alle wissen, was einer weiß, und jeder weiß, was alle wissen.

*37. Weil die Merkurgeister Überfluß an Kenntnissen be­sitzen, sind sie von einer Art Stolz erfüllt und meinen schon so viel zu wissen, daß kaum noch etwas hinzugefügt werden könne. Aber es wurde ihnen von Geistern unserer Erde ge­sagt, nicht viel, sondern wenig wüßten sie. Was sie nicht kennten, sei verhältnismäßig unendlich und verhalte sich zu dem, was sie wüßten, wie die Wasser des größten Ozeans zum Wasser einer kleinen Quelle. Der erste Schritt zur Weis­heit bestehe darin, zu wissen, zu erkennen und wahrzuneh­men, daß das, was man weiß, so gering sei, daß es vernach­lässigt werden könne im Vergleich zu dem, was man nicht weiß. Damit sie dies einsähen, durfte ein gewisser Engelgeist mit ihnen sprechen und ihnen im allgemeinen sagen, was sie wüßten und was sie nicht wüßten, daß unendlich sei, was sie nicht wüßten, und daß sie in alle Ewigkeit nicht ein­mal eine oberflächliche Kenntnis der Dinge zu erlangen vermöchten. Dieser sprach durch engelische Vorstellungen um vieles treffender als sie, und weil er ihr Wissen und Nichtwissen aufdeckte, wurden sie von Staunen befallen. Nachher sah ich einen anderen Engel mit ihnen reden, der in einiger Höhe gegen rechts hin erschien. Er war von unserer Erde und zählte sehr vieles auf, was sie nicht wußten. Darauf sprach er auch durch Veränderungen des Zustandes mit ihnen, von denen sie zugaben, daß sie sie nicht verstanden. Und der Engel sagte ihnen dann, jede Zustandsveränderung enthalte Unendliches, und auch jeder kleinste Teil davon. Da sie dieses hörten, fingen sie an sich zu demütigen, weil sie stolz auf ihre Kenntnisse gewesen waren. Die Demütigung zeigte sich durch eine abwärtsgehende Beugung des allge­meinen kreisförmigen Körpers, den sie bildeten (voluminis), denn jene Schar erschien wie ein Bogen gegenüber zur linken in einiger Entfernung, auf der Oberfläche des Himmels, des Großmenschen, unterhalb des Nabels. Dieser Körper jedoch war in der Mitte wie eingebogen und an den Seiten aufrecht, auch wurde eine hin- und hergehende Bewegung an ihm be­merkt. Es wurde ihnen gesagt, was dies bedeute, d.h., was sie in dieser Demütigung dächten, und daß die, die an den Seiten aufrecht erschienen, noch keine Demut zeigten. Ich sah, daß der Körper sich teilte und daß die, die nicht demütig waren, nach ihrer Erde zurückgeschickt wurden, während die übrigen dablieben.

*38. Es kamen Merkurgeister zu einem gewissen Geist aus unserer Erde, der wegen seiner Gelehrsamkeit in hohem Ruf stand, als er noch in der Welt lebte. Es war Christian Wolff, von dem sie über verschiedene Dinge belehrt zu wer­den wünschten. Sie merkten aber, daß sich seine Rede nicht über die Sinneserfahrungen des natürlichen Menschen er­hob, weil er in seiner Rede an Ehre dachte. Wie in der Welt (denn jeder ist sich im anderen Leben ähnlich) wollte er ver­schiedenes in Reihen fügen und daraus wiederum und be­ständig anderes erschließen. Er versuchte so, Zusammen­hänge aufzubauen aus Komponenten, die sie nicht einsahen oder nicht als wahr anerkannten. Daher sagten sie, die Rei­hen hingen weder so in sich, noch mit dem Schluß zusam­men. Sie nannten sie einen finsteren Ausspruch (obscurum) von Autorität und standen davon ab, sich von ihm belehren zu lassen, indem sie fortan nur fragten: Warum heißt dies so, jenes so? Da er aber auch darauf mit materiellen und nicht mit geistigen Begriffen antwortete (jeder spricht im anderen Leben in dem Maße geistig oder durch geistige Begriffe, wie er in der Welt an Gott glaubte, und materiell, wie er nicht glaubte), da verließen sie ihn. Bei dieser Gelegenheit will ich erwähnen, wie es im anderen Leben um die Gelehrten steht, die die Einsicht aus eigenem Nachdenken schöpfen, ent­brannt von Liebe zur Wahrheit um ihrer selbst willen, also wegen eines vom Weltlichen getrennten Nutzens, und was es mit denen auf sich hat, die ihre Einsicht ohne eigenes Nach­denken anderswoher beziehen; das ist der Fall bei denen, die das Wahre um des Rufes der Gelehrsamkeit willen zu wissen begehren, also um Ehre und weltlichen Vorteil zu gewinnen und nicht mit dem Ziel eines vom Weltlichen getrennten Nut­zens. Es ist mir gestattet, hier eine gewisse Erfahrung mit sol­chen Leuten einzuschieben. Es wurde ein durchdringender Klang vernommen von unten her, auf der linken Seite bis zum linken Ohr. Ich bemerkte, daß dies Geister waren, die heraufzusteigen bemüht waren, aber von welchem Ort sie waren, konnte ich nicht erkennen. Nachdem sie emporge­kommen waren, sprachen sie mit mir und sagten, sie seien Logiker und Metaphysiker und hätten sich mit ihren Gedan­ken in solche Dinge vertieft, mit der Absicht, für Gelehrte zu gelten und zu Ehren und Reichtümern zu gelangen. Sie klag­ten, sie führten nun ein elendes Leben, weil sie sich ohne einen anderen Zweck mit diesen Dingen angefüllt und ihre Vernunft dadurch nicht ausgebildet hätten. Ihre Rede war langsam und klanglos. Indessen sprach ein Paar über mei­nem Haupt, und auf meine Frage, wer sie seien, wurde mir geantwortet: Einer von ihnen ist in der Gelehrtenwelt höchst berühmt. Mir wurde die Annahme gestattet, er sei Aristote­les. Wer der andere war, wurde nicht gesagt. Er wurde dann in den Zustand versetzt, in dem er auf der Erde gelebt hatte. Denn jeder kann leicht in den Zustand seines früheren Le­bens in der Welt versetzt werden, weil er seinen ganzen Le­benszustand in sich trägt. Er machte sich, was mich wun­derte, an mein rechtes Ohr und sprach da, zwar dumpf, doch vernünftig. Aus dem Sinn seiner Rede merkte ich, daß er von ganz anderer Art war als jene Scholastiker, die zuerst heraufgestiegen waren, daß er nämlich einzig und allein aus eigenem Denken erschlossen hatte, was er geschrieben und zu seiner Philosophie gemacht hatte. Die Kunstausdrücke, die er erdachte und den Gedankengängen beilegte, waren Begriffe, mit denen er innere Dinge beschrieb. Er war ange­regt worden aus dem angenehmen Gefühl der Neigung und dem Verlangen nach Wissen über alles, was dem Denken und dem Verstand angehört, und war ohne Widerstreben dem ge­folgt, was sein Geist ihm sagte. Aus diesem Grund machte er sich an das rechte Ohr, anders als seine Nachfolger, die Scho­lastiker, die nicht vom Denken zu den Begriffen, sondern von diesen zu den Gedanken gehen, also den entgegengesetzten Weg. Und viele von ihnen gelangen nicht einmal zu Gedan­ken, sondern bleiben bei den Bezeichnungen stehen. Wenn sie diese anwenden, geschieht es zur Begründung jeder be­liebigen Sache, auch um durch ihre Überredungslust dem Falschen einen Schein des Wahren umzuhängen. Daher ist ihnen die Philosophie eher ein Mittel zum Wahnsinn als zur Weisheit. Und ihnen wird Finsternis anstelle des Lichtes zu­teil. Darauf sprach ich mit eben diesem Geist über Analytik, indem ich sagte: "Ein kleiner Knabe redet in einer halben Stunde mehr philosophisch, analytisch und logisch als er, der Geist, in einem Band hätte beschreiben können, weil sich alles Denken und folglich auch die menschliche Sprache nach den aus der geistigen Welt stammenden Gesetzen der Ana­lytik richtet. Und wer kunstmäßig nach wissenschaftlichen Formeln denken will, gleicht einem Tänzer, der aus der Kenntnis der Bewegungsfibern und Muskeln tanzen lernen möchte. Wenn jemand seine Gedanken auf diese Mittel ge­richtet hielte, während er tanzt, würde er kaum einen Fuß be­wegen können, und doch bewegt er ohne jene Kenntnis den ganzen Bewegungsapparat, der den gesamten Körper erfaßt, dazu Lunge, Zwerchfell, Seiten, Arme, Hals und alles Übrige, was zu beschreiben in dicken Büchern nicht Platz fände. Und ähnlich verhält es sich mit denen, die aus wissenschaftlichen Formeln heraus denken wollen." Der Geist billigte diese Worte und sagte: "Lernt man auf diese Weise denken, so ge­schieht es in umgekehrter Ordnung", und er fügte hinzu: "will jemand ein Narr sein, dann möge er so zu Werke gehen. Man soll aber immer an den Nutzen und aus dem Innern denken." Darauf zeigte er mir, welche Vorstellung er vom höchsten Gott gehabt hatte. Er habe sich ihn nämlich unter Menschengestalt gedacht, das Haupt mit einem Strahlen­kranz umgeben. Und nun wisse er, der Herr sei jener Mensch und der Strahlenkranz das Göttliche aus ihm, das nicht nur in die Himmel einfließt, sondern auch in das Universum, und alles ordnet und regiert. Er fügte hinzu: "Wer den Himmel ordnet und regiert, tut dies auch mit dem Universum, weil das eine vom anderen nicht zu trennen ist." Auch sagte er, er habe an einen Gott geglaubt, dessen Attribute und Eigen­schaften durch so viele Namen bezeichnet würden, wie an­dere Götter verehrten. Es erschien nun ein Weib, das die Hand ausstreckte, in der Absicht, ihm die Wange zu streicheln. Als ich mich hierüber wunderte, erzählte er, daß ihm auf Erden oft ein solches Weib erschienen sei, dessen Hand von großer Schönheit war und gleichsam seine Wange gestrei­chelt habe. Engelische Geister sagten, solche Weiber seien ehemals den Alten erschienen und von ihnen Palladen genannt worden. Die gedachte Erscheinung habe von solchen Geistern hergerührt, die als Menschen in alten Zeiten gelebt hatten und daher Freude an Begriffen empfunden und sich mit Nachdenken, freilich ohne Philosophie, beschäftigt hät­ten. Und weil sie sich um ihn herum aufhielten und wegen seines Denkens aus dem Innern Wohlgefallen an ihm fanden, hätten sie vorbildlich ein solches Weib dargestellt. Zuletzt setzte er auseinander, was für eine Vorstellung er von der Seele oder dem Geist des Menschen gehabt habe. Er nannte ihn nämlich Pneuma, weil der Geist unsichtbar und belebt sei, wie etwa ein Äther- oder Luftpartikel. Und er habe ge­wußt, sein Geist werde nach dem Tode leben, weil dieser sei­nem Wesen nach von mehr innerer und tieferer Natur sei und nicht sterben könne, weil er zu denken vermöge. Seine Be­griffe seien nicht klar, sondern dunkel gewesen, weil ihm von den Alten in dieser Hinsicht nur weniges überliefert worden sei und er nur aus sich einige Kenntnis der Sache habe be­ziehen können. Übrigens befinde sich Aristoteles im anderen Leben unter verständigen Geistern, hingegen eine große Zahl seiner Anhänger unter den Irrsinnigen.

*39. Einst sah ich Geister unserer Erde bei Geistern aus dem Planeten Merkur. Ich hörte, wie sie untereinander rede­ten und wie darauf die Geister unserer Erde unter anderem die Merkurgeister fragten, an wen sie glaubten. Sie gaben zur Antwort: "An Gott." Da aber jene die weitere Frage stellten, an welchen Gott, wollten sie nicht reden, denn es ist ihre Sitte, nicht direkt auf Fragen zu antworten. Doch nun fragten umgekehrt die Merkurgeister die Geister unserer Erde, an wen sie glaubten. Sie sagten: "An Gott den Herrn." Die Mer­kurgeister äußerten darauf: "Wir spüren, daß ihr an keinen Gott glaubt und nur die Gewohnheit habt, mit dem Mund auszusprechen, daß ihr glaubt, obwohl ihr nicht glaubt." (Die Merkurgeister besitzen ein feines Innewerden, weil sie da­durch ständig das Wissen anderer erforschen.) Die Geister unserer Erde gehörten zu denen, die in der Welt den Glauben nach der Lehre der Kirche bekannten, aber nicht ein Leben nach dem Glauben führten. Weil solche ohne Glaubensleben sind, haben sie im Jenseits keinen Glauben, denn er ist ja nicht in ihnen. Da sie dies gehört hatten, verstummten sie, weil sie aus einer ihnen nun verliehenen Erkenntnis die Wahrheit dieser Tatsache erfaßten.

In denen, die sich zu einem Lehrglauben bekennen und kein Glau­bensleben führen, ist kein Glaube. # 3'865. 7'766. 7'778. 7'790. 7'950. 8'094. Ihr Inneres steht dem Glaubenswahren entgegen, obwohl sie dies in der Welt nicht wissen. # 770. 7'950.

*40. Einige Geister hatten aus dem Himmel erfahren, daß den Geistern des Planeten Merkur einst eine Erscheinung des Herrn verheißen worden sei. Letztere wurden deshalb von Geistern, die um mich waren, gefragt, ob sie sich jener Ver­heißung erinnerten. Sie antworteten, sie erinnerten sich, aber wüßten nicht, ob es so sicher verheißen worden sei, daß dar­über kein Zweifel gehegt werden könne. Da sie so unter sich sprachen, erschien ihnen die Sonne des Himmels. (Die Sonne des Himmels, die der Herr ist, sehen keine anderen, als die im innersten oder dritten Himmel wohnen. Die Übrigen sehen nur ihr Licht.) Beim Erblicken der Sonne sagten sie: "Dies ist nicht der Herr Gott", weil sie kein Angesicht sahen. Indessen sprachen die Geister unter sich, aber ich vernahm nichts von ihrer Rede. Plötzlich aber erschien wiederum die Sonne, und in ihrer Mitte der Herr, umgeben von dem Son­nenkranz. Als sie dies sahen, demütigten sich die Merkur­geister tief und warfen sich nieder. Dann erschien der Herr aus jener Sonne auch den Geistern unserer Erde, die ihn während ihres irdischen Lebens gesehen hatten. Einer nach dem anderen unter ihnen, mehrere der Reihe nach, bekann­ten, und dies vor der ganzen Versammlung, es sei der Herr selbst. Damals ist der Herr in der Sonne auch von Geistern aus dem Planeten Jupiter gesehen worden, und diese sagten voll Zuversicht: "Es ist derselbe, der uns auf unserer Erde als Gott des Weltalls erschienen ist."

Der Herr ist die Sonne des Himmels, aus der dort alles Licht ist. # 1'053. 3'636. 4'060. Der Herr erscheint so denen, die in seinem himmlischen Reich sind, wo die Liebe zu ihm herrscht. # 1'521. 1'529. 1'530. 1'531. 1'837. 4'696. Sie zeigt sich in mittlerer Höhe, oberhalb der Ebene des rechten Auges. # 4'321. 7'078. Darum wird durch die Sonne im Wort der Herr hinsichtlich der göttlichen Liebe bezeichnet. # 2'495. 4'060. 7'083. Die Weltsonne ist den Geistern und Engeln nicht sichtbar, sondern an ihrer Stelle etwas ganz Finsteres, im Rücken und gegenüber der Himmelssonne oder dem Herrn. # 9'755.

*41. Nachdem der Herr erschienen war, wurden einige vorwärts nach rechts geführt. Während dieser Veränderung äußerten sie: "Wir sehen ein viel helleres und reineres Licht als jemals früher, und ein stärkeres Licht kann es gar nicht geben." Es war Abend, und es waren viele, die das sagten.

Großes Licht leuchtet in den Himmeln, das um viele Grade das Mit­tagslicht auf Erden übertrifft. # 1'117. 1'521. 1'529. 1'619 bis 1'632. 4'527. 5'400. 8'644. Alles Licht in den Himmeln ist vom Herrn als der dortigen Sonne. # 1'053. 1'521. 3'195. 3'341. 3'636. 3'643. 4'415. 9'548. 9'684. 10'809. Das göttlich Wahre, ausgehend aus dem göttlich Guten­ der göttlichen Liebe des Herrn erscheint in den Himmeln als Licht und bringt dort alles Licht hervor. # 3'195. 3'222. 5'400. 8'644. 9'399. 9'548. 9'684. Das Licht des Himmels erleuchtet Gesicht und Verstand der Engel. # 2'776. 3'138. "Der Himmel ist in Licht und Wärme" be­deutet in Weisheit und Liebe. # 3'643. 9'399. 9'401.

*42. Man muß wissen, daß einem Geist weder die Sonne der Welt noch etwas von ihrem Licht in irgendwelcher Weise sichtbar ist. Das Licht dieser Sonne ist für die Engel und Gei­ster wie dichte Finsternis. Jene Sonne bleibt in der Vorstel­lung der Geister nur als Erinnerung an die Anschauung während des Lebens in der Welt. Und zwar stellt sie sich in ihrer Vorstellung wie etwas Dunkles dar, nämlich im Rücken in ungeheurer Entfernung, in geringer Höhe über der Ebene des Kopfes (dem Horizont). Die Planeten, die zum System jener Sonne gehören, erscheinen in einer bestimmten Lage im Verhältnis zur Sonne: Der Merkur im Rücken etwas gegen rechts. Der Planet Venus zur Linken, etwas rückwärts. Der Planet Mars zur Linken nach vorn. Der Planet Jupiter auch zur Linken nach vorn, aber in größerer Entfernung. Der Pla­net Saturn ganz vorn in bedeutender Ferne. Der Mond zur Linken, ziemlich hoch. Die übrigen Monde oder Trabanten auch zur Linken bei den Planeten. Dies ist die Stellung jener Planeten in den Vorstellungen der Geister und Engel. Auch die Geister erschienen neben ihren Planeten, aber außerhalb. Was die Merkurgeister im besonderen betrifft, so erscheinen sie weder in bestimmter Gegend noch Entfernung, sondern zeigen sich bald vorn, bald gegen links, bald ein wenig nach dem Rücken, und zwar deshalb, weil sie das Weltall durch­schweifen dürfen, um sich Kenntnisse zu erwerben.

*43. Es erschienen einst Merkurgeister zur Linken, an­fangs in der Form einer Kugel und danach als kreisförmiger Körper, der sich der Länge nach ausdehnte. Da ich begierig war zu wissen, wohin sie wollten, ob nach unserer Erde oder anderswohin, bemerkte ich, daß sie gegen rechts schwenkten und dann, sich wendend, sich der Erde oder dem Planeten Venus, und zwar der vorderen Seite, näherten. Als sie dort­hin kamen, sagten sie, sie wollten dort nicht sein, weil sich dort Böse aufhielten. Sie wandten sich nun der anderen Seite jener Erde zu und sagten dann, hier wollten sie bleiben, weil sich dort Gute fänden. Da dies geschah, fühlte ich im Gehirn eine große Veränderung und infolgedessen eine erhöhte Tätigkeit. Hieraus konnte ich schließen, daß die Geister der Venus auf dieser Seite mit den Merkurgeistern zusammen­stimmen, und daß sie das Gedächtnis materieller Dinge dar­stellen in Harmonie mit dem Gedächtnis der immateriellen Dinge, das die Merkurgeister bilden. Daher ging jene starke Wirkung von ihnen aus, als sie dort waren.

*44. Ich verlangte zu wissen, wie das Angesicht und der Körperbau der Menschen auf dem Planeten Merkur be­schaffen seien, ob sie Ähnlichkeit mit den Menschen unserer Erde besäßen. Da stellte sich meinen Augen eine Frau dar, ganz ähnlich denen auf unserer Erde. Ihr Antlitz war schön, doch kleiner als das einer Frau unserer Erde. Ihre Gestalt war zierlicher, doch von gleicher Größe, den Kopf hatte sie kunst­los aber nicht ungefällig mit einem Tuch umhüllt. Es zeigte sich auch ein Mann, gleichfalls von schlankerem Wuchs als die Männer unserer Erde. Er war mit einem dunkelblauen Kleid angetan, das eng anschloß und keine Falten und Zip­fel zeigte. Es wurde gesagt, die Menschen jener Erde hätten solche Gestalt und Haltung. Es wurde hierauf eine Art von Rindern und Kühen dargestellt, die sich nicht viel von den unsrigen unterschieden, nur waren sie kleiner und näherten sich auf diese Weise in der Gestalt den Hirschkühen und Hirschen.

*45. Sie wurden auch befragt, wie die Sonne der Welt von ihrer Erde aus erscheine. Die Antwort lautete, groß, und größer bei ihnen als auf den übrigen Planeten. Sie sagten, sie wüßten dies aus der Vorstellung von der Sonne bei anderen Geistern. Weiter ließen sie sich aus, die Temperatur sei bei ihnen eine mittlere, nicht zu warm und nicht zu kalt. Es wurde mir dann gestattet, ihnen zu sagen, dies sei vom Herrn so für sie vorgesehen, damit bei ihnen nicht eine allzu große Hitze herrsche, weil ihre Erde der Sonne näher stehe als die anderen. Denn die Wärme rührt nicht von der Nähe eines Planeten bei der Sonne her, sondern von der Höhe und Dichte der Atmosphäre. Dies zeigt sich auch aus der Kälte auf hohen Bergen selbst in heißen Klimaten sowie daran, daß die Wärmewirkung verschieden ist, je nach dem geraden oder schiefen Einfall der Sonnenstrahlen, wie sich aus den Zeiten des Winters und des Sommers in jeglicher Zone ergibt.

Dies ist, was mir über die Geister und Bewohner des Pla­neten Merkur zu wissen gegeben wurde.



Der Planet Jupiter. Seine Geister und Bewohner.

*46. Da ich mit Geistern und Engeln aus dem Planeten Jupiter eine längere Zeit als mit denen aus den übrigen Erdkörpern verkehren durfte, kann ich über ihr Leben und das der Bewohner dieses Planeten viel mehr berichten. Daß die Geister (von denen ich jetzt rede) vom Jupiter stam­men, ergab sich aus vielem und wurde auch aus dem Him­mel bestätigt.

*47. Der Erdkörper oder der Planet Jupiter selbst kommt den Geistern und Engeln nicht zu Gesicht. Denn niemals er­scheinen einem im Jenseits irgendwelche Erdkörper, sondern nur die Geister und Engel, die daher kommen. Die vom Pla­neten Jupiter zeigen sich beständig vorwärts zur Linken in ei­niger Entfernung (siehe # 42), und da ist auch ihr Planet. Es halten sich nämlich die Geister jeder Erde in deren Nähe auf, und zwar deshalb, weil sie ihre Bewohner gewesen sind (denn jeder Mensch wird erst nach dem Tod ein Geist) und weil sie eine ähnliche Sinnesart haben, so daß sie bei den Be­wohnern sein und ihnen dienen können.

*48. Sie erzählten, der Erdstrich, auf dem sie als Men­schen gelebt hätten, sei von einer so großen Menge bevölkert, wie die Erde nur zu ernähren vermöge. Die Bewohner be­gehrten nicht mehr als zur Erhaltung des Lebens gehöre, und Unnötiges hielten sie nicht für dienlich. Und daher rühre auch eine so große Zahl von Menschen. Ihre größte Sorge, be­richteten sie weiter, sei die Erziehung der Kinder, die sie auf das Zärtlichste liebten.

*49. Sie erzählten ferner, sie seien in Stämme, Familien und Häuser eingeteilt. Alle wohnten getrennt bei den Ihri­gen, und deshalb pflegten sie Umgang innerhalb der Ver­wandtschaft. Niemals begehre einer des anderen Güter, ja, ein Verlangen nach des Nächsten Vermögen käme ihnen gar nicht in den Sinn, geschweige denn, sich dieses mit List zu er­schleichen oder gar durch Gewalt und Einbruch zu rauben. Eine solche Tat sei in ihren Augen ein abscheuliches Verbre­chen gegen die menschliche Natur. Da ich ihnen sagen wollte, daß es auf unserer Erde Kriege, Räubereien und Mordtaten gäbe, wandten sie sich ab und schauderten, davon zu hören. Von Engeln ist mir gesagt worden, daß die Uralten auf unse­rer Erde ähnlich wohnten, daß heißt, geschieden in Stämme, Familien und Häuser. Alle seien damals mit ihrem Besitztum zufrieden gewesen und hätten nichts davon gewußt, sich durch Güter anderer zu bereichern oder aus Selbstsucht über andere zu herrschen. Daher seien die alten, besonders die ur­alten Zeiten dem Herrn vor den folgenden wohlgefällig ge­wesen. Weil das Leben so beschaffen war, habe auch damals die Unschuld geherrscht und mit ihr die Weisheit. Jeder habe das Gute aus dem Guten und das Gerechte aus dem Gerech­ten geübt. Was es heiße, Gutes und Gerechtes der Ehre oder des Vorteils wegen tun, hätten sie nicht gewußt. Deshalb hätten sie auch damals nur Wahres gesprochen, und zwar nicht so sehr aus Wahrem als aus Gutem, das heißt, nicht aus dem Verständnis allein, sondern aus dem mit dem Ver­ständnis verbundenen Willen. Auf solche Art waren die alten Zeiten beschaffen, und deshalb konnten auch die Engel damals mit den Menschen verkehren und ihre Gemüter bei­nahe losgetrennt vom Leiblichen in den Himmel mitneh­men, sie dort umherführen und ihnen die Herrlichkeiten und Wonnen sowohl zeigen, als ihnen auch ihr Glück und ihre seligen Gefühle mitteilen. Jene Zeiten waren auch den alten Schriftstellern bekannt und wurden von ihnen das Gol­dene oder auch das Saturnische Zeitalter genannt. Der Grund für jene Beschaffenheit lag, wie gesagt darin, daß sie in Stämme eingeteilt waren und die Stämme in Familien und die Familien in Häuser und daß es keinem in den Sinn kam, das Erbe anderer anzugreifen und sich dadurch Reichtum und Herrschaft zu verschaffen. Die Selbst- und Weltliebe waren damals weit entfernt. Jeder freute sich von Herzen über das seinige und ebenso über das Gute der anderen. Aber im Verlauf der Zeit, als die Herrschbegierde und das Verlangen, die Güter anderer zu besitzen (ins Denken) ein­drang, änderte sich die Szene und schlug in das Gegenteil um. Da vereinigte sich das Menschengeschlecht zu König- ­und Kaiserreichen, um sich zu schützen. Und weil die Ge­setze der tätigen Liebe und des Gewissens, die in die Herzen geschrieben waren, zu herrschen aufhörten, wurde es not­wendig, Gesetze zur Unterdrückung von Gewalttaten ein­zuführen, bei denen Ehrenstellen und Gewinn als Beloh­nung und ihr Entzug als Strafe galten. Durch diese Verände­rung des Zustandes entfernte sich der Himmel vom Menschen, und zwar immer weiter bis auf unsere Zeiten, da man nicht mehr weiß, ob es einen Himmel oder eine Hölle gibt, und von einigen sogar ihre Existenz geleugnet wird. Dies wurde ge­sagt, um durch Vergleiche zu erläutern, von welcher Art der Zustand derer ist, die auf dem Planeten Jupiter wohnen, und woher ihre Redlichkeit, wie auch ihre Weisheit stammen. Darüber weiteres im Folgenden.

*50. Durch einen längeren Umgang mit den Geistern vom Planeten Jupiter wurde mir zur Gewißheit, daß sie rechtschaffener sind als die Geister vieler anderer Erden. Ihre Annäherung beim Erscheinen, ihr Verweilen und dann ihr Einfluß waren so sanft und lieblich, daß es nicht be­schrieben werden kann. Die Beschaffenheit jedes Geistes of­fenbart sich im anderen Leben durch den Einfluß, der in der Mitteilung seiner Neigung besteht. So offenbart sich die Rechtschaffenheit durch Sanftmut und Lieblichkeit. Durch Sanftmut, weil er zu schaden fürchtet, und durch Lieblich­keit, weil er Gutes zu tun liebt. Die Sanftmut und Lieblich­keit des Einflusses von guten Geistern aus unserer Erde konnte ich sehr gut von dem ihrigen unterscheiden. Sie sag­ten, daß sie beim Entstehen einer unbedeutenden Uneinig­keit unter ihnen eine Erscheinung hätten wie die eines dün­nen, weißen Strahles, ähnlich denen des Blitzes, oder eines Bandes mit schimmernden und irrenden Sternen. Die Unei­nigkeit unter ihnen würde aber bald wieder beseitigt. Die schimmernden und zugleich irrenden Sterne zeigen Falsches an, auch eine Uneinigkeit, die schimmernden und feststehenden jedoch Wahres.

Sterne im Wort bedeuten Erkenntnisse des Guten und Wahren, somit Wahres. # 2'495. 2'849. 4'697. Im anderen Leben bildet sich Wahres durch feststehende Sterne vor, Falsches durch irrende. # 1'128.

*51. Die Gegenwart der Jupitergeister konnte ich nicht nur an dem sanften und lieblichen Annahen und Einfließen erkennen, sondern auch daran, daß sie möglichst in das An­gesicht einflossen und es heiter machten und zum Lächeln brachten, und dies fortwährend, so lange sie gegenwärtig waren. Sie sagten, sie machten es auch so mit den Gesichtern der Bewohner ihrer Erde, wenn sie zu ihnen kommen, indem sie ihnen auf diese Weise Frieden und Freude des Herzens einflößen wollten. Dieser Friede und diese Freude, die mir von ihnen eingeflößt wurden, erfüllte fühlbar Brust und Herz. Es wurden dann die Begierden und die Sorgen um die Zukunft entfernt, die Unruhe und Mißstimmung mit sich führen und die das äußere Gemüt (animus) auf verschiedene Weise in Aufregung versetzen. So wurde mir klar, wie das Leben der Bewohner des Planeten Jupiter beschaffen ist. An den Geistern nämlich wird die Sinnesart der Bewohner er­kannt, denn jeder hat sein Leben von der Welt her bei sich und führt es weiter, wenn er ein Geist wird. Es wurde be­merkt, daß sie in einem noch stärker verinnerlichten Zustand der Wonne oder Seligkeit leben. Dies bemerkte ich an der Wahrnehmung, daß ihr Inneres gegen den Himmel nicht verschlossen, sondern geöffnet ist. Denn je mehr das Innere gegen den Himmel geöffnet ist, desto fähiger ist es, das gött­liche Gute aufzunehmen und mit ihm Wonne und innere Se­ligkeit. Ganz anders bei denen, die nicht in der Ordnung des Himmels leben. Bei ihnen ist das Innere verschlossen und das Äußere gegen die Welt hin geöffnet.

*52. Was für ein Angesicht die Bewohner des Planeten Ju­piter haben, ist mir auch gezeigt worden. Es erschienen mir aber die Bewohner nicht selbst, sondern die Geister mit einem Gesicht, wie sie es auf ihrer Erde gehabt hatten. Ehe dies jedoch gezeigt wurde, erschien einer von ihren Engeln hinter einer weißen Wolke und gab die Erlaubnis. Dann wur­den zwei Gesichter gezeigt. Sie waren weiß und schön wie die Gesichter der Menschen auf unserer Erde, und es leuch­teten Aufrichtigkeit und Bescheidenheit aus ihnen hervor.

Wenn Jupitergeister bei mir waren, erschienen mir die Ge­sichter der Menschen auf unserer Erde kleiner als gewöhn­lich. Dies kam daher, daß von jenen Geistern die Vorstellung, die sie von ihrem Antlitz hatten, einfloß, nämlich die, daß es größer sei. Denn sie glauben, während sie als Menschen auf ihrer Erde leben, daß nach dem Tod ihre Gesichter größer sein werden und von rundlicher Form. Weil ihnen diese Vor­stellung eingeprägt ist, darum bleibt sie auch, und wenn sie Geister werden, erscheinen sie sich gegenseitig mit größerem Gesicht. Daß sie an diese Erscheinung glauben, liegt an der von ihnen gehegten Meinung, das Gesicht gehöre nicht zum Körper, weil sie durch dieses sehen, hören, sprechen und die Gedanken zeigen, und weil dabei das Gemüt hindurch leuchte. Daher stammt ihre Vorstellung, das Gesicht sei das Gemüt in äußerer Form. Und weil sie wissen, daß sie nach dem Leben in der Welt weiser sein werden, so glauben sie, die äußere Form des Gemütes oder das Gesicht werde an Umfang gewinnen. Sie glauben auch, sie würden nach dem Tode ein Feuer wahrnehmen, das ihr Angesicht erwärmt. Dies leiten sie davon ab, daß die Weiseren unter ihnen wis­sen, daß das Feuer im geistigen Sinn die Liebe darstellt und daß die Liebe die Lebenswärme ist und die Engel von dieser Wärme ihr Leben herleiten21. Dieser Wunsch wird bei sol­chen unter ihnen erfüllt, die in himmlischer Liebe gelebt haben. Sie empfinden Wärme im Gesicht, und dann ent­brennt das Innere ihres Geistes von Liebe. Deshalb waschen und reinigen die Bewohner jener Erde auch häufig ihr Ge­sicht und schützen es sorgfältig vor der Sonnenhitze. Sie haben eine Umhüllung aus Bast oder Rinde von bläulicher Farbe, mit der sie das Haupt umgeben und so das Gesicht be­decken. Von den Gesichtern der Menschen auf unserer Erde, die sie durch meine Augen sahen, sagten sie, sie seien nicht schön, und ihre Schönheit bestehe nur in der äußeren Haut, entstamme aber nicht den Fibern vom Innern her. Sie wun­derten sich, daß die Gesichter einiger Menschen rauh und voller Pusteln oder anderweitig entstellt waren, und sagten, bei ihnen kämen niemals solche Gesichter vor. Einige gefie­len ihnen, nämlich die, die heiter und freundlich aussahen oder um die Lippen ein wenig hervortraten.

Feuer im Wort bedeutet Liebe in beiderlei (gutem und bösem) Sinn. # 934. 4'906. 5'215. Heiliges und himmlisches Feuer ist göttliche Liebe und jede Neigung daraus. # 934. 6'314. 6'832. Höllisches Feuer ist Selbst- und Weltliebe und jede Begierde dieser beiden Liebesarten. # 934. 1'861. 5'071. 6'314. 6'832. 7'575. 10'747. Liebe ist Lebensfeuer, und das Leben rührt wirklich davon her. # 4'906. 5'071. 6'032.

Die Geister und Engel sehen nicht, was in unserer Sonnenwelt ist. Durch meine Augen jedoch haben sie es gesehen. # 1'880.

*53. Daß sie an solchen Gesichtern Wohlgefallen fanden, die um die Lippen herum hervorstanden, rührt daher, daß sie meistens durch das Angesicht sprechen, besonders durch die Gegend um die Lippen, und außerdem daher, daß sie nie­mals heucheln, das heißt anders reden als sie denken. Daher tun sie ihrem Gesicht keinen Zwang an, sondern bewegen es frei. Anders geschieht es bei denen, die von Jugend auf lern­ten, sich zu verstellen. Ihr Angesicht wird vom Inneren her­aus kontrolliert, damit nicht eine Spur des Gedankens hervorleuchtet. Vom Äußeren wird ihm auch keine freie Bewe­gung gelassen, sondern es bleibt bereit, sich entweder frei zu bewegen oder sich zurückzuhalten, je nachdem es die List für ratsam findet. Beobachtet man die Fibern der Lippen und ihre Umgebung, so wird sich diese Wahrheit herausstellen. Denn es finden sich dort vielfache Reihen von Nervenfasern zusammengefaltet und gefügt, die nicht allein zum Kauen und zum Sprechen von Wörtern geschaffen sind, sondern auch für den Ausdruck geistiger Vorstellungen.

*54. Es ist mir auch gezeigt worden, in welcher Weise sich die Gedanken durch das Gesicht äußern. Die Neigungen (sie gehören der Liebe an) offenbaren sich durch die Mienen und ihr Spiel, und die Gedanken in ihnen durch Veränderungen der Form des Innern. Deutlicher kann es nicht beschrieben werden. Die Bewohner des Planeten Jupiter haben auch eine Wörtersprache, sie ist aber nicht so laut wie bei uns. Eine Sprache unterstützt die andere, und durch die Sprache des Angesichts kommt Leben in die der Wörter. Ich wurde von Engeln unterrichtet, daß die erste Sprache auf jeder Erde die Rede mithilfe des Angesichts gewesen ist, und dies von zwei Ausgangspunkten aus: von den Lippen und den Augen. Die Ursache dafür ist darin zu suchen, daß das Gesicht dazu ge­bildet wurde, Gedanken und Willen (Wünsche) des Men­schen äußerlich darzustellen. Daher heißt auch das Ange­sicht das Bild und der Spiegel der Seele. Eine weitere Ursa­che besteht darin, daß in den ältesten oder ersten Zeitaltern Aufrichtigkeit herrschte und der Mensch nicht anders dachte noch denken wollte, als er willens war, durch das Angesicht hervorleuchten zu lassen. So konnten auch die Neigungen der Seele und die daraus resultierenden Gedanken leibhaftig und in ihrer Fülle dargestellt werden. So erschienen sie dem Auge wie in einem Gesamtbild auf einmal. Und diese Spra­che zeichnete sich so sehr vor der Wörtersprache aus wie das Gesicht vor dem Gehör. Das heißt, es besteht zwischen ihnen derselbe Unterschied wie zwischen dem Sehen eines Feldes und dem Hören und Begreifen einer mündlichen Beschrei­bung davon. Sie fügten hinzu, eine solche Sprache harmo­niere mit der Sprache der Engel, mit denen die Menschen in jenen Zeiten auch verkehrten. Wenn das Gesicht - oder das Gemüt durch das Gesicht - spricht, so ist auch die Engel­sprache beim Menschen in letzter, natürlicher Form, nicht aber, wenn der Mund Wörter redet. Jeder kann auch begrei­fen, daß die Wörtersprache den Uralten nicht bekannt sein konnte, weil die Wörter nicht spontan einfließen, sondern er­funden und den Gegenständen angepaßt werden müssen, was nur im Verlauf der Zeit geschehen konnte.

Die Urbewohner unserer Erde hatten eine Sprache durch das Ge­sicht und die Lippen, mithilfe eines inneren Atmens. # 607. 1'118. 7'361. Gleiche Rede haben die Bewohner auf einigen anderen Erden. # 4'799. 7'359. 8'248. 10'787. Vollkommenheit und Trefflichkeit dieser Sprache. # 7'360. 10'587. 10'508.

Solange Aufrichtigkeit und Gerechtigkeit beim Menschen vorherrschten, so lange verblieb ihm auch eine solche Sprache. Sobald aber das Gemüt anders zu denken und anders zu reden anfing, was dann stattfand, als der Mensch sich selbst und nicht seinen Nächsten zu lieben begann, da nahm die Wörtersprache überhand, während das Angesicht schwieg oder log. Dadurch wurde die innere Form des Angesichts verändert. Sie zog sich zusammen, verhärtete sich und wurde nach und nach fast allen Lebens beraubt. Die äußere Form aber, entflammt vom Feuer der Selbstliebe, erschien wie lebendig vor den Augen der Menschen. Denn jenes Leb­lose, was dahinter steckt, erscheint nicht vor den Augen der Menschen, wohl aber vor denen der Engel, weil diese das In­nere sehen. So sind die Gesichter derer beschaffen, die anders denken als sie reden. Denn die Verstellung, Heuchelei, Ver­schlagenheit und List, die heutzutage Klugheit heißen, führen solches mit sich. Aber anders verhält sich die Sache im anderen Leben. Da ist es nicht erlaubt, anders zu sprechen und zu reden. Widersprechendes wird dort auch in jeder Äußerung deutlich bemerkt. Und nachdem es bemerkt wurde, wird der Geist, in dem sich ein solcher Widerspruch befindet, aus der Gesellschaft verstoßen und bestraft. Nach­her wird er auf mannigfache Weise dahin gebracht, so zu sprechen, wie er denkt, und zu denken, wie er will, bis er ein einheitliches Gemüt wird anstelle eines gespaltenen. Auf diese Weise wird er veranlaßt, das Gute zu wollen und das Wahre aus dem Guten zu denken und zu sprechen, wenn er gut ist. Und wenn er böse ist, muß er das Böse wollen und das Falsche aus dem Bösen denken und sprechen. Der Gute wird nicht eher in den Himmel erhoben und der Böse nicht früher zur Hölle verstoßen, damit in der Hölle nichts sei als das Böse und das Falsche des Bösen und im Himmel nichts als das Gute und das Wahre des Guten.

*55. Weiter bin ich von Geistern, die von jener Erde waren, über vielerlei bei den dortigen Bewohnern unterrich­tet worden, über ihren Gang, ihre Speisen und ihre Wohnun­gen: Sie gehen nicht aufrecht wie die Bewohner unserer Erde und die der meisten anderen, auch kriechen sie nicht nach Art der Tiere, sondern sie unterstützen sich beim Vorwärts­schreiten mit den flachen Händen und richten sich ein um das andere Mal halb auf. Bei jedem dritten Schritt schauen sie zur Seite und nach hinten und wenden dabei auch etwas den Körper, was schnell geschieht. Denn es ist bei ihnen unan­ständig, anders als von vorn gesehen zu werden. Während sie so gehen, halten sie das Gesicht immer aufrecht, wie wir, so daß sie sowohl den Himmel als die Erde ansehen. Sie hal­ten es nicht niedergebeugt, so daß sie nur die Erde ansehen, denn dieses nennen sie verdammt. Die Niedrigsten unter ihnen tun dies, und wenn sie sich nicht daran gewöhnen, das Angesicht aufzurichten, so werden sie aus ihrer Gesellschaft verstoßen. Wenn sie aber sitzen, sehen sie (zunächst, was den Leib betrifft) aus wie die Menschen unserer Erde. Sie sitzen jedoch mit untergeschlagenen Beinen. Nicht nur beim Gehen, sondern auch beim Sitzen, hüten sie sich sorgfältig, von hin­ten gesehen zu werden. Sie haben es auch gern, wenn ihre Gesichter angesehen werden, weil ihr Gemüt dadurch zur Erscheinung kommt. Denn niemals zeigen sie ein mit ihrem Gemüt nicht übereinstimmendes Gesicht. Sie können es überhaupt nicht. Die Anwesenden erkennen dadurch auch deutlich, welche Gesinnung sie gegen sie hegen, und sie ver­bergen diese nicht. Besonders wissen sie, ob die äußerlich er­scheinende Freundschaft aus Aufrichtigkeit oder aus Zwang kommt. Dies ist mir von ihren Geistern gezeigt und von ihren Engeln bekräftigt worden. Daher scheinen auch ihre Geister nicht wie andere aufrecht zu gehen, sondern fast wie Schwimmer den Gang mit den Händen zu unterstützen und sich abwechselnd umzusehen.

*56. Die unter ihnen, die in warmen Gegenden wohnen, gehen nackt, doch immer mit einer Hülle um die Hüften. Sie erröten nicht über die Nacktheit, denn ihre Gemüter sind keusch. Auch lieben sie nur ihre Gattinnen und verabscheuen die Ehebrüche. Wenn Geister von unserer Erde hörten, jene gingen so und seien auch nackt, und daraufhin ihren Spott trieben und unzüchtig dachten und die Aufmerksamkeit ganz und gar nicht auf ihr himmlisches Leben, sondern nur auf sol­che Dinge richteten, dann wunderten sich jene am meisten. Sie sagten, dies sei ein Zeichen, daß diesen Geistern Leibliches und Irdisches mehr am Herzen liege als Himmlisches, und Unanständiges ihren Sinn erfülle. Es wurde ihnen gesagt, Nacktheit gereiche keinem zur Schande und zum Anstoß, der in Keuschheit und im Zustand der Unschuld lebe, wohl aber den Unzüchtigen und Schamlosen.

*57. Wenn die Bewohner jener Erde im Bett liegen, wenden sie ihr Angesicht nach vorne oder nach dem Innern des Zim­mers, nicht aber nach hinten oder gegen die Wand. Dies erzähl­ten mir ihre Geister und gaben als Grund davon an, daß sie so glauben, das Angesicht gegen den Herrn zu wenden, es aber von ihm abwenden, wenn sie nach der Wand schauen. Solche Gedanken kamen mir auch manchmal in den Sinn, wenn ich zu Bett lag, aber ich wußte bis dahin nicht, woher sie kamen.

*58. Sie ergötzen sich lange bei den Mahlzeiten, und dies weniger aus Wohlgefallen am Essen als an der Unterhaltung dabei. Während der Mahlzeit sitzen sie nicht auf Sesseln oder Bänken oder Erhöhungen von Rasen, auch nicht auf Gras, sondern auf den Blättern eines gewissen Baumes. Diesen Baum wollten sie nicht nennen. Da ich aber auf mehrere riet, sagten sie endlich ja, als ich auf die Blätter des Feigenbaumes kam. Außerdem sagten sie, sie richteten die Speisen nicht nach dem Wohlgeschmack, sondern hauptsächlich nach der Dienlichkeit zu. Sie meinten, eine zuträgliche Speise sei für sie eine wohlschmeckende Speise. Über diesen Gegenstand entspann sich unter den Geistern ein Gespräch, und es wurde gesagt, so gezieme es dem Menschen. Denn dann liege es ihm am Herzen, eine gesunde Seele in einem gesunden Kör­per zu haben. Anders aber bei denen, die vom Wohlge­schmack geleitet werden. Davon erkrankt der Körper oder wird wenigstens innerlich geschwächt, mithin auch der Geist. Denn dieser verhält sich gemäß dem inneren Zustand der aufnehmenden Teile des Körpers wie das Gesicht und das Gehör gemäß dem Zustand des Auges und des Ohres. Deshalb ist es sinnlos, alle Annehmlichkeit des Lebens in der Schwelgerei und im Wohlleben zu sehen. Daher kommt auch die Stumpfheit in den Dingen des Denkens und Urteilens und die Gewandtheit in Sachen des Körpers und der Welt. So wird der Mensch einem unvernünftigen Tier ähnlich und stellt sich mit diesem — nicht unpassend — auf eine Stufe.

*59. Ihre Wohnungen wurden mir auch gezeigt. Sie sind niedrig, aus Holz gebaut, im Innern aber mit hellblauem Bast oder ebensolcher Rinde überzogen und ringsum und oben wie mit Sternchen besät, nach dem Vorbild des Himmels. Denn sie wollen ihren Wohnungen im Innern das Ansehen des sichtbaren Himmels mit seinen Gestirnen geben, und zwar deshalb, weil sie die Gestirne für die Wohnungen der Engel halten. Sie haben auch Zelte, die oben gewölbt (rotundata) und in die Länge gestreckt und im Innern ebenfalls mit Sternchen auf blauem Grund übersät sind. In diese Zelte be­geben sie sich bei Tag, damit ihre Gesichter nicht von der Sonnenhitze leiden. Sie verwenden große Sorgfalt darauf, sie in eine gute Form zu bringen und sie schmuck zu erhalten. Dort speisen sie auch.

*60. Als die Jupitergeister Pferde unserer Erde sahen, schienen mir diese kleiner als sonst, obwohl es ziemlich starke und große Tiere waren. Es kam dies vom Denkbild jener Geister über ihre Pferde. Sie sagten, es gebe auch bei ihnen ähnliche Tiere, nur seien sie viel größer und lebten wild in den Wäldern. Sie empfänden bei ihrem Anblick Furcht, obwohl sie niemandem ein Leid zufügten. Diese Furcht sei naturgegeben, eingepflanzt, setzten sie hinzu. Hierdurch wurde eine Gelegenheit gegeben, über ihre Ursa­che nachzudenken. Das Pferd nämlich bedeutet im geistigen Sinn das Verständnis, das aus Kenntnissen gebildet wird. Und weil sie sich fürchten, dieses auf der Welt basierende Verständnis auszubilden, so empfinden sie ein Einfließen von Furcht. Daß sie sich um Wissen, das zur menschlichen Gelehrsamkeit gehört, nicht kümmern, wird man in der Folge sehen.

Das Pferd stellt das Verständnis dar. # 2'760. 2'761. 2'762. 3'217. 5'321. 6'125. 6'400. 6'534. 7'024. 8'146. 8'148. Das weiße Pferd in der Offenbarung ist das Verständnis des Wortes. # 2'760.

*61. Die Geister jener Erde wollten nicht mit Geistern un­serer Erde in Gemeinschaft sein. Denn sie unterscheiden sich nach Gesinnung und Sitten. Sie sagen, die Geister unserer Erde seien listig und stets bereit und geschickt, Böses zu er­sinnen. Gutes aber wüßten sie wenig und dächten selten daran. Außerdem sind die Geister des Planeten Jupiter um vieles weiser als die Geister unserer Erde. Sie sagen auch von den unsrigen, daß sie viel sprechen und wenig denken und daß sie so nicht viel im Innern wahrnehmen könnten und nicht einmal spürten, was gut sei. Sie schließen daraus, daß die Menschen unserer Erde äußerliche Menschen sind. Einst wurde auch bösen Geistern unserer Erde erlaubt, ihre bösen Künste zu treiben und die Jupitergeister anzufechten, die bei mir waren. Diese hielten ihnen ziemlich lange stand, endlich aber bekannten sie, sie könnten es nicht länger aushalten und glaubten, es gäbe keine schlimmeren. Denn sie verdrehten ihnen die Einbildungskraft und auch das Denken so, daß sie sich wie gebunden vorkamen und nur durch göttlichen Bei­stand daraus erlöst und befreit werden konnten. Während ich im Wort einiges über das Leiden unseres Erlösers las, flößten europäische Geister abscheuliche Ärgernisse ein in der Absicht, die Jupitergeister irrezuführen. Es wurde nach­geforscht, wer sie seien und was sie in der Welt getrieben hät­ten. Und es wurde in Erfahrung gebracht, daß einige von ihnen Prediger gewesen waren und sich mehrere unter ihnen befanden, die sich von der Gesellschaft des Herrn oder Je­suiten nannten. Ich sagte, daß jene während des Lebens in der Welt das Volk durch Predigten über das Leiden des Herrn bis zu Tränen rühren konnten. Ich fügte auch die Ursache hinzu: sie hatten in der Welt anders gedacht und gesprochen, also anderes im Herzen getragen, als sie im Munde führten, und es war ihnen jetzt nicht mehr erlaubt, so trügerisch zu reden. Denn wenn sie Geister werden, werden sie gezwun­gen, ganz und gar so zu sprechen, wie sie denken. Die Jupi­tergeister waren hoch erstaunt, daß beim Menschen ein sol­cher Widerspruch zwischen dem Inneren und dem Äußeren möglich sei, nämlich ganz anders zu reden als zu denken. Das sei ihnen unmöglich. Sie wunderten sich daher, daß viele aus unserer Erde auch Engel würden und von ganz anderer Herzensbeschaffenheit seien. Sie dachten damals, auf unse­rer Erde seien alle menschlichen Wesen diesen ähnlich. Es wurde aber klargestellt, daß viele nicht so seien und es auch Menschen gebe, die aus dem Guten denken und nicht aus dem Bösen wie jene, und daß diese Engel würden. Damit sie wüßten, daß dem so ist, kamen Chöre aus dem Himmel von den Engeln unserer Erde, einer nach dem anderen, die zu­gleich einstimmig und in Harmonie den Herrn verherrlich­ten. Über diese Chöre freuten sich die Jupitergeister, die bei mir waren, so sehr, daß sie sich wie in den Himmel entrückt vorkamen. Jene Verherrlichung durch die Chöre dauerte ungefähr eine Stunde. Die freudigen Empfindungen, die sie dadurch gewannen, wurden mir durch Mitteilung zu fühlen gegeben. Sie sagten, sie wollten dies den Ihrigen wo immer möglich bekannt machen.

Man nennt es einen Chor, wenn eine Zahl von Geistern zusammen und einmütig (und im Einklang) sprechen. # 2'595. 2'596. 3'350. In ihrer Rede ist Harmonie (Einklang). # 1'648. 1'649. Durch Chöre ge­schieht im anderen Leben die Einführung in die Einmütigkeit. # 5'182.

*62. Die Bewohner des Planeten Jupiter verwenden ihre Weisheit dazu, gut und gerecht über die im Leben vorkom­menden Dinge zu denken. Diese Weisheit, die sie von den El­tern von Jugend an aufnehmen, wird fortwährend auf die Nachkommen übertragen und wächst bei diesen aus der Liebe dazu, weil sie bei den Eltern wächst. Von den Wissen­schaften, wie sie auf unserer Erde gepflegt werden, wissen sie gar nichts und wollen auch nichts wissen. Sie nennen sie Schatten und vergleichen sie mit den Wolken, die vor die Sonne treten. Diese Vorstellung bekamen sie durch einige von unserer Erde, die sich vor ihnen mit ihrer aus den Kennt­nissen abgeleiteten Weisheit brüsteten. Die Geister von un­serer Erde, die sich so brüsteten, hatten bloßes Gedächtnis­wissen für Weisheit gehalten, also die Sprachen, besonders die hebräische, griechische und lateinische, die Literaturge­schichte, Kritiken, bloße Experimente und wissenschaftli­che Formeln, besonders philosophische, und ähnliches. Und sie benutzten ihr Wissen nicht als Mittel zur Weisheit, weil sie diese Dinge schon allein als Weisheit betrachteten. Weil sie ihr Denkvermögen nicht durch die Kenntnisse als Hilfsmittel ausbildeten, haben sie im anderen Leben nur wenig Einsicht, denn ihr Sehvermögen funktioniert nur auf­grund und unter Zuhilfenahme wissenschaftlicher und phi­losophischer Ausdrücke. Und denen, die auf diese Weise sehen, liegt jenes Wissen wie Brocken und Wolken vor dem Auge des Verstandes (siehe # 38). Diejenigen, die stolz sind auf ihre daraus abgeleitete Gelehrsamkeit, haben noch we­niger Einsicht. Bei denen aber, die die Wissenschaften dazu benützten, die Lehren der Kirche und des Glaubens zu ent­kräften und zu vernichten, ist der Verstand ganz und gar zerstört, und sie sehen in der Dunkelheit wie Nachteulen das Falsche für Wahres und das Böse für Gutes an. Aus dem Umgang mit solchen Geistern schlossen die Jupitergeister, daß die Wissenschaften Schatten und Blindheit verursa­chen. Es wurde ihnen aber gesagt, auf unserer Erde dienten die Wissenschaften als Mittel, um das geistige Auge zu öff­nen, das am Licht des Himmels teilhat. Weil aber die Be­lange des rein natürlichen und sinnenhaften Lebens vorherrschen, führen die Wissenschaften zum Wahnsinn, näm­lich zur Bevorzugung der Natur vor dem Göttlichen und der Welt vor dem Himmel. Weiter wurde ihnen erklärt, die Wissenschaften, an sich betrachtet, seien geistige Schätze, und diejenigen, die sie besitzen, glichen denen, die weltli­che Schätze besitzen. Solche weltlichen Schätze seien in ähnlicher Weise geeignet, sich selbst, dem Nächsten und dem Vaterland zu nützen, zugleich seien sie aber auch Mit­tel, Böses zu tun. Außerdem wurde erwähnt, die Wissen­schaften glichen Kleidern, die sowohl dem Nutzen und Schmuck dienen als auch dem Hochmut derjenigen, die um ihrer allein willen geehrt werden wollen. Die Geister des Planeten Jupiter verstanden dies sehr wohl; sie wunderten sich aber, daß solche, da sie doch Menschen seien, bei den Mitteln stehen blieben und das, was nur zur Weisheit führt, der Weisheit selbst vorzögen. Außerdem vermißten sie beim Menschen die Einsicht, daß an solchen Dingen herumzu­grübeln anstatt sich darüber zu erheben Verdunkelung und Verblendung bedeutet.

*63. Es stieg ein gewisser Geist aus der unteren Erde empor, kam zu mir und sagte, er habe das Gespräch zwi­schen mir und den anderen Geistern mit angehört. Er habe aber nichts von dem verstanden, was über das geistige Leben und sein Licht gesagt worden sei. Auf die Frage, ob er darü­ber belehrt werden wolle, sagte er, er sei nicht in dieser Ab­sicht gekommen. Aus dieser Antwort konnte ich schließen, daß er so etwas nicht zu fassen vermochte. Er war sehr stumpfsinnig. Die Engel sagten, dieser habe auf der Erde wegen seiner Gelehrsamkeit zu den Berühmteren gehört. Er war kalt, was an seinem Hauch deutlich empfunden wurde, und dies war Zeichen eines rein natürlichen und nicht geisti­gen Lichtes. Somit hatte er sich durch die Wissenschaften den Weg zum Licht des Himmels nicht eröffnet, sondern ver­schlossen.

*64. Weil die Bewohner des Planeten Jupiter sich auf an­dere Weise Einsicht verschaffen als die Bewohner unserer Erde und sie außerdem infolge ihres Lebens eine andere Ge­sinnung haben, können sie nicht lange mit ihnen zusammen sein, sondern fliehen sie entweder oder treiben sie von sich. Es gibt Sphären, die geistig genannt werden müssen und die aus jedem Geist ständig herausfließen, ja herausströmen. Sie fließen aus den Aktionen der Neigungen und der daraus entstehenden Gedanken und damit aus dem Leben selbst.

Eine geistige Sphäre, die die Lebenssphäre ist, fließt und strömt aus jedem Menschen, Geist und Engel und umgibt sie. # 4'464. 5'179. 7'454. Sie fließt aus dem Leben ihrer Neigung und ihres Denkens dar­aus. # 2'489. 4'464. 6'206. Im anderen Leben geschehen die Verbin­dungen und auch die Trennungen nach den Sphären. # 6'206. 9'606. 9'607. 10'312.

Die Zusammenschlüsse erfolgen im anderen Leben alle nach den Sphären. Was zusammenstimmt, wird verbun­den entsprechend der Übereinstimmung, was nicht zu­sammenstimmt, wird getrennt je nach der Verschieden­heit. Die Geister und Engel, die vom Planeten Jupiter sind, stellen im Groß-Menschen das Vorstellungsvermögen des Denkens dar und somit den tätigen Zustand der inneren Organe. Die Geister unserer Erde dagegen stellen ver­schiedene Funktionen der äußeren Glieder des Körpers dar. Wenn diese herrschen wollen, können sich Tätigkeit und Vorstellungskraft des inneren Denkens nicht auswirken. Daher kommt der Widerstreit zwischen beiden Le­benssphären.

*65. Hinsichtlich ihrer Gottesverehrung gilt es als Haupt­sache, daß sie unsern Herrn als höchsten Gott anerkennen, der Himmel und Erde regiert. Sie nennen ihn den einzigen Herrn. Und weil sie ihn bei Leibesleben anerkennen und ver­ehren, suchen sie ihn nach dem Tod und finden ihn. Es ist derselbe wie unser Herr. Befragt, ob sie wissen, daß der ein­zige Herr Mensch ist, antworten sie, sie wissen alle, daß er Mensch ist, weil er auf ihrer Erde von vielen als ein Mensch gesehen worden sei. Er belehre sie über die Wahrheit, erhalte sie und gebe denen das ewige Leben, die ihn aus dem Guten verehren. Sie sagten weiter, es sei ihnen von ihm offenbart worden, wie sie leben und glauben sollten, und diese Offen­barung werde von den Eltern den Kindern überliefert und die Lehre breite sich in allen Familien aus und damit über das ganze Volk, das von einem Vater abstamme. Sie fügten hinzu, es scheine ihnen, als sei die Lehre ihrem Gemüt eingeschrie­ben, was sie daraus schließen, daß sie sogleich wie aus sich innewerden und anerkennen, ob wahr sei oder nicht, was von anderen über himmlisches Leben des Menschen gesagt wird. Sie wissen nicht, daß ihr einziger Herr auf unserer Erde als Mensch geboren wurde. Sie sagten, dies zu wissen, liege ihnen nicht am Herzen, wohl aber, daß er selbst Mensch sei und das Universum regiere. Als ich mitteilte, er werde auf unserer Erde Christus Jesus genannt und Christus bedeute einen Gesalbten oder König und Jesus den Erlöser, da sagten sie, sie könnten ihn nicht als König verehren, weil die Be­zeichnung "Königliches" einen Beigeschmack von Weltli­chem habe. Sie verehren ihn aber als Erlöser. Weil von Gei­stern unserer Erde ein Zweifel eingestreut wurde, ob ihr ein­ziger Herr und der unsrige ein und derselbe seien, entkräfteten sie den Zweifel dadurch, daß sie sich erinnerten, ihn in der Sonne gesehen zu haben, und daß sie anerkannten, er sei es selbst, den sie auf ihrer Erde gesehen hätten (s. oben # 40). Einst auch erwuchs bei den Jupitergeistern, die bei mir waren, ein Zweifel, ob ihr einziger Herr derselbe sei wie unser Herr. Aber dieser Zweifel erstarb im Augenblick wie­der. Der Einfluß rührte von einigen Geistern aus unserer Erde her. Dann wurden sie zu meiner Verwunderung von Scham­röte übergossen, weil sie nur einen Augenblick daran ge­zweifelt hatten. Sie sagten zu mir, ich solle es nicht bekannt machen, damit man sie nicht deshalb des Unglaubens be­zichtige, da sie es doch nun vor allen anderen wüßten. Jene Geister wurden am meisten angeregt und erfreut, als sie hör­ten, der einzige Herr sei der alleinige Mensch, und von ihm hätten alle, daß sie Menschen hießen. Sie seien aber nur so­weit Menschen, wie sie Bilder von ihm seien. Das heißt: so­weit sie ihn und den Nächsten liebten, soweit seien sie im Guten. Denn das Gute der Liebe und des Glaubens ist das Bild des Herrn.

*66. Während ich das siebzehnte Kapitel des Johannes von der Liebe des Herrn und seiner Verherrlichung las, waren Geister vom Planeten Jupiter bei mir. Da sie hörten, was dort geschrieben steht, erfüllte sie ein heiliges Gefühl, und sie bekannten, daß alles dort göttlich sei. Aber da streu­ten ungläubige Geister unserer Erde ständig Ärgernisse ein, indem sie behaupteten, er sei geboren als Kind, habe wie ein Mensch gelebt und sei wie ein anderer Mensch erschienen, sei gekreuzigt worden und dergleichen mehr. Doch die Gei­ster des Planeten Jupiter achteten nicht darauf. Sie sagten, so seien ihre Teufel, die von ihnen verabscheut würden, und fügten hinzu, in den Gemütern dieser Menschen sitze ganz und gar nichts Himmlisches, sondern nur Irdisches, was sie Schmutz nannten. Sie sagten, sie hätten auch daraus erkannt, daß dem so sei, weil bei jenen sogleich Unzüchtiges die Ge­danken erfüllt habe, als davon die Rede war, sie gingen auf ihrer Erde nackt, und weil ihr himmlisches Leben bei jenen gar keine Beachtung gefunden habe, obwohl sie doch damals auch Kunde davon erhalten hätten.

*67. Welch klares Innewerden die Jupitergeister von gei­stigen Dingen haben, zeigte sich mir aus ihrer Darstellung, die sie von der Art und Weise geben, wie der Herr böse Nei­gungen in gute umwandelt. Sie stellten das verstandes­mäßige Gemüt wie ein schönes Gebilde dar und gaben ihm eine mit der Form übereinstimmende Tätigkeit als Leben der Neigung, was sie auf eine Weise taten, daß es nicht beschrie­ben werden kann, und so geschickt, daß sie Lob von den En­geln erhielten. Es waren damals Gelehrte von unserer Erde zugegen, die ihren Verstand mit wissenschaftlichen Kunst­formeln beladen und viel über Form, Substanz, Materielles und Immaterielles und dergleichen geschrieben und ge­dacht, aber ihr Wissen in keinerlei Nutzen umgesetzt hatten. Diese konnten die Vorbildung nicht einmal begreifen.

*68. Auf ihrem Planeten sucht man möglichst zu verhüten, daß jemand in verkehrte Meinungen über den einzigen Herrn verfalle. Und wenn sie bemerken, daß jemand anfängt, ver­kehrt über ihn zu denken, so ermahnen sie ihn zuerst, dann schrecken sie ihn durch Drohungen und endlich durch Strafen davon ab. Sie hätten beobachtet, sagten sie, wenn sich etwas derartiges bei einer Familie einschleiche, würde diese aus ihrer Mitte weggenommen, nicht durch ihre Mitmenschen unter Anwendung der Todesstrafe, sondern durch Geister, die sie des Atems und damit des Lebens beraubten, nachdem sie ihnen zuvor den Tod angezeigt hätten. Denn auf jener Erde sprechen die Geister mit den Bewohnern und züchtigen sie, wenn sie Böses verübt haben und auch, wenn sie Böses zu tun beabsichtigt haben, wovon im Folgenden die Rede sein soll. Wenn sie daher Verkehrtes vom einzigen Herrn denken und nicht davon abstehen, wird ihnen der Tod verkündet. Auf diese Weise wird dort die Verehrung des Herrn, der ihnen das höchste Göttliche bedeutet, erhalten.

*69. Sie haben keine Festtage, sondern feiern jeden Mor­gen beim Aufgang der Sonne und jeden Abend bei ihrem Un­tergang in ihren Zelten einen heiligen Gottesdienst zu Ehren des einzigen Herrn und singen dabei auch nach ihrer Weise Psalmen.

*70. Weiter bin ich unterrichtet worden, daß es auf jener Erde auch Bewohner gibt, die sich Heilige nennen und sich von ihren Dienern, deren Zahl sie vergrößern, bei Strafe Her­ren heißen lassen. Sie halten ihre Diener davon ab, den Herrn des Weltalls anzubeten, indem sie behaupten, sie seien Mitt­ler des Herrn und brächten ihre Bitten zum Herrn des Welt­alls. Den Herrn des Weltalls, der unser Herr ist, nennen sie nicht den einzigen Herrn wie die Übrigen, sondern den Höchsten Herrn, und zwar deshalb, weil auch sie sich Her­ren heißen. Sie nennen die Sonne der Welt das Angesicht des Höchsten Herrn und glauben, dort sei seine Wohnung, wes­halb sie auch die Sonne anbeten. Die übrigen Bewohner mei­den sie und wollen mit ihnen nicht verkehren, sowohl weil sie die Sonne anbeten, als auch weil sie sich Herren nennen und von ihren Dienern wie Mittelgötter verehrt werden. Von Geistern wurde mir ihre Kopfbedeckung gezeigt: es war ein turmförmiger Hut von dunkler Farbe. Im anderen Leben er­scheinen solche zur Linken in einiger Höhe und sitzen da wie Götzenbilder. Sie werden auch am Anfang von Dienern ver­ehrt, die bei derartigen Menschen weilten. Aber später sehen sie sich auch von diesen verlacht. Sie leuchten dort, was mich wunderte, im Angesicht wie von Feuer, was daher rührt, daß sie glaubten, sie seien Heilige gewesen. Aber obwohl sie im Gesicht wie feurig erscheinen, so frieren sie doch und ver­langen gar sehr, erwärmt zu werden. Hieraus wird klar, daß das Feuer, das aus ihnen leuchtet, das Feuer der Eigenliebe und des Stolzes ist. Ihnen kommt es vor, als ob sie Holz spal­teten, um sich zu erwärmen, und während sie dies tun, zeigt sich unter dem Holz etwas wie ein Mensch, den sie dann als­bald zu zerhacken versuchen. Dies kommt daher, weil sie sich Verdienst und Heiligkeit zuschreiben. Solchen, die dies in der Welt tun, scheint es im anderen Leben, als ob sie Holz spalteten. Dies ist auch bei einigen von unserer Erde der Fall, von denen anderswo gesprochen wird. Zur näheren Er­klärung wird gestattet, die Erfahrung über jene hier zu wie­derholen: In der unteren Erde, unter den Fußsohlen, sind auch die, die sich ein Verdienst auf gute Taten und Werke ein­bildeten. Mehrere von diesen scheinen Holz zu spalten. Ihr Aufenthaltsort ist ziemlich kalt, und sie glauben, sich durch ihre Arbeit zu erwärmen. Ich sprach auch mit ihnen, und es wurde mir gestattet, sie zu fragen, ob sie aus diesem Ort fort­gehen wollten. Sie sagten, sie hätten es durch ihre Arbeit noch nicht verdient. Wenn aber dieser Zustand durchge­macht sei, würden sie von da herausgenommen. Sie sind natürlich, denn das Heil verdienen wollen, ist nicht geistig, und dieser Gedanke kommt vom Eigenen, nicht vom Herrn. Außerdem ziehen sie sich selbst anderen vor, und einige von ihnen verachten andere. Wenn diese im anderen Leben nicht größere Freude als die übrigen empfangen, entrüsten sie sich gegen den Herrn. Wenn sie Holz spalten, erscheint daher etwas wie vom Herrn unter dem Holz, und zwar infolge der Entrüstung.

Dem Herrn allein kommt Verdienst und Gerechtigkeit zu. # 9'715. 9'975. 9'979. 9'981. 9'982. Wer Werke für Verdienst hält oder durch Gutestun den Himmel verdienen will, gedenkt im anderen Leben be­dient zu werden und ist niemals zufrieden. # 6'393. Solche verachten den Nächsten und zürnen dem Herrn selbst, wenn sie nicht Lohn empfangen. # 9'976. Ihr Los im anderen Leben. # 942. 1'774. 1'877. 2'027. Zu ihnen gehören die, die in der Unterwelt Holz zu spalten scheinen. # 1'110. 4'943.

*71. Es ist eine gewöhnliche Erscheinung auf jener Erde, daß die Geister mit den Bewohnern reden, sie unterrichten und auch züchtigen, wenn sie Böses verübten, worüber ich der Ordnung nach berichten will, weil mir einiges darüber von ihren Engeln mitgeteilt wurde. Daß die Geister dort mit den Menschen sprechen, geschieht deshalb, weil die Men­schen viel an den Himmel und an das Leben nach dem Tod denken. Um das Leben in der Welt sind sie verhältnismäßig wenig besorgt. Denn sie wissen, daß sie fortleben, wenn sie sterben, und zwar in einer glücklicheren Verfassung gemäß dem in der Welt gebildeten Zustand ihres inneren Menschen. Auch auf unserer Erde war das Reden mit Geistern und En­geln in alten Zeiten aus ähnlicher Ursache nichts Außerge­wöhnliches, weil die Alten nämlich viel über den Himmel nachdachten und wenig über die Welt. Allein dieser lebhafte Verkehr mit dem Himmel wurde mit der Zeit verschlossen, als der Mensch aus einem inneren ein äußerer wurde, oder, was dasselbe ist, als er viel über die Welt und wenig über den Himmel zu denken anfing. Und mehr noch, als er nicht mehr glaubte, daß es einen Himmel und eine Hölle gebe, noch daß der Mensch in sich ein Geist sei, der nach dem Tod lebt. Denn heutzutage glaubt man, der Körper lebe aus sich und nicht aus seinem Geist. Deshalb besäße der Mensch gar keinen Glauben an eine Fortdauer, wenn er jetzt nicht an eine Auf­erstehung mit dem Körper glaubte.

*72. Was die Gegenwart der Geister bei den Bewohnern des Planeten Jupiter betrifft, so gibt es Geister, die züchtigen, solche die unterrichten, und andere, die sie leiten. Die Gei­ster, die züchtigen, legen sich an die linke Seite und neigen sich gegen den Rücken. Wenn sie anwesend sind, entnehmen sie aus dem Gedächtnis des Menschen alle seine Taten und Gedanken. Denn für die Geister ist dies leicht, da sie Zugang zum ganzen Gedächtnis des Menschen haben, wenn sie sich diesem nähern. Wenn sie entdecken, daß er böse gehan­delt oder böse gedacht hat, so tadeln sie ihn und züchtigen ihn auch mit Schmerzen an den Gliedern, Füßen oder Hän­den oder in der Gegend des Unterleibes. Die Geister tun dies auch mit Geschick, wenn es gestattet wird. Kommen solche Geister zu einem Menschen, jagen sie ihm Schrecken mit Furcht ein, und daran erkennt der Mensch ihre Ankunft. Furcht einjagen können die bösen Geister, wenn sie zu je­mandem kommen, besonders die, die in der Welt Räuber waren. Damit ich wissen konnte, auf welche Weise diese Gei­ster verfahren, wenn sie zu einem Menschen ihrer Erde kom­men, wurde gestattet, daß ein solcher Geist auch zu mir kam. Als er sich näherte, ergriff mich deutlich Schaudern mit Furcht, aber der Schauder erfaßte mich nicht innerlich, son­dern äußerlich, weil ich wußte, daß es ein solcher Geist war. Er wurde auch sichtbar und erschien wie eine dunkle Wolke und darin bewegliche Sterne. Bewegliche Sterne bedeuten Falschheiten, feststehende dagegen Wahrheiten. Er legte sich an meine linke Seite gegen den Rücken und fing auch an, mich wegen Handlungen und Gedanken zu tadeln, die er aus meinem Gedächtnis nahm und auch böse auslegte. Er wurde jedoch von den Engeln abgehalten. Da er merkte, daß er bei einem anderen als bei einem Menschen seiner Erde weilte, fing er an mit mir zu reden und sagte, er wisse alles und jedes, was ein Mensch getan und gedacht hat, sobald er zu ihm komme. Er tadle ihn dann streng und züchtige ihn mit verschiedenen Strafen. Auch ein anderes Mal kam solch ein Strafgeist zu mir und legte sich an meine linke Seite un­terhalb der Mitte des Leibes, wie früher, und wollte strafen. Aber auch er wurde von den Engeln davon abgehalten. Er zeigte mir jedoch die Arten der Strafen, die sie den Menschen ihrer Erde auferlegen dürfen, wenn diese böse handeln oder es beabsichtigen. Es war außer dem Schmerz an den Gliedern eine schmerzhafte Zusammenziehung um die Mitte des Lei­bes, die wie ein Zusammenschnüren mit einem einschnei­denden Gürtel empfunden wird. Dann die Entziehung des Atems abwechselnd bis zu Beängstigungen. Auch das Ver­bot, eine Zeitlang etwas anderes als Brot zu essen. Endlich die Ankündigung des Todes, wenn sie nicht unterließen, ähn­liches zu tun, und dazu die Beraubung der Freude an Ge­mahlin, Kindern und Freunden. Dann wird ihnen auch der Schmerz darüber zu empfinden gegeben.

*73. Die Geister, die unterrichten, legen sich zwar auch an die linke Seite, jedoch mehr nach vorn, sie tadeln auch, aber sanft, und bald darauf lehren sie, wie man leben soll. Sie er­scheinen ebenfalls dunkel, aber nicht wie die vorigen als Wolke, sondern wie mit Säcken bekleidet. Sie heißen Unter­weiser, die vorigen aber Züchtiger. Mit diesen Geistern sind auch immer Engelsgeister anwesend. Diese sitzen am Haupt und erfüllen es auf eigentümliche Weise. Ihre Gegenwart dort wird wie ein sanftes Anhauchen empfunden, denn sie fürchten schon, der Mensch könnte durch ihr Nahen und Einfließen nur den geringsten Schmerz oder Beängstigung verspüren. Sie leiten die strafenden und unterweisenden Gei­ster. Jene, damit sie die Menschen nicht schlimmer behan­deln, als der Herr erlaubt, diese, daß sie die Wahrheit sagen. Als der Strafgeist bei mir war, stellten sich auch Engelsgeister ein und erhielten mein Angesicht ständig heiter und lächelnd und die Gegend um die Lippen vorgerückt, auch meinen Mund ein wenig offen. Dies tun die Engel leicht durch Ein­fließen, wenn es vom Herrn erlaubt wird. Sie sagen, einen solchen Gesichtsausdruck bewirken sie auch bei den Bewoh­nern ihrer Erde, wenn sie bei ihnen sind.

*74. Wenn ein Mensch nach der Züchtigung und Unter­weisung wiederum Böses tut oder Böses zu tun gedenkt und sich durch die Lehren des Wahren davon nicht abhalten läßt, dann wird er strenger bestraft, wenn der Strafgeist wieder­kehrt. Aber die Engelsgeister mildern die Strafe gemäß der Absicht in den Taten und gemäß dem Willen in den Gedan­ken. Hieraus zeigte sich, daß ihre Engel, die beim Haupt sit­zen, eine Art Gericht über den Menschen ausüben, weshalb sie erlauben, mäßigen, abhalten und einfließen. Es wurde aber verdeutlicht, daß sie nicht richten, sondern daß der Herr allein der Richter ist und daß von ihm alles bei ihnen ein­fließt, was sie den strafenden und unterweisenden Geistern vorschreiben, und daß es scheint, als komme es von ihnen.

*75. Die Geister reden dort mit den Menschen, nicht aber umgekehrt der Mensch mit den Geistern (ausgenommen bei seiner Belehrung das Wort: ich will es nicht mehr tun). Es ist ihm auch nicht erlaubt, jemandem mitzuteilen, daß ein Geist mit ihm gesprochen hat. Tut er es, so wird er darauf gestraft. Anfangs meinten diese Jupitergeister, als sie bei mir waren, sie seien bei einem Menschen ihrer Erde. Da ich aber mit ihnen redete und auch im Sinn hatte, solches öffentlich mit­zuteilen und es somit anderen weiterzusagen, merkten sie, daß sie bei einem anderen waren, weil sie mich weder züch­tigen noch unterrichten durften.

*76. Es gibt zwei Zeichen, die den Geistern erscheinen, während sie bei einem Menschen sind. Sie sehen einen alten Mann mit weißem Angesicht. Dies ist das Zeichen, daß sie nichts anderes als Wahres sagen und nichts anderes als Ge­rechtes tun. Sie sehen auch ein Angesicht im Fenster. Das ist das Zeichen, daß sie von da fortgehen sollen. Mir ist dieser Alte auch erschienen, wie auch das Gesicht im Fenster. Nach­dem die Geister dasselbe erblickt hatten, verließen sie mich sogleich.

*77. Außer den Geistern, von denen bisher berichtet worden ist, gibt es auch solche, die Gegenteiliges anraten. Sie wurden während ihres Lebens verstoßen, weil sie böse waren. Wenn sie nahen, erscheint gleichsam ein fliegendes Feuer, das nahe vor dem Gesicht herabfällt. Sie legen sich unten an die Hinterseite des Menschen und reden von da gegen das Oberteil hinauf. Sie sprechen das Gegenteil von dem, was der unterweisende Geist (durch Einfluß) von den Engeln sagte. Man solle nämlich nicht nach der Unterwei­sung leben, sondern nach Gutdünken und Willkür und dergleichen. Meistens stellen sich diese Geister ein, sobald die ersteren fortgegangen sind. Allein die Menschen dort wissen, wer diese Geister und wie beschaffen sie sind und achten daher nicht auf sie. Doch lernen sie so, was böse und damit auch, was gut ist. Denn am Bösen lernt man, was gut ist, da die Beschaffenheit des Guten an seinem Gegenteil erkannt wird. Jede Wahrnehmung einer Sache geschieht auf verschiedene Weise und in verschiedenem Grad, je nach dem Nachdenken über die Unterschiede zwischen den Gegensätzen.

*78. Die strafenden und unterweisenden Geister gehen nicht zu denen, die sich Heilige, Herren und Mittler nennen (s. oben # 70), weil diese sich weder unterrichten lassen noch durch Unterricht gebessert werden. Sie sind unbeugsam, weil sie in Eigenliebe verharren. Die Geister sagten, sie erkennten diese an der Kälte, und wenn sie sie fühlen, gehen sie fort.

*79. Es gibt auch Geister unter den Jupitergeistern, die man Schornsteinfeger nennt, weil sie in einem ähnlichen Kleid wie diese und auch mit einem rußigen Gesicht er­scheinen. Wer und was sie sind, darf ich auch beschreiben. Es kam ein solcher Geist zu mir und bat mich voll Kummer, ich möchte mich für ihn verwenden, damit er in den Himmel eintreten könne. Er sagte, er wisse nicht, daß er Böses getan habe, sondern er habe nur die Bewohner seiner Erde getadelt und nachher unterrichtet. Er legte sich an meine linke Seite unter den Ellenbogen und sprach wie zwiefach. Er ver­mochte auch Mitleid zu erregen. Aber ich konnte nichts an­deres antworten, als daß ich nicht imstande sei, ihm Hilfe zu leisten; sein Anliegen sei allein Sache des Herrn. Ich könne mich nicht für ihn verwenden, weil ich nicht wisse, ob es nützlich sei oder nicht. Wenn er aber würdig sei, könne er hoffen. Darauf wurde er unter die guten Geister, die von sei­ner Erde waren, zurückgeschickt. Diese aber sagten, er könne nicht in ihrer Gesellschaft bleiben, weil er nicht von ihrer Art sei. Da er jedoch aus brennendem Verlangen Einlaß in den Himmel forderte, wurde er in die Gesellschaft guter Geister dieser Erde geschickt. Aber auch diese sagten, er könne bei ihnen nicht sein. Er sah im Licht des Himmels schwarz aus, aber er behauptete selbst, nicht schwarz, sondern rötlich zu sein (murrhini, das heißt von der rötlichen Farbe der Murrha­-Gefäße, die aus einer Art rötlichen Flußspates gefertigt wur­den). Es wurde mir gesagt, so seien anfangs die Geister, die nachher unter diejenigen aufgenommen werden, die im Groß-Menschen oder im Himmel das Gebiet der Samenbläs­chen ausmachen. In diesen Bläschen nämlich sammelt sich der Samen und bekleidet sich mit einem passenden Stoff, wo­durch das befruchtende Element des Samens vor der Ver­flüchtigung bewahrt wird. Der Stoff kann aber im Gebär­mutterhals abgelegt werden, damit das im Innern Bewahrte zur Empfängnis oder zur Befruchtung des Eies dient. Daher wohnt diesem zum Samen gehörigen Stoff ein Streben und gleichsam ein brennendes Verlangen inne, sich zu enthüllen und den Samen zu verlassen, damit er Nutzen schaffen kann. Ähnliches zeigte sich auch bei jenem Geist. Er kam nochmals zu mir, in schlechtem Gewand, und sagte wiederum, er brenne vor Begierde, in den Himmel zu kommen und merke nun, er sei so beschaffen, daß er es könne. Es wurde nun gestattet, zu sagen, dies sei vielleicht ein Zeichen, daß er bald aufgenommen werde. Es wurde ihm dann auch von den En­geln gesagt, er solle das Kleid abstreifen. Und voll Verlangen warf er es so schnell als nur möglich ab. Auf diese Weise stellte er die Art brennenden Verlangens derjenigen dar, die zu dem Gebiet gehören, das den Samenbläschen entspricht. Es wurde gesagt, daß solche ihrer Kleider entledigt werden, wenn sie zum Himmel vorbereitet sind. Sie bekommen dann neue, glänzende Gewänder und werden Engel. Sie wurden mit Raupen verglichen, die nach Ablauf eines niedrigen Pup­penzustands in Schmetterlinge verwandelt werden, denen dann ein anderes Kleid gegeben wird mit Flügeln von blauer, gelber, silberner oder goldener Farbe und auch die Freiheit, in der Luft wie in ihrem Himmel zu fliegen, Hochzeit zu fei­ern, Eier zu legen und so für die Fortpflanzung ihres Ge­schlechtes zu sorgen. Und dann werden ihnen zugleich süße und angenehme Speisen aus den Säften und Wohlgerüchen verschiedener Blumen angewiesen.

*80. Im Vorhergehenden ist noch nicht gesagt worden, wie die Engel, die aus jener Erde stammen, beschaffen sind. Denn die, die zu den Menschen ihrer Erde kommen und ihnen zu Häupten sitzen (s. oben # 73), sind nicht Engel ihres inneren Himmels, sondern Engelgeister oder Engel ihres äußeren Himmels. Und weil mir die Beschaffenheit auch jener Engel entdeckt wurde, so will ich berichten, was mir über sie zu wissen gegeben wurde. Einer von den Jupitergei­stern, die Furcht einjagen, machte sich an meine linke Seite unter dem Ellenbogen und sprach von da. Aber seine Rede klang zischend, auch waren die Worte nicht genug getrennt und unter sich geschieden, so daß es lange dauerte, bis ich den Sinn herausfand. Und wenn er sprach, mischte er etwas Furcht ein. Er ermahnte mich, die Engel bei ihrer Ankunft gut aufzunehmen. Es wurde mir aber zu antworten erlaubt, daß dies nicht meine Sache sei, daß aber bei mir alle demgemäß aufgenommen werden, wie sie selbst sind. Bald kamen Engel jener Erde, und ich konnte aus ihrer Rede mit mir wahrneh­men, daß sie sich von den Engeln unserer Erde unterschei­den. Ihre Rede erfolgte nämlich nicht durch Worte, sondern durch Vorstellungen, die sie durch mein Inneres überall ver­breiteten. Daher besaßen sie auch einen Einfluß in mein Ge­sicht, so daß dieses bis in die Einzelheiten damit überein­stimmte, indem er von den Lippen aus anfing und überall gegen den Umkreis fortschritt. Die Vorstellungen, die die Stelle der Wörter einnahmen, waren gesondert, aber sehr wenig. Nachher sprachen sie mit mir durch noch weniger ge­sonderte Vorstellungen, so daß kaum ein Zwischenraum wahrgenommen wurde. Ich verstand nur den Sinn der Worte, wie es bei denen geschieht, die allein auf den von den Worten getrennten Sinn achten. Diese Sprache war mir ver­ständlicher als die frühere und war auch voller. Sie floß ähn­lich der vorigen in das Gesicht ein, der Einfluß aber erschien nach der Beschaffenheit der Sprache mehr zusammenhän­gend. Doch fing er nicht wie die erste bei den Lippen sondern bei den Augen an. Nachher sprachen sie noch zusammen­hängender und voller, und dann konnte das Gesicht durch keine übereinstimmende Bewegung mit ihr Schritt halten. Ich fühlte dagegen einen Einfluß in das Gehirn und daß die­ses dann ähnlich bewegt wurde. Zuletzt sprachen sie so, daß die Rede allein in den inneren Verstand drang. Ihre Schnel­ligkeit war die eines zarten Lüftchens. Den Einfluß selbst fühlte ich, aber nicht jede Einzelheit deutlich. Diese Arten der Rede verhielten sich wie Flüssigkeiten. Die erste wie fließen­des Wasser, die andere wie ein feineres Wasser, die dritte im Vergleich dazu wie (gewöhnliche) Luft und die vierte wie zarte Himmelsluft (aura). Der Geist, der sich an meiner lin­ken Seite aufhielt (s.o.), sprach manchmal dazwischen und ermahnte mich, besonders mit seinen Engeln bescheiden um­zugehen, denn es waren Geister aus unserer Erde zugegen, die Mißfälliges einstreuten. Er sagte, er habe nicht eher ver­standen, was die Engel redeten, bevor er sich an mein linkes Ohr gestellt habe. Und nun hatte er auch keine zischende Sprache mehr wie vorher, sondern redete wie die anderen Geister.

*81. Nachher sprach ich mit den Engeln von Merkwür­digkeiten auf unserer Erde, von der Druckschrift, dem Wort, den verschiedenen Lehren der Kirchen aus dem Wort und sagte, das Wort und die Lehren seien verbreitet und würden so gelernt. Sie wunderten sich sehr, daß solche Dinge durch Schrift und Druck bekannt gemacht werden könnten.

*82. Ich durfte auch sehen, wie die Geister jener Erde in den Himmel hinweggenommen und zu Engeln werden, nach­dem sie vorbereitet sind. Dann erscheinen Wagen und Pferde, leuchtend wie Feuer, von denen auch Elias auf ähnliche Weise hinweggeführt wurde. Daß Wagen und Pferde leuch­tend wie Feuer erscheinen, bringt zum Ausdruck, daß sie be­lehrt und vorbereitet sind, um in den Himmel einzugehen. Wagen nämlich bedeuten Lehren der Kirche und leuchtende Pferde den erleuchteten Verstand.

Wagen bedeuten die Lehren der Kirche. # 2'760. 5'321. 8'215. Das Pferd bezeichnet das Verständnis. # 2'760 bis 2'762. 3'217. 5'321. 6'125. 6'400. 6'534. 7'024. 8'146. 8'148. 8'381. Das weiße Pferd in der Offenbarung bedeutet das Verständnis des Wortes. # 2'760. Unter Elias wird im vorbildlichen Sinn das Wort verstanden. # 2'762. 5'247. Weil aus dem Wort alle Lehre der Kirche und deren Verständnis kommt, wurde Elias genannt: Wagen Israels und seine Reiter. # 2'762. Daher fuhr er mit einem feurigen Wagen und feurigen Pferden gen Himmel. # 2'762. 8'029.

*83. Der Himmel, in den sie aufgenommen werden, er­scheint zur Rechten bei ihrer Erde und ist somit vom Himmel der Engel unserer Erde getrennt. Die Engel, die in jenem Himmel sind, erscheinen in einem himmelblauen, glänzenden, mit goldenen Sternchen besäten Gewand, weil sie in der Welt diese Farbe liebten und auch glaubten, sie sei einzig und allein die Himmelsfarbe, besonders weil sie in solchem Guten der Liebe sind, dem diese Farbe entspricht.

Himmelblau in Rot oder in feuriger Farbe entspricht dem Guten der himmlischen Liebe. Himmelblau in Weiß oder lichtheller Farbe ent­spricht dem Guten der geistigen Liebe. # 9'868.

*84. Es erschien mir ein Kahlkopf, aber nur sein oberer, knöcherner Teil, und es wurde gesagt, daß derartiges die sehen, die innerhalb eines Jahres sterben werden, und daß sie sich dann vorbereiten. Dort fürchten die Menschen den Tod nicht, ausgenommen deshalb, weil sie Gemahl, Kinder oder Eltern zurücklassen, denn sie wissen, daß sie nach dem Tod leben werden und nicht aus dem Leben scheiden, weil sie in den Himmel kommen. Deshalb nennen sie das Sterben nicht 'das Leben verlieren' sondern 'himmlisch werden'. Die, die auf jener Erde in wahrhaft ehelicher Liebe gelebt und Sorge für ihre Kinder getragen haben, wie es Eltern ziemt, sterben nicht an Krankheiten, sondern ruhig wie im Schlaf. Und so gehen sie aus der Welt in den Himmel. An Alter erreichen die Menschen dort höchstens 30 Jahre, nach Jahren unserer Erde gerechnet. Diese kurze Lebensspanne liegt in der Vorsehung des Herrn, damit die Menge der Menschen dort nicht größer wird, als von jener Erde erhalten werden kann. Außerdem lassen sie sich in diesem Alter nicht mehr von Geistern und Engeln führen wie die Jüngeren. Deshalb gehen Geister und Engel selten zu älteren Leuten. Sie reifen auch schneller als auf unserer Erde und schließen schon in erster Jugendblüte Ehen. Dann ist es ihre Freude, ihre Gatten zu lieben und für ihre Kinder zu sorgen. Die übrigen Freuden nennen sie zwar auch Freuden, aber äußere im Vergleich mit jenen.



Der Planet Mars. Seine Geister und Bewohner.

*85. Die Geister des Mars sind unter den Geistern, die von den Planeten dieser Sonnenwelt stammen, die aller-besten, denn sie sind der Mehrzahl nach wie die himmlischen Menschen, nicht unähnlich denen, die zu der ältesten Kirche auf dieser Erde gehörten. Wenn sie sich ihrem Wesen nach darstellen, zeigen sie sich mit dem Gesicht im Himmel und mit dem Leib in der Geisterwelt. Und diejenigen unter ihnen, die Engel sind, zeigen sich mit dem Gesicht gegen den Herrn und mit dem Leib im Himmel.

Die erste und älteste Kirche auf unserer Erde war eine himmlische Kirche und die vorzüglichste von allen. # 607. 895. 920. 1'121 bis 1'124. 2'896. 4'493. 8'891. 9'942. 10'545. Himmlisch heißt eine Kirche, in der das Erste und Wesentliche (principale) die Liebe zum Herrn ist, geistig dagegen eine, in der Nächstenliebe und Glaube das Erste und Wesentliche ist. # 3'691. 6'435. 9'468. 9'680. 9'683. 9'780.

*86. Der Planet Mars erscheint in der Vorstellung der Gei­ster und Engel wie die anderen Planeten beständig an seiner Stelle und zwar zur Linken gegen vorn in einiger Entfernung auf der Fläche der Brust und somit außerhalb der Sphären, in der die Geister unserer Erde leben. Die Geister eines Erdkör­pers sind von denen eines anderen Erdkörpers getrennt, weil die Geister eines jeden Erdkörpers ein besonderes Gebiet im Größten Menschen darstellen. Daher leben sie in einem anderen und verschiedenen Zustand. Und diese Verschiedenheit bewirkt, daß sie sich gegenseitig zur Rechten und zur Linken, in größerer oder geringerer Entfernung getrennt sehen.

Entfernungen im anderen Leben sind reelle Erscheinungen, die durch den Herrn sichtbar werden, gemäß den Zuständen des Innern bei Engeln und Geistern. # 5'605. 9'104. 9'440.10'146.

*87. Es kamen Geister von dorther zu mir, legten sich an meine linke Schläfe und lispelten mir dort ihre Sprache zu, die ich aber nicht verstand. Ihrem Fließen nach war sie weich, eine weichere hatte ich früher nie vernommen. Sie war wie ein ganz zartes Lüftchen. Ihr Hauch ging zuerst gegen die linke Schläfe und oben gegen das linke Ohr. Von da setzte sich der Hauch nach dem linken Auge fort und nach und nach gegen das rechte und floß hernach besonders vom lin­ken Auge den Lippen zu. Von dort drang er durch den Mund ein und auf einem Weg innerhalb, nämlich durch die eusta­chische Röhre, in das Gehirn. Als der Hauch bis dahin ge­drungen war, verstand ich ihre Rede, und es wurde mir ver­liehen, mit ihnen zu sprechen. Ich beobachtete, daß während sie mit mir redeten, sich meine Lippen bewegten und auch die Zunge ein wenig. Dies geschah infolge der Entsprechung der inneren Rede mit der äußeren. Die äußere Rede ist Sache des artikulierten Tones, der an die äußere Membran des Ohres prallt und von da mit Hilfe kleinerer Organe, Mem­branen und Fibern, die im Innern des Ohres liegen, ins Ge­hirn transportiert wird. Daraus konnte ich entnehmen, daß die Sprache der Bewohner des Mars von der Sprache der Be­wohner unserer Erde verschieden ist, weil sie nämlich nicht laut, sondern beinahe still auf einem kürzeren Weg in das Gehör und die innere Wahrnehmung eindringt, und daß sie infolge dieser Beschaffenheit vollkommener ist, reicher an Denkvorstellungen und somit näher verwandt mit der Gei­ster- und Engelsprache. Selbst das in der Rede liegende Ge­fühl bildete sich bei ihnen im Angesicht aus und der darin enthaltene Gedanke in den Augen. Denn der Gedanke und die Rede, sowie auch das Gefühl und das Gesicht handeln bei ihnen in Übereinstimmung. Sie halten es für schändlich, an­ders zu denken als zu sprechen und noch anders zu wollen und etwas anderes im Gesicht zu zeigen. Sie wissen nicht, was Heuchelei, auch nicht, was betrügerische Verstellung und List ist.

Daß die Uralten auf unserer Erde auch eine solche Spra­che hatten, ist mir durch Umgang mit einigen unter ihnen im anderen Leben zu wissen gegeben worden, und damit diese Sache gehörig ins Licht trete, darf ich das darüber Gehörte berichten. Es ist Folgendes:

Durch einen Einfluß, den ich nicht beschreiben kann, wurde mir gezeigt, wie die Sprache derer aus der ältesten Kirche beschaffen war: sie war nicht artikuliert wie die Sprache unserer Zeit, sondern still, nicht durch ein äußeres, sondern durch ein inneres Atem hervorgerufen, somit eine Gedankensprache. Es wurde mir auch verliehen wahrzuneh­men, wie ihr inneres Atmen vor sich ging: vom Nabel gegen das Herz hin und lautlos durch die Lippen, wenn sie redeten.

Die Rede drang in des anderen Ohr nicht auf einem äußeren Weg ein und traf nicht auf das sogenannte Trommelfell, son­dern sie tat es auf einem gewissen inneren Weg, und zwar durch ein Organ dort, das heutzutage Eustachische Röhre heißt. Es wurde gezeigt, daß sie durch eine solche Rede die Gemütsempfindungen und die Vorstellungen des Denkens viel vollkommener ausdrücken konnten, als es je durch arti­kulierte Töne oder laute Worte geschehen kann. Diese Spra­che wird zwar durch ein Atmen, aber durch ein äußeres, her­vorgebracht. Denn es gibt keine Sprache, auch nicht den kleinsten Teil einer Sprache, der nicht durch eine Verbindung mit dem Atmen erzeugt würde. Aber bei ihnen geschah es viel vollkommener durch ein inneres Atmen, das den Vor­stellungen des Denkens angemessener und besser angepaßt ist, und durch leichte Lippenbewegungen und entspre­chende Veränderungen des Gesichtsausdruckes. Weil sie himmlische Menschen waren, leuchtete, was sie dachten, ihnen aus Augen und Angesicht hervor, die sich in entspre­chender Weise veränderten, das Gesicht in Verbindung mit dem Gefühlsleben, das Auge mit dem Licht. Niemals konn­ten sie eine andere Miene zeigen als eine solche, die ihren Ge­danken entsprach. Weil sie über diese Rede durch inneres Atmen verfügten, die dem Geist des Menschen selbst an­gehört, konnten sie mit Engeln umgehen und reden.

Das Atmen der Marsgeister wurde mir auch mitgeteilt, und ich nahm (dabei) wahr, daß ihre Atmung aus dem Ge­biet der Brust gegen den Nabel fortschritt und von da auf­wärts durch die Brust mit einem unmerklichen Hauchen gegen den Mund floß, woraus ich entnehmen konnte - wie auch aus anderen Erfahrungen - daß sie von himmlischer Sinnesart waren, also nicht unähnlich denen, die zu der älte­sten Kirche auf dieser Erde gehörten.

Geister und Engel atmen. # 3'884. 3'885. 3'891. 3'893.

*88. Ich wurde unterrichtet, daß die Geister des Mars im Größten Menschen das Mittelglied darstellen zwischen den Verstandes- und den Willenskräften, d.h. das Denken aus dem Gefühl. Die besten unter ihnen stellen das Gefühl oder die Neigung des Denkens dar. Daher kommt es, daß ihr Ge­sichtsausdruck mit ihrem Denken übereinstimmt und sie vor niemandem heucheln können. Und weil sie dies im Größten Menschen darstellen, entspricht ihnen die mittlere Gegend, die zwischen dem großen und kleinen Gehirn liegt. Denn das Gesicht reagiert in Übereinstimmung mit dem Denken bei solchen, bei denen das große und kleine Gehirn in bezug auf die geistigen Verrichtungen verbunden sind, so daß aus dem Gesicht von selbst die Neigung des Denkens hervorleuchtet und aus der Neigung, durch einige auch aus den Augen her­vorgehende Zeichen, die allgemeine (Struktur) des Denkens. Deshalb empfand ich, als sie bei mir waren, deutlich ein Zurückziehen des Vorderhauptes gegen das Hinterhaupt, das heißt, des großen Gehirns gegen das kleine.

Die menschlichen Gesichter empfingen auf unserer Erde zu alten Zeiten einen Einfluß aus dem kleinen Gehirn, und da stimmten sie mit den inneren Neigungen des Menschen überein. Aber später emp­fingen sie einen Einfluß aus dem großen Gehirn, als der Mensch an­fing, auf dem Gesicht fremde Neigungen zu heucheln und nachzu­ahmen. Von den dadurch im Laufe der Zeit an den Gesichtern herbeigeführten Veränderungen. # 4'325 bis 4'328.

*89. Einst, da Geister des Mars bei mir waren und die Sphäre meines Gemüts einnahmen, kamen Geister aus unse­rer Erde hinzu und wollten auch in jene Sphäre eindringen. Aber da wurden die Geister unserer Erde wie irrsinnig, weil sie durchaus nicht zusammenstimmten. Die Geister unserer Erde stellen nämlich im Größten Menschen den äußeren Sinn dar. Daher waren diese in einer auf die Welt und auf sich selbst gerichteten Vorstellung befangen, die Geister vom Mars aber waren von sich weg auf den Himmel und auf den Nächsten ausgerichtet. Daraus ergab sich ein Widerstreit. Es kamen jedoch engelische Geister vom Mars hinzu, durch deren Ankunft der Verkehr aufgehoben wurde. Infolgedes­sen zogen sich die Geister unserer Erde zurück.

*90. Die engelischen Geister sprachen mit mir über das Leben der Bewohner auf ihrer Erde. Diese sind nicht in große Reiche zerteilt, sondern in größere und kleinere Gesellschaf­ten gegliedert, und es gesellen sich solche zusammen, die in ihren Gemütern harmonieren. Sie erkennen dies auf der Stelle aus dem Gesicht und aus der Sprache, und dies täusche sie selten. Dann sind sie alsbald Freunde. Ihre geselligen Zu­sammenkünfte sind angenehm, und sie reden unter sich von den Dingen, die in den Gesellschaften vor sich gehen, besonders von dem, was im Himmel geschieht. Denn einige unter ihnen stehen im offenen Verkehr mit den Engeln des Him­mels. Diejenigen, die in den Gesellschaften anfangen unrecht zu denken und daher unrecht zu wollen, werden ausge­schieden. Man überläßt sie sich selbst, weshalb sie außerhalb der Gesellschaft ein elendes Leben führen, auf Felsen und an­derwärts, denn man nimmt sich ihrer nicht weiter an.

Gewisse Gesellschaften suchen solche auf verschiedene Weise zur Buße zu bewegen. Aber wenn sie keinen Erfolg haben, trennen sie sich von ihnen. So verhüten sie, daß Herrsch­sucht und Begierde nach Gewinn sich einschleichen. Das heißt, daß nicht einige aus Herrschsucht (zunächst) eine Ge­sellschaft und später mehrere andere sich unterwerfen und daß nicht Einzelne aus Begierde nach Gewinn den anderen die Güter entreißen. Ein jeder lebt dort zufrieden mit seiner Habe, zufrieden mit der Ehre, als gerecht und wohlwollend gegen den Nächsten angesehen zu werden. Dieses Wohlge­fühl und diese Seelenruhe gingen verloren, wenn nicht dieje­nigen, die böse denken und böse wollen, ausgeschieden wür­den und wenn die übrigen nicht klug und streng der Eigenliebe und der Liebe zur Welt in ihren ersten Anfängen wehr­ten. Denn diese beiden Liebesarten sind es, um deretwillen Herrscherstaaten und Königreiche errichtet wurden, inner­halb derer nur wenige nicht herrschen und die Güter ande­rer nicht besitzen wollen. Denn wenige gibt es, die gerecht und billig aus Liebe zur Gerechtigkeit und Billigkeit handeln, und noch weniger, die das Gute aus Liebe selbst tun. Die meisten tun es aus Furcht vor dem Gesetz, vor Verlust des Lebens, vor Einbußen des Gewinnes, der Ehre und des Rufes.

*91. Vom Gottesdienst der Bewohner ihrer Erde sagten sie, sie anerkennten unsern Herrn und beteten ihn an, indem sie erklärten, er sei der alleinige Gott, und er regiere den Himmel und das Weltall, und alles Gute komme von ihm. Er selbst führe sie. Ferner sagten sie, er erscheine ihnen auf der Erde öfter. Es wurde mir dann gestattet, ihnen zu antworten, auch die Christen auf unserer Erde wüßten, daß der Herr Himmel und Erde regiert, nach den eigenen Worten des Herrn bei Matthäus: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden, Kap. 28, 18. Im Gegensatz zu denen vom Pla­neten Mars glauben sie es jedoch nicht. Die Marsbewohner sagten auch, man glaube dort, daß bei ihnen selbst nichts als Unsauberes und Höllisches sei und alles Gute dem Herrn angehöre. Sie fügten hinzu, sie seien von sich aus sogar Teufel, und der Herr ziehe sie aus den Höllen und halte sie bestän­dig davon ab. Einst, da der Herr genannt wurde, sah ich, wie jene Geister sich so innig und tief demütigten, daß es nicht beschrieben werden kann. In ihrer Demütigung nämlich hat­ten sie den Gedanken, aus sich selbst seien sie in der Hölle und somit ganz und gar unwürdig, auf den Herrn zu schauen, der das Heilige selbst ist. In jenen Gedanken, der aus dem Glauben kam, waren sie so tief versenkt, daß sie gleichsam außer sich waren und während dieses Vorgangs auf den Knien blieben, bis der Herr sie aufrichtete und dann gleichsam aus der Hölle zog. Wenn sie sich so aus der Demütigung emporheben, sind sie voll des Guten und der Liebe und daher voll Freude des Herzens. Während solcher Demütigung wenden sie das Angesicht nicht gegen den Herrn, denn das wagen sie dann nicht, sondern wenden es von ihm ab. Die Geister, die um mich waren, sagten, sie hät­ten solche Demütigung noch nie gesehen.

*92. Es wunderten sich einige Geister, die von jener Erde waren, daß sich so viele Geister aus der Hölle um mich herum aufhielten und auch mit mir sprachen. Es wurde mir aber gestattet zu antworten: "Dies ist ihnen erlaubt, damit ich weiß, wie sie beschaffen sind und warum sie in der Hölle leben. Und damit ich erkenne, daß ihre Hölle ihrem Leben entspricht. Einige sind unter ihnen, die ich während ihres Le­bens in der Welt gekannt habe. Und einige von ihnen haben damals in hohen Ehren gestanden. Es hat ihnen jedoch nichts als die Welt am Herzen gelegen. Aber kein böser Geist, wäre er auch aus der tiefsten Hölle, kann mir ein Leid zufügen, weil ich beständig vom Herrn beschützt bin."

*93. Es zeigte sich mir ein Bewohner jener Erde, zwar nicht ein wirklicher Bewohner, sondern nur ein Ebenbild. Sein Angesicht war wie das der Bewohner unserer Erde, nur war der untere Teil schwarz, nicht von einem Bart, da er kei­nen hatte, sondern von einer dunklen Färbung an seiner Stelle. Jene schwärzliche Farbe zog sich auf beiden Seiten bis unter die Ohren hin, der obere Teil des Gesichts war gelblich wie bei den Bewohnern unserer Erde, die nicht ganz weiß sind. Weiter sagten sie, sie lebten auf ihrer Erde von Baumfrüchten, besonders von einer gewissen runden Frucht, die aus ihrer Erde emporwächst, außerdem auch von Gemüsear­ten. Sie kleiden sich mit Gewändern, die sie aus den Rinden­fasern gewisser Bäume anfertigen. Diese Fasern haben eine solche Festigkeit, daß man sie zusammenweben und durch eine Art Gummi, die sich bei ihnen findet, zusammenleimen kann. Sie erzählten noch, sie verstünden flüssiges Feuer zu machen, mit dem sie sich zur Abend- und Nachtzeit Be­leuchtung verschaffen.

*94. Ich sah eine sehr schöne Flamme. Sie war bunt pur­purn, dann ging sie aus Weiß in Rot über, auch schimmerten die Farben schön golden aus der Flamme hervor. Dazu er­blickte ich eine Hand, der diese Flamme anhaftete, zuerst auf dem Rücken, dann an ihrer inneren Fläche. Darauf beleckte sie die Hand rings herum. Dies dauerte eine Weile. Hierauf bewegte sich diese Hand mit der Flamme auf einige Entfer­nung zurück, und wo sie innehielt, war es strahlend hell. In dieser Helligkeit zog sich die Hand noch mehr zurück, und nun verwandelte sich die Flamme in einen Vogel, der anfangs die gleichen Farben aufwies wie die Flamme, und die Farben schimmerten in ähnlicher Weise. Aber allmählich veränder­ten sie sich und mit den Farben die Lebenskraft des Vogels. Er flog umher und zwar zuerst um meinen Kopf, darauf nach vorn in ein enges Gemach, das dem Allerheiligsten eines Tempels glich. Aber je weiter er nach vorn flog, desto mehr wich das Leben von ihm, und zuletzt wurde er zu Stein. Zu­erst war er dann von perlgrauer, nachher von dunkler Farbe. Obwohl er jedoch ohne Leben war, flog er dennoch fort und fort. Während dieser Vogel um meinen Kopf geflogen war und noch seine Lebenskraft besaß, war ein Geist erschienen, der von einer unteren Gegend durch das Gebiet der Hüften zur Region der Brust herauf kam und den Vogel wegnehmen wollte. Weil er aber so schön aussah, gaben dies die Geister, die um mich weilten, nicht zu. Denn alle beobachteten diese Vorgänge mit unverwandten Blicken. Aber jener Geist, der von unten herauf gekommen war, suchte sie beharrlich da­von zu überzeugen, daß der Herr bei ihm sei und er dies im Auftrag des Herrn tun solle. Obwohl die meisten dies nicht glaubten, hinderten sie ihn doch nicht länger, den Vogel weg­zunehmen. Aber weil in eben diesem Augenblick der Him­mel einfloß, konnte er ihn nicht festhalten, sondern ließ ihn bald los. Während dies vor sich ging, sprachen die mich um­gebenden Geister, die den Vogel und seine allmähliche Ver­änderung aufmerksam beobachtet hatten, darüber miteinan­der, und zwar eine geraume Zeit. Sie fühlten, daß ein solches Gesicht nichts anderes als etwas Himmlisches bedeuten könne. Sie wußten, daß die Flamme die himmlische Liebe und deren Neigungen bedeutet, die Hand, der die Flamme anhaftete, das Leben und seine Macht, die Veränderungen der Farben die Wechsel des Lebens in bezug auf die Weisheit und Einsicht. Dasselbe bedeutet auch der Vogel, aber mit dem Un­terschied, daß die Flamme die himmlische Liebe bedeutet und was dieser angehört, der Vogel dagegen die geistige Liebe und was ihr angehört. Die himmlische Liebe ist die Liebe zum Herrn, die geistige Liebe die zum Nächsten. Und sie verstanden, daß die Ver­änderungen der Farben und zugleich der Lebenskraft des Vo­gels, bis er steinern wurde, die allmählichen Veränderungen des geistigen Lebens in bezug auf die Einsicht bedeuten. Sie wußten auch, daß die Geister, die von unten herauf durch das Gebiet der Hüften ins Gebiet der Brust aufsteigen, sich selber intensiv einreden, sie seien im Herrn, und deshalb glauben, alles, was sie tun, wenn es auch böse sei, täten sie nach dem Willen des Herrn. Aber sie konnten daraus immer noch nicht erkennen, welche Wesen durch dieses Gesicht ge­meint seien. Endlich wurden sie aus dem Himmel belehrt, es gehe um die Bewohner des Mars. Ihre himmlische Liebe, in der noch viele sind, wurde durch die Flamme dargestellt, die an der Hand haftete. Der Vogel, anfangs, da er in der Schönheit seiner Farben und in Lebenskraft stand, bedeutete ihre geistige Liebe. Als aber jener Vogel steinern und leblos und endlich dunkelfarbig wurde, charakterisierte er diejenigen Bewohner, die sich vom Guten der Liebe entfernt haben und böse sind, aber dennoch glauben, sie seien im Herrn. Ähnli­ches wurde durch den Geist dargestellt, der aufstieg und den Vogel forttragen wollte.

*95. Durch den steinernen Vogel wurden auch die Be­wohner jener Erde vorgebildet, die das Leben ihrer Gedan­ken und Neigungen auf seltsame Weise beinahe alles Lebens beraubten, worüber ich folgendes vernahm: Es war ein gewisser Geist über meinem Haupt, der mit mir sprach. Aus seinem Ton konnte man merken, daß er sich gleichsam in einem Zustand des Schlafes befand. In diesem Zustand sprach er mehreres und mit solcher Klugheit, daß er im Wa­chen nicht hätte klüger reden können. Es wurde mir klarge­macht, daß er ein Ausgesandter war, durch welchen Engel sprächen, und daß er in diesem Zustand dies aufnehme und vorbringe.

Verbindung geschieht durch Geister, die aus den Gesellschaften der Geister und Engel zu anderen Gesellschaften geschickt werden. Solche Sendlingsgeister heißen Träger. # 4'403. 5'856. 5'983. 5'985 bis 5'989.

Denn er sprach nichts außer Wahrem. Wenn von woanders her etwas einfloß, nahm er es zwar auf, brachte es aber nicht vor. Ich befragte ihn über seinen Zustand. Er sagte, dieser bedeute für ihn Frieden, und er sei ohne alle Besorg­nis um die Zukunft, und zugleich gewähre er Nutzen, wo­durch er Gemeinschaft mit dem Himmel habe. Es wurde mir gesagt, solche Geister stellten im Größten Menschen die läng­liche Falte (Sinum longitudinalem) dar, die im Gehirn zwi­schen seinen beiden Hemisphären liegt und dort in einem Zustand der Ruhe verharrt, wie sehr sich auch das Gehirn auf beiden Seiten in Unruhe befinden mag. Während ich im Gespräch mit diesem Geist begriffen war, begaben sich einige Geister gegen den vorderen Teil des Hauptes, wo jener sich befand. Sie drängten sich gegen ihn, so daß er auf die Seite wich und ihnen Raum gab. Die angekommenen Geister spra­chen unter sich. Aber weder die Geister um mich noch ich selbst verstanden, was sie redeten. Ich wurde von Engeln un­terrichtet, es seien Geister vom Erdkörper Mars, die so unter sich zu sprechen wüßten, daß die Anwesenden weder etwas verständen noch merkten. Ich wunderte mich, daß es eine sol­che Sprache geben konnte, weil alle Geister eine Sprache haben, die aus dem Denken hervorgeht und aus Vorstellun­gen besteht, die in der geistigen Welt als Worte gehört wer­den. Es wurde mir aber gesagt, jene Geister könnten auf eine gewisse Weise durch ihre Lippen und ihr Gesicht Vorstellun­gen bilden, die anderen nicht verständlich sind. Sie zögen im selben Augenblick durch eine besondere Kunst ihre Gedan­ken heimlich zurück, wobei sie sich hauptsächlich hüten, daß sie nichts von ihrer Neigung offenbaren. Wenn nämlich etwas davon wahrgenommen würde, dann träten auch ihre Gedan­ken an das Tageslicht. Denn der Gedanke fließt aus der Nei­gung hervor und ist gleichsam in ihr. Ich wurde weiter be­lehrt, daß die Bewohner des Planeten Mars, die das himmli­sche Leben allein in die Kenntnisse und nicht ins Leben der Liebe setzen, eine solche Art der Rede ausgebildet hätten, je­doch nicht alle. Wenn sie Geister werden, behalten sie diese für sich. Diese sind es, die in Sonderheit durch den steinernen Vogel bezeichnet wurden. Denn durch Mienenspiel und For­mung der Lippen bei Entfernung der Neigungen und Ver­heimlichung der Gedanken vor anderen eine Sprache zu schaffen, heißt, die Sprache zu entseelen und sie einem leblo­sen Bild gleich zu machen und stufenweise auch selbst einem solchen ähnlich zu werden. Aber obwohl sie selber glauben, was sie unter sich reden, werde von anderen nicht verstan­den, bemerken doch die engelischen Geister alles und jedes, was sie sprechen, und zwar deshalb, weil vor ihnen kein Ge­danke verborgen werden kann. Dies wurde jenen auch durch eine lebhafte Erscheinung gezeigt. Ich dachte darüber nach, daß die bösen Geister unserer Erde keine Scham fühlen, wenn sie andere anfeinden. Dies floß bei mir von engelischen Gei­stern ein, die die Rede jener wahrnahmen. Jene Geister des Mars gaben nun zu, daß dieses der Gegenstand sei, worüber sie unter sich gesprochen hatten, und wunderten sich. Außer­dem wurde von einem engelischen Geist mehreres aufge­deckt, was sie teils sprachen, teils dachten, wie sehr sie sich auch bemühten, ihre Gedanken vor ihm zu verbergen. Später flossen jene Geister von oben in mein Angesicht ein. Der Ein­fluß wurde gefühlt wie feine Regenstreifen, was ein Zeichen dafür war, daß sie sich nicht in der Neigung des Wahren und Guten befanden. Denn dies wird durch Streifenartiges darge­stellt. Sie sprachen damals ganz offen mit mir, indem sie sag­ten, die Bewohner ihres Erdkörpers redeten in ähnlicher Weise unter sich. Es wurde ihnen aber gesagt, dies sei böse, weil sie so das Innere versperrten und sich auf das Äußere be­schränkten, das sie hierdurch auch seines Lebens beraubten. Besonders aber sei es böse, weil es nicht aufrichtig sei, so zu reden. Denn die Aufrichtigen wollen nichts anderes sprechen, ja nicht einmal denken, außer was die anderen auch wissen sollen, und wären es auch alle, ja sogar der ganze Himmel. Diejenigen dagegen, die nicht wollen, daß die anderen wis­sen, was sie sprechen, richten über andere, denken böse von ihnen und gut von sich und werden endlich durch Gewohn­heit dahin gebracht, daß sie von der Kirche, vom Himmel, ja vom Herrn selbst böse denken und sprechen. Es wurde ge­sagt, diejenigen, die bloße Kenntnisse lieben, aber nicht ein Leben nach den Kenntnissen, stellten die innere Schädelhaut dar. Diejenigen aber, die sich gewöhnen, ohne Neigung oder Gefühl zu sprechen und den Gedanken in sich selbst hinein­zuziehen und ihn anderen vorzuenthalten, stellten zwar auch jene Haut dar, aber im Zustand der Verknöcherung, weil sich ihr geistiges Leben dadurch in ein Nichtleben verwandelt.

*96. Weil durch den steinernen Vogel auch solche vorge­bildet wurden, die wohl Kenntnisse besitzen, aber kein Leben der Liebe führen, und weil sie deshalb kein geistiges Leben haben, so ist mir gestattet, hier am Schluß zu zeigen, daß diejenigen allein geistiges Leben haben, die in himmli­scher Liebe leben und daraus Kenntnisse gewinnen, und daß die Liebe in sich selbst alle Erkenntnis enthält, die ihr zu­gehört. Nehmen wir z.B. die Tiere der Erde und auch die Tiere des Himmels oder Vögel. Sie besitzen eine Kenntnis aller Dinge, die ihrer Liebe zugehören. Zu ihren Liebestrie­ben gehört, sich zu nähren, sicher zu wohnen, sich fort­zupflanzen und Junge aufzuziehen. Bei einigen gehört außer­dem dazu, für den Winter zu sorgen. Deshalb verfügen sie über jede dazu erforderliche Kenntnis. Denn diese liegt schon in ihren Liebestrieben, fließt in sie ein wie in Gefäße. Und dieses Wissen ist bei gewissen Tieren in so großem Maße vorhanden, daß der Mensch nicht anders als darüber staunen kann. Dieses Wissen ist ihnen angeboren und wird Instinkt genannt. Es gehört aber der natürlichen Liebe an, in der sie sind. Lebte der Mensch in seiner Liebe, das heißt in der Liebe zu Gott und dem Nächsten (diese Liebe ist dem Menschen ei­gentümlich, unterscheidet ihn von den Tieren und ist eine himmlische Liebe), so hätte er nicht nur jedes erforderliche Wissen, sondern auch alle Einsicht und alle Weisheit. Denn diese würden aus dem Himmel in seine Liebestriebe ein­fließen, das heißt durch den Himmel vom Göttlichen her. Weil aber der Mensch von Geburt nicht in jene Liebesarten gelangt, sondern in die entgegengesetzten, nämlich in die Liebe zu sich selbst und zur Welt, deshalb muß er notwendi­gerweise in volle Unwissenheit und Unkenntnis geboren werden. Durch göttliche Mittel wird er jedoch zu einiger Ein­sicht und Weisheit geführt. In Wirklichkeit geschieht das aber nur soweit, wie die Liebe zu sich selbst und zur Welt von ihm entfernt und so der Weg für die Liebe zu Gott und zum Näch­sten eröffnet wird. Daß die Liebe zu Gott und die Liebe zum Nächsten alle Einsicht und Weisheit in sich begreift, kann an denen erkannt werden, die auf Erden in dieser Liebe lebten. Wenn solche nach dem Tod in den Himmel kommen, wissen und verstehen sie Dinge, die sie niemals zuvor wußten, ja sie denken und sprechen dort wie die übrigen Engel Dinge, wie sie kein Ohr je gehört, noch ein Gemüt erfaßt hat, Dinge, die unaussprechlich sind. Das ist so, weil jene Liebesarten die Kraft haben, solches in sich aufzunehmen.



Der Planet Saturn. Seine Geister und Bewohner.

*97. Die Geister von diesem Erdkörper erscheinen da, wo der Erdkörper selbst ist, vorn in großer Entfernung und zwar unten auf der Ebene der Knie. Wird das Auge dorthin geöff­net, dann erblickt man eine Menge von Geistern, die alle von jenem Erdkörper stammen. Sie sind diesseits dieser Erde und zu ihrer Rechten sichtbar. Es wurde mir auch verliehen, mit ihnen zu sprechen und so zu erfahren, wie sie im Vergleich zu anderen beschaffen sind. Sie sind rechtschaffen und be­scheiden, und weil sie sich für klein halten, erscheinen sie sich auch klein im anderen Leben.

*98. Im Gottesdienst sind sie äußerst demütig, denn während des Gottesdienstes achten sie sich selbst gering. Sie verehren unsern Herrn und erkennen ihn als den allei­nigen Gott an. Der Herr erscheint ihnen auch bisweilen in der Gestalt eines Engels und somit als Mensch. Dann leuch­tet das Göttliche aus seinem Angesicht und erregt das Gemüt. Wenn die Bewohner zu reiferen Jahren gelangen, sprechen sie auch mit Geistern. Von ihnen werden sie dann über den Herrn belehrt und wie er zu verehren sei und wie man leben müsse. Wollen einige Geister von dort die Be­wohner verführen und vom Glauben an den Herrn oder von der Demut ihm gegenüber und von der Rechtlichkeit des Lebens abwenden, so sagen sie, sie wollten sterben. Es zeigen sich dann in ihren Händen kleine Messer, mit denen sie ihre Brust zu durchbohren scheinen. Werden sie befragt, warum sie dies tun, so sagen sie, sie wollten lieber sterben als vom Herrn abgelenkt zu werden. Die Geister von unse­rer Erde spotten deshalb bisweilen über sie und setzen ihnen mit Schimpfreden zu, weil sie so handeln. Aber dann antworten sie, sie wüßten wohl, daß sie sich nicht töteten, sondern daß es nur den Anschein mache, der aus dem Wil­len ihrer Seele hervorgehe, lieber zu sterben als von der Verehrung des Herrn abzustehen.

*99. Sie sagten, bisweilen kämen Geister von unserer Erde zu ihnen, von denen sie befragt werden, welchen Gott sie verehren. Ihnen wird zur Antwort gegeben, sie seien unsinnig, denn es könne keinen größeren Wahnsinn geben, als zu fragen, welchen Gott jemand verehre, da doch für alle im Weltall nur ein einziger Gott existiere. Noch unsin­niger seien sie aber darin, daß sie nicht sagten, der Herr sei jener einzige Gott, und er regiere den ganzen Himmel und dadurch die ganze Welt. Denn wer den Himmel regiert, der regiert auch die Welt, weil die Welt durch den Himmel re­giert wird.

*100. Sie sagten, es gebe auch auf ihrem Erdkörper Be­wohner, die das nächtliche Licht, das groß ist, den Herrn nennen. Sie werden aber von den übrigen abgesondert und nicht von ihnen geduldet. Jenes nächtliche Licht kommt von dem großen Ring her, der jenen Erdkörper in einiger Entfernung umgibt, und von den Monden, die die Traban­ten des Saturn genannt werden.

*101. Sie erzählten, eine andere Art von Geistern, die in Scharen wandern, kämen häufig zu ihnen und wünschten zu wissen, wie es bei ihnen zugehe. Und sie lockten auf man­nigfache Weise aus ihnen heraus, was sie wissen. Von diesen sagten sie, sie seien nicht unsinnig, ausgenommen darin, daß sie nur Verlangen nach Wissen hätten, und zwar zu keinem anderen Zweck, als nur eben um zu wissen. Später wurden sie belehrt, diese Geister seien vom Planeten Merkur oder von dem Erdkörper, der der Sonne am nächsten steht; sie hät­ten aber nur Freude an Kenntnissen und nicht so sehr am Nutzen, den diese ermöglichen.

*102. Die Bewohner und Geister des Planeten Saturn stel­len im Größten Menschen den Mittelsinn zwischen dem gei­stigen und natürlichen Menschen dar, aber den Mittelsinn, der sich vom natürlichen ab- dem geistigen zuwendet. Daher kommt es, daß jene Geister zum Himmel getragen oder ent­rückt zu werden scheinen, bald aber wieder herabgelassen werden. Denn was dem geistigen Sinn angehört, ist im Him­mel, und was dem natürlichen Sinn angehört, unterhalb des Himmels. Weil die Geister unserer Erde im Größten Men­schen den natürlichen und körperlichen Sinn darstellen, wurde mir durch deutliche Erfahrung zu wissen gegeben, wie der geistige und natürliche Mensch miteinander kämp­fen und streiten, wenn letzterer nicht im Glauben und in der Liebe lebt. Geister des Planeten Saturn wurden einst von wei­tem erblickt, und dann wurde ein lebhafter Verkehr zwischen ihnen und solchen Geistern aus unserer Erde veranstaltet. Nachdem diese die ersteren erkannt hatten, wurden sie wie unsinnig und fingen an, jene anzufechten, indem sie Unwür­diges über den Glauben und auch über den Herrn einflößten. Und während sie jene mit Schmähungen und Beleidigungen überschütteten, warfen sie sich mitten unter sie und ver­suchten in ihrem Wahnsinn, ihnen Böses zuzufügen. Aber die Saturngeister fürchteten sich nicht, weil sie sicher und in Ruhe waren. Als aber die Geister von unserer Erde mitten unter ihnen waren, stellten sich bei ihnen Angst und Atem­beklemmung ein. Und so stürzten sie sich hinaus, der eine hierhin, der andere dorthin, und wurden zerstreut. Die dabei Anwesenden bemerkten hieraus, wie der natürliche Mensch, getrennt vom geistigen, beschaffen ist, wenn er in die geistige Sphäre kommt, daß er nämlich rasend wird. Denn der natürliche, vom geistigen getrennte Mensch ist nur aus der Welt weise und nicht aus dem Himmel. Und wer nur aus der Welt weise ist, der glaubt nichts, außer was die Sinne fassen. Und was er glaubt, das glaubt er aufgrund von Sin­nestäuschungen. Wenn diese Täuschungen nicht durch Ein­fluß aus der geistigen Welt entfernt werden, erzeugen sie Falsches. Daher kommt es, daß das Geistige ihm nichts be­deutet, und zwar in dem Maß, daß er kaum mit anhören kann, wenn Geistiges genannt wird. Daher rasen solche, wenn sie in der geistigen Sphäre gehalten werden. Anders ist es, solange sie in der Welt leben. Dann denken sie entwe­der in natürlicher Weise über Geistiges oder wenden das Ohr ab, das heißt, sie hören, aber passen nicht auf. Aus die­ser Erfahrung ergab sich auch, daß der natürliche Mensch sich nicht in den geistigen eindrängen, das heißt, sich zu ihm erheben kann. Wenn der Mensch im Glauben und dadurch in einem geistigen Leben ist, fließt vielmehr der geistige Mensch in den natürlichen ein und denkt darin. Denn es gibt einen geistigen Einfluß, das heißt, aus der geistigen Welt in die natürliche, aber nicht umgekehrt.

Es gibt einen geistigen Einfluß, aber keinen physischen oder natürli­chen. Somit besteht ein Einfluß aus der geistigen Welt in die natürli­che, aber keiner aus der natürlichen Welt in die geistige. # 3'219. 5'119. 5'259. 5'427. 5'428. 5'477. 6'322. Es scheint, als bestünde ein Einfluß vom Äußeren ins Innere des Menschen, es ist aber Täuschung. # 3'721.

*103. Weiter wurde ich von den Geistern jenes Erdkör­pers über die Art der Gemeinschaft unter dessen Bewohnern und über manches andere unterrichtet. Sie sagten, sie lebten abgesondert in Familien, jede Familie getrennt von den anderen, also Mann und Frau mit ihren Kindern. Wenn letztere Ehen schließen, sondern sie sich vom elterlichen Haus ab und bekümmern sich nicht weiter darum, weshalb die Gei­ster jenes Erdkörpers in Paaren erscheinen. Für Lebensunter­halt und Kleidung sind sie wenig besorgt, sie leben von Früchten und Gemüsearten, die ihre Erde hervorbringt. Sie kleiden sich leicht, weil sie mit einer dicken Haut oder Hülle umgeben sind, die die Kälte abhält. Außerdem wissen alle auf ihrer Erde, daß sie nach dem Tode fortleben werden und schätzen deshalb auch ihre Leiber nicht hoch ein und sorgen nur soweit dafür, wie es des Lebens wegen geschehen muß, das, wie sie sagen, fortdauern und dem Dienst des Herrn ge­widmet werden soll. Deshalb beerdigen sie auch die Leiber der Toten nicht, sondern werfen sie weg und bedecken sie mit Baumzweigen aus dem Wald.

*104. Befragt über den großen Ring, der von unserer Erde aus gesehen, sich über den Horizont jenes Planeten zu erhe­ben und seine Stellung zu verändern scheint, sagten sie, er er­scheine ihnen nicht wie ein Ring, sondern nur wie ein schnee­weißer Schein am Himmel in verschiedener Richtung.



Der Planet Venus. Seine Geister und Bewohner.

*105. Der Planet Venus erscheint in der Vorstellung der Geister und Engel zur Linken ein wenig nach hinten, in eini­ger Entfernung von unserer Erde. "In der Vorstellung der Geister" wird gesagt, weil keinem Geist die Sonne der Welt erscheint, und auch kein Planet, sondern die Geister haben nur eine Vorstellung, daß sie vorhanden sind. Aufgrund der bloßen Vorstellung zeigt sich die Sonne der Welt in ihrem Rücken wie ein dunkler Körper und die Planeten nicht umherwandelnd wie in der Welt, sondern an ihren Orten bleibend. (oben # 42)

*106. Auf dem Planeten Venus gibt es zwei Gattungen von Menschen von entgegengesetzter Gemütsart: solche, die sanft und menschenfreundlich sind, und andere, die sich wild und beinahe tierisch aufführen. Die milden und menschenfreundlichen zeigen sich auf der jenseitigen Hälfte des Erdkörpers, die wilden und beinahe tierischen jedoch auf der uns zugekehrten Hälfte. Man muß aber wissen, daß sie so den Zuständen ihres Lebens gemäß erscheinen, denn der Le­benszustand bestimmt dort alle Erscheinungen des Raumes und der Entfernung.

*107. Einige von denen, die auf der abgewandten Seite des Planeten erscheinen und sanft und menschenfreundlich sind, kamen zu mir und zeigten sich mir über dem Haupt. Ich sprach verschiedenes mit ihnen. Unter anderem sagten sie, sie hätten während ihres Aufenthaltes in der Welt unsern Herrn als ihren einzigen Gott anerkannt und täten dies jetzt noch viel mehr. Sie hätten ihn selbst auf ihrer Erde gesehen, und sie bildeten auch vor, wie sie ihn gesehen hatten. Diese Geister stellen im Größten Menschen das Gedächtnis für ma­terielle Dinge in Übereinstimmung mit dem Gedächtnis für immaterielle Dinge dar. Das letztere bilden die Merkurgeister vor. Deshalb stimmen auch die Geister vom Merkur mit die­sen Geistern aus der Venus besonders überein. Waren sie zu­sammen, so fühlte ich aus ihrem Einfließen eine außeror­dentliche Veränderung und starke Einwirkung in mein Ge­hirn. Vgl. oben # 43.

*108. Mit den Geistern, die auf der uns zugewandten Seite wild und fast tierisch erscheinen, habe ich selbst nicht gesprochen. Es wurde mir aber von den Engeln berichtet, wie sie beschaffen sind, und warum sie eine so tierische Natur haben. Sie haben nämlich dort eine große Freude an Räube­reien und lieben hauptsächlich von Geraubtem zu essen. Ihre Lust, wenn sie an das Essen von Geraubtem denken, wurde mir mitgeteilt, und ich empfand sie als sehr groß. Daß es auch auf unserer Erde Bewohner von solch tierischer Beschaffen­heit gegeben hat, wird klar aus der Geschichte verschiedener Völker, wie von den Bewohnern des Landes Kanaan 1. Sam. 30. 16, und auch vom jüdischen und israelitischen Volk zur Zeit Davids, als sie jährlich Raubzüge unternahmen, Völker­schaften beraubten und mit Freude von der Beute aßen. Es wurde auch gesagt, jene Bewohner seien der Mehrzahl nach Riesen. Menschen unserer Erde reichten ihnen nur bis zum Nabel. Sie seien stumpfsinnig und fragten nicht danach, was der Himmel oder was das ewige Leben sei, sondern küm­merten sich lediglich um ihr Land und Vieh.

*109. Aus diesem Grund werden sie beim Übertritt in das andere Leben stark von Bösem und Falschem angefochten. Ihre Höllen erscheinen neben ihrem Erdkörper und stehen in keiner Verbindung mit den Höllen der Bösen unserer Erde, weil sie ganz und gar anderen Sinnes und anderer Wesensart sind. So ist auch ihr Böses und Falsches durchaus anders.

*110. Diejenigen aber, die selig werden können, weilen an Abödungsorten und werden dort bis zum äußersten Grad der Verzweiflung gebracht. Denn das Böse und Falsche jener Gattung kann nicht anders gebändigt und entfernt werden. Wenn sie im Zustand der Verzweiflung sind, schreien sie, sie seien Tiere, nichts als Greuel, Haß und somit Verdammte. Ei­nige von ihnen toben in diesem Zustand auch gegen den Himmel. Aber das wird ihnen verziehen, weil es aus Ver­zweiflung geschieht. Der Herr lenkt es so, daß sie sich in Schmähungen nur bis zu den gesetzten Grenzen ergehen.

Wenn sie dieses Äußerste erduldet haben, werden sie endlich selig, weil dann das Körperliche bei ihnen gleichsam abgeö­det ist. Von diesen wurde auch gesagt, sie hätten während des Lebens auf ihrer Erde an einen gewissen höchsten Schöp­fer ohne Mittler geglaubt. Aber wenn sie erlöst sind, werden sie unterrichtet, daß der Herr der alleinige Gott, Heiland und Mittler ist. Ich sah einige von ihnen, nachdem sie das Äußer­ste erlitten hatten, wie sie in den Himmel erhoben wurden. Als sie dort aufgenommen wurden, empfand ich eine solch zarte Innigkeit der Freude von ihnen her, daß es mir Tränen in die Augen trieb.



Der Mond. Seine Geister und Bewohner.

*111. Es erschienen einige Geister über dem Haupt, und es wurden von dorther Stimmen wie Donnerschläge gehört. Denn nicht anders tonten ihre Stimmen als Donnerschläge aus den Wolken, wenn ein Blitz niedergefahren ist. Ich glaubte, es sei eine ungeheure Menge von Geistern, die die Kunst verständen, ihre Stimmen mit solchem Schall von sich zu geben. Die einfältigeren Geister in meiner Nähe verlach­ten jene, worüber ich mich sehr wunderte. Bald wurde jedoch der Grund ihres Lachens entdeckt: Die donnernden Geister waren nicht in großer Anzahl gekommen, sondern nur wenige und dazu klein wie Knaben. Sie hatten ihnen schon früher durch solches Gedonner Furcht eingejagt und doch gar keinen Schaden zufügen können. Damit ich wüßte, wie sie beschaffen seien, ließen sich einige aus der Höhe, von wo sie donnerten, hernieder, und wunderbarerweise trug einer den anderen auf dem Rücken. So nahte sich mir ein Paar. Sie erschienen von Gesicht nicht unschön, doch war es länger als das Gesicht der übrigen Geister. An Gestalt gli­chen sie einem siebenjährigen Knaben, nur waren sie von stärkerem Bau. Somit waren es Zwerge. Von den Engeln wurde mir gesagt, sie seien vom Mond. Der vom anderen getragen wurde, kam zu mir, machte sich an meine linke Seite unterm Ellenbogen und sprach von da aus. Er sagte, wenn sie ihre Stimme hören ließen, donnerten sie so und erschreckten dadurch die Geister, die ihnen Böses zufügen wollten. Manche schlügen sie in die Flucht und gingen daher sicher, wohin es ihnen beliebte. Damit ich Gewißheit erlangte, daß ihre Rede so beschaffen sei, begab er sich weg von mir zu einigen anderen, ging mir aber nicht ganz aus den Augen und donnerte auf ähnliche Weise. Weiter zeigten sie, wie ihre Stimme nach Art eines Aufstoßens vom Unter­leib her so erdröhnt. Ich wurde inne, daß dies daher kam, daß die Bewohner des Mondes nicht mit Hilfe der Lunge sprechen wie die Bewohner anderer Erden, sondern aus dem Unterleib und somit durch die dort angesammelte Luft. Dies hat seinen Grund darin, daß der Mond nicht von einer ähn­lichen Atmosphäre umflossen ist wie andere Erdkörper. Ich wurde belehrt, daß die Geister des Mondes im Größten Men­schen den schwertförmigen Knorpel oder die Xiphois dar­stellen, an dem vorn die Rippen befestigt sind und von dem das weiße Band herabgeht, das den Bauchmuskeln zur Stütze dient.

*112. Den Geistern und Engeln ist wohlbekannt, daß auch auf dem Mond Bewohner leben, ebenso wie auf den Monden oder Trabanten um die Planeten Jupiter und Saturn. Die, die weder solche Geister gesehen noch mit ihnen geredet haben, bezweifeln gleichwohl nicht, daß auch dort Menschen leben, weil auch sie in gleicher Weise Erdkörper sind. Und wo ein Erdkörper ist, da ist auch der Mensch. Denn der Mensch ist der Endzweck, für den eine Erde da ist. Und vom höchsten Schöpfer ist nichts ohne Zweck geschaffen. Daß der Zweck der Schöpfung das Menschengeschlecht ist, damit sich aus ihm der Himmel bildet, kann einem jeden klar werden, der aus einer einigermaßen erleuchteten Vernunft denkt.

*113. Die Ursachen, warum der Herr auf unserer Erde und nicht auf einer anderen geboren werden wollte.

Daß es dem Herrn gefallen hat, auf unserer Erde und auf keiner anderen geboren zu werden und Menschen­natur anzunehmen, hat mehrere Ursachen, über die ich aus dem Himmel unterrichtet worden bin. Hauptsächlich ge­schah es um des Wortes willen, damit es auf unserer Erde ge­schrieben werden könne. Und nachdem es geschrieben wor­den war, konnte es über die ganze Erde verbreitet werden. Und einmal verbreitet, konnte es für alle Nachkommen er­halten und dadurch offenbart werden, daß Gott Mensch ge­worden sei - auch allen im anderen Leben.

*114. Hauptsächlich also geschah es um des Wortes wil­len, weil das Wort das göttlich Wahre selbst ist, das den Men­schen lehrt, daß ein Gott ist, daß es einen Himmel und eine Hölle gibt und ein Leben nach dem Tod. Und außerdem lehrt das Wort, wie der Mensch leben und glauben muß, damit er in den Himmel kommt und so für die Ewigkeit selig wird. Dies alles wäre ohne Offenbarung, auf unserer Erde also ohne das Wort, ganz und gar unbekannt geblieben. Dennoch ist der Mensch so geschaffen, daß er in bezug auf sein Inne­res nicht sterben kann.

Aus dem natürlichen Licht allein weiß man nichts vom Herrn, von Himmel und Hölle, vom Leben des Menschen nach dem Tod und den göttlichen Wahrheiten, durch die der Mensch geistiges und ewiges Leben hat. # 8'944. 10'318 bis 10'320. Dies ergibt sich daraus, daß viele unter ihren Gelehrten nicht daran glauben, obwohl sie dort geboren sind, wo das Wort bekannt und durch dieses Belehrung über solche Dinge zu haben ist. # 10'319. Darum war es notwendig, daß eine Offenbarung aus dem Himmel kam, weil der Mensch für den Himmel geboren ist. # 1'775.

*115. Das Wort konnte auf unserer Erde niedergeschrie­ben werden, weil hier die Schreibkunst von den ältesten Zei­ten her bestand. Das geschah zuerst auf Baumrinden, dann auf Tierhäuten, nachher auf Papier. Und zuletzt konnte das Wort durch den Druck verbreitet werden. Dies ist vom Herrn des Wortes wegen vorgesehen worden.

*116. Das Wort konnte dann über diese ganze Erde ver­breitet werden, weil hier ein Verkehr zwischen allen Völkern stattfindet, nicht nur durch Reisen, sondern auch durch Schiffahrten nach allen Gegenden des Erdbodens. So konnte das Wort, einmal geschrieben, von einem Volk zum anderen gebracht und überall gelehrt werden.

*117. Daß das einmal geschriebene Wort für alle Nach­kommen erhalten werden konnte, über tausend und aber­tausend Jahre, und daß es auch erhalten worden ist, kann als bekannt gelten.

*118. Dadurch konnte offenbart werden, daß Gott Mensch geworden ist. Dies nämlich ist das Erste und We­sentlichste, wofür das Wort da ist. Denn niemand kann an einen Gott glauben und einen Gott lieben, den er nicht unter irgendeiner Gestalt erfassen kann. Deshalb vergra­ben sich die, die etwas Unschaubares und somit Unfaßba­res für wirklich halten, mit dem Denken in die Natur und glauben so an keinen Gott. Darum hat es Gott gefallen, hier geboren zu werden und dies durch das Wort zu offenbaren, damit es nicht nur auf dieser Erde bekannt würde, sondern auch den Geistern und Engeln anderer Erdkörper sowie den heidnischen Völkern unserer Erde.

Die Heiden werden im anderen Leben von Engeln unterrichtet und die, die nach ihrer Religion rechtschaffen gelebt haben, nehmen das Wahre des Glaubens auf und erkennen den Herrn an. # 2'049. 2'595. 2'598. 2'600. 2'601. 2'603. 2'861. 2'863. 3'263.

*119. Zu beherzigen ist, daß das Wort, das auf unserer Erde durch den Himmel vom Herrn gegeben wurde, die Ver­einigung der Himmel und der Welt bildet; daß zu diesem Zweck zwischen allem, was im Buchstaben des Wortes er­scheint, und den göttlichen Dingen im Himmel eine Entspre­chung besteht und daß das Wort in seinem höchsten und in­nersten Sinn vom Herrn handelt, von seinem Reich in den Himmeln und auf den Erden, von der Liebe und dem Glau­ben von ihm und zu ihm, ferner vom Leben von ihm und in ihm. Solches zeigt sich den Engeln im Himmel, wenn das Wort unserer Erde gelesen und gepredigt wird.

Die Engel in den Himmeln verstehen das Wort anders als die Men­schen auf Erden. Jene haben den inneren oder geistigen, diese aber den äußeren oder natürlichen Sinn. # 1'769 bis 1'772. 1'887. 7'835.? 2'333. 2'395. 2'540. 2'541. 2'545. 2'551. Das Wort ist das Verbindungs­mittel zwischen Himmel und Erde. # 2'310. 2'495. 9'212. 9'216. 9'357. 10'375. Das Wort ist daher in lauter Entsprechungen geschrieben. # 1'404. 1'408. 1'409. 1'540. 1'619. 1'659. 1'709. 1'783. 8'615. 10'687. Im innersten (oder höchsten) Sinn des Wortes wird allein vom Herrn und seinem Reich gesprochen. # 1'873. 2'249. 2'523. 7'014. 9'357.

*120. Auf allen anderen Erdkörpern wird das göttlich Wahre mündlich durch Geister und Engel geoffenbart (wie im Vorhergehenden zu lesen ist, wo von den Bewohnern der Erdkörper in unserem Sonnensystem die Rede war). Aber dies geschieht innerhalb der Familien, weil die Menschen auf den meisten Erdkörpern nach Familien geschieden wohnen. Deshalb wird das durch Geister und Engel so geoffenbarte göttliche Wahre nicht weit über die Familien hinaus getra­gen. Und wenn nicht immer wieder eine neue Offenbarung erfolgt, wird jenes entweder verkehrt oder geht verloren. An­ders ist es auf unserer Erde, wo das göttliche Wahre, also das Wort, für alle Zeiten unversehrt erhalten bleibt.

*121. Man muß wissen, daß der Herr alle (Geister), von welchem Erdkörper sie auch stammen mögen, anerkennt und aufnimmt, wenn sie Gott unter menschlicher Gestalt anerkennen und verehren. Denn Gott in menschlicher Ge­stalt ist der Herr. Und weil der Herr den Bewohnern der Erd­körper in Engelsgestalt erscheint, also menschlich, deshalb nehmen Geister und Engel von dem betreffenden Erdkörper dieses Wort an. Wenn sie von Geistern und Engeln unserer Erde hören, daß Gott wirklich Mensch ist, bekennen sich zu diesem Wort und freuen sich, daß es so ist.

*122. Zu den oben angeführten Gründen kommt noch hinzu, daß die Bewohner und Geister unserer Erde im Größ­ten Menschen den natürlichen und äußeren Sinn darstellen. Er ist das Letzte, wohin das Innere des Lebens ausläuft und wo es wie in seinem Allgemeinen ruht. Ähnlich verhält es sich mit dem göttlichen Wahren in der Buchstabenform, die das Wort heißt, das auch aus diesem Grund auf dieser Erde und nicht auf einer anderen gegeben wurde.

Das Wort im Buchstabensinn ist natürlich. # 8'783. Dies ist darum so, weil das Natürliche das Unterste ist, in dem Geistiges und Himmli­sches endet und auf dem es wie auf seiner Grundlage besteht. Ohne den äußeren oder natürlichen wäre der innere oder geistige Sinn des Wor­tes wie ein Haus ohne Grundlage. # 9'430. 9'433. 9'824. 10'044. 10'436.

Weil der Herr das Wort ist, und zwar sein Erstes und Letztes, und damit alles der Ordnung gemäß ins Dasein treten kann, darum wollte er auch auf dieser Welt geboren werden und das Wort werden, nach folgenden Worten bei Johannes: "Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dieses war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch das Wort gemacht und ohne das Wort ist nichts gemacht, was gemacht ist. Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, als des Eingeborenen vom Vater. Niemand hat Gott je gesehen, der eingeborene Sohn, der in des Vaters Schoß ist, der hat ihn herausgestellt" (hat ihn schaubar gemacht). Joh. 1/1, 2, 3, 4, 14, 18. Das Wort ist der Herr in bezug auf das göttliche Wahre vom Herrn40. Aber dies ist ein Geheimnis, das nur in das Verständnis we­niger eingeht.

Das Wort ist der Herr hinsichtlich des göttlichen Wahren, somit das göttliche Wahre vom Herrn. # 2'859. 4'692. 5'075. 9'987. Durch das göttliche Wahre ist alles geschaffen und gemacht. # 2'803. 2'894. 5'272. 2'143.



Von den Erdkörpern im Sternenhimmel.

*123. Die im Himmel sind, können nicht nur mit den En­geln und Geistern reden und verkehren, die aus den Erdkör­pern in unserem Sonnensystem stammen, sondern auch mit denen, die von den Erdkörpern außerhalb dieses Sonnensy­stems im Weltall herkommen, und nicht nur mit den Geistern und Engeln dort, sondern auch mit den wirklichen Einwoh­nern. Aber nur mit denen, deren Inneres aufgeschlossen ist, so daß sie die hören können, die aus dem Himmel mit ihnen reden. Dasselbe ist auch dem Menschen während seines Le­bens in der Welt möglich, wenn ihm vom Herrn gestattet ist, mit Geistern und Engeln zu reden. Denn der Mensch ist sei­nem Inneren nach ein Geist. Der Körper, den er in der Welt trägt, dient ihm nur zu den Verrichtungen in dieser natürli­chen oder irdischen Sphäre, der untersten oder letzten. Es wird aber keinem gestattet, mit Engeln und Geistern als Geist zu reden, ausgenommen er ist so beschaffen, daß er ihnen in Glauben und Liebe beigesellt werden kann. Und das ist nicht möglich, wenn er nicht im Glauben und in der Liebe zum Herrn lebt. Denn der Mensch wird durch Glauben und Liebe zu ihm, das heißt, durch das Wahre der Lehre und das Gute des Lebens, das er von ihm erhält, (mit ihm) verbunden. Ist er aber in Verbindung mit ihm, dann ist er sicher vor dem An­griff der bösen Geister, die aus der Hölle stammen. Bei ande­ren kann das Innere nicht bis auf einen solchen Grad aufge­schlossen werden, weil sie sich nicht dem Herrn ergeben. Dies ist der Grund, warum es heutzutage so wenige gibt, denen gestattet ist, mit Engeln zu sprechen und zu verkeh­ren. Ein offensichtlicher Beweis hierfür besteht darin, daß man heutzutage kaum an die Existenz von Geistern und En­geln glaubt, geschweige denn an deren Gegenwart bei jedem Menschen und an eine durch sie vermittelte Verbindung des Menschen mit dem Himmel und durch den Himmel mit dem Herrn. Und man glaubt noch weniger, daß der Mensch, wenn er dem Körper nach stirbt, als Geist fortlebt und zwar wieder in menschlicher Gestalt wie zuvor.

*124. Weil heutzutage in der Kirche bei vielen kein Glaube an das Leben nach dem Tod vorhanden ist und kaum ein Glaube an den Himmel, und weil auch kaum jemand an den Herrn glaubt und anerkennt, daß er der Gott des Him­mels und der Erde ist, deshalb wurde mein Inneres, nämlich das meines Geistes, vom Herrn geöffnet, damit ich, während ich im Körper lebe, zugleich mit den Engeln im Himmel sein, und nicht nur mit ihnen reden, sondern dort auch Staunens­wertes sehen und dieses beschreiben konnte, damit künftig keiner mehr sage: "Wer ist aus dem Himmel zu uns gekom­men und hat berichtet, daß es einen Himmel gibt und was darin ist." Allein ich weiß, daß die, die vorher im Herzen den Himmel und die Hölle und das Leben nach dem Tod geleug­net haben, sich auch gegen meine Berichte auflehnen und diese verneinen werden. Denn leichter ist es, einen Raben weiß zu machen, als die zum Glauben zu bewegen, die den Glauben einmal im Herzen verworfen haben, weil sie darü­ber immer aus einer Grundhaltung der Verneinung und nicht der Bejahung denken. So sei denn, was bisher über die Engel und Geister gesagt wurde und noch ferner gesagt werden soll, für die wenigen bestimmt, die im Glauben stehen. Damit jedoch auch die Übrigen zu einiger Anerkennung ge­bracht werden, ist mir erlaubt worden, Dinge zu berichten, die den wißbegierigen Menschen ergötzen und anlocken. Das soll nun auch vom Bericht über die Erdkörper im Ster­nenhimmel gelten.

*125. Wer die Geheimnisse des Himmels nicht kennt, vermag nicht zu glauben, daß ein Mensch so entlegene Erden sehen und aufgrund sinnlicher Erfahrung von ihnen etwas berichten kann. Aber er soll wissen, daß Räume, Entfernungen und damit verbundene Ortsveränderungen, wie sie in der natürlichen Welt vorkommen, in ihrem Ur­sprung und in ihrer ersten Ursache Zustandsveränderungen des Innern sind, und daß sie bei Engeln und Geistern diesen entsprechend erscheinen. Er soll auch wissen, daß Engel und Geister durch diese dem Anschein nach von einem Ort zum anderen und von einer Erde zur ande­ren, ja sogar zu den Erdkörpern am Ende des Weltalls ver­setzt werden können. Ähnliches kann auch der Mensch im Geist erfahren, während sein Körper an seinem Ort bleibt. So geschah es mir, weil mir aus göttlicher Barmherzigkeit des Herrn verliehen wurde, mit Geistern als Geist und zu­gleich mit Menschen als ein Mensch zu verkehren. Daß ein Mensch seinem Geist nach so versetzt werden kann, vermag der sinnliche Mensch nicht zu fassen; denn er lebt in Raum und Zeit und bemißt seine Ortsveränderungen danach.

Bewegungen, Fortschreiten und Ortsveränderungen sind im ande­ren Leben Zustandsveränderungen des Inneren und erscheinen den Geistern und Engeln so wirklich, als seien sie tatsächlich ausge­führt. # 1'273 bis 1'277. 1'377. 3'356. 5'605. 10'734.

*126. Daß es viele Welten gibt, kann einem jeden wohl daraus klar werden, daß sich so viele Gestirne im Weltall zei­gen. Und in der gelehrten Welt ist bekannt, daß jedes Gestirn eine Art Sonne an seinem Ort ist. Dort steht es fest wie die Sonne unserer Erde an dem ihrigen. Und die Entfernung ist der Grund, warum es in so kleiner Gestalt wie ein Stern er­scheint. Es hat folglich ebenso wie die Sonne unserer Welt Planeten um sich, die Erdkörper sind. Infolge ihrer unendli­chen Entfernung vor unsern Augen werden diese nicht sichtbar, dies auch, weil ihr Licht, das sie nur von ihrer Sonne empfangen, nicht zum zweiten Mal bis zu uns zurückgeworfen werden kann. Wozu dient sonst ein so großer Himmel mit so vielen Sternen? Denn der Zweck der Schöpfung des Weltalls ist der Mensch, damit aus den Menschen sich ein Engelhimmel bildet. Was wäre auch für den unendlichen Schöpfer ein Menschengeschlecht von einer Erde und daraus ein Engelhimmel für ihn, dem nicht tausend Erden, ja nicht Myriaden genug wären! Man hat berechnet: Wenn 1'000'000 Erden im All wären und auf jeder Erde 300'000'000 Menschen und 200 Generationen innerhalb 6000 Jahren lebten, und wenn für jeden Men­schen oder Geist ein Raum von 3 Kubikellen vorausgesetzt würden, dann dürfte die Menge dieser Menschen oder Geister in Summa noch nicht den tausendsten Teil des Vo­lumens unserer Erde ausfüllen, eher etwa den Raum eines Trabanten um den Planeten Jupiter oder Saturn, und das wäre im All ein Raum von verschwindender Größe, da sich ein solcher Trabant kaum dem unbewaffneten Auge zeigt. Was wäre das für den Schöpfer des Weltalls, dem es nicht genügen würde, wenn das ganze Weltall angefüllt wäre. Denn er ist unendlich! Ich sprach hierüber mit den Engeln: Sie haben eine ähnliche Vorstellung von der gerin­gen Zahl des menschlichen Geschlechtes im Vergleich mit der Unendlichkeit des Schöpfers. Sie denken aber nicht auf der Basis von Räumen, sondern von Zuständen, und nach ihrer Vorstellung wären Erdkörper in der Zahl von so vie­len Myriaden, als man sich je denken könne, doch immer noch nichts im Verhältnis zum Herrn. Doch von den Erden im Sternenhimmel soll nun im Folgenden aufgrund wirk­licher Erfahrung gesprochen werden, woraus sich auch zeigen wird, wie die Versetzung meines Geistes dahin je­weils vor sich gegangen ist, während der Körper an sei­nem Ort blieb.



Die erste Erde im Sternenhimmel. Ihre Geister und Bewohner.

*127. Ich wurde durch Engel vom Herrn zu einem gewis­sen Erdkörper im Sternenhimmel geführt, wo ich den Erd­körper selbst anschauen, aber nicht mit den dortigen Bewoh­nern, sondern nur mit Geistern von diesem sprechen durfte. Die Bewohner oder Menschen jedes Erdkörpers werden nach vollbrachtem Leben in der Welt Geister und bleiben in der Nähe ihrer Erde. Von ihnen wird jedoch Auskunft über ihre Erde und über den Zustand der Bewohner darauf erteilt. Denn die Menschen nehmen, wenn sie aus dem Leben schei­den, ihr ganzes voriges Leben und ihr ganzes Gedächtnis mit sich.

Nach dem Tode führt der Mensch das Gedächtnis aller Dinge mit sich, die er in der Welt wußte. # 2'476 bis 2'486.

Zu den Erdkörpern im Weltall geführt werden, heißt, nicht leiblich, sondern im Geist dahin geführt oder entrückt werden. Und der Geist wird durch Zustandsveränderungen des inneren Lebens geführt, die ihm wie ein Fortrücken im Raum erscheinen. Die Annäherungen ergeben sich nach den Übereinstimmungen oder Ähnlichkeiten der Le­benszustände. Denn Übereinstimmung oder Ähnlichkeit des Lebens verbindet, das Gegenteil davon scheidet. Hieraus kann man entnehmen, auf welche Weise die Versetzung des Geistes und seine Annäherung an entlegene Regionen geschieht, wäh­rend der Mensch beständig an seinem Ort bleibt. Aber es liegt allein in der Macht des Herrn, den Geist durch Zu­standsveränderungen seines Innern außerhalb des Erdkrei­ses zu führen und zu bewirken, daß die Veränderungen all­mählich bis zu dem übereinstimmenden oder ähnlichen Zu­stand derer fortschreiten, zu denen er geführt wird. Denn es gehört dazu ein beständiges Leben und eine beständige Vor­sorge vom Ersten bis zum Letzten, hin und zurück, haupt­sächlich, wenn es mit einem Menschen geschehen soll, der leiblich noch in der natürlichen Welt und dadurch im Raum lebt. Diejenigen, die im Leiblich-Sinnlichen befangen sind und ihr Denken darauf gründen, können nicht zum Glauben gebracht werden, daß dies auch mit mir so geschehen sei. Das ist so, weil das Leiblich-Sinnliche Fortbewegungen ohne Räume nicht fassen kann. Wer zwar aufgrund des Sinnlichen seines Geistes denkt, wobei dieses aber doch etwas von den körperlichen Sinnen entfernt oder über sie erhoben ist, der kann immerhin innerlich denken und daher zum Glauben geführt werden und die Sache fassen. Denn in der Vorstel­lung des inneren Denkens herrschen nicht Raum noch Zeit, sondern die Dinge, woraus Raum und Zeit hervorgehen. Für diese sei das Folgende über die Erdkörper im Sternenhimmel und nicht für andere, falls sie sich nicht belehren lassen wol­len.

*128. Im wachen Zustand wurde ich im Geist durch Engel vom Herrn zu einem gewissen Erdkörper im Sternenhimmel unter Begleitung einiger Geister aus dieser Welt geführt. Das Entrücken geschah rechts hin und dauerte zwei Stunden. Gegen die Grenze unserer Sonnenwelt zeigte sich zuerst eine weißlich schimmernde, jedoch dichte Wolke und hinter ihr ein feuriger Rauch, aus einem großen Schlund aufsteigend. Es war dies eine ungeheure Kluft, die auf dieser Seite unsere Sonnenwelt von einigen Welt-Systemen des Sternenhimmels trennt. Jener feurige Rauch erschien auf eine ziemlich große Strecke. Ich wurde über diesen Zwischenort getragen, und darauf erschienen unten in diesem Schlund oder Abgrund sehr viele Menschen, die Geister waren (denn die Geister erscheinen alle in Menschengestalt und sind auch tatsächlich Menschen). Ich hörte sie auch untereinander reden, aber woher und welcher Art sie waren, wurde mir nicht zu wis­sen gegeben. Nur sagte mir einer von ihnen, sie seien Wa­chen, damit nicht die Geister aus dieser Welt ohne gegebene Erlaubnis in eine andere im Weltall hinübergingen. Daß dem so sei, bestätigte sich auch. Denn als einige Geister in der Be­gleitung, denen aber nicht gestattet war, hinüberzuwechseln, zu jenem großen Zwischenraum kamen, fingen sie an, gewaltig zu schreien, sie kämen um. Sie glichen denen, die im letzten Kampf mit dem Tod ringen. Sie blieben deshalb dies­seits des Abgrundes und konnten nicht hinübergebracht werden. Denn der aus dem Schlund ausgehauchte feurige Rauch ergriff Besitz von ihnen und quälte sie so.

*129. Nachdem ich über jenen großen Abgrund hinüber­getragen war, gelangte ich zuletzt an einen Ort, wo ich ver­weilte. Da erschienen mir oberhalb Geister, mit denen ich sprechen durfte. An ihrer Rede und an der Art, die Dinge auf­zufassen und darzulegen, bemerkte ich deutlich, daß sie aus einem fremden Erdkörper waren, denn sie unterschieden sich gänzlich von den Geistern unseres Sonnensystems. Auch sie bemerkten an meiner Rede, daß ich aus der Ferne sei.

*130. Nachdem wir eine Weile über Verschiedenes ge­sprochen hatten, fragte ich, welchen Gott sie verehrten. Sie sagten: Einen Engel, der ihnen wie ein göttlicher Mensch er­scheine, denn er strahle von Licht. Er unterrichte sie und gebe ihnen zu erkennen, was sie zu tun hätten. Sie wüßten, daß der höchste Gott in der Sonne des Engelshimmels sei und daß er ihrem Engel und nicht ihnen erscheine. Er sei zu hoch, als daß sie ihn anzubeten wagten. Der Engel, den sie verehrten, war eine Engelgesellschaft, der vom Herrn verlie­hen wurde, ihnen vorzustehen und sie den Weg der Gerech­tigkeit und Redlichkeit zu lehren. Deshalb haben sie Licht aus einer Art Flamme, die sich in Gestalt einer Fackel mit ziemlich feurigem und gelbem Schein zeigt. Der Grund die­ser Erscheinung liegt darin, daß sie nicht den Herrn anbeten. Daher erhalten sie ihr Licht nicht aus der Sonne des Engel­himmels, sondern aus einer Engelgesellschaft. Denn eine sol­che Gruppe kann, wenn der Herr es verleiht, ein solches Licht vor den Geistern erscheinen lassen, die aus einer nie­deren Region stammen. Jene Engelgesellschaft kam mir auch zu Gesicht. Sie war hoch über jenen Geistern. Auch wurde dort die Flamme sichtbar, aus der das Licht kam.

*131. Übrigens waren sie bescheiden, etwas einfältig, doch dachten sie ziemlich rasch. Aus dem Licht bei ihnen konnte man schließen, wie die Fähigkeiten ihres Verstandes beschaffen waren, denn der Verstand entspricht der Auf­nahme des Lichtes, das in den Himmeln ist, indem das vom Herrn als der Sonne ausgehende göttliche Wahre dort leuch­tet und den Engeln nicht nur die Fähigkeit zu sehen, sondern auch zu verstehen verleiht.

In den Himmeln ist ein starkes Licht. # 1'117. 1'521. 1'522. 1'533. 1'619 bis 1'632. 4'527. 5'400. 8'644. Alles Licht in den Himmeln kommt vom Herrn, als der dortigen Sonne. # 1'053. 1'521. 3'195. 3'341. 3'636. 4'415. 9'548. 9'684. 10'809. Das göttlich Wahre, das vom Herrn ausgeht, erscheint in den Himmeln als Licht. # 3'195. 3'222. 5'400. 8'644. 9'399. 9'548. 9'684. Dieses Licht erleuchtet Augen und Verstand der Engel und Geister. # 2'776. 3'138. Das Licht des Him­mels erleuchtet auch den Verstand des Menschen. # 1'524. 3'138. 3'167. 4'408. 6'608. 8'707. 9'127. 9'399. 10'569.

*132. Ich wurde belehrt, daß die Bewohner und Geister jenes Erdkörpers im Größten Menschen etwas in der Milz darstellen, was mir auch durch einen Einfluß in die Milz be­stätigt wurde, während sie mit mir sprachen.

*133. Befragt über die Sonne ihrer Welt, die ihre Erde er­leuchtet, sagten sie, sie zeige sich flammend, und als ich die Größe der Sonne unserer Welt darstellte, sagten sie, die ihrige sei kleiner. Ihre Sonne ist nämlich vor unseren Augen ein Stern. Und von den Engeln hörte ich, er gehöre unter die klei­neren. Sie sagten noch, man erblicke von ihrer Erde aus auch den Sternenhimmel, und ein Stern, größer als die übrigen, er­scheine ihnen in der Abendgegend. Von diesem wurde ihnen vom Himmel aus gesagt, er sei unsere Sonne.

*134. Danach wurde mir das Auge geöffnet, daß ich einen Blick auf ihren Erdkörper selbst werfen konnte, und es er­schienen viele Wiesen und Wälder mit belaubten Bäumen, auch wolltragende Schafe. Darauf sah ich einige Erdbewoh­ner von geringerem Stand, angetan mit einem Gewand, wie es etwa die Landleute in Europa tragen. Es erschien auch ein Mann mit seiner Frau. Letztere war von schönem Wuchs und anständigem Benehmen. Der Mann gleichfalls. Aber worü­ber ich mich wunderte: er spazierte stolz einher, mit gleich­sam hochmütigem Schritt, das Weib dagegen mit demütigem Gang. Es wurde mir von den Engeln gesagt, es sei so Sitte auf jener Erde, und solche Männer würden geliebt, weil sie den­noch gut seien. Es sei ihnen nicht erlaubt, mehrere Ehefrauen zu haben, weil dies gegen die Gesetze verstoße. Die Frau, die mir erschien, hatte vor der Brust ein weites Kleidungsstück, hinter dem sie sich verbergen konnte. Es war so geschnitten, daß man die Arme hineinstecken und sich damit bekleiden und so ausgehen konnte. Den unteren Teil konnte man auf­nehmen und um den Leib legen. So war es der Brustbeklei­dung ähnlich, die die Frauen unserer Erde tragen. Aber das Kleidungsstück diente auch dem Mann. Ich sah, daß er es vom Weib nahm, es über den Rücken zog und den unteren Teil niederließ, so wallte es ihm bis zu den Füßen wie eine Toga. Und so bekleidet spazierte er einher. Was ich auf jener Erde sah, wurde nicht mit den Augen meines Leibes, sondern mit den Augen meines Geistes gesehen, und der Geist kann alles, was auf dem Erdkörper ist, sehen, wenn es vom Herrn verliehen wird.

*135. Weil ich weiß, daß Zweifel darüber herrschen wer­den, ob es jemals möglich sei, daß ein Mensch mit den Augen seines Geistes etwas auf einer so entfernten Erde sehen könne, darf ich berichten, wie sich die Sache verhält. Die Ent­fernungen im anderen Leben sind nicht wie auf Erden. Sie verhalten sich ganz und gar wie die Zustände des Innern bei einem jeden. Diejenigen, die sich in einem ähnlichen Zustand befinden, leben auch zusammen in einer Gesellschaft und an einem Ort. Alle Gegenwart rührt dort von der Ähnlichkeit des Zustandes her und alle Entfernung von seiner Verschie­denheit. Daher kam es, daß ich bei jener Erde weilte, sobald ich vom Herrn in einen Zustand versetzt wurde, der dem der Geister und Bewohner dort ähnelte, und daß ich dann bei ihnen gegenwärtig war und mit ihnen sprach. Hieraus wird klar, daß die Erdkörper in der geistigen Welt nicht wie in der natürlichen Welt voneinander entfernt sind, sondern nur dem Anschein nach, gemäß den Lebenszuständen der dorti­gen Bewohner und Geister. Lebenszustand heißt der Zustand der Neigungen in bezug auf Liebe und Glauben. Daß aber ein Geist sehen kann, was auf einer Erde vorgeht, oder was das­selbe ist, daß ein Mensch im Geiste das kann, dazu darf ich erklären, wie es vor sich geht. Weder die Geister noch die Engel können mit ihrem Auge irgend etwas sehen, was in der Welt ist. Denn ihnen ist das Licht der Welt oder das Sonnen­licht wie dichte Finsternis. Ebenso kann der Mensch mit dem Auge seines Leibes nichts vom anderen Leben sehen. Denn für ihn ist das Licht des Himmels wie dichte Finsternis. Den­noch können die Geister und Engel durch die Augen des Menschen die Dinge in der natürlichen Welt sehen, wenn es dem Herrn gefällt. Doch gestattet dies der Herr nur bei denen, welchen er verleiht, mit Geistern und Engeln zu reden und mit ihnen zusammenzukommen. Durch meine Augen wurde ihnen vergönnt, die Gegenstände in der Welt zu sehen, und zwar so deutlich wie ich, und die Menschen zu hören, die mit mir sprachen. Es begab sich einige Mal, daß einzelne ihre Freunde, die sie bei Leibesleben gehabt hatten, durch mich ebenso gegenwärtig und ganz so wie früher er­blickten und darüber in Staunen gerieten. Sie sahen auch ihre Gatten und Kinder und wollten sagen, daß sie zugegen seien und sie sähen, und sie wünschten, daß ich von ihrem Zustand im anderen Leben berichten solle. Aber es war mir verboten, diesen letzteren zu sagen und zu entdecken, daß sie so gesehen würden, unter anderem aus dem Grund, weil sie sagen würden, ich sei wahnsinnig, oder denken, es seien Wahnideen meiner Sinne. Denn obwohl sie es mit dem Munde bekannten, glaubten sie doch nicht von Herzen, daß es Geister gebe und daß die Toten auferständen und sich unter Geistern befänden und daß sie durch einen Menschen sehen und hören könnten. Das alles war mir wohl bekannt. Als mir zuerst das innere Sehen eröffnet wurde und diejeni­gen, die im anderen Leben waren, durch meine Augen die Welt und was in der Welt vorgeht, sahen, da waren sie so von Staunen ergriffen, daß sie es als das Wunder der Wun­der erklärten, und von neuer Freude angeregt wurden, daß es eine solche Verbindung der Erde mit dem Himmel und des Himmels mit der Erde gebe. Diese Freude dauerte Mo­nate hindurch. Nachdem es ihnen aber zur Gewohnheit ge­worden war, wunderten sie sich nicht mehr. Es wurde mir gesagt, daß die Geister und Engel bei anderen Menschen nichts von dem sehen, was in der Welt vorgeht, sondern bloß die Gedanken und Neigungen derjenigen wahrnehmen, bei denen sie sind. Hieraus konnte deutlich werden, daß der Mensch so geschaffen ist, daß er, während er in der Welt unter Menschen lebt, zugleich auch im Himmel unter En­geln leben kann und umgekehrt, daß Himmel und Welt beim Menschen zugleich sein und vereint handeln können, und daß die Menschen wissen könnten, was im Himmel, und die Engel, was in der Welt vorgeht. Auch kann man er­kennen, daß die Menschen bei ihrem Tod aus dem Reich des Herrn auf Erden in sein Reich in den Himmeln übertreten, und zwar nicht als in ein anderes, sondern als in dasselbe, in dem sie schon (beheimatet) waren, als sie noch im Leib leb­ten. Aber weil der Mensch so körperlich geworden ist, hat er sich den Himmel verschlossen.

*136. Zuletzt sprach ich mit Geistern aus jenem Erdkör­per über verschiedenes auf unserer Erde, besonders darüber, daß es hier Wissenschaften gibt, wie man sie anderswo nicht kennt, z.B. Sternkunde, Erdbeschreibung, Mechanik, Natur­kunde, Chemie, Arzneikunde, Optik, Philosophie und außer­dem Handwerkskünste, wie sie anderswo ebenfalls unbe­kannt sind, wie den Schiffsbau, die Metallschmelzerei, die Kunst auf Papier zu schreiben und das Geschriebene durch den Druck zu verbreiten und es so anderen auf der Erde mitzuteilen und für die Nachwelt über Jahrtausende aufzu­bewahren. Ich teilte ihnen mit, daß dies so mit dem Wort vom Herrn geschehen sei und daß deshalb die Offenbarung auf unserer Erde beständig bleibe.

137. Schließlich wurde mir die Hölle derjenigen gezeigt, die von jenem Erdkörper stammen. Diejenigen, die mir daher zu Gesicht kamen, erregten sehr großen Schrecken. Ihre un­geheuerlichen Gesichter wage ich nicht zu beschreiben. Es wurden dort auch Zauberinnen gesehen, die abscheuliche Künste treiben. Sie erschienen grün gekleidet und flößten Schrecken ein.



Die zweite Erde im Sternenhimmel. Ihre Geister und Bewohner.

*138. Nachher wurde ich vom Herrn zu einem Erdkörper geführt, der von unserer Erde noch weiter ablag als jener erste, von dem eben die Rede war. Die größere Distanz er­kannte ich daraus, daß ich im Geist zwei Tage unterwegs war. Dieser Erdkörper lag zur Linken, während der vorige zur Rechten war. Weil die Entfernung in der geistigen Welt nicht von der Ferne des Ortes, sondern von der Verschieden­heit des Zustandes herrührt, wie oben gesagt wurde, konnte ich aus der zweitägigen Dauer der Reise schließen, daß ihr Zustand des Innern, der Zustand der Neigungen und der Ge­danken daraus, sehr von dem der Geister unserer Erde ab­weicht. Weil ich im Geist, durch innere Zustandsverände­rungen, dahin geführt wurde, so wurde mir verliehen, die aufeinanderfolgenden Veränderungen zu beobachten, bevor ich ans Ziel gelangte. Dies alles ging vor sich, während ich im wachen Zustand war.

*139. Als ich dort angekommen war, erschien der Erd­körper selbst nicht, sondern es erschienen Geister von jenem Erdkörper. Denn, wie schon früher gesagt, die Geister eines Erdkörpers erscheinen rings um diesen, weil sie von ähnli­cher Sinnesart sind wie die Bewohner. Denn sie stammen von dort her und sollen ihnen von Nutzen sein. Diese Geister er­schienen sehr hoch über dem Haupt, und von daher sahen sie mich kommen. Es muß hier bemerkt werden, daß die, die im anderen Leben in der Höhe stehen, andere weiter unten klar sehen können, und zwar um so besser, je höher sie ste­hen. Und sie können sie nicht nur klar sehen, sondern auch mit ihnen reden. Sie bemerkten von dorther, daß ich nicht von ihrer Erde war, sondern anderswoher aus der Ferne. Sie redeten mich deshalb von dort aus an, indem sie Fragen über verschiedenes an mich richteten, worauf ich ihnen auch Ant­wort geben durfte. Unter anderem erzählte ich ihnen, von welchem Erdkörper ich stamme und wie dieser beschaffen ist. Und nachher sprach ich von den Erdkörpern in unserem Sonnensystem und auch von den Geistern des Erdkörpers oder des Planeten Merkur, daß diese zu vielen Erdkörpern herumreisen, um sich Kenntnisse von verschiedenen Dingen zu erwerben. Als sie das hörten, erwiderten sie, diese hätten sie auch schon bei sich gesehen.

*140. Es wurde mir von Engeln unserer Erde gesagt, daß die Bewohner und Geister jenes Erdkörpers im Größten Men­schen die Sehkraft darstellen, weshalb sie in der Höhe er­schienen und auch eine sehr scharfe Sehkraft besäßen. Weil sie dies darstellten und scharfsichtig bemerkten, was sich unter ihnen befand, verglich ich sie auch während des Spre­chens mit Adlern, die hoch fliegen und scharf und weit um­herblicken. Aber darüber wurden sie unwillig, indem sie meinten, ich vergliche sie mit den Adlern hinsichtlich der Raublust und hielte sie somit für böse. Aber ich antwortete, es gehe nicht um die Raublust, sondern um die Schärfe ihres Geistes.

*141. Ich befragte sie über den Gott, den sie verehrten, und sie erwiderten, es sei ein sichtbarer und ein unsichtba­rer Gott. Der sichtbare Gott in Menschengestalt, der unsicht­bare ohne Gestalt. Ich erkannte an ihrer Sprache und auch an den mir mitgeteilten Denkvorstellungen, daß der sichtbare Gott unser Herr selbst sei, wie sie ihn denn auch Herr nann­ten. Hierauf wurde mir verliehen zu antworten, daß auch auf unserer Erde ein unsichtbarer und ein sichtbarer Gott verehrt werde und daß der unsichtbare Gott Vater und der sichtbare Herr heiße, beide aber eins seien, wie er selbst ge­lehrt hat mit den Worten, man habe niemals das Angesicht des Vaters gesehen, der Vater und er seien eins, und wer ihn sehe, sehe den Vater, und der Vater sei in ihm und er im Vater. Folglich sei beides dieses Göttliche in einer Person. Daß dies Worte des Herrn sind, findet man bei Johannes, Kap. 5,37; 10,30; 14,7.9.10. 11.

*142. Nachher sah ich andere Geister vom selben Erdkör­per, die sich an einem Ort unterhalb jener zeigten. Auch mit ihnen sprach ich. Sie aber waren Götzendiener, denn sie ver­ehrten ein Bild aus Stein, einem unschönen Menschen ähn­lich. Es muß hier bemerkt werden, daß alle, die ins andere Leben treten, im Anfang einen Gottesdienst, ähnlich ihrem Gottesdienst in der Welt, haben, aber allmählich davon ab­gebracht werden. Dies geschieht, weil aller Gottesdienst dem inneren Leben des Menschen eingepflanzt bleibt, woraus er nur allmählich entfernt und ausgerottet werden kann. Als das Bild erschien, wurde mir gestattet, ihnen zu sagen, es ge­zieme sich nicht, einen Toten, sondern einen Lebendigen an­zubeten. Darauf gaben sie zur Antwort, sie wüßten, daß Gott lebe und nicht der Stein, sie dächten aber an den lebendigen Gott, wenn sie den Stein anschauten, der einem Menschen ähnlich sei, und ihre Denkvorstellungen könnten nicht an­ders auf den unsichtbaren Gott gerichtet und fixiert werden. Darauf durfte ich ihnen aber erwidern, daß die Denkvorstel­lungen auf den unsichtbaren Gott gerichtet und fixiert wer­den können, wenn sie diese auf den Herrn richten, der, unter Menschengestalt gedacht, der sichtbare Gott ist, und daß so der Mensch mit dem unsichtbaren Gott durch Gedanken und Neigung, und folglich durch Glauben und Liebe verbunden werden kann, indem er mit dem Herrn in Verbindung tritt, nicht aber auf andere Weise.

*143. Die Geister, die in der Höhe sichtbar waren, wurden befragt, ob sie auf ihrer Erde unter der Herrschaft von Für­sten oder Königen leben. Darauf antworteten sie: Sie wüßten nicht, was Herrschaft sei. Sie lebten unter sich, geteilt in Völ­kerschaften, Familien und Häuser. Sie wurden ferner befragt, ob sie so in Sicherheit lebten. Sie erwiderten: Ja, in Sicherheit, weil keine Familie die andere um etwas beneide und ihr nichts wegnehmen wolle. Sie wurden unwillig über diese Fragen, als ob man sie der Feindseligkeit bezichtigte oder glaubte, sie bedürften des Schutzes gegen Räuber. "Was braucht man weiter", fragten sie, "als Nahrung und Kleidung, um so zufrieden und ruhig untereinander zu wohnen?"

*144. Weiter befragt über ihre Erde, gaben sie zur Ant­wort, es gebe bei ihnen Wiesen, Blumengärten und Wälder voll fruchttragender Bäume und auch Seen mit Fischen und Vögel von himmelblauer Farbe mit goldenen Federn, dazu große und kleine vierfüßige Tiere. Unter den kleineren er­wähnten sie eine Art, die einen hohen Rücken nach Art der Kamele auf unserer Erde hat. Man esse jedoch ihr Fleisch nicht, sondern nur das Fleisch der Fische und außerdem Baumfrüchte und Gemüse des Bodens. Sie wohnen nicht in gebauten Häusern, sondern in Hainen, wo sie sich unter dem Gezweig Dächer zum Schutz gegen Regen und Sonnenhitze machen.

*145. Als sie über ihre Sonne befragt wurden, die vor den Augen unserer Erde wie ein Stern erscheint, sagten sie, sie sei feurig rot und dem Anschein nach nicht größer als das Haupt eines Menschen. Von den Engeln wurde mir gesagt, der Stern, der ihre Sonne ist, gehöre zu den kleineren und sei nicht weit vom Äquator des Himmels entfernt.

*146. Es erschienen Geister von ähnlichem Aussehen, wie sie es als Menschen auf ihrer Erde gehabt hatten. Ihr Gesicht war dem der Menschen auf unserer Erde nicht unähnlich, nur daß ihre Augen klein waren und ebenso die Nase. Weil mir dies etwas unschön vorkam, sagten sie, kleine Augen und eine kleine Nase würden ihnen für eine Schönheit gel­ten. Es erschien eine Frau mit einem Oberkleid angetan, worauf Rosen von verschiedenen Farben waren. Ich fragte, woraus sie sich auf ihrer Erde Kleider verfertigten, und sie antworteten, sie nähmen von Gräsern solche Teile, die sich in Fäden drehen lassen, und legten sie sogleich doppelt und dreifach zusammen und befeuchteten sie mit Leimwasser, um ihnen so Festigkeit zu verleihen. Nachher werde das Ge­webe mit Pflanzensäften gefärbt. Es wurde auch gezeigt, wie sie die Fäden bereiten. Sie sitzen rückwärts gebeugt auf einem Stuhl, drehen die Fäden mit den Zehen zusammen, und zusammengedreht ziehen sie diese an sich und bear­beiten sie mit ihren Händen.

*147. Sie sagten noch, auf jener Erde habe der Mann nur eine Gattin und nicht mehrere, und sie erzeugten zehn bis fünfzehn Kinder. Sie fügten hinzu, es gebe bei ihnen auch Buhlerinnen, sie werden aber nach dem Leben des Leibes, wenn sie Geister geworden sind, Zauberinnen und werden in die Hölle geworfen.



Die dritte Erde im Sternenhimmel. Ihre Geister und Bewohner.

*148. Es erschienen Geister aus der Ferne, die nicht näher treten wollten, weil sie mit Geistern unserer Erde, die mich damals umgaben, nicht zusammensein konnten. Daran er­kannte ich, daß sie von einer anderen Erde stammten. Nach­her wurde mir gesagt, sie seien von einem gewissen Erdkör­per im Weltall. Wo aber jener Erdkörper sich befindet, wurde mir nicht angegeben. Jene Geister wollten gar nicht an ihren Leib, ja nicht einmal an einen körperlichen und materiellen Gegenstand denken, anders als die Geister unserer Erde. Dies war der Grund, warum sie nicht herbeikommen woll­ten. Aber nach der Entfernung einiger Geister unserer Erde kamen sie näher und redeten mit mir. Jetzt aber empfand ich eine Bangigkeit, die aus dem Zusammenstoß der Sphären entstand. Denn alle Geister und Gesellschaften von Geistern sind von geistigen Sphären umgeben. Weil diese aus dem Leben der Neigungen und der Gedanken hervorgehen, gibt es einen Zusammenstoß, wenn irgendwo entgegenge­setzte Neigungen vorherrschen, und hieraus eine Bangigkeit. Die Geister unserer Erde erwähnten, auch sie wagten nicht, sich jenen zu nähern, weil sie sogleich nicht nur von Bangig­keit ergriffen würden, sondern es ihnen auch vorkäme, als wären sie an Händen und Füßen mit Schlangen gebunden, von denen sie nicht eher loswerden könnten, als bis sie zurückgingen. Grund dieser Erscheinung ist die Entspre­chung. Denn die Geister unserer Erde stellen im Größten Menschen den äußeren Sinn, somit das Körperlich-Sinnliche dar, und dieses Sinnliche wird im anderen Leben durch Schlangen vorgebildet.

Das äußere Sinnliche des Menschen wird in der geistigen Welt durch Schlangen vorgebildet, weil es zum Niedrigsten gehört und im Ver­gleich zum Innern beim Menschen am Boden liegt und gleichsam kriecht. Daher wurden die, die aus diesen Sinnesempfindungen ver­nünftelten, Schlangen genannt. # 195 bis 197. 6'398. 6'949.

*149. Weil die Geister jenes Erdkörpers so beschaffen sind, erscheinen sie vor den Augen anderer Geister nicht wie andere in deutlich ausgeprägter Menschengestalt, sondern wie Wolken. Die meisten wie eine schwärzliche Wolke, der ein glänzend menschliches Weiß eingesprengt ist. Sie sagten aber, sie seien in ihrem Innern weiß, und wenn sie Engel wer­den, werde jenes Schwärzliche in ein schönes Himmelblau verwandelt, was mir auch gezeigt wurde. Ich fragte, ob sie eine solche Vorstellung von ihrem Leib auch schon damals gehabt hätten, während sie noch als Menschen in der Welt lebten. Sie sagten, die Menschen auf ihrem Erdkörper beach­teten ihre Leiber nicht, sondern nur den Geist im Leib, weil sie wüßten, daß dieser ewig leben, der Leib aber vergehen werde. Sie sagten auch, viele auf ihrer Erde glaubten, daß der Geist des Leibes von Ewigkeit her bestanden habe und dem Leib bei der Empfängnis nur eingegossen werde. Aber sie fügten hinzu, sie wüßten nun, daß dem nicht so sei, und es tue ihnen leid, eine solche falsche Meinung gehabt zu haben.

*150. Auf meine Frage, ob sie etwas auf unserer Erde sehen wollten, was durch meine Augen geschehen könne, (s. oben # 135), antworteten sie zuerst, sie könnten nicht, danach aber, sie wollten nicht, weil sie doch nichts anderes sehen könnten als Irdisches und Materielles, wovon sie ihre Ge­danken soviel als möglich fern hielten. Aber es wurden von ihnen dennoch herrliche Paläste vorgebildet, ähnlich denen, die Könige und Fürsten auf unserer Erde besitzen. Denn sol­che Dinge können von Geistern vorgebildet werden, und wenn, dann erscheinen sie ganz so, als ob sie in Wirklichkeit da wären. Aber die Geister jenes Erdkörpers schätzten sie ge­ring und nannten sie "marmorne Schattenrisse". Und dann erzählten sie, es gebe bei ihnen viel herrlichere Dinge, und zwar ihre heiligen Tempel, die aber nicht von Stein, sondern von Holz gebaut seien.

Als ihnen gesagt wurde, das seien dennoch irdische Dinge, antworteten sie, nicht irdische, sondern himmlische. Wenn sie diese nämlich ansehen, haben sie nicht eine irdi­sche Vorstellung, sondern eine himmlische, indem sie glau­ben, daß sie auch Ähnliches im Himmel nach dem Tod sehen werden.

*151. Sie bildeten darauf ihre heiligen Tempel vor den Geistern unserer Erde vor, die sagten, sie hätten nie Herrli­cheres gesehen. Und weil auch ich sie gesehen habe, kann ich sie beschreiben. Sie werden aus Bäumen verfertigt, die nicht abgehauen sind, sondern auf ihrem natürlichen Standort wachsen. Sie sagten, auf ihrer Erde gebe es Bäume wunder­voll an Wuchs und Höhe. Gleich anfangs pflanzt man sie in Reihen, damit sie Säulengänge und Hallen bilden, und von jung an bringt man ihre Äste durch Beschneiden und Zu­stutzen in eine solche Richtung, daß sie während des Wachs­tums sich verflechten und verbinden zum Grund und Unter­bau des zu errichtenden Tempels. Und die Bäume erheben sich an den Seiten zu Wänden, oben aber wölben sie sich zu Bogen an Stelle des Daches. Daraus bilden sie einen Tempel mit bewundernswürdiger Kunst, hoch erhoben über die Erde. Sie machen auch zu demselben eine Treppe durch aneinander liegende Äste von Bäumen, die hervorgewachsen und fest miteinander verbunden sind. Außerdem schmücken sie solche Tempel außen und innen auf mancherlei Weise durch Benutzung der Zweige zu Gebilden. So bauen sie ganze Haine. Wie aber diese Tempel im Innern beschaffen sind, durfte ich nicht sehen. Es wurde mir bloß mitgeteilt, daß das Licht ihrer Sonne durch Öffnungen zwischen den Ästen eingelassen wird, und man es hier und da durch Kri­stalle hindurch gehen läßt, wodurch das Licht in Regenbo­genfarben die Wände entlang spielt, besonders in himmel­blauen und orangegelben Farben, die sie vor allen anderen lieben. Dies sind ihre Bauwerke, die sie den herrlichsten Palä­sten unserer Erde vorziehen.

*152. Sie sagten weiter: die Bewohner wohnten nicht auf Höhen, sondern auf der Erde in niedrigen Hütten, weil das Hohe dem Herrn gehört, der im Himmel ist, und das Nied­rige den Menschen auf der Erde. Ihre Hütten wurden mir auch gezeigt. Sie waren länglich. An den Innenwänden be­findet sich eine fortlaufende Lagerstätte, auf der sie sich la­gern, einer neben dem anderen. Dem Ausgang gegenüber ist eine Rundung, vor der ein Tisch steht und dahinter ein Herd, von dem aus das ganze Zimmer erleuchtet wird. Auf dem Herd befindet sich kein brennendes Feuer, sondern ein leuch­tendes Holz, das von sich aus so viel Licht spendet wie eine Herdflamme. Jenes Holz, sagten sie, gebe gegen Abend einen Schein, als sei ein Feuer von glühenden Kohlen darin.

*153. Sie leben nicht in Gesellschaften, sondern jedes Haus für sich. Sie seien aber eine Gesellschaft, wenn sie sich zum Gottesdienst versammeln. Dann wandeln unten im Tempel diejenigen, die lehren, und die Übrigen befinden sich an den Seiten in den Säulengängen. Bei diesen Zusam­menkünften empfinden sie innerliche Freuden durch den Anblick des Tempels und durch den Gottesdienst darin.

*154. Was den Gottesdienst angeht, sagten sie, sie aner­kennten Gott in menschlicher Gestalt, somit unsern Herrn. Denn alle, die den Gott des Weltalls unter menschlicher Ge­stalt anerkennen, werden von unserm Herrn angenommen und geführt. Die übrigen können nicht geführt werden, weil sie an etwas Gestaltloses denken. Sie fügten hinzu, die Bewohner ihrer Erde würden über Dinge des Himmels durch unmittelbaren Umgang mit Engeln und Geistern unterrichtet. In diese Dinge können sie vom Herrn leichter als die anderen eingeführt werden, weil sie aus ihrem Denken und ihrer Neigung alles Körperliche entfernen. Ich fragte, was mit denen geschehe, die bei ihnen böse sind, und sie sagten, auf ihrer Erde dürfe man nicht böse sein. Wenn aber jemand böse denke und böse handle, so werde er von einem gewissen Geist gescholten, der ihm den Tod ankündige, wenn er dabei beharre. Und tue er das, so sterbe er auch wirklich an einer Ohnmacht, und auf diese Weise würden die Menschen jener Erde vor den Ansteckungen der Bösen bewahrt. Ein solcher Geist wurde mir gesandt und redete mit mir wie mit jenen. Dabei verursachte er in der Gegend des Unterleibes eine Art Schmerz und sagte, so mache er es denen, die böse denken und böse handeln und denen er den Tod verkündige, wenn sie dabei beharrten. Sie sagten, schwer würden die bestraft, die Heiliges entweihen. Und bevor der Strafgeist komme, erscheine ihnen im Gesicht ein weit aufgesperrter Löwenrachen mit totenbleicher Farbe, der ihren Kopf zu verschlingen und gleichsam vom Leib zu reißen scheine. Dadurch erfaßt sie Schrecken. Den Straf­geist nennen sie Teufel.

*155. Weil sie zu wissen verlangten, wie es sich mit der Of­fenbarung auf unserer Erde verhalte, sagte ich, sie geschehe durch Schrift und Predigt aus dem Wort und nicht durch un­mittelbaren Umgang mit Geistern und Engeln. Und die Schrift könne durch Druck verbreitet und von sämtlichen Ge­meinden gelesen und verstanden und so das Leben gebessert werden. Sie wunderten sich sehr, daß es eine solche sonst ganz unbekannte Kunst gebe, aber sie begriffen, daß auf un­serer Erde, wo körperliche und irdische Dinge so sehr geliebt werden, göttliche Dinge aus dem Himmel nicht anders ein­fließen und aufgenommen werden können, und daß es für solche gefährlich sei, mit Engeln zu reden.

*156. Die Geister jener Erde erscheinen oben in der Ebene des Hauptes gegen rechts. Alle Geister werden an ihrer Lage in bezug auf den menschlichen Körper erkannt, was darauf beruht, daß der gesamte Himmel allen Teilen des Menschen entspricht. Diese Geister halten sich auf jener Ebene und in jener Entfernung, weil sie nicht mit dem Äußeren, sondern mit dem Inneren des Menschen in einem Entsprechungsverhältnis stehen. Ihre Einwirkung geht in das linke Knie, ein wenig ober- und unterhalb mit einer gewissen, sehr fühlbaren wel­lenförmigen Schwingung, was ein Zeichen ist, daß sie der Ver­bindung des Natürlichen mit dem Himmlischen entsprechen.



Die vierte Erde im Sternenhimmel. Ihre Geister und Bewohner.

*157. Ich wurde noch zu einer anderen Erde im Weltall außerhalb unseres Sonnensystems geführt, was durch Zu­standsveränderungen meines Gemütes, somit im Geist ge­schah. Denn wie früher schon einige Mal bemerkt wurde, wird der Geist nicht anders von Ort zu Ort geführt als durch Zustandsveränderungen seines Innern. Die Veränderungen erscheinen ihm ganz und gar wie Fortbewegungen von einem Ort zu einem anderen oder wie Reisen. Diese Veränderungen dauerten ohne Unterbrechung ungefähr zehn Stunden, bevor ich vom Zustand meines eigenen Lebens zum Zustand des Lebens jener gelangte, bevor ich also im Geist dorthin gerückt war. Ich wurde gegen Morgen nach links geführt, und es schien mir, als ob ich allmählich über die horizontalen Ebenen erhoben würde. Auch konnte ich deutlich das Vorrücken und Fortbewegen vom früheren Ort beobachten, bis mir endlich diejenigen nicht mehr sichtbar waren, von denen ich mich entfernt hatte. Unterdessen un­terhielt ich mich mit den Geistern, die bei mir waren. Es war auch ein gewisser Geist bei uns, der während seines Lebens in der Welt Obergeistlicher und Prediger gewesen war, und auch ein besonders auf die Gefühle wirkender Schriftsteller. Aus meiner Vorstellung von ihm glaubten die mich beglei­tenden Geister, er sei dem Herzen nach ein Christ vor den übrigen. Denn in der Welt wird die Meinung und das Urteil nach der Predigt und den Schriften und nicht nach dem Leben gebildet, wenn dies nicht zutage tritt. Und zeigt sich etwas von einem nicht damit übereinstimmenden Leben, so entschuldigt man es, denn die einmal gebildete Vorstellung oder das Denken und die Erkenntnis von jemand deutet alles zu ihren Gunsten.

*158. Nachdem ich bemerkt hatte, daß ich mich meinem Geist nach im Sternenhimmel weit außerhalb unseres Son­nensystems befand - das nämlich konnte ich bemerken an den Zustandsveränderungen und an der hierdurch in Erscheinung tretenden steten Fortbewegung, die beinahe zehn Stunden dauerte -, hörte ich endlich Geister in der Nähe einer Erde reden, die mir später auch zu Gesicht kam. Ich näherte mich ihnen, und nach einiger Unterhaltung sagten sie, zu ihnen kämen bisweilen Fremde von anderswo her, die mit ihnen über Gott redeten und ihre Denkvorstellungen ver­wirrten. Sie zeigten auch den Weg, woher diese kommen, woraus ich erkannte, daß es Geister aus unserer Erde gewe­sen waren. Sie wurden nun gefragt, worin sie verwirrt wür­den, und sie antworteten: dadurch, daß jene sagen, man müsse an ein Göttliches glauben, das in drei Personen ge­schieden sei, die sie gleichwohl einen Gott nennen. Und wenn sie deren Gedankenbilder untersuchten, stellten sich diese als etwas Dreifaches dar, das nicht zusammenhängt, sondern geteilt ist und bei einigen aussieht wie drei Perso­nen, die miteinander sprechen, bei anderen wie zwei, die ne­beneinander sitzen, während die dritte ihnen zuhört und von ihnen ausgeht. Und obwohl sie jede Person Gott nennten und von jeder eine andere Vorstellung hätten, so hießen sie (alle zusammen) dennoch einen Gott. Sie beklagten sehr, wie sie dadurch verwirrt würden, daß jene drei denken und einen aussprechen, während man doch denken soll, wie man spricht, und sprechen, wie man denkt. Der Geist, der in der Welt Obergeistlicher und Prediger gewesen war und auch bei mir weilte, wurde dann auch untersucht, was für eine Vor­stellung er von dem einen Gott und drei Personen habe: er bildete drei Götter vor, die aber als etwas Zusammenhän­gendes einen bildeten. Er stellte aber diese Dreieinheit als un­sichtbar dar, weil sie göttlich sei, und deshalb erkannten wir, daß er nun bloß an den Vater und nicht an den Herrn dachte, und daß seine Vorstellung von dem unsichtbaren Gott auf nichts anderes hinauslief, als auf die Natur in ihren ersten Anfängen. Daraus ergab sich, daß ihm das Innerste der Natur seinen Gott bedeutete und er daher leicht zur Anerkennung der Natur anstatt Gottes gebracht werden konnte. Man muß sich hier vorstellen, daß das Bild, das jemand von irgendei­ner Sache hat, sich im Jenseits in lebendiger Wirklichkeit zeigt und daß dadurch erforscht wird, wie bei jedem Geiste Denken und Auffassung der Glaubensinhalte beschaffen sind. Dabei ist die Denkvorstellung von Gott die wichtigste von allen, denn wenn sie echt ist, kommt durch sie die Ver­bindung mit dem Göttlichen und daher mit dem Himmel zu­stande. Als sie hierauf gefragt wurden, welche Vorstellung sie von Gott hätten, gaben sie zur Antwort, sie könnten sich keinen unsichtbaren Gott denken, sondern nur einen sicht­baren in Menschengestalt, und sie wüßten dies nicht nur aus innerer Wahrnehmung, sondern auch, weil er ihnen als Mensch erschienen sei. Wenn sie sich nach der Vorstellung gewisser Ankömmlinge Gott als unsichtbar, also ohne Form und Wesen, denken sollten, könnten sie über Gott gar keinen klaren Gedanken mehr fassen, weil solch Unsichtbares nicht zu ihren Denkvorstellungen passe. Nachdem wir dies gehört hatten, wurde ihnen zur Antwort gegeben, sie täten gut daran, sich Gott in menschlicher Gestalt zu denken. Viele von unserer Erde dächten ähnlich, besonders beim Gedanken an den Herrn, und auch die Alten hätten nicht anders gedacht. Ich erzählte dann von Abraham, von Lot, von Gideon und von Manoach und seiner Gattin und daß über sie in unserm Wort berichtet wird, wie sie Gott in menschlicher Gestalt ge­sehen und ihn, den Geschauten, als Schöpfer des Weltalls an­erkannt und Jehovah genannt haben. Und dies (geschah) auch aus innerer Wahrnehmung. Heutzutage sei aber diese innere Wahrnehmung in der christlichen Welt verloren ge­gangen und nur bei Einfältigen, die im Glauben stehen, zurückgeblieben.

*159. Ehe dies gesagt wurde, waren sie der Ansicht, auch unsere Begleitung gehöre zu denen, die sie in den Gedanken an Gott durch die Vorstellung von dreien verwirren wollten. Sie wurden deshalb durch meine Worte freudig erregt und sagten, von Gott, den sie nun Herrn nannten, würden auch Geister gesandt, die sie über ihn belehren. Sie seien nicht wil­lens, Besucher zuzulassen, die sie irre machen, besonders durch drei Personen in der Gottheit. Denn sie wüßten, daß Gott einer sei, daß also das Göttliche eines ist und nicht ein Einmütiges aus dreien bestehend, es sei denn, sie dächten über Gott wie über einen Engel, in dem ein unsichtbares In­nerstes des Lebens ist, aus dem er denkt und weise ist, und ein sichtbares Äußeres des Lebens in menschlicher Gestalt, woraus er sieht und handelt, und eine Ausstrahlung des Le­bens, nämlich die Sphäre der Liebe und des Glaubens. Denn von jedem Geist und Engel strömt eine Lebenssphäre aus, an der er schon in der Entfernung erkannt wird. Der vom Herrn ausgehende Lebensstrom ist das Göttliche selbst, das die Himmel erfüllt und sie gestaltet, weil es aus dem Sein des Lebens der Liebe und des Glaubens selbst hervorgeht. So und nicht anders, sagten sie, könnten sie Dreiheit und Einheit zugleich verstehen. Nachdem ich dies vernommen hatte, wurde mir gestattet, ihnen zu erwidern, eine solche Vorstel­lung von der Dreiheit und Einheit stimme mit der Vorstel­lung, die die Engel vom Herrn haben, überein und gehe aus der Lehre des Herrn über sich selbst hervor, denn er lehrt, der Vater und er seien eins. Der Vater sei in ihm und er im Vater. Wer ihn sehe, der sehe den Vater, und wer an ihn glaube, der glaube an den Vater und erkenne ihn. Dann: der Tröster (Bei­stand, Paraklet), den er den Geist der Wahrheit wie auch den heiligen Geist nenne, gehe von ihm aus und rede nicht von sich, sondern von ihm, und unter dieser Kraft werde das ausströmende Göttliche verstanden. Ferner stimme die Vorstel­lung von der Dreiheit und Einheit überein mit dem Sein und Dasein des Lebens des Herrn, als er in der Welt war. Das Sein seines Lebens war das göttliche Selbst, denn er war von Je­hovah empfangen, und das Sein des Lebens eines jeden ist (die Kraft), von der er empfangen wird. Das Dasein des Le­bens aus jenem Sein ist das Menschliche in Gestalt. Das Sein des Lebens jedes Menschen, das er vom Vater hat, wird Seele genannt, und das Dasein des Lebens daraus heißt Leib. Seele und Leib machen einen Menschen aus. Die Ähnlichkeit beider entspricht der (Verwandtschaft) vom Streben und der daraus folgenden Handlung. Die Handlung ist das han­delnde Streben und beide sind somit eins. Das Streben wird beim Menschen Wille und das handelnde Streben Handlung genannt. Der Leib ist das Mittel, durch das der Wille, das Ur­sprüngliche (principale), handelt. Mittel und Ursprung sind in der Handlung eins, so wie die Seele und der Leib. Eine sol­che Vorstellung von der Seele und dem Leib haben die Engel im Himmel, und daher wissen sie, daß der Herr sein Mensch­liches göttlich gemacht hat aus dem Göttlichen in sich, das bei ihm die Seele aus dem Vater war. Das überall in der Chri­stenheit angenommene Glaubensbekenntnis weicht nicht davon ab, denn es lehrt: Obwohl Christus Gott und Mensch ist, so ist er dennoch nicht zwei, sondern ein Christus, ja er ist völlig einer und eine Person, weil, wie Leib und Seele einen Menschen bilden, so auch Gott und Mensch ein Chri­stus sind (Worte aus dem Athanasianischen Glaubensbekenntnis.). Weil eine solche Vereinigung oder Einheit im Herrn bestand, ist er nicht nur der Seele, sondern auch dem Leib nach, den er in der Welt verherrlicht hat, auferstanden, im Unterschied zu allen anderen Menschen, worüber er auch seine Jünger belehrt, indem er sagt: "Rührt mich an und seht, denn ein Geist hat nicht Fleisch und Bein, wie ihr seht, das ich habe."

Der Mensch steht sogleich nach dem Tod im Geist auf, hat menschli­che Gestalt und ist Mensch im Ganzen und im einzelnen. # 4'527. 5'006. 5'078. 8'939. 8'991. 10'594. 10'597. 10'758. Der Mensch steht nur nach dem Geist auf, aber nicht leiblich. # 10'593. 10'594. Der Herr al­lein ist auch im Leib auferstanden. # 1'729. 2'083. 5'078. 10'825.

Dies sahen jene Geister vollkommen ein, denn solches entspricht dem Verständnis der Engelgeister. Und der Herr allein, fügten sie jetzt noch hinzu, hat Macht in den Himmeln, und die Himmel sind sein. Hierauf wurde mir ge­stattet zu antworten, dies wisse auch die Kirche auf unserer Erde aus dem Mund des Herrn selbst, denn er sprach, bevor er gen Himmel fuhr: "Mir ist gegeben alle Gewalt im Him­mel und auf Erden."

*160. Nachher sprach ich mit den Geistern über ihre Erde. Denn dies können alle Geister, wenn ihnen vom Herrn ihr natürliches oder äußeres Gedächtnis geöffnet wird. Das haben sie von der Welt her bei sich, aber es wird nur nach dem Gefallen des Herrn geöffnet. Nun sagten die Geister von ihrer Erde, aus der sie stammten, sie könnten den Be­wohnern ihrer Erde erscheinen und mit ihnen als Menschen sprechen, wenn ihnen die Erlaubnis dazu gegeben wird. Dies geschehe dadurch, daß sie in ihr natürliches oder äuße­res Gedächtnis versetzt werden und daraus in die Gedan­ken, die sie während ihres Lebens in der Welt hegten. Dann werde den Bewohnern das innere Gesicht oder das Gesicht ihres Geistes aufgeschlossen, wodurch sie ihnen dann sicht­bar würden. Die Bewohner hielten sie für Menschen ihrer Erde und bemerkten ihren Irrtum erst dann, wenn sie ihren Augen plötzlich entrückt würden. Ich sagte ihnen, ebenso sei es in alten Zeiten auf unserer Erde geschehen, so bei Ab­raham, Sarah, Lot, den Bewohnern Sodoms, dem Manoach und seiner Gattin, Josua, Maria, Elisabeth und überhaupt bei den Propheten. Und ebenso sei der Herr erschienen, und die ihn gesehen haben, hätten in ihm einen Bewohner der Erde gesehen, bis er sich offenbarte. Aber heutzutage geschehe dies selten, damit die Menschen nicht dadurch zum Glauben gezwungen würden, denn ein erzwungener Glaube, wie auch der durch Wunder bewirkte, haftet nicht, und würde auch denen zum Schaden gereichen, denen der Glaube durch das Wort in einem unerzwungenen Zustand einge­pflanzt werden könnte.

*161. Der Geist, der in der Welt Obergeistlicher und Pre­diger gewesen war, glaubte durchaus nicht, daß es noch an­dere Erden außer der unseren gebe, und zwar deshalb, weil er in der Welt gedacht hatte, der Herr sei nur auf dieser Erde Mensch geworden und niemand werde ohne den Herrn selig. Daher wurde er in einen ähnlichen Zustand versetzt wie die Geister, wenn sie auf ihrer Erde als Menschen er­scheinen, und wurde so auf jene Erde gesandt, damit er sie nicht nur sehen, sondern auch mit den Bewoh­nern dort sprechen könne. Nachdem dies geschehen war, wurde mir eine Verbindung mit ihm gestattet, damit ich in gleicher Weise die Bewohner und auch einzelne Gegenstände auf jener Erde sehe (s. oben # 135). Es erschienen dann vier Arten von Menschen, eine nach der anderen in Reihenfolge. Zuerst erschienen bekleidete Menschen, dann nackte, die fleischfarben waren, nachher nackte mit feuerrotem Leib, zu­letzt schwarze.

*162. Als der Geist, der Obergeistlicher und Prediger ge­wesen war, bei denen, die bekleidet waren, verweilte, er­schien eine Frau von sehr schönem Angesicht, angetan mit einem einfachen Gewand, einer Tunika, die zierlich den Rücken hinab hing und auch die Arme bedeckte. Ihr Kopf­putz war schön, in der Form eines Blumenkranzes. Der Geist hatte am Anblick dieser Jungfrau großes Wohlgefallen, sprach mit ihr und ergriff auch ihre Hand. Weil sie aber merkte, daß er ein Geist war und nicht einer von ihrer Erde, riß sie sich von ihm los. Nachher erschienen ihm zur Rechten mehrere andere Frauen, Schafe und Lämmer weidend, die sie gerade zu einer Tränkrinne führten, in die das Wasser durch einen kleinen Graben aus einem See geleitet war. Diese Frauen waren ähnlich bekleidet, in den Händen hielten sie Hirtenstäbe, mit denen sie die Schafe und Lämmer zur Tränke leiteten. Sie sagten, die Schafe gingen dahin, wohin sie mit ihren Stäben wiesen. Die Schafe, die uns zu Gesicht kamen, waren groß, mit wolligen, breiten, langgedehnten Schwänzen. Die Gesichter der Frauen erschienen dann näher. Sie waren voll und schön. Auch Männer sahen wir, ihre Ge­sichter waren von gewöhnlicher Fleischfarbe, wie auf unserer Erde, nur mit dem Unterschied, daß der untere Teil an der Stelle des Bartes schwarz war und die Nase eher weiß als fleischfarben. Darauf wurde der Geist, der, wie gesagt, in der Welt ein Prediger gewesen war, weiter geführt, aber wider Wil­len, weil er immer noch in seinen Gedanken mit jener Frauen­gestalt beschäftigt war, an der er Gefallen gefunden hatte. Dies ging daraus hervor, daß ein schwacher Schatten von ihm sich an dem früheren Ort zeigte. Er kam nun zu denen, die nackt waren: sie erschienen je zwei und zwei, lustwandelnd, Gatte und Gattin, mit einer Hülle um die Hüften und einer Kopfbe­deckung. Während der Geist bei diesen war, wurde er in den Zustand versetzt, in dem er in der Welt war, wenn er predigen wollte, und nun sagte er, er wolle ihnen den gekreuzigten Herrn predigen. Sie aber erwiderten, sie wollten davon nichts hören, denn sie wüßten nicht, was damit gemeint sei, wohl aber wüßten sie, daß er lebe. Er sagte nun, er wolle den leben­digen Herrn predigen. Aber auch das lehnten sie ab, indem sie sagten, in seiner Sprache bemerkten sie nichts Himmlisches, wohl aber vieles von seinem eigenen Ich, seinem Ruhm und seiner Ehre. Und in dem Ton der Rede hörten sie schon, ob es von Herzen komme oder nicht. Und weil er so beschaffen sei, so könne er sie nicht lehren. So schwieg er. Während seines Le­bens in der Welt war er ein Redner von großem Pathos, so daß er die Zuhörer zu inniger Andacht bewegen konnte. Aber die­ses Pathos war durch Kunst erworben, also von ihm selbst und von der Welt und nicht aus dem Himmel.

*163. Sie sagten ferner, sie hätten eine innere Wahrneh­mung, ob unter denjenigen ihres Volkes, die nackt sind, ein eheliches Verhältnis bestünde, und es wurde gezeigt, daß sie dies aus einer geistigen Vorstellung von der Ehe innewer­den. Diese Vorstellung wurde mir mitgeteilt. Es ergab sich daraus, daß eine Ähnlichkeit dem Innern nach vorhanden sein muß und daß diese durch die Verbindung des Guten und Wahren, also der Liebe und des Glaubens, gebildet wird und aus dieser Verbindung die eheliche Liebe entsteht, indem sie in den Körper hinabfließt. Denn alles, was dem untersten Grad des natürlichen Gemütes (animus) angehört, stellt sich in irgendeiner natürlichen Form im Körper dar, somit in der Form der ehelichen Liebe, wenn sich zwei in ihrem Innern gegenseitig lieben und aus jener Liebe wün­schen, eins wie das andere zu wollen und zu denken, im In­nern, das dem Gemüt angehört, beisammen zu sein und ver­bunden zu werden. Dadurch wird die geistige Neigung, die dem Gemüt angehört, im Körper natürlich und bekleidet sich mit dem Sinn der ehelichen Liebe. Die geistige Neigung, die den Gemütern angehört, ist die Neigung zu Gutem und Wahrem und zu der Verbindung beider, denn alles im Gemüt oder im Denken und Wollen bezieht sich auf das Wahre und Gute. Sie sagten auch, es gebe durchaus keine Ehe zwischen einem Mann und mehreren Frauen, weil die Ehe des Guten und Wahren, die eine Ehe der Gemüter ist, nur bei zweien bestehen kann.

*164. Darauf kam der Geist, von dem oben die Rede war, zu denen, die nackt waren, aber einen feuerroten Leib hat­ten, und zuletzt zu denen, die schwarz waren und die teils nackt, teils bekleidet gingen. Aber diese und jene wohnten anderswo auf derselben Erde. Denn ein Geist kann in einem Augenblick in die entlegensten Gegenden der Erde geführt werden, weil er nicht wie der Mensch durch Räume, son­dern durch Zustandsveränderungen fortschreitet und geht. Vgl. oben # 125, 127.

*165. Zuletzt sprach ich mit Geistern jener Erde über den Glauben der Bewohner unserer Erde, über die Auferste­hung. Ich erklärte, sie könnten nicht begreifen, wie die Men­schen sogleich nach dem Tod in das andere Leben kommen und dann als Menschen erscheinen mit Angesicht, Leib, Armen, Füßen und mit allen äußeren und inneren Sinnen, und noch weniger, daß sie dann mit Kleidern angetan seien und Aufenthaltsorte und Wohnungen haben. Vor allem könnten sie dies deshalb nicht begreifen, weil die Menschen dort aus den Sinnen des Körpers denken und daher glau­ben, was sie nicht sehen und berühren können, existiere nicht. Wenige unter ihnen könnten vom äußeren Sinnlichen zum Inneren geführt und so in das Licht des Himmels er­hoben werden, in dem solches wahrgenommen wird. Daher komme, daß sie sich ihre Seele oder den Geist nicht als Men­schen vorstellen könnten und sie eher an einen Wind, ein Lüftchen oder einen Hauch ohne Gestalt dächten, in dem gleichwohl etwas Leben sei. Dies ist der Grund, warum sie glauben, sie würden nicht eher auferstehen als am Ende der Welt, das sie das Jüngste Gericht nennen, und dann werde der Körper, obwohl zu Staub zerfallen und in alle Winde zerstreut, wiederhergestellt und mit ihrer Seele oder ihrem Geist wiedervereinigt werden. Ich fügte hinzu, es sei ihnen gestattet, so zu glauben, weil die, die aus den äußeren Sin­nen denken, nicht anders denken können, als daß die Seele oder der Geist nicht als Mensch in menschlicher Gestalt le­ben könne, ohne den ursprünglichen Leib zurückzubekom­men. Sagte man ihnen deshalb nicht, der Leib stehe wieder auf, so würden sie die Lehre von der Auferstehung und vom ewigen Leben als unverständlich aus dem Herzen stoßen. Dennoch gewährt aber jene Ansicht von der Aufer­stehung den Nutzen, daß die Menschen an ein Fortleben nach dem Tod glauben. Wenn nun Menschen auf dem Krankenbett liegen, sich von der Welt und dem Leib abkeh­ren und daher nicht mehr aus den Sinnen denken wie früher, dann glauben sie, sie werden sogleich nach dem Hingang leben. Sie sprechen auch dann vom Himmel und von der Hoffnung auf ein Fortleben dort sogleich nach dem Tod, indem sie sich über den Lehrsatz vom Jüngsten Gericht hinwegsetzen. Und ich erzählte weiter: Wenn gläubige Menschen über das Fortleben nach dem Tod sprechen oder über das Sterben von Angehörigen, dann seien sie der An­sicht, diese würden unmittelbar danach als Menschen weiterleben, vorausgesetzt, es taucht kein Gedanke an das Jüngste Gericht auf. Darüber habe ich mich oft gewundert. Aber sobald der Gedanke an das Jüngste Gericht einfließt, schlägt diese Vorstellung in die materielle Vorstellung von ihrem irdischen Leib um, dieser müsse wiederum mit seiner Seele verbunden werden. Sie wissen nicht, daß jeder Mensch hinsichtlich seines Innern ein Geist ist und dieser im Körper und in jedem einzelnen seiner Glieder lebt. Daß also nicht der Körper aus sich selbst lebt, sondern seine Ge­stalt vom Geist erhält, der folglich vorzugsweise Mensch ist und von gleicher Gestalt, allerdings den Augen des Leibes unsichtbar, sichtbar dagegen denen der Geister. Daher er­scheinen auch Engel als Menschen, wenn dem Menschen das Gesicht des Geistes geöffnet wird, was durch Entfer­nung des leiblichen Gesichtes geschieht. So erschienen den Alten Engel, wovon im Wort zu lesen ist. Ich sprach auch ei­nige Male mit Geistern, die ich während ihres Lebens in der Welt als Menschen gekannt hatte und fragte sie, ob sie wie­der mit ihrem irdischen Leib vereinigt werden wollten, wie sie früher gedacht hatten. Sobald sie das hörten, flohen sie schon bei der bloßen Vorstellung einer solchen Verbindung weit weg, von Staunen ergriffen, daß sie in der Welt aus blindem Glauben ohne jedes Verständnis so gedacht hatten.

*166. Außerdem sah ich auf jener Erde ihre Wohnungen. Es waren niedrige, langgestreckte Häuser, mit Fenstern an den Seiten nach Anzahl der Gemächer und Kammern, in die sie geteilt waren. Das Dach war gewölbt und eine Tür an bei­den äußersten Enden. Die Häuser, sagten sie, seien aus Erde gebaut und mit Rasen belegt. Die Fenster seien aus Grasfa­sern, die sie so zusammenwebten, daß das Licht durch­scheine. Es wurden auch kleine Kinder gesehen. Die Nachbarn, erzählten sie, besuchen einander dort, besonders der Kinder wegen, damit diese den Umgang mit anderen Kin­dern lernen unter Aufsicht und Leitung der Eltern. Es er­schienen auch Felder, weiß von der beinahe reifen Ernte. Es wurden Samen oder Körner davon vorgewiesen. Sie waren denen des chinesischen Weizens ähnlich. Auch Brote daraus wurden vorgezeigt, klein und in viereckigen Stücken. Außer­dem erschienen Grasplätze mit Blumen darauf und auch Bäume mit Früchten, die den Orangen ähnlich waren, und Sträucher, die zwar keine Weinstöcke waren, aber dennoch Beeren trugen, aus denen sie Wein bereiteten.

*167. Ihre Sonne, die für uns ein Stern ist, erscheint dort flammend rot, in der Größe von etwa dem vierten Teil der unsrigen. Ihr Jahr besteht aus etwa 200 Tagen und der Tag aus 15 Stunden nach den Zeitmaßen unserer Erde. Die Erde selbst gehört zu den kleinsten im Sternenhimmel, indem sie kaum 500 deutsche Meilen (ca. 3700 km) im Umfang beträgt. Dies gaben die Engel an als Ergebnis eines angestellten Ver­gleichs mit den Verhältnissen auf unserer Erde, den sie in mir oder in meinem Gedächtnis sahen. Sie schlossen dies aus En­gelvorstellungen, durch die man alsbald die Raum- und Zeit­maße in richtigem Verhältnis zu den Räumen und Zeiten an­derswo schätzt. Die Engelvorstellungen, die geistig sind, übertreffen in solchen Dingen in unfaßbarem Maß die menschlichen Vorstellungen, die natürlich sind.



Die fünfte Erde im Sternenhimmel. Ihre Geister und Bewohner.

*168. Wiederum wurde ich nach einer anderen Erde ge­führt, die außerhalb unseres Sonnensystems im Weltall war, und dies auch durch Zustandsveränderungen, die fast zwölf Stunden dauerten. In meiner Begleitung waren mehrere Gei­ster und Engel von unserer Erde, mit denen ich mich unter­wegs oder während jenes Fortschreitens unterhielt. Ich wurde dieses Mal bald schräg aufwärts und bald schräg ab­wärts, beständig aber gegen rechts geführt, was im anderen Leben soviel wie gegen Mittag heißt. Nur an zwei Orten sah ich Geister, und an einem davon sprach ich mit ihnen. Auf jenem Weg oder während jenes Fortschreitens hatte ich Gele­genheit zu beobachten, wie unermeßlich der Himmel des Herrn ist, nämlich der Himmel für die Engel und Geister. Denn aus seinen unbewohnten Regionen konnte man schließen, er sei so ungeheuer groß, daß er in Ewigkeit zum Wohnen ausreiche und niemals ausgefüllt werden könne, auch wenn es mehrere Myriaden von Erden gäbe und auf jeder eine so große Menschenmenge wie auf der unsrigen. Dies konnte ich schließen aus dem Vergleich zwischen der Ausdehnung des Himmels um unsere Erde und jener des unbewohnten Raums, wobei die Ausdehnung des ersten so klein war, daß sie nicht dem hunderttausendsten Teil des letzten gleichkam.

*169. Sobald die Engelgeister, die von jener Erde stamm­ten, uns sahen, sprachen sie uns an und fragten, wer wir seien und was wir wollten. Wir sagten, wir seien auf der Reise und seien hierher gebracht worden, und sie sollten sich nicht vor uns fürchten. Sie meinten nämlich, wir gehörten zu denen, die sie irre machen wollten über Gott, über den Glau­ben und dergleichen. Aus Furcht vor denen hatten sie sich in jene Gegend bei ihrer Erde begeben, indem sie vor ihnen flie­hen, wohin sie nur können. Auf die Frage, wodurch solche sie irre machen, antworteten sie: Durch die Vorstellung von dreien und durch die Vorstellung des Göttlichen ohne das Menschliche in Gott, da wir doch wissen und innerlich wahr­nehmen, daß Gott einer und Mensch ist. Jetzt nahm man wahr, daß die, die sie irre machten und vor denen sie flohen, von unserer Erde stammten und daß von unserer Erde Gei­ster kommen, die im anderen Leben umherschweifen aus einem Verlangen und einer Lust am Reisen, die sie sich in der Welt angewöhnt haben (contraxerunt), denn auf anderen Erden kommen solche Reisen nicht vor. Danach wurde in Er­fahrung gebracht, daß es Mönche waren, die aus Verlangen, die Völker zu bekehren, auf unserer Erde umhergewandert sind. Wir sagten ihnen daher, sie täten gut daran, vor ihnen zu fliehen, weil deren Absicht nicht sei, zu lehren, sondern zu gewinnen und zu herrschen. Und sie seien auf verschiedene Weise bemüht, erst die Gemüter für sich einzunehmen, dann aber sie sich als Sklaven zu unterwerfen. Überdies, sagten wir, täten sie gut daran, sich in ihrer Vorstellung von Gott nicht durch solche Geister irre machen zu lassen. Weiter sag­ten sie, diese verwirrten sie auch dadurch, daß sie behaupten, man müsse ihnen Glauben schenken und glauben, was sie sagen. Sie geben ihnen aber den Bescheid, sie wüßten nicht, was Glaube oder was an etwas glauben heiße, da sie in ihrem Innern wahrnähmen, ob etwas so sei. Sie kamen aus dem himmlischen Reich des Herrn, wo alle aus innerer Wahrneh­mung das Wahre wissen, das bei uns Glaubenswahrheit ge­nannt wird, denn sie unterscheiden sich in der Erleuchtung vom Herrn von denen im geistigen Reich. Daß die Engelgei­ster jener Erde aus dem himmlischen Reich stammten, konnte man auch aus der flammenden (Erscheinung) sehen, woraus ihre Vorstellungen hervorgehen. Denn ein flammen­des Licht leuchtet im himmlischen und ein weißes im geisti­gen Reich. Die aus dem himmlischen Reich sagen, wenn von Wahrheiten die Rede ist, nichts weiter als: Ja, ja, oder: Nein, nein, und niemals vernünfteln sie darüber, ob es so sei oder nicht. Es sind die, von denen der Herr sagt: "Eure Rede sei: Ja, ja, nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Übel." Daher kommt, daß jene Geister sagten, sie wüßten nicht, was es heiße, Glauben haben oder an etwas glauben. Sie sehen dies an, als sagte jemand zu einem Genossen, der mit seinen Augen Häuser sieht oder Bäume, er müsse Glauben haben oder daran glauben, daß es Häuser und Bäume seien, während er doch deutlich sieht, daß es so ist: so beschaffen sind die aus dem himmlischen Reich des Herrn und von sol­cher Art waren diese Engelgeister.

Der Himmel ist in zwei Reiche geteilt, deren eines das himmlische, das andere das geistige Reich heißt. # 3'887. 4'138. Die Engel im himmlischen Reich wissen unermeßlich viel und sind unendlich viel weiser als die Engel im geistigen Reich. # 2'718. Die himmlischen Engel denken und sprechen nicht aus dem Glauben wie die geistigen Engel, sondern aus innerer Wahrnehmung, daß es so ist. # 202. 597. 607. 784. 1'121. 1'387. 1'398. 1'442. 1'919. 7'680. 7'877. 8'780. Die himmlischen Engel sagen von Glaubenswahrheiten nur ja, ja, oder nein, nein, die geistigen Engel dagegen untersuchen, ob es so sei oder nicht. # 202. 337. 2'715. 3'246. 4'448. 9'196.

Wir sagten ihnen, es gebe auf unserer Erde wenige, die eine innere Wahrnehmung besitzen, weil sie zwar in ihrer Jugend Wahres lernen, es aber nicht umsetzen. Denn es gibt zwei Vermögen im Menschen, Verstand und Wille genannt. Diejenigen nun, die das Wahre nicht weiter als bis in das Gedächtnis und von da aus ein wenig ins Verständnis einlassen, aber nicht in das Leben, das heißt in den Willen, diese sagen, weil sie in keiner Erleuch­tung oder in keinem inneren Schauen vom Herrn sein kön­nen, man müsse glauben oder Glauben haben. Und sie ver­nünfteln auch darüber, ob es wahr sei oder nicht, ja sie wol­len nicht einmal, daß man mit einem inneren Schauen oder mit einer gewissen Erleuchtung durch den Verstand wahr­nehme. Sie sprechen so, weil das Wahre bei ihnen ohne Licht aus dem Himmel ist. Und denen, die ohne Licht aus dem Himmel sehen, kann Falsches wie Wahres und Wahres wie Falsches erscheinen. Daher sind viele dort mit einer solchen Blindheit geschlagen, daß sie behaupten, wenn der Mensch das Wahre auch nicht tue oder danach lebe, könne er dennoch durch den Glauben allein selig werden, wie wenn der Mensch nicht vermöge seines Lebens und diesem gemäß, sondern vermöge des Wissens solcher Glaubensdinge ohne ein Leben danach Mensch wäre. Darauf sprachen wir mit ihnen vom Herrn, von der Liebe zu ihm, von der Liebe zum Nächsten und von der Wiedergeburt, wobei wir sagten, den Herrn lie­ben, heiße die Gebote lieben, die von ihm sind, das heißt, aus Liebe nach ihnen leben.

Den Herrn lieben, heißt nach seinen Geboten leben. # 10'143. 10'153. 10'310. 10'578. 10'648.

Die Liebe zum Nächsten bestehe darin, Gutes zu wollen und daher dem Mitbürger, dem Va­terland, der Kirche, dem Reich des Herrn Gutes zu tun, nicht um seiner selbst willen, um den Schein oder ein Verdienst zu gewinnen, sondern aus der Neigung zum Guten.

Den Nächsten lieben, heißt das Gute, Gerechte und Rechte tun in jedem Werk und Amt aus Neigung zum Guten, Gerechten und Rech­ten. # 8'120 bis 8'124. 10'310. 10'336. Das Leben der Nächstenliebe ist das Leben nach den Geboten des Herrn. # 3'249.

Von der Wiedergeburt sagten wir, daß diejenigen, die vom Herrn wiedergeboren werden und das Wahre alsbald auf das Leben anwenden, in eine innere Wahrnehmung darüber gelangen. Die aber, die das Wahre zuerst in das Gedächtnis aufnehmen und es danach wollen und tun, sind solche, die im Glauben stehen, denn sie handeln aus dem Glauben, der dann Gewis­sen genannt wird. Sie sagten, sie würden inne, ob es so sei, mithin auch, was der Glaube sei. Ich sprach mit ihnen mithilfe geistiger Vorstellungen, durch die sich solche Gegenstände im Licht darstellen und fassen lassen.

*170. Die Geister, mit denen ich eben sprach, waren von der Nordseite ihrer Erde. Darauf wurde ich zu anderen ge­führt, die von der Westseite kamen. Diese wollten gleichfalls erforschen, wer und wie beschaffen ich sei, und sagten so­gleich, bei mir sei nichts als Böses. Sie dachten, dadurch würde ich vom näheren Hinzutreten abgeschreckt. Ich be­merkte, daß sie zu allen Besuchern zuerst so sprechen. Es wurde mir aber verliehen, ihnen zu antworten, ich wisse wohl, daß es so sei. Auch bei ihnen sei nichts als Böses, weil jeder in das Böse geboren wird, und aus dem Eigenen eines Menschen, Geistes oder Engels komme daher nichts als Böses, weil alles Gute, das sich bei einem jeden findet, vom Herrn stamme. Hieraus merkten sie, daß ich die Wahrheit kannte, und ich wurde zu einer Unterredung mit ihnen zu­gelassen. Nun zeigten sie mir ihre Vorstellung vom Bösen beim Menschen und vom Guten aus dem Herrn, und wie sich beides von einander scheidet. Sie legten das eine neben das andere, beinahe einander berührend und doch geschie­den und gleichsam auf unaussprechliche Weise verbunden, so daß das Gute das Böse führt und zügelt, damit ihm nicht gestattet ist, nach Belieben zu handeln, und daß das Gute auf diese Weise das Böse lenkt, wohin es will, ohne daß das Böse es merkt. So stellten sie die Herrschaft des Guten über das Böse dar und zugleich den Zustand der Freiheit. Darauf frag­ten sie, wie der Herr bei den Engeln aus unserer Erde er­scheine. Ich sagte, er erscheint in der Sonne als Mensch, dort umgeben vom Sonnenfeuer, aus dem die Engel in den Him­meln all ihr Licht haben. Und die Wärme, die aus ihm her­vorgeht, ist das göttlich Gute, das Licht daraus das göttlich Wahre, beides aus der göttlichen Liebe, die das um den Herrn in jener Sonne erscheinende Feuer bildet. Aber diese Sonne zeigt sich nur den Engeln im Himmel und nicht den Geistern, die weiter unten sind, denn diese sind von der Aufnahme des Guten der Liebe und des Wahren des Glaubens entfernter als die Engel im Himmel (s. oben # 40). Sie wurden veranlaßt, Fragen zu stellen in bezug auf den Herrn und seine Erschei­nung vor den Engeln von unserer Erde. Denn es gefiel da­mals dem Herrn, sich bei ihnen gegenwärtig zu zeigen und in Ordnung zu bringen, was dort durch böse Geister in Ver­wirrung geraten war, über die sie auch klagten. Daß ich dies sehen konnte, war auch der Grund dafür, daß ich dorthin ge­führt wurde.

*171. Es erschien damals eine dunkle Wolke gegen Mor­gen, aus der Höhe herabsteigend. Im Herabsteigen wurde sie nach und nach heller und stellte sich als menschliche Gestalt dar, bis diese zuletzt in feurigem Glanz dastand, umgeben von Sternchen derselben Farbe. So stellte sich der Herr bei den Geistern gegenwärtig dar, mit denen ich sprach. Während seiner Gegenwart wurden von allen Seiten alle dort befindlichen Geister versammelt, und als sie kamen, wurden die guten von den bösen getrennt, die guten zur Rechten, die bösen zur Linken und dies umgehend und wie von selbst. Die zur Rechten standen, wurden nach der Beschaffenheit des Guten, die zur Linken nach der Beschaffenheit des Bösen bei ihnen geordnet. Die Guten wurden zurückgelassen, damit sie eine himmlische Gesellschaft unter sich bildeten. Die Bösen aber wurden in die Höllen geworfen. Nachher sah ich, daß jener feurige Glanz hinabdrang in die niedrigen Ge­genden der dortigen Erde, und dann erschien er zuerst in einem flammenden Rot, das in das Lichthelle überging, dann in einer Lichthelle, die sich verdunkelte, und zuletzt zeigte er sich im Dunkel. Es wurde mir von den Engeln gesagt, diese Erscheinung richte sich nach der Aufnahme des Wahren vom Guten und des Falschen vom Bösen bei den Bewohnern der unteren Gegenden auf jener Erde, und der feurige Glanz sei selbst durchaus nicht solchen Veränderungen unterworfen. Sie sagten auch, die niedrigeren Gegenden jener Erde wür­den sowohl von Guten als von Bösen bewohnt, beide aber sorgfältig getrennt, damit die Bösen durch die Guten vom Herrn regiert würden. Sie fügten hinzu, die Guten würden der Reihe nach vom Herrn in den Himmel erhoben und an ihre Stelle träten andere, und so fort und fort. Bei jenem Herabkommen wurden in gleicher Weise die Guten von den Bösen getrennt und alles in Ordnung gebracht. Denn die Bösen hatten sich durch verschiedene Künste und Ränke in die Wohnungen der Guten eingedrängt und fochten sie an. So ergab sich nun jene Heimsuchung. Jene Wolke, die beim Herabkommen nach und nach heller wurde und in Men­schengestalt und zuletzt wie ein feuriger Glanz erschien, war eine Engelgesellschaft, in deren Mitte sich der Herr befand. Hierdurch wurde mir zu erkennen gegeben, was unter den Worten des Herrn verstanden wird, wo er vom Jüngsten Ge­richt bei den Evangelisten spricht: "Daß er kommen werde mit den Engeln in den Wolken des Himmels mit Herrlichkeit und Kraft."

*172. Nachher erschienen Mönchsgeister, die in der Welt Wandermönche oder Missionare gewesen waren, wie schon oben gesagt wurde. Auch erschien eine Schar von Geistern, die von jener Erde war, der Mehrzahl nach böse und von den Mönchen auf ihre Seite gebracht und verführt. Diese erschie­nen in der Morgengegend jener Erde, aus der sie die Guten vertrieben hatten, die sich dann, wie oben erwähnt, nach der Nordseite jener Erde begeben hatten. Diese Schar wurde nebst ihren Verführern zu einigen Tausenden auf einen Punkt versammelt und ausgeschieden, und die Bösen daraus wur­den in die Hölle geworfen. Es wurde mir gestattet, mit einem der Mönchsgeister zu reden und ihn zu fragen, was er da mache. Er sagte, er unterrichte sie über den Herrn. Was wei­ter? Über Himmel und Hölle. Was weiter? Über den Glauben an alles, was er sage. Was weiter? Über die Macht, Sünden zu vergeben und den Himmel zu öffnen und zu schließen. Es wurde dann erforscht, was er vom Herrn, von den Wahrhei­ten des Glaubens, von der Vergebung der Sünden, von der Erlösung des Menschen sowie vom Himmel und der Hölle wisse, und das Ergebnis war, daß er kaum etwas wußte und über alles und jedes im Dunkeln und Falschen war, und daß er nur erfüllt war von der Begierde zu gewinnen und zu herr­schen, die er sich in der Welt angewöhnt und von da mitge­bracht hatte. Daher wurde ihm gesagt, weil er aus jener Be­gierde so weit gewandert sei und es bei ihm um die Lehre so bestellt sei, habe er nicht anders gekonnt, als den Geistern jener Erde das himmlische Licht zu entziehen und die Fin­sternis der Hölle herbeizuführen und zu bewirken, daß an­statt des Herrn die Hölle bei ihnen herrsche. Übrigens war er listig im Verführen, aber stumpfsinnig in allem, was den Himmel betrifft. Weil er so beschaffen war, wurde er nachher in die Hölle geworfen. Auf diese Weise wurden die Geister jener Erde von solchen Geistern befreit.

*173. Die Geister jener Erde sagten unter anderem auch, jene Fremdlinge (die, wie erwähnt, Mönchsgeister waren) hätten sie mit allem Fleiß zu überreden versucht, zusammen in einer Gesellschaft zu leben und nicht getrennt und allein. Die Geister und Engel nämlich wohnen und gesellen sich zu­sammen gerade so wie in der Welt: wer auf Erden in Gesell­schaft lebte, wohnt auch so im anderen Leben, und wer ge­trennt in Häusern und Familien wohnte, lebt auch dort ge­trennt. Diese Geister nun hatten auf ihrer Erde, als sie dort als Menschen lebten, abgesondert gelebt, in einzelnen Häusern und Familien, und so als einzelne Völkerschaften. Daher wußten sie nicht, was es heißt, in Gesellschaft zusammen zu wohnen. Als ihnen daher gesagt wurde, daß jene Fremdlinge sie dazu überreden wollten, um über sie Herrschaft und Ge­walt zu gewinnen, und daß sie von ihnen nicht auf andere Weise unterworfen und zu Sklaven gemacht werden könn­ten, so erhielten wir von ihnen die Antwort, daß sie gar nicht wüßten, was Herrschaft und Gewalt ausüben heiße. Daß sie schon bei der bloßen Vorstellung von Herrschaft und Gewalt die Flucht ergreifen, bemerkte ich daran, daß einer von ihnen, der uns zurückbegleitete, beim ersten Anblick der Stadt, in der ich wohnte, floh und nicht mehr gesehen wurde, als ich sie ihm zeigte.

*174. Bei dieser Gelegenheit sprach ich mit Engeln, die bei mir waren, über die Herrschaften. Es gibt davon nämlich zwei Arten, eine, die der Nächstenliebe, und eine andere, die der Selbstliebe angehört. Die Herrschaft der Nächstenliebe walte - sagten sie - unter denen, die abgesondert nach Haus­haltungen, Geschlechtern und Völkerschaften wohnen, die der Selbstliebe aber bei denen, die in Gesellschaft zusammen wohnen. Unter denen, die abgesondert nach Häusern, Fami­lien und Völkerschaften leben, herrscht der Stammvater, unter ihm stehen die Familienväter und unter diesen die ein­zelnen Hausväter. Stammvater heißt der, von dem die Fami­lie und von den Familien die Häuser stammen. Aber diese alle herrschen aus Liebe, wie sie der Vater gegenüber den Kindern hegt: er lehrt sie, wie sie leben sollen, tut ihnen Gutes und gibt ihnen vom Seinen, soviel er kann, und nie­mals kommt es ihm in den Sinn, sich diese (Abhängigen) als Untertanen oder Dienstleute zu unterwerfen, sondern es freut ihn, daß sie ihm gehorchen wie Kinder ihrem Vater. Weil diese Liebe in absteigender Linie wächst, wie bekannt ist, handelt der Stammvater aus innigerer Liebe als selbst der Vater, von dem die Kinder zunächst abstammen. Eine solche Herrschaft waltet auch in den Himmeln, denn dies ist die Herrschaft des Herrn, nämlich seine Herrschaft aus der gött­lichen Liebe zum ganzen Menschengeschlecht. Aber die Herrschaft der Selbstliebe, die der Herrschaft der Nächsten­liebe entgegengesetzt ist, fing an, als der Mensch sich vom Herrn entfernte. Denn soweit der Mensch den Herrn nicht liebt und verehrt, soweit liebt und verehrt er sich selbst, und soweit liebt er auch die Welt. Aus Notwendigkeit, damit sie sicher seien, vereinigten sich nun die Völkerschaften mit den Geschlechtern und Häusern und stellten allerlei Regierungs­formen auf. In dem Maß, in dem die Selbstliebe zunahm, nahm dann auch allerlei Böses zu, nämlich Feindschaft, Neid, Haß, Rache, Grausamkeit, List gegen alle, die sich wi­dersetzten. Aus dem Eigenen nämlich, dem die Selbstsüchti­gen sich ergeben, quillt nichts anderes als Böses hervor, denn das Eigene des Menschen ist nur Böses, und es nimmt, weil es böse ist, nichts Gutes aus dem Himmel auf. Daher ist die Eigenliebe, wenn sie herrscht, Quelle all dieser Arten von Bösem.

Das Eigene des Menschen, das er von den Eltern mit sich bringt ist durch und durch (densum) böse. # 210. 215. 731. 874. 876. 987. 1'047. 2'307. 2'318. 3'518. 3'701. 3'812. 8'480. 8'550. 10'283. 10'284. 10'286. 10'731. Das Eigene des Menschen besteht darin, sich an Stelle Gottes zu lieben, die Welt an Stelle des Himmels, und im Vergleich zu sich den Nächsten niedrig zu achten, ausgenommen des eigenen Vorteils wegen, somit wieder für sich selbst. So ist es also Selbst- und Welt­liebe. # 694. 731. 4'317. 5'660. Wenn die Selbst- und Weltliebe herrscht, kommt aus ihr alles Böse. # 1'307. 1'308. 1'321. 1'594. 1'691. 3'413. 7'255. 7'376. 7'480. 7'488. 8'318. 9'335. 9'348. 10'038. 10'742. Dieses Böse besteht in Verachtung anderer, in Feindschaft, Haß, Rache, Wut, List. # 6'667. 7'372 bis 7'374. 9'348. 10'038. 10'742. Aus diesen Arten des Bösen kommt alles Falsche. # 1'047. 10'283. 10'284. 10'286.

Wenn dieser Liebe die Zügel gelockert werden, geht sie zuletzt so weit, daß ein von ihr beherrschter Geist über alle anderen im ganzen Erdkreis herrschen will, daß er alle Habe der anderen besitzen will, ja, nicht genug, daß er über den gesamten Himmel zu gebieten begehrt, wie an dem heutigen Babylonien zu ersehen ist. Dies ist nun die Herr­schaft der Selbstliebe, von der sich die Herrschaft der Näch­stenliebe so sehr unterscheidet wie der Himmel von der Hölle. Aber wie sehr auch die Herrschaft der Selbstliebe in den Gesellschaften oder in Reichen und Staaten waltet, so gibt es dennoch auch dort eine Herrschaft der Nächstenliebe, und zwar bei denen, die weise sind aus dem Glauben und der Liebe zu Gott, denn sie lieben den Nächsten. Daß diese auch in den Himmeln in Völkerschaften, Geschlechter und Häuser gesondert, obwohl zugleich in Gesellschaften, woh­nen, jedoch nach geistigen Verwandtschaften (geordnet), die sich auf das Gute der Liebe und das Wahre des Glaubens be­ziehen, das soll aus der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn an anderer Stelle berichtet werden.

*175. Anschließend befragte ich jene Geister über Ver­schiedenes auf ihrer Erde, von der sie waren. Zuerst über ihren Gottesdienst und über die Offenbarung. Über den Gottesdienst sagten sie, die Stämme mit ihren Familien kämen an jedem dreißigsten Tag an einem Ort zusammen und hörten Predigten, und der Prediger lehre dann von einem etwas über die Erde erhöhten Katheder die göttlichen Wahrheiten, die zum Guten des Lebens führen. Die Offenba­rung geschehe früh morgens in einem Zustand zwischen Schlafen und Wachen, wenn sie in einem inneren, noch nicht durch die Körpersinne und durch weltliche Dinge getrübten Licht seien. Und sie hörten dann die Engel des Himmels über die göttlichen Wahrheiten sprechen und über das Leben da­nach, und wenn sie erwachten, erschiene ihnen ein Engel in einem weißen Kleid neben dem Bett, der dann plötzlich aus ihren Augen verschwinde. Daran sehen sie, daß das, was sie vernommen haben, aus dem Himmel ist. So unterscheidet sich ein göttliches Gesicht von einem nicht göttlichen Ge­sicht. Denn in einem nicht göttlichen Gesicht erscheint kein Engel. Auf diese Weise, fügten sie hinzu, gehe die Offenba­rung bei ihren Predigern vor sich, manchmal auch bei ande­ren.

*176. Auf die Frage nach ihren Wohnungen sagten sie, diese seien niedrig, aus Holz, mit einem flachen Dach, um das ein schräg abwärts geneigter Kranz laufe, und vorn wohnten darin der Mann und die Frau, im anstoßenden Ge­mach die Kinder, dann die Mägde und Knechte. Was die Speise angeht, sagten sie, sie tränken Milch mit Wasser. Die Milch erhielten sie von Kühen, die Wolle wie die Schafe tra­gen. Von ihrer Lebensweise sagten sie, sie gingen nackt. Die Nacktheit gereiche ihnen nicht zur Schande. Ferner bemerk­ten sie, ihre geselligen Unterhaltungen beschränkten sich auf die Glieder eines Stammes untereinander.

*177. Von der Sonne ihrer Erde erzählten sie, sie erscheine den Bewohnern flammend. Das Jahr messe bei ihnen 200 Tage, und der Tag sei gleich 9 Stunden unserer Zeit, was sie aus der Tageslänge auf unserer Erde schließen konnten, die sie in mir wahrnahmen. Und weiter sagten sie, sie hätten be­ständigen Frühling und Sommer, und es grünten die Felder und trügen die Bäume Früchte ohne Unterlaß. Die Ursache hiervon sei ihr kurzes Jahr, das nur die Dauer von 75 Tagen unseres Jahres hat. Und wo die Jahre so kurz sind, verweilt nicht die Kälte im Winter, noch die Hitze im Sommer, wes­halb die Erde beständigen Frühling hat.

*178. Von Verlobungen und Ehen auf ihrer Erde berichte­ten sie, die Tochter werde in ihrem mannbaren Alter zu Hause behalten und dürfe nicht ausgehen, bis zum Tag, an dem sie vermählt werden soll, dann werde sie in ein gewis­ses Verheiratungshaus geführt, wohin auch mehrere andere mannbare Jungfrauen gebracht werden, und da stelle man sie hinter eine Schranke, die ihnen bis zur Mitte ihres Leibes reiche und so erscheinen sie unverhüllt, was den Busen und das Angesicht betrifft, und nun kämen Jünglinge und wähl­ten sich eine Gattin aus. Und entdeckt der Jüngling eine, die ihm zusagt, zu der sein Herz ihn hinzieht, so reicht er ihr die Hand. Folgt sie, so führt er sie in sein bereitetes Haus, und sie wird seine Gattin. An den Gesichtern nämlich sehen sie, ob sie mit den Seelen übereinstimmen. Denn bei jedem ist dort das Angesicht der Spiegel der Seele. Es heuchelt und lügt nicht. Damit alles anständig zugeht und ohne Mutwillen, sit­zen hinter den Jungfrauen ein Greis und zur Seite eine alte Frau und geben acht. Es gibt mehrere solche Orte, zu denen die Jungfrauen geführt werden, und auch bestimmte Ter­mine dazu, damit die Jünglinge wählen können. Denn finden sie an dem einen Ort kein Mädchen, das ihnen zusagt, so begeben sie sich an einen anderen, und wenn nicht zu dieser Zeit, so kehren sie zu einer späteren wieder. Außerdem sag­ten sie, der Mann habe stets nur eine Gattin und niemals mehrere, weil dies gegen die göttliche Ordnung sei.

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Emanuel Swedenborg - Kurzbiographie.



"Swedenborg ist eine der geistigen Sonnen, die nur immer heller erstrahlen werden, je wie die Jahre dahinge­hen", schrieb Thomas Carlyle, und Goethe pries ihn als den "gewürdigten Seher unserer Zeiten, rings um den die Freude des Himmels war, zu dem die Geister durch alle Sinnen und Glieder sprachen, in dessen Busen die Engel wohnten".

Geboren 1688 zu Stockholm als Sohn des nachmaligen Bischofs von Skara der ev.-luth. Schwedischen Reichskirche, war er ein derart hochfliegender Geist, daß er selbst in seiner an großen Persönlichkeiten reichen Zeit einzig dasteht. Während der beiden ersten Drittel seines langen Lebens — er starb 1772, 84 Jahre alt — war er ein genialer Forscher auf fast allen Gebieten der Naturwissenschaft, ein tiefer Denker, einfallsreicher Erfinder, Bergbaufachmann, Volkswirtschaft­ler und Politiker. An der Wende zum letzten Lebensdrittel fühlt er sich durch zwei überwältigende, in der Literatur lei­der meist falsch dargestellte Christus-Visionen zum hohen Amt eines Sehers geistiger Welten und Gesetzmäßigkeiten sowie zum Amt eines Erneuerers des überkommenen, viel­fach unglaubwürdig gewordenen Glaubens berufen. Er gibt die fruchtbare Tätigkeit in der obersten Bergbaubehörde des Landes auf und verzichtet auf alle Ehrungen, die ihm seine weltliche Laufbahn in reichem Maße beschert hatte, um sich fortan ungeteilt den neuen Aufgaben widmen zu können. Einzig das Amt als Vertreter seiner Sippe im schwedischen Reichstag behält er bis zum Lebensende bei. Ebenso bleibt er Mitglied mehrerer wissenschaftlicher Akademien. Von den vielen Zeugnissen seiner, allen Behauptungen prinzipieller Gegner zum Trotz, ungebrochenen geistigen Potenz wiegt besonders schwer dasjenige des langjährigen schwedischen Ministerpräsidenten jener Tage, des Grafen Höpken, der er­klärte, die von Swedenborg während der fraglichen Jahre im Reichstag eingebrachten Vorschläge — etwa über Währungspro­bleme, staatliche Branntweinkontrolle zwecks Bekämpfung des schwedischen Nationallasters, Beschränkung der absolu­ten Macht des Königshauses usf. — seien die am weitblickend­sten und am besten verfaßten Schriften dieser Art überhaupt gewesen.

Im übrigen bezeugen die zahlreichen Nachrichten über seinen letzten Lebensabschnitt einhellig, daß er sich bei den Mitmenschen allgemeiner Beliebtheit erfreute und keine per­sönlichen Feinde hatte. Sogar Immanuel Kant, der später vor­übergehend zu Swedenborgs erbittertstem Gegner wurde, bezeugte aufgrund der Aussagen eines Freundes, der Swe­denborg in seinem Auftrag persönlich aufgesucht hatte: "Swedenborg ist ein vernünftiger und offenherziger Mann, ein Gelehrter". Kants später wieder in Hochschätzung umschlagende Kritik an Swedenborg ist, wie der bekannte Mar­burger Kirchenhistoriker Ernst Benz nachgewiesen hat, auf die Befürchtung zurückzuführen, daß der nordische Seher mit seinem Anspruch auf übersinnliche Erfahrungen und Of­fenbarungen die Kreise seiner erst im Aufbau begriffenen, al­lein auf die autonome Vernunft gegründeten 'kritischen Phi­losophie' störe — eine Befürchtung, die allerdings nicht ganz unbegründet war. Der ehemalige Präsident der Königlichen Schwedischen Akademie der Wissenschaften, Prof. Lönn­berg, hat vor dem internationalen Swedenborg-Kongreß zu London im Jahre 1910 folgendes festgestellt, was sich zwar auf den Naturforscher Swedenborg bezieht, sinngemäß aber ebenso für den Seher und Reformator Swedenborg gilt: "Er war jenen Zeiten zu weit voraus, und es ist unseren Tagen vorbehalten, seinem Gedächtnis Gerechtigkeit widerfahren zu lassen". Auf naturwissenschaftlichem Gebiet ist dies heute bis zu einem gewissen Grad tatsächlich geschehen, ob­wohl es sicher noch einige Zeit dauern wird, bis die Er­kenntnisse der Spezialisten der Wissenschaftsgeschichte über Swedenborgs weit voraus eilende Entdeckungen und Ge­danken Eingang auch in die Lehrbücher gefunden haben werden. Auf religiösem Gebiet sind wir noch weiter von einer allgemeinen Anerkennung seiner Leistungen entfernt, wenngleich auch hier ein wachsendes Interesse festgestellt werden kann. Bedrängt durch die unübersehbaren Anzei­chen der wohl schwersten aller bisherigen religiösen Krisen, beginnt man sich zu fragen, ob uns vielleicht dieser 'Außen­seiter' unter den christlichen Denkern und geistbegabten Persönlichkeiten mit seinen umwälzend neuen Einsichten doch mehr zu sagen haben könnte, als man bisher meinte, oder ob er gar wirklich der entscheidende Sendbote des Herrn an seine so offensichtlich erneuerungsbedürftige Kir­che sein könnte, wie er mit ruhiger Würde behauptete.

Der evangelische Prälat Fr. Chr. Oetinger, einer der maß­gebenden württembergischen 'Väter' und einer der ersten, die es trotz des noch nicht völlig gebrochenen Glaubens- und Gewissenszwanges wagten, ihrer Bewunderung für Sweden­borg öffentlich Ausdruck zu verleihen, hat mit sicherem In­stinkt erkannt, worauf die große Bedeutung des nordischen Sehers und Reformators für die Kirche Christi im Zeitalter des Skeptizismus und Unglaubens beruht — nämlich weniger auf seiner einzigartigen Begabung und Verstandesklarheit an sich, als vielmehr darauf, daß er eben damit zum Instrument hoher göttlicher Offenbarungen für die Kirche dieses Zeital­ters werden konnte. Oetinger schreibt:

"Der Unglaube der Welt hat Gott bewegt, einen berühm­ten Philosophen zu einem Verkündiger himmlischer Nach­richten zu machen. Dieser Philosoph hat seiner Imagination durch die Mathematik (wir würden heute sagen: durch das wissenschaftliche Denken) Einhalt getan. Man sage dem­nach nicht, daß es bloße Einbildungen seien. Standhafte (29­jährige) Erfahrungen sind keine Einbildungen."

Wir geben diese kleine, zuerst von Oetingers Neffen Dertinger aus dem Lateinischen ins Deutsche übersetzte Schrift neu heraus in der Überzeugung, daß dadurch das weitgehend verloren gegangene kosmische Bewußtsein, das doch für den christlichen Glauben so wesentlich ist, Anre­gung empfangen kann.

August Strindberg hat seiner Dankbarkeit für das durch Swedenborg Empfangene mit folgenden Worten Ausdruck verliehen:

"Swedenborgs Welt ist unermeßlich umfassend. Er hat mir auf alle meine Fragen geantwortet, wie sehr sie mich auch bedrängen mochten. Unruhvolle Seele, gequältes Herz, nimm und lies!"



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[VH-LIF / 2009]